Podcast
By Hasso Henke/Carlos Urban
This text was taken from the book
"Warum gute Leute Freimaurer werden sollten"
(Why Good People Should Be Freemasons)
with the author's permission, and published in the Newsletter of the
Grand Lodge of the Ancient Free and Accepted Masons of Germany (A.F.u.A.M.v.D.) on
(Translated by Bro. Vincent Lombardo)
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Wie wird man eigentlich Freimaurer? Diese Frage ist berechtigt, denn es spukt allerhand Irreführendes und Unsinniges über den weltumspannenden Bruderbund durch die Welt. Der Nimbus des "Geheimbundes" und der "Weltverschwörung" liegt wie uralter Staub über den Logen. Also: Kann man so einfach Freimaurer werden und wenn ja, wie? Im englischen Sprachgebrauch gibt es eine sehr schöne Floskel, die diese Frage auf einfache und schöne Art vollständig beantwortet: "To be one, ask one!" — "Möchten Sie einer werden, fragen Sie einen!" Und so einfach ist es in der Tat: Im Internet finden Sie problemlos die Homepages der Logen in Ihrer Nähe, mit Adresse, E-Mail-Kontakt und oft auch Telefonnummer versehen. Wenn nicht — oder wenn Sie sich nicht sicher sind —, fragen Sie einfach bei der Kanzlei der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland unter kanzlei@freimaurerei.de nach. Dort kann man Ihnen in jedem Falle weiterhelfen. Bleibt darüber nur noch die Frage: Warum sollte man eigentlich Freimaurer werden? Carlos Urban, Autor, Cartoonist, Medienmensch und seit vielen Jahren Freimaurer hat die wichtigsten Gründe in seinem Buch "Warum gute Leute Freimaurer werden sollten. Und wie." zusammengetragen. Die nachfolgenden Argumente stellen in ihrer Reihenfolge keine Wertung dar. Sie finden sicherlich das eine oder andere, das Sie für sich als wichtig erachten. Ob es für den Wunsch zu einer Mitgliedschaft reicht, entscheiden immer Sie selbst. Niemand wird Sie zu etwas drängen. 1. Vermittlung von Werten In vielen Bereichen bemüht man sich zweifellos um die Vermittlung von Werten: In Schulen, Kirchen, Vereinen, bei Seminaren, Parteien, in Klubs und selbstverständlich in den Familien und im Freundeskreis. Mir ist jedoch keine Gruppe bekannt, in der die Wertevermittlung so ganzheitlich und tiefgreifend geschieht wie in einer gut geleiteten Freimaurerloge. Es ist die einzigartige Mischung zwischen Gespräch, Ritual und dem Handeln in der Gruppe, die Werte erfolgreich vermittelt. 2. Netzwerke Netzwerke gibt es überall: in Vereinen, im Beruf, der Politik, im Kulturbereich. Sie sind für gewöhnlich dazu da, berufliche oder private Karrieren zu befördern, sich gegen andere Meinungen abzuschotten und werden gern auch abfällig als "Seilschaften" bezeichnet. Was man in der Freimaurerei kaum findet, sind die immer wieder kolportierten beruflichen Netzwerke. Sie sind in den Logen als abfällig bezeichnete "Geschäftsmaurerei" im Gegenteil verpönt. Wenn Sie sich durch eine Mitgliedschaft also berufliche Vorteile versprechen: Vergessen Sie es! In den Logen finden sich ganz andere Netzwerke, die Ähnlichkeiten mit den modernen "Sozialen Netzwerken" im Internet haben. Wenn man für eine bestimmte Aufgabenstellung Mitstreiter oder Ratgeber, Zuhörer, Unterstützer, auch Mahner, kreative Anregungen und Kontakte benötigt, wird man hier relativ schnell fündig. In den Logen sind die Netzwerke nicht zielgerichtet, dafür vielseitig. 3. Berufliche Vorteile Nun mag es seltsam erscheinen, dass ich gleich nach dem Abstreiten beruflicher freimaurerischer Netzwerke die Mitgliedschaft in einer Loge mit beruflichen Vorteilen verbinde. Was auf den ersten Blick widersprüchlich scheint, lässt sich leicht auflösen. Ich versuche es mit einem Zitat von Adam Grant: "Die guten Typen schaffen es überdurchschnittlich oft bis ganz nach oben — Menschen, die ohne Gegenleistung geben, die Freunden helfen und Fremden Ratschläge anbieten. Sie schauen darauf, was andere brauchen und wie sie ihnen helfen können. Sie teilen ihr Wissen, ihre Energie, ihre Verbindungen mit anderen. Und sie sind gerade deswegen erfolgreich." Die Theorie Grants "Erfolgreich sein zum Vorteil aller" deckt sich durchaus mit den Ansprüchen der Freimaurer und wird schon lange praktiziert. Aber noch mehr spricht nach meiner Beobachtung dafür, dass sich unter den Freimaurern vermutlich mehr beruflich erfolgreiche Menschen befinden als im Durchschnitt der Gesellschaft: In den Logen lernen und vertiefen die Mitglieder soziale Kompetenz, sie verinnerlichen fairen und angenehmen Umgang mit anderen Menschen und sie gewinnen durch die Gespräche mit den Logenbrüdern, die bewusst aus den unterschiedlichsten Kreisen und Berufen kommen, ein deutlich umfassenderes Weltbild als ihre Kollegen und können auf das kollektive Wissen und Erfahrungen der Bruderschaft zurückgreifen. Freimaurer haben also gute Voraussetzungen, aus eigener Kraft erfolgreich und gleichzeitig zufrieden zu sein. 4. Gesprächskultur Die angenehme Diskussionskultur ist häufig das erste, was Gästen beim Besuch einer Loge auffällt. Und auch die Brüder schätzen dieses "Laut denken mit dem Freunde", wie es Lessing formulierte, das sich als Konsequenz der "Gesamtmethodik" in der Freimaurerei ergibt. Für eine erfolgreiche Kommunikation untereinander muss man sich sicher fühlen, muss seinen Platz in der Gruppe gefunden haben. Das brüderliche Miteinander, das keinesfalls zwangsläufig in Schönfärberei enden muss, der Respekt vor dem Recht einer anderen Meinung unterstützen dies. Hin und wieder holen sich Logen externe Referenten zu unterschiedlichsten Themen. Die Referenten kommen gerne, und sie kommen gerne wieder, weil sie von der Offenheit und der Toleranz der Bruderschaft angetan sind, wie sie in einer gut aufgestellten und arbeitenden Loge vorgefunden werden. Nicht selten ist das der Beginn einer Mitgliedschaft. 5. Geselligkeit Ein Mindestmaß an Geselligkeit braucht wohl jeder Mensch. Die Logen lösen auch dieses Bedürfnis, denn neben den — im Übrigen gar nicht so trockenen, sondern unterhaltsamen und humorvollen — Gesprächen über Ethik oder verwandte Themen, dient die Loge auch dem lockeren Gespräch in der Gruppe oder vertraulichen Gesprächen unter Freunden. Darüber hinaus unternehmen viele Logen gelegentlich Ausflüge mit den Partnerinnen und Gästen oder führen interne wie öffentliche Veranstaltungen durch. Zudem gibt es zahlreiche Kontakte und Zusammenarbeiten mit anderen Logen, aber auch mit nichtfreimaurerischen Gruppen und Organisationen. Geselligkeit in der Loge findet im rechten Maß statt, in guter Balance zwischen Anspruch und Entspannung. 6. Freunde finden statt "Buddies" Viele haben hunderte, sogar Tausende "Buddies", etwa bei Facebook. Doch das sind zunächst digitale Bekannte. Was aber jeder Mensch braucht, sind echte Freunde, mit denen man über alles reden kann, die Zeit und ein Ohr für Sorgen und Nöte haben, die auch Spaß und Freude teilen, die man zu unmöglichen Zeiten anrufen oder treffen kann, die uneigennützig helfen, wenn man sie braucht. Statistisch gesehen hat jeder Mensch nur ein bis drei gute Freunde. Wie wäre es, wenn Sie davon mehr haben könnten? In den Logen kommen mehrere Faktoren zusammen, die das Entstehen von Freundschaften begünstigen: Eine gleiche Interessenlage als verbindendes Element, die Häufigkeit des Kontaktes, die Offenheit, auf andere zuzugehen, der Wille zum Zuhören und Verstehen sowie die Bereitschaft zur Freundschaft. Und es kommt ein Typus der Freundschaft hinzu: der "brüderliche Freund". Das sind Freimaurer, die ohne eine ausdrückliche Freundschaft Hilfe leisten, wenn ein Logenbruder sie benötigt, mit Rat und Tat zur Seite stehen, auch von sich aus auf andere zugehen, wenn sie eine Notwendigkeit sehen. Die Freimaurer sind sich einander menschlich näher als dies vielleicht in der Gesellschaft üblich ist. Deswegen ist hier das Potenzial für Freundschaften größer. Beachten Sie: wie im normalen Leben kommen auch in der Freimaurerei Freunde nicht von selbst. Man muss einiges dafür tun. 7. Selbsterfahrung Wenn Interessenten sich an eine Loge wenden, suchen sie oft nach dem Sinn ihres persönlichen Lebens. "Das kann doch nicht alles gewesen sein?", ist eine der häufigen Fragen. Diese Menschen, die wir "Suchende" nennen, erwarten fertige Antworten von der Freimaurerei, die sie sich aber nur selbst geben können. Aus gutem Grund beginnt daher der freimaurerische Weg im Lehrlingsgrad mit der Suche nach dem eigenen Ich, den eigenen Fragen, Stärken, Schwächen, Ansprüchen, Wünschen und Möglichkeiten. Dem Prinzip der Freimaurerei als einer Art "westlicher Lebenskunst" folgend werden die Antworten nicht durch Versenkung, Yoga, Meditation gesucht, sondern durch Nachdenken, durch ein ausgewogenes Verhältnis von Vernunft und Emotionalität, durch Rituale und Gespräche mit Freunden. Zu wollen, wer man ist, was man kann, was man will und wie man es umsetzt, wofür der Grad des Gesellen ins sprichwörtliche Spiel kommt, gehört zu den ureigenen Aufgaben der Freimaurerei, ihren Mitgliedern zu einem Standpunkt, zu einer Sichtweise, zu Zielen und einer persönlichen Erkenntnis zu verhelfen. Das ist zunächst einmal wichtig, um sich im Anschluss in der und für eine Gesellschaft bewähren zu können. 8. Religiosität und Spiritualität Die humanistische Freimaurerei ist zwar den Religionen gegenüber tolerant und vertritt auch keine eigene Glaubensüberzeugung, sie ist auch nicht im eigentlichen Sinne spirituell, sie bietet aber in ihren Ritualen Gedanken aus verschiedenen religiösen, spirituellen und philosophischen Systemen an, die der Teilnehmer als Anregungen und Teil seiner persönlichen Weltanschauung aufnehmen kann, aber nicht muss. Diese gedankliche Freizügigkeit rührt aus der Frühgeschichte der modernen Freimaurerei her, und besonders die Einbeziehung zum Teil gegensätzlicher Weltbilder ermöglicht den Prozess des gegenseitigen Achtens und Verstehens, auch auf anderen Themenfeldern als der Religion. Das religiöse Bild der humanitären Freimaurerei, ihres Zeichens ein Kind der Aufklärung, ist sehr freizügig und hat Platz für alle religiösen oder weltanschaulichen Sichtweisen. 9. Toleranz üben Toleranz ist alles andere als Gleichgültigkeit. Man kann anderen Menschen gegenüber gleichgültig sein, weil man sich mit ihren Problemen oder Besonderheiten nicht beschäftigen will. Das kann eine sogar libertäre Form der Ausgrenzung sein, Toleranz ist es nicht. Toleranz geht immer einher mit einer anderen Meinung, die man nicht teilt, aber duldet im Sinne des "Ertragens", weshalb Toleranz nicht geeignet ist, ein Dauerzustand zu sein. Schon Goethe erkannte: "Toleranz sollte nur eine vorübergehende Gesinnung sein: sie muss zur Anerkennung führen." Das ist leicht gesagt, aber Toleranz ist eine der schwierigsten Aufgaben, mit denen sich ein Mensch beschäftigen kann. In den Logen wird der Boden für Toleranz bereitet, nicht nur aus der Bereitschaft zur humanistischen Lebensgestaltung. Man trifft in den Logen auf unterschiedlichste Menschen, Sichtweisen und Erfahrungen, die auf dem Weg von der Gleichgültigkeit über die Toleranz zur Anerkennung und Einsicht führen können. 10. Meinungsbildung Fraglos sind zur Meinungsbildung die verschiedenen Medien wichtig. Gelebte Meinungsbildung findet allerdings erst im Gespräch mit anderen Menschen statt. Dabei besteht die Gefahr, mit "Gleichgesinnten" eine Meinung nicht zu erarbeiten, sondern nur zu verfestigen oder sogar zu Vorurteilen zu kommen. Eine Loge, die vorzugsweise aus den unterschiedlichsten Menschen besteht, der "Gemeinschaft Ungleicher", wie sich der Bruderbund auch nennt, bildet ein ungeahntes Meinungsspektrum. Für viele Brüder ist es erfrischend, was sie beispielsweise an einem Bruderabend nach einem Impulsvortrag und nur einer knapp einstündigen, ergebnisoffenen Diskussion, an unterschiedlichen Meinungen und Standpunkten gehört haben, die zu einer umfassenden Meinungsbildung beitragen. 11. Informelle Selbstbeschränkung In einer Zeit, in der beinahe täglich durch die Medien "eine neue Sau durchs Dorf gejagt" wird, in der jedes Gerücht zur Meldung gemacht wird, in den sozialen Netzwerken jede Privatheit zur öffentlichen Verlautbarung verkommt, ist es tröstlich zu wissen, dass es auch noch "informelle Schutzzonen" gibt, in denen nicht jeder zu jedem eine Meinung zu haben sich veranlasst sieht, in denen vertrauliche Gespräche auch vertraulich sind, wo man aber auch Meinungen und Gedanken in einer Art meinungsbildendem Labor ausprobieren kann, wo Freiheit für Gedanken gilt, selbst wenn sie noch nicht ausgereift sind oder die Zeit noch nicht reif. Hier gilt Verschwiegenheit als charakterstärkende "Mannestugend", bildet die Grundlage für Vertrauen, Freundschaft — und außergewöhnliche Gedanken. 12. Idealismus Wenn Sie Idealist sind, die Welt retten wollen, wenn Sie eine "Verschwörung zum Guten" suchen, wenn Sie anderen Menschen helfen möchten: dann sind Sie bei den Freimaurern richtig. Hier werden Sie — nicht nur, aber doch — viele Gleichgesinnte treffen, mit denen Sie über die Loge oder außerhalb Ihren Idealismus umsetzen können. Die Bruderschaft wird Ihnen dabei mit großer Wahrscheinlichkeit Anerkennung, Hilfe und moralische Stütze sein können. 13. Weltbruderkette Wer oft auf Reisen ist, wünscht sich vielleicht das Gefühl, ein wenig Zuhause zu sein, egal, wo er sich befindet. Über die sogenannte "Weltbruderkette" ist dies möglich, denn Freimaurer einer regulären Loge haben das Recht, jede andere reguläre Loge der Welt zu besuchen. Reisende Brüder berichten immer wieder von den freundlichen Aufnahmen in fremden Logen, den angenehmen Erlebnissen und den teilweise langjährigen Freundschaften und Kontakten, die sich daraus ergeben. Es muss gar nicht die Weltbruderkette sein. Auch die Nachbarloge freut sich über Besuch und kann eine willkommene Abwechslung und Erweiterung des Horizontes bieten. 14. Humanität im täglichen Leben Stéphane Hessel ruft in seiner Schrift "Engagiert euch!" zum umfassenden Engagement im Alltag auf. "Es genügt nicht, sich aufzuregen, wie ungerecht die Welt ist. Ungerechtigkeit ist sehr konkret. Sie lauert an meiner Tür, hier und jetzt. […] Was wird da von mir gebraucht? Zur Stelle sein mit Worten und Taten, mit Herz und Verstand. Dem Betroffenen Unterstützung gewähren. So kann mich diese Kluft zwischen sehr reich und sehr arm, die meine Empörung geweckt hat, zu konkretem Handeln führen." Das Schöne an der Freimaurerei ist: Ihre Werte lassen sich auch im Kleinen und unspektakulär durchsetzen. Freimaurer stellen keine Forderungen an ihre Mitglieder, sie überlassen es dem Einzelnen, wie weit er diese Forderungen in seinem Leben umsetzt. Sie betrachten es bereits als großen Gewinn, wenn jedes Mitglied Menschlichkeit in der Familie, der Verwandtschaft, im Freundes- und Bekanntenkreis und am Arbeitsplatz umsetzt, so gut es geht. Dabei muss man die Freimaurerei nicht vor sich hertragen, man kann ganz diskret einfach handeln. Nicht wenige Brüder engagieren sich für dieses Ziel auch in und mit den Logen, sie tragen die freimaurerischen Tugenden ihren Möglichkeiten entsprechend in Vereine, Parteien, Organisationen und wirken dort für Menschlichkeit. Die humanistischen Tugenden sind universell und können ohne jedes Sendungsbewusstsein im Kleinen wie im Großen umgesetzt werden. 15. Innerer Friede und Ausgeglichenheit Freimaurerei, insbesondere durch den wöchentlichen Logenabend, mehr noch durch das monatliche Ritual, bedeutet ein wiederkehrendes Innehalten, einen bewussten Moment der Entschleunigung. Wer bewusster wahrnimmt, sein Leben reflektiert und ordnet, wer Freunde hat, sein Verhältnis in der Welt und zum Numinosen klären kann, wird auch im rauen Alltag mit größerer Ausgeglichenheit und Standhaftigkeit bestehen können. 16. Äußere Befreiung des Menschen wahren Jürgen Holtorf bemerkt in seiner Schrift "Verschwörung zum Guten", "dass der freimaurerische Auftrag der äußeren Befreiung des Menschen als erfüllt betrachtet werden kann". Man mag das für den Kern der westlichen Welt so annehmen, aber diese Aussage war schon zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung selbst für Europa nicht vollumfänglich zutreffend. Die "Befreiung des Menschen" ist beileibe nicht einmal in der westlichen Welt erreicht. Und dort, wo sie zumindest ansatzweise umgesetzt werden konnte, ist sie nicht auf ewig gesichert und muss jeden Tag erneut gegen anders gerichtete Interessenlagen verteidigt und bestärkt werden.
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How does one become a Freemason? This question is justified, because all sorts of misleading and nonsensical things haunt the world about the worldwide Fraternity. The cloud of the "secret society" and the "world conspiracy" lies like ancient dust over the lodges. Also: Is it so easy to become a Freemason and if so, how? In English usage there is a very nice phrase that completely answers this question in a simple and beautiful way: "To be one, ask one!" — "Would you like to become one, ask one!" And it really is that simple: You can easily find the homepages of the lodges in your area on the Internet, with their address, e-mail contact and often also telephone numbers. If not - or if you are not sure - just inquire at the office of the Grand Lodge of the Old Free and Accepted Masons of Germany at E-Mail: kanzlei@freimaurerei.de. They can help you there in every case. All that remains is the question: why should one become a Mason? Carlos Urban, author, cartoonist, media man, and for many years a Freemason has collected the main reasons in his book "Why, and How Good People Should Become Freemasons." The order of the following arguments does not represent a valuation. You will surely find one or the other that you consider important to yourself. You always decide for yourself whether you want to become a member. Nobody will push you to do anything. 1. Conveying values In many areas, efforts are undoubtedly made to convey values: in schools, churches, associations, at seminars, parties, in clubs and, of course, among families and friends. However, I am not aware of any group in which values are imparted as holistically and profoundly as in a well-run Masonic lodge. It is the unique mixture of conversation, ritual, and participation in a group that successfully conveys values. 2. Networking There are networks everywhere: in associations, at work, in politics, in the cultural sector. They are usually there to promote professional or private careers, to isolate themselves from other opinions and are often disparagingly referred to as "cliques." What you can hardly find in Freemasonry are the professional networks that have been rumored over and over again. On the contrary, they are frowned upon in the lodges as derogatory "business masonry." So, if you expect professional benefits from membership: Forget it! In the lodges there are completely different networks that are like the modern "social networks" of the Internet. If you need fellow campaigners or advisors, listeners, supporters, also reminders, creative suggestions, and contacts for a certain task, you will find what you are looking for here relatively quickly. The networks in the lodges are not targeted but varied. 3. Professional advantages Now, it may seem strange that immediately after having disavowed professional Masonic networks, I associate membership in a lodge with professional advantages. What seems contradictory at first glance can easily be resolved. I'll try a quote from Adam Grant: "The good guys — people who give for nothing, who help friends and offer advice to strangers — more than the average guys make it all the way to the top. They look at what others need and how they can help them. They share their knowledge, their energy, their connections with others. And that is precisely why they are successful." Grant's theory, "Being successful for the benefit of all," coincides with what the Freemasons claim, and has been practiced for a long time. But, according to my observation, there is even more to suggest that, on average, there are probably more professionally successful people among the Freemasons than in the society at large: In the lodges, the members learn and deepen their social skills, and, through the conversations with their lodge brethren, they internalize a fair and pleasant interaction with other people, who they consciously know come from the most diverse circles and professions, thus gaining a much more comprehensive view of the world than their [profane] colleagues can, and they can draw on the collective knowledge and experience of the fraternity. Freemasons have good prerequisites to be successful on their own and be satisfied at the same time. 4. Culture of dialogue The pleasant discussion culture is often the first thing that guests notice when visiting a lodge. And the brothers also appreciate this "thinking aloud with friends," as Lessing put it, which results as the consequence of the "overall methodology" in Freemasonry. For a successful communication with one another, one must feel safe and have found his place within the group. The fraternal togetherness, which in no way necessarily must end in whitewashing, the respect for the right of another to his opinion supports this. Every now and then, lodges invite external speakers on a wide variety of topics. The speakers like to attend, and they like to come back because they are impressed by the openness and tolerance of the brotherhood, as they are found in a well-established and working lodge. It is not uncommon for this to be the beginning of a membership. 5. Social intercourse Everyone needs a minimum of social intercourse. The lodges also solve this need, because in addition to the - incidentally not so dry, but entertaining and humorous - conversations about ethics or related topics, the lodge also serves as a casual in groups conversation or confidential conversations with friends. In addition, many lodges occasionally go on excursions or hold internal and public events with [the participation of] their members' spouses [and female relatives]. There are also numerous contacts and collaborations with other lodges, but also with non-Masonic groups and organizations. Socializing in the lodge takes place in the right measure, with a good balance between good manners and relaxation. 6. Find friends instead of "buddies" Many have hundreds, even thousands, of "buddies," for example on Facebook. But these are temporary digital acquaintances. But what every person need are real friends with whom one can talk about everything, who have the time and an ear [to listen] about worries and needs, with whom also to share fun and joy, who one can call or meet at impossible times, who help unselfishly, when you need them. Statistically speaking, every person has only one to three good friends. How about if you could have more than that? Several factors come together in the lodges that favor the emergence of friendships: The same interests as a connecting element, the frequency of contact, the openness to approach others, the will to listen and understand, as well as the willingness to be friends. And there is also a type of friendship: the "brotherly friend." These are Freemasons who provide help without having an explicit friendship, when a lodge brother needs it, are on hand with advice and deeds, and also who approach others of their own accord, when they see a need. Freemasons are closer to each other than is perhaps the norm in society. That is why the potential for friendships is greater here. Note: in Freemasonry, as in normal life, friends do not come by of their own accord. One must do a lot for it. 7. Self-awareness When interested people turn to a lodge, they are often looking for the meaning of their personal life. "But surely that cannot be everything?" is one of the common questions. These people, whom we call "seekers," expect ready-made answers from Freemasonry, which they can give only themselves. It is with good reason that the Masonic path begins in the Apprenticeship level with the search for one's own self, one's own questions, strengths, weaknesses, demands, wishes, and possibilities. Following the principle of Freemasonry as a kind of "western art of living," the answers are not sought through immersion, yoga, meditation, but through reflection, through a balanced relationship between reason and emotionality, through rituals and conversations with friends. Wanting to be who one is, what one can do, what one wants and how one implements it, for which the Fellow-craft degree comes into the proverbial game, is one of the fundamental tasks of Freemasonry, to help its members reach a position, a point of view, a goal, and a personal insight. First of all, this is important in order for one to be able afterwards to prove himself in and for a society. 8. Religiosity and spirituality Although humanist Freemasonry is tolerant of religions and does not have any religious convictions of its own, nor it is spiritual in the true sense of the word, it does, however, offer in its rituals thoughts from various religious, spiritual, and philosophical systems, that the participants can, but does not have to, use as suggestions and as part of their own personal worldview. This freedom of thought stems from the early history of modern Freemasonry, and especially the inclusion of partly opposing worldviews enables the process of mutual respect and understanding, even in areas other than religion. The religious image of humanitarian Freemasonry, a child of the Enlightenment, is very revealing and has room for all religious or ideological perspectives. 9. Practicing tolerance Tolerance is anything but indifference. One can be indifferent to other people because he does not want to deal with their problems or peculiarities. This can even be a libertarian form of exclusion, tolerance is not. Tolerance always goes hand in hand with a different opinion, which one does not share, but tolerates in the sense of "enduring," which is why tolerance is not suitable for being a permanent state. Goethe already recognized: "Tolerance should only be a temporary attitude: it must lead to recognition." That is easy to say, but tolerance is one of the most difficult tasks a person can deal with. In the lodges the ground is prepared for tolerance, not just from the willingness to live a humanistic way of life. In the lodges one meets a wide variety of people, perspectives, and experiences, which can lead on the path from indifference to tolerance, to recognition and insight. 10. Opinion formation There is no doubt that the various media are important for forming opinions. However, real opinion formation only takes place in conversation with other people. There is a risk of not working out an opinion with like-minded people, but only consolidating it or even leading to prejudices. A lodge, which preferably consists of the most diverse people, the "community of unequal," as the Fraternity also calls itself, forms an unimaginable spectrum of opinion. For many brethren it is refreshing what, for example, they heard on a brother's evening after a keynote speech and just under an hour-long, open-ended discussion, in terms of different opinions and points of view that contribute to a comprehensive formation of opinion. 11. Informal self-restraint At a time when the media is "chasing a new sow through the village" [makes a big fuss] almost every day, in which every rumor is turned into a report, in the social networks every privacy is degenerating into public announcement, it is comforting to know that there are also "informal protection zones," in which not everyone is compelled to have an opinion about everyone, in which confidential discussions are also confidential, but where one can also try out opinions and thoughts in a kind of opinion-forming laboratory, where freedom applies to thoughts, even if they are not yet mature or at the time is not yet ripe. Here, secrecy is seen as a character strengthening "man's virtue," it forms the basis for trust, friendship — and extraordinary thought. 12. Idealism If you are an idealist who wants to save the world, if you are looking for a "conspiracy for the good," if you want to help others: then you have come to the right place among the Freemasons. Here you will meet — not only, but still — many like-minded people with whom you can implement your idealism within the lodge or outside of it. In all likelihood, the Fraternity will be able to provide you with recognition, assistance, and moral support. 13. Worldwide Fraternal Chain of Union If you travel a lot, you might want to feel a little at home, no matter where you are. This is possible through the so-called "Worldwide Fraternal Chain of Union," because Freemasons in a regular lodge have the right to visit any other regular lodge in the world. Traveling brothers report again and again about the friendly reception received in foreign boxes, the pleasant experiences and the sometimes-long-term friendships and contacts that result from it. It does not have to be the Worldwide Fraternal Chain at all. The neighboring lodge is also happy to have visitors and can offer a welcome change and a broadening of the horizon. 14. Humane attitude in daily life Stéphane Hessel, in his book "Engage yourselves!" calls for a comprehensive engagement in everyday life. "It's not enough to get upset about how unjust the world is. Injustice is very real. It lurks at my door, here and now. […] What is needed from me there? Be there with words and deeds, with heart and mind. Provide support to the person concerned. So this gap between very rich and very poor, which aroused my indignation, can lead me to concrete action." The beauty of Freemasonry is that its values can be asserted on a small and unspectacular manner. Freemasons do not make demands on their members; they leave it up to the individual how far he implements these demands in his life. They already consider it a great gain when every member implements a humane attitude in the family, in relationship, in the circle of friends and acquaintances and in the workplace, as best they can. One does not need to carry the Freemasonry [sign] before him, he can just act very discreetly. Quite a few brothers are committed to this goal in and with the lodges, they carry the Masonic virtues according to their possibilities in associations, parties, organizations and work there for mankind. The humanistic virtues are universal and can be implemented on a small or large scale without any sense of mission. 15. Inner peace and balance Freemasonry, especially through the weekly lodge meetings, and even more so through the monthly ritual, means a recurring pause, a conscious moment of deceleration. Whoever perceives more consciously, reflects, and organizes his life, who has friends, who can clarify his relationship in the world and to the supernatural, will be able to survive even in rough everyday life with greater balance and steadfastness. 16. Uphold the external liberation of man Jürgen Holtorf notes in his book "Conspiracy for the good," "that the Masonic mission of the external liberation of man can be regarded as fulfilled." One might assume that this is the case for the core of the western world, but at the time of its publication this statement was not entirely true even for Europe. The "liberation of man" has by no means been achieved even in the western world. And where it has been able to be implemented, at least in part, it is not guaranteed forever and must be defended and strengthened every day against conflicting interests.
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