Ein Kommentar von Wilhelm Gerbert (A commentary by Wilhelm Gerbert)
Published in the
Newsletter of the Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland
(Translated by Bro. Vincent Lombardo)
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Was sind eigentlich Werte? Wo kommen sie her? Wer definiert sie? Und für wen gelten sie? Gibt es Werte, die für alle Menschen unabhängig von erlernter Kultur und individueller Weltanschauung gelten? Wertvorstellungen oder kurz Werte bezeichnen im allgemeinen Sprachgebrauch Eigenschaften, die als erstrebenswert oder als moralisch gut betrachtet werden. Es geht um Eigenschaften und Qualitäten, um Objekte und Ideen, um praktische und sittliche Ideale, um Handlungsmuster oder Charaktereigenschaften. Doch wer legt fest, was gut und erstrebenswert ist? Die Religion? Die Gesellschaft? Der Einzelne? Der Zeitgeist oder gar ein Trend? Und was ist eigentlich gut? Wie definiert man "gut"? Der Werte-Begriff erfährt beispielsweise in der Volkswirtschaftslehre, in der Betriebswirtschaft oder in der Finanzwirtschaft eine komplett andere inhaltliche Bedeutungszuweisung als in den Geisteswissenschaften. Das Ziel ökonomischen Handelns ist es, eine höchstmögliche materielle betriebliche Wertschöpfung (= Gewinn) zu erzielen. In der Ethik geht es um das Schaffen ideeller Werte. Vertreter einer Philosophie der Werte sind der Ansicht, dass die Wertfrage bereits seit den Anfängen des philosophischen Denkens gestellt wurden. So finden sich die Fragen nach Charakter und Seinsweise beispielsweise in der Nikomachischen Güterethik des Aristoteles. Die antike Güteethik aristotelischen Ursprungs wurde in der Theologie aufgegriffen und im Rahmen der Moraltheologie weitergeführt. Die Bedeutung des Wertbegriffs verändert sich aber, je nachdem ob die Wertzuschreibung von Einzelnen, von sozialen Akteuren oder von einer Gesellschaft erfolgt und ob sie als objektive Erkenntnis — wer auch immer das festlegt — oder als subjektive Haltung verstanden wird. Was ist also an Werten gut? Sind meine Werte besser als die Werte der Anderen? Die Basis der jeweiligen Wertvorstellung liegt in der jeweiligen Gesellschaft. Sie ist historisch gewachsen und bedient sich fest definierter Autoritäten — politisch, gesellschaftlich, philosophisch oder religiös. Im Zusammenspiel der unterschiedlichen Werte bildet sich ein Wertesystem bzw. eine Werteordnung mit einer gewichteten Werte-Hierarchie. Wird diese Werteordnung mit dem alleinigen Anspruch auf Wahrheit verknüpft wird sie zur Ideologie, die sich allen anderen Werteordnungen unterordnen muss womit wir zum Thema Moral kommen. Das Interessante an der goldenen Regel ist der Der deutsche Ausdruck "Moral" geht auf das lateinische "moralis" (die Sitte betreffend) zurück, und wird beispielsweise in dem von Cicero neugeprägten Ausdruck Philosophia Moralis verwendet. Moral beschrieb ursprünglich wie Menschen faktisch handeln und welches Handeln in bestimmten Situationen erwartet bzw. für richtig gehalten wird. Dieser rein deskriptive Bedeutungsaspekt einer Moral wird auch als Sittlichkeit oder Ethos bezeichnet. Er umfasst "regulierende Urteile und geregelte Verhaltensweisen", ohne dass die rationale oder moraltheoretische Rechtfertigung derselben beurteilt oder bewertet wird. Der im letzten Jahr verstorbene Biologe Hans Mohr, einer der Vertreter der biologischen Wissenschaftstheorie, stellte die These auf: "Wir brauchen moralisches Verhalten nicht zu lernen — es ist eine angeborene Disposition, die uns befähigt, das moralisch Richtige zu treffen." Schön wäre es. Die konkreten Moralvorstellungen eines Menschen sind kulturell geprägt. Sie äußern sich etwa in der goldenen Regel — "Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst", in religiösen Handlungsvorschriften (etwa die Zehn Gebote im Christentum, die Fünf Silas im Buddhismus oder die Traumzeit-Mythologie der australischen Aborigines), aber auch in den Rechtsnormen der Staaten. Das Interessante an der goldenen Regel ist der Perspektivenwechsel. Sie macht das Sich-Hineinversetzen in die Lage Betroffener zum Kriterium für moralisches Handeln. Das gilt als Schritt zu ethischer Eigenverantwortung mit der Möglichkeit zur Selbstkorrektur. Die goldene Regel enthält aber keine inhaltliche Norm für richtiges oder falsches Verhalten. Dies gilt gleichermaßen für den kategorischen Imperativ eines Emanuel Kant. Ist es sinnvoll, wenn die eigene Wertevorstellung zum bestimmenden Faktor des Handelns wird? Die Konsequenzen sehen wir tagtäglich in den Nachrichten. Die Entscheidungen über Werte sind konstitutive Elemente einer Kultur. Sie dienen der Definition und Identifikation mit einem Sozialsystem, einer Gruppe oder einer Gesellschaft. Umgekehrt ist die Kultur das Medium, in dem Wertvorstellungen weitergegeben und verändert werden können, entweder durch direkte Vermittlung von Wertentscheidungen (z.B. Erziehung), durch Gewohnheiten, Bräuche etc. Modern ist ja gerade das Thema Integration, also die Anpassung von Menschen aus einem anderen Wertesystem an das lokal bestehende. Der vor zwei Jahren verstorbene polnische Philosoph, Logiker und Mönch Bochenski unterschied 1959 drei Gruppen immaterieller Werte, die man durch sein Verhalten verwirklichen kann: die moralischen, die ästhetischen und die religiösen. Die moralischen Werte sind Forderung zur Tat; sie enthalten das Tun-Sollen; die ästhetischen Werte enthalten das Sein-Sollen und die religiösen Werte als Verbindung moralischer und ästhetischer Werte berücksichtigen auch das Nicht-Sein-Sollen und das Nicht-Tun-Sollen und geben es in Form der Sünde an. In der jüngeren Diskussion sind die Versuche, Werte ontologisch oder anthropologisch zu begründen, stark in die Kritik geraten. So argumentiert der Freiburger Philosoph Andreas Urs im Sommer 2016: "Werte sind "regulative Fiktionen", die je nach den individuellen und sozialen Bedürfnissen immer wieder umgestaltet werden. Die Vorstellungen ewiger, für sich bestehender Werte weist Urs zurück, ohne jedoch einen Werteverfall zu diagnostizieren. Werte seien notwendig und begrüßenswert. Kurzum — Werte nützen — dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und der individuellen Identität. Ein mit der Kultur vermittelter Wert dient als Richtlinie für den Menschen zum Verständnis bzw. zur Erkenntnis der Welt und wird infolgedessen bei der Planung des Verhaltens zur Prämisse. Werte geben Dingen oder Menschen eigene Bezugspunkte und wirken somit sowohl anziehend als auch abstoßend. Es geht also um das Konstrukt einer Individuum-Welt-Beziehung. Dabei wird der Wert entweder als Komplex von Wirkungsfaktoren der Welt auf das Lebewesen wahrgenommen oder als Konzept des Individuums zur Gestaltung der Welt verwendet. Der Psychoanalytiker Victor E. Frankl bezeichnete in diesem Zusammenhang Werte als Basis für eine umfassende Sinnmöglichkeit. Das bedeutet, Werte dienen der gesellschaftlichen und individuellen Motivation. Aus Werten lassen sich soziale Normen, also konkrete Vorschriften für das Handeln ableiten. Und hier liegt eine der Quellen des Konflikts. Werte und die daraus resultierenden Handlungs-Vorschriften wandeln sich im Laufe der Zeit. Die Ursachen für den Wertewandel sind vielfältig (veränderte Umweltbedingungen, Konflikthaltung gegenüber anderen Generationen usw.). Betrachtet man Werte abstrakt für sich, so treten sie in konkreten Situationen miteinander in Konflikt. Es ist dann nicht möglich, sich so zu verhalten, dass man allen Werten gleichzeitig gerecht wird. So steht beispielsweise der Wert des Wohlstands im Konflikt mit dem Wert der Nachhaltigkeit oder der Wert der individuellen Freiheit mit anderen Werten, etwa der Gleichheit. Gibt es universelle Werte? In den 1980er Jahren hatte der Psychologe Shalom H. Schwartz zusammen mit Wolfgang Bilsky die Frage aufgeworfen, ob es universelle Werte gibt. Er entwarf ein Wertemodell und postulierte eine Anzahl von Werten, die alle Menschen in unterschiedlichen Ausprägungen gemeinsam haben müssten. Das InterAction Council, eine Expertengruppe aus Politikern, Sozialwissenschaftlern und Vertretern weltweiter Religionsgemeinschaften erarbeitete eine möglichst umfangreiche Minimalsynthese, ausgehend von politischen Prämissen und einer Bestandsaufnahme weltanschaulicher und religiöser Ideale. Und das als Ergänzung zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte den "Vereinten Nationen. In 19 Artikeln wird menschenfreundliches Handeln genauer behandelt. So gehört es zu den grundlegenden Richtlinien, sich friedlich zu verhalten, andere Menschen freundlich und verständnisvoll zu behandeln und hilfsbereit zu sein. Kein Mensch, kein Staat, keine Organisation, keine soziale Gruppe und kein staatlicher Apparat steht über den Dingen oder jenseits von Gut und Böse. Jeder Einzelne ist seinem Gewissen unterworfen, trägt die Folgen seines Handelns und soll sich im Geist der Brüderlichkeit verhalten. Dies verbietet das Kriege führen, die Gewalt und den Terrorismus, schließt allerdings die Selbstverteidigung im Falle eines Angriffs nicht aus. Es wird ein Leben in Wahrhaftigkeit und Toleranz gefordert. Dies bedeutet zum Beispiel, dass niemand seine Mitmenschen belügen, betrügen oder manipulieren soll. Hass, Gewalt und Krieg im Namen einer Religion, einer Weltanschauung oder einer politischen Meinung widersprechen dieser Erklärung. Religionsgemeinschaften und Autoritäten, die Feindschaft, Gewalt, Intoleranz oder gar Krieg predigen, verdienen den Verlust ihrer Gefolgschaft und ihres Ansehens. Einen hohen Stellenwert hat die Gleichwertigkeit von Mann und Frau und die Partnerschaftlichkeit in der Ehe. Das Zusammenleben von Mann und Frau soll von Liebe, Treue, Dauerhaftigkeit und Respekt geprägt sein. Die Ehe soll den Ehepartnern und den Kindern Geborgenheit und Schutz geben. Es darf niemand gegen seinen Willen gezwungen werden, zu heiraten. Sexuelle Ausbeutung und Gewalt werden als verwerflich abgelehnt. Ein weiterer Artikel fordert ein gerechtes und faires Verhalten und einen angemessenen Umgang mit Eigentum. Jede Form des Diebstahls, der Ausbeutung, des Betrugs, der Benachteiligung sowie eine ungerechte Wirtschaftsordnung werden als ungerecht und unmenschlich betrachtet. Jeder Mensch soll sein Eigentum so gebrauchen, dass es zugleich der Allgemeinheit dient. Die Ehrfurcht vor dem Leben beschränkt sich in dieser Erklärung nicht auf das menschliche Leben, sondern schließt Tiere, Pflanzen, den Erdboden, das Wasser und die Luft mit ein. Die Menschen sollen Sorge dafür tragen, dass die Natur und die Mitgeschöpfe geschützt und erhalten werden. Der letzte Artikel legt fest, dass keine Bestimmung dieser Erklärung so ausgelegt werden darf, dass ein Staat, eine Organisation, ein Staatsapparat, eine Religionsgemeinschaft, eine soziale Gruppe oder ein einzelner Mensch die Menschenrechte von 1948 (Grundrechtecharta) verletzt. Werte in der Freimaurerei Wie sieht es jetzt mit den Werten der Freimaurerei aus? Die Freimaurerei, versteht sich als ein ethischer Bund freier Menschen mit der Überzeugung, dass die ständige Arbeit an sich selbst zu einem menschlicheren Verhalten führt. Die Freimaurerischen Werte entstammen in ihren Grundzügen dem Zeitalter der Aufklärung. Im Folgenden dargestellt als die fünf Grundpfeiler der Freimaurerei Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität: Freiheit soll verwirklicht werden durch die Freiheit vor Unterdrückung und Ausbeutung als Grundvoraussetzung der Freiheit des Geistes und der Verwirklichung; Gleichheit bedeutet Gleichheit der Menschen ohne Klassenunterschiede und Gleichheit vor dem Gesetz; Brüderlichkeit wird verwirklicht durch Sicherheit, Vertrauen, Fürsorge, Mitverantwortung und die Verständigung mit- und untereinander; Toleranz wird gelebt durch aktives Zuhören und Verständnis anderer Meinungen; Humanität umfasst die Summe aller vorherigen vier Grundsäulen und wird durch den sog. Tempel der Humanität symbolisiert. Die Freimaurerei hat also nicht wirklich ein eigenes Wertesystem entwickelt. Sie hat das übernommen, was in der Zeit der Aufklärung en vogue war. Das besondere Ziel der Freimaurerei liegt darin, diese Grundsätze im Alltag zu leben, um so das menschlich Gute in der Welt zu fördern. Im freimaurerischen Sinn bedeutet Humanität die Lehre von der Würde des Menschen. In den Logen sehen Freimaurer daher bei ihrer Arbeit von allen gesellschaftlich bedingten Unterschieden ab, der Mensch an sich steht im Mittelpunkt. Und es ist der Auftrag an jeden Freimaurer diese Werte im Alltag zu leben. Der Redner der Großloge und Bruder Prof. Dr. Höhmann hat fünf Gesichtspunkte hierzu aufgestellt: (ich zitiere)
Was fange ich jetzt damit an? Die Werte der Freimaurerei wurden in der Zeit der Aufklärung genauso durchgesetzt wie aktuelle Drohnenmorde oder IS-Attentate; sie wurden mit dem Blut der Guillotinen geschrieben. Als Freimaurer haben wir es nicht geschafft eigene Werte zu entwickeln. Wir berufen uns also auf Werte, die nicht aus uns selbst geboren wurden. Wir berufen uns auf Werte, zu deren historischer Durchsetzung der Zweck die Mittel gerechtfertigt hat. Was bleibt für mich? Der raue Stein. Das ist etwas Neues. Der raue Stein ist meine Richtschnur und mein Ziel. Der raue Stein zeigt mir, was ich zu tun habe — an mir selbst zu arbeiten und somit zum Vorbild für andere zu werden. Es geht nicht um die Durchsetzung von Werten nach außen, sondern um das, was mir im Ritual zugerufen wurde: "Erkenne Dich selbst". Ich schließe mit einem für mich tröstlichen Zitat aus dem Faust: "Wer immer streben sich bemüht — den können wir erlösen". |
What are values actually? Where are they from? Who defines them? And whom do they apply to? Are there values that apply to all people regardless of the culture they have learned and their individual worldview? Value concepts, or values for short, are generally used to describe properties that are considered desirable or morally good. It is about properties and qualities, objects and ideas, practical and moral ideals, behavior patterns or character traits. But who determines what is good and what is worth striving for? The religion? Society? The individuals? The zeitgeist or even a trend? And what is actually good? How do you define "good"? The concept of values is assigned a completely different meaning in terms of content than in the humanities, for example in economics, business administration or finance. The goal of economic activity is to achieve the highest possible material operational added value (= profit). Ethics is about creating ideal values. Proponents of a philosophy of values are of the opinion that the question of value has been asked since the beginning of philosophical thought. The questions about character and mode of being can be found, for example, in Aristotle's Nicomachean Ethics of Goods. The ancient ethics of goodness of Aristotelian origin was taken up in theology and continued in the context of moral theology. The meaning of the concept of value changes, however, depending on whether the attribution of value is made by individuals, by social agents, or by a society, and whether it is understood as objective knowledge — whoever defines it — or as a subjective attitude. So, what is good about values? Are my values better than the values of others? The basis of the ruling value concept lies in the existing society at a particular time. It has evolved historically and is made use by clearly defined authorities - political, social, philosophical, or religious. The interaction of the different values creates a value system or a value order with a weighted value hierarchy. If this order of values is linked with the sole claim to truth, it becomes an ideology that must be subordinate to all other orders of values, which brings us to the subject of morality. The interesting thing about the golden The German expression "Moral" goes back to the Latin "moralis" (concerning custom) and is used, for example, in the expression Philosophia Moralis newly coined by Cicero. Morality originally described how people actually act and what action is expected or considered correct in certain situations. This purely descriptive aspect of the meaning of a morality is also referred to as morality or ethos. It encompasses "regulatory judgments and regulated behaviors" without judging or evaluating the rational or moral-theoretical justification for them. The biologist Hans Mohr, who died last year and a proponent of the biological philosophy of science, put forward the thesis: "We do not need to learn moral behavior — it is an innate disposition that enables us to do what is morally correct." It would be nice. A person's concrete moral concepts are shaped by culture. They are expressed, for example, in the golden rule "Treat others as you want them to treat you," in religious rules of action (such as the Ten Commandments in Christianity, the Five Silas in Buddhism or the dreamtime mythology of the Australian Aborigines), however also in the legal norms of the states. The interesting thing about the golden rule is the change of perspective. It makes putting oneself into the position of those affected as a criterion for moral action. This is considered a step towards ethical personal responsibility with the possibility of self-correction. However, the golden rule does not contain any substantive norm for right or wrong behavior. This also applies to the categorical imperative of Emanuel Kant. Does it make sense if one's own values become the determining factor of action? We see the consequences in the news every day. The decisions about values are constitutive elements of a culture. They serve to define and identify with a social system, a group, or a society. Conversely, culture is the medium in which values can be passed on and changed, either through direct communication of value decisions (e.g., upbringing), through habits, customs etc. The subject of integration, i.e., the adaptation of people from another value system to the locally existing one. In 1959, the Polish philosopher, logician, and monk Bochenski, who died two years ago, distinguished three groups of immaterial values that can be realized through behavior: moral, aesthetic, and religious. The moral values are a requirement for action; they contain what ought to be done; the aesthetic values contain the ought to be and, the religious values as a combination of moral and aesthetic values, also take into account the ought-not-to-be and the ought-not-to-do, and stated in the term of sin. In the more recent discussion, attempts to justify values ontologically or anthropologically have come under heavy criticism. The Freiburg philosopher Andreas Urs argued in the summer of 2016: "Values are" regulative fictions "that are constantly being reshaped depending on individual and social needs." Urs rejects the ideas of eternal, stand-alone values, without diagnosing a decline in values. Values are necessary and to be welcomed. In short — values are useful for social cohesion and individual identity. A value conveyed through culture serves as a guideline for people to understand or cognize the world and consequently becomes a premise when planning behavior. Values give things or people their own points of reference and are therefore both attractive and repulsive. So, it's about the construct of an individual-world relationship. The value is either perceived as a complex of factors affecting living beings in the world or used as a concept of the individual to shape the world. In this context, the psychoanalyst Victor E. Frankl described values as the basis for a comprehensive possibility of meaning. This means that values serve social and individual motivation. Social norms, i.e., specific rules for action, can be derived from values. And here lies one of the sources of the conflict. Values and the resulting rules for action change over time. The causes for the change in values are diverse (changed environmental conditions, conflict attitude towards other generations, etc.). If one looks at values in an abstract way, they come into conflict with one another in concrete situations. It is then not possible to behave in such a way that one does justice to all values at the same time. For example, the value of prosperity conflicts with the value of sustainability, or the value of individual freedom with other values, such as equality. Are there universal values? In the 1980s, the psychologist Shalom H. Schwartz, together with Wolfgang Bilsky, raised the question of whether there are universal values. He designed a value model and postulated a number of values that all people should have in common in different forms. The InterAction Council, a group of experts made up of politicians, social scientists, and representatives from worldwide religious communities, developed the most extensive possible minimal synthesis, based on political premises and an inventory of ideological and religious ideals. And that as a supplement to the United Nations' Universal Declaration of Human Rights. Humane behavior is dealt with in more detail in 19 articles [start at page 3]. It is one of the basic guidelines to behave peacefully, to treat other people in a friendly and understanding manner and to be helpful. No person, no state, no organization, no social group, and no state apparatus stands above things or beyond good and evil. Each individual is subject to his conscience, bears the consequences of his actions and should behave in a spirit of brotherhood. This prohibits wars, violence and terrorism, but does not exclude self-defense in the event of an attack. A life of truthfulness and tolerance is required. This means, for example, that nobody should lie, cheat, or manipulate their fellow human beings. Hate, violence and war in the name of a religion, a worldview or a political opinion contradict this declaration. Religious communities and authorities that preach enmity, violence, intolerance or even war deserve the loss of their allegiance and reputation. The equality of men and women and partnership in marriage are very important. The coexistence of men and women should be characterized by love, loyalty, durability, and respect. Marriage should give the spouses and children security and protection. Values in Freemasonry What about the values of Freemasonry now? Freemasonry sees itself as an ethical union of free people with the conviction that constant work on oneself leads to more humane behavior. The basic features of the Masonic values come from the Age of Enlightenment. Presented below as the five pillars of Freemasonry are: freedom, equality, fraternity, tolerance, and humaneness. Freedom should be realized through freedom from oppression and exploitation as a basic requirement of freedom of spirit and realization; Equality means equality of people without class distinction and equality before the law; Fraternity is realized through security, trust, care, shared responsibility and understanding with and among one another; Tolerance is lived through active listening and understanding of other opinions; Humaneness comprises the sum of all previous four basic pillars and is symbolized by the so-called Temple of Humanity. So, Freemasonry has not really developed its own value system. It has adopted what was en vogue during the Enlightenment. The special goal of Freemasonry is to live these principles in everyday life in order to promote human good in the world. In the Masonic sense, humaneness means the doctrine of human dignity. In the lodges, Freemasons therefore ignore all societal differences in their work, the focus is on people. And it is the task of every Freemason to live these values in his everyday life. The Orator of the Grand Lodge, Brother Prof. Dr. Höhmann has put forward five points of view: (I quote)
What do I do with it now? The values of Freemasonry were just as enforced during the Enlightenment as now with Drone killings or ISIS attacks; they were written in the blood of the guillotines. As Freemasons, we did not manage to develop our own values. So, we appeal to values that were not born of ourselves. We appeal to values for whose historical implementation for which the end has justified the means. What is left for me? The rough stone. This is something new. The rough stone is my guideline and my goal. The rough stone shows me what I have to do — to work on myself and thus become a role model for others. It is not about the enforcement of values to the outside world, but about what was enjoined to me in the ritual: "Know thyself." I close with a comforting quote from Faust: "Whoever strives — we can redeem." |
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