By Jens Oberheide
A Paper published in the
Newsletter of the Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland
(Translated by Bro. Vincent Lombardo)
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Es ist uns allen schmerzlich bewusst, dass zur Weltwirklichkeit auch all die Schrecklichkeiten gehören, die Hass und Gewalt mit sich bringen, die uns schockieren, Trauer und Angst, Ohnmacht und Wut erzeugen. Das Szenario fordert uns medial und mental. Geht das zulasten einer philanthropischen, lebensbejahenden, freiheitlich toleranten Geisteshaltung? Das Thema ist alt, denn wir hätten ja keine Vorstellung davon, was gut ist, wenn uns nicht immer wieder das Böse so nahekäme. Möglicherweise haben unsere Altvorderen sinngemäß "Gott sei Dank" gedacht, wenn nach bedrohlicher Dunkelheit die Sonne aufging. So verehrten sie auf ganz natürliche Weise das Licht und verknüpften es mit Sinn. Wo wären sie mit ihrer Verehrung geblieben, wenn es durchgehend hell und freundlich gewesen wäre? Wie hätten sie ihre Ängste in den Griff bekommen, wenn es immer dunkel und bedrohlich geblieben wäre? So entstand die Zuversicht, dass die Sonne immer wieder aufgeht und — im übertragenen Sinn — das Licht der Weisheit, der Wahrheit und Gerechtigkeit das Dunkel der Gefahr überwindet. Ist uns diese alte Zuversicht abhandengekommen? Ist sie zu simpel für zivilisierte, "aufgeklärte" Menschen? Wir könnten archaische Symbolwelten übersetzen. Aber wir Heutigen brauchen für zeitgemäße Adaptionen unendlich viel mehr Worte und ausgiebig kontroverse Diskurse, wissenschaftliche und medientechnische Absicherung. Solchen Üblichkeiten zum Trotz will ich noch einige Male eintauchen in die archaischen Welten mit ihrer symbolischen Vielfalt. Da ist etwa der Begriff "Arche". Er kommt aus dem lateinischen "arca", und kennzeichnet zunächst ganz schlicht einen schwimmfähigen Kasten. Auch das lateinische Wort "scrinium" ("Schrein") meint einen Kasten oder eine Kiste. Menschenwerk also. Erst der Schreiner (der Tischler) könnte daraus eine "kultische Behausung" machen. Mit einem "Schrein" bauen die Menschen in asiatischen Kulturen auch heute noch den "Sitz göttlicher Wesen". Aus der ursprünglich sehr profanen Bedeutung von "Kiste" oder "Kasten" übersetzt man aus dem Hebräischen den Wortsinn von "Arche" ("tevah") ebenfalls mit "Schrein", aber gleichzeitig auch mit "Sarg". Also ein und dasselbe Wort für polare Sinngehalte. "Schrein" und "Sarg". Sinn und Sein, könnte man sagen. Das Sinnbild des Unsterblichen und das Unausweichliche des Sterblichen. Sterben ist unausweichlich. Und weil wir sterben müssen, wollen wir leben. Und weil wir leben wollen, entwickeln wir Widerstandskräfte gegen alles, was Leben bedroht und Werte bedrängt. Sinnvoll wollen wir leben. Ob wir nun einen Schrein tischlern und uns Götter hineindenken, oder ob wir eine Arche zimmern und Kreaturen retten. Synonym für viele andere Möglichkeiten. Auch das biblische Buch Genesis beschreibt das Zusammenspiel des Göttlichen mit dem Menschlichen. Dort geht es bei der Arche des Patriarchen Noah um einen göttlichen Plan und um menschliche Handwerkskunst. Die Kulturphilosophie sieht Noahs Arche deswegen gern allegorisch als Symbol für Kultur, weil das Menschenwissen und der Gedanke des kreatürlichen Miteinanders über die Sintflut gerettet wurde. Die Arche, vom Menschen Noah konstruiert, war also stärker als die Naturgewalten. Das griechische Wort "Arche" bedeutet so viel wie "Anfang, Urgrund, Prinzip". Aus dem griechischen Wortsinn "Arche" wäre die Architektur die archaische Kunst, die "Anfangskunst". Man findet ihre Spur dort, wo der Mensch begann, sein Dasein und So-Sein auszugestalten. Vereinfacht: Wer eine Arche bauen kann, der kann auch eine Hütte bauen. Die "Bau-Hütte" ist ein symbolisch deutbarer sozialer und technischer Entwicklungsschritt menschlicher Kreativität. "Kreativität", um bei der Wortspielerei zu bleiben, aus dem lateinischen "kreare", heißt übersetzt so viel wie "Schöpferische Kraft". Als sich der Mensch seiner schöpferischen Kraft bewusst wurde, war er Baumeister einer neuen Welt. Er baute und dachte selbstbewusst, und er machte die Erfahrung, dass er das konnte. Und was er geschaffen hatte, das wollte er auch bewahren. Deswegen war sein Bauen und Denken immer zukunftsgerichtet. Man baut nicht für heute, damit es morgen zerstört wird. Was man geschaffen hat, was man erlebt, erfahren und gedacht hat, das will man pflegen und weitergeben. Kulturmenschen denken so. Überall in der Welt. Und solches Denken geht oft auch einher mit praktischer Kreativität. Denken und Tun. Wie gesagt: Arche und Hütte. Nun ist es so, dass jeder, der etwas gestaltet, gern selbst bestimmen möchte, wie er das tut und wie er das Geschaffene einfügen kann ins Miteinander. Er macht die Erfahrung der Gruppe. Man muss sich arrangieren, Wertvorstellungen entwickeln und Ordnungsprinzipien festlegen, damit das alles miteinander funktioniert. Diese soziale Gruppe mit einem "Wir"-Gefühl ist die ursprünglichste Form des Zusammenlebens. Ist dieses "Wir"-Gefühl intakt, dann ist die Gruppe einig, einmütig und stark. Als Schutzbund, als Interessengemeinschaft, und, wenn man Glück hat, als eine sich gegenseitig bereichernde und sich gegenseitig tolerierende Wertegemeinschaft. Miteinander leben, miteinander wirken und das Beste daraus machen. So einfach wäre das eigentlich. Aber es ist auch jedem bewusst, dass dieses das Schwierigste überhaupt ist, und dass alle Konflikte in der Welt darauf zurückzuführen sind, dass das menschliche Miteinander nicht so reibungslos funktioniert, wie es sinnvollerweise gedacht ist. Dass der Mensch dennoch immer aufs Neue, selbst nach Krieg und Zerstörung, die alten Gründungsgedanken wiederentdeckt und zum Neuanfang nutzt, zeigt, es etwas gibt, was stärker ist, als Gewalt. Dieses Etwas ist verbunden mit den "unveräußerlichen Rechten" der Menschen, die es gilt, mit allen Kräften zu verteidigen, als da sind "Leben, Freiheit und das Streben nach Glück". So steht es in den Menschenrechtserklärungen und so definieren sich Kulturgesellschaften als "Inbegriff menschlicher und von Menschen gemachter Lebensverhältnisse" (Herbert Schnädelbach), als alles, was der Mensch positiv gestaltend hervorbringt. Albert Schweitzer sieht das "… in der Herrschaft der Vernunft über die Naturkräfte und in der Herrschaft der Vernunft über menschliche Gesinnungen." Technik und Geist also. Beides. Im Idealfall beides zusammenwirkend. Zum Verhängnis einer Kultur könne jedoch werden, sagt er, wenn "sie sich materiell stärker entwickelt, als geistig." Daran darf man denken, wenn sich ein Ungeist aufmacht, den Geist einer Kultur zu zerstören, wie der Terrorismus, der uns so viel Angst und Probleme macht. Das Fanatische und das Kriminelle sind hier unheilige Komplizen gegen die Moral und den Geist einer Kulturgesellschaft. Ich will mich nicht aufs religiöse Feld begeben, aber anmerken, dass ein Opfer von Gewalt in jeder christlichen Kirche am Kreuz hängt und dennoch oder deswegen zum Symbol für Menschenwürde, Nächstenliebe und Zuversicht wird. Was ist das für eine Moral? Kant hat die moralische Fähigkeit des Menschen betont, sich selbst zum Guten zu entwickeln. Demnach wäre diese Fähigkeit gewissermaßen angeboren, und der Mensch könnte sich mit einer solchen genetischen Grundausstattung zur Vernunft emanzipieren, was Albert Schweitzer als Kulturmerkmal benannt hat. Vernunft ist unerlässlich für die Stärke einer Kultur. Der Evolutionsbiologe Marc Hauser behauptet, jeder Mensch würde gewissermaßen mit einem "Moralinstinkt" geboren. Der Philosoph Richard David Precht greift diese Behauptung auf, gibt aber zu bedenken, dass eine Art genetischen Zusammenspiels erforderlich sei, um moralische Standpunkte zu finden und moralische Entscheidungen zu treffen. Und außerdem können einzelne Menschen und auch Kulturen als Ganzes auf die genetischen Anlagen des heranwachsenden Menschen einwirken. Moral ist bei aller Veranlagung demzufolge immer auch eine Frage der Erziehung. Aber immerhin gibt es sozusagen "von Haus aus" viele gleich gesinnte, ebenfalls zum Guten veranlagte und zum Guten erzogene Verbündete. So denken wir uns die Kulturgemeinschaft, in der wir leben. Das sind freilich oft nur schweigende Mehrheiten. Laut sind zurzeit nur die, die Kultur zerreden und jene, die kulturelle Werte aufs Spiel setzen. Von Plato, dem Begründer der abendländischen Philosophie, stammt der mutige Satz: "Kultur ist der Sieg der Überzeugung über die Gewalt." Ein Denker unserer Zeit, Frieder Lauxmann, greift das auf. "Gegen den Ungeist, wie auch immer er erkennbar wird, kann man nur mit geistigen Waffen vorgehen. Man kann ihn überwinden, wenn man ihm geistig überlegen ist." Und dann sagt er etwas Entscheidendes: "Nicht der selbstmörderische Gewaltakt ändert die Welt, sondern die liebevolle Hingabe an sie." Spinoza spricht im Zusammenhang mit einer "Geisteshaltung" von einer "Neigung zu Güte, Vertrauen, Gerechtigkeit." Goethe sagt das im "Wilhelm Meister":"Worte sind gut, aber Worte sind nicht das Beste. Das Beste wird nicht deutlich durch Worte. Der Geist, aus dem wir handeln, ist das Höchste." Möglicherweise hat man bereits einige freimaurerische Denkansätze aus den Anmerkungen zu Kultur und Menschlichkeit heraushören können. Diese Ansätze beanspruchen kein Urheberrecht. Wir sind als Freimaurer natürlich Teil der Kulturlandschaften unserer Welt, wobei uns vielleicht das menschenfreundliche, tolerante grenzüberschreitende Denken besonders charakterisiert. Die eingangs versuchte Rückbesinnung auf archaische Zusammenhänge will ich auch in Verbindung mit unserer Freimaurerei ansprechen. Freimaurerei ist die Idee des sinnvollen Bauens und Gestaltens von Zeit und Raum. Das steht im übertragenen Sinn für das selbstbestimmte Ausgestalten von Lebensraum und Umwelt. Global gedacht ist das ein Gedanke, der alle einschließt und anspricht, so, als wäre die ganze Welt eigentlich nichts anderes, als ein kreativer Gestaltungsraum für alle Menschen. Wir alle brauchen eine gemeinsame Verantwortungsethik. Freimaurerei ist nicht mehr und nicht weniger als ein Lebensstil. Altruistisch, philanthropisch und kosmopolitisch, unser Sinnangebot ist die zweckfreie Menschlichkeit, bei der es allein um den Menschen und seine Würde geht. Die Sinnentfremdung um uns herum erleben wir immer wieder schmerzlich. Resignation wäre jedoch die schwächste Antwort. Wir sagen: Menschlichkeit, Toleranz, friedliches Miteinander und Füreinander sind machbare Forderungen, die im Kleinen beginnen und sich im Großen fortsetzen lassen. Und ganz sicher ist das anzustrebende bessere Miteinander für eine bessere Welt der wichtigste Lösungsansatz für die Probleme der Welt. Man muss das nur immer wieder unentmutigt versuchen. Unsere freimaurerischen Vorväter haben uns vor 300 Jahren auf ein nicht näher definiertes "Sittengesetz" verpflichtet. Sie sagten "das Sittengesetz", so, als meinten sie eine Ethik für eine Welt. Sie sprachen von etwas, das im Einklang mit allen Religionen steht und innerhalb aller Moralgesetze aller Kulturkreise verstanden werden könnte. Das waren natürlich Idealvorstellungen, entwickelt zunächst aus abendländischem Kulturverständnis, ausgesprochen vor dem Hintergrund der Aufklärung und gedacht im Konjunktiv: Es müsste eigentlich ein Konsens gefunden werden, über alle Kulturen, Religionen und Nationen hinweg. Man müsste sich eigentlich auf gemeinsame Werte verständigen können, etwa auf ein gemeinsames ethisches Fundament. Es müsste eigentlich für alle gelten, was die freimaurerischen Vorväter in dem Fanal "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" als Grundforderung gedacht haben. Die sind dann tatsächlich 1948 in die UN-Charta der Menschenrechte aufgenommen, wo es heißt: "Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollten einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen." Wir alle spüren schmerzlich, dass diese idealistische Forderung sich gegen eine unruhige Welt voller Krisen, Kriege, Gewalt und Angst behaupten muss. Richard von Weizsäcker sagt es treffend: "Am Ideal gemessen, versagt die Wirklichkeit, aber was wäre das für eine traurige Wirklichkeit, wenn sie aufhören würde, sich am Ideal zu orientieren." Orientieren am Ideal, aber das Machbare des Denkbaren auch tun, sagen wir Freimaurer. Und so sollten wir alle denken und handeln. Man braucht dafür viele Verbündete. Im Fadenkreuz des Terrorismus stehen Ideale, die unsere Kultur ausmachen. Aber weil Menschenrechte auch Menschenpflichten sind, sind wir alle in der Pflicht, eine Geisteshaltung gegen Krieg und Gewalt zu positionieren. Und: Die Schicksalsgemeinschaft Humanitas steht in der Pflicht, ihre elementaren Rechte zu verteidigen. Unberechenbar sind leider verblendete Fanatiker, die im Namen angeblicher eigener Ideale das Glück und das Leben anderer Menschen vernichten. Dagegen steht der Geist der Freiheit und eine Menschenwürde, die sich aus der kulturellen Vernunft ergibt. Erklären kann man das einem Fanatiker nicht. Aber gewinnen wird und muss immer dieser Geist. Ich möchte zum Schluss Kurt Tucholsky zitieren, mit den Schlussversen eines satirischen Gedichts: |
We are all painfully aware that world reality also includes all the horrors that bring hatred and violence with them, that shock us, create sadness and fear, powerlessness and anger. The scenario challenges us medially [through mass media] and mentally. Is this at the expense of a philanthropic, life-affirming, freedom-tolerant attitude of mind? The subject is old, because we would have no idea what is good if we didn't keep getting so close to evil. Perhaps our ancestors thought in this sense "Thank God" when the sun rose after a threatening darkness. So, they worshiped light in a very natural way and linked it with meaning. Where would they have gone with their worship if it had been bright and friendly all the time? How would they have got their fears under control if it had always remained dark and threatening? This gave rise to the confidence that the sun will rise again and again and — in a figurative sense — the light of wisdom, truth, and justice will overcome the darkness of danger. Have we lost that old confidence? Is it too simple for civilized, "enlightened" people? We could translate archaic symbolic worlds. But we today need infinitely more words and extensive controversial discourses, scientific and media-technical safeguards for contemporary adaptations. Despite such usual practices, I want to dive into the archaic worlds with their symbolic diversity a few more times. There is, for example, the term "ark." It comes from the Latin "arca" and at first very simply denotes a buoyant box. The Latin word "scrinium" ("shrine") also means a box or a crate. So human work. Only the carpenter (the cabinetmaker) could turn it into a "cultic dwelling." With a "shrine" people in Asian cultures still build the "seat of divine beings." From the originally very profane meaning of "crate" or "box," the literal meaning of "ark" ("tevah") is translated from Hebrew as "shrine," but at the same time as "coffin." So, one and the same word for diametrically opposite meanings. "Shrine" and "Coffin." Meaning and being, one could say. The symbol of the immortal and the inevitable destination of the mortal. Dying is inevitable. And because we have to die, we want to live. And because we want to live, we develop forces of resistance against everything that threatens life and oppresses values. We want to live meaningfully. Whether we build a shrine and imagine gods in it, or whether we build an ark and save creatures. Synonymous with many other options. The biblical book of Genesis too describes the interplay between the divine and the human. There, Patriarch Noah's ark is about a divine plan and human craftsmanship. The philosophy of culture therefore likes to see Noah's ark allegorically as a symbol for culture, because human knowledge and the idea of creature coexistence were saved through the flood. The ark, constructed by the man Noah, was therefore stronger than the forces of nature. The Greek word "ark" means something like "beginning, ground, principle." From the Greek word "ark", architecture would be archaic art, the "initial art." One finds there its trace, where the human being began to shape his existence and essence. Simplified: if you can build an ark, you can also build a hut. The "Bau-Hütte" is a symbolically interpretable social and technical development step of human creativity. "Creativity," to stick with the wordplay, from the Latin "creare" means something like "creative power." When man became aware of his creative power, he was the builder of a new world. He built and thought confidently, and he made the experience that he could. And what he had created, he also wanted to preserve. That is why his building and thinking were always future-oriented. One does not build for today so that it will be destroyed tomorrow. What one has created, what one has experienced, learned, and thought, one wants to care for and pass on. People of culture think so. Everywhere in the world. And thinking like this often goes hand in hand with practical creativity. Thinking and doing. As I said: ark and hut. Now it is the case that everyone who designs something would like to determine for himself how he does it and how he can integrate into the community what has been created. He makes the experience of the group. One must come to terms with things, develop values and establish principles of order so that everything works together. This social group with a "we" feeling is the most original form of coexistence. If this "we" feeling is intact, then the group is united, unanimous, and strong. As a protective organization, as a community of interests, and, if you are lucky, as a mutually enriching and mutually tolerant community of values. Live together, work together and make the most of it. If it would actually be that simple. But everyone is also aware that this is the most difficult thing of all, and that all conflicts in the world can be traced back to the fact that human interaction does not function as smoothly as it is meaningfully thought. The fact that people are still rediscovering the old founding ideas anew, even after war and destruction, and using them for a new beginning, shows that there is something stronger than violence. This something relates to the "inalienable rights" of people, which must be defended with all one's might, as there are "life, freedom and the pursuit of happiness." This is what it says in the human rights declarations, and this is how cultural societies define themselves as "the epitome of human and man-made living conditions" (Herbert Schnädelbach), as everything that humans produce in a positive and creative way. Albert Schweitzer sees this "… in the rule of reason over natural forces and in the rule of reason over human attitudes." Technology and spirit as well. Ideally, both work together. However, he says, a culture can become doomed if "it develops more materially than spiritually." One can think of this when a demon sets out to destroy the spirit of a culture, such as terrorism, which causes us so much fear and problems. The fanatic and the criminal are unholy accomplices against the morality and spirit of a cultural society. I do not want to go into the religious field but note that a victim of violence hangs on the cross in every Christian church and still or because of that becomes a symbol of human dignity, charity and confidence. What kind of morality is that? Kant emphasized man's moral ability to develop himself into goodness. According to this, this ability would be innate to a certain extent, and humans could emancipate themselves to reason with such a basic genetic makeup, which Albert Schweitzer named as a cultural characteristic. Reason is essential to the strength of a culture. The evolutionary biologist Marc Hauser claims that everyone is born with a "moral instinct," so to speak. The philosopher Richard David Precht takes up this claim but suggests that some kind of genetic interaction is required in order to find moral points of view and to make moral decisions. In addition, individual people and cultures as a whole can have an impact on the genetic makeup of adolescents. For all disposition, morality is, therefore, always a question of upbringing. But at least there are, so to speak, "innately" many like-minded allies who are also good-natured and trained to be good. This is how we think of the cultural community in which we live. Of course, these are often only silent majorities. At the moment, only those who talk culture to death and those who put cultural values at risk are loud. From Plato, the founder of occidental philosophy, comes the courageous sentence: "Culture is the victory of conviction over violence." A thinker of our time, Frieder Lauxmann, takes up this. "Against the demon, however it becomes recognizable, one can only proceed with spiritual weapons. One can overcome it if one is spiritually superior to it." And then he says something crucial: "It is not the suicidal act of violence that changes the world, but the loving devotion to it." In connection with an "attitude of mind," Spinoza speaks of an "inclination towards goodness, trust, justice." Goethe says this in "Wilhelm Meister": "Words are good, but words are not the best. Words don't tell what is best. The spirit from which we act is the highest." One may already have heard some Masonic ways of thinking from the comments on culture and humanity. These ways of thinking do not claim copyright. As Freemasons, we are of course part of the cultural landscapes of our world, although we are perhaps particularly characterized by our philanthropic, tolerant, cross-border thinking. I also want to address the attempted return to archaic connections in connection with our Freemasonry. Freemasonry is the idea of building and designing time and space in a meaningful way. In a figurative sense, this stands for the self-determined design of living space and the environment. Seen globally, this is a thought that includes and addresses everyone, as if the whole world were actually nothing more than a creative space for everyone. We all need a shared ethic of responsibility. Freemasonry is nothing more and nothing less than a lifestyle. Altruistic, philanthropic, and cosmopolitan, our offer of meaning is purposeful humanity, which is all about people and their dignity. Time and again we experience the alienation of meaning around us painfully. However, resignation would be the weakest answer. We say: humanity, tolerance, peaceful coexistence and for one another are feasible demands that start with small things and can be continued with larger ones. And the striving for better togetherness, for a better world, is certainly the most important approach to solving the world's problems. One just has to try again and again without being discouraged. Our Masonic forefathers committed us to an unspecified "moral law" 300 years ago. They said "the moral law" as if they meant a set of moral principles for one world. You spoke of something that is in harmony with all religions and could be understood within all moral laws of all cultures. These were of course ideal ideas, initially developed from an occidental understanding of culture, expressed against the background of the Enlightenment, and thought in the subjunctive: A consensus should actually be found across all cultures, religions and nations. One should actually be able to agree on common values, for example on a common ethical foundation. It should actually apply to everyone what the Masonic forefathers thought as a basic requirement in the "Freedom, Equality, Fraternity" beacon. They were actually included in the UN Charter of Human Rights in 1948, where it says: "All people are born free and equal in dignity and rights. They are endowed with reason and conscience and should meet one another in a spirit of brotherhood." We all feel painfully that this idealistic demand has to assert itself against a restless world full of crises, wars, violence and fear. Richard von Weizsäcker puts it aptly: "Measured against the ideal, reality fails, but what a sad reality it would be if it stopped orienting itself towards the ideal." Orienting towards the ideal, but also doing the feasible of the thinkable, we Freemasons say. And thus we should all think and act. One needs a lot of allies for that. The ideals that define our culture are in the crosshairs of terrorism. But because human rights are also human obligations, we all have a duty to position a mindset against war and violence. And: The Humanitas Community of people who share the same difficult fate has an obligation to defend its elementary rights. Unfortunately, blind fanatics who destroy the happiness and lives of other people in the name of alleged ideals of their own are unpredictable. On the other hand stands the spirit of freedom and a human dignity that results from cultural reasons. You can't explain that to a fanatic. But this spirit will and must always win. Finally, I would like to quote Kurt Tucholsky, with the closing verses of a satirical poem: |
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