|

=8= Das Urbild der Menschheit
Vergegenwärtigen wir uns den Aufbau und die Struktur des Urbildes, das im Folgenden dargestellt wird. Jedes Element von 1 - 4 ist mit jedem anderen Element 1 - 4 kombinatorisch vollständig, inhaltlich und funktionell in Verbindung und Bestimmung zu sehen.
Lebenskunst in der Wesenlehre Krauses — Die andere Lebensform
Die unter http://internetloge.de/krause/krlebenskunst.pdf dargestellte Problemlage der modernen Philosophie der Lebenskunst gibt uns den Anstoß, sie mit den Grundlagen der Wesenlehre und ihren Horizonten zu verbinden. Ausgangspunkt können die oben erwähnten postmodernen Vorgaben sein:
Ein utopistischer Ansatz eines ökologisch sozialen Neuhumanismus. Es geht um die Gesellschaft, in der das seiner selbst mächtige Individuum die Lebenskunst als Mittel und Grund zur Realisierung eines alle Individuen umfassenden Telos einsetzt. "Philosophie ist hier also nicht nur eine Therapie für den Einzelnen, sondern eine Praxis für die Welt als ganze (Globalität): sie ist nicht nur eine Schule des Lebens, sondern Stifterin einer anderen Lebensform ". Über einen rein egoistischen Ansatz der Lebenskunst versucht man den Bezug auf die Gemeinschaft in das Konzept zu integrieren. Es geht auch um das "Wissen von den Zusammenhängen [...], die für das gelebte und zu lebende Leben von Bedeutung sind, von den Faktoren und Aspekten, durch die es beeinflusst wird, von den Regelmäßigkeiten und Unregelmäßigkeiten, die zu beobachten und zu beachten sind ".
Die Utopie der alle Individuen umfassenden anderen globalen Lebensform, die hier im "Urbild der Menschheit" dargestellt wird, reicht aber über zeitgenössische Ansätze weit hinaus. Inwieweit die Menschheit hiervon Gebrauch machen wird, bleibt abzuwarten.
Im Jahre 1843, elf Jahre nach dem Tode Krauses erscheint seine Arbeit: "Die reine d. i. allgemeine Lebenlehre und Philosophie der Geschichte zur Begründung der Lebenkunstwissenschaft"; Werk (28) bzw. (65) 3).
Darin werden die Ideen des Lebens und seine Entwicklungsgesetze nach der Wesenlehre "für Gebildete aus allen Ständen " ausgeführt. Die Internetloge hat eine Reihe der Grundlagen bereits publiziert und im Netz zugänglich gemacht, die hier als Basis dienen können und müssen.
Unter Lebenskunst wollen wir im Folgenden die Fähigkeit und Möglichkeit verstehen, →
 3) Die Zahlen beziehen sich auf das Werksverzeichnis Krauses unter http://www.internetloge.de/krausevz.htm.

Lebenskunst in der Wesenlehre Krauses — Die andere Lebensform =9=
→
a) anhand der Ideen der Evolution des Lebens der Menschheit ihren derzeitigen Entwicklungsstand (Geschichtsbild, we) in allen ihren Einzelgesellschaften vom Individuum bis zum Staatenbund zu erkennen,
b) ihn mit den Urbildern der vollendeten Menschheit (Urbild, wi) zu vergleichen, die hier im "Urbild der Menschheit" dagestellt sind, und
c) nach diesem Vergleich durch die Erarbeitung von Musterbildern wä eine Weiterbildung vom Individuum bis zum Staatenbund ausschließlich mit friedlichen und guten Mitteln einzuleiten.
Wir wollen zunächst gleichsam einen Grundplan für diese Arbeit zeichnen.
Weltgesellschaft und Urbild

. . . . . . . . we1 Industriestaaten, Zentrum
— — — — we2 Schwellen- und Transformationsländer, Halbperipherie
— . — . — we3 andere Entwicklungsländer, Peripherie

=10= Das Urbild der Menschheit
In einem Gesamtbegriff (Quadrat) wo ist links das Quadrat wi als das "Urbild der Menschheit" enthalten, welches im Folgenden dargestellt wird. Rechts befindet sich das Quadrat we, welches die Summe aller geschichtlichen Einzelheiten des gesamten heutigen Weltsystems, seiner Untersysteme bis zu den einzelnen Menschen enthält (Geschichtsbegriff). Hier wäre der Aufriß unter http://www.internetloge.de/krause/krlebenskunst.pdf als konkrete Basis einsetzbar. Die konkrete, pragmatische und komplexe Darstellung dieser Fläche we ist eine wichtige Aufgabe, wenn man das Urbild wi mit den konkreten Fakten des Weltsystems effektiv verbinden und vergleichen will. Erst nach einem solchen Vergleich kann man für die Weiterbildung des konkreten Weltsystems und aller seiner Elemente, Glieder und Teile Handlungsmuster (Musterbilder) wä erarbeiten. Die Darstellung des konkreten, derzeitigen Weltsystems erweist sich bei sorgfältiger Betrachtung, wie auch http://www.internetloge.de/krause/krlebenskunst.pdf zeigt, als äußerst schwierig. Abgesehen davon, dass die hohe Komplexität allein im Umfang kaum zu bewältigende Mengen von Daten enthält, die von einer Vielzahl von Wissenschaftern aller Disziplinen zusammen zu tragen wären, ergeben sich eine Unmenge theoretischer Probleme in der Bewertung der Faktoren, ihrer Gewichtung, in der Beurteilung wirtschaftlicher, politischer, religiöser, kultureller und sprachlicher Zusammenhänge. Nicht einmal die Frage der Evolutionsniveaus der drei Systemtypen erscheint geklärt. Wie wir sehen, gibt es eine Vielzahl von Evolutionstheorien in den drei Systemtypen, die einander widerstreiten, sich oft gegenseitig ausschließen oder heftig bekämpfen und selbst in ihrem Konflikt Grund für Spannungen sind.
Die Lebenskunst besteht daher in der Ausbildung der Fähigkeit und Möglichkeit der Erkenntnis der Urbilder, wie sie das "Urbild der Menschheit" skizziert, der Beurteilung der Evolutionsstufe der jeweiligen gesellschaftlichen Einheit und der Verbindung der beiden Bereiche zur Ausarbeitung von Plänen einer Lebenspraxis für eine Entwicklung aus dem geschichtlichen Zustand in Richtung auf die Ideen des "Urbildes der Menschheit" ausschließlich unter Einsatz guter und friedlicher Mittel.
Die Einwände, die durch die Brillen zeitgenössischer Philosophieansätze dagegen vorgebracht werden können, sind sicherlich beachtlich. Wie kann man heute noch behaupten, es gäbe die erkenntnistheoretische Möglichkeit des Menschen, in einer undogmatisch begrifflichen Weise zur Erkenntnis Gottes als dem unendlichen und absoluten Grundwesen zu gelangen, und an und in Gott die göttlichen Begriffe (Ideen) von Logik, Mathematik, Sprache allen Wissenschaften und Künsten abzuleiten, die Evolutionsgesetze der Menschheit zu finden und eine universalistische Global-Integration der Menschheit zu erreichen? Hat nicht schon Habermas metaphysische Ansätze durch evolutive Entwertungsschübe für überholt erklärt? Betont nicht die Postmoderne, dass jede einheitsstiftende Totalisierung unzulässige geistige Herrschaftsattitüde ist?4) Die hier vorgelegten Unterlagen versuchen, ein "progressives " Umdenken anzuregen.
Siegfried Pflegerl
 4) Zu den Positionen der Postmoderne und den erkenntnistheoretischen Problemen, die sie selbst nicht löst sondern zusätzlich schafft vgl. etwa http://or-om.org/Postpostmoderne.htm.

Das Urbild der Menschheit
Ein Versuch
Ausgabe 1851
Vom Wesen und von der Bestimmung der Menschheit
Gott zu denken und zu empfinden ist das theuerste Kleinod des Menschen. In harmonischem Zusammenstimmen des Geistes und des Gemüthes wird Gott ihm gegenwärtig, dass er in Gottes Licht und Liebe lebe. In Gottes Kraft erblühet jeder Verein; der Familien innige Bande kettet Gott, auf ihn stützt sich der Staaten Macht und Kraft. Im Anschaun Gottes bildet sich die Wissenschaft; in ihm entspringt sie, bleibt in ihm, und kehrt zu ihm zurück. Des Künstlers Begeisterung ist göttlich; Gott und das Göttliche ist das Wesen echter Kunst. Der wahre Mensch dankt die Würde seines Lebens, die Fülle seiner Thatkraft Dem, dass er mit Geist und mit Gemüth an Gott sich innig hält. Dem kindlichen Verstande, so wie dem reifen Denken, ist die innere Harmonie in Vernunft und in Natur, und der Verein der Seele und des Leibes nur Gott begreiflich. Der innere Umgang des Menschen mit Gott, Religion, wird da belebt, wo Gott der allbeseelende Urgedanke, wo seine Liebe das innerste Leben des Gemüthes ist; Religion vereint die Menschen in Einem Lebenbund mit Gott.
Ist die urwesentliche Anschauung Gottes, als der Uridee,5) in das Gemüth
aufgenommen, und im Herzen tiefgewurzelt, dann erwacht die Liebe, und in ihrem Lichte eröffnet sich Erkenntniss der Natur der Dinge, und Freudigkeit des Lebens. Nicht durch Lehrbeweiss aus noch höheren Wahrheiten wird die Ueberzeugung vom Dasein Gottes genommen: denn sie ist selbst die erste Wahrheit, dem Geist in unmittelbarer Anschauung gegenwärtig, aller Wahrheit Anfang und Urgehalt, so wie die Liebe Gottes das Urleben des Gemüthes ist. Des reinen Herzens Glaube scheut des Verstandes Prüfung nicht; denn Einsicht und Gefühl sind Eins wie Licht und Wärme. Der Glaube lebt im lichten Schaun der höchsten, ganzen Wahrheit, die alle Wahrheit allharmonisch in sich fasst; drum stimmt Erkenntniss überein mit echtem Glauben, und unvertilglich lebt in jedem →

Vom Wesen und von der Bestimmung der Menschheit =13=
→ Geiste Gottes Uranschaun; im Gliedbau der Erkenntniss wird der Glaube selbst verklärt und verstärkt, und in der Harmonie des Glaubens und des Wissens wird Gott dem Menschen neu vergegenwärtigt. Wohl dem Menschen, wohl der Menschheit, die zur Harmonie des Gemüthes und des Geistes, der Religion und des Lebens gelangt sind! Nur in dieser Harmonie können sie ihre Bestimmung erfüllen. Nur Der darf in den Angelegenheiten der Menschheit mitzusprechen, mit freudigem Gewissen, wagen, der sich dieser Harmonie im eignen Innern theilweis erfreut, der an der Menschheit, mit ihr als ganzer Mensch verbunden, den Antheil reiner Liebe nimmt.
 5) Die Erkenntnis kann gewonnen werden durch Selbsterforschung gemäß dem analytischen Teil der Philosophie, der in https://internetloge.de/krause/krerk.htm als essentialistische Wende beschrieben ist.
Wie nun wir im Einklang des Verstandes und des Herzens Gott empfinden und erkennen und in seinen Werken ahnen, dess Erinnrung wollen wir in uns erneun, und uns dadurch zum Anschaun der Menschheit und ihres Lebens vorbereiten; auf dass wir ihr Ewigwesentliches erkennen, und ihr Urbild würdig zeichnen, dem auch wir im Leben folgen mögen.
Und so beginnen wir mit Gott!
Das Gemüth empfindet, und der Geist bekennt: Es ist Ein Urwesen, unendlich und ewig, — Gott; und die Welt mit allen ihren innern Wesen und Harmonien ist göttlich, ein würdiges Werk und Ebenbild Gottes. Aus der Fülle der ewigen Macht und Weisheit und Güte stammt alles, was ist; alles in seiner Welt ist Gottes würdig und wird es. Deshalb ist jedes Geschöpf selbständig, dem Ganzen wesentlich, und seinem Wesen nach unvergänglich, — es trägt das göttliche Ebenbild auf eigne Weise in sich. Alles ist und lebt in, mit und durch Gott. Kein Wesen ist Gott, ausser allein Gott. Aber was Gott selbst ewig schuf, das schuf er in sich selbst, unvergänglich, zu seinem Gleichniss. Die Welt ist nicht ausser Gott, denn er ist Alles, was ist: sie ist eben so wenig Gott selbst, sondern in und durch Gott. Was Gott in ewiger Folge, ohne Zeit und über alle Zeit erschuf, das offenbart, in ewigem Bestehn zeitewig lebend, das ihm von Gott urangestammte Wesentliche in stetig neuer Gestaltung; und Gott, sofern er über allen seinen Wesen, vor und über aller Zeit ist, wirket stetig ein in das Leben aller Dinge, welches ewig in mit und durch ihn als Ein Allleben besteht. Die Welt ist stetig in der Macht des Schöpfers, er hört nicht auf, sein Werk zu lieben, zu erhalten, und zu bilden.
Gott ist das eine unendliche Urwesen, aber jedes Wesen in ihm ist endlich, beschränkt. Doch ist Endlichsein nicht Schlechtsein, Beschränktsein nicht Unvollkommensein. Denn alle Wesen haben Theil an Gottes Wesen, sie ahmen Gottes Allvollkommenheit in ihren Grenzen nach; doch um auf eigne Weise daran Theil zu haben, sind sie in bestimmter Gestalt, Grenze und Beschränkung. Diess verdirbt keineswegs das Göttliche in ihnen, sie gewinnen dadurch Eigenthümlichkeit, Schönheit, Stärke. In diesen Schranken sich harmonisch zu gestalten, in →

=14= Das Urbild der Menschheit
→ ihnen ein göttliches Leben zu leben, ist jedes Wesens Urbestimmung. Die stille gestaltreiche Pflanze, das heitere lebenvolle Thier, jedes innerlich gesunde Wesen liebt die Schranken seiner Natur und die Gestalt, die es in ihnen durch die Fülle der innern Urkraft einprägt; es lebt in reiner Unschuld nach Gottes Gesetz. Auch der Mensch, im Stande der Unschuld oder aus innern Kämpfen dahin zurückgekehrt, liebt die Schranken seines Wesens, er strebt sie lebendig zu erfüllen und schön zu gestalten, um so das ihm angeschaffene göttliche Ebenbild in Wort und Werken zu verkünden. Der Mensch empfindet und liebt Schönheit; Schönheit aber ist Göttlichkeit der Form, in schönen Gestalten spiegelt sich Gott und seines Weltbaues Gesetz. Die Formen des menschlichen Geistes und Leibes sind die reichsten, vielseitigsten, innigsten von allen, daher der meisten und tiefsten Harmonien, der vollständigsten Schönheit fähig unter allem Schönen. Sich selbst und alle Wesen in den Schranken endlicher Natur zu ehren und zu lieben ist von religiöser Sinnesart unzertrennlich. Alle Wesen achten wir als gleichwesentliche Glieder jener ewigen Schöpfung; wir erkennen in jedes Dinges eigenthümlicher Gestalt und Leben den gegenwärtigen Gott, der sich in jedem seiner Geschöpfe abbildet und dadurch den Menschen zu sich zieht. Auch die Zeit wird von einem religiösen Gemüth geehrt; denn sie ist die Form des Lebens endlicher Wesen und seiner Harmonie. Die Schranken jedes Wesens sind, an sich betrach-tet, eines unendlichen Reichthums von Gestalten fähig; allein das Wesen kann sie nicht alle zugleich in sich aufnehmen und an sich tragen, denn jede schliesst die andere aus wegen ihrer entgegengesetzten Bestimmungen. Der Säugling hat eine andere Lebendigkeit und Schönheit der Gestalt, das Kind eine andere, eine andere der Jüngling, der Mann, der Greis. Jede ist in ihrer Art ein vollständiger Ausdruck des Lebens und der Schönheit; es ist derselbe Mensch, der sie alle nach einander an sich trägt, aber in demselben Moment zusammengedacht löschen sie sich wechselseits aus. Doch liegt nur im wirklichen und stetigen Zugleichsein aller Gestalten, deren jedes Wesen an sich fähig ist, die Vollständigkeit seiner Natur und seine ganze Aehnlichkeit mit Gott: derselbe Mensch, als Säugling, Kind, Jüngling, Mann und Greis gedacht, giebt erst das Bild des Menschen selbst. Damit die Wesen charaktervolle Bestimmtheit der Gestalt und des Lebens mit Vollständigkeit und Allseitigkeit derselben vereinen möchten, und so das ganze göttliche Ebenbild jedes nach seiner Weise empfangen könnten, verlieh ihnen Gott stetige endlose Gestaltung, Leben in der Zeit; worin jedes Geschöpf, gemäss der göttlichen Harmonie der Welt, in schöner Ordnung sich von Gestalt zu Gestalt fortbildet, bis es sein ganzes Wesen innerhalb aller seiner Schranken befriedigt hat, den Kreis des zeitlichen Lebens schliesst, und in demselben Momente einen neuen beginnt. So ist das Leben jedes Wesens an sich nur ein Moment, ein wirkliches Zugleichsein alles dessen, was es würdiges und göttliches in sich hält.
So erscheint dem Religiösen jedes Wesen in eigenthümlicher Unschuld, Fülle und Freudigkeit, mit ihm zugleich in Gott. In allen Dingen strahlt seinem reinen Auge die Grundform des Weltbaues, Einheit, Vielheit und Harmonie entgegen; diese →

Vom Wesen und von der Bestimmung der Menschheit =15=
→ findet er in den Formen seines inneren und äusseren Lebens wieder, er liebt in ihnen die Zeugen der göttlichen Liebe, die Grundzüge der Urschönheit. Er preisst sich selig, ein geistiges Auge und ein geistiges Ohr empfangen zu haben, um zu empfinden und zu erkennen, wie Gott sich selbst liebevoll in allen seinen Geschöpfen darstellt, und jedes Wesen zu einem bleibenden, sprechenden Denkmal seiner Weisheit und Güte macht. Und treffen Töne der grossen Weltharmonie rauh und dissonirend sein Ohr, so weiss er und glaubt auch im Schmerz, dass sie in der Symphonie alles Lebens schön gelösst sind, wenn auch ihre Auflösung jenseits der Empfänglichkeit seines Ohres liegt. Wer wollte zweifeln, dass Gott die Welt nach ewigen, unwandelbaren Gesetzen belebt und regiert, und dass ihm sein Werk im Grössten wie im Kleinsten gelingt?
Erfreuen wir unsern Blick an der Lebensfülle der Natur, oder wenden wir ihn in das innere Heiligthum des Geistes zurück, erheben wir ihn zu Gott, oder lassen wir ihn auf Welt und Menschheit ruhen: wir finden Eine göttliche Ordnung, dieselben Gesetze in Allem. Nicht blos neben einander gereiht und einsam sind die Wesen, sie leben in allseitiger Geselligkeit, streitend und liebend. Nicht jedes Wesens Sphäre reicht unmittelbar an Gott; denn immer engere und engere Sphären ziehen sich zusammen, und bilden einen grossen Gliederbau der Welt, worin einige Glieder neben einander, andere unter einander stehen, wie am organischen Leibe. Diesen grossen Gliederbau der Welt, das eigenthümliche Leben und die Stelle jedes seiner Glieder und ihr allseitiges Wechselleben zu schauen, ist Einsicht und Wissenschaft; sich selbst als Glied desselben an gehöriger Stelle zu würdigen, das Ganze und sich in ihm zu lieben, und den Gesetzen der Gesundheit des Ganzen und jedes seiner Glieder gemäss zu wollen und zu leben, ist Weisheit und Tugend. Auch die Lebenssphäre des Menschen ist eine untergeordnete, es sind noch weitere und höhere zwischen ihm und Gott. Aber das Untergeordnete ist darum nicht das Geringere, es verliert dadurch nichts an Lebensfülle und Würde. Der Mensch ist von äuseren Lebenssphären abhängig und mit ihnen gesellig vereint. Aber in vermähltem Leben geht das eigenthümliche der sich in Gottes Kraft durchdringenden Wesen nicht unter; ihre Eigenthümlichkeit und Freiheit verklärt sich vielmehr, und hilft eine höhere Lebenssphäre schaffen, welche in den vereinigten Wesen Gottes Ebenbild vollständiger und inniger darstellt. So ist das Weltall ein an freien selbständigen Gliedern reiches organisches Ganze, worin alle Glieder allseitig wohlgeordnet und wohlverbunden sind, — seines Urhebers würdig. Auch der menschliche Leib ist ein würdiges, in seiner Art vollständiges Gleichniss des Weltalls: — ein religiöser Sinn hat ihn mit Recht die kleine Welt genannt.
Der unbefangne Blick jedes Menschen kann die Grundzahlen des Weltbaues und die Grundverhältnisse seines Lebens in äuserer und innerer Erfahrung wieder finden, und fand sie von jeher. Was der Grund aller wahren Wissenschaft und das oft verfehlte Resultat der tiefsinnigsten Metaphysik ist, liegt offen und rein vor →

=16= Das Urbild der Menschheit
→ jedem Auge, das sehen will. Vernunft und Natur sind das erste, höchste und umfassendste, was wir nächst Gott anschauen; und wir erfahren, dass diese beiden Lebenssphären sich vielfach lebendig durchdringen. Die innigste Vereinigung der Vernunft und der Natur sehen wir im Menschen, in welchem die innigsten Werke beider, Geist und Leib, stetig zusammen leben. Die Natur verkündigt ihr Leben und ihre Liebe und Schönheit in den Sinnen dem Geiste, der ihre Mittheilungen innerlich in lebendiger Phantasie sich aneignet, und sie der Natur durch geistig freie Schönheit verherrlicht zurückgiebt in den Werken der Kunst. Auch die Natur empfängt nicht achtlos und undankbar die Werke, die Liebe und Schönheit des Geistes; dem Forschenden enthüllt sie ihre Geheimnisse, dem Suchenden eröfnet sie die Fülle ihrer Güter. Der religiöse gesunde Sinn des Menschen erkennt in Vernunft und Natur, deren Leben in ihn allseitig einströmt, die beiden höchsten Hemisphären der Welt selbst, wie sie selbst in Gott, heiter und machtvoll, Gottes wirkliches Ebenbild und Gleichniss sind. Dem Menschen, der seiner eignen Natur treu lebt, ist die Natur so heilig, so würdig, so göttlich als die Vernunft; der Leib ist ihm so lieb und so zarter Pflege werth, als der Geist. Sein reines Auge steht allem Leben, aller Schönheit in Natur und Vernunft gleich offen; durch beide wird er gleich stark, und durch ihre Harmonie am innigsten gerührt und beseelt; sein sittlicher Sinn und seine Gerechtigkeitsliebe erweitert sich für alles Lebendige und Schöne um ihn her. Ihm erscheint das Leben der Vernunft nicht gesetzlose Willkühr, das Leben der Natur nicht todte Nothwendigkeit; in beiden anerkennt er göttliche Freiheit und Schönheit. Ist er sich gleich nur der sittlichen Vernunftfreiheit in der Herrschaft der Ideen selbst bewusst, so findet und ehrt er doch in den erhabenen und zarten Werken der Natur eine nicht weniger göttliche, noch ungenannte Freiheit der Natur, als organische Herrschaft des Individuellen. Aecht religiös ist die Freude des Menschen, die er in seiner Liebe zur Natur und im Umgange des Lebens mit ihr empfindet, und ehrenvoll dem Geiste ist die zarte Sorgfalt und Pflege des Leibes, wodurch er die Güte der Natur erwiedert. So zeigen sich Gott, Vernunft und Natur in ihrer Selbständigkeit und in ihrer Wechselwirkung als die höchsten Sphären der Wesen und des Lebens; und Selbständigkeit, Gegensatz mit dem höheren und mit dem Nebenwesen, und Vereinigung dieses Gegensatzes in harmonischer Wechsel-wirkung als die Grundformen des Weltbaues und aller Schönheit.
Der Religiöse bewahrt auch reinen Sinn und Glauben für die Wechselwirkung Gottes mit der Welt und jedem seiner Geschöpfe, vorzüglich mit dem Menschen, seinem Meisterwerke; er glaubt an den Umgang der Geschöpfe mit Gott, ohne durch vorwitzigen Wunderglauben die Anschauung der ewigen Weltordnung und die unvertilgliche freie Schönheit der Geschöpfe zu verletzen. Gott hat sein Werk nicht in der Zeit geschlossen, noch es als fertig ausser sich hingesetzt; er hält die Welt in jedem Moment in seiner Hand, sein Auge ruht mit Wohlgefallen auf ihr, und immer neue Ströme des Lebens, der Liebe und der Schönheit ergiessen sich in sie, und durchdringen alle ihre lebendigen Theile. So überzeugt, lebt der religiöse →

Vernunft und Geisterreich =17=
→ Mensch mit Gott, mit sich selbst und mit allen Dingen liebevoll befreundet, heiter und freudig; er gestaltet sich selbst, Gott nachahmend, in Leben und Schönheit; er möchte die Liebe Gottes verdienen, er ist der höheren Einflüsse in stiller Ruhe des Gemüths gewiss, ohne sich derselben für würdig zu erklären, und ohne sich ihrer zu rühmen.
Dürfen wir in der Würde unseres Vorhabens Entschuldigung finden, dass wir die Ueberzeugungen und Gefühle des religiösen Menschen laut bekennen, und die Heiligthümer des Gemüths öffentlich machen? Wir lieben die Mitwelt, wir ehren das lebende Geschlecht als das grösste und thatenreichste, und für alles Erhabne und Schöne empfänglichste unter allen seinen Vorgängern. Was wir sagen, ist ja, wie wir glauben, was wir ihm verdanken, was es uns gelehrt hat. Warum solchen Zeitgenossen nicht laut bekennen, wess das Herz voll ist? Warum verhehlen, wovon wir glauben, dass es gesagt zu werden heilsam sei? So wagen wir es, noch unsere innigen Grundüberzeugungen über die Vernunft, über die Natur und über die Harmonie derselben unter sich und mit Gott, darzulegen.
Vernunft und Geisterreich
Licht über sein eigen Wesen zu haben, sich selbst in sich selbst wie im Spiegel zu schauen, verlangt der Geist. Von Selbstbeobachtung und Selbsterkenntniss geht alle Einsicht, alle Tugend aus. An die Hauptpunkte der Selbsterkenntniss und der Selbstbeobachtung zu erinnern, und dabei den Geist rein in sich selbst zu betrachten, sei das nächste Geschäft. Der Geist kann sich selbst beschauen und bilden, er ist sich seiner selbst bewusst; er kann jede seiner Thätigkeiten wieder zum Gegenstand noch höherer Thätigkeit erheben, er kann sich selbst beherrschen und regieren. Freie Thätigkeit erkennt er als sein Wesen, und Bewusstsein als die eigenthümliche Form derselben. Vieles, ja bei weitem das Meiste geht in den Tiefen des Geistes vor, ohne als Einzelnes ins Bewusstsein zu kommen, wenn untergeordnete Thätigkeiten des Geistes als einzelne wirken; erst wenn der Geist selbst mit seiner ganzen höchsten Thätigkeit in seine untergeordneten eingreift, tritt Bewusstsein, und wenn er sich in ihnen und im Werke selbst beschaut, tritt Selbstbewusstsein ein. Je inniger ein Geist sich in sein Werk und ins Schaffen vertieft, je Mehres wirkt er bewusstlos; und wenn gleich das Bewusstsein stetig und ununterbrochen ist, so erwacht doch das Selbstbewusstsein nur in der Ueberlegung, und wenn der Anblick des gelungenen Werks den Geist überrascht.
Jeder Geist ist sich bewusst, Ideen zu haben, so wie er auch in sich selbst eine räumliche und leibliche Welt bemerkt, die ihm eigenthümlich ist. Wer nun sich selbst beobachtet, wird finden, dass sich seine ganze geistige Thätigkeit ursprünglich einzig damit beschäftigt, diese beiden innern Welten anzuschauen →

=18= Das Urbild der Menschheit
→ und in wechselseitige Harmonie zu setzen. Denn von der einen Seite strebt der Geist Wahrheit zu erkennen, und sie vielseitig als Wissenschaft zu gestalten. Jede Wissenschaft bringt irgend eine Idee nebst den ihr untergeordneten Ideen ins Bewusstsein, indem sie mit der Anschauung der Idee eine stetige Schöpfung individueller Gebilde verbindet, welche der Idee zur Verklärung und Gestaltung dienen. So entwickelt die Naturwissenschaft die Idee der Natur in ihrem innern Organismus, indem sie dieselbe in bestimmten nach der Idee gewählten und gebildeten individuellen Naturbegebenheiten vor Augen stellt: und die Mathesis bedient sich bestimmter Figuren und Schematen, um die reinen Ideen der Formen aller Dinge ins Licht zu setzen. Auf der andern Seite, gegenüber der Wahrheit und der Wissenschaft, bildet der Geist Individuelles in der innern natürlichen Welt in reichem Leben nach Ideen, er dichtet. So wie bei Erzeugung der Wissenschaft die Ideen das Individuelle, so regiert in der innern Dichtung umgekehrt das Individuelle die Idee; so wie dort das Individuelle zur Verklärung der Idee, so dient hier die Idee zur Belebung und Verschönung des Individuellen. Der dichtende Geist will entweder ein individuell Schönes, ein Werk der innern Poesie des Geistes, in welcher auch jedes äusserlich dargestellte Kunstwerk zuerst empfangen sein muss; oder ein frei nach den innern Gesetzen der natürlichen innern Welt Lebendiges. Und was der Geist in seinem Innern so erkennt und dichtet, das vereinigt er, und dess erfreut er sich in einem freien leichtbewegten Spiele geistigen Lebens, in Momenten, wo er weder Einsicht in bestimmte Ideen, noch Bildung eines bestimmten Individuellen beabsichtigt. Diese freie selbstthätige Unterhaltung des Geistes mit sich selbst ist desto inniger, reichhaltiger und schöner, je mehr der Geist in Wissenschaft und innerer Kunst vermag, je mehr er erkennt und dichtet. Der Geist ist reine Thätigkeit, und nur die Thätigkeit ists, welche dem Geiste selbst gehört, wenn er erkennt, dichtet oder sich harmonisch mit sich selbst beschäftigt. Die Ideen aber und die Welt des natürlich Individuellen in der Vernunft sind die seiner Thätigkeit stetig offen stehenden Gegenstände; beide erscheinen als dem Geiste untergeben, um von ihm in ein stetiges Wechselleben gesetzt zu werden. Weder die Ideen, noch das leiblich Individuelle der Welt der Phantasie kann der Geist schaffen, noch ihnen Gesetze vorschreiben; er findet beide schon vor, mit ihrer ganzen unveränderlichen und ewigen Anordnung und Organisation. Die Wissenschaft muss bei ihrer Bildung und in der Reihe ihrer Anschauungen die ewige Ordnung und Verkettung der Ideen treu befolgen und nachahmen; sie kann nichts zu ihnen hinzufügen, nichts wegnehmen, nichts in ihnen ändern; sie kann nur zuschauen und die Idee durch die ihr entsprechende Bilderwelt anschaulich machen; sie erkennt die Idee, wie sie vor aller Erkenntnis ewig ist; nur so fasst sie Wahrheit. Die Welt der Ideen besteht ewig ohne Zuthun des Geistes, jede Idee ist noch unendlich, und alle Ideen bilden ein nach allen Seiten hin unendliches Ganze; das ganze Geisterreich kann selbst in endloser Zeit die Welt der Ideen nicht allseitig erschöpfen und ins Bewusstsein bringen. Wer sich nur in eine einzige Wissenschaft je vertieft hat, versteht gewiss unsere Meinung. Eben so wenig wird →

Vernunft und Geisterreich =19=
→ die innere, der Phantasie vorschwebende Welt des Individuellen durch den Geist geschaffen oder neuen Gesetzen untergeben. Sie kommt ins Bewusstsein im Traume, in der Entzückung, in der geistigen Vertiefung jedes Erkennenden und Dichtenden, und zwar rein und abgesondert von allen Aussendingen, und folgt hier ihren eigenen Gesetzen. Könnte sich der Geist nicht in ihr frei bewegen, und ihre Erzeugungen nach Ideen leiten, so wäre es auch unmöglich, die Natur zu erkennen und in derselben zu handeln; denn die Bilder in den äusern Sinnen treten durch diese innere Welt der Phantasie herein vor den Geist. Auch kann der Geist in gewissen Zuständen dem freien Leben dieser innern natürlichen Welt blos zuschauen, um sich an ihm zu weiden, oder weil er selbstthätig einzugreifen so eben nicht vermag. Dies findet statt in dem unwillkührlichen Spiele sich selbst darstellender Bilder, im halbwachen Zustande, und wenn sich der Geist dem freiwilligen Gedankenspiele willig überlässt; dann rufen die bunt vorüberziehenden Bilder und Ideen sich selbst, begleiten sich, bilden sich aus und vertreiben sich. Ja selbst beim Dichter, wo doch die Bilder durch Ideen beherrscht werden, so wie bei den Constructionen der Wissenschaft wirkt die innere Gesetzmässigkeit der individuellen Bildungen stetig mit und hat Theil an jedem Werke des Geistes.
Die unmittelbare Erfahrung an sich selbst lehrt jeden Geist die Einheit und Untheilbarkeit seines Wesens, ein Grundgefühl drückt die Einheit aller geistigen Thätigkeit aus. Aber die eine Thätigkeit des Geistes hält in sich einen Organismus mehrerer untergeordneter Thätigkeiten, welche sich in die Hervorbringung der vom Geist erzeugten Harmonie der Ideen und der Welt des Individuellen symmetrisch theilen. Die obersten besonderen Thätigkeiten des Geistes sind Verstand im edelsten Sinne dieses vieldeutigen Worts und Phantasie und über beiden sie beherrschend und leitend die gemeinhin sogenannte Vernunft; welche nicht mit jener der Natur gegenüber stehenden Hemisphäre der Welt zu verwechseln ist, die wir mit demselben Namen bezeichnet haben. Keines dieser drei Vermögen ist je allein, sondern alle drei sind in jedem Momente zugleich thätig, sowohl im Erkennen, als im Dichten, als auch im freien Umgange des Geistes mit sich selbst, nur dass bald die eine bald die andere die herrschende ist, bald auch ein schönes Gleichgewicht der beiden ersten eintritt; je nachdem es auf Wissenschaft, oder Dichtung, oder freie harmonische Unterhaltung ankommt. In jedem Falle muss die Vernunft Verstand und Phantasie leiten und in schönes und richtiges Verhältniss setzen. Nicht immer kommt jede dieser Thätigkeiten ins Selbstbewusstsein. Sich selbst ins Bewusstsein zu fesseln und davon zu entfesseln, zu rechter Zeit zum rechten Werk, ist ein erhabner Theil der Selbsterziehung.
Die Menschen fordern von einander geistige Uebereinstimmung über das Wahre, Gute und Schöne, unter der Bedingung vernunftgemässer Thätigkeit und Anschauung. Diess Vertrauen beruht auf der Ueberzeugung, dass die innere Welt →

=20= Das Urbild der Menschheit
→ der Ideen für alle Geister die eine und gleiche sei, und dass sich die innere Welt des Individuellen für alle Geister nach gleichen Gesetzen bilde, auch alle Geister einerlei Organismus der geistigen Thätigkeit haben. Der unendliche Raum ist, eben weil er unendlich ist, nur einmal; die innern Schöpfungen der Phantasie aller Geister sind insgesammt in diesem einen Raume, zum Theil offenbar an derselben Stelle, wie die innern Anschauungen einer an demselben Orte versammelten Menge, ohne sich zu durchdringen oder zu stören. Sie sind selbst in demselben Einen Raume, welchen die äusere Natur erfüllt, ohne auch diese zu stören oder zu durchdringen. So wie sich nun der organische Leib eine bestimmte leibliche Sphäre in der äusern Natur aneignet, ohne dadurch einen andern Leib zu stören, noch den grossen Naturlauf irgend zu hemmen: so thun ein Aehnliches die Geister innerhalb der einen, ihnen gemeinsamen innern leiblichen Welt; freilich nach den dem Geiste und dieser leiblichen Welt selbst eignen Gesetzen. So erscheinen uns die Geister alle auf einem gemeinsamen Grund und Boden der Welt der Ideen und des Individuellen geschäftig; jeder Geist bildet eine selbständige freie Reihe geistiger Thätigkeit, welche eine entsprechende freie Reihe der Erkenntniss, der Dichtung und des freien innern Lebens hervorbringt. Die Möglichkeit, dass die Ideen und das Individuelle durch die Geister harmonisch vereinigt werden können, beruht darauf, dass sie beide zwei sich entgegengesetzte innere Sphären eines höheren Wesens sind, nehmlich der Vernunft selbst. Und die Geister könnten nicht alle gleichartig auf dieselben beiden innern Welten der Vernunft, sie verbindend, einwirken, wären sie nicht dem Wesen und der Zahl nach wirklich eine Thätigkeit, als Strahlen gleichsam einer und derselben geistigen Sonne. Und diese eine höchste geistige Thätigkeit, deren organische Theile die Geister sind, könnte nicht unmittelbar auf die Ideenwelt und die natürliche Welt in der Vernunft selbst einwirken, wenn sie nicht diejenige Thätigkeit eben dieser einen Vernunft selbst wäre, welche die Vernunft in sich selbst durch die Vermählung ihrer beiden innern Welten vollendet.
So führt schon unbefangene Selbstbeobachtung den Geist zur wahren Selbstkenntniss, welche die Räthsel seines Inneren leicht und befriedigend im allgemeinen löst, wenn gleich der Geist in seinen innern Tiefen immer neue Geheimnisse bewahrt. Der Geist lernt sich selbst und alle Geister als innere Theile einer einzigen Substanz, der Vernunft, betrachten, welche frei und selbständig der Natur gegenüber steht. Er erkennt die Welt der Ideen und des Individuellen als ihre beiden innern Sphären an, und alle Geister als Glieder des einen Ganzen derjenigen Thätigkeit in der Vernunft, welche über den Ideen und dem Individuellen schwebend, beide zu stetigem Wechselleben vereinigt. Und hierin nimmt die Vernunft selbst ihre innern Welten in sich selbst als wahres Ganze zurück, und ahmt so das Verhältniss Gottes zu Vernunft und Natur in ihrem Innern nach. Der Geist erhebt sich ferner zur Idee eines Geisterreichs, das ist aller Geister als eines zur Herstellung der innern Harmonie in der Vernunft wohlgeordneten Ganzen, worin die Fähigkeiten und die Geschäfte an die →

Vernunft und Geisterreich =21=
→ einzelnen Geister symmetrisch und eurhythmisch vertheilt sind. Jeder Geist ist frei, selbständig, eigenthümlich, es ist keiner dem andern gleich, und das Eigne jedes Einzelnen hat absoluten Werth; aber keiner kann abgesondert von allen andern Geistern leben; Trennung vom Geisterreiche wäre geistiger Tod, so wie Trennung eines Gliedes vom Leibe dessen Tod ist. Alle Geister schöpfen Licht und Kraft aus derselben geistigen Lebensquelle, und nur in schöner Geselligkeit blüht die Gesundheit jedes einzelnen. Harmonische Ausbildung des eignen selbständigen Lebens, liebevolle Geselligkeit mit verwandten Geistern, die ihn durch höheres Geschick umgeben, und Harmonie mit der Vernunft selbst, ist Würde und Seligkeit jedes Geistes.
Die Thätigkeit jedes einzelnen Geistes nimmt eine einseitige Richtung, denn er bildet eine Zeitreihe mit Bewusstsein; allein diese Einseitigkeit ist nicht tadelnswürdig noch an sich hässlich, wenn sie kraftvoll und lebendig ist. Denn es ist auf alle mögliche einseitige Richtungen zugleich im Geisterreiche gerechnet, damit das Ganze, worin sie alle und alle ihre einzelnen Werke wohlgelungen und harmonisch verbunden sind, desto herrlicher und reicher werde. Aber auch einseitig kann der einzelne Geist nur darum thätig sein, weil er auf seine Weise den ganzen Organismus aller Vernunftthätigkeit und die geistigen Keime aller vernünftigen Bildung in sich trägt. Denn das Wesen des Geistes ist unzertrennlich und organisch. Aber in jedem einzelnen Geiste überwiegen zur Verherrlichung des Ganzen einzelne Vermögen, und alle die andern finden sich in ihm in abnehmender Stärke und Gewandtheit, so wie sie sich von denjenigen entfernen, die in seiner Individualität die herrschenden sind. Und diese gleichsam perspectivische Symmetrie und Eurhythmie der geistigen Vermögen so wie ihrer Werke, die jedem einzelnen Geiste wesentlich und unveräusserlich ist, kann wiederum der Einzelne nicht sich selbst verdanken, sondern er kann sie nur gewinnen in freier allseitiger Geselligkeit im Geisterreiche. Denn was er wegen der Schranken seiner Individualität nicht selbstthätig hervorbringen kann, das empfängt er selbstthätig von andern, die es aus der Fülle ihres Eigenthümlichen mittheilen. So liegt der immer neue Reiz und die Nahrung des eignen Lebens, und die mögliche Universalität der Bildung in der Geselligkeit der Geister unter sich. Wenn wir gleich eine unendliche Zahl von Geistern anzunehmen genöthigt sind, also das Geisterreich aus unendlich vielen Bürgern besteht: so kann doch auch eine bestimmte endliche Anzahl Geister ein vollständiges Bild des einen unendlichen Geisterreiches sein, wenn die bestimmten Anlagen und Individualitäten ihrer Glieder sich symmetrisch und proportional in die ganze innere geistige Bestimmung teilen. Und es lässt sich von der allgemeinen von Gott gestifteten Harmonie der Welt erwarten, dass das ganze unendliche Geisterreich, nach höheren uns unbekannten Gesetzen, in bestimmte sich unter und nebengeordnete organische endliche Geistergesellschaften getheilt sei. Hier ist die Grenze des Wissens, aber nicht der religiösen Gewissheit. So ewig als Gott und die Vernunft, und so unvergänglich das Sein und Leben jedes einzelnen →

=22= Das Urbild der Menschheit
→ Geistes ist, so ewig und stetig und gleichförmig muss auch der Umgang der Geister unter sich und die Verfassung des Geisterreichs sein. Ueberall aber geht der Natur nach das Ganze allen seinen Theilen vor und beherrscht sie, ohne dadurch die Selbständigkeit und das eigenthümliche Leben der Theile zu verletzen oder zu schwächen. Eben daher ist auch das Geisterreich selbst, ein Gesamtleben und jede in ihm enthaltene Geistergesellschaft eher und höher als jeder einzelne Geist; wenngleich das eigenthümliche Leben jedes einzelnen Geistes frei und ungestört im Ganzen besteht. Sofern also die menschliche Gesellschaft auch ein Theil des Geisterreichs ist, so ist das Ganze der Menschheit höher und eher, als jeder einzelne Mensch; und das Ganze ist würdig, den einzelnen Menschen zu regieren.
Als so ein organisches Ganzes steht die Vernunft der Natur selbständig gegenüber, geschickt und bereit, mit ihr vereinigt zu werden. Um nun die Grundzüge des Wechsellebens beider uns vorzuzeichnen, fordert noch die Natur einige aufmerksame Blicke.
Natur und organische Gattung
In den Sinnen des Leibes spiegelt sich dem Geiste die Natur. Gegen ihre höheren Lebenssphären , schon gegen die Erde, verschwindet die Grösse und die Kraft des Leibes, nur nicht die Harmonie und Schönheit seiner Bildung, nicht die Zartheit des Auges, dieses Organs, für den Himmel geschaffen. Im Auge zeigt uns die Natur die Grundzüge des Himmelsbaues so wie die Structur des Infusionsthieres; während wir noch Nebelflecke, Milchstrassen und Sonnensysteme erkennen, folgen wir mit demselben Auge der Natur in die zartesten Organe des kleinsten Geschöpfs. So zeigt uns die Natur die ganze Stufenfolge ihrer innern Lebenssphären, die auf eine ähnliche Stufenfolge ihrer Lebenskräfte schliessen lässt. So regellos uns auf den Wellen des Lichts das Firmament erscheint, so empfindet doch der Geist, vermöge des höheren Sinnes für Schönheit und Leben, an ihm eine unnachahmlich schöne Symmetrie und Eurhythmie.
Der Anblick des Firmaments, wenn er die Brust mit reinen und erhabnen Gefühlen erfüllt, erinnert den Menschen, seinen Geist nicht an sich selbst und diese Erde zu fesseln; und indem dieser Anblick die Unmöglichkeit lehrt, in die Tiefe des Himmels mit Bestimmtheit zu schauen, ermahnt er zugleich, aus allen Kräften für dieses Leben zu leben und ein würdiger Bürger dieser Erde zu sein. Je weiter die Naturwissenschaft fortgeschritten ist, desto mehr hat sich die Aehnlichkeit des Lebens der Natur mit dem der Vernunft, und desto deutlicher der Parallelismus ihrer Kräfte und Werke gezeigt. Dieser Parallelismus ist nothwendig und unvergänglich, weil beide, Natur und Vernunft, dasselbe Wesen der Gottheit darstellen. Auch die Natur enthält zwei höchste Sphären in sich, die den Ideen und →

Natur und organische Gattung =23=
→ dem Individuellen in der Vernunft entsprechen, und die Eine unvergängliche Thätigkeit der Natur selbst vereinigt beide von Ewigkeit zu Ewigkeit. Die Naturwissenschaft und das allgemeine Menschengefühl für Harmonie und Schönheit stimmen ein, wenn wir die organischen Reiche für das innerste Heiligthum der Natur erklären, und im menschlichen Leibe die höchste Blüthe aller Organisationen erkennen.
Das organische Naturreich der ganzen Erde beweist sich als ein einziger untheilbarer Organismus, als Ein grosser Leib, der sich im Reichthume aller Pflanzen und Thiergattungen als in seinen freien Gliedern verherrlicht. Ebenso ist auch die Lebenskraft der Natur, die diesen grossen Organismus schafft, nur eine, und die freien selbständigen Lebenskräfte, welche jede einzelne Pflanze, jedes einzelne Thier erzeugen und bauen, sind die organischen der ganzen organischen Lebenskraft untergeordneten wesentlichen Theile derselben. Die ewige Lebensquelle der Natur, welche jeden Himmelskörper, sobald er dazu reif geworden, mit dem bunten Teppich der Pflanzen schmückt, und ihn mit dem freien Leben der Thiere erheitert, auf jedem Himmelskörper dieselbe und doch nach der Eigenthümlichkeit desselben individuelle Schöpferin, steht frei und selbständig jener einen Thätigkeit in der Vernunft gegenüber, deren einzelne Stralen die Geister sind.
Die einzelnen Werke dieser einen organischen Lebenskraft der Natur, auch ihr geliebtestes, der Leib des Menschen, werden schnell vorübergeführt im Wandel der Zeiten; aber ihr wahres Leben und ihre wesentliche Schönheit empfangen sie nicht von der Zeit, noch geben sie es im Tode zurück. In jedem Momente trägt ein lebender Leib die Ewigkeit in sich, sein ganzes Leben ist Eine stetige Gegenwart des ewig Wesentlichen. Und über dem Leibe, im Leben und im Tode, waltet frei und unsterblich die organische Lebenskraft, die ihn erbaut, als ein wesentlicher Theil der einen organischen Lebenskraft der Natur, so wie frei und unvergänglich der Geist, ein urkräftiger Stral der einen Vernunftthätigkeit, über seinen innern Werken der Wissenschaft, der Kunst und der freien Harmonie derselben schwebt. Die Natur selbst bildet in dem einen grossen Ganzen ihres organischen Lebens, alle mögliche innere Gegensätze und Eigenthümlichkeiten des Lebens erschöpfend, Reiche, Klassen, Gattungen, Familien, Individuen. Und was sie alles frei und selbständig in besonderen Bildungen darstellte, das versammelt sie wieder in schönem Ebenmass und sicherem Gleichgewicht in Einer höchsten, allseitig gebildeten Gattung; in ihr liebt die Natur sich vollständig im harmonischen gleichförmigen Wechselspiel aller ihrer Kräfte zu gestalten, und mit einem reinen und treuen Bilde ihrer selbst ihre innern Schöpfungen zu beschliessen und zu bekrönen. Und so bringt sie in dieser höchsten organischen Gattung der Vernunft und der Gottheit den reinsten Spiegel ihrer selbst, der unendlichen, dar; so bereitet sie beiden eine würdige Stätte, sich mit ihr liebend zu vereinigen, und sie lebendig zur Darstellung der innigsten harmonischen →

=24= Das Urbild der Menschheit
→ Verhältnisse im Weltall zu durchdringen. Alle Individuen dieser einen höchsten
organischen Gattung sind ursprünglich und stetig als ein höheres Individuum, ein ganzes Geschlecht. Alle einzelne Menschenleiber verblühen, aber die Lebenskraft des ganzen Geschlechts erhält in jedem von ihnen den organischen Gegensatz des Männlichen und des Weiblichen; und wo dieser, in seiner Reife ausgebildet, in schöner Geselligkeit organisch vermählt wird, da wirkt die Lebenskraft der ganzen Gattung urkräftig ein zur Erzeugung aufblühender Individuen, in denen sich jener Gegensatz aufs neue wiederholt, und das Leben der Gattung sichert. Aus inniger Geselligkeit blühn die Neugebornen hervor ins Leben, nur durch liebende Sorgfalt der Erzeuger und des ganzen Geschlechts gedeiht ihr Wachsthum und ihre organische Ausbildung. Jeder einzelne Leib trägt in Gestalt und Bewegung und in allen Aeusserungen des Lebens in sich das Eigenthümliche des ganzen Geschlechts, des Stammes, der Familie und der Erzeuger, welches, nach dem eigenthümlichen organischen Charakter des Individuums ausgebildet, nicht hindert, dass jeder Leib einzig und selbst für die Ewigkeit in seiner Eigenheit nicht noch einmal erreichbar sei. Doch kehren am Menschen in einem unglaublichen Reichthume der Individualität, dieselben Gestalten in den verschiedensten Zeiten und in verschiedenen Stämmen und Familien wieder, ähnlich im Wesentlichen, doch nie individuell gleich; und aus ihren durch Geschlechtsliebe scheinbar regellos gemischten Verbindungen verjüngen und erhalten sie dennoch alle diese immer wiederkehrenden Grundformen der menschlichen Leiber. Die Natur folgt hierin tiefen, harmonischen und schönen Gesetzen, sie bildet die menschlichen Leiber nach unzähligen bestimmten individuellen Idealen des Lebens und der Schönheit mit untrüglicher Sicherheit. Und ist auch der Geist des Menschen noch nicht reif, in diese Tiefen zu dringen, so ermuntert doch die unleugbare Thatsache zu immer tieferen Forschungen. Durch Frevel, welchen die Menschen verstandlos gegen diese ewigen Gesetze üben, können ganze Familien, ganze Stämme und Völker organisch zerrüttet werden an Gestalt und Lebensäusserung. Wird hingegen die Geselligkeit der Geschlechter naturgemäss gekettet, so blüht ein gesundes, kraftvolles, schönes Geschlecht auf, und ein gesunkenes verwelktes wird neu gehoben und verjüngt.
Auch in der Bildung des menschlichen Leibes bewährt sich die Natur als Ein Ganzes des Lebens; auch hier setzte sie das Ganze seinen innern organischen Theilen vor; sie will die Gattung, das ganze Geschlecht, und in ihm nach dessen Gesetzen frei belebt den einzelnen Leib. Auch hier will die Natur eine stetige, gesetzmässige und allseitige Wechselwirkung des höheren Ganzen und aller seiner Glieder; des ganzen Geschlechts, der Stämme, der Familien und der einzelnen Leiber. Der einzelne Leib lebt nur in der Gattung, nur in ihr kann seine Eigenthümlichkeit und Schönheit gedeihn; das eine untheilbare Leben der Gattung ist's, was in jedem einzelnen Leibe sich eigenthümlich gestaltet.

Vernunft und Natur vereinigt durch Gott; und Menschheit =25=
Sofern daher die Menschheit organische Gattung ist, ist sie als ganze Menschheit höher und eher als der einzelne Mensch; dieser hat nur Leben und Würde, wenn er sich mit der ganzen Menschheit gesetzmässig verbunden erhält.
Vernunft und Natur vereinigt durch Gott; und Menschheit
Vernunft und Natur, diese beiden Hemisphären des Weltalls, leben nicht einsam und getrennt von einander, sondern Gott, der sie beide schuf und beiden inneres, freies Leben verlieh, vereinigt sie beide gesellig zur höchsten vollständigen und allstimmigen Harmonie in ihrem ganzen Wesen, ewig nach unwandelbaren Gesetzen. Aber unsre Augen sind nicht fähig, in die Geheimnisse der Weltbegebenheiten höherer Ordnungen zu dringen; es ist vergönnt, sie religiös zu ahnen und im Gemüth sie zu achten, aber es wäre vermessen, über sie bestimmt entscheiden zu wollen. Doch vermögen wir den innigsten Theil dieser Durchdringung der Vernunft und der Natur klarer zu schauen; denn wir gehören selbst zu ihm, und alle unsere geistigen und leiblichen Kräfte sind ihm geweiht. So wie nemlich Geist und Leib die Meisterwerke und die innersten Heiligthümer der Vernunft und der Natur sind, so ist auch die lebendige Einheit beider, der Mensch, der innigste und herrlichste Theil jener von Gott gestifteten Harmonie der Vernunft und der Natur. Auch das Bündniss der Geister und der Leiber knüpft und erhält Gott; ohne ihn blieben beide einsam, sie suchten sich nicht und fänden sich nicht und vermöchten nicht ineinander einzuwirken; nähme Gott seine Kraft. die beide zusammenhält, in sich zurück, so zerrisse plötzlich das Band des Leibes und der Seele. Der Mensch ist nicht blos Geist, noch blos Leib, noch auch beides zusammen blos neben einander gedacht, sondern er ist ein neues aus Leib und Geist durch Gott gebildetes Wesen, bestimmt, das Leben der Natur und der Vernunft als ein gemeinsames auszubilden und dasselbe durch das harmonische Wechselspiel aller vereinigten leiblichen und geistigen Lebenskräfte in gemeinsamen Werken darzustellen. Geist und Leib sind daher im Menschen gleich ursprünglich, gleich lebendig, gleich göttlich, sie verlangen gleich rein und heilig erhalten, gleichmässig geliebt und gebildet zu werden; es muss eine gesunde Seele in einem gesunden Leibe wohnen, wenn der Mensch ein vollständiger Mensch sein und seine ganze Bestimmung erfüllen soll. Der Geist des Menschen wünscht und fordert von seinem Leibe, er solle ihm in allen seinen geistigen Bedürfnissen helfend und liebreich entgegenkommen, seine Einsicht erweitern, seine Kunst ausüben, ihn durch Sprache mit anderen Menschen vereinigen; und die gütige Natur täuscht diese Erwartung nicht, der Geist ist ihr theuer und werth, sie überhäuft ihn mit Liebe und mit Gütern. Aber eben so theuer und werth sei dem Geiste der Leib; er achte ihn sich selbst gleich, verehre ihn als ein gleich grosses und reiches Werk der Macht und Liebe Gottes; er unterstütze, helfe, erfreue den Leib in seiner organischen Ausbildung zur Gesundheit, Kraft →

=26= Das Urbild der Menschheit
→ und Schönheit; er bilde ihn zum Spiegel einer schönen Seele, er weihe und heilige ihn zum freien Dienst nur guter und würdiger Vernunftzwecke.
Jeder Geist kann nur dadurch als einzelner Geist bestehen, dass er Mitglied des Geisterreichs ist; diess gilt daher auch von allen Geistern, welche mit organischen Leibern vereinigt, Menschen sind. Einsicht und Glaube haben ihn veranlasst, Ein Geisterreich anzunehmen, welches aus vollständigen in sich befriedigten einzelnen Geistergesellschaften besteht, die in ihren einzelnen Bürgern alle einseitige Anlagen und Bildungen überwiegend so enthalten, dass alle Theile der innern Vernunftbestimmung symmetrisch und harmonisch und in gleichförmigem Wachsthume erreicht werden können. Ein Aehnliches glauben wir auch aus gleichen Gründen von der Geistergesellschaft, welche in einer stetigen Reihe kommender und scheidender Seelen die Menschheit auf Erden bildet. Ohne in das Wie und Woher voreilig eindringen zu wollen, glauben wir, dass die einzelnen Glieder der Menschheit aller Zeiten, jedes mit seinen eigenthümlichen Anlagen und mit seiner ganzen Individualität nach weiser Vorsehung wohlberechnet, zur Menschheit hinzutreten; in welchem Zusammenhange aber die als Menschheit lebenden Geister mit der Geistergesellschaft gestanden haben und in Zukunft stehen werden, aus welcher sie genommen sind, wagen wir nicht zu entscheiden. Die Leiber der Menschen auf dieser Erde leben ursprünglich als Eine individuelle Gattung mit bestimmter planetarischer Eigenthümlichkeit und jeder einzelne Leib hat in Gestalt und Leben ein ihm Wesentliches, Eignes, was der ewigen Natur ewig zum zweitenmal unerreichbar bleibt. So sind, diesem Glauben zufolge, einzelne Geistergesellschaften für einzelne organische Geschlechter auf einzelnen Erden, einzelne Geisterfamilien für einzelne Leiberfamilien, ja einzeln: Geister für einzelne Leiber durch die sich entsprechende harmonische Individualität bestimmt, und ein lebendiger Gedanke an Gottes Weisheit und Güte überführt mich, dass er nur entsprechende Geistergesellschaften mit entsprechenden organischen Geschlechtern vereinige, ja dass er jedem Geiste einen mit seiner Individualität harmonischen Leib zuführe. Ohne diesen Glauben, dass jene Begebenheiten höherer Ordnungen, in deren Geschichte kein sterbliches Auge einzudringen vermag, nicht durch Zufall, sondern durch die Güte und Weisheit Gottes regiert werden, fielen alle Hoffnungen, die uns über die Menschheit beseelen, als eitel und leer zusammen. Eine Geistergesellschaft hingegen, welche mit einem ihr angemessnen organischen Geschlecht auf einer Erde vereinigt als Mensch lebt, kann sowohl die Eigenthümlichkeit, welche dieser Menschheit als Geistergesellschaft betrachtet zukommt, inniger und höher ausbilden, und der Eigenthümlichkeit der organischen Gattung ihre Vollendung geben. Als auch ein wahrhaft individuelles, höheres Ganzes als Menschheit bilden, insofern sie die geistige Eigenthümlichkeit der Geistergesellschaft mit der leiblichen Eigenthümlichkeit des Geschlechts harmonisch vereinigt, beide durch einander erweckt, erhebt, bereichert und beide wechselseits in einander darstellt in der Welt der Sinnenanschauungen im Geiste, und in der Welt der Kunst im Leibe und in →

Vernunft und Natur vereinigt durch Gott; und Menschheit =27=
→ der ganzen umgebenden Natur. Da kann auch der einzelne Mensch seine eigne geistige und leibliche Eigenthümlichkeit, jede für sich und ihre Harmonie zur Reife bringen, und sich als ein würdiges Glied an immer höhere und höhere Ganze geistiger und leiblicher und harmonischer Geselligkeit anschliessen. Die Menschheit so betrachtet, sehen wir im Menschen aus dem Innersten aller Sphären Lebensstralen sich sammeln, und in der Menschheit allseitige Wechseleinflüsse die innigste Harmonie aller Dinge vollenden. Denn in der Menschheit finden wir allseitige freie Einwirkung der Geister auf Geister, der Leiber auf Leiber, der Geister auf Leiber, der Leiber auf Geister, und dabei die vollständigste Wechselwirkung der Einzelnen unter sich, der Einzelnen mit allen höheren Lebenssphären, und aller dieser höheren Lebenssphären unter sich selbst. Ursprünglich findet sich zwar jeder einzelne Geist nur mit seinem Leibe vermählt, allein durch diesen Leib theilt er sich liebend und lebend einzelnen Geistern, die als Menschen leben, mit, so wie der ganzen als diese Menschheit lebenden Geistergesellschaft, und empfängt von eben daher immer neuen Reiz und neue Nahrung seines inneren selbständigen Lebens.
Mit seinem Leibe unzertrennlich und innig vereint bildet ihn der Geist zum geistigen Kunstwerk, zum treuen Ausdruck und Ebenbild seiner geistigen Gesundheit und Vortrefflichkeit. Aber auch mit den Leibern anderer Menschen kann der Geist geistig umgehen, er kann sein geistiges Leben auf die Veredlung und Erhaltung der ganzen organischen Gattung erstrecken, ja selbst mit der ganzen organischen und unorganischen Natur auf der Oberfläche der Erde kann der Geist durch den Leib in lebendigen, und mit dem ganzen Sonnensysteme, ja mit Systemen von Sonnensystemen in geistigen Verkehr der Erkenntniss treten; und aus allen Lebenssphären der Natur empfängt er ihre Liebe und Gunst zurück in den Empfindungen des Leibes, welcher der Sammelpunkt aller ihrer Wohlthaten ist. Eben so frei und allseitig ist auch der leibliche Umgang des Menschengeschlechts unter sich zur Verherrlichung und Verschönerung der Gattung so wie des einzelnen Leibes. Auch die Natur tritt ihrerseits selbstthätig durch den Leib mit dem Geiste, sowohl mit dem einzelnen als mit der ganzen in ihr lebenden Geistergesellschaft in allseitigen, freien Verkehr. Endlich als Mensch kann und soll der Einzelne sich gesellig mit Freunden, Liebenden und mit immer höheren Gesellschaften vereinigen, ja einige Wenige können durch urkräftige Gedanken und durch erhabene Thaten der ganzen Menschheit vorzüglich gehören. Jeder Mensch empfängt die Schätze der ganzen Menschheit, so weit er es fähig ist, durch Erziehung und geselliges Leben, und ist bestimmt, aus dem Schatze seines eignen geistigen, leiblichen und menschlichen Lebens dankbar auch seine Gabe auf dem Altare der Menschheit darzubringen. Unendliches empfängt er, nach Vermögen kann er nur Weniges, aber Schönes und Unvergängliches geben. Als lebendiges Glied der ganzen Menschheit gewinnt und erfüllt und verschönt der Mensch sein eigenstes selbständiges Leben; Tiefe und Würde und Selbstgenügsamkeit erwirbt er nur im lebendigen Verkehr mit dem →

=28= Das Urbild der Menschheit
→ bewundernswürdigen Ganzen der Menschheit, dessen lebendiger, würdiger Theil
zu sein, sein einziger Stolz ist. So ist auch die Menschheit auf Erden ursprünglich und zuhöchst als Ganzes da, und alle menschliche Gesellschaften und einzelne Menschen, als ihre organische, freilebendige, in sich selbst würdige aber untergeordnete Theile, deren Gesundheit und Würde es ist, dem Ganzen durch ihr eigenthümliches Leben zu dienen und ihm sich ganz zu weihn. Die Menschheit ist und soll sein als Ein grosser Mensch auf Erden, gleichwie Ein gesunder und schöner Geist in Einem gesunden und schönen Leibe. Die Menschheit als das Ganze ist ursprünglich nicht aus ihren letzten Theilen, den einzelnen Menschen, zusammengesetzt, sondern sie ist eher als alle ihre lebendigen Theile, sie bildet, hält, beherrscht jeden derselben, sie schenkt jedem Menschen eignes, selbständiges Leben, welches er nur heiter und frei im Ganzen führen kann. Es ist die höchste Würde des einzelnen Menschen, als freier, inniger Theil der ganzen Menschheit zu leben und sein im Ganzen gewonnenes und erhöhtes Leben dankbar der ganzen Menschheit darzubringen. Das Wesen und die Bestimmung der Menschheit und des Menschen sind ursprünglich eins, sie sind nur wie Leib und Glieder geschieden, um Ein Leben zu sein. Der Mensch und die Menschheit können nur in, mit und durch einander, in gleichförmigem, stetem Fortschritte ihre Bestimmung erreichen; die Bestimmung jedes Einzelnen ist ein achtungswürdiger Theil der Bestimmung der ganzen Menschheit. Und da die Menschheit eher und höher als jeder einzelne Verein, als jeder einzelne Mensch ist, aber jeder ihrer Theile der Gesundheit und Schönheit des Ganzen wesentlich gehört, so ist es die theuerste und heiligste und erste Angelegenheit des menschlichen Geschlechts auf dieser Erde, sich als Menschheit zu constituiren, immer mehr und mehr als Menschheit, als Ein harmonisches, geschlossnes Ganzes, aufzutreten. Die Geschichte der Menschheit auf Erden kann nur dann immer reicher an Leben, an Würde und Schönheit werden, wenn die Menschen sich von allen Seiten inniger und inniger aneinander anschliessen, um Eine Menschheit, Ein Kind Gottes zu werden und so den Willen Gottes, der Vernunft und der Natur und das Sehnen der eignen Brust zu erfüllen.
Diess ist die Wahrheit, von welcher wir glauben, dass sie das grosse Leben der Geschichte durch das jetzt lebende Geschlecht auszusprechen und wirklich zu machen gerade jetzt unternehme. Im Geiste dieser Wahrheit zu denken und zu handeln ist der Zeitgeist selbst, es ist das Wesen auch unseres Lebens. Die Idee der Menschheit ists, deren Knospe durch die Vorzeit genährt und geschwellt, jetzt zur schönen Blüthe der Humanität aufbricht; die Idee der Menschheit ists, die auch diess unser Werk beseelt. Diese göttliche Idee begründet jetzt ihre Herrschaft im Ganzen, wie in den Theilen; sie muss, ja sie wird in Wissenschaft und in Kunst und in allen geselligen Verhältnissen des Lebens, im Staat, in der Kirche, im Bruderbunde der Liebe, in der Familie, in den Freundschaften und in der freien Geselligkeit das Herrschende, das Beseelende, das Schaffende werden. Die Idee der Menschheit, die du, o göttlicher Stifter der Religion der Liebe zuerst, als einen →


Vernunft und Natur vereinigt durch Gott; und Menschheit =29=
→ Funken himmlischer Weisheit in die wiedergebornen Herzen warfst, sie ist jetzt zur lebendigen, leuchtenden Flamme geworden, in ihrem Lichte wird auch deine ewige Stiftung wiedergeboren werden, und neues Leben, neue beseligende Kraft gewinnen. Das heilige Feuer, was jedes Herz erwärmt, die reine Flamme, die auf dem Altare jeder Familie lodernd das Haus erhellt und erheitert, und die himmlische Glut, die vom Altare der Menschheit ausströmend das ganze Geschlecht durchdringt, sie sind das eine ewige Licht, die eine innige Wärme der Macht und Liebe Gottes, wie sie von ihm aus über alle Wesen sich ergiessen, als der ewig junge, freudige Quell alles Lebens und aller Liebe.
Diese Wahrheit zu fassen und in ihr zu leben ist nicht das Vorrecht des Wissenschaftskundigen, sondern das Eigenthum jedes sinnigen, religiösen Menschen. An diesen wenden wir uns, wenn wir jetzt noch an die innern und äusern Thatsachen erinnern, welche es bewähren, dass die Menschen fähig und bestimmt sind, in allen ihren Bestrebungen Eine Menschheit zu sein; Thatsachen, welche auch jeden Einzelnen unablässig aufrufen, sich als Mitglied dieses grossen Ganzen zu erkennen, zu lieben und auszubilden, und ihm, wenn Gott und Pflicht gebeut, Leib und Leben willig zum Opfer zu bringen.
Jeder Mensch ist ein freier und selbständiger Geist und Leib, und trägt die Keime aller menschlichen Vortrefflichkeit in sich. Alle Menschen haben einerlei leibliche und geistige Grundanlagen, bei jedem finden sie sich alle, aber bei jedem sind sie in ganz eignen Verhältnissen der Innigkeit, der Stärke und der Aufeinanderfolge vorhanden; und fänden sie sich auch von Natur im Gleichgewichte, so könnten sie doch wegen der verschiedenen Lage jedes Einzelnen in der Natur und in der Gesellschaft nicht alle gleichförmig und in keinem auf gleiche Art ungleichförmig ausgebildet werden. Schon aus diesem Grunde kann kein Mensch zugleich alles mögliche leisten, und auch das, was er zu leisten an sich fähig ist, nicht für sich allein ohne Geselligkeit. Selbst wenn nur eine einzige Anlage vorzugsweise entwickelt werden soll, so vermag auch hierin der Einzelne für sich allein nicht alles, was ihm in Gesellschaft möglich ist. Denn jeder Gegenstand, worauf sich irgend eine menschliche Anlage bezieht, ist so wie diese Anlage selbst wahrhaft unendlich, beide stehen in wesentlicher Wechselbestimmung mit unendlich vielen andern Gegenständen und Talenten; nur daher, wenn dem Einzelnen eine Menge Dinge schon fertig von andern zugeführt werden, nur wenn für alle seine übrigen geistigen und leiblichen Bedürfnisse die andern arbeiten, kann er sich der Ausbildung eines einzelnen Talents überlassen; sogar auf dem diesem Talent eigenthümlichen Gebiete bedarf er noch fremder Vorarbeit, fremden Beispiels und fremder Lehre, um in der kurzen Lebenszeit zu einiger Vollkommenheit zu gelangen. Die Unendlichkeit und allseitige Wechselbestimmung aller Dinge und aller menschlichen Bestrebungen zeigt sich allenthalben in Wissenschaft und Kunst und im geselligen Leben. Jedem kann eine ruhige und unpartheiische Prüfung, wie viel er durch sich →

=30= Das Urbild der Menschheit
→ und wie viel er durch die Gesellschaft geworden, davon überführen, dass ihn weder Natur noch Vernunft als ein einzelnes Wesen zu bilden noch zu behaupten unternimmt. Die reine Wissenschaft, auf unsere obigen Behauptungen gestützt, leugnet geradezu, dass ein einzelner Mensch als einzelner sein und gedacht werden könne. Nur Geselligkeit kann den Krankheiten und Schwächen des Geistes und des Leibes vorbeugen, die den Einsamen unvermeidlich treffen und in Verzweiflung setzen müssten; nur in Gesellschaft wird dem Einzelnen die Perspective verständlich, worin sich ihm sein eigen Wesen, Gott und die Welt darstellen. Daher hat die höchste Weisheit und Güte Sehnsucht nach andern Menschen, nach Umgang und Liebe in jede Brust gelegt, und schon dieser nie auszurottende Urtrieb ist Bürge, dass die Menschen nach Gottes Absicht als ein geselliges Ganze da sein sollen.
Aber ausserdem, dass der Einzelne als Einzelner erst in Gesellschaft vollendet wird, leistet auch die Gesellschaft Dinge, welche der Einzelne nicht einmal zum Theil leisten könnte, wozu er vielmehr nur gesellig vereint mit andern auch seinen Theil beitragen kann. Wir reden von allen der Gesellschaft eigenthümlichen Werken, welche ihrer Natur nach gewinnen, je mehrere und je tauglichere Mitarbeiter sich finden, und welche nur dann ihren Glanz und ihre ganze Würde erlangen können, wenn sich zu ihrer Schöpfung die Menschen in Eine Menschheit vereinigt haben. Bei ihnen nun ist entweder das Gebiet des zu Leistenden für den Einzelnen zu weit, und aus Mangel an Zeit und Kraft unbezwinglich, so dass vielleicht des Einzelnen Beitrag so wenig etwas austragen würde, als ein Tropfen im Meere; oder die Theilnahme der Einzelnen ist der Art und Geschicklichkeit nach so verschieden, dass erst die verschiedenartigsten Arbeiten, nach bestimmten Gesetzen regiert und vereinigt, das Werk geben. Bei jedem eigentlich gesellschaftlichen Werk ist immer beides zugleich der Fall, nur dass bei einigen die Grösse und Dauer der Arbeit, bei andern die Mannichfaltigkeit der Arbeiter überwiegt, bei einigen aber beides gleich bewundernswürdig ist. Von der ersten Art sind vorzüglich die Kultur des Erdbodens und alle solche Kunstwerke, an denen Erhabenheit das Herrschende ist, deren Vollendung mehr als ein Menschenalter fordert. Zu der andern Art gehören alle gesellige Darstellungen der Wissenschaft, der Kunst und der Religiosität, welche vielleicht in wenigen Tagen, Jahren, Stunden, wohl gar Minuten zu Stande gebracht werden können, bei denen aber verschiedenartige Talente harmonisch sich vereinigen und gegen einander verständig und kunstreich gemässigt sich äusern müssen, um das Werk herzustellen: wie eine Symphonie, ein Tanz, eine Oper, ein Gespräch, eine gesellige religiöse Handlung. Die bewundernwürdigsten Werke der Gesellschaft sind die Sprachen, die Volkscharaktere, die Reisekunst zu Wasser und zu Lande und in der Luft, die Wissenschaften und die Künste überhaupt, die Familien, die Staaten, die Freundschaften, die Kunst des geselligen Umgangs, der Bruderbund der Liebe und die Religionsvereine. Sie alle sind unendlich, sie alle gewinnen mit der Anzahl und den Talenten der einzelnen Arbeiter, sie alle können nur organisch →

Vernunft und Natur vereinigt durch Gott; und Menschheit =31=
→ und schön vollendet sein, wenn alle Völker auf Erden sich in Eine Menschheit vereinigt haben werden. Vereinigung der Menschen in immer höhere gesellig Ganze, in so umfassender und vielseitiger Geselligkeit als möglich, wird eben so durch die Vernunft von den Geistern, als durch die Natur von den Leibern, als auch durch beide von den ganzen Menschen gefordert. So wenig ein Geist bestehen kann, ohne in der ganzen Vernunft zugleich mit allen Geistern gehalten zu sein und ohne die Würze und Nahrung seines Lebens aus dem Umgange mit andern Geistern zu ziehen, eben so wenig kann sich der Leib aus der ganzen Natur, aus seinem Himmelskörper, als dem nächsthöheren Ganzen seines Lebens, noch aus seinem Geschlecht herausreissen, er besteht nur in der Fülle und Schönheit, wenn alle seine Verhältnisse zu allen seinen höheren Lebenssphären gesund sind. Ohne Gesundheit beider, des Leibes und des Geistes, kann auch das aus beiden bestehende Wesen, der Mensch, nicht gesund sein; und auch dieser kann bei gesundem Geiste und bei gesundem Leibe nicht bestehen, noch weniger vollendet werden, wenn er sich nicht als Mensch harmonisch an alle höhere Ganze menschlicher Geselligkeit und in dieser vielfachen Geselligkeit an alle höhere Lebensganze, an Gott und die Welt, anschliesst. So sind die Menschen durch Gott, durch die Natur und durch die Vernunft bestimmt aufgefordert, Eine Menschheit zu bilden.
Denn betrachten wir die Erde als ein Ganzes, so ist die Fülle und Schönheit und die reine Harmonie ihres Baues und ihres Lebens unverkennbar. Wir werden in der Folge noch länger auf ihrem erhebenden Bilde verweilen. Ihre Erzeugnisse sind, auf sie selbst bezogen, und von menschlichen Bedürfnissen abgesehn, in unergründlich mannichfaltigen, schönen, rhythmischen, ich möchte sagen, musikalischen Verhältnissen, auf ihr vertheilt und geordnet. Die Erde selbst ist beschäftigt, eine allseitige Wechselwirkung der Klimaten, eine wechselseitige Mittheilung und Verkettung ihrer unorganischen und organischen Produkte und dadurch eine gleichförmige Verbreitung des Lebens, besonders des Pflanzenreichs und des Thierreichs, auf ihrer ganzen Oberfläche hervor zu bringen. Aber weit eilt der Erde selbst in diesem Streben der Mensch vor, der aller andern irdischen Dinge zu seiner Erhaltung und Labung bedarf, und seine Liebe und Sorgfalt auf alle Erzeugnisse der Erde erstreckt, deren Schönheit und Lebendigkeit ihn rührt; ihn treibt der Geist und ein nicht vorsehungsloses Geschick um die ganze Erde, sein Geschlecht breitet sich bis nahe an die Pole aus, damit er auch hiehin Leben und Freude verbreite, und auch hier noch die Natur mit ihrem Meisterwerke und mit Denkmalen des Geistes schmücke, wo sie sich selbst und den Menschen ganz vergessen zu haben scheint. Der gesellige Verein der Menschen arbeitet unermüdet daran, die klimatischen Verschiedenheiten der Erdstriche, wo sie schön und nützlich sind, auszubilden wo sie aber widrig und schädlich werden, aufzuheben oder unschädlich zu machen; er sucht die kalten durch Anbau zu wärmen und zu veredlen, die schönsten und nützlichsten Thiere und Pflanzen überall hin, wo guter oder auch nur erträglicher Boden ist, gleichförmig zu →

=32= Das Urbild der Menschheit
→ verbreiten, ja ihnen oft durch Kunst einen tauglichen Boden mühevoll zuzubereiten. Und so verschönt die Zaubergewalt des Geistes, nicht ohne Gott, die Erde selbst als Ganzes und schmückt sie überall mit ihrem schönsten, lebenvollsten und dankbarsten Bewohner, dem Menschen. Könnte sich die Natur ihrer selbst bewusst werden, sie müsste entzückt sein, sich von der durch Gott mit ihr vermählten Geisterwelt so rein aufgefaßt, so wohlverstanden, so innig geliebt und durchdrungen zu sehen, und durch den Menschen die Harmonie ihres allseitigen Lebens nach ihren eignen Gesetzen gefördert, ja sich selbst über sich selbst erhoben zu finden. Aber diess alles vermögen die Menschen nur in Gesellschaft. So fordert die Natur die Menschen um der Schönheit und der Fülle ihres beiderseitigen und ihres harmonischen Lebens willen auf, sich ihr als Ein geselliges, harmonisches Ganzes, als Eine Menschheit darzustellen, um dadurch auch ihre höchste Gunst zu gewinnen, und von ihr dankbar mit allen Naturgütern überall gleichförmig, und nach Bedürfniss und Empfänglichkeit überflüssig, beschenkt zu werden.
Gott selbst hat unsere Menschheit durch Naturgrenzen, durch die Abgeschlossenheit der Erde in sich selbst, von allen übrigen Menschheiten des Weltalls, welche die Eine höchste Menschheit sind, vollkommen abgesondert. Nur von ihm lässt es sich erwarten, dass sich jene schon erwähnte symmetrische und eurhythmische Vollständigkeit der Charaktere und der Gaben des Genius auch in unserer Menschheit gerecht und zweckmässig vertheilt und in der Nachkommenschaft stetig verjüngt und erhöht finden werde. Durch das leibliche und geistige Sehnen jedes Menschen nach Liebe und Geselligkeit und nach höherer Ergänzung des eignen Wesens, und indem er die Menschheit einen höchst belebten paradisischen Wohnplatz bereitete, welcher von allen andern Himmelskörpern abgesondert sich selbst genügt, hat Gott die Menschen selbst aufgefordert, sich zu Einer Menschheit auf Erden, als zu einem vollständigen, in allen seinen Theilen sich wohlverhaltenden, gesunden und schönen Ganzen zu vereinigen und auszubilden. Dieser der Menschheit würdige Wohnplatz, die Erde, die Mutter und Pflegerin alles organischen Lebens, ist durch das wunderbar verschlungene Netz und die harmonisch bestimmten Höhen der Gebirge, durch das Wechselwirken der Gebirgsbildung und der Wasserströmung in vulkanischen Kämpfen, und in sanften und gewaltsamen Durchbrechungen jenes Netzes durch lebendige Fluthen, in eine unübersehbare Menge charaktervoller neben und in einander enthaltner Gebirgs- und Flussgebiete getheilt, welche bald von Meeren umflossen sind, bald inländische Meere concentrisch umgeben. Der umfassende und klare Anblick der gesetzmässigen Schönheit, der so vielfachen Symmetrie und Eurhythmie der Höhen, der Flüsse und Thäler, des festen Landes und des Meeres, in Umriss und Gestalt und in ihren mannigfachen Producten, wird kommende Geschlechter noch mehr als uns entzücken, wenn sie durch Hülfe des Staats, und durch planmässige, umfassende Reisen zu Wasser und zu Lande und in der Luft dahin gekommen sein werden, wonach sich jetzt die einsamen →

Vernunft und Natur vereinigt durch Gott; und Menschheit =33=
→ Forscher und die gebildeteren Völker vergeblich sehnen. Jene grösseren und kleineren, durch Klima und Lage verschiedenen Gebirgs- und Flussgebiete bieten dem sich ausbreitenden Menschengeschlechte eben so viele besondere, in sich befriedigte und ganze Wohnplätze an, worin sich die sich trennenden Volkschaften theilen und sich eigenthümlich nach Massgabe ihrer geistigen Anlagen und der sie umgebenden Natur ausbilden und nach und nach fähig werden können, in kleinere und grössere, neben und unter einander stehende, sich wechselseits dienende und belebende Völkerbündnisse durch Menschenkunst und Recht vereinigt zu werden. Und diese einzelnen engeren oder weiteren Verbindungen der Völker können endlich im Alter der mündigen Nationen in das harmonische höchste Ganze Einer Menschheit durch Liebe und Recht verbunden werden, in welcher höchsten Einheit dann auch jedes Volk, das die Selbständigkeit errungen hat, seine Eigenthümlichkeit reinigen, erhalten, und gesellig ausbilden kann.
Wäre auch die Menschheit nicht durch Gott und durch die Natur ihres Wohnplatzes angewiesen, sich auf Erden als Ein höchstes, geselliges Ganzes auszubilden, würde sie auch nicht durch Naturbedürfniss und Naturanstalten aufgefordert, bestimmte Sphären der Geselligkeit abzuschliessen, welche zwischen dem Einzelnen und die ganze Menschheit vermittelnd treten: so müsste schon ihr innerer rein menschlicher Zustand die Menschen antreiben, allseitige, geistige und leibliche und menschliche Geselligkeit mit so vielen Individuen zu suchen, als nur möglich ist. Denn jedem nur einigermassen ausgebildeten Menschen leuchtet es ein, dass die menschliche Bestimmung nach unendlich vielen Seiten hin unendlich und eines unendlichen Reichthums charaktervoller Individualität in der Thätigkeit und in den Werken fähig und bedürftig ist, jeder, der zum wahren Selbstbewusstsein und zur wahren Selbstschätzung gekommen ist, fühlt, wie wenig er für sich allein, wie weit mehr mit andern vereint sich selbst und der Menschheit genügen kann. Ich gebe es gern zu, dass auch eine geringere Anzahl Menschen unter einer Menge günstiger Voraussetzungen mit Ordnung und nicht ganz erfolglos für die ganze menschliche Bestimmung leben könne. Ein gesundes und kräftiges Geschlecht auf einer einsamen Insel, in schöner, freigebiger Natur, ungestört von Stämmen, welche eine wildere Natur wilder erzog, wenn auch nur stets aus einigen hundert Individuen bestehend, würde froh und glücklich in beneidenswerther Unschuld leben, und zwar langsam aber sicher fortschreitend seine Kräfte insoweit ausbilden, als es der Genuss der Segnungen der Natur gestattete, und dahin, wo Liebe und Freude es rufte. Ganz anders indess, und weit schöner und erhabener, hat es die ewige Weisheit gewollt, welche das Geisterreich regiert, die Erde gründet und Menschen bildet; sie zwingt das werdende Menschengeschlecht durch tragische Mittel zur Selbsterziehung, zur Ausbreitung auf der ganzen Erde und zur Ausbildung aller Talente, sie erregt in ihm, wenn seine Kultur weiter vorgeschritten ist, das Verlangen, die Hoffnung und die Kraft, die menschliche Geselligkeit zu vervielfältigen, sie edler und umfassender zu machen.

=34= Das Urbild der Menschheit
Alle Völker, welche auf der Erde leben, sind zu jeder Zeit einiger geselliger Verhältnisse fähig und würdig, und können es durch die Erziehung der schon mündigen Völker immer mehr werden; Erhöhung der Geselligkeit in sich und mit anderen Völkern ist Bedingung der Kultur und der Lebendigkeit jedes Volks. Gott und Natur und Vernunft begünstigen die Darstellung immer höherer Menschen und des Höchsten auf Erden Darstellbaren, der Menschheit, und die immer mehr sich entwickelnde Natur des Geistes stimmt ein in diess grosse Bestreben. Hierauf steht unsere Hoffnung fest, auch die Völker dieser Erde werden einst Eine in ihrem Innern vielfach und harmonisch gesellige Menschheit sein. Ist auch diese Idee jetzt noch nicht vollkommen wirklich geworden, so verdient es eine geschichtliche Prüfung, welcher die Fackel der Wissenschaft vorleuchten muss, ob die Menschen bis jetzt stetig und unwillkürlich und zum Theil glücklich an der Darstellung aller Völker als Einer Menschheit gearbeitet haben. Bewährt sich diess, so kann uns der Gedanke trösten, dass die Geschichte noch nicht geschlossen ist, dass auch wir Mitlebende alle eine Kraft Gottes sind, und dass nach uns lebenvolle Geschlechter kommen, welche um so vollkommener sein und jenem grossen Ziele näher rücken werden, je mehr wir unsere Väter zu übertreffen und das grosse Werk der Menschheit, da wo jene es liesen, zu fördern suchen. Diese Hoffnung setzen wir gewiss nicht grundlos in unser Zeitalter, welches die ganze menschliche Bestimmung ursprünglich als die Bestimmung des Einen grossen Menschen, der ganzen menschlichen Gesellschaft aller Zeitalter, anerkennt, welches die Kräfte, die der Menschheit in jedem Volke und in jedem neugebohrnen Erdbürger geschenkt werden, richtiger und menschlicher zu schätzen versteht, als alle vorigen Zeitalter. Möge der Zeitgeist mit Glück in dem Bestreben fortschreiten, die Kräfte jedes Einzelnen und jedes Volkes mit Liebe und Weisheit nach der Idee des Ganzen zu entwickeln und sie gerade, wenn und wohin sie taugen, an das grosse Werk der Menschheit anzulegen. Mögen sich alle Menschen immer inniger so vereinigen, dass für alle Theile menschlicher Bestimmung von innerlich berufnen Arbeitern in gehöriger Anzahl zu rechter Zeit und am rechten Orte mit Freunden symmetrisch und harmonisch gearbeitet werde: so werden bald alle Menschen und alle Völker, gleichsam als Glieder eines organischen Leibes, eine wahre in allen ihren Theilen ausgebildete, gesunde und schöne Menschheit sein; sie werden dann in den Augen der Gottheit als ein fröhlich wachsender Mensch erscheinen, der mit allen gleich grossen Anlagen geboren, sie alle mit gleicher Liebe und Treue ausbildet, und so das Werk, wonach alle seine Kräfte streben, gleichmässig, schön und kraftvoll zu Stande bringt.
Wir haben bis jetzt das Wesen des Menschen und der Menschheit und sein Verhältniss zu Gott und zur Welt darzulegen gesucht, und wenden uns dahin, die Bestimmung des Menschen und der Menschheit im Grundriss zu zeichnen. Hier nun ist zu untersuchen, was zu thun ist, mit welchen Kräften und wie es gethan wird. Deshalb richten wir die Aufmerksamkeit zuerst auf die Werke der →

Die ursprünglichen Werke der Menschheit =35=
→ Menschheit, sodann auf den Organismus ihrer Kräfte, und endlich auf die vernunftgemässen Formen aller menschlicher Wirksamkeit.
Die ursprünglichen Werke der Menschheit
Bei der Betrachtung der Werke, der Kräfte und der Geselligkeit des Menschen müssen wir auf die Bestandtheile seines Wesens sehen. Denn er ist kein einfaches Wesen, sondern ein harmonisches; er besteht aus Seele und Leib, und in der harmonischen Vereinigung beider. Zur Vollendung aller seiner Werke wird Thätigkeit des Geistes, Thätigkeit des Leibes und gesellig vereinte Thätigkeit beider erfordert. Während der Geist sein inneres Leben denkend und dichtend freithätig fortführt, ist auch in jedem Momente unabhängig von ihm der Leib geschäftig, sich zu beleben und zu gestalten, und zugleich ist auch der Geist im Leibe und der Leib im Geiste mit thätiger Einwirkung gegenwärtig. Diese letztere Wechselwirkung findet stetig durchs ganze Leben statt, es mögen gemeinsame Werke gebildet werden, oder solche, welche dem Geiste oder dem Leibe eigenthümlich gehören. Alles was die Sinne des Leibes empfinden, gelangt durch die Welt der Phantasie unverfälscht herein vor den Geist, wenn es auch nicht immer und nicht vollständig zum Bewusstsein kommt; und alles, was die innern Sinne des Geistes wahrnehmen, spiegelt sich in den Sinnen des Leibes und wird vom Leibe empfunden. In diesem bewundernswürdigen Verkehr gewinnt der Geist zu seiner innern Welt noch eine äusere, den Leib und die ganze sich in ihm darstellende Natur, und eignet sie sich an nach den Gesetzen seines eignen Wesens. Er macht den Leib zum Bilde des Geistes, und zum Vollstrecker seines Willens in der Natur. Und eben so empfängt der Leib in sein organisches Leben eine ihm äusere Welt der Phantasie des in ihm wohnenden Geistes, und eignet sich so das innere Wesen der Vernunft an in Gestalt und Bewegung. Das Leben des Leibes und des Geistes sind wechselseits an einander geknüpft, sie leiden und freuen sich zusammen, sie erkranken und genesen, sie erstarken und versiechen mit einander. Geist und Leib, als Ein Mensch, wirken stetig gemeinsam mit den in ihren beiderseitigen Organismen entsprechenden Thätigkeiten, wenn sie zu gemeinsamen Werken zusammenstimmen, und wenn ein Werk des Geistes oder des Leibes gebildet wird; denn auch im letzten Falle kann keiner von beiden eine bestimmte Thätigkeit wirken lassen, ohne dass die ihr im andern ähnliche Thätigkeit mit anspricht. Geist und Leib können sich wechselseits hemmen und erwecken, sie haben Empfänglichkeit für einander und Kräfte, ihren Einwirkungen den innern Folgen nach wechselseits zu widerstehen; aber sie können sich einander keine Thätigkeiten anschaffen oder vernichten. Und gleichförmig verkettet, gleich wesentlich und mächtig ist die Wirksamkeit beider in Darstellung solcher Werke, welche eben so der Vernunft als der Natur →

=36= Das Urbild der Menschheit
→ angehören; wie bei jeder Kunstübung, die ihr Werk in der Natur darstellt und bei jedem Experiment.
Noch inniger für den Geist sind die Bande des Leibes dadurch gekettet, dass der geistige Theil des Menschen, die Seele, nicht individuell mit Geistern umgehen kann, auser mit solchen, die gleichfalls Menschen sind, und dass diess nur mittelst des Leibes möglich ist. Denn nur durch den Anblick der Leiber, durch wechselseitiges Wahrnehmen seiner Bewegungen, nur durch Sprache der Töne und der Schrift können sich Seelen geistig mittheilen, ohne leiblich sich zu berühren und zu gesellen. Ob geistige Geselligkeit, ohne des Leibes und der Naturkräfte und einer leiblich dargestellten Zeichenwelt zu bedürfen, unter Menschen überhaupt, oder doch einst in ferner Zukunft möglich sein werde? ob einzelne Spuren rein geistiger Mittheilung, die sich in einigen psychologischen Phänomenen zeigen, ob die Ahnungen rein geistiger Sympathie der Geliebten und der Freunde nicht trügen? ob vielleicht unser Geschlecht noch nicht reif ist, rein geistig mit Geistern umzugehen? — diess erlaubt uns der Zweck unseres Werks auf sich selbst beruhn zu lassen. Doch hat der einzelne Geist, wie wir sahen, nur eigenthümliches Leben als geselliges Glied einer Geistergesellschaft, und nach dem jetzigen Zustande der Menschheit ist ihm keine andere als die der Mitmenschen zugängig; und in ihren Leibern erblicken sich Geister, erkennen sich und gewinnen sich lieb. Leib und Natur beide schon an sich der Ehrfurcht und der Liebe des Geistes würdig, erhalten durch diese Beziehung auf dessen eignes, inneres Leben eine neue Heiligung.
Hier, wo ein menschlicher Geist zu menschlichen Geistern spricht, um eine reine Begeisterung für die erhabnen Angelegenheiten der Menschheit zu verjüngern, ist es vorzüglich daran gelegen, zu erkennen, was die Geister der Menschen zur Vollendung der einzelnen Menschen und der ganzen Menschheit durch eigne Kraft oder durch die ihnen gehorchenden Kräfte der Leiber bewirken können und sollen. Doch wirken auch die Leiber der Menschen an sich selbst und durch ihre Einwirkungen in die Geister, die ihnen gehorchen, das Ihrige unausgesetzt für die gesammte menschliche Bestimmung. Diese menschliche Wirksamkeit der Leiber, die wir an ihren Wirkungen erkennen, und auf die wir zufolge dieser mittelbaren Erkenntniss selbst wieder geistig wirken, fallen als solche ausserhalb der Sphäre des Bewusstseins. Wir können zwar den Leib unser nennen, denn wir sind mit ihm wahrhaft Ein Wesen; dennoch sind wir selbst, als Geister, nur der eine Theil des Menschen. Geist und Leib sind Ein Mensch, aber diese beiden Theile zerrinnen nicht in einander, die Sphären ihrer Tätigkeiten lösen sich nicht in einander auf, sondern sie durchdringen sich blos und wirken gemeinsam und unzertrennlich. Könnte der Leib Ich zu sich selbst sagen, so würde auch er seinerseits die Seele zu sich rechnen, insofern er Mensch ist, und sich doch, als Leib, von dem Geiste unterscheiden.

Die ursprünglichen Werke der Menschheit =37=
Daher kann in keinem Theile der menschlichen Bestimmung der Geist dem Leibe, noch auch der Leib dem Geiste blos untergeordnet und blos dienstbar sein. Die Vernunft nimmt mit der Natur, der Geist mit dem Leibe eine gleich hohe Stelle im Weltall nur in Gott ein, und beider Leben hat gleiche Innigkeit und Schönheit. Beide sind an sich selbst würdig, und eben dadurch sind sie auch fähig, sich wechselseitig zu dienen, doch nicht als Knechte, sondern als Freunde. Zwar hat der Geist Kraft und Befugniss, die Triebe und Freuden des Leibes vom Menschen abzuweisen und zu beschränken, die das innere Leben des Geistes hemmen, zerrütten und vernichten könnten; überhaupt auch den Leib in diejenige symmetrische und eurhythmische Stimmung zu setzen und in ihr zu erhalten, welche dem innern Leben seiner geistigen Individualität zusagt. Aber eine ähnliche dieser entgegenstehende Macht und Befugniss hat auch der Leib, seine Gesundheit, seine Kräfte und seine Schönheit gegen die selbstsüchtigen Anmassungen des Geistes zu retten; welche vielleicht, was den Geist betrifft, sehr löblich und vortrefflich sein mögen, aber, wenn sie den Leib verderben, auch dem Menschen verderblich sind, dessen Vollkommenheit in der Zusammenstimmung einer wohlgeordneten Seele mit einem wohlgeordneten Leibe besteht. Und wenn auch die Natur und der Leib bei gewissen Perioden und bei gewissen Völkern, verachtet werden, und der Würde nach unter dem Geiste, ja wohl gar des Geistes unwürdig oder wenigstens blos für den Geist bestimmt erscheinen; so halten wir diess für einen in der Entwicklung des Menschengeschlechts unvermeidlichen aber vorübergehenden Irrthum. Die Menschen müssen auch hierin wie die Kinder werden, welche Leib und Geist mit gleicher Neigung umfassen, indem sie beide gar nicht unterscheiden; wie Liebende und Freunde, die von der Schönheit des Leibes und des Geistes gleich stark gerührt werden; und wie die Griechen, deren hohe Vortrefflichkeit in Kunst und Wissenschaft, in dem Gleichgewicht des geistigen und leiblichen Lebens erwuchs. Mit der Anerkennung der gleichen Würde des Leibes und des Geistes, und mit einer hierauf gegründeten harmonisch vereinigten Wirksamkeit beider, beginnt ein neues Leben in der Geschichte.
Von den Werken, den Kräften und der Geselligkeit der Menschheit gehört daher eben so Vieles und eben so Gutes der Natur und dem Leibe, als der Vernunft und dem Geiste an. Die dem Geiste eigenthümlichen Werke, Kräfte und Vereine, welche in die Sphäre der Menschheit fallen, sind wohl zu unterscheiden von den gegenüberstehenden, die dem Leibe rein gehören, und beide sind zuförderst für sich zu betrachten. Sodann können auch die, beiden gemeinsamen Werke, Kräfte und geselligen Verhältnisse wohlverstanden werden. Wir überlassen der Natur und dem Leib für das Ihrige zu sorgen, — sie haben dem Geiste, der vernunftgemäss auf sie einwirkt, noch nie versagt —, und reden hier blos von dem, was die Geister für sich und in Gesellschaft mit den Leibern, Menschliches vollenden oder wenigstens befördern können, um zu dem Einen Ganzen menschlicher Vortrefflichkeit, welche nur durch vereinte Bemühungen der Geister und der Leiber gelingen kann, ihren Theil in schönem Fleisse beizutragen.

=38= Das Urbild der Menschheit
Indem wir nun die Werke betrachten, welche allem menschlichen Streben als Ziel vorliegen, gedenken wir zuerst der Wissenschaft. Denn sie ist das göttliche Licht, welches bei allen andern menschlichen Werken vorleuchtet, und über sie ein eigenthümliches geistiges Kolorit verbreitet.
Wissenschaft
Unwillkürlich denkt der Mensch in jedem Momente, er strebt zu wissen; und in jedem Momente sind ihm Erkenntnisse schon gegenwärtig, im Wachen wie im Träumen, im wissenschaftlichen Nachdenken wie im Spiele des leichtesten Scherzes. Mit dem steigenden Selbstbewusstsein, mit der wachsenden allseitigen Vollendung seines Wesens wächst sein Durst nach Wahrheit und sein Eifer nach ihr zu forschen, und in der Freude der Befriedigung erneut sich stets die Lust des Suchens. Denn erkennen, Wissenschaft bilden, ist die eine Grundverrichtung des Geistes als das stetige Streben, Ideen durch individuelle, lebenvolle Bilder der Phantasie verklärt, ins Bewusstsein zu bringen und in ihm zu befestigen. Der Geist öffnet innere und äusere Sinne den lebendigen Einflüssen Gottes und aller Dinge; aus allseitigem, geselligem Leben gewinnt er der Ideen Verklärung; aus dem Leben geflossen, kehrt die Wissenschaft in das Leben zurück, ein Quell der Schönheit und Stärke.
Das Erkennen ist stetig und unzertrennlich mit der Phantasie im Bunde. Die Idee ist für die Erkenntniss das Herrschende; sie selbst in entsprechendem Individuellen, als in ihrem Bilde zu schauen, ist das Ziel des Denkens. Die Welt der Ideen ist eine selbständige, ewige und freie Wiederholung des ganzen Weltbaues innerhalb der Vernunft. Sie ist unendlich, vollständig, vor aller Zeit, und nur einmal, allen Geistern zur Vermählung mit der Welt des Individuellen offen. Ihre Organisation ist Gott und dem Weltbau gemäss. Eine Idee, die Uridee Gottes, ist ihr ganzer Gehalt, in dieser ruhen als ihre freien Theile die Ideen aller Wesen, in derselben unwandelbaren Ordnung, als sie Gott gebildet hat. Unter den Ideen ist kein zeitliches Eher und Später, sondern ein ewiges, gemäss der inneren wesentlichen Natur des Weltalls. Die Idee jedes Dinges ist das Ganze untheilbare ewige Wesen desselben, nebst allen seinen ewigen, inneren, wesentlichen Theilen, der Gegensatz des Allgemeinen und des besondern so wie die Vereinigung dieses Gegensatzes fällt selbst innerhalb der Idee. Im Anschaun der Idee geht also nie die Anschauung ihres inneren Reichthums an Wesen und Leben unter; vielmehr fordert im begonnenen Anschaun die sich verklärende Idee selbst den Geist auf, das Bild ihrer innern Fülle zu vollenden; und ist eine Idee, so wie sie an sich selbst ewig ist, in ihrer Wahrheit vor das Auge des Geistes getreten, so erscheint sie als ein geschlossenes, an inneren Gliedern und Leben reiches Ganzes. So ist die Idee der Natur nicht der reine Allgemeinbegriff des Körperlichen, sondern die →

Wissenschaft =39=
→ Anschauung Einer unendlichen und ewigen Welt, als eines organischen Ganzen, im ganzen Reichthum ihres ewig neuen Lebens. Die Idee des Staats verklärt sich im Anschaun einer bestimmten Gesellschaft von Menschen, welche vereint das organische Ganze des Rechts darstellen. Die Idee Gottes umfasst Gott und seine Welt, in seiner Einheit, Unendlichkeit und Lebensfülle; als Allgemeinbegriff hingegen erkaltet sie in dem blos förmlichen Begriff des Dinges überhaupt. Doch ist die Welt der Allgemeinbegriffe ein wesentlicher, aber untergeordneter Theil der Welt der Ideen.
So wie alle Dinge in Gott sind, so enthält auch die Idee Gottes alle andere Ideen als ihre untergeordneten Theile in sich. Alle Erkenntniss daher ist ein Bewusstsein des ewigen Wesens Gottes, alles Nachdenken ein geistiges Vergegenwärtigen desselben; und in Gott schaut die Wissenschaft das ewig Wesentliche aller Dinge und ihres harmonischen Wechsellebens. Gott, Vernunft und Natur und ihre allseitige Harmonie sind die unerschöpflichen Gegenstände des Wissens. Soll die Erkenntniss Licht, Fülle und Wahrheit haben, so muss der Geist die ewige Ordnung der Ideen in der Zeit nachahmen, er muss von der Anschauung Gottes ausgehen, sich immer in dieser Anschauung erhalten, den ewigen Weltgesetzen folgen, und so über Vernunft und Natur sich verbreiten und beide sowohl in ihrem innern selbständigen Leben als in ihrer Harmonie unter sich und mit Gott erkennen. Und so wie Alles in Gott und Gott in Allem, und die Ordnung der Ideen unendlich vielseitig ist, so vermag auch der schauende Geist die Stufenleiter der Wesen aufwärts und abwärts zu steigen und nach allen Seiten. So trägt der Geist Gott und die Welt und sich selbst in einer zweiten Schöpfung in sich in der Welt der Ideen; so ist er in sich selbst über sich selbst erhaben. Das Leben Gottes, der Vernunft und der Natur, wo es auch lebt, ist gemäss den Ideen, und dient, wo sich auch der Geist seines Anschauns bemächtigt, die Idee zu verklären und die Erkenntniss zu verherrlichen. So wie die Pflanze und das Thier und jedes lebendige Wesen mit Sinnen und mit Empfänglichkeit begabt sind, Einflüsse des Lebens von oben und von ihres Gleichen zu empfangen und zu erwiedern, so hat auch jeder Geist Sinn und Empfänglichkeit für geistige, natürliche und göttliche Einflüsse. Und so wird das hohe Wunder begreiflich, wie der Geist sich über sich selbst erheben und ausser sich selbst versetzen könne, um neben sich in andere Geister und in Natur, und über sich in Vernunft und Gott, mit menschlich beschränktem, aber religiösem und sicherem Blicke zu schauen.
Das erste dem Geiste sich darbietende Gewisse ist er sich selbst mit seiner Persönlichkeit, die erste Erkenntniss ist Selbsterkenntniss. Sie tritt ins Bewusstsein ein, so oft der Geist das Bild seines eigenen Lebens an die Idee eines individuellen Geistes hält. Diese Selbsterkenntniss ist das äusere Band aller anderen Erkenntniss; doch führt sie ihre Natur nach den Erkennenden über seine Persönlichkeit hinaus. Denn in der Selbsterkenntniss liegt so wohl das ewige Wesentliche der Person, als ihre individuellen Schranken. Es wird, im Anschaun →

=40= Das Urbild der Menschheit
→ der Idee des Geistes, jeder geistigen Person klar, dass ihre individuellen Schranken dem Wesen des Geistes einseitig, aber nicht allseitig, genügen. So wird zunächst die Idee eines Geisterreichs gewonnen, und der Geist wird geschickt, die Lebensäuserungen anderer Geister wahrzunehmen und zu erwiedern. Indem nur der Geist bald erkennt, dass die Schranken des Geistes sein Wesen nicht erschöpfen, so erreicht er die Idee der Vernunft. Beschränkt er ferner das Wesentliche der Vernunft auf die entgegengesetzte Art, so gelangt er hierüber zur Idee der Natur; und wenn er endlich auch diese Schranken als solche erkennt; so werden ihm Vernunft und Natur als innere Wesen des unbeschränkten Gottes anschaulich; und so schwingt sich der Geist zur reinen Idee der Gottheit empor. Wäre nicht in allen Dingen das eine und dasselbe Wesentliche, wären nicht alle Dinge ein endliches Gleichniss Gottes, so vermöchte der Geist nichts auser sich zu erkennen. Reine Erkenntniss Gottes, ohne individuelle Offenbarung ist dem Geiste nur durch das ihm verliehene göttliche Ebenbild möglich. Aber mit dieser inneren Anerkennung Gottes, der Vernunft, und der Natur, ist dem Geiste noch keine Anschauung des eignen innern, in sich wirklichen, individuellen Lebens derselben verliehen, welches sie auser dem Geiste, unabhängig von ihm und von seiner Erkenntniss ewig führen; eben so wenig als er ohne Sprache individuelle Gedanken und Vorstellungen eines andern Geistes erfahren kann. Der Geist kann aus seinen eignen Tiefen kein Anschauen irgend einer individuellen Begebenheit auser ihm hervorzaubern; aber in jener innern Anerkennung aller Wesen durch die reine innere Erkenntnissquelle öffnet sich sein innerer Sinn, er wird allseitiger Erfahrung und allseitigen Wechsellebens empfänglich.
Erfahrung überhaupt ist Anschauung von individuellen Dingen und Begebenheiten, welche als Theile des Wesens und des Lebens äuserer Gegenstände, in treuen Bildern, in die Welt des Individuellen in der Vernunft hereintreten, und vom Geiste immittelst der schon begonnenen Anschauung der ihnen entsprechenden Ideen geistig anerkannt und begriffen werden. Der Geist fasst die Idee seines eignen Wesens an seinem innern persönlichen Leben, doch kann er sie nicht erfüllen und vollenden, ohne durch Erfahrung die Individualität anderer Geister hinzuzunehmen. Ohne individuelle Offenbarungen Gottes selbst kann der Geist nur das allgemeine Wesen Gottes schauen, ohne in individuellen Aeuserungen seines übersinnlichen Lebens Gott wieder zu finden: von ihnen müsste eine eigne Erfahrung zeugen. Geister, welche ohne Leib lebten, könnten und müssten die Natur ihrem Wesen nach innerlich anerkennen und in ihrer innern leiblichen Welt, nach Vorschrift der Idee, darstellen, aber von den individuellen Werken und Lebensäuserungen der Natur könnten sie gar nichts wissen, auch nicht einmal ahnen. Wie reich hingegen und kraftvoll strömt das Leben der Natur dem Geiste in den Sinnen des Leibes zu! Myriaden ihrer mannichfaltigen Werke, in der ganzen, von keiner Erkenntniss erreichten, Fülle und Frische des Lebens, werden dem Menschen gegenwärtig, sein Blick erhebt sich zum Anschaun des ganzen Himmelsbaues. In jedem Sinne zeichnet sich die →

Wissenschaft =41=
→ Natur selbst, und ihre Bilder werden, so wie sie entstehen, lebendig gegenwärtig in der Welt der Phantasie. Hier empfindet und begreift sie der Geist, verschmilzt sie mit individuellen inneren Bildern der Phantasie, welche gelehrig das äusere Bild aufnehmen, und bringt sie dann treu und vollständig hin zu den Ideen, um Erkenntniss der wirklichen Natur und der Idee der Natur zu erzeugen. Es ist die Natur selbst, welche der Geist in seinem Innern sieht und hört und fühlt.
So ist das ganze Gebiet der Erfahrung ein theures Geschenk der Gottheit, um uns mit den Schranken unserer Natur auch in der Erkenntniss zu versöhnen. So wie an sich alle Ideen, so ist auch alles Leben des Weltalls nur Ein Ganzes; Gottes Auge schaut alles Lebendige als Eine untheilbare, ewige und stetige Erfahrung. Kann auch der Geist nicht mit Gottes Augen schauen, so kann er doch alle ihm dargebotene Erfahrungen als Äußerungen eines grossen, in allen Theilen gleich achtungswürdigen Lebens anerkennen und ausbilden. Um so wichtiger ist es dem Weisen so wie der ganzen Menschheit, den innern Spiegel des Geistes so rein, das innere Auge so lebendig und den Blick so unbefangen als möglich zu erhalten und dabei den Kreis der Erfahrung nach allen Seiten hin symmetrisch und eurhythmisch zu erschöpfen und zu erweitern. Der Weise schöpft aus allen Erkenntnissquellen, sie alle achtend, lebendige Erkenntniss, Verklärung der Welt der Ideen; doch ohne die verschiedenen Erkenntnissquellen zu verwechseln, noch sie unbestimmt durcheinander fliessen zu lassen. Und so gelingt es dem unschuldigen, ausdauernden Forscher, das ganze System der Ideen auf seine eigenthümliche beschränkte, aber lichtvolle und treue Weise zu schauen und seinen Geist zu einem Spiegel der Gottheit und des Weltbaues zu machen.
So wie nun alle Ideen die eine Idee Gottes sind, so ist an sich die Wissenschaft nur eine. Aber in der Uridee ist jede untergeordnete Idee an ihrer bestimmten Stelle selbständig, in sich selbst organisch beschlossen; es bezieht sich also auch auf jede selbständige Idee eine besondere Wissenschaft, deren Umfang und innerer Bau sich nach der Idee richtet, welche sie im Individuellen darstellt. Jede Idee hat in der Uridee eine ihr entgegenstehende, gleichfalls selbständige von ihr ganz unabhängige, daher steht auch jeder besondern Wissenschaft eine eben so selbständige gegenüber. Jede entgegenstehende Ideen vereinigen sich ferner unter sich, um das Wesen der höheren Idee, in welcher sie beide sind, auch in ihrer Harmonie auszusprechen; daher bilden auch jede frei sich entgegenstehende Wissenschaften eine dritte harmonische. Und da Gott, Natur und Vernunft die höchsten und einzigen Ideen sind, so theilt sich, dem Gegenstande nach, die Wissenschaft in die reine Wissenschaft von Gott als dem Urwesen, in die selbständige reine Naturwissenschaft, in die Vernunftwissenschaft und in die Wissenschaft von der Harmonie und dem Wechselleben der Vernunft und der Natur unter sich, und beider, für sich und vereinigt, mit Gott. Um diese Wissenschaft in allen ihren Theilen gleichförmig, so weit es der Menschennatur →

=42= Das Urbild der Menschheit
→ verstattet ist, auszubilden, müssen alle Menschen aller Zeitalter vereint aus allen zugänglichen Erkenntnissquellen schöpfen.
In jeder Erkenntniss werden die Ideen angeschaut durch Verbindung mit entsprechendem Individuellen; denn Idee und Individuelles sind im Bewusstsein bei jeder Erkenntniss unzertrennlich. Aber dem Geiste stehen hierbei zwei entgegengesetzte, gleich wesentliche und würdige Wege offen. Entweder nemlich ist die Idee das Herrschende, die Gedankenreihe hält sich an das innere Wesen der Idee, die Beweisgründe sind aus dem innern Wesen der Idee genommen, und das Individuelle wird frei, gemäss der Idee, als deren Bild entworfen. Oder der Geist giebt sich der Beschauung des Individuellen und dessen innerer Bildung hin und erkennt, welche Idee und wie sie in jenem ausgedrückt ist; die Gedankenreihe hält sich dann an die Gliederung und an den innern Bau des Individuellen und die Beweisgründe sind aus dem Individuellen selbst entlehnt. Die erstere, rein ideale Erkenntniss wird gemeinhin philosophische, und die zweite rein reale Erkenntniss wird Erfahrungserkenntniss oder empirische Erkenntniss genannt, weil die Erfahrung die meisten Thatsachen für sie an die Hand giebt. Aber beide entgegengesetzte Richtungen des Geistes kommen in einer dritten mittleren zusammen, wo die rein erkannten, und die im Individuellen dargestellten Ideen gegeneinander gehalten und in harmonische Einheit gesetzt werden, in harmonischer Erkenntniss. Alle drei Erkenntnissarten beziehen sich auf dasselbe ganze Gebiet der erkennbaren Dinge, und alle drei benutzen zu ihrem Bau die unmittelbare innere Anschauung des erkennenden Geistes in sich, und nicht weniger das ganze Gebiet der Erfahrung, jede nach ihrer eignen Weise. Ein Beispiel rein idealer Erkenntniss ist die zeitherige Metaphysik und Mathematik; letztere kann sich nicht gestalten, ohne eine individuelle Bilderwelt, obgleich die Ordnung und der Bau der Ideen die Ordnung ihrer Gegenstände bestimmt, und die Beweisgründe stets aus der Idee selbst, nie aus den individuellen Bestimmungen der Figur entlehnt sind. Die rein empirischen Naturwissenschaften sind ein Beispiel rein reeller Erkenntniss; sie geben sich rein und unbefangen der sinnlichen Erfahrung hin, und nehmen nur Behauptungen auf, welche die Natur selbst ausgesprochen und bewiesen hat. Vortreffliche Werke über Philosophie der Geschichte und der Religionen und über Politik beweisen, wie schön und beglückend die von uns harmonisch genannte Erkenntniss ist, und wie sehr sie es verdiene, von den künftigen Geschlechtern über das ganze Gebiet des menschlichen Wissens gleichförmig verbreitet zu werden. Diese harmonische Erkenntniss sucht den Widerstreit der Idee und des Lebendigen in Gedanken zu lösen, und beide in Harmonie zu setzen; sie entwirft von der mit dem Realen, Individuellen, in Harmonie gesetzten Idee ein individuelles Bild, Ideal genannt; sie versetzt den Menschen in das Herz und Gemüth alles Lebendigen, sie schaut wie Gott und Vernunft und Natur in der Zeit ewig die Ideen darstellen, und entflammt das Gemüth, auch seinerseits, reinen Herzens und aus allen Kräften, in →

Kunst =43=
→ die Symphonie der Wesen einzustimmen. Die harmonische Erkenntniss ist Theodicee, und bescheidene, innige Ahnung der Zukunft.
So ist die Wissenschaft an sich Ein organisches Ganzes. Nach den Gegenständen ist sie Erkenntniss Gottes, der Vernunft und der Natur und ihrer Harmonie. Nach den Erkenntnissquellen ist sie geschöpft aus unmittelbaren Anschauungen im Innern des erkennenden Geistes, oder aus Erfahrung, oder aus beiden Erkenntnissquellen zugleich. Endlich nach der Erkenntnissart ist sie rein ideale Erkenntniss, oder rein reale, oder harmonische. Jeder Mensch muss streben, von diesem unendlichmal unendlichen Ganzen so viel zur eignen Anschauung zu bringen, als sein Geist und seine Kraft erfassen können. Doch in höherer Vollendung ist sie nur ein geselliges Werk der Menschheit aller Völker und Zeiten. Die Wissenschaft ist ein Werk der Geschichte, aber auch eine Kraft derselben. Mit jedem neuen Aufschwung der Wissenschaft verjüngen und verschönen sich alle menschlichen Dinge auf Erden. Möge sie jedem kommenden Geschlecht am Horizonte des Lebens, eine immer mächtigere Sonne, stets reiner aufgehn!
Gleich würdig als die Wissenschaft und gleich unendlich ist die Kunst, ihre göttliche Schwester. Für sie glühten alle die edelsten Völker in ihrer schönsten Zeit, für sie glühen auch heute die gebildetsten Völker Europens. Sie ist das zweite ursprüngliche Werk des Geistes und der Menschheit.
Kunst
Die Welt der Phantasie, oder das leiblich Individuelle in der Vernunft, steht rein und selbständig den Ideen gegenüber. Diese Welt hat ihr eignes inneres Leben, die Vernunft bildet in ihr nach eignen Gesetzen, ohne des Einflusses der Ideen zu bedürfen. Aber der Geist bringt zu ihr das Gesetz der Idee, er schenkt ihr ein neues ideales Leben, er dichtet. Nur was in dieser Welt des Individuellen frei nach Ideen gebildet ist, kommt ins Bewusstsein. Die Natur ist, selbst in der organischen Welt, sich ewig gleich in unwandelbarer Folge der Erzeugungen, in jedem ihrer Werke sind die Theile fest bestimmt im Ganzen und durch dasselbe; sie bildet alles in einem Acte zugleich, den Theil mit dem Ganzen; die Gestalt nur am lebendigen Wesen selbst, die Menschengestalt nur am Menschen. Wenn aber der Geist das Individuelle mit den Ideen vermählt, so nehmen die Gesetze der Individualität die Freiheit der Idee an; jede seiner Bildungen ist selbständig, erstes Glied ihrer Reihe, und nur, um eine freie Idee ganz darzustellen, machen mehrere solche Bildungen ein höheres lebendiges Ganzes aus. Der Geist dichtet in der Ordnung, die ihm gefällt, den Frühling, den Winter, die Blume, einen Menschenleib, eine Sonne, eine reine Farbenwelt, eine reine Welt der Gestalten; →

=44= Das Urbild der Menschheit
→ der Bildhauer leiht die Menschengestalt dem Steine, der Maler macht die Fläche zum Spiegel des Lebens und seiner Formen; der Musiker leiht der Luft das zarte bewegliche Leben der Empfindung.
Der Mensch ist in der Dichtung nicht auf seine innere geistige Welt allein beschränkt, er bildet aus ihr, was er will, hinüber in andere Geister und heraus in die Natur. Was er im Heiligthume des Geistes schöpferisch empfieng und gebar, das kann er fähig werden in andern Geistern und in der Natur darzustellen. Die innere Dichtung eilt als Musterbild jedem äuseren Werke vor. Ein Meister der inneren Kunst kann es auch in der äuseren werden, und die Hoheit und Innigkeit seiner inneren Kunst ist die Grenze, bis zu welcher sich seine äusere Kraft erheben kann.
Ein Werk der inneren Dichtung, ein inneres Kunstwerk, ist vollendet, wenn es nach der Stufe seines Wesens und Daseins leibt und lebt, wenn es wahrhaft gestaltet und bis in seine letzten organischen Theile individualisirt ist; wenn es frei in sich selbst ruhend sein Dasein der Idee verdankt; wenn es entweder selbständig, oder durch die Idee als freier Theil einem höheren Ganzen der Dichtung verbunden ist. Der dichtende Geist schafft, frei der Idee und ihrer innern Ordnung folgend, im Ganzen aller Theile, er haucht jedem Theile das Leben des Ganzen ein, bis ihn das Ganze im Leben seines ganzen Innern vollendet anspricht, ähnlich dem Maler, dem stufenweis und frei das Werk entsteht. Wenn aber ein dichtender Geist zu schöner Fertigkeit gekommen, so bilden sich ihm frische Gewächse der Dichtung wie aus eigener Kraft und freiwilligem Triebe. — Frisches, volles und gesundes Leben ist das Eigenthum jedes innern Werkes der Dichtung, so wie jedes äuseren Kunstwerkes, was seinem innern Urbilde gemäss ist.
Jedes Wesen stellt auf eigne Weise den Bau und die Grundgesetze des Weltalls dar als ein in seiner Art geschlossenes und vollständiges Gleichniss Gottes, gemäss der Stufe, die es in der Reihe der Wesen behauptet. Natur und Vernunft, Geist und Leib, die Idee und das Individuelle, alle tragen diess Siegel ihres göttlichen Ursprungs. Je reicher an Bildung und Leben ein Wesen ist, je mehrere und je innigere Gegensätze harmonisch in ihm vereint sind, ein um so reicheres und herrlicheres Ebenbild Gottes ist es; so ist der Leib, das Meisterwerk der leiblichen Schöpfung, der vielseitigsten und innigsten Darstellungen der Grundharmonie des Weltbaues empfänglich, er ist das herrlichste Gleichniss Gottes in der Natur. Diese reine, klare und lebenvolle Gottähnlichkeit endlicher Naturen an ihrer Endlichkeit ist Schönheit. Die Urquelle aller Schönheit ist Gott selbst und seine Kraft, in der alle Dinge sich regen. In der Schönheit der Geschöpfe schaut Gott sich selbst mit Wohlgefallen, und die Geschöpfe als sein würdig: in Schönheit bewährt sich die Welt als das Werk des ewigen Meisters. Wo sich dem Geiste diese göttliche Vortrefflichkeit darstellt, wird er innig bewegt →

Kunst =45=
→ und erhoben: ein religiöses, übersinnliches, heiliges Gefühl durchströmt ihn: denn er empfindet den gegenwärtigen Gott, und seine innere Einheit mit ihm. So empfindet der Geist mit Entzücken den himmlischen Wohllaut der Musik, wenn die Wellen der Töne sich in den Grundverhältnissen der ewigen Zahlen bewegen, wonach die Welt in Gott gebildet ist und lebt. Auch die Ideenwelt hat ihre stille Schönheit, die den Weisen, wie die Wahrheit, rührt. Jedes Wesen empfängt Schönheit, wenn es unschuldsvoll, seiner eigenen Natur treu, sich bildet. Jedes freudige, reiche und innige Leben ist von selbst schön, aber es lebt, um zu leben, nicht blos, um schön zu sein. Und Gott verlieh jedem Wesen nach seiner Fähigkeit, Empfindsamkeit und Verlangen und Kunsttrieb nach Schönheit; alle Wesen sollen nicht blos gebildete Theile, sondern bildende, handelnde Personen des göttlichen Kunstwerks der Welt sein. Die Schönheit wird am innigsten empfunden und geschaffen vom Menschen, der schönsten Blüthe der Schöpfung. Alles was der Mensch Liebstes hat, kleidet er in Schönheit; je gebildeter ein Volk, desto allgemeiner und herrschender behauptet bei ihm die Schönheit die Rechte; die Wissenschaft, die Geselligkeit, die Religion, der Staat, alles verklärt sich in ihrem Schmucke. Das innere geistige Leben erhebt sich zu sittlicher Schönheit und Grazie; Schönheit ist Quell und Nahrung der Liebe.
Auch die ganze Welt der innern Dichtung jedes Geistes ist eigenthümlicher Schönheit fähig, jedes Werk derselben und jedes höhere Ganze dieser Werke kann an ihr theilnehmen. Wenn nur der Geist frei nach der Idee die Bildung des Individuellen regiert, so kommt, wie durch ein gütiges Geschick, die Schönheit von selbst. Aber auch in dieser Welt der inneren Dichtung waltet ein innerer Gegensatz, ähnlich dem der idealen und realen Erkenntniss in der Wissenschaft. Der Grund desselben kann nicht Schönheit sein, denn ihrer ist, so wie jedes Wesen, so auch jedes Werk der inneren Dichtung fähig. Vielmehr beruht dieser Gegensatz auf einem wesentlich entgegengesetzten Verhältniss der Idee und des Individuellen bei der Bildung des aus ihrer Vermählung entspringenden Werkes. Denn entweder ist das Wesen und der innere ewige Bau der Idee das herrschende, und bestimmt die Anlage, den Fortschritt der Bildung und die Vollendung des mit ihr vereinigten Individuellen. Oder das Wesen und der innere Bau des Individuellen beherrscht die in ihm darzustellende Idee, umzeichnet das Ganze, bestimmt die Anlage der Theile und leitet die Ausführung zur Vollendung. Im ersten Falle wird das Individuelle als eine lebende Idee, und jeder Theil frei im Ganzen nach eigner Idee gebildet und durch die Einheit der Idee dem Ganzen verbunden, ohne die Individualität des Werkes zu schwächen und zu verletzen. Im andern Falle wird das Werk einem Naturwerk ähnlich; es ist ein ideales Lebendiges, wo die Darstellung der Idee der Individualität untergeordnet und durch dieselbe bestimmt und gebunden ist; die Theile werden individuell aus dem Ganzen, ihrem innern Wesen zufällig, bestimmt, ohne jedoch die Idealität des Werkes zu verletzen und der Idee zu widerstreben, welche darzustellen das Werk bestimmt ist. Die Werke der ersteren idealen Dichtung erfreuen sich einer freien, →

=46= Das Urbild der Menschheit
→ idealen, die Werke hingegen der realen Dichtung einer gebundenen, realen Schönheit. Die freie Schönheit der ersteren spricht den Geist vernehmlicher und stärker an, da Freiheit der Grundcharakter der Vernunft und aller Thätigkeit des Geistes ist; freie Schönheit ist geistige Schönheit. Daher wird die ideale Kunst mit Recht schöne Kunst vorzugsweise genannt. Und da die reale Kunst ihr Werk nach dem innern Gesetze seines selbständigen Lebens innig vollendet, und in innigem Leben die Idee spiegelt, so wollen wir diese der schönen Kunst würdig entgegenstehende die innige Kunst nennen. So wie nun jeder Gegensatz harmonisch vereinigt zu werden verlangt, so schliessen auch schöne und innige Kunst einen allseitigen lebenvollen Verein; der Geist, der beide Kunstrichtungen harmonisch vereint, bildet Werke, welche gleich vortrefflich durch Innigkeit und Schönheit sind; denn beide stehen in ihnen im Gleichgewicht, freundschaftlich und weise zu höherem Werke vereinigt. Eine musikalisch schöne Sprache, ein inniger schön gestalteter und bewegter Leib, ein Werk der schönen Baukunst entzückt zugleich durch Innigkeit und durch Schönheit. Diese dritte, harmonische Kunst ist in der Kunstwelt, was die harmonische Erkenntnis in der Wissenschaft. In ihr sind zwar die innige und die schöne Kunst in wechselseitiger Beschränkung, aber auch befreundet in einer Wechselwirkung, die fruchtbar an höherem Leben ist.
Der Geist dichtet nicht einsam in seiner inneren Welt, er empfängt als Mensch in den Sinnen das Leben der Geister, der Natur und Gottes, und die Werke ihrer Liebe und Kunst; er umfaßt die Welt im Gemüth mit Empfindung und Neigung, er nimmt, was sie ihm offenbart, thätig in sein Inneres auf. Er bildet das Empfangne, dessen innerem Wesen gemäss, mit der Freiheit der Ideen innig und schön und harmonisch aus, und erhebt es zu Werken der freien Vernunftkunst. Alles, auch er sich selbst, wird dem Menschen Gegenstand künstlerischer Bestrebungen. Das Leben seines innig und schön bewegten Gemüths, spricht er aus in Wort, Geberde, Gesang und Tanz; alle seine Thätigkeit ist mit sittlicher Würde, Anmuth und Schönheit geschmückt; alle seine geselligen Verhältnisse mit Gott und Menschen und mit der Natur sind harmonische Kunstwerke. Selbst die Wissenschaft bildet er in eigenthümlicher Innigkeit und Schönheit. Als inniger und schöner harmonischer Künstler tritt der Mensch selbstthätig auf im Wechselleben der Schöpfung; nur von Leben und Schönheit umgeben gefällt er sich selbst und fühlt sich selig.
Wird die ganze Welt, ihr ganzes allseitiges Leben in ein menschliches Gemüth gefasst, und mit Neigung und Liebe in der Welt der Phantasie frei nach Ideen in charaktervoller Eigenthümlichkeit der Person lebendig wiedergebohren, so blüht ihm eine innige schöne Welt der Poesie auf, in deren Bildung der Geist die freie Schöpfung Gottes nachahmt. Diese poetische Welt ist reich und unerschöpflich an freien, selbständigen, schönen Bildungen aller Art. Denn Poesie ist die Zauberkraft des Geistes, womit er die Weltschöpfung in freier Schönheit →

Kunst =47=
→ wiederholt und das Leben aller Dinge in seinem Innern jugendlich wiedergebiert. Die Welt der Poesie wird durch die fortdauernden Einflüsse des Weltlebens selbst in den Menschen und durch den Umgang mit der Weltgeschichte stets befruchtet von Gott, von den Geistern und von der Natur. Was sich in ihr urkräftig bildet, das drängt sich heraus ans Licht, gekleidet in das bildliche harmonische Kunstwerk der Sprache, in seiner ganzen Fülle und Innigkeit, erheitert im Wohllaut und Rhythmus der Töne. Oder, es wird selbst in Wahrheit der Natur gegenwärtig als Bildwerk, als Gemälde, als Musik, als Mimik und Tanz; selbständig durch eine dieser Künste dargestellt, oder als ein gemeinsames Werk geselliger Vereinigung derselben im Gesang und im Drama. Und das durch alle Künste in die Natur ergossne Leben der Poesie tönt als ein Echo des Geistes in die Geister zurück, welche sich den seligen Einflüssen der Schönheit hingeben, um sich selbst zu verschönen.
Fasst der Geist das Weltleben in dessen voller, reiner Individualität und Lebendigkeit, und bildet er es innerlich frei nach in inniger Vernunftkunst, so entsteht ihm eine engere oder weitere Welt der innigen Kunst, worin alles Gebildete und Lebendige in inniger Individualität geistig wiedergeboren wird. Alles, auch sein eignes Wesen, sein Gemüth, sein Denken, sein Dichten wird dem Menschen Gegenstand inniger Kunst. Der Geist ermisst wissend und bildend das Naturgesetz jedes Wesens der organischen und der unorganischen Natur, ja der ganzen Erde; er greift, als fremde aber befreundete und schonende Macht, ein in die Werkstätte der Natur und erweckt in ihr eine zweite innige aber naturgemässe Schöpfung; er verkündet der Natur die Macht und Würde des Geistes in Vollendung und Veredlung ihrer eignen Werke. Er pflegt und erzieht mit Weisheit die Pflanzenwelt und die Thierwelt und das Menschengeschlecht. Er handelt im Geiste der Natur selbst, im Ackerbau und in den Gewerben so wie in den höheren Künsten der Chemie, der Physik, der leiblichen Erziehung und in der göttlichen Heilkunst. Die ganze Natur redet von der innigen Kunst des Menschen, denn diese sichert, pflegt, verbreitet, erhöht und vollendet alles Leben in ihr. Es ist der Natur nicht vergönnt, ihre Kräfte aus den Banden des Ganzen zur Vollendung einzelner Werke zu befreien: aber der Geist entfesselt sie; in den mechanischen Künsten, einem Theile der innigen Kunst, bemächtigt er sich selbst der Masse und der Elemente, er mässigt und richtet ihre Kräfte, wie und wohin er will, zur Erregung und Beförderung alles höheren Lebens der Natur und für die höheren Bedürfnisse des Geistes.
Es stehen sich die schöne und die innige Kunst gleich würdig und selbständig entgegen in einem vollständigen Parallelismus der einzelnen in ihnen enthaltenen Künste, von der Bildung der einfachsten Dinge bis herauf zur Kunstgestaltung des ganzen Geisterreichs, der ganzen Erde und der ganzen Menschheit. Beide erfordern eine entgegengesetzte eigene Stimmung des Gemüths und eine ausschliessende Kunstfertigkeit, sie fordern, wenn ihre höheren Werke gelingen →

=48= Das Urbild der Menschheit
→ sollen, den ganzen Menschen allein zum Künstler; aber ein wohlgebildeter Geist bewahrt und bildet den Sinn für beide.
Wenn sich endlich in einem grossen Geiste die Welt der schönen Kunst mit der Welt der innigen vereinigt und durchdringt, so entsteht, in der Freundschaft und Liebe erzeugt, eine harmonische Kunstwelt; in ihr ist das Schöne innig, und das Innige schön gebildet, sie enthält Werke, an denen sich, indem sie innig und schön zugleich sind, die Herrschaft der Idee, und der Trieb des innigen Lebens gleich mächtig zeigen. Der Geist selbst und der Leib und alle Vermögen und Kräfte desselben, so wie ihr Wechselleben im Menschen können und sollen in harmonischer Erziehung als harmonische Kunstwerke vollendet werden. Jeder gesellige Verein der Menschen und zuhöchst die Menschheit aller Zeiten erlangen die höchste Würde als innigschöne Kunstwerke. Die Sprache ist ein würdiges Denkmal der harmonischen Kunst des Menschen. Die Baukunst in einzelnen Werken so wie in ländlichen Gruppirungen derselben und in ihrem höchsten Triumph, den schönen grossen Städten; die schöne Gartenkunst in ihren einzelnen Anlagen so wie im reizenden Anbau ganzer Gegenden und Länder und Erdtheile; und die höhere Potenz beider, die erhabne Kunst der Kolonisirung der ganzen Erde; sie alle sind wesentliche und bewundernswürdige Theile der Einen harmonischen Kunst. Der harmonischen Kunst gehören die grössten und erhabensten Werke der Menschen in der Natur; um ihre Werke herzustellen, wird gesellige, wohlberechnete Vereinigung der verschiedensten Talente, der innigen und der schönen Künstler erfordert, vor allem aber ein grosses Gemüth, welches harmonisch und allseitig gebildet, die Idee des Werks zu fassen, zu entwerfen, und die Arbeiter mit Weisheit zum Ziele zu führen vermag.
Die Erde und das sie als Menschheit bewohnende Geisterreich umschliessen das eine höchste Kunstgebiet, welches die schöne und innige und die harmonische Kunst, in ihren Thätigkeiten und Werken, in Selbständigkeit und in allseitiger Harmonie aller Theile, als Ein grösstes unserer Menschheit erkennbares und darstellbares Kunstwerk, enthält. Diess wundervolle Ganze, so wie es die zur Menschheit gesellig und kunstreich vereinten Völker, ruhend und in schöner Beweglichkeit als ein in jedem Alter inniges und schönes und harmonisches Gewächs, darstellen, empfängt stetig die höheren künstlerischen Einflüsse der Natur selbst, der Vernunft und Gottes. Es bildet sich frei im Schosse der Ewigkeit. In heiliger Stille umzieht es das Firmament. Ein treues Gemälde des höchsten Kunstwerks der Natur scheint auf den Wellen des Lichts herein in unser Werk auf Erden, es lässt uns die Stelle erkennen und die Würde ahnen, welche diess höchste menschliche Kunstwerk auszeichnen. Mögen die kommenden Geschlechter sich inniger als Menschheit vereinigen, mit immer steigender Kraft und Liebe das eine grosse Kunstwerk der Menschheit auf Erden stets schöner, inniger und erhabner bilden. Mögen sie mit gleicher Liebe und mit gleichem Glück Kunst und Wissenschaft pflegen, und zwischen diesen ewigen Werken der Menschheit jene →
Harmonische Vereinigung der Wissenschaft und der Kunst =49=
→ innige Harmonie stiften, welche der Stolz der Menschheit und die Würze des Lebens ist.
Wissenschaft und Kunst, gleichursprüngliche und würdige Werke desselben Geistes, entspringen aus entgegengesetzten Thätigkeiten. In beiden gilt es, die Welt der Ideen mit der des Individuellen zu vermählen, aber die Wissenschaft ist in dieser Vereinigung auf die Ideen, die Kunst auf das Individuelle gerichtet. Wissenschaft und Kunst sind sich wie Geist und Leib, wie Männliches und Weibliches entgegengesetzt, und dieser Gegensatz ist ewig wie die Welt. Beide aber haben einen sich in allen Theilen entsprechenden Organismus, den wir hier nur in den Hauptzügen andeuten konnten, und sie sind, wie jede zwei wahrhaft entgegengesetzte Wesen, bestimmt, sich wechselseits zu durchdringen, und in einer harmonischen Einheit die Einheit des Urwesens auszudrücken. Diese Harmonie der Wissenschaft und der Kunst ist das dritte Werk der Menschheit, worin sich der Kreis ihrer ursprünglichen Werke schliesst.
Harmonische Vereinigung der Wissenschaft und der Kunst
Ueber Wissenschaft und Kunst schwebt frei der Geist, über den sie erzeugenden Thätigkeiten lebt ruhig der Wille und das Gemüth, bildend und liebend. Wahrheit, Innigkeit und Schönheit erfreun das Gemüth und gewähren dem Geiste reine Befriedigung. Im seligen Genuss des Gelungenen erhebt sich auf den Schwingen der Einbildungskraft die Lust nach neuer Bildung. Der Geist hält seine Forschung und Kunstbildung an, wenn und wo er will, und leitet beide mit Freiheit. Was er in Wissenschaft und Kunst vollbracht hat, das steht ihm nach allen Richtungen in Erinnerung zu Gebote, seine schöpferische Thätigkeit wird schöne Fertigkeit, die Bildungen zu wiederholen. Der Geist erkennt die innere Harmonie der Wissenschaft und der Kunst, wie sie in ihrem ganzen Gliederbau für einander gemacht sind. Das Aehnliche in beiden ruft und antwortet sich im Bewusstsein, und der Geist bewegt sich frei aus der Welt der Wissenschaft in die der Kunst herüber und hinüber. Er betrachtet die Werke der Kunst im Lichte der Weisheit und erheitert den Bau der Wissenschaft durch Poesie; und in der Kunst des Lebens stellt er die Lehren der Wissenschaft weise und kunstreich dar. Das Leben jedes Geistes ist getheilt in Vertiefung des Gemüths und der Thätigkeit in Wissenschaft und in Kunst, und in jene anstrengungslose gemüthliche Beschauung, worin der Geist sein ganzes Wesen geniesst, und absichtslos ein freiwilliges Spiel schöner Gedanken und Anschauungen beginnt. Was er in Wissenschaft erkannt und in Kunst gebildet hat, das begegnet sich in diesem zwanglosen Umgange des Geistes mit sich selbst zu geselliger Einheit. Einige Geister lieben überwiegend Wissenschaft zu bilden, andere treibt Gemüth und angeborene Kraft zur Kunst; noch andere sind berufen, sich in Wissenschaft und in Kunst gleichförmig zu versuchen und eine innige Harmonie beider in einem →

=50= Das Urbild der Menschheit
→ freien und schönen Wechselspiele zu beleben. Doch kann ein Geist nicht ausschliessend für Wissenschaft leben und die Kunst ganz vernachlässigen, noch umgekehrt der Künstler die Wissenschaft ganz verschmähen. Auch kann die Harmonie der Wissenschaft und der Kunst nicht ohne in beiden stark zu sein gebildet werden noch auch Wissenschaft oder Kunst oder auch beide blühen, ohne dass der Geist zugleich frei über und in beiden sich erhält, und ihre Bildungen harmonisch belebt. Denn das innere freie Leben empfängt alle Nahrung aus Wissenschaft und Kunst, und sowohl Wissenschaft als auch Kunst würden ohne freien Umgang des Menschen mit sich selbst sein ganzes Gemüth nicht bewegen und den ganzen Geist nicht beschäftigen. In dem freien Spiele der Wissenschaft und der Kunst ist der Geist eben so Weiser als Künstler, und noch mehr als diess, denn er ist beides in Ebenmaass. Was jeder Geist in diesem freien innern Umgange sich selbst ist, das wird er auch der Gesellschaft sein.
Wie erweitert sich das innere Leben des Geistes, wenn er als Mensch mit Menschen, mit Natur und mit Gott umgeht! Er wird in allen Sphären menschlicher Geselligkeit stetig aufgefordert zu geselliger Darstellung seines inneren Lebens und zu Vereinigung mit fremder Kraft zu gemeinsamen Werken. Die Blüthen seines eigensten geistigen Lebens, die Früchte seines Erkennens und Dichtens machen ihn der Gesellschaft werth, der er sie mittheilt, diese Mittheilung und seine Empfänglichkeit für fremde Mittheilung bestimmen den Umfang, die Stärke und die Würde seines geselligen Lebens.
Der Geist spricht sein Inneres in Worten und Werken aus, und was ihm seine Individualität selbst zu erzeugen verwehrt, das empfängt er vollendet von andern Wesen, mit denen er umgeht; er liebt diess zu erkennen und zu beschauen, und so sein eignes Leben zu erfrischen und zu verschönen. Indem der Geist die Einflüsse alles Lebendigen auser ihm empfängt, und in seine Eigenthümlichkeit gekleidet zurückgiebt, gewinnt er Allseitigkeit, Fülle und Tiefe. Er wird sich seiner Eigenthümlichkeit bewusst, wird mit neuer Liebe und Kraft für seinen inneren Beruf beseelt, und wird sich selbst und der Gesellschaft immer theurer.
Auch in der geselligen Harmonie aller Wesen ist die Durchdringung und das freie Wechselleben der Wissenschaft und der Kunst nur eine, nur ein Ganzes des Lebens, so wie auch die Wissenschaft und die Kunst, jede für sich, ein solches sind. Auch das innere Leben des Geistes, was aus der Vereinigung seiner Wissenschaft und Kunst entspringt, verschmilzt, ohne die Selbständigkeit zu verlieren, mit dem Leben anderer Geister, mit dem der Natur und mit dem Leben Gottes. Es bildet sich auf der Erde, dem allgemeinen Schauplatze menschlicher Wirksamkeit, ein charaktervolles, individuelles Ganzes auch dieses harmonischen Lebens, welches in allen Zeiten dem Wesen nach bleibend, doch auch zugleich in jedem Momente individualisirt und von gesetzmässig fortschreitender Bildung ist.

Menschliche Kräfte und Formen derselben =51=
Der einzelne Mensch zwar trägt auch hierin an seiner Eigenthümlichkeit die Perspective, das Helldunkel und das Kolorit seiner Familie, seines Volks und seines Zeitalters. Aber das harmonische Leben der Menschheit ist nur eins, so wie die Menschheit nur eine ist. Je inniger und fester der Bund der Menschheit sich schliesst, desto individueller und doch allseitiger wird der Einzelne und desto organischer und herrlicher wird das gesellige harmonische Leben der Menschheit sein.
Wissenschaft und Kunst und die freie Einheit und die Harmonie beider sind die ursprünglichen Werke jedes Menschen und der Menschheit. Sie werden mit bestimmten Kräften und auf bestimmte Weise hervorgebracht. Also rufen uns jetzt der Organismus menschlicher Kräfte und die Formen menschlicher Thätigkeit.
Menschliche Kräfte und Formen derselben
Der Geist ist ein freies, in sich selbst gehaltenes, ganzes Leben der Vernunft, ein Organismus urkräftiger Thätigkeiten, er ist und wirkt seiner Natur nach in der Fülle seines ganzen Wesens, als ganzer Geist; er ist Seele. Aus der Seele geht jede geistige Thätigkeit und Schöpfung hervor. Je seelenvoller die Harmonie aller einzelnen Bestrebungen, je vielseitiger die Ausbildung aller einzelnen Kräfte, desto vollkommener ist der Geist.
Der Geist wird sich seiner ursprünglichen Kraft als eines Urtriebes bewusst. Ursprünglich nun ist die Eine Kraft des Geistes nach innen in die Tiefen der Vernunft selbst gerichtet, um als Einbildungskraft die ursprünglichen Werke des Geistes zu erzeugen. Dann strebt sie auch nach ausen nach Vereinigung mit allem Leben; mit Gottes Kraft, denn der Geist ist ein Organ Gottes, er erkennt und ahnet Gott; mit allen andern Geistern, denn sie alle sind an sich Ein lebendiges Ganzes; mit den Naturkräften, denn Vernunft und Natur sind von Gott bestimmt, sich zu durchdringen. Die Kraft des Geistes wird vorzugsweise vernünftig genannt, insofern sie als ungetheilte Kraft das Ganze ihres Werks ins Auge fasst; verständig, insofern sie durch ihre besonderen Vermögen, die Theile wohl im Ganzen unterscheidend, jeden Theil des Werks ausführt; und harmonisch, insofern sie ihre einzelnen Vermögen wohlgemässigt in ihrer ganzen Kraft wirken lässt, um alle einzelnen Theile des Werks nach der Idee des Ganzen ebenmässig und zur Verherrlichung des Ganzen auszuführen.
Und zur Kraft ist der Seele der Sinn verliehen und Besonnenheit, sie ist fähig anzuschauen, die Gegenstände, worauf sich die Kraft richtet, im Geiste zu vergegenwärtigen. Auch der Sinn ist ursprünglich nach innen in die Vernunft gerichtet, um die Ideen, das Individuelle und das Harmonische in der Vernunft anzuschauen. Aber er öfnet sich auch Gott, der ganzen Vernunft, allen andern →

=52= Das Urbild der Menschheit
→ Geistern, und als äuserer Sinn dem Leibe und der Natur. Der äusere Sinn ist Empfänglichkeit durch äusere Dinge gerührt zu werden, und sie in sich selbst gegenwärtig zu finden, sobald sie sich auf Gottes Geheis dem Geiste darstellen. Auch mit dem Sinne, so wie mit der Kraft gehört der Geist eben so sich selbst, als Gott und der Welt. Der Sinn ist umfassend, reich und harmonisch, denn er schaut das Ganze, dessen Theile und die Harmonie des Ganzen mit den Theilen und der Theile unter sich.
Die Seele aber, als das lebendige Ganze, vermählt die Kraft und den Sinn, lässt sich innig durchdringen und unterhält ihr stetiges, regsames Wechselspiel. Sie bestimmt die Kraft durch den Sinn, und den Sinn durch die Kraft, und beschaut in dieser Wechselbestimmung sich selbst; sie ist Gemüth. Ist die Kraft durch den Sinn bestimmt, so empfindet das Gemüth Lust und Schmerz; Lust, wenn die Kraft der Vernunft gemäss gerührt wird, Schmerz, wenn die Kraft in ihrer freien Bewegung gehemmt ist, wird die Kraft auf beiderlei Art zugleich bestimmt, so ist das Gefühl aus Lust und Schmerz gemischt. Wird die Kraft durch den Sinn gerührt, so beruht sie nie im Leiden, sondern sie wirkt treibend zurück auf das, was sich ihr durch den Sinn darstellt; und das Gemüth empfindet diess Treiben der eignen Kraft, als Neigung und Widerstreben, als Liebe und Hass. Neigung und Widerstreben beziehen sich nach innen und ausen, auf alle Wesen, die sich im Sinne dem Geiste darbieten. Insofern der Geist durch seine Kraft sich die Wesen anzueignen, und lebendig in sein Wesen aufzunehmen, oder davon abzuwenden sucht, ist die Neigung Begehrung, und die Abneigung Abscheu.
Empfindung und Neigung sind die beiden entgegengesetzten Lebensäuserungen des Gemüths, und das ganze Gemüth vermag auch diese wieder sich durchdringen zu lassen, so dass sie sich wechselseits erhöhen und lindern und in eine gleichschwebende Harmonie setzen. In dieser harmonischen Vereinigung der Empfindung und der Neigung ist das Gemüth Herz, wie sich die Sprache weise ausdrückt; denn dieses rhythmische, harmonische und melodische Spiel der Empfindung und der Neigung im Gemüthe belebt und bewegt alle Kräfte des Geistes, als der Quell alles geistigen Lebens. Das menschliche Herz steht allem Guten und Schönen in und auser der Vernunft offen, es schlägt für jedes Wesen, das harmonisch in die Seele wirkt; es ist seiner Natur nach gerecht, voll Liebe und Güte und Freude.
Doch über dem Gemüthe lebt und waltet die Seele als freier, reiner heiliger Wille. Die Regungen und Neigungen des Herzens, seine Liebe und sein Hass, sind dem Richterstuhle der Seele, als des ganzen Geistes, untergeben. Der Geist wird selbst als Geist Gegenstand seiner eignen Thätigkeit, er fällt in seine eignen Sinne, wie der Leib, er hat Selbstbewusstsein, und erhebt sich so zu seinem eignen Gesetzgeber und Erzieher. Das Gemüth verlangt, dass die Seele in jedem Momente die Kräfte des Geistes so richte und bestimme, wie es dem Herzen wohlthut. →

Menschliche Kräfte und Formen derselben =53=
→ Aber die Seele folgt diesem Rufe nicht blind, sie hält ihre Kraft an, sie sammelt sich in sich selbst, um ihr Gemüth und Herz zu erforschen und zu prüfen, sie hält die Forderungen des Gemüths, ohne Liebe und Hass, ruhig und partheilos an die Idee ihrer ganzen vernünftigen Natur, sie überlegt, sie entschliesst sich, sie will und handelt. Die Nahrung des Lebens wird der Seele stetig vom Gemüthe durch das Herz zugeführt, allein sie nimmt davon nur auf, was taugt, und bildet es sich an nach den Gesetzen des rein geistigen Lebens. in sittlicher Würde und Schönheit.
Der Geist wirkt in der Zeit, aber frei von ihren Fesseln. Das Vergangene ist geistig nicht vergangen, es bleibt dem Geiste gegenwärtig, so lange es in seine Lebenssphäre gehört. Er kann sich in Kraft, in Sinn und Gemüth alles Vergangene vergegenwärtigen, und es frei nach Ideen ordnen; ohne an die Zeitordnung der Begebenheit gebunden zu sein. Der Geist gedenkt, er erinnert sich, er erkennt wieder; er lebt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wie in Einer grossen Gegenwart, sein sittlichfreies Leben.
Diesem Organismus der geistigen Thätigkeiten und Vermögen entspricht jener der leiblichen genau und vollständig. Der Geisteskraft ist die organische Kraft des Leibes gemäs in allen ihren untergeordneten Kräften, welche sich in einem Systeme von Organen äusern, dem geistigen Sinn der leibliche; dem Gemüthe die Einheit der leiblichen Empfindungen und Neigungen; dem Herzen das Herz. Und so wie der Wille und sein Gesetz Gemüth und Herz regiert, so findet sich auch im Leibe eine höchste Regierung des Lebensprincips, aus welchem alle Bewegungen, alle Richtungen jedes Sinnes und jeder Kraft hervorgehn; dieser Wille des Leibes scheint unter dem Instincte gedacht zu werden. So wie der Geist, so fällt auch der Leib in seine eignen Sinne, auch er kann auf sich selbst bildend und zerstörend zurückwirken.
Daher ist die von Gott gestiftete Einheit des Geistes und des Leibes so vollständig und so innig geschlossen, dass beide nur zugleich thätig und gesund sein können. Mit dem leiblichen Sinne mangelt und erlischt auch der entsprechende geistige und umgekehrt mit dem geistigen der leibliche; mit der geistigen Kraft wird auch die ihr gemässe leibliche gelähmt oder vernichtet, und mit der leiblichen die geistige; indem sich ein geistiges Organ bewegt, thut es auch unwillkürlich das entsprechende leibliche, und mit dem leiblichen das geistige. Geistige Gemüthsbewegungen theilen sich den leiblichen Organen, und leibliche Gemüthsbewegungen den geistigen Organen mit. Diese Thatsachen kennt und erfährt im Allgemeinen jeder Mensch, inniger noch der Naturforscher und der Arzt, ja selbst die Sprachen aller Völker sind Denkmale dieser Übereinstimmung des Leibes und des Geistes.

=54= Das Urbild der Menschheit
Leib und Geist sind in stetiger, unwillkürlicher Gemeinschaft, sie vermögen aber auch freitätig und willig das Leben ihres ganzen Organismus und jede einzelne Regung einzelner Kräfte wechselseits in sich aufzunehmen. Dann stimmen sich beide nach gemeinsamen Ideen zu gemeinsamen Werken; ihre Kräfte erregen, befeuern, mässigen sich wechselseits, sie sind beide im Menschen Ein Leben in seliger Harmonie; sie wirken, sie empfinden, sie lieben und verabscheuen im Einklang, und streben nach gemeinsamer Gesundheit des ganzen Menschen. Nur diese gesunde Harmonie des Geistes und des Leibes kann die allgemeine Einheit des Vernunftlebens und des Naturlebens darstellen helfen. Reine Geister hätten nur den Geist zu besorgen, aber jeder Mensch hat den eben gegenwärtigen nächsten Beruf jene Harmonie des Leibes und Geistes zu schaffen. Doch bleibt dem Geiste seine geistige Ausbildung eben deshalb das wichtigste und wesentlichste; denn diese steht ja allein in seinen Kräften, und nur durch sie kann er fähig werden, kraftvoll und innig in jene Harmonie einzustimmen.
Wir haben an den Organismus der menschlichen Thätigkeiten erinnert, um nicht unvorbereitet einzutreten in den Tempel der Tugend, der Gerechtigkeit und der Liebe; wo wir die Gesetze lesen wollen, wonach der Mensch alles Vollkommne und Schöne bildet.
Das Sittengesetz und die Tugend
Das innere Gesetz des reinen, freien Willens ist das höchste Heiligthum der Seele; denn sie hält sich, über der Kraft, dem Sinne und dem Gemüthe lebend, dies Gesetz stets und unabweislich vor, und bildet, als das ganze Ich, Kraft, Sinn und Gemüth nach diesem Gesetze; es selbst aber ist unwandelbar, ewig. Diesem Gesetze gemäss ist der Wille rein, denn er folgt nur des Geistes eigner Natur; frei, denn er will unabhängig von Furcht und Hoffnung, von Freude und Leid, von Liebe und Hass, nur was in seinem Wesen und in seiner Lebenssphäre, der Idee gemäss, liegt, blos weil es sich so findet, weil es gut ist. Das ganze Leben der Vernunft und des Geistes ist frei, wie die Ideen. Jedes Glied seiner Thätigkeit und jedes Werk fängt seine Reihe an; es ist nicht aus allem Vorübergehenden, sondern nur aus einer neuen, ersten Einwirkung des ganzen Geistes hervorgegangen und erklärbar, es erkennt nur das Gesetz seiner Idee. Nur wess Wille rein und frei ist, des Sinn ist offen und zart, des Gemüth ist innig, des Herz ist rein und gefühlvoll. Ein reiner, heiliger Wille ist der Urquell alles Lebens und aller Freude für jeden Geist.
Jedes menschliche Streben, was aus reinem, freien Willen entsprungen ist und von ihm regiert wird, ist sittlichgut, und zugleich seiner Natur nach, als Ebenbild göttlicher Wirksamkeit, sittlichschön. Stetig und harmonisch in reinem, freien →

Das Sittengesetz und die Tugend =55=
→ Willen zu leben, ist die Tugend des Geistes. Tugend ist Gesundheit und Blühen des ganzen geistigen Lebens. Der sittlichgute Wille richtet sich ursprünglich auf den Geist selbst, auf sein ganzes Wesen, auf alle seine Kräfte, auf alle seine Sinne, auf sein ganzes Gemüth und auf alle innere Einklänge seines Wesens. Aber das erste Gebot, der Anfang seiner Tugend ist, dass der Geist stets als ganzer Geist, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe handle, und alles Einzelne in wohlgemessnem Verhältniss zu seinem ganzen Wesen und zu seinem ganzen Leben thue. Daher strebt der tugendhafte Geist bei sich selbst einzukehren, sich selbst zu erkennen, die Idee seines Wesens stets gegenwärtig zu erhalten. So ist die Tugend zugleich die höchste Kunst und der seligste Zustand. Dem tugendhaften Geiste sind alle seine Kräfte, Verstand, Vernunft, Anschauung und Einbildungskraft, so wie alle seine Sinne und sein ganzes Gemüth gleich heilig. Er bildet alle seine Kräfte gleichförmig, selbständig und in Harmonie, er übt und reinigt ebenmässig seine Sinne, er bildet und heiligt sein Gemüth und Herz; nicht, indem er seine Empfindungen und Neigungen unterdrückt, sondern indem er sie läutert, verklärt, unter sich in Einklang setzt, und sich ihnen nur nach den Forderungen des reinen Willens hingiebt. So entfaltet der Tugendhafte die ewige Vortrefflichkeit der Vernunft gesund und lebenvoll in der Zeit. Die sittliche Form seines Lebens ist dem Geiste unendlich werth, allein diess macht ihn nicht gegen die Früchte seines Strebens, gegen das Gelingen seiner Werke gleichgültig. Diese nun können ihm nur gelingen, wenn sein Streben bei sittlicher Vollendung zugleich der Natur der Dinge gemäss ist, worauf es sich richtet, und der Idee des Werks, das er beabsichtigt. Daher ehrt der Tugendhafte die Natur der Dinge, er erforscht sie und fügt sich ihr sorgsam und liebend in allem an, was er unternimmt. Tugend und kunstreiche Ausführung haben beide reinen Werth für sich, aber den höchsten Preis verdienen beide in ihrer Vereinigung.
Jeder Geist ist an Seele, an Kraft, Sinn und Gemüth eigenthümlich. Die Tugend strebt zwar in jedem Geiste nach allem Guten und Schönen, dessen die Natur des Geistes überhaupt fähig ist, aber doch nur insofern es aus der Eigenthümlichkeit eben dieses Geistes hervorgehen kann. Jeder Geist hat sein eigenthümliches Ideal. Um diesem Ideale gemäss zu sein, erforscht der tugendhafte Geist seine Individualität, reinigt und heiligt sie, und bildet sein Leben zu einem kunstreichen sittlichschönen Organismus. Das Wesen der Tugend besteht nicht blos darin, nur rein überhaupt das Gute zu wollen und zu üben; sie muss auch gerade diess Gute, eben jetzt und hier, weil und soweit es dem individuellen Kunstwerk des Lebens gemäss ist, wollen, und es kunstvoll mit sinnigem Verstande und mit reiner Liebe ausführen. So bildet sich jeder Geist seine individuelle Lebensweise, seine individuelle Tugendlichkeit aus; und, so wie alle Schönheit, so wird auch die Tugend in unendlich vielen, gleichschönen Idealen wirklich. Alle eigenthümliche, sich wesentlich entgegengesetzte Charaktere der einzelnen Geister in Wechselwirkung gedacht, bilden den einen tugendreichen Charakter der Geistergesellschaft, welche sie ausmachen.

=56= Das Urbild der Menschheit
Auch die organische Lebenskraft, welche den Leib erbaut, hat ihr reines, freies, natürliches Gesetz und die Fähigkeit, alle ihre untergeordneten Kräfte und Sinne und alle Gemüthsbewegungen frei darnach zu bestimmen; eine Fähigkeit, welche dem Willen des Geistes im Leibe entspricht. Der Leib findet, ohne dazu der Anweisung des Geistes zu bedürfen, sein eignes Gute und Schöne; wenn nun die ganze Lebenskraft, als Instinct, sich selbständig nur auf das dem Leibe wesentliche Gute richtet, so ist diess, nach der Sprache des gesunden Verstandes, die Tugend des Leibes. Und diese Tugend sehen wir an jedem gesunden Thiere rein und eigenthümlich ausgedrückt. Der Leib des Menschen kann sie am reichsten, am zartesten und gleichförmigsten gestalten; allein sie kann auch an ihm durch ungesellige und unsittliche Einwirkung des Geistes am furchtbarsten zerrüttet werden. So individuell der Geist und seine Tugend, so ist es auch das Leben und die Tugend jedes Leibes.
Lebt der Geist als Mensch, so erweitert sich seine geistige Tugend auch auf den Leib: er hört die tugendliche Stimme des Instincts, ehrt sie und fügt sich ihr, so weit sie mit der rein geistigen Tugend harmonisch ist; er unterwirft nie die Organe und Kräfte des Leibes unsittlichen Begierden einer zerrütteten Seele und zerstört und entweiht den Leib nicht durch dessen eigne Kräfte. Vielmehr sucht der tugendhafte Geist die Gesundheit, Schönheit und Stärke des Leibes und dessen reine Tugend noch zu erhöhen, zuförderst wegen der eignen Würde des Leibes, dann auch um sich selbst einen reinen Tempel seines geistigen Lebens zu bereiten. Er sucht die Tugend des Geistes mit der Tugend des Leibes in Eine menschliche Tugend zu verschmelzen, welche beide veredelt, und neue schöne Früchte der Wissenschaft, der Kunst und der Geselligkeit erzeugt. Die eigenthümliche Tugendlichkeit des Geistes, mit der des Leibes vereinigt, begründet und unterhält eine eben so eigenthümliche Tugendlichkeit jedes Menschen.
Gott, Vernunft und Natur umziehn den Menschen mit ihrem höheren Leben; der Tugendhafte öfnet ihnen Sinn und Herz in kindlicher Unschuld und Ergebenheit in die göttliche Ordnung der Dinge; er denkt und handelt in Gottes Geiste, sein inneres und äuseres Leben bewegt sich harmonisch mit dem Leben der Welt. Im Umgange mit Gott und in liebevoller Geselligkeit mit allen Wesen gewinnt seine Tugend, Innigkeit und Schönheit, Stärke und Anmuth; sein Charakter bildet sich jene unerschütterliche Haltung, jene erhabne Seelengrösse an, welche allein grosse der Menschheit selbst gehörende Werke schaffen kann.
So vollendet die Tugend den ganzen Menschen rein in sich selbst, treu seiner eignen Natur. Diese seine eigne Natur fordert ihn selbst auf, jedes Wesen nach dessen Natur zu achten und zu behandeln, und alle seine Verhältnisse mit allen Wesen, dem Willen Gottes gemäss, rein und gesund zu erhalten. Aber diese →

Recht und Gerechtigkeit =57=
→ Forderung ist an sich selbst vielmehr ein Theil Einer hohen Forderung Gottes an die Welt, sie ist eher und höher als Geist, Leib und Mensch. Es ist das Recht, wovon ich rede, und die von Gott ausgehende Gerechtigkeit.
Recht und Gerechtigkeit
Wir erkannten Selbständigkeit und harmonische Wechselwirkung aller Dinge als die Grundformen des Weltbaues, alles Lebens und aller Schönheit. Nach Gottes Weltordnung werden alle Wesen mit allen Wesen in mittelbare oder unmittelbare Beziehung gesetzt; sie kommen in Verhältnisse der Gemeinschaft und der Geselligkeit. Aber jedes Wesen ist in seiner Natur befangen, und nur wenn es seine eigne Natur selbständig, frei und kraftvoll ausbildet, kann es aufgenommen werden in immer höhere und höhere Harmonien der Dinge. Die Gemeinschaft und Geselligkeit der Wesen kann ihrer eigenthümlichen Natur nicht widerstreiten, noch sie aufheben, sondern sie muss dieselbe bestätigen und in eine höhere Lebenssphäre versetzen, sonst würde der zweite Act Gottes, welcher die Wesen in Harmonie setzt, den ersten Act Gottes vernichten, welcher allen Wesen ihre eigenthümliche Natur ewig verlieh.
Daher müssen alle Verhältnisse, in welche alle Wesen mit allen gesetzt werden, so bestimmt sein, dass alle die Wesen, welche Mitglieder jedes Verhältnisses sind, in diesem Verhältnisse mit ihrer eigenthümlichen Natur bestehen; und dass in und durch jedes Verhältniss die Harmonie, um welcher willen das Verhältniss geschlossen wird, der eigenthümlichen Natur der Glieder und den ewigen Weltgesetzen gemäss, wirklich hervorgebracht werde; in jedem Verhältnisse müssen alle Glieder desselben jedes für sich und alle in der von Gott geforderten Harmonie gesund sein und blühen. Da die Harmonie aller Wesen der Welt nur eine ist, so müssen auch alle Verhältnisse derselben, und die darin erzeugten einzelnen Harmonien als organische Theile zu jener Einen grossen Harmonie des allgemeinen Lebens aller Dinge in Gott zusammenstimmen. Es muss daher jedes Verhältniss nicht allein in sich selbst so bestimmt sein, dass in ihm alle Glieder für sich und in ihrer Harmonie gesund sind und blühen; sondern es muss zugleich selbst mit allen andern Verhältnissen, mit welchen es in Berührung kommt, in Harmonie gesetzt sein, also so bestimmt werden, dass, soweit es selbst reicht, die Natur und Harmonie jedes Wesens und die göttliche Harmonie aller Dinge dabei bestehe und dadurch befördert werde. Ein auf diese Weise richtig und naturgemäss bestimmtes Verhältniss zweier oder mehrerer Wesen könnte selbst ein gesundes Verhältniss genannt werden. Jedes Verhältniss muss daher in sich selbst gesund und eben so gesund müssen auch seine Verhältnisse zu allen andern Verhältnissen sein. Diese Richtigkeit, Naturgemässheit oder Gesundheit aller Verhältnisse aller Wesen ist Gottes heiliger Wille; daher fordert derselbe heilige →

=58= Das Urbild der Menschheit
→ Wille von jedem Wesen, dass es in aller seiner Gemeinschaft mit andern Wesen seine eigne Kraft so bestimme, dass jene allseitige Gesundheit aller Verhältnisse zur allgemeinen Harmonie der Wesen in Gott seinerseits erhalten und befördert werde.
Dieselbe Naturgemässheit und Gesundheit aller Verhältnisse aller Dinge unter sich in und mit Gott ist das Eine Recht, und die Herstellung und Ausführung dieses Rechts durch Gott und durch jedes Wesen an seinem Theile ist die Eine Gerechtigkeit. Das Recht ist also die allgemeine wesentliche Form der Verhältnisse aller Wesen gegen alle, nach welcher in der Gemeinschaft aller Wesen jedes einzelne in seiner eignen Natur vollendet, und die Harmonie aller wirklich ist und wird. Wenn die Wesen in Gemeinschaft treten, so erleiden sie wechselseits Beschränkungen; die Summe aller Beschränkungen, welche ein Wesen durch alle andere mit denen es in Gemeinschaft kommt, und durch das ganze Weltleben selbst erleidet, kann dieses Wesens Weltbeschränkung heissen. Auch diese beschränkenden Verhältnisse, die ganze Weltbeschränkung, müssen so bestimmt werden, dass die Natur jedes Wesens, des Beschränkten und des Beschränkenden, und ihre Harmonie dabei bestehe; auch sie gehören in den einen Organismus des Rechts. Die Idee des Rechts ist also eine göttliche Weltidee, sie erstreckt sich auf alle Wesen, nicht blos auf den Menschen. Recht ist ewige Wahrheit, Quell der Weltschönheit, Unrecht ist Lüge und Entstellung; Gerechtigkeit erbaut und schmückt jedes Leben, Ungerechtigkeit zerrüttet und schändet es. Ein Wesen ist gerecht, so fern es, was an ihm ist, ohne Eigennutz, für sich, und für alle andere Wesen das Recht erzeugt und erhält. Gott ist seinem Wesen nach gerecht, er erhält und bildet von Ewigkeit zu Ewigkeit in gleichförmiger Gerechtigkeit alle Dinge und ihre Harmonie. Die Welt ist ein Gottesreich, Gott der Monarch, und alle Wesen sind Bürger desselben. Daher sind alle Dinge in vorbestimmter Harmonie; Gerechtigkeit ist von ihrem Wesen unzertrennlich. Alle Dissonanzen des Weltlebens werden gelösst, an sich ist das Eine ganze Recht wirklich, und mit Gottes Augen angesehen würde es auch uns als wirklich erscheinen. Denn Gott der Gesetzgeber und Richter des Weltreichs ist heilig und untrüglich. Der Grund des Einen Rechts, sowie der darin enthaltnen Rechte jedes einzelnen Wesens und jeder Gemeinschaft der Wesen ist zuhöchst nur Gott, sodann die jedem Wesen von Gott verliehene eigne Natur, und die Natur der von Gott gestifteten Harmonie aller Dinge. Jedes Wesen fordert daher auf Gott gebaut still und nicht vergebens sein Recht, und seine Gerechtigkeit ist ein Theil der Einen Gerechtigkeit Gottes.
Alle Geschöpfe sind freie und selbständige Rechtspersonen im Staate Gottes. Jedes Wesen muss an seinem Theile jedem Wesen sein Recht geben, und ist befugt das Recht für sich und für andere von allen Wesen zu fordern und es aus allen Kräften wirklich zu machen. Daher hat Gott jedem Leben einen unvertilglichen Sinn für Recht und Gerechtigkeit eingepflanzt; hierdurch wird es →

Recht und Gerechtigkeit =59=
→ Gott selbst gleich gesinnt, denn es erhebt sich durch die göttliche Idee des Rechts weit über die Schranken seiner eignen Natur, und reinigt sich, so weit es gerecht ist, von allem engen Eigennutze. Die Rechte, welche ein Wesen zu leisten hat, beziehen sich auf die Natur und die Harmonie der Wesen, welchen sie geleistet werden. Zum Recht ist daher jedes Wesen Gott und der Welt verbunden; also sind auch alle Wesen befugt, jedes andere auf eine solche Art zur Rechtsleistung zu zwingen, welche selbst rechtmässig ist, das heisst, welche der Natur des Leistenden und der göttlichen Ordnung aller Dinge, also dem Einen ganzen Rechte gemäss ist. Das Recht wird von Gott schlechthin gefordert, und jedes Wesen ist daher ein Diener der göttlichen Gerechtigkeit, es nimmt auf seine Weise Theil an der göttlichen Rechtspflege. Je reicher und lebendiger ein Wesen, und je vielfältiger und inniger es mit andern verflochten ist, desto weiter und vielseitiger ist seine Rechtssphäre, desto verwickelter, organischer und zarter werden seine Rechtsverhältnisse, einen desto grösseren Antheil hat es an der göttlichen Pflege des Rechts.
Daher ist die Menschheit mit allen ihren innern Ganzen bis zum einzelnen Menschen herab die grösste und erste Rechtsperson auf Erden. In des Menschen Brust redet unwillkührlich das ehrwürdige Gefühl des Rechts; er schaut diese göttliche Idee umfassend und klar, er empfindet es, dass sie durch Gott und Welt und durch seine eigne Natur heilig ist. Der Mensch ist gezwungen, das Recht zu ehren, auch ehe er es liebt, auch wenn sein leidenschaftliches Herz noch gegen die erhabne Strenge des Rechts ankämpft, selbst wenn er das Recht verletzt hat. Das Gefühl des Rechts erhebt den Menschen über sich selbst, es reinigt ihn mit göttlicher Gewalt von Eigennutz und Selbstsucht, es macht hierin Geist und Gemüth Gott ähnlich. Gerechtigkeit soll die Menschheit und jeden Menschen gleichförmig gegen alle Wesen beseelen, dass sie sich selbst im Einklange mit allen Wesen vollenden, und die göttliche Harmonie aller Dinge aus allen Kräften schaffen helfen.
Der Gerechte betrachtet kein Wesen eigennützig, als wäre es blos für ihn selbst bestimmt, sondern er erkennt es an als ein freies Mitwesen in Gott, als Mitgenossen des Lebens und der Harmonie der Welt. Er behandelt daher auch die Natur in jedem ihrer Werke als ein an sich Würdiges und Schönes, nicht etwa als untergeordnete Dienerin und Gehülfin der Vernunft. Er schreibt dem Leibe so ursprüngliche Rechte zu, als dem Geiste; er lebt in und durch ihn, als mit einem an sich würdigen und schönen Wesen, und befreundet sich mit ihm, als mit einem freien Organe der Vernunft. Der Gerechte beleidigt kein Wesen, nicht die Blume, nicht den Wurm, nicht den Bruder, nicht Gott. Er giebt und verschafft jedem Wesen, so viel er vermag, das Seine, und lebt dann, seiner Kraft froh, furchtlos in Harmonie mit allen Dingen. Leidet er Unrecht, so fühlt er sich desshalb nicht berechtigt, Unrecht mit Unrecht zu vergelten; denn seine Rechtsverbindlichkeiten beruhen auf Gottes und der Wesen ewiger Natur, sie werden durch das Benehmen →

=60= Das Urbild der Menschheit
→ endlicher Dinge weder unkräftig gemacht, noch verändert; er überlässt es Gott selbst, jedes Unrecht auszugleichen. Die Waffe des Gerechten ist nur Gerechtigkeit, er unternimmt nichts gegen den Ungerechten, als sich selbst vor ihm sicher zu stellen, und ihn auf gerechte Weise zur Gerechtigkeit zurückzuführen.
Jeder gemüthvolle Mensch empfindet es, dass auch ihm ein Theil der Schöpfung und Belebung des Rechts von Gott anvertraut ist; die Tugend selbst, als die innere Gesundheit seines ganzen Wesens, erkennt das Recht an als die Quelle der Gesundheit des allgemeinen Weltlebens. Der reine Wille heiligt Herz und Gemüth dem ewigen Recht, der Mensch wird von göttlichem Enthusiasmus hingerissen, das Recht als Kunstwerk aufzufassen und zu ergreifen; er nimmt die Gerechtigkeit als wesentlichen Theil in das Kunstwerk seines ganzen Lebens auf. Und so wie jede Kunst, wo sie blühen und reifen soll, den ganzen Menschen fordert, so heiligt sich auch das Kunstwerk des Rechts unter den Menschen einen ehrwürdigen Stand der Rechtsforscher und der Rechtskünstler.
Da die Menschheit zuhöchst an Geist und Leib als Eine Menschheit ist, und in sich selbst in immer engeren Ganzen bis zum Individuum herab, als ein Organismus lebt, so giebt es ursprünglich nur Eine höchste Sphäre menschlicher Rechte, Ein Menschenrecht und Eine Gerechtigkeit. Allein dies Eine Recht theilt sich in bestimmte den einzelnen geselligen Vereinen und jedem einzelnen Menschen eigne Rechtssphären, ohne sich jedoch in dieselben zu zertrennen. Daher hat jeder einzelne Mensch, jede Familie, jeder freie gesellige Verein, jedes Volk sein eigenthümliches Recht und seine eigenthümliche Rechtspflege und Gerechtigkeit. Da aber alle untergeordnete Rechtssphären zu dem Rechte der ganzen Menschheit sich wie organische Theile zu ihrem organischen Ganzen, wie die Glieder zum Leibe, verhalten: so bleiben auch alle untergeordnete Rechtssphären der ganzen Sphäre des Rechts der Menschheit verbindlich, unterthan und verantwortlich; sie müssen die Gesetze des Ganzen anerkennen, und sie in ihrer eigenthümlichen Sphäre befolgen; sie müssen ihre eigne Rechtssphäre selbst so bestimmen, wie es der Natur der ganzen Menschheit gemäss ist, und wie es die Idee verlangt, welche, aus der Einen Idee der Menschheit entsprungen, den Umfang der einzelnen Rechtssphäre bezeichnet. Die höhere Rechtssphäre hat zu entscheiden, inwiefern sie die untergeordnete sich selbst zu überlassen hat. Die höhere Rechtssphäre darf indess, schon um ihrer selbst willen, die Freiheit des Rechts und der Rechtspflege der untergeordneten Rechtssphäre nicht verletzen oder vernichten; und keine untergeordnete Rechtsperson darf herrschsüchtig über ihre Sphäre schreiten, ohne sich selbst und die Harmonie der Rechtssphären, und ohne die Gesundheit des Einen Rechts der Menschheit zu stören. Auch jeder einzelne Mensch hat seine eigene Rechtspflege; denn wie viele Akte der Gerechtigkeit bleiben ihm noch selbst überlassen, wenn er auch freiwillig allen Rechtsgesetzen seines Volkes, seiner Familie und seines →

Recht und Gerechtigkeit =61=
→ Standes Genüge geleistet hat, und in die Rechtspflege keines höheren geselligen Vereins der Menschen eigenmächtig eingreift.
Die Menschheit auf Erden ist und wird Ein ganzes, sie muss daher auch als Recht und Gerechtigkeit bildendes und übendes Wesen Ein Ganzes sein und werden, Ein grosser Künstler des Rechts und der Gerechtigkeit, welcher das grosse Ganze des Einen Rechtes der Menschheit in allen seinen organischen Theilen als Ein grosses Kunstwerk belebt. Die Idee des Menschenrechts spiegelt sich zuerst in ihrer ganzen Fülle und Schönheit in dem reinen Gemüthe hellsehender Menschen; von ihnen wird sie als eine Kunstidee empfangen, von ihnen verbreitet sie sich über das ganze Geschlecht, dass auch diese Menschheit ein würdiger Bürger im Reiche Gottes werde, und im Zusammenklange mit allen Wesen sich an Gottes Gerechtigkeit anschliesse, welche als allwaltendes gerechtes Geschick alle Zeiten regiert. Die Völker sind nächst der Menschheit die grössten Rechtspersonen auf Erden: jedes Volk muss daher frei auf eigenthümliche Weise seine Rechtssphäre als Kunstwerk ausbilden, jedes unabhängig von jedem andern, in eigner Gesetzgebung, mit eignen Kräften, Niemand unterthan und verantwortlich, als dem grössten Menschen auf Erden, der Menschheit. Die Menschheit dieser Erde soll einst als ganze Menschheit die Verhältnisse der Völker rechtmässig bestimmen, und einen höheren Organismus des Rechts bilden, zu dem sich die Völker, wie jeder einzelne Mensch zu seinem Volke, verhalten. Wir reden von mündigen Völkern, vom reifen Alter der Menschheit, denn bevor die Menschheit selbst als höchste Rechtsperson sich einst erklärt hat und als solche waltet, so lange verdanken die Völker ihren Rechtzustand ihrer allseitigen, überlegenen Kraft, oder einem gemeinsamen Interesse, oder der wohlthätigen Vormundschaft verwandter, mächtiger Völker. Nur nach und nach tritt die Vernunft selbst und die Menschheit an die Stelle blos äusserer Gewalt.
Nennen wir uns das gesellige Kunstwerk eines jeden Volkes für das Recht, Staat, so können wir die so eben erkannte Idee eines allgemeinen Menschenstaates auf Erden, der alle einzelne charaktervolle Volkstaaten als seine wesentlichen harmonischen Theile in sich schliesst, mit dem Namen des Erdstaates, des Erdrechtbundes, oder auch des Weltstaates bezeichnen. Denn ist auch unsere Erde nur ein kleiner Theil der Welt, so ist sie doch ein vollständiges Ebenbild des All, und ihre Würde und Schönheit beruht zuerst im Gliedbau ihres Lebens, in Zahl und Maass der Theile und in deren Wechselverhältniss, nicht in individueller Grösse.
Die erhabene Idee des Erdstaates werden wir noch in der Folge an ihrem Orte weiter ausführen, jetzt kehren wir noch bei ihren Schwesterideen, den Ideen des Wechsellebens, der Liebe, und der Schönheit ein. Denn Tugend und Recht bieten sich die Hand, um den Menschen der Liebe zuzuführen, dass sie ihn in reiner Schönheit gottähnlich vollenden.

=62= Das Urbild der Menschheit
Liebe und Wechselleben
Wollen wir uns an der heiligen Flamme der Liebe erwärmen, und in ihrem reinen Lichte den Labyrinth der menschlichen Geselligkeit durchschauen, so muss sich Geist und Gemüth zu Gott erheben: denn Gott ist die ewige Liebe selbst. Die gesellige Menschheit folgt dem allgemeinen Zuge der Liebe, welche die Liebe Gottes allen Wesen einhaucht, auch sie huldigt dem allgemeinen Weltgesetze der harmonischen, wechselseitigen Durchdringung alles Lebens als Eines Lebens in Gott.
Das Wechselleben des höchsten Ganzen und aller seiner Glieder sehen wir im menschlichen Leibe so vollendet ausgedrückt, als es an einem endlichen Organismus möglich ist. In ihm durchdringt sich das Leben des Ganzen und das selbständige Leben aller Glieder, das Leben jedes Organs schwingt sich auf zum Leben des Ganzen, und vom Lebentriebe des Ganzen ergriffen durchdringt das Leben jedes Organs das Leben aller andern. Nur in der Gesundheit und Stärke des ganzen Lebens erwächst das Leben jedes einzelnen Organs, und in der Gesundheit und Stärke aller Organe erblüht das Leben des Leibes. Alle Organe sind in einander und im Ganzen wahrhaft gegenwärtig, ohne ihr eignes freies und selbständiges Leben aufzugeben, welches sie nur in gesundem Wechselleben unter sich und mit dem Ganzen empfangen und bewähren. Diess ist das Bild des Einen Lebens aller Dinge in Gott, worauf wir jetzt die Augen des Geistes richten.
Vernunft und Natur sind die höchsten Werke und Organe Gottes, und es ist die höchste Aeuserung seines inneren Wechsellebens: Vernunft und Natur, jede für sich lebend zu durchdringen, beide unter sich in Wechselleben zu setzen, und auch in diesem ihren Wechselleben lebendig gegenwärtig zu sein. Gott ist in ihnen unmittelbar, wie ihre höhere Seele, gegenwärtig, er nimmt sie in stetiger freier Wechselwirkung als seine lebenvollen Organe in sich selbst zurück ohne ihr freies selbständiges Leben zu stören, ohne die Gesetze zu verändern oder aufzuheben, die er ihnen ewig einschuf. Und beide, Vernunft und Natur, schöpfen durch Gottes Liebe stetig Freude und Kraft des eignen Lebens aus ihm, dem Urquell ihres Wesens und Daseins. Gottes Liebe kommt ihnen durch höhere Einflüsse zuvor, allein ihr Leben in Gott beginnt nur da in ihrem Innern, wo sie durch ihre eigne Kraft dazu reif geworden sind. Natur und Vernunft sind ihrem Wesen nach in Gott, und leben durch Gottes Liebe in ihm; sie sind gottinnige Wesen. In ihrer Gottinnigkeit finden sie sich dann beide zu wechselseitiger Durchdringung ihres charaktervoll entgegengesetzten Lebens; Gottes Liebe führt sie einander zu, dass sie sich finden, und in wechselseitigen Einflüssen eine Gemeinschaft stiften. Diese Einflüsse nehmen sie dann freithätig in einander auf, erwiedern und unterhalten sie, so wie es ihrer eignen Natur und dem Wesen Gottes gemäss ist, und erheben endlich ihre Gemeinschaft zum höchsten →

Liebe und Wechselleben =63=
→ harmonischen Wechselleben, zur höchsten Geselligkeit der Welt. Ebenmässig und rhythmisch durchdringen sie sich in allen ihren innern Lebenssphären, lebendig und schön. Wir stehen hier an der Grenze einer Welt von Begebenheiten der höchsten Ordnung, von der wir wohl wissen, dass sie da ist, deren Inneres wir wohl ahnen können, aber es klar zu schauen nicht vermögen.
Diess Wechselleben Gottes und seiner höchsten Organe wiederholt sich in einem verjüngten aber treuen Bilde in der Natur und in der Vernunft, so wie in jeder inneren Lebenssphäre derselben. Auch das innerste und reichste Organ der Durchdringung der Vernunft und der Natur, die Menschheit, bildet es ab in sich selbst und in ihrem Wechselleben mit allen höheren Sphären. Jedes freie und selbständige Wesen ist mit jedem andern freien und selbständigen Wesen in mittelbarer oder unmittelbarer Durchdringung des Lebens; und in dieser allseitigen Gemeinschaft und innigen Geselligkeit bewähren sich alle Wesen als göttliche Organe, nur in ihr besteht das Eine organische Leben Gottes. Für Gott selbst ist jedes seiner Organe zu mittelbarer und zu unmittelbarer Einwirkung offen; und jedes Wesen ist nach der Stufe seines Daseins fähig in Gott zu leben: alle Wesen sind gottinnig. Die Vernunft wirkt als Ganzes in jede ihrer inneren Lebenssphären ein, und jede derselben ist geschickt, mit ihr in wahre Einheit des Lebens zu treten. Eben so die Natur. Und in der Menschheit, als dem vollständigsten Organe ihres Wechsellebens, strömen die Einwirkungen aller höherer Sphären zusammen, um die innigste und schönste Liebe, das reichste gesellige Wechselleben zu feiern.
So wie Vernunft und Natur durch Gott vereinigt werden, und die ihnen von Gott verliehne Gemeinschaft mit Freiheit zu geselligem Wechselleben erheben: so wiederholt sich diess Verhältniss bei allen Naturen, welche gleich hohe, entgegengesetzte Zweige des Baumes der Wesen sind. Sie werden durch ihre nächsthöhere Sphäre, deren Organe sie sind, in Gemeinschaft gesetzt; ihn ihr erkennen sie sich an als Organe desselben lebendigen Ganzen und durchdringen sich dann liebevoll in ihrem ganzen Wesen. Einen eignen Charakter gewinnt die Geselligkeit der Individuen, welche in unendlicher Zahl, sich ähnlich und doch charaktervoll verschieden, Ein Organ einer harmonischen Weltsphäre sind; so die Individuen des Geisterreichs in der Vernunft, die Individuen der organischen Reiche in der Natur, und die Menschen als Individuen der Einen Menschheit im Weltall. Auch sie ahmen innerlich, in engeren und weiteren Kreisen, jenes höchste Wechselleben Gottes und seiner Organe nach.
Jede Geselligkeit setzt Gemeinschaft voraus, und bildet sich in ihr. Der Grund aber aller Gemeinschaft ist zuhöchst Gottes zuvorkommende Liebe, welche die Harmonie alles Lebens in ihm will und schafft. Jede von Gott gestiftete Gemeinschaft ist den durch sie vereinten Wesen unvermeidlich, so lange die höheren Gründe derselben dauern und so weit sie reichen. Diess gilt von der →

=64= Das Urbild der Menschheit
→ Gemeinschaft der Vernunft mit der Natur, des Geistes und des Leibes im Menschen, und der Menschen unter sich auf der Erde als ihrer gemeinsamen höheren Lebenssphäre. Die Gemeinschaft höherer Wesen mit niederen ist unmittelbar, mittelbar hingegen ist die Gemeinschaft gleichhoher Nebenwesen in und durch ihre gemeinsamen höheren Sphären. Gemeinschaft ist überall da vorhanden, wo die inneren Lebensäuserungen der Wesen sich treffen, sich wechselseits ansprechen und beschränken und dabei ihre Selbständigkeit zu erhalten und zu erhöhen streben. Auch da noch ist blose Gemeinschaft, wo die Wesen wechselseits auf einander zurückwirken, ohne eine wirkliche Einheit des Lebens zu bilden, ohne sich wechselseits als Ein Wesen anzuerkennen und sich im Geiste einer höheren Einheit in einander einzuleben. Selbst wenn sich mehrere Wesen in ihrer Gemeinschaft, ihr inneres Leben wechselseits befördern, wohl auch gemeinsame Werke hervorbringen mit gemeinsamen aber nicht in Ein Leben vereinigten Kräften, selbst dann ist nur Gemeinschaft, keine eigentliche Geselligkeit da; denn es fehlt die wahre Einheit eines aus ihnen gemeinsam bestehenden höheren Lebens. Alle Gemeinschaften der letzteren Art werden blos durch ein gemeinsames äuseres Interesse gehalten, und haben nur dann Werth und Bestand, wenn sich die Wesen in ihnen nicht zu blosen Mitteln herabwürdigen, und wenn sie durch Gerechtigkeit zusammengehalten werden.
Die den Wesen, welche neben einander bestehen, durch eine höhere Sphäre, wie durch Verhängniss, aufgezwungne Gemeinschaft ist der Boden, worin Geselligkeit erblüht; aber auch der Boden des Streits, reich an Quellen des Unglücks und des Verderbens. Denn jedes der in Gemeinschaft gesetzten Wesen wirkt nach seinem inneren Lebenstriebe in Neigung und Begehrung auf die allen gemeinsame höhere Lebenssphäre ein; jedes bewegt sich in derselben frei nach dem Gesetze seiner eignen Natur, ohne Rücksicht auf andere Wesen zu nehmen. So treffen die entgegengesetzten Kräfte der in Gemeinschaft stehenden Wesen ihnen selbst zufällig an einander, sie behindern, beschränken, stören sich. Dann regt sich in kräftigen, heldenmüthigen Naturen der Kampf um Selbständigkeit und innere Gesundheit. Aber diese Weltbeschränkung, auch noch so schrecklich in ihren Erscheinungen, bedarf keine Theodicee. Denn die Streitenden lernen die eignen und die fremden Kräfte kennen, und die Idee des Rechts erwacht. Gerechter Streit schafft Achtung, er reinigt die Gemeinschaft nach und nach von allen ungeselligen Elementen, er bringt Selbstsucht und Eigennutz zum Schweigen. Die Streitenden kennen sich dann als gleichwürdige Organe höhern Lebens an, sie versöhnen sich, und ein schönerer Streit, der Wettstreit der Liebe und der Freude beginnt; sie dringen vom Streite hindurch zur Freundschaft und zu fruchtreicher Geselligkeit.
Wahre Selbständigkeit, Vollkommenheit der eignen Natur und charaktervolle Individualität sind das Land, worauf allein Liebe und Geselligkeit gedeihen können. Das Sehnen jedes Wesens, in seiner Art selbständig und vollkommen zu →

Liebe und Wechselleben =65=
→ sein, ist in ihm eher als Liebe. Und eben so ursprünglich und wesentlich ist der Drang, diess Sehnen zu stillen, alle Hindernisse freudiger Selbständigkeit muthig und ausdauernd zu bekämpfen. Diess ist der jedem Wesen eigne Heroismus, ohne welchen es weder lieben kann, noch liebenswürdig sein. Selbständigkeit ist nicht höher und würdiger, aber eher als Liebe; ohne sie ist überhaupt keine Würde, kein Leben. Selbst Liebe und Streit wären ohne sie gleich verächtlich, wenn sie auch ohne einige Selbständigkeit möglich wären. Im Streite mit allem, was dem eigensten Leben feind ist, bildet sich jede herrliche Natur, durch Heldenkampf läutert sie sich zur Liebe.
Ist die Gemeinschaft der Wesen gereift, haben sich höhere und niedere Wesen gefunden, und entgegengesetzte im Streite sich liebgewonnen, dann erst beginnt ihr wahres Wechselleben, worin sie ein stetes harmonisches Wechselspiel ihrer Kräfte zu Einem höheren Lebendigen vereinigt. Nur diess stetige, innige Zusammenleben freier, entgegengesetzter Wesen als wahrhaft Ein Wesen, in Liebe und uneigennütziger Gerechtigkeit, werde ich Gesellschaft und den Zustand der Wesen darin Geselligkeit nennen, indem ich diese Worte weit über den gewöhnlichen Sprachgebrauch erhebe. Ist einmal ein geselliges Verhältniss entsprungen, so wächst es stetig an; denn mit dem Gelingen der Vereinigung steigt das Sehnen, bis sich die Geselligen allseitig und gleichförmig durchdringen. Diess ist der Zustand seliger Befriedigung, wo die Wesen wie ein Herz und eine Seele sind; er währet ewig, wo nicht ein höheres Verhängniss die Gesellung auflöst. Jede Geselligkeit beruht auf jener ursprünglichen Einheit der Wesen, wonach sie Glieder desselben Ganzen sind, und auf dem unaustilglichen wesentlichen Gegensatze, welcher sie als organische Glieder jenes Ganzen unterscheidet und ihre Freiheit und Eigenthümlichkeit begründet. Durch die Gleichheit sind sie fähig, die Einseitigkeit ihrer eignen Natur und die gleichwesentliche Vortrefflichkeit der entgegengesetzten anzuerkennen, mit letzterer in Gemeinschaft zu treten, ihre Einflüsse zu empfangen und in sie zurückzuwirken; und durch den Gegensatz wird ihr Wechselleben genährt und unterhalten. Daher will die Geselligkeit die Eigenthümlichkeit ihrer Glieder nicht schwächen oder auslöschen noch ihren Charakter stören oder verunreinigen; noch auch vermag sie diess; vielmehr bildet sie dieselben aus und nimmt sie auf in die höhere Harmonie des Lebens, welches die Geselligen schaffen. Gesellig vereinte Wesen sind im Gebiete ihrer Geselligkeit nur Ein Wesen mit gemeinsamer Freiheit und Selbständigkeit, daher sind sie dann auch als ganze Gesellschaft noch höherer Geselligkeit fähig, wo sie nicht selbst schon die höchste bilden. Dann streiten sie, wie Eine Person, gegen alle Weltkräfte, welche gegen einzelne Glieder, oder gegen die ganze Gesellschaft feindselig wirken. Am innigsten und dauerndsten sind Gesellungen, welche die ganzen Wesen vereinen; wo aber nur ein Organ oder nur einige mit ihren Kräften sich durchdringen, da werden die Wesen nur mittelbar als ganze Wesen ergriffen.

=66= Das Urbild der Menschheit
Jede Gesellschaft, als die Darstellung Eines höheren Lebens im Wechselleben mehrerer Wesen, ist ein Kunstwerk aller ihrer Glieder; und zwar ein geselliges, in welchem die Innigkeit, oder die Schönheit überwiegt, oder beide im Gleichgewicht stehen. Und in diesem geselligen Kunstwerke der Gesellschaft wird dann das Herrlichste geboren, dess die geselligen Wesen jedes für sich und in Vereinigung fähig sind. Jede Gesellschaft ist reich an schönen Früchten, an innigen und schönen geselligen Kunstwerken. Zwar ist jede Geselligkeit ursprünglich nur auf Vereinigung des ganzen Lebens oder einzelner Organe desselben gerichtet, und nur mittelbar auf einzelne gesellige Werke; aber letztere folgen ihr von selbst, wie Früchte der Blüthe. Soll ein Werk ein wahrhaft geselliges heissen, so muss es überhaupt nur, oder nur so, aus der Geselligkeit hervorgehen; es muss jedem einzelnen Gliede der Gesellschaft zwar durch dessen eigne Natur geboten sein, allein die Kräfte jedes Einzelnen übersteigen und nur durch die Harmonie der entgegengesetzten Kräfte der Geselligen vollendet werden können. Je origineller charaktervoller die Geselligen, desto vortrefflicherer geselliger Werke sind sie fähig; und je höher, vielseitiger und reicher das Werk, ein desto stärkeres äuseres Band der Geselligkeit ist es. Werke aber, wozu die Arbeiter Gleiches mit gleichen Kräften beitragen, sind blos gemeinsame Werke. Die erhabensten und schönsten Werke der Welt sind gemeinsame und gesellige zugleich.
Die Menschheit als das innigste Leben, selbst aus der innigsten Geselligkeit der Natur und der Vernunft geboren, ist der vielseitigsten, ja nächst Gott allein einer allseitigen Gemeinschaft und Geselligkeit fähig. So wie die Geselligkeit überhaupt die Seele alles Wechsellebens im Weltall, so ist auch menschliche Geselligkeit die Seele alles innern und äuseren harmonischen Wechsellebens der Menschheit. Diese selbst ist bestimmt, als ein Ganzes in geschlossner innerer und äuserer Geselligkeit, als Eine Menschheit auf Erden, zu leben. Denn sie lebt in jedem einzelnen Menschen und in allen zusammengenommen, welche, als ursprünglich gleichwürdige und wesentliche Organe derselben, berufen werden, in Eine grosse Gemeinschaft und Gesellschaft unter sich und mit allen äuseren Wesen zusammenzutreten. Hierzu hörten wir Gott, Vernunft und Natur, Wissenschaft und Kunst und ihre Harmonie alle Menschen auffordern. Daher ist jeder Mensch fähig, in Einer Gerechtigkeit und Liebe alle Wesen zu umfassen, und ihre Einwirkungen sinnig in sich aufzunehmen; der Mensch ist in seiner Liebe und Geselligkeit universal, und kann in dieser Universalität gleichschwebende Innigkeit und Harmonie erreichen. Er ist eines schönen Gleichgewichts der eignen Selbständigkeit mit liebender Hingebung an jedes liebenswürdige Wesen empfänglich. Die äusere Geselligkeit der Menschen ist mit ihrer innern gleich bewundernswürdig. Aber alle menschliche Geselligkeit trägt den Charakter der Menschlichkeit: sittliche Freiheit des Geistes in Herrschaft der Ideen, in Harmonie mit organischer Innigkeit des Leibes. In der Welt der Ideen erblickt der Mensch alle Wesen, wie in einem treuen Spiegel, dass er sie im reichen Gebiete seiner →

Liebe und Wechselleben =67=
→ Erfahrung anerkennen und liebgewinnen kann. Ist der Mensch von der Idee Gottes erleuchtet und erwärmt, erkennt und empfindet er sich selbst, die Menschheit und alle Dinge als Organe und geliebte Werke Gottes: so geht er ein in ein übersinnliches, unaussprechliches Verhältnis der Liebe und des Lebens mit Gott, er empfängt die Weihe der Religion. Durch sie wird jede Liebe, welche des Menschen Herz bewegt, heilig und mit jeder andern Liebe harmonisch, durch sie wird jede menschliche Geselligkeit dem Leben Gottes und der Welt gemäss. Die Religion allein vollendet den Menschen als lebenvolles, geselliges Organ Gottes, im Einklange mit allen Wesen. Nur der Mensch, nur die Menschheit sind gesellig vollendet, deren ganze Geselligkeit durch Tugend, Recht und Religion Einheit, Haltung, Stärke und Schönheit empfing.
Alle Geselligkeit aller Wesen der Welt ist ursprünglich als Eine Geselligkeit in Gott, als Ein lebenvoller Umgang Gottes in sich selbst, ewig vollendet. Liebe, ein mächtiger unvertilgbarer Trieb, lässt alle Wesen dem Weltgesetze der Geselligkeit folgen. Sie ist die lebendige Form der innern organischen Einung alles Lebens in Gott; sie ist der ewige Wille Gottes, in allen Wesen lebendig gegenwärtig zu sein, und das Leben aller seiner Glieder in sich selbst, als in das ganze Leben, zurückzunehmen. Die Eine Liebe Gottes macht mit ewiger Güte jedes Wesen zu seinem Ebenbilde, sie vollendet alle Wesen als Eine harmonische, gesellige Schöpfung. Und von Gott aus ergiesst sich die ewige Liebe in alle Wesen als der göttliche Trieb, sich an der Vollendung und Schönheit jedes Wesens zu erfreuen, sein eigen Leben mit ihm zu verschmelzen, und diese Einheit des Lebens selig zu empfinden. An sich ist die Liebe aller Wesen in der Liebe Gottes, als dessen Eine innere Selbstliebe, enthalten. Gott führt alle Wesen in Gemeinschaft, um den Trieb der Liebe in ihnen zu wecken und zu nähren, um sie zuerst im Kampfe sich bewähren zu lassen und sie im Feuer des Unglücks zu läutern. Doch in dieser Prüfung der Naturen begleitet sie liebevoll das göttliche Erbarmen, welches sie durch die Weltbeschränkung nicht zerstören oder verunstalten, sondern verherrlichen und verschönen lässt.
Der zuvorkommenden Liebe Gottes entgegnet in jedem Wesen eine reine Liebe zu ihm, Gott ist in jedem Wesen, nach der Stufe des Daseins desselben, gegenwärtig; daher findet jedes Wesen sein Leben als Theil des göttlichen Lebens, es sehnt sich, in sich selbst gottähnlich zu sein. Jedes gesunde Leben erhebt sich aufwärts zu Gott, die Liebe zu ihm ist die ursprünglichste und innigste, die jedes Wesen beseelt; nur sie führt zur Vollendung des eigenthümlichen Lebens in Harmonie mit Gott und der Welt. Jedes Wesen ist seiner Natur nach gottliebend und gottinnig. In dieser Wechselliebe Gottes und seiner Wesen entspringt dann die reine Liebe aller Wesen unter sich, welche alle gottgefällige Gemeinschaft und Geselligkeit bildet. Doch ist jedes Wesen ein freies, selbständiges Organ Gottes, herrlich und schön in sich selbst; daher ist auch die Liebe der Wesen unter sich frei, selbständig und schön. Sie können sich rein und gottgefällig in Liebe an →

=68= Das Urbild der Menschheit
→ einander erfreuen, ehe noch die Liebe zu Gott sie ergriffen und sich in ihnen ausgebildet hat. Durch reine, heitre Liebe unter sich erheben sich die Wesen, auch Gott rein zu lieben; denn sie finden Gott wechselseits in sich und in ihrer Geselligkeit gegenwärtig. Wo aber die Liebe zu Gott in den Wesen herrschend und beseelend geworden ist, da heiligt und stärkt und erfreut sie auch ihre wechselseitige Liebe; dann werden sie sich aufs neue liebenswürdig, weil sie sich alle von Gott geliebt sehen. Es ist unmöglich, Gott wahrhaft zu lieben, ohne alle Dinge liebend zu umfassen; und so wird jedes liebreiche Wesen von Einer Liebe erfüllt, von der Liebe zu Gott und zu allen Wesen in ihm.
Die Liebe erwacht im Anschaun der Vortrefflichkeit, der innern Gesundheit und Schönheit des geliebten Wesens, als das Sehnen, mit ihm Ein höheres Leben zu sein. Die Liebe ist die Mutter und zugleich die Seele aller Geselligkeit. Sie geht der Gesellung voran, unterhält und bildet sie aus, und überlebt sie noch; denn sie erlöscht auch dann nicht, wenn die Gesellung durch höheres Geschick getrennt ist; sie folgt dem geliebten Wesen nach, so lange noch die Wirkungen seiner Geselligkeit das Leben des Liebenden erfreut. So ist die Liebe zugleich der innigste Trieb und der seligste Zustand; sie treibt die Wesen, sich harmonisch zu vollenden, und führt sie zur höchsten Gesundheit und Schönheit.
So innig und umfassend des Menschen Geselligkeit ist, so ist es auch seine Liebe. In ihm durchdringt sich die freie, ideale Liebe des Geistes mit der innigen, organischen Liebe des Leibes, daher ist der Mensch fähig, alle Wesen in reiner Liebe zu umfassen. Was nun dem Geiste und dem Leibe und ihrem Wechselleben offen steht, dess Vortrefflichkeit und Schönheit bewegt des Menschen Gemüth. Das Anschaun des Vollkommnen und Schönen ist innige Freude; der ganze Mensch fühlt sich dadurch erhoben, er vergisst sich selbst, und sehnt sich, das fremde Leben in sich aufzunehmen, das seinige in es zu versenken, und mit ihm Ein höheres, vortrefflicheres Wesen zu bilden. Ist einmal Liebe in des Menschen Brust entzündet, so kann und will er ohne das geliebte Wesen nicht freudig leben; des Geliebten Freuden und Leiden sind die seinigen, er ist mit ihm ein Geist und ein Gemüth. Jede wahrhaft menschliche Liebe ist wohlwollend, sie lebt im Geiste reiner Güte, denn sie empfindet das geliebte Wesen als Theil des eignen höheren Ich.
Die Liebe wird durch freie Kräfte im Gemüthe erzeugt, daher ist sie frei, sie erkennt keinen Zwang als Liebenswürdigkeit durch Leben und Schönheit: jedem äuseren Zwange ist sie unzugänglich. Je innigere Liebe ein Mensch trägt, desto gesunder und vollkommener ist er in sich selbst; seine schöne Liebe zeugt von einer schönen Seele, von zarter Empfänglichkeit für alles Gute und Schöne; durch Liebe bewährt er seinen göttlichen Ursprung. Wer Wissenschaft und Kunst innig liebt, wessen Herz rein und tugendlich ist, der ist ein Priester schöner Liebe.

Liebe und Wechselleben =69=
Wenn sich im Anblicke des Vollkommenen und Schönen verhängnissvoll und unwiderstehlich die Liebe in ihm entflammt, dann begegnet dem Menschen etwas Göttliches. Die Liebe ist ein göttlicher, ein seliger Zustand. Aber es hiesse die Liebe zerstören, wenn Lust beabsichtigt würde; dann würde selbst die Lust verwelken; denn diese erblüht nur da, wo sie das gesunde Spiel des innersten Lebens freiwillig begleitet.
Die reinste, ursprünglichste und seligste Liebe, welche in jedem reinen Herzen lebt, ist die Liebe zu Gott, der Trieb Gott zu erkennen, ihn zu empfinden und mit ihm innerlich eins zu sein. In dieser höchsten Liebe wird der Mensch sich selbst heilig. Er strebt nach göttlicher Weisheit, um die Idee Gottes immer reiner und klarer zu schauen; nach göttlicher Kunst, um im Lebendigen und im Schönen das Leben Gottes nachzuahmen; er sucht im Weiteren Gebiete der Erfahrung alles Lebendige und Schöne auf, um es als redende Spur der Liebe Gottes zu verehren. Er gewinnt selbst die Schranken seiner Individualität lieb, er sucht sie, als das Gebiet seiner Gottähnlichkeit, gottgefällig zu erfüllen, um sich Gott liebenswürdig zu machen. Er erwartet nicht, durch übernatürliche Einwirkungen ohne sein Zuthun gut und liebenswürdig zu werden; er erforscht vielmehr und misst seine Kräfte und regt sie zur Bildung alles ihm erreichbaren Guten und Schönen. Der gottliebende Mensch hat Gott vor Augen und im Herzen; überall sieht und empfindet er Gott. Alles, was ihm begegnet, alles, was die Schöpfung ihm Begreifliches und Unbegreifliches, Glückliches und Unglückliches entfaltet, betrachtet er als ein Gespräch Gottes mit der Welt und mit ihm; die Geschichte ist ihm eine stetige Offenbarung der göttlichen Gerechtigkeit und Liebe. Er weiht Gott Geist und Gemüth: die Tugend wird ihm heilig, als die Kunst, im Geiste der göttlichen Liebe zu handeln. Er liebt Gott über Alles, und alle Wesen, weil Gott sie liebt, weil sie Organe Gottes sind; alle Wesen liebt er, wie sich selbst, und sich selbst nur als Kind Gottes, als Mitglied der grossen Familie aller Wesen. Die Liebe zu Gott lässt ihn das göttliche Ebenbild in sich selbst lieben, und es allseitig auszubilden suchen; er strebt in den Schranken seiner endlichen Natur so vollkommen zu sein, als es der ewige Vater aller Wesen in seiner Unendlichkeit auch ist. Er versetzt sich liebend in alle Wesen, thut ihnen allen, nicht den Menschen allein, was er wünscht von ihnen zu erfahren, nicht blos aus Gerechtigkeit, sondern aus reinem Triebe der Güte und der Liebe.
Wenn sich der Mensch durch den Reichthum und die Schönheit der Schöpfung, durch die Schicksale der Menschheit, durch die Leiden und Freuden seines eignen Lebens, innig ergriffen fühlt; wenn ihm Gott auf den Wegen des Lebens gleichsam sichtbar begegnet und hörbar in ihm spricht: dann erfüllt die Liebe zu Gott, vereint mit Vertrauen und Hoffnung, sein ganzes Herz und Gemüth, sein Geist ist in höheres Schauen versunken, sein ganzes Wesen antwortet Gott im Gebet, empfindet die Seligkeit, ganz in Gott zu sein und zu leben. Dann durchströmt ihn neue, jugendliche Kraft des Lebens, sein Herz wird rein und aller →

=70= Das Urbild der Menschheit
→ schönen und grossen Gefühle fähig, die Liebe verstärkt ihre Herrschaft über sein ganzes Wesen. Was dieser Gottinnigkeit des Menschen in Gott entspricht, welches übersinnliche Verhältniss der gottliebende Mensch mit Gott schliesse, wie sich ihm Gott liebend und erbarmend äusere: davon zu reden, überschritte die Absicht unseres Werks, und, ich fühle es, meine Kräfte. Möge jedes heilige Gemüth diese Seligkeit auf seine eigne Weise ahnen!
Liebe zu Gott und die aus ihr fliessende gottähnliche Gesinnung zugleich mit dem innern seligen Verhältnisse des Menschen zu Gott als des Kindes zum Vater, welches in jener Liebe sich ausbildet, ist Gottinnigkeit, Religion des Menschen. Der Mensch ist seinem Wesen nach religiös, er ist das gottinnige Wesen in der Welt; in ihm neigen sich aus allen Welten Strahlen des göttlichen Lebens zusammen, sein Sinn ist der zarteste und stärkste, sein Gemüth das gefühlvollste und reichste, seine Tugend die vielseitigste und schönste. Liebe ist die Seele der Religion, Liebe ihr erstes Gebot. Ist die Liebe zu Gott im Menschen erkaltet, so wird leicht auch seine Erkenntniss wüst und kalt, seine Kunst eitel und leer, sein Leben selbstisch und öde. Nur die Liebe kann ihn zu Gott zurückführen, sie ists, wodurch Gott den gesunkenen Menschen wieder zu sich zieht. Gott führt Leben und Schönheit in Natur und Vernunft und Menschheit vorüber vor den Augen jedes Menschen; die ihm, wie freundliche Genien, in seine himmlische Heimath zurückwinken. Jeder wahrhaft liebende Mensch ist auf dem Wege zu Gott, denn im Geliebten liebt er bewusstlos Gottes Werk und Leben. Und sobald ihm die Liebe zu Gott wieder aufgeht, fühlt er sich erwärmt und erheitert, wie die Erde in den Strahlen der Morgensonne.
Die Liebe des Menschen richtet sich, so wie zuhöchst auf Gott, eben so frei und unmittelbar auf Vernunft und Natur, und auf alle selbständige Wesen, die beide enthalten. Sobald ihn die Ideen dieser beiden Hemisphären der Welt erleuchten, so richtet sich seine innere Liebe auf sie, noch ehe er mit ihnen in Gemeinschaft kommt und sich derselben bewusst wird. Allein diese innere zuvorkommende Liebe des Menschen vermag ihn nicht mit der Vernunft, sofern sie über ihm ist, noch mit der Natur, sofern sie auser und über dem Leibe lebt, in Gemeinschaft und Wechselleben zu setzen. Auch diese Gemeinschaft ist, so wie jede in der Welt, ein freies Werk der zuvorkommenden Liebe Gottes. Durch das dem Menschen wesentliche, von Gott gestiftete und durch Liebe veredelte Zusammenleben des Geistes und des Leibes tritt der Mensch in reiche Gemeinschaft mit der organischen Gattung, mit allen organischen Reichen, mit der ganzen Erde, ja durch das Licht in geistige Berührung mit dem Sonnensysteme und mit noch höheren Ganzen des Himmelsbaues. Als Geist ist es ihm vergönnt, hinauf in die reine Vernunft zu schauen; er kann ein höheres Geisterreich und eine höhere Menschheit ahnen, aber mit diesen in Wechselwirkung zu kommen, ist ihm durch göttliches Verhängniss, so weit bis jetzt unsere Erfahrung reicht, verwehrt. Ja selbst die Individualität der als Menschen mit ihm lebenden Geister und ihre →

Liebe und Wechselleben =71=
→ Liebe ist ihm nur durch den Leib, in einer Welt der Bilder und durch Sprache zu erkennen und zu empfinden verliehen. Der Natur allein verdanken wir es, dass wir uns geistig in einer Geistergesellschaft der lebenden und weggeschiedenen Menschen, und menschlich in und zu einer Menschheit ausbilden können. So weit aber den Menschen das Licht der Ideen erhellt, so weit sich seine Erfahrung im Reiche der Vernunft und der Natur ausbreitet, bis dahin waltet auch und schafft seine innige Liebe.
Doch ist die Liebe zum Menschen nächst der Liebe zu Gott die innigste Liebe des Menschen. Denn der harmonisch gebildete Mensch ist an sich das liebenswürdigste Wesen der Schöpfung und zugleich für den Menschen das verständlichste und fühlbarste Ebenbild Gottes. Die innere Liebe der Menschheit ist die Schöpferin aller innern menschlichen Geselligkeit; durch sie allein wird die innere, allseitige Lebenseinheit der Menschheit an Leib und Geist gebildet und erhalten; und das Gefühl der Menschenliebe ist der lichtvollste Beweis, dass die Menschen an sich in Wahrheit Ein Wesen, Eine Menschheit sind; und der sicherste Bürge, dass sich die Menschen als Menschheit ausbilden, und nach vollendetem Wachsthum des ganzen Geschlechts ein lebenreiches, liebevolles Individuum auf Erden sein werden. Die Liebe zur ganzen Menschheit und zu jedem Menschen blos als Mitglied derselben ist die höchste und reinste menschliche Liebe in jedes Menschen Brust, worin jede individuelle Liebe zu einzelnen Menschen enthalten ist und verklärt wird. Doch kann sie nicht eher im Menschen sich entflammen, als bis er sich durch Erfahrung zur Anschauung der ganzen Menschheit auf Erden, und des Reinmenschlichen in jedem Menschen erhebt.
Alle menschliche Liebe zu höheren geselligen Ganzen der Menschen geht der Folge ihrer Entwicklung nach zuerst von der Liebe zu einzelnen Menschen aus, deren Individualität liebenswürdig, deren Herz wohlwollend, deren Liebe zuvorkommend ist. Diese individuelle Menschenliebe, welche am Geliebten nicht allein das Reinmenschliche, sondern gerade das Eigenste seines ganzen Wesens und Lebens liebt, ist dem Menschen so wesentlich, so unentbehrlich, als es ihm menschIicher Umgang und Geselligkeit überhaupt ist. Diese individuelle Liebe ist der herrschende Trieb, mit der entgegengesetzten schönen Individualität des Geliebten, in der Sphäre seiner Liebenswürdigkeit, eine wahre Einheit des Lebens zu stiften, mit ihm Eine höhere Person, Ein Herz und Eine Seele, Ein Mensch nicht mehr zwei getrennte Menschen zu sein. Auch diese persönliche Liebe des Menschen ist ihrer Natur nach zuvorkommend, sie regt sich im allgemeinen für jeden Menschen, sie wünscht, dass jeder Mensch gut und vollkommen, charaktervoll und auf eigenthümliche Weise schön sein, und des Glücks persönlicher Liebe würdig und teilhat werden möge; sie bemüht sich, in jedem Menschen das ihm eigenthümliche Liebenswürdige zu entdecken und ihn immer →

=72= Das Urbild der Menschheit
→ von seiner schönen Seite zu nehmen. Soll aber innige persönliche Liebe die Menschen bleibend vermählen, so müssen sie sich in friedlicher Gemeinschaft als liebenswürdig gefunden, sie müssen sich erkannt haben als gut und schön, als für einander geschaffen. Je inniger nun und schöner ein Mensch, desto inniger und schöner ist auch seine Liebe, desto lebendiger wird er ergriffen, wenn er den Geliebten erkennt, desto reicher an Leben und Schönheit ist die Geselligkeit seiner Liebe. Selbst der Liebe zu höher gebildeten Menschen, wie des Kindes zu den Eltern, ist nur der fähig, welcher im Innern lebenvoll, schön und gut ist. Er erblickt und liebt im höheren Geliebten zugleich sein eigen Ideal, und je höher er ihn in reinem Äther über sich erblickt, desto feuriger wird er seine Schwingen rühren, um ihn zu erreichen und um in seiner Liebe zu genesen.
Der liebevolle Mensch umfasst die ganze Menschheit; er möchte sich selbst in ihrem schönen Leben vergessen, um sich in ihr verklärt und selig wiederzugewinnen. Sein Herz erkaltet für keinen Menschen, er erscheine ihm noch so gering, noch so entstellt durch den ungleichen Kampf mit den Mächten der Erde und des Himmels: immer noch erkennt er im Unglücklichen ein Glied der ganzen geliebten Menschheit, einen Genossen ihrer herrlichen Natur; denn nie kann das Menschliche im Menschen ganz verblühn. So wird die Liebe inniges Mitleid und Erbarmen, das Zorn und Rache nicht aufwallen lässt; so beweist sich die Liebe in thatenreicher Güte, in unerschütterlichem Wohlwollen. Selbst der gerechten Kampflust mischt sich lindernde Güte, besänftigendes Mitleid bei, welche dem Feinde wehe zu thun sich scheuen; die wahre Menschenliebe ist Feindesliebe, welche den Feind in den Freund, den Streit in Geselligkeit umschafft.
Der Liebende empfindet, dass er erst im Wechselleben mit dem Geliebten ein vollständiges, seiner eignen und einer höheren Idee genügendes Wesen sein kann; daher ist die Liebe mit dem Gefühl eines eignen Bedürfnisses gemischt. Hieraus entspringt ein Streit des Wohlgefühls eigner Selbständigkeit mit dem Triebe nach Hingebung um Liebe, welchen das ächtmenschliche Gefühl der Schaam bezeichnet. Daher ist das erste Anerkennen des Geliebten mit einem innigen Erzittern des ganzen Wesens mit heiliger Furcht und mit Erstaunen verbunden. Je vortrefflicher nun ein Liebender, desto reiner und holder ist seine Verschämtheit; je höher das Bedürfniss, je inniger die erstrebte Vereinigung mit dem Geliebten, desto stärker ist das Gefühl der Schaam.
Schaamhaftigkeit verbürgt innere Vortrefflichkeit und Liebenswürdigkeit und verspricht einen Himmel der Liebe. Nur Liebe soll die Schaamhaftigkeit in keusche Vereinigung lösen. Denn im Wechselleben wird die Selbständigkeit zum Theil aufgegeben; diess aber kann der Mensch nur dann ohne Schaam vor sich selbst thun, wenn er im Wechselleben höhere Selbständigkeit und Persönlichkeit gewinnt, welche ihm blos um Liebe werden kann. Die Schaamhaftigkeit begleitet →

Liebe und Wechselleben =73=
→ die Liebe, so lange sie lebt, wie ein Schutzengel, dass sie sich rein und keusch erhalte, dass sie ihr Wechselleben in Harmonie mit Gott und mit dem Weltall feiere, dass sie jeden äuseren lieblosen Antrieb der Lust und der Selbstsucht abwehre. Wer nicht im Anschaun der Idee des Menschen und der Menschheit sich selbst liebenswürdig finden kann, in wem die Schaam vor sich selbst erloschen und die innere Keuschheit verwelkt ist, der wird in keinem geselligen Verhältnisse je lieben, er wird nur gegen Gott und Gottes Werke und gegen sich selbst freveln. Heilige, reine Liebe, welche der göttlichen Ordnung der Dinge gemäss gottgefällige Geselligkeit stiftet, ist unter Menschen das herzerhebenste Schauspiel; aber das empörendste ist es, wenn die Geselligkeit aus Eigennutz begehrt wird, oder um der Lust willen, wenn der Mensch blos als Mittel gebraucht, wenn Liebe gelogen wird. Lustfrevel und Falschheit sind die tiefste Schande der Menschheit, während irrende, aus Unbedacht sträfliche, und unglückliche Liebe das innigste Mitleid verdienen.
So ist der Mensch und die Menschheit der Liebe zu Gott und zu allen Wesen in Gott fähig; es ist Eine Liebe, die sie zu allem Lebendigen, zu allem Guten und Schönen treibt, es ist eine Innigkeit, die sie beseelt. Die innere Güte und Schönheit des Menschen spiegelt sich in seiner Liebe. Ist er in sich selbst zu allseitiger, schöner und ebenmässiger Vollendung gekommen, so ist auch seine Liebe umfassend, schön und harmonisch geworden. So wie aber in jedem Menschen ein Theil der ganzen Vernunftbestimmung überwiegt, wonach die übrigen proportional ausgebildet werden; und so wie jeder Mensch eine eigenthümliche Art zu denken, zu empfinden und zu handeln als seinen eigenen Charakter hat: so ist auch, dieser seiner Eigenthümlichkeit gemäss, in jedem Menschen ein Theil der Einen Liebe, die ihn beseelt, der vorherrschende; nach ihr olgen alle Theile der Liebe in verhältnissmässiger Innigkeit und Lebendigkeit; und seine Liebe hat in allen ihren Aeusserungen einen ihm allein eignen Charakter, der im ganzen Weltall in der ganzen Ewigkeit nicht noch einmal da ist. Wo nun die Liebe in einem Menschen zur Vollendung gekommen, da ist sie die eine Liebe Gottes, in einen reichen, schönen Organismus aller menschlichen Liebe entfaltet. Doch wo auch in der Menschheit die Liebe zu Gott in noch unentwickeltem Keime schlummert, selbst da noch kann innige Liebe zu den Menschen, zu der Natur und zu den schönen Werken derselben die menschliche Brust erwärmen; denn alle Dinge sind als freie Gleichnisse und Organe Gottes in sich selbst liebenswürdig. Bei Völkern, welche zu reiner Gottinnigkeit noch nicht hindurchgedrungen sind, kann innige, ächtmenschliche, selige Liebe zur Natur und zur Menschheit in allen ihren Zweigen fröhlich blühn und schöne Früchte tragen. Wer nur irgend eine reine Liebe hat, der ist fähig, sich zur Liebe zu Gott aufzuschwingen; wen aber nicht menschliche Schönheit, nicht Schönheit der Natur rührt, wer den Bruder nicht liebt, der liebt auch Gott nicht. Wer aber Gott liebt, der liebt auch die Brüder, und alles Gute und Schöne. Die Wesen verschwinden dem Religiösen nicht in Gott, noch die Liebe zu ihnen in der Liebe zu Gott; vielmehr wird in ihr die Liebe zu jedem liebenswürdigen Wesen →

=74= Das Urbild der Menschheit
→ neugeboren, geläutert, und empfängt von daher das gerechte Mass. Überhaupt schwächt an sich keine Liebe die andere, so weit die Empfänglichkeit des Liebenden reicht; auch die Liebe zu einem höheren Ganzen schwächt nicht die Liebe zu einem organischen Theile desselben. So soll insbesondere die Liebe zur Menschheit in allen ihren untergeordneten Ganzen und in jedem Menschen leben; und die Liebe zu jedem einzelnen Menschen soll ebenso die Menschheit selbst wie jede höhere Person derselben beseelen. Persönliche Liebe, Familienliebe, Freundesliebe, Nationalliebe und reine Menschenliebe bestehen zusammen in derselben Brust, sie mässigen und erhöhn einander, wo sie nur ächt und heilig sind.
Wie Gottes Liebe die Gemeinschaft und Geselligkeit aller Wesen gründet, so soll auch der Mensch in seinem Kreise ein Schöpfer und Priester der Liebe sein. Liebenswürdigkeit um sich her zu bilden, Liebende zu vereinen, Menschen zur Liebe zu erziehn, ihre Liebe zu leiten und vor innerem und äuserem Verderben zu beschützen; diess ist das schönste Geschäft der Menschenliebe.
So haben wir die drei lebendigen Formen alles ächtmenschlichen Lebens, im einzelnen Menschen so wie zuhöchst in der ganzen Menschheit, erkannt; sie sind Sittlichkeit, Gerechtigkeit und Liebe. Die Sittlichkeit vollendet den Menschen rein und in sich selbst nach dem Gesetze seiner eignen Natur, sie bildet den ganzen Menschen als selbständiges Wesen und in allen seinen Verhältnissen zu Gott und zur Welt. Die Gerechtigkeit treibt ihn an, in allen seinen Verhältnissen der Gemeinschaft und der Geselligkeit alles ohne Eigennutz herzustellen, und herzustellen zu helfen, was zur innern Gesundheit jedes Wesens und zur Harmonie aller Dinge gehört. Und die Liebe beseelt den Menschen, mit allen Wesen, welche sein Lebenskreis berührt, ein uneigennütziges freies Wechselleben in schöner und inniger Geselligkeit zu stiften, und sich selbst als Organ Gottes, der Vernunft, der Natur und der Menschheit zu vollenden. Gerechtigkeit und Liebe erweitern den Gesichtskreis der Menschheit durch alle Wesen hindurch bis hinauf zu Gott, sie machen sein inneres Leben vollständig, innig, schön. Tugend und Gerechtigkeit machen liebenswürdig, Tugend und Liebe gerecht, Gerechtigkeit und Liebe erhöhn die Tugend, und alle drei sind ganz, unzertrennlich und organisch vereint in jedem Menschen, dem es gelingt, sein Ideal auszusprechen. In einigen Charakteren nun überwiegt die Sittlichkeit, in andern die Gerechtigkeit, in andern die Liebe, und noch andere erfreuen sich eines schönen Gleichgewichts derselben. Der Umfang, die Innigkeit und die wechselseitige Harmonie des sittlichen Strebens, der Gerechtigkeit und der Liebe bestimmen vorzüglich die unendlich mannigfaltigen Charaktere der Menschen.
Das Recht streitet nicht mit der Liebe, es ist mit ihr in ewiger Harmonie. Denn es bereitet der Liebe den Weg und ist von ihr unzertrennlich; ja es waltet noch da, wo die Liebe erloschen ist. Selbst der Streit ist mit Liebe zu dem Bekämpften →

 Der Organismus der menschlichen Geselligkeit =75=
→ vereinbar. Denn welcher Streiter zuerst zur Anschauung gelangt, dass auch der Feind achtbar und liebenswürdig sei, der empfindet die erste Regung junger Liebe; er zeigt sich geneigt, den Streit zu befriedigen, und führt ihn nur so lange kraftvoll fort, bis er auch dem Herzen des Gegners Liebe eingeflösst hat. So schafft die Liebe, vereint mit Mitleid und Erbarmen, aus dem Kampfe den Frieden, aus der Zerstörung fruchtreiche Geselligkeit.
Tugend, Gerechtigkeit und Liebe können nur in ihrer Harmonie die Menschheit so vollkommen machen, als sie es bestimmt ist, im Reiche Gottes zu sein. Sie sind die himmlischen Pflegerinnen alles Guten und Schönen im Menschen, und werden selbst wieder der Gegenstand seiner innigsten Liebe und Anstrengung; denn er kann sich mit Bewusstsein zu ihnen aufschwingen, und sie mit Freiheit in sich beleben und ausbilden. Sie vollenden den Menschen in sich selbst und machen ihn liebenswürdig, und treiben ihn mächtig zu allseitiger Geselligkeit; es ist ihr Geist, der über das gesellige Leben Menschlichkeit, Schönheit, Würde und Anmuth ergiesst. So werden wir aus dem Tempel der Tugend, der Gerechtigkeit und der Liebe herübergeleitet in den wundervollen Bau der menschlichen Geselligkeit.
Der Organismus der menschlichen Geselligkeit
Die ganze menschliche Geselligkeit zeigt sich in zwei gleichgrossen und würdigen Sphären, welche beide gleich selbständig und frei, sich zugleich in allen ihren Theilen harmonisch durchdringen. Denn die Menschheit ist allseitig gesellig in sich selbst, ihre innere Liebe verbindet die Menschen in ihrem ganzen individuellen Leben, in allen Theilen desselben, zu immer höheren und höheren geselligen Ganzen. Sodann aber vereint sie auch ihr Leben und ihre Liebe mit allen, ihr äuseren, höheren Sphären, mit Gott, mit der Vernunft und mit der Natur. Diese ihre innere und jene ihre äusere Geselligkeit sind wie für einander geschaffen; denn die Menschheit schliesst sich in allen ihren inneren Gesellungen harmonisch an Gott und Natur an, und ihr Wechselleben mit Gott und Natur durchdringt hinwiederum ihre ganze innere Geselligkeit. Die äusere nun und die innere und die aus beiden vereinte Geselligkeit der Menschheit bestehen in einem reichen Organismus besonderer Gesellschaften. Jede derselben beruht auf einer wesentlichen, selbständigen Idee und bildet ein eigenthümliches höheres Ganzes des Lebens, was zuförderst in sich selbst erkannt und gewürdigt zu werden verlangt; sie alle aber verschlingen sich in ihren vielfachen unmittelbaren und mittelbaren Durchdringungen zu einer netzförmigen wundervollen Verkettung, die nie ohne freudiges Staunen betrachtet werden kann.

=76= Das Urbild der Menschheit
Die menschliche Geselligkeit vermählt zuerst die ganzen Individuen um ihrer selbst willen, oder sie vereint nur einen Theil ihres Lebens zur Hervorbringung und Darstellung bestimmter geselliger Werke. Die ersteren Gesellschaften werde ich Grundgesellschaften, die anderen aber werkthätige Gesellschaften nennen. Aber der Mensch ist zugleich sein eigner Meister und sein eignes Werk, er macht sich selbst und seine ganze Individualität zum Gegenstande seiner eignen so wie auch geselliger Bestrebungen; er stiftet allseitig Gesellschaften für Erziehung und für wechselseitige Bildung. Diese Gesellschaften nun, in welchen die Menschheit sich selbst gesellig verjüngt und bildet, will ich selbstwerkthätige nennen.
Hierdurch ergiebt sich eine naturgemässe Ordnung, worin wir, ohne je das Ganze der Menschheit und ihrer Geselligkeit aus dem Auge zu verlieren, alle einzelne Gesellschaften sowohl in ihrer Selbständigkeit als in ihrer allseitigen geselligen Harmonie mit sicherem Blick betrachten können. Und so wenden wir zuerst den Blick auf die innere Geselligkeit der Menschheit.
Die innere Geselligkeit der Menschheit
Alle innere Geselligkeit der Menschheit ist nur dadurch möglich, dass alle Menschen an sich und ursprünglich, an Leib und Geist, Ein Wesen und die einzelnen charaktervollen Glieder desselben sind. Daher wohnt bei jedem Menschen, in dem Grade als er in seiner eignen Idee und in der Idee des Ganzen der Menschheit lebt, ein unvertilglicher Trieb, mit allen Menschen in harmonischer Gemeinschaft und dann in liebevoller Geselligkeit zu leben. Die Sphäre der innern menschlichen Geselligkeit ist der Geist, oder der Leib, oder beide zugleich. Da aber der Mensch die lebendige Einheit des Leibes und des Geistes ist, so kann weder der Geist allein, noch der Leib allein irgend ein geselliges Verhältniss schliessen: sondern immer nur die ganzen Menschen, und nur in der Vereinigung der ganzen Menschen kann der Leib oder der Geist überwiegen, oder es können auch beide zugleich beabsichtigt werden.
Jede innere menschliche Gesellschaft beruht auf einem wahren inneren Gegensatze der menschlichen Natur, welcher die Menschen der Art, nicht der Grösse nach unterscheidet. Dieser nun kann ein leiblicher sein, oder ein geistiger, oder er kann sich in Leib und in Geist entsprechend wiederholen. Er unterhält die Geselligkeit, und facht ihr Leben in jedem Momente von neuem an. Ist er der menschlichen Natur wesentlich, so kann er nie erlöschen, sondern nur in einem liebevoll geselligen Leben vereinigt werden, dieselbe Idee drückt sich in seinen Gliedern in charaktervoller Verschiedenheit aus, und diess giebt der auf ihn gebauten Gesellschaft unerschütterliche Festigkeit und rhythmische Haltung. Und da die Glieder jedes wahren Gegensatzes Einer Idee gehören, welche sie nur →

 Der Organismus der menschlichen Geselligkeit =77=
→ gesellig vereint in ihrem ganzen innern harmonischen Gliederbau darstellen, so werden Menschen, welche einen wahren Gegensatz gesellig vermählen, in Wahrheit Eine höhere Person, ein höherer Mensch. Wird aber ein Gegensatz, worauf eine Gesellschaft sich gründet, durch höhere Fügung aufgelöst oder verschwächt, so löst sich auch oder ermattet die in ihm lebende Gesellschaft. So vielfach nun die innern Gegensätze der menschlichen Natur, eben so vielfach sind auch ihre geselligen Triebe, welche der Getriebne als ein Sehnen und als Zuneigung zum Ersehnten empfindet. Die geselligen Triebe sind, so wie die Gegensätze, worauf sie sich gründen, leibliche oder geistige oder aus beiden gemischte, die letzteren, als die innigsten und stärksten, könnten vorzugsweise menschliche Triebe genannt werden, weil sie im Zusammenklange des Leibes und des Geistes sich regen. Der Mensch lebt und soll leben immer als ganzer Mensch, als belebte Harmonie seines Leibes und seiner Seele; daher kann er sich weder einem geistigen noch einem leiblichen Triebe, als solchem, unbedingt überlassen; sondern einem jeden von beiden nur, wenn er mit allen leiblichen und geistigen Trieben und mit dem gesamten innern und äusern Leben des ganzen Menschen in Harmonie steht. Treffen nun Individuen in der Sphäre eines geselligen Triebs zusammen, dessen Sehnen sie bewegt, finden sie wechselseits, dass sie beide den geselligen Gegensatz würdig und schön ausbilden, so entsteht, an die Idee der Menschheit überhaupt gehalten, Achtung, und in dieser mit dem Sehnen nach Gesellung vereinigt persönliche Liebe. Diese muss, wo Geselligkeit erblühn soll, wechselseitig, ja selbst der Stärke nach nicht sehr ungleich sein. Auch die Liebe ist rein leiblich, oder rein geistig, oder leiblich und geistig zugleich. Weil nun die letztere harmonische Liebe den ganzen Menschen ergreift, so ist sie die innigste; auch in dieser harmonischen Liebe ist rein leibliche und rein geistige Liebe nicht ausgeschlossen, sondern beide müssen zugleich leben, um eine wahre Harmonie zu erzeugen.
Jede menschliche Gesellschaft stellt ein höheres Ganzes des Lebens dar; sie ist also um ihrer selbst willen da wie der Mensch selbst, ohne äuseren Zweck. Da aber nur alle Gesellschaften zugleich die ganze menschliche Natur erfüllen, so bilden allerdings auch sie ein organisches und harmonisches Ganzes, dessen Theile alle in, mit und durcheinander sind und leben; sie begründen, unterstützen, bilden sich wechselseits. Ist eine Gesellschaft in sich selbst gesund und schön, so wird sie ihre äusere Zweckmässigkeit für alle andere menschliche Dinge von selbst bewähren, und mit allen andern menschlichen Gesellschaften leicht in organische Wechselbeziehung gesetzt werden können. Der heiligste Besitz einer jeden Gesellschaft ist Reinheit des eignen Wesens und freie Selbständigkeit: denn hierdurch gewinnt sie Streitkräfte gegen jede Gewalt, die sie unterdrücken oder dienstbar machen will, und nur hierdurch wird sie liebenswürdig und selbst wiederum wahrhaft gesellig.

=78= Das Urbild der Menschheit
Die innern Gegensätze der menschlichen Natur beziehn sich entweder auf die ganze Individualität oder auf einzelne geistige, oder leibliche, oder harmonische Lebensthätigkeiten; daher vereinigt die Geselligkeit entweder die ganzen Menschen, oder die Sphäre derselben ist äuserlich durch ein bestimmtes geselliges Werk bezeichnet. Aber die menschliche Natur ist ganz und untrennbar: es ist daher keine theilweise, werkthätige Geselligkeit der Menschen möglich, ohne dass sie schon sonst als ganze Menschen, wenigstens als Menschen überhaupt, gesellig sind. Um nun zuerst an die Ideen der innern die ganzen Individuen vermählenden Grundgesellschaften nach ihren verschiedenen Ordnungen zu erinnern, gehen wir von dem wesentlichsten Grundgegensatze aus, der, so wie über alles Leben, sich auch über die Menschheit erstreckt.
Die inneren Grundgesellshaften der ersten Ordnung
Familie
Dieser ursprünglichste Gegensatz der menschlichen Natur ist der des Mannes und des Weibes; er ist ewig und unveräuserlich, und weil er sich über das ganze geistige und leibliche und harmonische Leben der Individuen erstreckt, zugleich der lebensreichste und liebenswürdigste. Weib und Mann sind sich an Leib und Geist und als ganze Menschen auf gleiche Weise entgegengesetzt. Den Mann charakterisirt ideale Freiheit aller geistigen und leiblichen Organe und Kräfte; das Weib hingegen natürliche Innigkeit und Gebundenheit aller Organe in und durch das Ganze seiner selbstgenügsamen und in sich selbst befriedigten Natur. Der Mann lebt im Charakter der Vernunft und des Geistes, das Weib im Charakter der Natur und des Leibes: daher ist die freie Thierwelt ein Sinnbild der männlichen, und die stille Pflanzenwelt ein Sinnbild der weiblichen Menschheit. Der Mann richtet die freie selbständige Kraft wohin er will, ihm ist, wie den Ideen, nichts fremd, nichts unzugänglich; er umfasst alles in und auser sich, Menschheit, Gott und die Welt mit gleichem Triebe, er vermag sich in alle Dinge zu vertiefen, mit reiner Liebe nach allen Wesen zu ringen; er kann sich mit Freiheit auser sich selbst versetzen, und in sich selbst zurückkehren. Aber das Weib, unschuldig in sich selbst beschlossen, bewährt in Allem nur die Reinheit, Innigkeit und Harmonie der eignen Natur. Es hat die Mitte alles Strebens nur in sich selbst; es strebt blos alles, was seinen Lebenskreis berührt. der eigensten Harmonie seines ganzen Wesens liebend anzueignen, um sich dem liebenden Manne ganz und ungetheilt zu weihn und in ihm seine ganze Ausenwelt zu finden. Dem Mann eignet freier Aufschwebung jeglicher Kraft, dem Weibe holde harmonische Grazie; dem Manne strenge Beharrlichkeit im einzelnen Streben, dem Weibe leichte harmonische Beweglichkeit des ganzen Wesens. Dieser entgegengesetzte Charakter beherrscht gleichmässig Leib und Geist; er spricht sich aus im Gemüth, in Empfindung und Neigung, im Spiele des Wollens und des Handelns, so wie in →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =79=
→ Gestalt und Bewegung und in allen Lebensäuserungen des Leibes. Ohne das Weib würde der Mann einseitig, seine Kraft würde sich im Weltall fruchtlos verlieren, und ohne den Mann würde das Weib arm und öd' an Geist und Gemüth sich in sich selbst verzehren. Erst Mann und Weib, in Liebe bleibend vereinigt, harmonisch in und durcheinander lebend, sind ein ganzer, vollständiger, blühender Mensch; und die Zuneigung des Mannes und des Weibes und ihre Liebe ist die innigste und stärkste, die reichste an Früchten des Lebens und der Schönheit. Erst in dieser Vermählung zu einem ganzen, harmonischen Menschen erhoben, kann der Mann die männliche und das Weib die weibliche Natur in Reinheit, Fülle und Schönheit vollendet gestalten.
Je reiner, freier und vollständiger der Mann Mann und das Weib Weib ist, desto inniger ist in beiden das Gefühl ihrer Würde und ihrer wesentlichen Beschränktheit, desto inniger ihr Sehnen nach Einheit des Lebens, desto würdiger und dauernder auch ihre Liebe. Daher lässt sich von inniger und schöner Liebe, sicher auf schöne Individualität, auf schöne Männlichkeit und Weiblichkeit, zurückschliessen. Auch der ganze aus Mann und Weib vermählte Mensch ist um so schöner und vortrefflicher, als Mann und Weib reiner, selbständiger und lebendiger sind. Die Geselligkeit des Mannes und des Weibes ist die erstwesentliche, ursprünglichste und innigste unter allen menschlichen geselligen Vereinen.
Mann und Weib sind der Menschheit gleichwesentlich, also das Weib dem Manne in keiner Hinsicht untergeordnet. Das Weib ist in allen Kräften des Geistes und des Gemüths und des Leibes zu allen Theilen der menschlichen Bestimmung so fähig, so originell, als der Mann. Wird auch ihr ganzes Denken und Thun und jedes ihrer Werke durch den eigenthümlichen Charakter schöner Weiblichkeit beherrscht; so erleidet doch auch seinerseits das ganze Leben des Mannes eine ähnliche nur entgegengesetzte Beschränktheit. So wenig als je das Weib den männlichen Charakter erreichen kann und soll, eben so wenig kann sich auch der Mann den weiblichen aneignen; aber beide sind an sich gleich menschlich, gleich würdig und stellen erst in ihrer lebendigen Vereinigung den ganzen, vollständigen Charakter der Menschheit dar. Das weibliche Geschlecht ist eben so allseitiger, eigenthümlicher und harmonischer Bildung fähig als das männliche; und die Menschheit selbst bleibt so lange nur mangelhaft und theilweis gebildet, als das schönere, schwächere Geschlecht der Weiber von der rohen Kraft der Männer undankbar und fühllos unterdrückt, in irgend einem Theile menschlicher Bestimmung hinter dem männlichen zurückbleiben muss. Tugend und Liebe, Wissenschaft und Kunst, Recht und Religion, alle wollen erst auf männliche und weibliche Weise eigenthümlich gestaltet und vollendet sein, ehe die Menschheit sich rühmen kann, sich allseitig harmonisch ausgesprochen zu haben. Erst männliche und weibliche gleichförmige Bildung, in freiem harmonischen Wechselspiele, ist der Triumph der Menschheit.

=80= Das Urbild der Menschheit
Gewöhnliche Beobachtung erkennt den Gegensatz des männlichen und des weiblichen Menschen nur leiblich in den getrennten Geschlechtern. Aber die Geister sind ursprünglich nicht weniger männlich und weiblich, als die Leiber. So wie die Leiber auch vor der Vereinigung mit den Geistern und ohne dieselbe männlich und weiblich sein würden, so würden sich auch die Geister männlich und weiblich finden, wenn wir sie rein und vor der Einlebung in ihre Leiber erkennen könnten. Nach einem wesentlichen, göttlichen Weltgesetze werden männliche Geister mit männlichen Leibern, und weibliche Geister mit weiblichen Leibern lebenslänglich vereinigt; und selbst die Harmonie des Leibes und des Geistes, der ganze Mensch, nimmt den männlichen oder den weiblichen Charakter an. Daher finden sich männliche und weibliche Geister und männliche und weibliche Leiber nur in männlichen und weiblichen Menschen; und die Geschlechtsliebe ist zugleich rein leiblicher, rein geistiger und harmonischer Natur. Ein männlicher Geist ist erst mit einem weiblichen Geiste vermählt Ein vollständiger Geist; ein männlicher Leib erst mit einem weiblichen vereint Ein vollständiger Leib; und ein ganzer männlicher Mensch erst mit einem ganzen weiblichen Menschen zusammenlebend ein vollständiger in sich selbst ruhender und beschlossener Mensch. So kettet die Liebe der Geschlechter eine dreifache Vermählung. In allem seinen Leben soll der Mensch zuförderst ganz und ungetheilt Mensch sein; daher soll auch die Geschlechtsvermählung die ganzen Menschen vereinigen; und leibliche und geistige Vermählung kann in ihrer vollendeten Würde, Innigkeit und Schönheit nur in der harmonischen Vermählung der ganzen Menschen aufblühn und leben. Diese harmonische Geschlechtsliebe und Vermählung hält die rein geistige und leibliche Liebe und Vermählung zugleich als rein und frei in sich, ohne sie in ihrer Harmonie zu schwächen.
So wie sich zu wahrer getrennter Persönlichkeit Ein Mann und Ein Weib selbst genug sind, so genügen sich auch in der Geschlechtsvermählung Ein Mann und Ein Weib zu wahrer vollständiger Persönlichkeit des höheren Menschen, der sie in ihrer Vermählung sind. Daher ist die Einheit des Vermählten der Geschlechtsliebe so wesentlich als Einheit der eignen Person dem einzelnen Menschen. Nur durch Stetigkeit und gleichbleibende Innigkeit der Liebe und der Vermählung ist es möglich, dass zwei Menschen sich allseitig liebend vereinen, und sich zu wahrer in sich selbst beschlossner und selbstgenugsamer höherer Persönlichkeit in einander einleben. Vermählung eines ganzen weiblichen Menschen mit einem ganzen männlichen ist Ehe. Die Ehe ist also ihrem Wesen nach durch Geschlechtsliebe gestiftet und erhalten, und sie vermählt die Geister und die Leiber, die ganzen Liebenden innig, lebenslänglich und ausschliessend zu Einer höheren schön lebenden Person; sie ist in ihrer höchsten Vollendung, in ihrer wahrhaft menschlichen Feier, monogamisch. Die reine und keusche Vermählung der Leiber ist den Liebenden doppelt heilig, an sich selbst um des Leibes willen, geistig. Denn die Geister schauen und erkennen sich nur in ihren Leibern, sie →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =81=
→ durchdringen sich geistig nur durch die kunstreichen Lebensäuserungen der Leiber; die in sich selbst würdige Schönheit der Leiber ist zugleich ein natürliches und kunstreiches Bild ähnlicher geistiger Schönheit; in den schönen Bewegungen und im ganzen innigen Zusammenleben der Leiber spiegelt sich die Schönheit der Seelen.
Da in jedem Menschen die geistige oder die leibliche Vortrefflichkeit und Liebenswürdigkeit überwiegt, oder beide in ihm in schönem Gleichgewichte stehen: so empfängt eben daher auch die Ehe eine dreifach verschiedene Gestaltung. Denn es kann in ihr entweder die leibliche Schönheit und Vermählung überwiegen und vorherrschen, oder die geistige; in andern Ehen aber, den seligsten von allen, sind geistige und leibliche Schönheit und Liebe gleich innig und in schönem Gleichgewichte. Noch grösser erscheint der Reichthum dieses ursprünglichen und göttlichen Verhältnisses bei der Betrachtung, dass jenes Überwiegen so wie jenes Gleichgewicht im Manne und im Weibe auf gleiche, oder auf entgegengesetzte Art sich finden kann. Die Verschiedenheit der Lebensalter, worin die Ehen geschlossen werden, und die immer neue Gestaltung derselben Ehe im Verlaufe des Lebens bringen eine neue Mannigfaltigkeit hinzu. Und ist auch die Ehe ihrem Wesen nach Harmonie leiblicher und geistiger Liebe, so erfreut sie sich doch nicht weniger der geistigen und der leiblichen Liebe, jeder rein für sich selbst. Denn das schuldlose, keusche Gemüth der Vermählten ist um so empfänglicher, sich der schönsten und zartesten leiblichen Liebe zu erfreuen; und eben so innig lieben und bilden sich wechselseits ihre Geister im Wechselspiele aller geistigen Thätigkeiten. Zugleich ist die wahre eheliche Liebe mit der Liebe zu Gott im Einklange; und fromme Gottinnigkeit, welche jede ächtmenschliche Freude veredelt, stört auch und schwächt die kindlichen Freuden der leiblichen, der geistlichen und der harmonischen Liebe nicht, deren harmonischer Dreiklang das Wesen und die Seligkeit der Ehe ist.
Sich leiblich zu vermählen, ohne sich als ganze Menschen zu lieben, findet der harmonische Mensch schon, wenn er der reinen Menschennatur treu ist, nicht erlaubt und nicht gemüthlich. Aber noch ein neues Gewicht erhält seine Gesinnung, wenn er es erkennt, in welcher innigen und wesentlichen Beziehung mit Gott und der Welt die Erzeugung steht. Die Liebenden gehören erzeugend nicht sich allein, sondern Gott, der Natur, der Menschheit und dem Volke und den Erzeugten. Die innigsten schaffenden Kräfte des Himmels und der Erde wirken, von vertrauter Liebe gerufen, in den Liebenden zusammen, sie verkündigen ihre Gegenwart durch hohe Wonne; sie krönen die Innigkeit der Vermählten durch die Menschwerdung eines Geistes, dessen Liebe sie wie eine Frühlingsblume in den Kranz der Geselligkeit der Vermählten winden. Die Schicksale der Neugebohrnen, ihre ganze künftige Wirksamkeit, welche ihren Freunden, ihrem Volke, vielleicht der ganzen Menschheit Heil bringen kann, legen die höhern Mächte grösstentheils in die Hände liebender Eltern. Darum ist den Liebenden die →

=82= Das Urbild der Menschheit
→ Erzeugung und ihre Wonne dreimal heilig; darum weihen sie Leib und Geist zu würdiger Wohnung den schaffenden Mächten, die ihrer Liebe so hold sind.
Die Erzeugung neuer Menschen, die stetige Verjüngung und der gesetzmässige Anwachs des Menschengeschlechts auf Erden, die Erhaltung und die Erziehung der Kinder und das liebevolle Zusammenleben der Eltern und der Kinder in ununterbrochener, anwachsender höherer Persönlichkeit: alles diess ist an sich, auf göttliche Weise betrachtet, Ein Act. Gott hat die heilige Handlung der Begattung nicht zu einem Werke vorübergehender, veränderlicher Lust bestimmt. Was aber ewig und wesentlich Eins ist, dass darf auch der gottinnige, gemüthvolle Mensch nicht trennen. Aus diesen religiösen Gründen soll die Menschheit sich nur innerhalb einer innigen bleibenden und stetigen Vereinigung des Mannes und des Weibes, als ganzer Mensch, nur in der Ehe verjüngen. Dass hingegen Mann und Weib in vorübergehender veränderlicher Lüsternheit sich leiblich geniessen, lässt sich so wenig mit der Idee der Menschheit überhaupt als mit der Idee einer religiösen Menschheit vereinigen.
Wir preissen daher aus der Fülle des Herzens die Ehe als das ursprünglichste, schönste, gottgefälligste, gesellige Verhältniss unter den Menschen. Sie macht den Menschen zum Bilde des ewigen Weltbaues; sie heiligt ihn zu einem Tempel Gottes; sie ist eine wesentliche Wurzel alles menschlichen Lebens, aller Tugend, Gerechtigkeit und Liebe. Die Ehe schafft zuerst in den Vermählten einen höheren, selbständigen, harmonisch in sich und der Welt befriedigten Menschen; in ihr kann sich Mann und Weib und durch diese die junge Saat der Menschheit harmonisch vollenden. Die Ehen sind die ursprünglichsten, zuerst belebten Lebenspuncte der ganzen menschlichen Geselligkeit; aus ihnen geht täglich ein neues Geschlecht hervor, welches, für alles Grosse, Gute und Schöne der Vorzeit empfänglich, mit neuen nie gesehnen Kräften eine neue Zukunft schafft. Schöne Ehen sind eben so viele Heiligthümer und unverletzbare Freistätten inniger Freundschaft, vertrauter Wissenschaft und Kunst, und alles Guten und Schönen, dessen die Menschheit fähig ist.
Die Ehe nun als das Gott, der Vernunft, der Natur und der Menschheit gemässe Wechselleben der Geschlechter, ist, wie alles Innige und Schöne, einer reichen, immer neuen Gestaltung empfänglich; und diese selbst ist nach den Völkern, Klimaten, Zeiten und Ständen unerschöpflich verschieden. Hier gedenke ich nur dessen, was sich, als das allgemein Wesentliche bei jeder Gestaltung des Geschlechtsverhältnisses finden muss, wenn es der Menschheit würdig und Gott wohlgefällig sein soll. Innige Liebe der Vermählten als ganzer Menschen, welche rein geistliche und rein leibliche Liebe harmonisch in sich enthält, eine reine Beseelung des Leibes, des Geistes und des ganzen Menschen durch diese Liebe, ohne je die Lust zum Zweck und den Geliebten zum blosen Mittel irgend einer Befriedigung zu machen: diess ist ein Urquell und das erste wesentliche Merkmal einer jeden wahren Ehe, sie sei übrigens national, klimatisch und standgemäss →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =83=
→ gestaltet wie sie wolle. Und diese Liebe muss dann unter den Vermählten ein solches Verhältniss stiften, welches mit dem Willen Gottes, mit den Lebensgesetzen der Natur und der Vernunft, des Leibes und des Geistes übereinstimmt, welches in der ganzen Wirkungssphäre der Vermählten keine Ungerechtigkeit mit sich führt, vielmehr alle Gerechtigkeit erbauen hilft, und dabei der bestehenden Sitte des Volks, der Erzeugung eines gesunden und kraftvollen Menschenstammes, der Liebe zu den Kindern und deren allseitiger, ächtmenschlicher Erziehung harmonisch entspricht. Die Geschlechtsliebe des harmonischen Menschen ist mit der einen Liebe zu Gott und zu allem Guten und Schönen im Bunde; wie könnte sie eine Geselligkeit stiften, welche mit der Liebe zu allen Menschen, zu den Freunden, zu den Kindern, zum Vatervolke, und mit der Liebe zur Menschheit irgend stritte?
Doch die rein leibliche Liebe überhaupt und die dadurch gestiftete leibliche Geselligkeit bezieht und beschränkt sich nicht allein auf das Geschlechtsverhältniss. Auch der Mann kann den Mann, und das Weib das Weib rein leiblich in vielfacher Hinsicht und in unendlicher Gradfolge lieben. Eben so wenig neigt sich die leibliche Liebe zwischen Mann und Weib nothwendig zur Vermählung des Geschlechtes hin. Auch auser der Ehe und ohne sie vereinigt Mann und Weib reine Liebe zu ihrer leiblichen individuellen Schönheit frevellos zu Kuss und zu keuscher Umarmung, wenn nur alle Aeuserungen und Gestaltungen dieser ihrer Liebe rein bleiben von allem leiblichen und wesentlichen Bezug auf die der Ehe allein heilige Erzeugung. Die männliche und die weibliche Menschheit müssen überall und in allen Lebensaltern, in allen Theilen menschlichen Lebens und menschlicher Bestimmung frei miteinander umgehn, und sich allseitig und allgestaltig gesellen, wenn menschliche Bildung auf Erden aufblühn, wenn die Menschheit selbst vollendet werden soll. Also trennt auch die Ehe auserhalb des ihr eigenthümlichen Gebietes der Geselligkeit keineswegs Männer und Weiber ungesellig von einander; sondern sie ist in Harmonie mit allen andern rein menschlichen Gestalten leiblicher, geistlicher und harmonischer Liebe, und befördert selbst vielfach den allseitigen geselligen Umgang der männlichen und der weiblichen Menschheit; nichts öffnet wie sie den Sinn und das Herz für leibliche, geistliche und harmonische schöne Eigenthümlichkeit. Eben so halten alle andere gesellige Verhältnisse auser der Ehe, wenn sie rein menschlich sind, ihrerseits die Ehe heilig; sie verletzen nicht frevelnd das Eigenthum keuscher Liebe, sie ehren in der Ehe das innerste Heilige der Familien und der Völker.
Indem die Liebe den lieblichen Kreis der Kinder um die Vermählten versammelt, erweitert sie die Ehe zur Familie. Die Liebenden erblicken im Kinde das Ebenbild ihres Geistes und ihres Leibes, und sehen mit Freuden in ihm sich ihre schöne Liebe verjüngen. Denken wir die Vermählten und ihre Kinder in geselligem Wechselleben durch Liebe zu einem organischen Ganzen, in eine höhere Person →

=84= Das Urbild der Menschheit
→ vereinigt, als Einen höheren Menschen: so haben wir das Bild einer Familie, insofern sie rein in sich selbst besteht. Die Liebe der Eltern ist der Lebensquell und die Lebensmitte der Familie; sie kann ohne diese Liebe nicht blühn, nicht der Menschheit würdig sein. Denn nur in der ehelichen Liebe entspringt die individuelle Liebe der Eltern zu den Kindern und der Kinder zu den Eltern, und die Liebe der Geschwister. Die Familienliebe ist wesentlich persönliche Liebe der ganzen Individualität; und alle Glieder der Familie lieben sich alle wie Eine höhere Person. Beide Vermählte lieben in jedem Kinde sich selbst und den Geliebten, und pflegen in ihm das heranwachsende Ebenbild ihrer harmonisch vereinigten leiblichen und geistlichen Eigenthümlichkeit; und die Kinder lieben die Eltern mit weiblicher Hingebung wie ihr eignes höheres Leben. Die Eltern verehren und lieben in den Kindern unschuldige, unbefangene, ihrer Pflege von Gott vertraute Wesen. Für das hülflose, mit weiblicher Lieblichkeit in sich selbst beschlossne Kind sind die Eltern der gegenwärtige Gott, und die Stellvertreter eines Theils der göttlichen Vorsehung. Die Liebe der Eltern zu den Kindern ist ein Gleichniss der ewigen Liebe und Erbarmung Gottes gegen die Menschen, so wie die hingebende Liebe der Kinder das schönste Bild der liebevollen Ergebenheit des harmonischen, gottinnigen Menschen in Gottes Weltordnung. Die Liebe geliebter, in der reinen Liebe der Eltern seliger Kinder ist die reine Liebe der Engel, die Liebe himmlischer Freundschaft. Die Erziehung der Kinder ist das süsseste belohnendste Geschäft der Eltern; sie tragen reine Achtung vor dem göttlichen, schönen, in sich befriedigten Zustande der ersten Kindheit, sie leben mit ihren Kindern im Geiste der Liebe und der Güte, sie forschen bedachtsam die Eigenthümlichkeit jedes Kindes, und sind bereit, jeden inneren Beruf desselben anerkennen und ausbilden zu helfen; sie suchen es stufenweis, in allem seine Freiheit ehrend und weckend, zur Reife zu bringen, und sind erfreut, wenn sie sich von ihrem Kinde in irgend etwas Gutem und Schönem übertroffen sehen.
Die Kinder gehören den Eltern als Mitglied ihrer Familien an; die Liebe und die Weisheit der Eltern entlockt ihnen freiwilligen Gehorsam, bis sie selbst gereift sind, bis ihnen die erlangte Mündigkeit ein Recht giebt, als selbständige Menschen in der menschlichen Gesellschaft Platz zu nehmen. Dann werden sie von den Eltern in Liebe entlassen und wählen sich, vom freundschaftlichen Rathe derselben unterstützt, den eignen Beruf; und wenn dann das Gemüth sie treibt, und Liebe sie fesselt, so treten auch sie in der Familie heiligen Stand, und bilden junge Familien. Diese sind völlig frei und selbständig, und stehen nur in sofern zu den beiderseitigen Eltern ihrer Oberhäupter in einem untergeordneten Verhältnisse, als es ihnen Liebe, Dankbarkeit und Ehrfurcht gebieten. Und sind die betagten Eltern noch allein übrig, so nehmen sie die durch sie beglückten Familien ihrer Kinder dankbar, als ehrwürdige Oberhäupter, auf; in den Spielen und Liebkosungen der Enkel erblüht ihnen der süsseste Lohn der mühevollen Erziehung ihrer Kinder, und in der Liebe derselben die Erinnerung ihrer Jugend. Wenn aus einer Ehe mehrere Kinder entstehen, welche vermählt mit Kindern →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =85=
→ anderer Familien neue Ehen bilden, so entspringen hieraus zwei schöne gesellige Familienverhältnisse, nehmlich der Familien, welche durch die Ehe ihrer Kinder in Verwandtschaft treten unter sich, und der Familien, deren Stifter Geschwister sind; so wie eine lange Reihe schöner Familiengeselligkeit ihrer Mitglieder nach den verschiedenen Ordnungen der Verwandtschaft, wovon jede eine eigne Liebe, einen eignen Charakter hat.
Eine Familie erfordert, um da zu sein, zu den Vermählten nur ein Kind, soll sie aber vollständig sein, einen Knaben und ein Mädchen; erfreut sie sich mehrerer Kinder, so ist ihre Gestalt am vollkommensten, wenn Knaben und Mädchen paarweis abwechseln. Die Eltern unter sich, die Kinder unter sich, und Eltern und Kinder zugleich sind der Entstehung nach nur Ein Leib, nur Ein organisches Leben, ihre Liebe kann daher nicht auf dem Gegensatze des Geschlechts beruhen. Eltern und Kinder sollen keine Ehe stiften, weil sie die vorschreitende Verursachung des Erzeugens rückgängig machen würden, indem die Kinder durch die Eltern, also ihnen untergeordnet, leben; und die Geschwister nicht, weil sich die Linie der Abstammung, welche sich in der Liebe der Eltern theilte, nicht sogleich wieder schliessen, sondern sich so vielfach ausbreiten soll als möglich. Denn die höchste belebende Kraft der ganzen Gattung sucht, wie alles Organische, in dem aufkeimenden Geschlechte zugleich den grössten Reichthum der Gegensätze und die allseitige Verkettung der Glieder; beides aber kann nur erreicht werden, wenn sich nur immer die entferntesten Glieder der Verwandtschaft vermählen. Diess beweist die Erfahrung; denn je näher die Verwandtschaft, desto weniger pflegt selbst die höchste leibliche Blüthe und Schönheit die entgegengesetzten Geschlechter zur Vermählung anzuziehen; erst jenseits der Geschwisterkinder regt sich der Trieb zur Begattung. Und wenn einzelne Familien aus äuseren Gründen die Liebe der übrigen Menschheit verschmähen, so sehen wir ihr vielleicht ursprünglich schönes Familienideal in den Enkeln immer mehr entstellt und kraftlos wiederkehren: bis diese anfangs noch so edlen Geschlechter zuletzt, nachdem sie durch geistige und leibliche Schwäche hindurchgegangen, endlich ganz erlöschen. Heirathen diesseits der Verwandtschaft der Geschwisterkinder sind unzüchtig, und gegen die Idee der gesetzmässigen und schönen Entwicklung der Menschheit. Unsere keuschen Voreltern haben daher richtig empfunden, wenn sie solche Missehen Blutschande nannten; so wie die Griechen, wenn sie unbewusste Vermählungen der Eltern und der Kinder und der Geschwister als das heilloseste Unglück betrachteten.
Ein System von Familien, welche, aus Einer Familie oder aus wenigen entsprossen, sich mit Schonung der Blutfreundschaft unter sich allseitig und frei vermählen, bilden einen Familienverein. Dieser ist um so schöner, je mannigfaltiger und gleichförmiger er alle Stufen der Verwandtschaft darstellt, dann ist er Eine vollständige Verwandtschaft, wie Eine höhere Familie. Und so wie er zahlreicher wird, und über ein weiteres Naturgebiet sich verbreitet, so →

=86= Das Urbild der Menschheit
→ bilden sich in ihm nach und nach immer mehr einzelne Familiengruppen, als eben so viel aufkeimende Stämme. Dann tritt der Stamm, wenn die in ihm entsprossenden Stämme Einheit des allseitigen Wechsellebens und wahre charaktervolle Persönlichkeit erhalten und fortbilden, in den höheren Rang eines Volks. Die Familienliebe, welche dem Wesen nach der persönlichen Selbstliebe gleicht, nimmt an Innigkeit und Stärke ab, so wie die Kreise der Verwandtschaft sich öffnen und die Menschen von ihrer gemeinsamen Quelle entfernen. Doch in eben diesem Verhältnisse blühen immer neue und stärkere Gegensätze der leiblichen und der geistlichen Bildung auf, und mit ihnen Freundesliebe und Geschlechtsliebe. So gehört der liebevolle Mensch den Gliedern seiner Familie in allen Gestalten und Graden der Familienliebe, und empfindet es, wie sich seine Familienliebe in zarten Übergängen in Freundesliebe und Geschlechtsliebe verliert. Und die Familienliebe kehrt in jedem wohlgebildeten Gemüthe in neuer Kraft und in höherer Ordnung wieder, wenn er sich zur Anschauung seines Stamms, als einer höheren Familie, und seines Volks, als eines höheren Stammes erhebt. Daher ziemt es auch den Vermählten, bei der Ausbildung ihrer Familie das Wohl ihres Stammes und ihres Volks, als ihres höheren Ganzen ins Auge zu fassen. Die Wahl des Geliebten muss indess blos der persönlichen Liebe überlassen sein, und kann daher dem Wohle des Stammes und des Volkes nicht aufgeopfert werden; um so weniger, da es im Plane der Vorsehung liegt, dass Stämme und Völker und Stände sich allseitig erzeugend vermischen, damit eine allseitig verkettete harmonische Menschheit auf Erden aufkeime. Daher hat Gott weder leibliche noch geistliche Schönheit einem Stamme, Volke oder Stande allein zum ausschliessenden Eigenthum gegeben, sondern sie gleichförmig allen ertheilt, welche ihre Keime zu pflegen verstehn.
Die Idee der Familie fordert, ihre Glieder sollen alle Ein organisches Wesen, ein höherer vollständiger Mensch sein und werden. Das Wechselleben also, welches die Familienliebe stiftet, muss die Glieder der Familie als Einen Geist und als Einen Leib vollenden. Also müssen die Glieder der Familie, jedes mit schöner Eigenthümlichkeit, im Geist und Charakter der ganzen Familie leben; sie müssen für alle Theile der menschlichen Bestimmung gesellig und harmonisch thätig sein. Die Familie hat einen gemeinsamen Altar, gemeinsame tugendliche Sitte, gemeinsame Gerechtigkeit und Rechtspflege, gemeinsame Wissenschaft und Kunst, gemeinsame freie, kunstreiche Geselligkeit nach innen und ausen, mit der Menschheit und mit der Natur. Soll diess sein, so muss der Familie eine bestimmte, jenem allseitigen gemeinsamen Leben entsprechende, räumliche Sphäre eigen und unverletzlich überlassen sein; damit sie in ihr frei und ungestört ihr ganzes Familienleben in seiner Eigenthümlichkeit entfalten und es als ein grosses wohlgegliedertes und ebenmässiges Kunstwerk darstellen kann. Haus, Hof und Garten sind jeder Familie so wesentlich nöthig als es dem einzelnen Menschen Nahrung und Kleidung sind. Das Haus selbst ist zugleich das Werk und die Sphäre der gemeinsamen Gottinnigkeit, Tugend, Wissenschaft und Kunst und →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =87=
→ Gerechtigkeit der Familie; es ist ihre äuserlich kunstreich verwirklichte geistliche und leibliche und menschliche Vortrefflichkeit. Der Hof ist die Sphäre freier Regung aller Kräfte im Anschaun des Himmels, umweht und erfrischt vom belebenden Hauche der freien Natur. Und der Garten ist die Sphäre des eigensten vertrauten Umgangs der Familie mit den schaffenden Kräften der Erde; hier beweist sie ihre eigenthümliche Art, das Leben und die Schönheit der Natur zu empfinden und ihre menschliche Kunst mit den Bildungen derselben in schöner Gartenkunst zu vermählen. Hier, am Busen der Mutter alles Lebens, erquicken und erheitern sich Geist und Leib und gewinnen Nahrung und Liebe eines schönen Lebens.
Diess ist der ganze und ursprüngliche Grund des Familieneigenthums, keineswegs blos das einseitige physische Bedürfniss des Schutzes und der leiblichen Bequemlichkeit. Auch da, wo der letzte Grund wegfällt, siedeln sich die Familien kunstreich an, sobald sie nur zur Anschauung ihrer Menschenbildung und zur Entwicklung ihrer Kräfte gelangen. So wesentlich Schönheit, Innigkeit und Reichthum der menschlichen Natur, so wesentlich sind diese Eigenschaften auch dem Familieneigenthume; Festigkeit, Bequemlichkeit, Sicherheit sind zwar äuserlich die dringendsten, aber weder die einzigen, noch die ursprünglichsten und allein wesentlichen Erfordernisse desselben. Daher entspricht die in höherem Betracht schöne und gehaltige Idee der Gemeinschaft der Güter, wenn sie auch auf einzelne Individuen und auf einzelne Familien und Völker erstreckt wird, weder der Idee der Familie noch der des Volks und der Menschheit. Denn sie würde die Selbständigkeit und Freiheit der Familien vernichten, also auch das Leben des Einzelnen verstümmeln, das innere Leben des Volks schwächen, und die Grundanstalt Gottes, aus welcher einst die ganze Menschheit in vollendetem Gliederbau hervorgehn soll, vergeblich bestreiten. Das Grundeigenthum der Familien ist ein Tempel Gottes, das ursprünglichste, gesellige Kunstwerk der Menschheit, und ein treuer Spiegel schöner Familieneigenthümlichkeit. Diese Natur des Familieneigenthums, und ihre Gründe muss auch das Volk anerkennnen, wenn es als Staat das Recht bildet; es muss den Familien in diesem Geiste ihr Grundeigenthum verleihen und erhalten. Haus, Hof und Garten müssen unverletzlich, ein in sich befriedigtes, abgeschlossnes, nur um Liebe und Achtung zugängliches und vertrauliches Heiligthum der Familie sein. Diess ist der Staat jeder neu aufkeimenden Familie schuldig, nicht weil sie durch Kinder dieser oder jener Eltern gestiftet ist; sondern weil alle Liebende eine Familie stiften sollen, weil auch diese Familie dem grossen Leben des Volks und der Menschheit wesentlich gehört. So wie ferner jede Familie ihrer Natur nach sich in eine oder mehrere junge Familien fortsetzt, und alle künftige Geschlechter mit den vorigen Ein stetiges Ganzes individuellen Lebens sein sollen: so muss sich auch das Eigenthum als Kunstwerk, als Keim neuen Familieneigenthums fortsetzen. Braut und Bräutigam vergegenwärtigen sich durch vollständige Ausstattung ihrer Vaterfamilien, und stellen aus dem in den Gütern ausgedrückten Charakter →

=88= Das Urbild der Menschheit
→ derselben Einen harmonisch vereinten Charakter dar; sie finden in sinnlicher Gegenwart ihres Ursprungs eine stetige Anregung, ihre aufkeimende Familie desselben würdig zu gestalten. Und wenn nun die alternden Eltern in die neu aufsprossenden Familien als würdige Oberhäupter sich vertheilen, oder ihr Tod das Leben ihrer Familie löst: dann ziemt es sich, dass ihr Familieneigenthum, als Denkmal ihrer Liebe und ihrer Weisheit und Kunst zu dem Familieneigenthume der Kinder übergehe. So tief ist das Recht der elterlichen Ausstattung und der Erbschaft in der menschlichen Natur gegründet, dass ohne es die Familien sich nicht in sich selbst noch auch als ein stetig in der Zeit fortschreitendes belebtes Ganzes ausbilden können. Es ist zwar an sich auch ohne Ausstattung und Erbe die Familie überhaupt möglich, doch kann sie ohne beide nicht vollendet, nicht Glied einer stetigen Reihe sein. Sehr oft auch müssen junge Familien eine neue Reihe beginnen, wenn Geist und Gemüth und höhere Begebenheiten im Leben des Volkes es erheischen, dass Liebende eine Familie in neuem Geist und Charakter gründen. Und es müssen ferner bei Ausstattung und Erbschaft die Familien den höhern Eigenthumsrechten und Gesetzen, welche das gemeinsame Leben des Volks und die Gleichförmigkeit des Güterbesitzes erheischen, unterthan und mit ihnen harmonisch sein.
So wie der einzelne Mensch nur in allseitiger Geselligkeit sich auch als einzelnen Menschen vollenden kann, und diese Geselligkeit Gott und der Welt schuldig ist: so kann sich auch die Familie nur in stetiger und symmetrischer Verkettung mit allen geselligen Vereinen ausbilden, und ist diese Geselligkeit den höheren Ganzen der Menschheit schuldig. Sie muss da sein aus innerer Kraft, um gesellig zu sein. Allein, um vollendet und schön da zu sein, muss sie gesellig sein. Die harmonische Geselligkeit der Familie nimmt alle geselligen Vereine nach ihrer eignen Weise und nach ihren eignen Lebensgesetzen in sich auf, und sie selbst stellt sich allen geselligen Vereinen als Eine Person dar und wird von ihnen als solche anerkannt und gesellig empfangen. Durch die gesellige Verkettung der Familie mit den übrigen geselligen Vereinen erhält sie neue beständige oder nur besuchende Glieder, und der Hausstand wird erst hierdurch vollständig und vollzählig. Die Familie nimmt liebevoll in sich auf liebende Verwandte und Freunde und Mitglieder ihrer werkthätigen Geselligkeit, welche letztere selbst Verwandte und Freunde sein können, aber es nicht sein müssen. Diese Werkthätigkeit der Familie bezieht sich auf den ihr eignen äuseren Beruf, wodurch sie sich an das Volk anschliesst, oder auf ihr freies Leben in Wissenschaft und Kunst und auf die allgemein menschliche, universale Familienbildung. Der äusere Beruf der Familie ist ein höherer, freier, oder ein untergeordneter handwirkender; und hierdurch wird die Gestalt und die Stufe des ganzen Hausstandes vorzüglich bestimmt. Die sich auf die Familie selbst als Haushaltungskunst beziehende Thätigkeit beschäftigt sich mit der Erziehung der Kinder, mit der Erwerbung, Austheilung und Verwaltung des Familieneigenthums und mit der Regierung des Ganzen. Die Gehülfen aber der häuslichen →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =89=
→ Werkthätigkeit nehmen Antheil als Lehrlinge und als untergeordnete oder als beigeordnete Mitarbeiter. Auserdem übt die Familie ächt menschliche und kunstreiche Gastfreundschaft, innerhalb der Grenzen, welche ihr ihre eigne Selbständigkeit, ihr Stand, ihr Charakter und die Gesundheit und Fülle des innern Familienlebens ziehen. Periodische und freie Besuche der Verwandten, der Freunde und der Werkgenossen, freundliche Begrüssungen der Stammgenossen, der Mitbürger, des reisenden Fremdlings ehren und schmücken das Haus und gewähren dem Menschenleben die reinsten und heiligsten Freuden.
So habe ich das Bild der Familie, als eines organischen, der Menschheit wohlverbundnen Ganzen, als eines vollständigen Hausstandes und Hauswesens in allen seinen Grundzügen dargestellt. In ihm erblicken wir einen reichen Organismus harmonisch vermählter geselliger Gegensätze; Mann und Weib, Eltern und Kinder, Familienglieder und Verwandte, Freunde und Fremde, Hauslehrer und Kinder, Herrschaft und Gesinde, Meister und Gesellen und Lehrlinge, jede unter sich, und alle untereinander in Liebe und Friede und in inniger Geschäftigkeit zu Einem Leben vereinigt. Die Liebe des Hausvaters und der Hausmutter ist die Sonne des Ganzen, sie gründet und belebt alle Familiengeselligkeit, um sie bewegen sich alle innere Gesellschaften der Familie; könnte sie erlöschen, so würde die ganze Familie verderben, und sich in ihre Elemente auflösen. Ehrwürdig und beseligend ist der Stand des Hausvaters und der Hausmutter. Ihre liebevolle Ehe beglückt sie in jedem Lebensalter mit neuen, nie genossenen Freuden, und ihre schöne Kunst, gemeinsam in Liebe und Gerechtigkeit das Haus zu ordnen und zu regieren, schafft Leben und Seligkeit um sie her. Sie geben der Familie und dem Hauswesen seine Verfassung, sie sorgen, dass jedes Familienmitglied nach Zeit und Ort im Hause selbständig lebe, und dass aller Glieder unter einander frei, allseitig, symmetrisch und rhythmisch sich verketten, und im Geiste der Familie mit der ganzen menschlichen Gesellschaft ein geselliges Leben führen. Sie walten über das Familienrecht, was nur die Liebe giebt und erhält. Sie üben, in geselliger Eintracht mit allen andern Familiengliedern, die grosse und schöne Kunst der Haushaltung, als die Kunst, das Familienleben zu schaffen, zu erhalten und gesellig darzustellen; damit die
Familie ein allseitiges vollständiges Menschenleben, ein verjüngtes Bild der harmonischen Vollendung des ganzen Menschengeschlechtes werde.
Diess ist die Idee der Familie, welche in unendlich vielen, gleich wesentlichen, charaktervoll verschiedenen Idealen vor die Augen des Geistes tritt: jedes von ihnen hat gleiche Ansprüche, in der Menschheit wirklich zu sein. Die Familie gestaltet sich auf Erden in unendlichem Reichthume; Weltalter, Klima, Lage und Sitte des Volks, Stamm, Stand, Alter und Charakter der Vermählten, und die eigenthümliche Gestalt ihrer schenken uns eine unerschöpfliche Fülle von Eigenthümlichkeit dieser einfachsten und heiligsten Grundgesellschaft. Jeder seinem Ideale gerechte Hausstand ist gleich würdig, der Menschheit gleich →

=90= Das Urbild der Menschheit
→ wesentlich, dem Rechte gleich heilig; jeder ist reich an eigner Schönheit und Freude. Der erhabne Hausstand eines Kaiserhofes, der bescheidne des stillen Bürgerstandes, und der kindlich patriarchalische des Landvolks, sind gleich ehrwürdig, gleich gottgefällig, und erfüllen das Gemüth des menschenfreundlichen Betrachters mit gleicher Achtung und Freude.
Eine so innige, reiche und schöne Geselligkeit kettet sich an das harmonische Wechselleben der Geschlechter; doch eine nicht weniger schöne verspricht uns der innere Gegensatz der Charaktere, und die freie Darstellung und gesellige Verschmelzung der entgegengesetzten ganzen Eigenthümlichkeit.
Freundschaft
Die eine und untheilbare Menschennatur bildet, zunächst dem Gegensatze des Geschlechts, noch einen neuen Gegensatz der ganzen Individualität aus. In dem Einen Organismus des Menschen regen sich alle Kräfte selbständig, unter sich und mit dem Ganzen harmonisch, und das ganze Leben in, mit und durch alle seine einzelne Kräfte. Nun überwiegt im Menschen entweder die selbständige Wirksamkeit einzelner Kräfte über das ganze Leben, oder die Wirksamkeit des ganzen Lebens überwiegt seine einzelnen Kräfte; oder das ganze Leben ist mit der freien Wirksamkeit aller seiner Kräfte in gleichschwebender Harmonie. Hieraus entspringen die drei menschlichen Grundcharaktere. welche wir als den strengen, den milden und den harmonischen bezeichnen können. Ihr Gegensatz äusert sich im ganzen Ausbau der Individualität, so wie in der Art, dieselbe mit allen Wesen und mit allen Einflüssen des Weltlebens in Verhältniss zu setzen, und in der eigenthümlichen Weise fremde Lebensäuserungen in sich aufzunehmen und sie innerlich und äuserlich, handelnd und leidend zu erwiedern.
Der strenge Charakter bewegt frei und kühn alle einzelne Kräfte, der milde Charakter ist bei jeder einzelnen Lebensäuserung mit seinem ganzen Wesen thätig, der harmonische aber lässt jegliche Kraft frei und selbständig, aber wohlgemessen in der überall gegenwärtigen Fülle des ganzen Lebens wirken. Der strenge Charakter, dessen Leben die einzelne Thatkraft regiert, ist kühn, muthvoll, streng, rastlos, an alles bis ins Einzelne durchdringend und das Einzelne bildend; alles, was frei und selbständig ist, alles was nur eine in ihm belebte einzelne Kraft anspricht, ruft ihn zur Arbeit: er unternimmt es, in der Sphäre seiner Vortrefflichkeit zu herrschen, und alles, was er erreichen kann, nach sich selbst zu bilden: jeder Widerstand weckt ihn zum muthigen, ausdauernden Kampfe; sein Bild ist die kraftvolle männliche Gestalt mit scharf ausgesprochnem Gliederbau. Dagegen ist jener milde Charakter ahnungsvoll, erwartend, sanft, ruhig, still, vordringend mit der ganzen Kraft seines Wesens; er sucht und erblickt in allem Einzelnen nur das Ganze, und liebt es nur um des Ganzen willen: äusere Einflüsse →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =91=
→ empfängt er hingebend, und nimmt sie in sein ganzes Wesen auf, voll weichen, geduldigen Sinnes: ihn rührt und bethätigt nur, was sein ganzes Gemüth erfüllen und seine ganze Natur ansprechen kann; ihn stellt die zarte in allen Gliedern sanft gerundete weibliche Gestalt sinnbildlich dar. Aber jeder von diesen beiden Charakteren geräth, wo er sich selbst überlassen bleibt, in unauflöslichen Kampf mit sich selbst, mit der Natur, mit Gott und mit der Menschheit. Jener strenge Sinn wird leicht ein Knecht seiner eignen beschränkten Neigung, und wird schroff und einseitig: während der mehr zum Leiden und Empfangen geneigte milde Sinn leicht in fremde Herrschaft fällt, leicht matt und gehaltlos wird. Aber der harmonische Charakter, in welchem die Harmonie der ganzen menschlichen Natur mit allen ihren einzelnen Kräften belebt ist, vereinigt Selbständigkeit und Hingebung, Regieren und Gehorchen, Geben und Empfangen, Kühnheit und Weichmuth, Kampf und Geduld, und gelangt so mit sich selbst und mit der Welt in eine befriedigte Wechselharmonie, worin er Gott und der Welt liebend gehorcht, und seine eigne ganze Lebenssphäre standhaft behauptet und regiert. Nur der harmonische Sinn vermag es ohne Leidenschaft im Geiste der ganzen Menschheit, im Geiste der Vergangenheit und der Zukunft, zu denken, zu handeln und zu leiden. Diesen Gegensatz des Charakters erfährt Leib und Geist für sich und deren Einklang, daher drückt sich auch der Charakter des Geistes in Gestalt und Bewegung des Leibes und in Sprache vollendet aus. Und jenachdem einer oder der andere dieser Charaktere aus höheren Gründen den meisten oder den entscheidendsten Personen eigen ist, nehmen auch die Familien, die Stämme, die Völker, ja die Völker ganzer Erdtheile, einen von ihnen an, welcher dann ihr ganzes grosses Leben regiert.
Diese drei Grundcharaktere bilden sich unter den Menschen in unabsehbarer Vielartigkeit und Eigenthümlichkeit aus. Jeder von ihnen ist einer weiteren Bestimmung ohne Ende fähig, nachdem im Menschen das Streben nach innerer sittlicher Vollendung, oder nach Gerechtigkeit oder nach Liebe überwiegt, oder alle diese Bestrebungen im Gleichgewichte sind, und nachdem seine Liebe sich mehr zu Gott, oder zur Natur, oder zur Menschheit oder nach allen Wesen gleichförmig hinneigt. Dann ist es auch von entscheidendem Einfluss auf den Charakter, ob Wissenschaft oder Kunst des Menschen Hauptzweck ist, oder ob ihn beide gleichförmig beschäftigen und ob er gerade dieser oder jener Wissenschaft und Kunst lebt. Hierzu kommt noch die Verschiedenheit des Geschlechtes, des Standes und des Lebensalters, der eigenthümliche Charakter der Familie, des Volks und der Völker seines Erdtheils, und die Verschiedenheit der Klimaten und der Zeitalter. Alles diess fliesst, im Bunde mit dem eigenthümlichen Gange seines Schicksals, in jeden Menschen ein, um seinem Charakter Richtung und Ausbildung zu geben, und ihn in ein eignes Helldunkel und Kolorit zu setzen. Den Weibern und Kindern ist im Durchschnitt der weiche und milde Charakter eigen, den Männern und der Jugend der aufstrebende, kühne. Dem Jünglinge ist es ein seliges Gefühl, wenn in seinem Innern harmonische Accorde allseitiger →

=92= Das Urbild der Menschheit
→ Bildung zusammenklingen, welche ihm ankündigen, dass er das Mannalter erreicht und sich in den Wogen des Lebens den harmonischen Charakter erkämpft hat. In sich selbst bestätigt und im Leben befriedigt kehrt endlich das Greisalter zur Milde und Weichheit des Kindes zurück.
Je vollkommener und gelungener ein Charakter in sich selbst ist, desto höher ist sein Bedürfniss und seine Empfänglichkeit, mit dem entgegengesetzten Charakter umzugehen. Begegnet nun ein Mensch im Leben einem entgegengesetzten Charakter bei Einheit des Strebens und des Wirkungskreises, und können sich beide ihre eigenthümliche Lebensweise vollständig darstellen: so werden beide mit reiner Liebe erfüllt, sie wünschen vereinigt einen vollständigen höhern Charakter zu bilden und in ihrem liebevollen Wechselleben den eignen Charakter zu bestätigen und zu verschönen. Diess stetige Wechselleben nun zweier entgegengesetzter Charaktere, worin sie Einen höhern Charakter darstellen, ist Freundschaft. Einheit der Gemüthsstimmung, der Wirksamkeit und der Neigungen ist der Freundschaft so wesentlich, als der Gegensatz der Charaktere; denn ohne erstere würden sie sich nicht zu ihrer gemeinsamen höheren Idee erheben, und ihre Geselligkeit würde keine Haltung haben, und ohne den Gegensatz des Charakters würde es der Geselligkeit an Reiz und Nahrung gebrechen. Das Wesen und das Bedürfniss der Freundschaft ist so alt und unwandelbar, als die Menschennatur; ohne sie könnten weder die einzelnen Menschen noch die geselligen Vereine allseitig gebildet, noch der ganze Reichthum menschlicher Charaktere als ein organisches Ganzes entwickelt werden. Die Freundschaft ist nach der Familie das innerste Heiligthum der Menschheit, und gewährt nächst der Ehe die reinsten und innigsten Freuden.
Die Freundschaft bildet sich unter den Menschen in selbständigen immer höheren Ganzen aus, welche sich zugleich wundervoll verketten und durchkreuzen. Sie ist vollständig, wenn zwischen einen strengen und einen milden ein harmonischer Charakter tritt, und als gemeinsamer Freund, wie ein höheres vermittelndes Wesen, ihre Freundschaft leitet und belebt. Derselbe Mensch ist zugleich mit mehreren als Freund verbunden, er sucht alle seine Freunde auch unter einander zu Freunden zu machen: und so ist jede Freundschaft fruchtbar an neuen Freundschaften, und verkettet alle, die sie berührt, in Liebe. Es ist ein herzerhebender Gedanke, wie viele einzelne Freundschaften von zwei, drei und mehreren Mitgliedern eine und dieselbe Freundschaft in sich schliesst, wenn sie nur aus wenigen Personen besteht; und wie in der liebevollen Durchdringung der Freundschaften der gute und schöne Mensch unbewusst und absichtslos durch eine unsichtbare Kette von Freunden, vom Herzen zum Herzen, auf gleichgestimmte Menschen wirken kann.
So wie die Ehe, so bildet sich auch die Freundschaft eine selbständige freie Lebenssphäre; auch sie verlangt, in Ansehung des Charakters, Einheit aller →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =93=
→ menschlichen Bestrebungen. Innige Freunde werden wie Ein Herz und Eine Seele, sie bilden sich eine gemeinsame Gottinnigkeit, Tugend, Gerechtigkeit, Wissenschaft und Kunst und einen gemeinsamen Umgang mit der Natur. Daher verlangt auch eine Freundschaft, so wie die Familie, mit Recht eine geweihte äusere Sphäre ihres Zusammenlebens. Da sie aber nicht die ganzen Menschen ganz vermählt wie die Ehe, und da die wenigsten Freunde ununterbrochen beisammen leben können, so verlangen die Freunde nur eine freundschaftliche Aufnahme in den Familien, und zum vertrauten freundschaftlichen Umgange eingerichtete öffentliche Häuser, Gärten und Lustorte. Die verschiedenen Systeme von Freundschaften winden sich frei durch die Familien und durch alle andere geselligen Vereine hindurch; und Freunde werden vom Staat, von der Kirche und von den werkthätigen Gesellschaften als höhere Personen anerkannt, und von ihnen als solche in ihr Inneres aufgenommen. Die Freundschaft ist jeder Liebe hold, sie verträgt sich in derselben Brust mit der ehelichen Zärtlichkeit, mit der Liebe zum Vatervolk und mit der allgemeinen Menschenliebe. So schön als die Haushaltekunst, eben so schön ist auch die Kunst der Freundschaft: Freunde zu gewinnen und ihre Freundschaft zu erhalten und auszubilden. Der Reichthum aber, womit sich edle Freundschaft in den verschiedensten Gestalten entwickelt, kann nicht durch das Leben, geschweige durch den Gedanken je erschöpft werden. Denn die Idee der Freundschaft ist zwar nur eine, aber ihrer Ideale sind unendlich viele, welche alle der Menschheit gleichwesentlich, gleichheilig und ehrwürdig sind.
So gründen sich Ehe und Freundschaft, die beiden innigsten geselligen Verhältnisse der Menschen, auf persönliche Liebe, und vermählen die beiden ursprünglichsten Gegensätze der menschlichen Natur, ohne deren Vereinigung das Leben des Menschen nicht vollständig noch wahrhaft gesund sein könnte. Die durch sie verbundenen Menschen sind wie Ein Mensch, wie Ein Leben, an Leib und Geist, an Verstand und Herz, unzertrennlich zu Arbeit und Erholung, zu Freud und Leid vereinigt. In der Familie und in der Freundschaft geboren, in ihnen erzogen und gehalten, vollendet sich jeder Mensch als sein eigen Kunstwerk in lebenvoller Eigenthümlichkeit. Aber wie sich inniger und origineller sein eigenes Wesen belebt, so bildet sich zugleich in ihm ein zarter Sinn für jede schöne Eigenthümlichkeit, welche ihm die Menschen in unzähligen Gegensätzen und zarten Uebergängen zerstreut und harmonisch darbieten, wo er ihnen nur in der von Gott gestifteten Gemeinschaft auf Erden begegnet. Dieselbe Achtung, und Liebe, und Güte, womit der wohlgebildete Mensch die eigne lndividualität umfasst, regt sich auch in ihm beim Anschaun fremder Eigenthümlichkeit des äuseren und des innern, des leiblichen wie des geistigen und des harmonischen Lebens. Durch den innersten Trieb seiner Natur bewegt, stellt sich unwillkührlich jeder Mensch dem Andern dar, der als sein eignes Werk in seiner Eigenthümlichkeit, verherrlicht im Spiegel seines Leibes, seiner Rede und aller äuseren Werke seiner Kunst. So wie alle Menschen wesentliche Glieder der Einen →

=94= Das Urbild der Menschheit
→ Menschheit sind, so erwacht die Empfindung dieser Einheit in der Gegenwart fremder, lebenvoller, menschenwürdiger Eigenthümlichkeit. Dieser Empfindung voll, sehnt sich der Mensch, seine eigne und fremde Individualität in äuserer kunstreicher Darstellung zu verschmelzen und mit allen achtbaren und liebenswürdigen Menschen, mit denen ihn sein Leben zusammenführt, in freier Geselligkeit menschlich zu leben.
Freie Gesellschaft
Der innere freie Umgang jedes Menschen mit sich selbst, worin er sich arbeitlos an eigner Wissenschaft und Kunst erfreut, erweckt das Bedürfniss nach freier Geselligkeit, macht innerlich dazu geschickt, belebt und nährt dieselbe. Die ersehnte freie Geselligkeit wirklich zu stiften ist blos dadurch möglich, dass alle Menschen gleichartige, wesentliche Glieder der Einen Menschheit sind, und derselben Vernunft und Natur gehören, dass sie durch Gottes Einrichtung auf derselben Erde, umgeben von schöner Natur, ihr eignes Leben entwickeln. Und die Idee dieser freien Geselligkeit ist: sich wechselseits die Eigenthümlichkeit seines menschlichen Lebens kunstreich darzustellen, sie im freien Wechselspiele der Kräfte in Ein geselliges Kunstwerk organisch zu vereinen, sich an einander zu erfreun und das eigenste Leben dadurch zu erfrischen, diese Idee ist es, wonach die innere Organisation so wie die Grenzen der freien Geselligkeit bestimmt werden müssen.
Auf diesem Gebiete menschlicher Geselligkeit bemerken wir nun zwei wesentlich durch selbständige Ideen gesonderte Sphären. Denn erstlich vereinigen sich Menschen frei gesellig, um ihre ganze äusere Individualität in freier Kunstthätigkeit organisch zu vereinigen, um in diesem freien wechselseitigen Lebensspiele aller Sorgen und Mühen des Lebens und der Selbstbildung zu vergessen, um sich heiter und mühelos des errungenen Guten und Schönen zu erfreuen, und dasselbe in geselligen Kunstwerken immer neu zu gestalten. Sodann begegnen sich die Menschen noch allseitig auf den Wegen des Lebens, durch den gleichen, innigen und schönen Beruf zusammengeführt, und leben freigesellig, nicht als gerade diese Individuen ihre Individualität vereinigend, sondern in Wechselwirkung des gemeinsamen individuellen Lebens blos als Mitglieder derselben Menschheit. Die erste freie Geselligkeit, welche wir vorzugsweise Gesellschaft zu nennen gewohnt sind, könnte die individuelle oder innige freie Geselligkeit heissen; und die zweite, worin sich die Menschen als freibelebte Mitglieder derselben höchsten moralischen Person begegnen, kann die rein menschliche freie Geselligkeit genannt werden.
Der Anfang der individuellen freien Geselligkeit oder der vorzugsweise sogenannten Gesellschaft ist, dass sich die Geselligen in ihrer ganzen →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =95=
→ Individualität in einem freien, gegenseitigen Spiele des Lebens darstellen, und zwar Jeder mit kunstreicher Hinsicht auf den Geist und das Gemüth aller Anderen. Das Gebiet ihrer Mittheilung ist die ganze Individualität, die leibliche, geistliche und die harmonische; daher ist auch diese innige freie Geselligkeit so reich an innerem Gliederbau und Schönheit, als die menschliche Individualiät es ist. Die gemüthvolle Aeuserung des innern Lebens aller Mitglieder muss harmonisch zusammenstimmen zu einem organischen kunstreichen Ganzen; Alle müssen ihre Eigenthümlichkeit entfalten wie die Eigenthümlichkeiten Einer höheren Person; Sie müssen vereint Eine bestimmte Idee des Lebens nach Einem Ideale organisch und vollendet darstellen; keine Person darf in dieser Geselligkeit zufällig, überflüssig oder blos leidend erscheinen. Blos der innere freie Umgang jedes Menschen mit sich selbst ist die Sphäre, worin sich die Mitglieder einer individuellen, freien Geselligkeit mittheilen und durchdringen; alles also, was jenen freien Umgang mit sich selbst charakterisirt, das ist auch dieser Geselligkeit eigen. Dort aber lebt der ganze Mensch ohne Anstrengung in sich selbst, er unterhält sich selbst mit den schönen Früchten seines Nachdenkens und seines Kunstfleisses; alles was frei in ihm belebt und in sein ganzes Wesen aufgenommen ist, das regt sich dann unwillkührlich und frei. Nur in den schönen Momenten dieses gemüthlichen und ungetheilten Umgangs mit sich selbst, trete der Mensch hervor in freie Geselligkeit; dann sei er ganz in der Gesellschaft gegenwärtig, äusere sich frei und mühelos in schöner Fertigkeit des Lebens, und nur das Schöne und Freilebendige bringe er freiwillig in die Mitte, was Aller Geist und Gemüth ergreifen kann. Denn im Genusse reiner Gemüthlichkeit wünschen alle Theilnehmer der Gesellschaft nur unterhalten und belebt zu sein; in schöner Eintracht wollen sie frei mit freien Kräften spielen, nicht arbeiten, nicht sich wechselseits erziehen und bilden, nicht einzelne Talente geltend machen und bewundern; sie wollen sich aneinander als ganze Menschen spielend erfreuen, alle eigentliche Werkthätigkeit vergessen, und von der Anstrengung genesen, womit endlich Naturen das Würdige und Schöne erringen müssen. Und so wie im innern gemüthlichen Selbstumgange der Mensch, aller Mühen des Lebens vergessend, sich erholt: so sei auch in freier Gesellschaft alles entfernt, was durch Erinnerung an die Vergänglichkeit und Unsicherheit alles Edlen und Schönen auf Erden den frohen Genuss der vollen Menschennatur stören könnte. Hier schweige alles, was blos die eigne Persönlichkeit angeht: jede Herzensangelegenheit, wenn sie nicht in das gesellige Leben der Gesellschaft wesentlich verflochten ist, wenn sie die Freude trüben könnte, bleibe für Liebe und Freundschaft in der eignen Brust zurück. Doch nehmen alle Mitglieder der Gesellschaft an den persönlichen Schicksalen und Angelegenheiten eines Jeden aus ihrer Mitte innigen Antheil im Stillen: sie sind, mit zartester Schonung des edlen Selbstgefühls, geschäftig, unvermerkt zu erheitern, und ohne die Absicht durchschimmern zu lassen, zu trösten, und zu helfen.

=96= Das Urbild der Menschheit
Ist es nun dem Menschen wesentlich und ehrenvoll, Wissenschaft und Kunst und Glück in reger Arbeit zu verdienen: so ist es ihm nicht weniger natürlich, nicht weniger sein würdig, sich des Errungenen gemüthlich spielend zu erfreuen. Die Menschheit gewährt in ihrer Arbeit und in ihren gesellig schönen Spielen und Scherzen einen gleich schönen und ehrwürdigen Anblick. Der Zustand geselligen freien Lebens, wenn es spielend das Schönste entfaltet, ist wahrhaft göttlich: sein ist der Mensch nur fähig, wenn er durch dauernde Arbeit in das Heiligthum seines ewigen Wesens eingegangen, und nun, ohne Mühe und Leid alle menschliche Vortrefflichkeit in und auser sich anschauend, Gott selbst ähnlich ist. Spiel und Scherz ist das Element freier Geselligkeit, worin sich ohne allen äuseren Zweck, ohne alle Anstrengung alle schöne Talente der Menschheit frei entfalten. Diess schöne und freie Spiel aller Kräfte des Leibes, des Geistes und des Gemüths beginnt nun die Sprache, als die Grundlage aller geselligen Unterhaltung, sie muss als Organ freier Geselligkeit rein menschlich, frei von aller einseitigen Terminologie sein, welche die Einseitigkeit des Sprechers verräth, die Unterhaltung stört, Verdruss und Langeweile mit sich führt; die schöne freie Gesellschaft bildet sich nothwendig und unwillkührlich ihre eigne, rein lebendige und menschliche Sprache. Den nächsten Rang nach dieser hat die frei und mühelos sich äusernde innige und schöne Kunst: seine Person zu schmücken, durch Gestalt, Bewegung, Kleidung und Schmuck des Leibes; durch den Ton der Rede, durch Miene und Blick, sich treu und wahrhaft, innig, schön und anmuthvoll darzustellen, dass alles, was an unserer Individualität schön und ächtmenschlich ist, zu rechter Zeit und am rechten Orte gegenwärtig werde, und wir allen Mitgliedern der Gesellschaft durchsichtig und liebenswürdig erscheinen. Dann sind Musik, Gesang und Tanz der schönen Geselligkeit vorzüglich geweihte Kunstsphären; denn in ihnen entfaltet jede schöne Eigenthümlichkeit ihre geheimste Tiefe, jede rein gesellige Neigung und Liebe ihre zartesten und süssesten Momente; in ihnen erscheinen die Geselligen, durch den Umfang und durch die inneren Lebensgesetze des geselligen Kunstwerks gebunden, wirklich als Eine freilebende Person, als Ein organisches Leben. An diese Werke der Musen und Grazien schliesst sich noch die bunte unabsehbare Reihe der eigentlichen Gesellschaftsspiele an. Jedes von ihnen stellt auf eigne Weise das innere Leben der Spielenden, und sinnbildlich das Leben des Menschen und der Menschheit überhaupt, ja das Weltleben selbst dar; sie alle bedürfen es, durch alle schöne Künste vorzüglich durch Poesie, Musik, Gesang und Tanz und durch schöne Momente der Liebe und Güte gewürzt zu werden. Je einseitiger ihr Gebiet, je einseitiger die Thätigkeit ist, welche sie in Anspruch nehmen, um so weniger sind sie geeignet, das Leben einer schönen Gesellschaft zu unterhalten: denn sie zertheilen dieselbe in einzelne unverbundne Gruppen, und vernichten so die Einheit, das erste Erforderniss einer guten Gesellschaft. Beschäftigen sie indess nur Wenige, aber ganz; sind sie auch nur dem einen Geschlechte, nur einem Lebensalter eigen, entwickeln aber dessen schöne Eigenthümlichkeit: so sind sie geschickt, das Leben des Ganzen in den wohlgeordneten Theilen desselben zu →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =97=
→ unterhalten und den innern Reichthum der Gesellschaft in einzelnen, wohlverbundenen, reizenden Parthien zu entwickeln.
Wer innig und schön mit sich selbst umzugehen versteht, in wem die Idee freier, schöner Geselligkeit lebendig geworden ist, wer sich im Geiste der Liebe und der Tugend ausgebildet hat, und so zur schönen Fertigkeit des freien geselligen Umgangs gelangt ist: nur ein solcher ist fähig, sich zu wahrer gesellschaftlicher Ehre, zu wohlgemessner Beobachtung des Schicklichen, zu freiem und schönem geselligen Anstande zu bilden, und sich jene gesellige Anmuth einzuhauchen, welche alle Herzen bezwingt. Nur aus solchen Gliedern bestehend, kann eine Gesellschaft wahre organische Einheit haben und in freier Bewegung aller ihrer schönen Theile eine höhere gesellige Schönheit und Anmuth entwickeln. Was der Einzelne als ganzer Mensch, was Menschen als höhere Personen, als Familien, Freunde, Völker und als Menschheit sind, das mahlt sich treu in der Bildung ihrer freien Geselligkeit, in der Wahl ihrer geselligen Unterhaltungen.
So enthüllt freie individuelle Geselligkeit die gemeinsamen Schätze des gemüthlichen, wissenschaftlichen und künstlerischen ungetheilten Lebens, und vereint und gestaltet sie in geselliger Kunst. Daher ist nichts so wie sie geschickt, jedem Talente in Wissenschaft und in Kunst, so fern es ein allgemein menschliches und geselliges Interesse hat, einen heitern Wirkungskreis zu gewähren. Vorzüglich der Dichter, der Redner, der Musiker, der Maler, der Bildner, der Tänzer, der Schauspieler, der Baumeister und der Gartenkünstler, und deren werkthätige Gesellungen finden hier Gelegenheit, bleibend und in schicklichen Momenten, wo die Gesellschaft wohlgestimmt und des äusern Reizes empfänglich ist, ihre schönsten Werke darzustellen, des Beifalls gewiss, den die kunstreiche Entfaltung ihres Talentes wohlgebildeten Seelen zu entlocken weiss. Eine heitere, schöne Gesellschaft ist das beste Publikum für die Künste, denn sie ist ein wohlgestimmtes, allem Guten und Schönen offnes Gemüth. So bilden die Künstler, in rhythmisch abwechselnden Darstellungen, um die Gesellschaft her eine schöne äusere Welt, wie eine höhere Natur, worin die gesellige Unterhaltung sich frei bewegen und immer neues Leben, immer neue Reize schöpfen kann.
Vollständig ist eine freie individuelle Gesellschaft nur dann, wenn in ihr Leib und Geist gleichförmig dargestellt und unterhalten werden, wenn in ihr alle Vermögen des Menschen harmonisch und gleichförmig belebt sind; wenn an ihr Männer und Weiber gleich wesentlichen und schönen Antheil nehmen: wenn sie Kinder, Jünglinge, Erwachsne und Greise liebend umfasst; wenn alle Stände und Völker sich in ihr frei durchdringen. Denn nur so ist sie eine vollständige Darstellung aller menschlichen Individualität, und ein vollständiges Bild des ganzen Menschenlebens. Aber jede der einzelnen Sphären, welche eine vollständige freie Geselligkeit in sich enthält, muss sich auch frei und selbständig für sich allein ausbilden; damit sie selbst gesellig schön seien, und sodann auch alle in Harmonie →

=98= Das Urbild der Menschheit
→ und vielseitigen Verbindungen immer reichere und vielseitigere und zuhöchst eine vollständige freie Geselligkeit bilden können. Männer und Weiber üben beide unter sich im Charakter der Männlichkeit oder der Weiblichkeit belebte Geselligkeit. So auch jedes Lebensalter. Die Kinder vereinen sich zu reizenden Spielen, die Knaben für sich und die Mädchen für sich, oder beide in schöner Eintracht, und versetzen die himmlischen Spiele lieblicher Engel auf die Erde. Die reifere Jugend, Jüngling und Jungfrau, allein und in sittiger Vereinigung, umfassen sich gesellig, um die heiligen Triebe zu wecken und zu nähren, welche sie in Familien und Freundschaften verketten sollen. Heiterer Ernst und innige Vertraulichkeit vereint die Erwachsenen, Männer und Frauen, unter sich und in würdevoller Eintracht, um die Freuden des kraftvollen, klarbewussten Alters zu theilen. Und die Alten lieben es, in traulichen Gesprächen und in süsser Ruhe, ihr wohlgeführtes Leben nachbildend, sich zu verjüngen; sie sind wieder Kinder geworden, um die kindlichen Spiele, die sie am Morgen des neuen Lebens spielen werden, am Abende des gegenwärtigen lieblich vorzubilden. Einige Gesellschaften sind überwiegend leiblichen, andere geistigen, andere harmonischen Unterhaltungen und Spielen gewidmet; oft ladet eine einzige gesellige Unterhaltung, wie Tanz und Gesang, oft eine einzelne gesellige Begebenheit, wie Geburt und Hochzeit, Beginn der Arbeit und Ernte, einzelne Lebensalter, Geschlechter und Stände, oft auch alle zugleich zu reinem geselligen Vergnügen und zu frohen Festen ein; und nicht minder würdig sind die Feste und der süsse Genuss geselliger Trauer.
Eine neue Mannigfaltigkeit gewinnt die freie Gesellschaft durch das Band, welches die Geselligen schon sonst als ganze Menschen, oder zu gemeinsamer Werkthätigkeit, verbindet. Menschen, welche Ehe und Freundschaft innigst vermählt, so wie Menschen aus den verschiedensten Nationen, sind fähig, frei gesellig mit einander umzugehen. Die Familien üben eine eigenthümliche freie Geselligkeit, jede in sich und mehrere vereint, in vertraulichen Familienzirkeln, welche sich nur theilweis Freunden und Fremden eröffnen. Eben so verbindet die Freundschaft zu vertraulicher freier Geselligkeit nur wenige Freunde, oder viele in freien Durchkreuzungen ihrer Freundschaften; sie bilden geschlossne freie Gesellschaften, die Fremden nur bedingungsweise zugängig sind, und zugleich den Freunden einen stillen Vereinigungsort zu herzlicher und geheimer Vertraulichkeit darbieten. Ein ähnliches findet auch in Ansehung der besondern Stände statt; denn die eigenthümliche, harmonische Bildung eines jeden erzeugt auch eine nur ihm eigne Geselligkeit, die nur ihm ganz vergnüglich und unterhaltend sein kann. Die Geselligkeit jedes Standes hat ihren eignen Reiz und ihre eigne Schönheit; die einfachen Hirtenfeste patriarchalischer Alpenbewohner, so wie die glänzendsten Feste eines erhabenen Kaiserhofes sind gleich wesentliche und schöne Theile des ganzen Gemäldes der menschlichen freien Geselligkeit. Dann vereinigen sich auch die Mitbewohner desselben Orts, derselben Gegend, derselben Provinz allseitig in freier Geselligkeit, und bilden →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =99=
→ einen eigenthümlichen geselligen Charakter aus, in dessen Mischung auch die sie
umgebende Natur und die stille Gewalt der sie unmfluthenden Atmosphäre harmonisch einfliessen. Eine noch höhere Sphäre freier Geselligkeit schaffen die Mitglieder Eines Volks; denn sie sind zu inniger freier Geselligkeit fähig durch gemeinsame Bildung an Geist und Leib, durch gemeinsame Liebe des heimischen Bodens und des Vatervolks als Einer höheren Person. In Volkspielen und Volkfesten bewegt jedes Volk sein inneres, freigeselliges Lebensspiel. Auch über dieser Sphäre noch bilden sich immer höhere in frei geselligen Völkergruppen. Die freie Geselligkeit findet ihre Grenze nur in der Menschheit als der höchsten Person auf Erden. Gemeinsame Spiele und Feste aller Völker der Erde, als die höchste Potenz jener Volkspiele und Volkfeste der griechischen Stämme, schweben, ein liebenswürdiges Bild, vor meinem begeisterten Auge.
So wie die Familie und die Freundschaft, so bedarf auch die innige freie Geselligkeit eignen Naturbesitz, ein Eigenthum an äuseren Gütern, und freien periodischen Gebrauch der Zeit und der Kräfte; und zwar jede Sphäre derselben auf eigne Weise. Ihr ist, innerhalb der Familiengüter und des Eigenthums der Freundschaft ein würdiges Gebiet schöner Natur und Kunst geweiht. An jedem Orte seien ihr schöne freie Plätze, Gebäude, Gärten, Spaziergänge und Lustorte heilig. Jedes Volk bedenke bei der Austheilung seines Eigenthums und des periodischen Gebrauchs der Zeit auch sein inneres freigeselliges Leben, worin es sich selbst verherrlicht und stetig wiedergebiert. So wesentlich und so würdig freie individuelle Geselligkeit der Menschheit ist, so wesentlich ist ihr auch das Recht auf alle äuseren Bedingungen derselben, so unverbrüchlich auch die Sorge aller Rechtsanstalten der Familien und der Völker im Staate, diess Eigenthum und diesen freien Gebrauch der Zeit und der Kräfte für die freie Geselligkeit herzustellen, und diese aus allen Kräften äuserlich zu befördern.
Einen ganz andern Charakter hat die zweite Sphäre der freien Geselligkeit, welche überall, wie im Vorübergehen, da entspringt, wo sich Menschen auf allen Wegen des Lebens begegnen. In dieser freien Geselligkeit bewähren sich die Menschen als Mitglieder Einer Menschheit; hier gilt es nicht der geselligen Entwickelung ihrer Eigenthümlichkeit in bestimmten geselligen Spielen und Kunstwerken, sondern allein der ruhigen Darstellung der eignen Person, und zarter allseitiger Rücksicht auf Jedermann, als gleichberechtigten, gleichliebenswürdigen Mitmenschen. Die Seele dieser rein menschlichen Geselligkeit ist die allgemeine Menschenliebe, sie sei nun in Liebe des Vatervolks und des Vaterlandes weiter gestaltet oder noch nicht. Der Gegenstand der rein menschlichen freien Geselligkeit ist jeder Mensch, nicht als dieser Mensch, sondern als Mitglied höherer moralischer Personen und zuhöchst der Menschheit; und das Gebiet derselben ist seine Individualität, so fern er als Mitglied der höheren gemeinsamen Person angeht und Achtung und Aufmerksamkeit verdient. Diese Geselligkeit üben Menschen, die sich das erstemal erblicken, so gut als die innigsten →

=100= Das Urbild der Menschheit
→ Bekannten, sofern auch sie als Mitglieder höherer Personen und zuhöchst der Menschheit sich berühren. Dennoch ist auch diese Geselligkeit keine blose Gemeinschaft, sondern sie stiftet die zarteste Wechselbestimmung des ganzen menschlichen Lebens: dass sich Menschen überall als Menschen begegnen, und alle Ein Wesen, Eine Menschheit sind. Auch diese Geselligkeit wird von den Individuen beabsichtigt, auch sie gewährt eigne Unterhaltung und die reinsten menschlichen Freuden.
Wo sich nur Menschen an öffentlichen Orten, auf Spaziergängen, im Gewühl des gemeinsamen Lebens und in freier Natur berühren; wo sie sich nur zu gemeinsamen Werken vereinen, wobei sie das gemeinsame Interesse oft nur als Einzelne oder in kleinen unverbundnen Gruppen an sich fesselt; wo auch Menschen als Gemeinde, ja als Volk in den Tempeln, bei offnen Staatsverhandlungen, und in den Schauplätzen zum Anschaun geselliger Kunstwerke sich versammeln, wo nur ein vorübergehendes Geschäft oder eine gemeinsame Gefahr die Menschen als Menschen vereinigt: überall eröffnet sich eine reiche Sphäre dieser rein menschlichen Geselligkeit. Jeder beweise Jedem überall stete Aufmerksamkeit, öffentliche Achtung, mit zarter Hinsicht auf Stand und Charakter, der sich in seinem Aeusern ausspricht. Jeder zeige Bereitwilligkeit, Jedem augenblicklich zu dienen und zu helfen, und wahre Theilnahme an allem, was ihm als Menschen begegnet. Das ganze Benehmen spreche Bewusstsein der eignen Menschenwürde in Harmonie mit allen ächt menschlichen geselligen Gefühlen aus, und sei durch den Ausdruck eines reinen, liebevollen Herzens veredelt. Jeder beweise, dass er den persönlichen Werth des Andern anerkennt, dass er nie sich selbst dem andern vorzieht, und alles diess, ohne irgend die freie Richtung und Bewegung der Kräfte und die Gemüthlichkeit des Andern zu stören. Hierauf beruhen die geselligen Ideen der Artigkeit, der Höflichkeit, des edlen und würdigen öffentlichen Betragens, der ächten, rein menschlichen Dienstfertigkeit und Gastfreundschaft; welche geselligen Tugenden, wenn man will, alle in ihrer Harmonie unter dem Namen Humanität befasst werden können. Auf diesem rein menschlichen freien Umgange Aller mit Allen beruht die höchste Persönlichkeit der Menschen als Einer Menschheit; er ist daher der Menschheit wesentlich und reich an schönen und erhabnen Früchten. Daher wendet der wohlgebildete Mensch auf die rein menschliche Geselligkeit dieselbe Liebe und Sorgfalt, als auf die Geselligkeit der Familie und der Freundschaft, er gebraucht alle Aufmerksamkeit, welche ihm höhere Pflichten gestatten, im freien Umgange allen Menschen so achtbar und so liebenswürdig zu erscheinen, als es ihm zu sein möglich geworden ist. Die rein menschliche Geselligkeit entwickelt vor seinen Augen die grössten Erscheinungen des Menschenlebens in einem unabsehbaren Reichthume der Individualität einzelner Menschen, und erhält seinen Geist und sein Gemüth rein, unbefangen, allseitig, theilnehmend, menschlich. Die Art, sich öffentlich als Mensch dem Menschen darzustellen, entscheidet es, ob es gelingen soll, gute und edle Menschen zu näherer Liebe und →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =101=
→ Bekanntschaft anzuziehen und die Freunde und die Geliebten zu finden, ohne welche das eigne Leben nur öd' und traurig wäre.
Auch die reinmenschliche Geselligkeit verlangt innerhalb der Familien und der Freundschaften eine heilige Stätte, auch sie fordert mit Recht vom Staate, dass er sie mit äuseren Gütern und mit einem reichen Organismus öffentlicher Anstalten bedenke, damit sie überall und immer frei aufblühn und sich bewegen könne. Und gerade in dieser Sorge beweist der Staat seine Allseitigkeit und seine erhabne Würde.
Diese doppelte freie Geselligkeit ist zwar die weiteste Sphäre menschlichen Umgangs, worin die einzelnen sich als Individuen und als Mitglieder der ganzen Stufenfolge höherer menschlicher Persönlichkeit liebend durchdringen, und im Geiste der Menschheit als freie Genossen derselben Menschennatur leben. Doch ist auch sie selbständig, verlangt rein und frei geübt und gebildet zu werden. In sie öfnen die Familien und die Freundschaften ihre engverschlungenen Kreise; in sie vereinen sich die Individuen verschiedener Länder und Erdtheile, in ihr verjüngen sich Familien, Freundschaften, Stämme und Völker; denn in ihr ziehen sich verwandte Geister und Gemüther frei an, und fremdartige vermeiden die leiseste freiwillige Berührung des Lebens. In freier Geselligkeit nahen sich Einzelne einander, unabhängig von den engen Banden der Familie und der Freundschaft, dass allgemeine Menschenliebe und gemeinsamer Sinn für das Menschliche sie verbinde, und zu geselliger Werkthätigkeit in Wissenschaft und Kunst erhebe. — Die freie Geselligkeit beruht so unmittelbar auf dem Grundwesentlichen der Menschheit, als das Familienleben und die Freundschaft; doch gedeihen diese drei Grundgesellschaften der Menschheit nur dann, wenn sie als ein organisches Ganzes in, mit, und durch einander leben. Die Familie hegt in ihrem Innern Freundschaft und freie Geselligkeit; freigeselliger Umgang erheitert und belebt die Freundschaft; — in freier Geselligkeit erkennen sich Menschen, welche zu Freunden und Ehegenossen geschaffen sind, und selbst die Familien werden als Ganze durch freie Geselligkeit inniger verbunden.
Diess ist das Urbild der Grundgesellschaften der ersten Ordnung, welche Einzelne als Einzelne lebendig vereinen, indem sie die Grundgegensätze des Geschlechtes, des Charakters und der Individualität im Leben vermählen. Doch, so wie die Einzelnen in der Familie, in der Freundschaft und in der freien Geselligkeit höhere Einheit des Lebens, höhere Selbständigkeit gewinnen, so erwachen innerhalb der Familien, als ganzer Personen, dieselben drei Grundgegensätze in neuer Gestalt und mit erweitertem Umfange, und verlangen aufs neue vereinigt zu werden, damit auch die Familien in höhere Ganze des Lebens sich verschmelzen. Und wenn sich auf diese Weise auch die Familien zu höherer Persönlichkeit erhoben haben, so kehren jene Gegensätze auch dann so oft aufs neue, in höherem →

=102= Das Urbild der Menschheit
→ Maasse und auf eigenthümliche Weise, wieder, als das Geisterreich und das Naturreich den Menschen noch immer höhere Sphären der Gemeinschaft und des Wechsellebens darbieten, worin sich die Grundgesellschaften, zu denen sie sich schon aufgeschwungen haben, aufs neue in Ein höheres Ganzes des ganzen Lebens vereinigen sollen. Ein jeder noch höherer Verein von Individuen giebt sich wesentlich dadurch zu erkennen: dass mehrere wahrhaft entgegengesetzte Individuen des nächst niederen Vereines wirklich, auf Einem gemeinsamen höhern Gebiete, als Ein Mensch zusammen leben; dass sie alles Menschliche gemeinsam haben; dass sie sich symmetrisch und harmonisch in die ganze Bestimmung der Menschheit theilen, und dass in diesem Vereine alle untergeordnete, frei, und selbständig, und in harmonischer Wechselwirkung, durch den höhern regiert und gehalten, leben. Der Ordnungen dieser höheren Vereine sind so viele, als oft eine solche wahre Vereinigung zu Einem höheren Menschen im Weltall sich bildet. Diese höheren Grundgesellschaften finden in der Menschheit der Erde ihre nähere, in der Menschheit des Weltalls aber ihre unendliche Grenze. Sie sind es, worauf wir zuerst den Blick des Geistes richten.
Die inneren Grundgesellschaften der höheren Ordnungen
Die Grundbedingungen, dass in mehreren nebeneinander lebenden Familien neue Gegensätze entstehen und in Ein höheres Leben vereinigt werden, liegen in der Vernunft und in der Natur. Denn die Vernunft ist Eine, und enthält in sich Ein unendliches Geisterreich, dessen Eine unendliche Bestimmung von jedem einzelnen Geiste, sodann in höherem Maassstabe von vermählten, befreundeten und freigeselligen Geistern, — von allen Geistern aber nur innerhalb des organischen Lebens des Einen Geisterreichs, erreicht werden kann. In diesem Verhältnisse der Geister zur Vernunftbestimmung entspringen die Gegensätze des rein geistigen Lebens, welche insgesamt auch in den mit der Natur als Menschen vermählten Geistern hervortreten. Doch auch die Natur kommt der Menschheit, welche zu höherer Geselligkeit der Familien aufstrebt, liebend entgegen; denn ihr Eines Leben entfaltet sich in dem harmonischen Baue des Himmels auf unendlich vielen eigenthümlich, frei und schön belebten Himmelskörpern, von denen ein jeder, in seinem Innern ihr selbst gleich gestaltet und gebildet, ein treues Ebenbild ihres ganzen Lebens ist. Die Urform der Einheit, zweier in ihr Entgegengesetzter, und eines harmonischen Dritten, drückt sich auch der Erde in der Gestalt und in der Lage ihres festen, der Menschheit bewohnbaren, Landes aus; das feste Land besteht zuerst aus Einem Ganzen, worin sich zwei Haupterdtheile entgegengesetzt sind, die da, wo sie sich am weitesten von einander entfernen, wechselseits Aeste ausbreiten, um sich zu vereinigen. Jeder dieser Haupttheile des festen Landes ist wieder von der Natur in zwei Theile getheilt, welche ebenfalls von da aus, wo sie sich am weitesten von einander entfernt gebildet hatten, wechselseits in einem Dritten verbinden; und noch jeder von diesen Theilen der zweiten Theilung zeigt →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =103=
→ aufs neue einen ähnlichen Gliedbau, der sich in regelmässigen Verhältnissen der Höhen, und ihrer netzförmigen vielgestaltigen Verästung in einzelne charaktervolle Gegenden schliesst, welche geschaffen sind, die ersten höheren geselligen Vereine über den Familien in sich aufzunehmen. So stellt die Erde ein Gliedganzes von unter- und beigeordneten Naturgebieten des festen Landes dar, welche die natürlichen Verhältnisse und Grenzen aller höhern Menschenvereine auf Erden bestimmen, und welchen gemäss die Menschen dieser Erde sich zur Menschheit vollenden sollen. Zuerst hält ein gemeinsames Naturgebiet die selbständig lebenden einzelnen Familien zusammen und befördert die Entwicklung höherer Gegensätze, so wie deren harmonische Vereinigung. Der Reiz des individuellen, schönen Naturlebens, der sich über eine von der Natur selbst kunstreich ausgesonderte Gegend ergiesst, der gleichartige Umgang mehrerer Familien mit der Natur, und die gemeinsamen Naturbedürfnisse und Naturgüter, wofür sie im Fortgange ihres Lebens empfänglich werden, alles diess hält Familien, welche dieselbe Gegend bewohnen, an dem geliebten Boden und fesselt sie an einander.
Freie Geselligkeit der Familien, Familienfreundschaft, Familienverein
Wollen wir nun die höheren geselligen Verhältnisse erkennen, welche die Familien unter sich schliessen, so müssen wir bemerken, wie auf ihrem gemeinsamen Naturgebiete höhere Gegensätze des Lebens entstehen, welche sie liebevoll vermählen. Diese Gegensätze sind leiblich oder geistig, oder gehen den ganzen Menschen an, sie finden einzeln und vereint statt, und machen die Familien zugleich selbständig und liebenswürdig.
Je mehr sich die Familien von ihrem gemeinsamen Ursprunge entfernen, je weiter die Grade der leiblichen Verwandtschaft werden, desto mehr verliert sich auch die Familienähnlichkeit der Leiber: die Familienbildung der Individuen wird sich nach und nach immer mehr entgegengesetzt, und eben dadurch eigenthümlich schön und reizend, und in eben diesen Graden tritt die Geschlechtliebe wieder an die Stelle der Familienliebe. Die Idee leiblicher Schönheit umfasst unendlich viele Ideale, welche nach der verschiedenen Bestimmung der Grundgegensätze des Lebens und nach der dadurch gegebnen verschiedenen Bildung und Belebung der einzelnen Glieder und Organe, eines jeden für sich und aller in ihren Wechselverhältnissen, verschieden sind; sie sind sich untergeordnet und beigeordnet, und ein jedes hat eigenthümliche Schönheit, welche unmittelbar in sich selbst beurtheilt werden muss. Die individuellen Ideale der leiblichen Schönheit der einzelnen Familienglieder sind sich im Grade der Abstammung und der Verwandtschaft ähnlich, und so wie diese Grade entfernter werden, →

=104= Das Urbild der Menschheit
→ verschwindet auch jene Familienähnlichkeit, und die Familien entfernen sich von einander zu immer eigenthümlicherer Schönheit. Die Vollkommenheit eines einzelnen Leibes, als Familiengliedes, ist nur danach zu beurtheilen, ob er das Familienideal vollständig und gesund, jedoch auf eigenthümliche Weise, darstelle. Die gleichförmige Einwirkung des grossen Naturlebens auf Alle, und der eigenthümliche Charakter der in sich beschlossnen Gegend, die sie bewohnen, geben allen diesen Familien Einen gemeinsamen Charakter in Gestalt, Empfindung und Bewegung; ihre ganze leibliche Bildung folgt Einem gemeinsamen Ideale. Aber innerhalb dieses Gemeinsamen bilden sich nun einzelne, entschieden sich entgegengesetzte Familienideale, welche durch ihre reizende Schönheit die Glieder verschiedener Familien in innige Liebe zu neuen Familien vereinen, und die Freundschaft, so wie die freie Geselligkeit wecken und unterhalten.
Ein ähnliches Verhältniss entfaltet sich an den Geistern der Familienglieder, auch sie empfangen als Mitglieder verwandter Familien eine ähnliche Bildung im Denken, Empfinden, Wollen und Handeln, welche ihrer leiblichen Familienbildung entspricht. Doch, so wie sich die Familien der Abstammung nach von einander entfernen, so bilden sich auch im geistigen Leben ihrer Mitglieder neue Gegensätze aus, welche die neue aufkeimende Geschlechtliebe begünstigen. Schon die Eine Liebe, womit die Natur sie alle umfasst, dasselbe eigenthümliche Leben, womit sie alle anspricht, bringen in ihnen Allen eine gemeinsame Stimmung des Geistes und des Gemüths hervor; von der Natur gleich geliebt, lieben sie auch die Natur auf ähnliche Weise, und werden hierdurch empfänglicher, ihre entgegengesetzte geistige Schönheit anzuschauen, und liebend zu vermählen. Das Eigenthümliche, welches das Familienleben jedem Mitgliede an Leib und Geist einprägt, und es dadurch dem entgegengesetzt Gebildeten liebenswürdig macht, zeigt sich vorzüglich an ihrer Haushaltung als an ihrem gemeinsamen Kunstwerke, an ihren geliebtesten Beschäftigungen, an ihren Festen und Freuden, so wie an dem ganzen persönlichen Leben eines jeden Familiengliedes.
Innerhalb dieses Gegensatzes des ganzen leiblichen und geistigen Lebens entfaltet sich auch der besondere Gegensatz des Familiencharakters, als der eigenthümlichen Weise, menschlich zu leben. Der persönliche Charakter des Hausvaters und der Hausmutter bestimmen den gemeinsamen Charakter der Familie, als höherer Person: denn alle Familienglieder nehmen ihn, durch Liebe zu ihm, als zu ihrem Urbilde, hingezogen, mehr oder weniger an, und das ganze Leben der Familie folgt ihm. Auch die Familien sind von strengem, mildem, oder harmonischem Charakter, und sind daher nach eben den Gesetzen fähig, den Gegensatz der Charaktere als ganze höhere Personen, wie die Einzelnen als Einzelne, in Freundschaft zu vermählen.

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =105=
Die menschliche Bestimmung ist nach allen Seiten unendlich; und wenn gleich jeder Mensch bestimmt ist, ihr von allen Seiten auf eigenthümliche Weise zu genügen, so vermag er Diess doch für sich allein nicht gleichförmig, sondern ein Theil derselben überwiegt für ihn, als ein eigenthümlicher Beruf, die übrigen aber bildet er nur verhältnissmässig nach seiner Hauptbestimmung und nur durch gesellige Hülfe Anderer aus, mit denen er in ein höheres Lebenganzes vereint ist. Auf ähnliche Weise verhält sich nun auch jede Familie, als Ein geselliges Ganzes, zur ganzen menschlichen Bestimmung. Zwar vermögen die in der Familie vereinten Menschen in höherem Maasse allseitig zu sein, und durch planmässige Vertheilung ihrer Kräfte in alles Menschliche gleichförmiger die menschliche Bestimmung zu erreichen: allein auch in ihnen ist sich dennoch Geist und Leib aller Mitglieder so sehr verwandt, und an Neigungen, Kräften und Beschäftigungen so gleichförmig, auch gewinnt, wenn mehrere Familien neben einander leben, eine jede von ihnen und die Vollendung der Menschheit durch Vertheilung der Kräfte so wesentlich: dass auch ganze Familien, so wie Einzelne, sich nur einigen Theilen oder nur einem Theile der menschlichen Bestimmung widmen, die übrigen aber nur verhältnissmässig und gesellig mit Andern vereint ausbilden. Dieser Gegensatz nun des vorwaltenden Berufs, und der sich darauf beziehenden vorwaltenden Neigung, zeigt sich dreifach, in Ansehung der Hauptbestandtheile des Menschen, in Ansehung der Grundwerke, und in Ansehung der äuseren Sphäre der Thätigkeit; er bestimmt, in der Vereinigung dieser drei untergeordneten Gegensätze, die ganze äusere Individualität der Familien, wenn wir sie als ganze Personen betrachten. Denn entweder überwiegt in einer Familie das leibliche, oder das geistige Leben oder beide werden in harmonischem Gleichgewichte gepflegt: doch bringt das Überwiegen des einen Lebens an sich selbst, nicht Geringschätzung oder Vernachlässigung, sondern nur verminderte und untergeordnete Ausbildung des entgegengesetzten hervor. In Ansehung der Grundwerke liebt eine Familie entweder überwiegend die Wissenschaft, oder überwiegend die Kunst, oder strebt nach gleichschwebender Harmonie beider; und zwar ist Wissenschaft und Kunst und ihre Harmonie so vielfach unendlich, dass auch eine ganze Familie, so wie ein Einzelner, sich einer einzelnen Wissenschaft oder Kunst, ja nur einem Theile derselben, widmen kann. Wenn sich aber auch eine Familie überwiegend der Wissenschaft widmet, so soll sie die Kunst nicht missachten oder unausgebildet lassen, und eben so wenig soll sie umgekehrt die Wissenschaft vor der Kunst gering schätzen und vernachlässigen. Der Gegensatz endlich des Gebietes ihrer Wirksamkeit beruht auf dem Gegensatze des Naturlebens und des Vernunftlebens, und der Harmonie beider überhaupt, so wie auf dem Gegensatze und auf der Harmonie der Liebe zur Natur, und der Liebe zur Vernunft. In jedem einzelnen Menschen überwiegt die Liebe zur Vernunft oder die Liebe zur Natur, oder die Liebe zu ihnen beiden ist im Gleichgewichte: diese Liebe giebt seinem ganzen Wesen eigenthümliche Farbe und Belebung, eine eigenthümliche Richtung auf Wissenschaft und Kunst; sie bestimmt nebst andern Gründen die Wahl seiner Freunde, seines Vermählten und →

=106= Das Urbild der Menschheit
→ seiner freien Gesellschaft. In wem die Liebe für die Natur, für ihr Leben und für ihre Schönheit überwiegt, der sehnt sich, sie frei zu beschauen, mit zarter Sorgfalt in sie einzuwirken, und ihre Bildungen zu pflegen; er strebt, Pflanzen und Thiere um sich her zu erziehen, und in immer innigerer Naturwissenschaft und Naturkunst mit ihr eins zu werden: — um seine Wohnung bilden sich Gärten und Wiese und Acker, und die Wohnungen häuslicher Thiere: um ihn drängt sich in fröhlichem Gedeihen das innigste Leben der Natur, die schönsten Pflanzen schmücken seinen Wohnsitz und die edelsten Thiere versammeln sich um ihn in menschenähnlicher Geselligkeit: er erscheint als Vater der ganzen organischen Geschwisterwelt, — als Herr und Meister der Schöpfung. Aus Liebe wirkt er ein in die Natur nach ihren eignen Gesetzen, und bringt sie dem Geiste näher; unter seiner Pflege blüht sie inniger, reicher, harmonischer auf; sie empfängt dankbar die Gaben des sinnvollen freien Geistes, und belohnt seine liebende Sorgfalt durch reichere Gaben, welche das Menschenleben erhalten, erfreuen, und verschönen. Wenn nun die Stifter einer Familie dieser Liebe, dieser Werkthätigkeit sich weihn, dann wird die ganze Familie dieses Geistes voll, sie lebt in inniger Vertraulichkeit mit der Natur; vereint üben sie den heiligen Beruf, das Land zu bauen, Pflanzen und Thiere zu pflegen und um sich zu versammeln, und alles, was die Natur erzeugt, für die höhere Vollendung des Menschheitlebens gottinnig zu nutzen: und in diesem der Natur ähnlichen Wirken nimmt die ganze Familie einen weiblichen und kindlichen Charakter an. So zeigt sich die in jedem Einzelnen begründete Liebe zur Natur umfassender und fruchtreicher in der Familie, um sich dann in den noch höheren geselligen Vereinen in ihrem ganzen Umfange, in ihrer ganzen Würde, darzustellen. — In Wem dagegen die Liebe zur Vernunft und das geistige Leben überwiegt, der liebt zwar, die Natur in ihren innigen und schönen Werken zu schauen und zu erforschen, aber er greift nicht bildend in sie ein, die Liebe zur Natur und die in ihr belebte Naturkunst regieren nicht sein ganzes Leben und Wirken: ihn ergreifen vielmehr Wissenschaft und Kunst, als die Grundwerke des geistigen Lebens: sein Haus, Hof und Garten, Alles, was ihn umgiebt, wird ein Ausdruck freier Vernunftideen, ein Denkmal der Kunst des Geistes. Das geistige Streben des Vernunftliebenden bildet sich auch in der Natur ab; was nur die Natur um ihn her bildend vollendet, das fasst er wissenschaftlich und kunstsinnig auf, das strebt er auszubilden zum reinen Bilde des Lebendigen und Schönen in der Vernunft, in Gestalt und Bewegung, in Ton und Farbe; und was die Natur darbeut, das verarbeitet er sinnreich für die Erhaltung und Verschönung des Lebens, und zum Material und Werkzeug für Wissenschaft und Kunst. In diesem Bestreben überwiegt die Thätigkeit des Geistes, und die des Leibes tritt zurück; das Haus bildet sich zur Werkstatt im weitesten, edelsten Sinne, und wird das wichtigste Gut für alle Familienglieder, welche von derselben Vernunftliebe beseelt sind, und sich dem Wirken derselben gesellig widmen. — Doch, soll jene Naturliebe und diese Vernunftliebe gedeihen, soll sie Früchte des Lebens und der Schönheit bringen, so müssen beide in verschiedenen Individuen gleichförmig belebt und wirksam sein: daher sind die sich auf solche Weise →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =107=
→ entgegengesetzten Einzelnen und Familien bestimmt, sich zu achten und zu lieben, sich wechselseits an einander zu freuen, die Erzeugnisse ihrer Wirksamkeit gesellig umzutauschen, und nach einem gemeinsamen Plane zur Vollendung und zur Verschönerung des Menschheitlebens zusammenzuwirken. — In Wem endlich Liebe zur Vernunft und zur Natur gleichgewichtig lebt, der verbreitet sein Streben und seinen Kunstfleiss mit gleicher Sorgfalt über Vernunft und Natur, seine Werke tragen den Charakter der Natur und der Vernunft zugleich harmonisch in sich; — er ist bestimmt, das Leben Derer, welche überwiegend die Natur und die Vernunft lieben, zu befreunden, und dessen gesellige Vereinigung zu vermitteln. Familien, welche von dieser harmonischen Liebe durchdrungen sind, spiegeln diess ihr geselliges Streben an ihrem Haus, Hof und Garten auf eigenthümliche gleich schöne und harmonische Weise; sie erscheinen den Vernunftliebenden so wie den Naturliebenden gleich achtbar und liebenswürdig.
Auf diesem dreifachen Gegensatze beruht nun vorzüglich die höhere Geselligkeit, welche die Familien, als ganze Gesellschaften, in Ein höheres Leben vereinigt. Diese Familiengeselligkeit ist dreifach, jenachdem sie durch freie Geselligkeit, oder durch die Bande der Freundschaft, oder mit ihrem ganzen Leben in Eine Person verbunden sind, und so wie das Leben der Familien das Leben der Einzelnen an Umfassung und Fülle weit übertrifft, so ist auch diese dreifache Geselligkeit der Familien reicher und grösser, als die ähnliche, welche Einzelne verbindet, und bereitet daher den ähnlichen geselligen Verhältnissen der Einzelnen, so wie der selbständigen Ausbildung jedes Einzelnen, ein freieres, reicheres Gebiet.
So wie die ganze Individualität, welche sich im ganzen Leben und Wirken äusert, die Einzelnen zu freier Geselligkeit vereinigt, so ladet auch die entgegengesetzte Familieneigenthümlichkeit zuerst einzelne Glieder derselben zu freier Geselligkeit in Wissenschaft und Kunst, zu liebevollem, reinmenschlichen Umgang ein; und so verbreitet sich gesellige Liebe und Freude über ganze Familien, dass sie sich wie zwei Personen in Einem höheren freigeselligen Leben durchdringen. Der Rhythmus und die harmonische Musik des Naturlebens, welches sie gleichförmig umgiebt, stimmt ihr ganzes Wesen auf ähnliche Weise: die Sonne und die Gestirne gehen ihnen gleichzeitig auf und unter, die Jahrzeiten spenden ihnen allen dieselben Gaben; sie theilen Freuden und Leiden, Arbeit und Gefahren, in der Natur; sie fühlen sich Alle gleichförmig zu Arbeit und Muse, zu freigeselligen Festen und Spielen erweckt und belebt; verwandte Gedanken und Gefühle ertönen in ähnlichen Lauten aus der gleich erregten Brust; Gestalt, Bewegung und Geberde, als Ausdruck des gleich bewegten Geistes und Gemüthes, vereinen sich zum höheren Kunstwerke freier Geselligkeit. — In jeder charaktervollen Familie gewinnt Wissenschaft und Kunst, und ihr innerer freigeselliger Umgang ein eignes, frisches und kräftiges Leben, welches sich als ureigenthümlich und einzig in eignem Liebreize darstellt. — Zur freien Geselligkeit der Familien sind →

=108= Das Urbild der Menschheit
→ wenigstens zwei Familien erforderlich; doch, in ihrem vollen Glanze erscheint sie erst, wenn mehrere Familien sich frei vereinigen, in welchen alle Gegensätze des Lebens gleichförmig entwickelt sind; denn in ihnen kann sich die Idee eines freigeselligen Menschenlebens vollständig und harmonisch entfalten. Zwar lebt die freie Geselligkeit der Familien in der freien Geselligkeit aller ihrer Mitglieder, und schliesst dieselbe in sich: allein in ihrer eignen freien Geselligkeit sollen sich die Familien als ganze höhere, selbständige und frei vereinigte Personen darstellen, und die Einzelnen Mitglieder derselben sollen unter sich so gesellig sein, dass sie diese höhere Einheit knüpfen und verherrlichen, denn wo die Einzelnen sich nur als Einzelne gesellig durchdringen, wo die Kreise der Familien ausgetilgt sind, da ist nur freie Geselligkeit Einzelner als Einzelner. Die freie Geselligkeit, welche mehrere Familien umschlingt, ohne ihre Gegensätze zu vernichten, und sie immer das selbständige, in sich selbst befriedigte, aber in freier Geselligkeit verherrlichte Ganze darstellt, ist reicher an Leben und Schönheit, an Grösse und Kraft, als die freie Geselligkeit Einzelner. Soll diese freie Geselligkeit der Familien in gemeinsamer Arbeit, so wie in geselliger Freude und Feier erblühn, so muss ihr auch auserhalb jeder einzelnen Familie, auserhalb der Heiligthümer jeder Einzelnen von ihnen, ein Organismus äuserer Güter, — Haus, Hof und Garten, — zum ausschliessenden Eigenthume gewidmet sein, und das ganze individuelle Leben der gesellig vereinten Familien und ihrer Mitglieder muss sich also bilden, dass es in Zeit und Ort und in allen Kraftäuserungen zur Übung freier Geselligkeit zusammenstimme. Dann gewinnen auf diesem höheren Gebiete alle Wissenschaften, alle innige und schöne Künste, ein reicheres Leben und höhere Vollendung; alle gesellige Spiele und Feste werden erhabner, lebendiger, freudenreicher; die freie Geselligkeit wird ein schöneres Bild der freien Geselligkeit der ganzen Menschheit. So wie endlich jeder einzelne Mensch bestrebt ist, sich in reinmenschlichen Verhältnissen, als ganzer Mensch rein, achtbar und liebenswürdig darzustellen, so soll auch jede Familie streben, als ein höherer ganzer Mensch, schön und liebenswürdig zu sein und allen andern Familien also zu erscheinen, damit sie in ihrer höheren Persönlichkeit die Menschheit auf höhere Art ehren, und innige freie Geselligkeit unter ihnen belebt werden möge. Die Mitglieder aber verschiedener Familien sollen sich nicht allein als Menschen, sondern auch als Mitglieder gleich freier, entgegengesetzter Familien achten und lieben.
Der eigenthümliche Gegensatz des Familiencharakters, welchen wir vorhin erkannten, eröfnet sich die Familien einander wechselseits zum innigeren Vereine der Familienfreundschaft. Schon die Individuen entgegengesetzter Familien sind persönlicher Freundschaft fähig und bedürftig; ihnen öfnet sich wechselseits das Heiligthum ihrer Familien; und indem sich dann mehrere Freundschaften Einzelner an einander anschliessen, verbreiten sie die Gefühle der Freundschaft über ihre ganzen Familien, jedes Mitglied jeder befreundeten Familie wird jedem andern Mitgliede freundschaftlich verbunden; dieselbe Freundschaft verkettet →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =109=
→ Alle mit Allen; die ganzen Familien wirken als höhere Personen mit höherem geselligen Charakter zusammen; sie bilden, in persönlicher Liebe vereint, höhere befreundete Menschen, — eine Freundschaft höherer Ordnung. Diess göttliche Verhältniss ergiesst in sie unnennbare Wonne, und ewig junges Leben; und zeigte sich schon die Freundschaft mehrerer Einzelnen bewundernswürdig reich an einzelnen Freundschaften, so können wir nicht ohne freudige Bewunderung die Fülle freundschaftlicher Verhältnisse betrachten, welche ganze befreundete Familien innig verbinden.
Haben sich nun mehrere Familien, gemeinsamen Ursprungs, auf gemeinsamem Naturgebiete zu freier Geselligkeit und zu inniger Freundschaft liebevoll vereint, so werden sie reif, einen wahren Verein des ganzen Lebens, und ihrer ganzen Personen, zu schliessen, worin sie nicht mehr als mehrere, sondern als nur Ein höherer Mensch sind und leben; ein seliges Verhältniss, welches an Innigkeit, Würde und Schönheit der Ehe gleicht, und die Familien zu Familien nächsthöherer Ordnung erhebt. Freigesellige und befreundete Familien schliessen sich einander wechselseits zu inniger und steter Beschauung ihrer ganzen Eigenthümlichkeit, ihres ganzen geistigen und leiblichen und menschlichen Lebens auf; der Anblick entgegengesetzten freien und schönen Lebens, das Gefühl der eignen Eigenthümlichkeit, das Anschaun der höheren Idee eines geselligen Vereins, welcher die entgegengesetzte Eigenthümlichkeit in Ein höheres charaktervolles Leben vereinigen soll, erweckt das Sehnen, sich mit einander zu einem höheren Ganzen des Menschheitlebens, zu einem vollendeteren Ebenbilde Gottes, zu Einem höheren Menschen zu vermählen. Das Anschaun der entgegengesetzten Lebenschönheit entzündet die göttliche Flamme höherer Liebe in jeder Brust, und diese Liebe vermählt die Familien in ein höheres Ehethum, worin alle Individuen innig vereint Ein höheres geselliges Leben in Eine Person verbundner Familien bilden, ohne die innigsten Kreise keuscher leiblicher und geistiger Liebe zu verletzen und aufzulösen, worin eine jede Familie ihr eigenthümliches Leben hat. Ein jeder Familienverein ist mithin ein in sich befriedigtes selbständiges, organisches Ganzes mehrerer Familien, worin sie Ein höheres natürliches, vernünftiges und menschliches Leben sind. — Wenigstens zwei Familien mit getrennten Familiengütern sind zu einem Familienvereine wesentlich. Er wächst so lange mit der Anzahl der Familien an Vollkommenheit, bis das gemeinsame Naturgebiet symmetrisch erfüllt ist, und bis alle Theile der menschlichen Bestimmung an die vereinten Familien gleichförmig vertheilt sind. Am vollkommensten aber ist ein aus mehreren Familien bestehender Verein, wenn jede Familie mit jeder freigesellig und freundschaftlich, aber auch zugleich innig in ihrem ganzen Leben, vereint ist; doch muss jede Familie, welche zu dem Vereine gehören soll, wenigstens mit Einer von den vereinten in inniger Lebenvermählung stehen. Hier aber, wo wir die Menschheit so betrachten, wie sie ewig im Weltganzen und auf jedem Weltkörper während ihres reifen Alters in individueller Schönheit vollendet ist, müssen wir annehmen, dass alle Familien →

=110= Das Urbild der Menschheit
→ desselben Familienvereines mit allen in Einheit des ganzen Lebens stehen. Vollständig ist ferner ein Familienverein, wenn er drei Familien enthält, welche den ewigen Weltbau selbst in verjüngtem Bilde darstellen, indem die eine der andern in Ansehung des Familienideales, des Charakters, und des überwiegenden Berufs, entgegengesetzt, und die dritte, welche sie beide vereinigt, durchaus harmonischer Natur in sich selbst ist.
Die Familien des Familienvereins, und alle Mitglieder der einzelnen Familien, bilden Ein höheres lebendes Wesen; sie haben mithin alles Menschliche, alles Geistige und alles Leibliche, gemein; sie sind Ein Geist, Ein Gemüth, Ein Herz und Ein Wille. Sie bewohnen denselben Ort nach gemeinsam entworfenem Plane, und nach gerechter liebevoller Vertheilung. Jede Familie erhält nach diesem höheren Entwurfe ihr Familieneigenthum, Haus, Hof und Garten; aber ein gemeinsames Grundstück wird für den Familienverein, als höhere Person, ausgesondert, und der allseitigen Darstellung ihres höheren geselligen Lebens geweiht, wie ein höheres Haus, wie ein gemeinsamer Hof und Garten, welche an Grösse und Schönheit jedes einzelne Familiengut so weit übertreffen, als der Familienverein grösser und schönheitreicher ist im Vergleich mit jeder einzelnen Familie. So werden die im Familienvereine lebenden Menschen Bewohner derselben Ortschaft, welche nach Beschaffenheit der Gegend und des verwaltenden Berufes der ganzen Gemeine entweder eine unveränderte Stelle behauptet, oder nach bestimmten Gesetzen verändert wird. — In diesem Zusammenleben nun bilden sie sich eine gemeinsame Zeichenwelt, als ihre gemeinsame Sprache für Auge und Ohr, durch Laut und Schrift und Geberde, als Spiegel ihrer gemeinsamen Persönlichkeit: durch sie und durch die innige Pflege des geselligen Lebens bildet sich die höhere Eigenthümlichkeit des ganzen Vereines jeder einzelnen Familie und jedem einzelnen Mitgliede ein, und in dieser gemeinsamen Eigenthümlichkeit gestalten sich, als auf dem gemeinsamen Grunde, die individuellen Ideale aller einzelnen Familienglieder. Die Genossen des Vereines wirken nach gemeinsamem Entwurfe kunstreich in die Natur, und gewinnen durch ebenmässige Vertheilung der Kräfte und der Werke innigere Liebe und vielmal reichere, schönere Gaben von der Natur, als sie zusammengenommen erlangen würden, wenn sie, jeder für sich blos neben einander, auf die Natur wirkten. Die Gemeine des Familienvereines hat alles Menschliche gemeinsam; sie strebt also auch gesellig als Ein Mensch, nach innerer sittlicher Vollendung, nach Recht, nach Innigkeit und Schönheit: der werkthätige Fleiss eines jeden Familienvereines wird uns, wenn wir in der Folge die werkthätigen Bunde für diese Grundformen alles Lebens betrachten, als ein freies, selbständiges Theilganzes in dem Einen Werkbunde der ganzen Menschheit erscheinen. Die Gemeine lebt nach geselligem Plane für Wissenschaft und Kunst und ihre Harmonie; sie vertheilt ihre Kräfte unter alle einzelne Zweige derselben, dem freien Berufe der einzelnen Familien und der einzelnen Menschen gemäss, auf dass diese Grundwerke als Ein organisches Ganzes von ihnen, als von →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =111=
→ Einem Menschen, immer herrlicher vollendet werden: und auch hierin leisten sie als Gemeine vielmal mehr, als sie Alle, blos neben einander sich befleissend, zusammengenommen vermöchten. Eben so ist jeder Familienverein Ein organisches Ganzes der Selbstwerkthätigkeit, worin die Menschheit in ihren neugebornen Mitgliedern, sie erziehend und ausbildend, stetig sich selbst verjüngt: die Gemeinde bildet sich selbst, als Ganzes, in geselliger Wechselwirkung mit Gott, mit Vernunft mit Natur und mit höheren Ganzen der Menschheit; sie erzieht die einzelnen in ihr entsprossenden und lebenden Familien und bildet sie aus dem individuellen, und nach dem geselligen Ideale des ganzen Familienvereines: ja sie erzieht und bildet jedes Einzelne von ihren Mitgliedern unmittelbar als Mitglied des ganzen Vereines, und wacht, dass es als Familienglied innerhalb seiner Familie die eigenthümliche Bildung erhalte, welche ihm als Menschen als Mitgliede des Familienvereines, und als Gliede dieser Familie, von der letzteren gebührt. Auch ihre äusere Geselligkeit mit Vernunft, mit Natur und mit Gott bilden die vereinten Familien gemeinsam aus, und treten in das Leben dieser höheren Wesen, und zuhöchst in das Eine Leben Gottes als Ein Mensch ein.
Soll der einzelne Mensch als ganzer Mensch vollendet werden, so muss er sich selbst als ganzen Menschen erkennen und ausbilden, er muss mit kunstreicher Besonnenheit stets als ungetheiltes Wesen denken, empfinden und wollen, und im harmonischen Gebrauche aller seiner ebenmässig belebten Kräfte die ganze menschliche Bestimmung auf eigenthümliche Weise erfüllen. Dieselbe Forderung spricht die Menschheit an die Familie aus; auch sie soll sich, in geselligem Fleisse, in Einen Bund aller ihrer Glieder für alles Menschliche und für die ganze Menschheit vereinen, auf dass auch sie als ein höherer ganzer, vollständiger und gesunder Mensch lebe. Um so inniger und kunstreicher soll mithin auch jeder Familienverein, als der nächsthöhere Mensch über den Familien, das Reinmenschliche in sich vollenden, mit besonnenem Selbstbewusstsein die Anschauung seines ganzen Wesens, seiner ganzen Bestimmung hervorbringen, und sein Leben als Ein ganzes, reines und vollständiges Menschenleben weise und kunstreich führen: der Familienverein verbindet also alle seine Mitglieder in Einen Bund für die Menschheit, worin sie als Ein höherer ganzer Mensch sind und leben.
Innerhalb des Familienvereines nun, als des höheren Ganzen, bewegt sich rein und frei und gesellig jedes untergeordnete Leben, jede untergeordnete Kraft und Wirksamkeit; das Leben der Einzelnen, ihre Freundschaften, ihre freie Geselligkeit, ihre Vereinigungen in Familien durch Ehe, die freie Geselligkeit und die Freundschaft der Familien selbst, sie alle feiern in ihm ein freieres schöneres Leben, und ziehen Nahrung desselben aus dem Leben der Gemeine. Alle diese Lebensphären sind dem Familienvereine untergeordnet, bilden sich nach dem ganzen geselligen Lebenplane des Vereines, und werden dadurch auf bestimmte →

=112= Das Urbild der Menschheit
→ Weise zu höherem Leben beschränkt; doch behauptet Jede von ihnen ihre eigne Freiheit, ihre freie Wechselwirkung auch in der höheren unverletzt; denn höhere Heiligthümer der Menschheit werden nur aus den blühenden untergeordneten Heiligthümern erbaut, und die Würde und Schönheit des höheren Ganzen ist nur in der höheren Vollendung der Würde und Schönheit aller ihrer organischen Theile möglich. Jeder geistreiche und gemüthvolle Mensch gewinnt höheres Leben in seiner Familie, jede Familie im Familienvereine, und alles Einzelne kann um so individueller, in seiner Art um so vortrefflicher werden, als ihm das höhere gesellige Leben alles Menschliche in höherer Vortrefflichkeit darbietet.
So vereinen sich die Familien zunächst zu Einem höheren Leben, netzförmig untereinander nach allen Seiten verschlungen; die Bande freier Geselligkeit, der Freundschaft und des ganzen Lebens durchgehen einander frei nach allen Richtungen; und die innigeren Bande der Blutsverwandschaft schlingen diess wundervolle Netz inniger und fester. Doch, wo immer und wie eine endliche Zahl Menschen sich in Ein höheres Leben im Weltall vereinigt und höhere Selbständigkeit gewinnt, da erreicht sie dennoch den Gipfel des Lebens nicht, da ist sie fähig und bedürftig mit Theilganzen, welche ihr zugleich ähnlich und entgegengesetzt sind, aufs neue ein höheres Ganzes, eine höhere Grundgesellschaft, zu bilden. Dieselben Gegensätze des Lebens kehren für sie wieder, in freier Geselligkeit und in Freundschaft mit ähnlichen Gesellschaften verbunden, schwingt sie sich auf zum nächsthöheren Lebenvereine der Menschheit im Weltall. — Auch jeder Familienverein bildet, je vollkommner er ist, eine um so bestimmtere Eigenthümlichkeit des ganzen Lebens, und aller seiner Glieder und Kräfte; auch er umfasst nur einen Theil der menschlichen Bestimmung überwiegend, und sehnt sich, die Eigenthümlichkeit seines Lebens mit fremdem Leben zu vermählen, und seine Einseitigkeit durch die Allseitigkeit eines höheren Lebenganzen zu vollenden, zu verschönern und zu erfrischen.
Freie Geselligkeit der Familienvereine, Freundschaft der Familienvereine, Stamm
So wie die Einzelnen aus den Familien, so gehen Familien aus dem Familienvereine hervor, und nach dem Gesetze des Anwachses der Menschheit immer mehrere, als sich durch den Tod ihrer Mitglieder auflösen; so lange mithin die Menschheit auf einem Wohnorte des Himmels anwächst, um ihn allseitig und gleichförmig zu erfüllen, sie lange bilden sich in den Familienvereinen mehrere junge Familien, als das bestimmte Naturgebiet und der gesellige Plan ihres Lebens fassen kann; diese bauen sich nun rings um den Verein, woraus sie hervorgiengen, an, wenn ihnen die Natur Wohnorte bereitet hat, oder es gestattet, dass sie durch Kunst bereitet werden. Ist aber die Erde schon verhältnissmässig bewohnt, so ist aus ewigen Gründen gewiss, dass die Naturfruchtbarkeit der höchsten organische →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =113=
→ Gattung mit ihrem nächsthöheren organischen Ganzen, dem Leben der Erde, auch dann in richtigem Verhältnisse bleiben, also nachlassen, mit der Bewohnbarkeit dieses Himmelskörpers zu rechter Zeit nach und nach abnehmen und endlich ganz verschwinden werde. Da wir nun hier die Menschheit in ihrer ewigen Vollendung erkennen, so setzen wir den höchst blühenden Zustand eines selbständigen Himmelskörpers und die vollendete Bevölkerung desselben durch Ein harmonisches Menschengeschlecht voraus; und obgleich im Leben selbst kein Stillstand ist, so fesseln wir es doch, wie der sinnvolle Künstler das Leben, welches er bildet, in diesem Momente seiner höchsten Blüthe. Die höchste Vollendung der Geselligkeit denken wir auf dem Himmelskörper schon erreicht, und in den untergeordneten Grundgesellschaften erblicken wir vollendete Theile eines vollendeten organischen Ganzen.
Wir sahen jeden Familienverein sich zu vollendeter Eigenthümlichkeit des Lebens erheben; wenn mithin mehrere selbständige Familienvereine deren Jeder ein von der Natur gebildetes Gebiet bewohnt, innerhalb desselben höheren Naturgebietes sich finden, welches durch Meerufer, Gebirghöhen, Landseen und Flüsse, in bestimmter Vereinigung derselben, abgegrenzt ist; so stellen sie sich wechselseits einander in der Individualität ihres ganzen Lebens dar. Das gemeinsame höhere Naturleben giebt für sich allein schon allen in dem höheren Gebiete lebenden Familienvereinen eine gemeinsame Bildung, Stimmung und Charakter, und fordert sie von allen Seiten zu höherer Geselligkeit auf; allein auch alle inneren Gegensätze des Menschenlebens sind an diesen verschiedenen Familienvereinen ausgebildet, und ziehen sich zu wechselseitiger persönlicher Liebe mächtig zu einander hin. Jeder Familienverein gewinnt an Leib und Geist und an seinem ganzen Leben eigenthümliche Bildung, welche die eigenthümliche Bildung der Familien, woraus er besteht, harmonisch umfasst; der gemeinsame Charakter seines Wohnorts, vereint mit den innern Gegensätzen aller Glieder und Kräfte des Lebens, bestimmt diess sein Eigenthümliches innerhalb des Gemeinsamen, was ihm die gleiche Abstammung, und die Eigenthümlichkeit des nächsthöheren Naturgebietes, einprägt. Diese entgegengesetzte Eigenthümlichkeit des ganzen Lebens ist die Bedingung, dass verschiedene Familienvereine sich einander liebenswürdig erscheinen, und das Sehnen, mit dem Entgegengesetzten in höheres Leben vereint zu werden, wechselseitig auf einander richten. Auch in der ganzen Weise menschlich zu leben sind sich selbstständige Familienvereine eben so entgegengesetzt, wie einzelne Menschen und Familien. Die allseitige Unendlichkeit der menschlichen Bestimmung bewirkt schon für sich allein, dass jeder Familienverein, obgleich die ganze Bestimmung umfassend, doch nur einem Theile derselben überwiegend sich widme. Bei dem einen Familienvereine waltet daher das leibliche Leben vor, bei einem andern das geistige, und von einem dritten wird das harmonische Gleichgewicht beider erstrebt. Der eine findet sich in inniger Liebe vorzüglich zur Kunst, der andere zur Wissenschaft, der dritte zur gleichförmigen Harmonie beider getrieben. Der eine hegt stärkere Neigung, die →

=114= Das Urbild der Menschheit
→ Natur zu erkennen, und innigeren Kunsttrieb, mit der Natur vereint zu leben und die Natur um sich her als Freundin der Vernunft, als Organ der Menschheit zu bilden; ein anderer fühlt sich mächtiger zu reiner Vernunftwissenschaft und zu reiner Vernunftkunst getrieben; und ein dritter liebt es, im Gleichgewichte beider Wirksamkeiten die Würde der Menschheit zu entfalten. Ja, die ganze menschliche Bestimmung kann immer gleichförmiger, schöner und erhabner erreicht werden, je mehrere Menschen sich, auf einem je grösseren und reicheren Naturgebiete, in Ein Leben vermählen, je entschiedener und je planmässiger sie sich in alle Theile derselben vertheilen; nur so können Alle dem Ganzen immer Mehreres darbringen, und vom Ganzen Das schon gebildet empfangen, was sie selbst schöpferisch zu bilden nicht vermögen. So wie mithin eigenthümlich gebildete Familienvereine sich auf gemeinsamen Naturgebiete finden, so wie jeder seine eigne und jeder die Eigenthümlichkeit jedes andern anschaut; so muss sich die Freude über die fremde Eigenthümlichkeit mit dem Sehnen begegnen, die eigne mit ihr in Ein höheres Ganzes zu vermählen, um in diesem Vereine das eigne Eigenthümliche noch entschiedener, reicher und tiefer ausbilden zu können, und es dabei zur Allseitigkeit höheren Lebens zu erheben. Erkennen sich also Familienvereine in Bewunderung und Liebe, so entspringt allseitiges Wechselleben in freier Geselligkeit, in Freundschaft und im Vereine ihres ganzen Lebens; welches sich zu den Familienvereinen eben so verhält, wie diese zu den Familien. In dieser höheren Geselligkeit der Familienvereine bilden sich dann auch die Grundgegensätze des Lebens reiner und entschiedener aus, von denen vorzüglich der Gegensatz des Lebens in der Natur, des Lebens in der Vernunft und des mit beiden harmonischen Lebens unsere Aufmerksamkeit hier verdient; denn die vollendete Trennung und Vereinigung der Glieder dieses Gegensatzes wird zum wesentlichen Merkmale des höheren Lebenganzen, welches die Familienvereine bilden.
Die Kunst mit der Natur zu leben, ihre Werke zu bilden, ihre Pflanzen und Thiere liebreich zu erziehen, und sie zu höheren Zwecken des Menscheitlebens fromm zu vollenden und zu nutzen, gewinnt, wenn sie gesellig betrieben wird, wenn mehrere Familien, die dem Naturleben sich überwiegend weihen, in einen Familienverein verbunden, dieselbe Gegend mit gemeinsamer Liebe und Fleisse, nach gemeinsamen Plane bebauen. Wo nun die Natur freier und reicher ihr Leben gestaltet, in reich bewässerten den Strahlen der Sonne eröfneten Ebenen und Thälern und auf milden Abhängen, da wohnen, von gemeinsamer Liebe getrieben, Familien, denen das Land zu bebauen Beruf ist; sie vertheilen, in einen Familienverein verbunden, ihre Kräfte und Arbeiten gesellig zum höchsten möglichen Erfolge, und bilden so einen Wohnort ländlichen Lebens. Die Menschen, welche das Land bebauen, wünschen, Garten, Acker und Wiese und Baumwuchs kreisförmig um das Haus, in erweckender Nähe zu haben, und so mit Familieneigenthümlichkeit ein vollständiges Bild der Erde und ihrer Fruchtbarkeit im Kleinen darzustellen. So rücken die von Garten und Wiese umringten Häuser →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =115=
→ der Landbewohner weiter von einander ab und um alle Wohnungen des ländlichen Familienvereines breitet sich ringsum aus die in geselliger Kunst gemeinsam bebaute Flur, ein rührender Zeuge ihrer innigen Liebe zur Natur und ihres unermüdlichen Fleisses. Einfach und kindlich geschmückt sind die ländlichen Wohnungen; denn des Landmannes Herz und Sinn weilet nicht in ihnen, sondern auf der belebten Flur. Das Leben der Natur ist weiblich und kindlich schön — so ist auch das Leben der Landbewohner; einfach und kräftig ist ihr Wirken, ehrwürdig und bieder ihre Sitte, harmonisch und reinherzig wie die Natur ihr Gemüth. Unendlich vielfach aber und reich an Gestaltung ist die Naturliebe und die Naturkunst; — so unerschöpflich, als es das Leben der Natur und des Geistes selbst ist: die Liebenden und Künstler sind sich hier in einer langen Stufenfolge untergeordnet und beigeordnet, so wie es die Bildung und Kräfte der Natur selbst sind, worauf sie sich beziehen, und die geistigen und leiblichen Kräfte, womit sie in die Natur einwirken. Soll daher des Landes Anbau wohlgelingen, soll die Natur den Fleiss der Bebauer am reichlichsten lohnen, so müssen sich alle in einen Wohnort vereinte ländliche Familien, wie in Einen mit der Natur innig vertrauten Künstler, innig verbinden, und sich symmetrisch und harmonisch in alle Zweige der Naturkunst theilen. — Eben so vereinigen sich von der andern Seite Familien, welche sich überwiegend dem Vernunftleben und der Vernunftkunst widmen, an Einem Wohnorte in Ein geselliges Ganzes. Hier tritt die Pflege und der Anbau der Natur zurück und das Haus wird diesen Familien unter allen Familiengütern das Wichtigste. Das Gebiet der Vernunftkunst ist unendlich vielfach; sie fordert geselligen Verein der Künstler in grösster Nähe, wechselseitige Hülfleistungen und Aussonderung derselben auf abgeschlossnen, den störenden Einflüssen des Naturlebens entzognen Werkplätzen: daher drängen sich im Wohnorte der Familienvereine, in welchen die geistige Thätigkeit überwiegt, die Wohnungen; Höfe und Gärten ziehen sich zusammen, die Häuser erheben sich grösser und mit freier Schönheit, zugleich als schöne und als innige Kunstwerke: sie bilden eine Stadt, welche als das innigste und schönste Kunstwerk des Familienvereines, selbst ein ehrwürdiges und grösseres Denkmal der Vernunftkunst ist. So werden sich Stadt- und Landleben entschieden entgegengesetzt, sobald mehrere Familienvereine sich gesellig vermählen. Sie sind sich entgegengesetzt wie Vernunft und Natur, wie Männliches und Weibliches, wie Geist und Leib: sie können daher beide nur gelingen, wenn sie auch so innig, wie Geist und Leib, vereint sind. Die Stadt als der gemeinsame Sitz aller Familien, in denen das geistige Leben überwiegt, ist bestimmt, die Mitte des ganzen Gebietes des Familienvereines einzunehmen, und um sie herum sollen sich die Dörfer, gleichsam wie Monden um die Erde, planmässig verbreiten, damit das ganze Gebiet des vereinten Naturlebens harmonisch bebaut werde. Städter und Landleute sind bestimmt, sich in ihrem gleich würdigen, gleich wesentlich entgegengesetzten Berufe zu achten und zu lieben, und sich in freier Geselligkeit, in Freundschaft und in innigem Vereine des ganzen Lebens liebend zu verbinden.

=116= Das Urbild der Menschheit
Dieser Gegensatz des Landlebens und des Stadtlebens wird zunächst durch Familien vermittelt, welche voll von gleichförmiger Liebe zur Natur und zur Vernunft, sich dem Anbaue des Landes und den geistigen Künsten gleichförmig ergeben. Sie bauen ihre Wohnungen um die Stadt, wenn ihr bestimmter harmonischer Beruf, und ihre Liebe, mehr des Stadtlebens bedarf, und in ihren Wohnungen ist dann der ländliche und der städtische Charakter zugleich ausgedrückt. Und eben so bauen sich in schöner Natur nahe den Dörfern naturliebende städtische Familien an; Landhäuser und Landgüter erheben sich unter dem harmonischen Charakter des Vernunftlebens innerhalb des Naturlebens. In diesen beiden den Gegensatz des Landlebens und des Stadtlebens vereinigenden Gliedern überwiegt selbst wiederum auf mannichfaltige Weise das mit dem Ländlichen vereinte Städtische, und umgekehrt, oder beides ist in vollendetem Gleichgewicht; in ihnen werden sich Stadtleben und Landleben wechselseits gegenwärtig; der Vernunftcharakter des Stadtlebens wirkt veredelnd und erhebend auf die umgebenden Dörfer; und der einfache, reinherzige Natursinn des Landlebens ertheilt dem Stadtleben neuen Reiz und Anmuth. Eine Stadt und die sie umgebenden Dörfer, welche dieselbe Gegend erfüllen, sind, wo sie vollendet erblühen, zugleich den Gesetzen der Natur und des Geistes gemäss angebaut und gebildet, der Ort eines jeden ist durch die Natur und durch das geistige Leben der Bewohner bestimmt, und für alle Ortschaften sind Zugänge freien gemeinsamen Wechsellebens gestiftet.
Also auf dreifache Weise entgegengesetzt sind die Familienvereine fähig, so wie die Familien, in freie Geselligkeit, in Freundschaft und in Einheit des ganzen Lebens vereinigt zu werden. Die freie Geselligkeit beginnt ihre Wechselwirkung, die Freundschaft knüpft hierauf ihre engeren Bande, und dann erst umfasst sich wechselseits ihr ganzes Leben, dann erst vereinigen sie sich in Eine höhere Person. Gleichwohl gewinnen umgekehrt die freie Geselligkeit, und die Freundschaft der Familienvereine erst dann ihre höchste Innigkeit und Vollendung, wenn die Familienvereine schon wahrhaft in Eine höhere Person vermählt sind. Was nun von der freien Geselligkeit und Freundschaft der Familien gesagt ist, das gilt, jedoch in höherem Massstabe, auch von den Familienvereinen; und vorzüglich das Wechselwirken des nun entschieden getrennten Stadltebens und Landlebens ergiesst neuen Reiz und Innigkeit über die freie Geselligkeit und die Freundschaft ganzer Familienvereine. Wir wenden daher sogleich den Blick auf die innige Vereinigung des ganzen Lebens mehrerer Familienvereine.
Vereinen mehrere Familienvereine in persönlicher Liebe ihr ganzes Leben, ihre ganze Eigenthümlichkeit, sind sie Ein höheres Leben, eine wahre höhere Person, so bilden sie die nächst höhere Grundgesellschaft über ihnen selbst, welche wir, dem Gebrauche der Sprache nicht ungemäss, mit dem Namen eines Stammes bezeichnen können. Ein Stamm ist mithin ein in sich befriedigtes, selbständiges organisches Ganzes von freien selbständigen in persönlicher Liebe verbundnen →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =117=
→ Familienvereinen, welche in so fern nur ein Wesen sind. Zum Dasein eines Stammes sind also wenigstens zwei Familienvereine erforderlich, deren Familiengüter getrennt, und deren Bildung und überwiegender Beruf sich entgegengesetzt sind; durch drei Familienvereine aber wird der Stamm vollständig, wenn der dritte in allem Menschlichen harmonisch gebildet die Vereinigung der beiden andern entgegengesetzten vermittelt. Doch das Leben eines Stammes wächst mit der Mehrzahl seiner Familienvereine, oder seine einzelnen Ortschaften bewohnenden Gemeinen, so lange, bis das gemeinsame Naturgebiet von ihnen gleichförmig erfüllt, und die menschliche Bestimmung in allen ihren Theilen gleichförmig besorgt ist; bis das Stadtleben und das Landleben seinen Gegensatz vollständig ausgebildet und harmonisch vereinigt hat.
Die in einen Stamm verbundnen Familienvereine sind wahrhaft Ein höherer Mensch, als die nächsthöhere Person über den Familienvereinen in der Menschheit; alle in ihm versammelte Familienvereine, Familien und einzelne Menschen haben mithin als Stammgenossen alles Menschliche gemein. Diese ihre wahre Lebeneinheit beweist sich zuerst darin, dass sie dasselbe durch die Natur selbst angewiesene Naturgebiet, als Ein räumliches Ganzes, nach geselligem Plane, als ihr geselliges Natureigenthum bewohnen. Der Gegensatz des Landlebens und des Stadtlebens und die harmonische Vereinigung desselben ist jedem Stamme in der vollendeten Menschheit wesentlich; die Wohnorte der ländlichen Gemeinen und die der städtischen müssen also wie Ein planmässiges Ganzes gerecht und liebevoll entworfen, und allseitig vereinigt sein, jede Gemeine erhält ihr freies und selbständiges Naturgebiet, ihren eigenthümlichen Antheil an allen Naturgütern; ein Theil aber des ganzen Gebietes und der Naturgüter wird als gemeinsames Stammeigenthum ausgesondert, und dem höheren geselligen Leben des ganzen Stammes geheiligt. So wie nun die Dörfer kreisförmig die in sich gedrängte Stadt umgeben, und so wie überhaupt das gemeinsame Höhere um Allen zugängig zu sein, seine Stelle in der Mitte des Ganzen verlangt, so soll das heilige gemeinsame Stammgebiet, worauf alle gesellige Heiligthümer der Menschheit sich erheben, die Mitte des Stammgebietes, das ist die Mitte der Stadt einnehmen; nehmlich die Mitte, welche es der Kraft und der individuellen Naturlage nach ist, die sich nicht immer nach gleicher Entfernung allein beurtheilen lässt. Diess gemeinsame Stammgut ist für den Stamm, was Haus, Hof und Garten für die einzelnen Familien ist; es wird auf völlig ähnliche Art eingerichtet, und soll an Grösse, Würde und Schönheit das Grundeigenthum jedes einzelnen Familienvereines um so mehr übertreffen, als der Stamm mehrere einzelne Familienvereine in sich fasst. Sämmtliche Naturgüter aber, und das ganze Leben des Stammes sollen dem Raume nach so angeordnet werden, dass frei und ungestört alle innere Geselligkeit des Stammes, dass jeder Familienverein, jede Familie und jeder einzelne Mensch frei und schön in sich selbst lebe und blühe; dass sich alle Verhältnisse der freien Geselligkeit, der Freundschaft und der Vermählung des ganzen Lebens selbständig und in allseitiger Harmonie entfalten.

=118= Das Urbild der Menschheit
In ihrem gemeinsamen Leben auf demselben Naturgebiete schaffen sich die im Stamme vereinten Familienvereine eine gemeinsame Zeichenwelt, eine gemeinsame Sprache für Auge und Ohr, als einen treuen Ausdruck ihrer Stammeigenthümlichkeit, als ein wahrhaftes Bild ihrer Denkart und Empfindweise, so wie der gemeinsamen Schätze der Wissenschaft und der Kunst, des Geistes und des Gemüthes; innerhalb dieser Sprache des Stammes bilden sich
in deutlichem Gegensatze die Mundarten der Landleute und der Städter, deren Harmonie die gesellige Stammsprache ausdrückt; vorzüglich durch die gemeinsame Sprache bildet sich das gesellige Ideal des Stammes jedem seiner untergeordneten Vereine, ja jedem einzelnen Menschen in ihm an, welches sodann der gemeinsame Grund ist, worauf sich die untergeordneten individuellen Ideale der Familienvereine, der Familien und jedes einzelnen Menschen freudig gestalten. Alle im Stamme vereinigten Individuen wirken als Ein höherer Mensch nach geselligem Plane in die Natur ein, und bilden sie nach den Gesetzen der Naturkunst in geselligem Fleisse, durch das Leben des Stammes gewinnt die Natur in ihrem ganzen Leben, in Pflanzenwelt und in Thierwelt, an Harmonie, Gleichförmigkeit und Schönheit noch weit mehr; Natur und Vernunft leben in jedem Stamme weit inniger in einander ein, als in den einzelnen Familienvereinen geschehen kann, weit mehr, als wenn eben so viele Familienvereine blos neben einander, mit gleichem Fleisse, in die Natur wirkten.
Da ferner dem Stamm alles Menschliche gemeinsam ist, so bildet er auch Eine Werkthätigkeit und Eine äusere Geselligkeit. Der Stamm weiht, als Ein Gemüth und als Ein Wille der inneren sittlichen Vollendung geselliges Streben, seine Tugend bildet sich als die Tugend Eines höheren Menschen, und seine sittliche Eigenthümlichkeit spiegelt sich in seiner öffentlichen Sitte und in den geselligen Gebräuchen seines ganzen Lebens. Der Stamm schafft, als Eine Rechtsperson, Ein höheres Rechtleben, in Einem höheren Staate, über den Familienvereinen, einzelnen Familien und einzelnen Menschen; worin, dem Urbilde des Rechtlebens der Menschheit gemäss, welches wir bald erkennen werden, alle untergeordnete Rechtsphären der Familienvereine, der Familien und der Einzelnen organisch erhalten sind. Alle Stammgenossen vereinen sich ferner zu geselliger Liebe und Innigkeit gegen Gott, gegen Vernunft und Natur; sie stellen sich ihnen als Ein höherer Mensch liebenswürdig dar, und erwerben sich ihre höheren Mittheilungen.
Wie mit Einem Verstande und mit Einem Kunstsinne bilden die Stammgenossen Wissenschaft und Kunst und deren Harmonie allseitig aus; sie vertheilen sich ebenmässig und harmonisch in ihr ganzes Gebiet, und leisten, also vereint, vielmal mehr, als dieselbe Anzahl von Familienvereinen zusammengenommen vermöchte, wenn sie mit demselben Fleisse, blos neben einander, forschten und bildeten, denn was Einer erfindet und schaft, das wird Allen zu Theil, und was →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =119=
→ Alle erforschen und gesellig vollenden, das erfreut, belebt jeden Einzelnen und erhebt sein Eigenthümliches zu allseitiger, gleichförmiger Vollkommenheit. Der Stamm ist ferner ein höheres Ganzes der Selbstwerkthätigkeit oder Selbstbildung; denn er erzieht und bildet zuhöchst sich selbst, als ganzen Stamm, nach seinem individuellen Ideale mit bewusster Kunst, sodann übt er auch die Erziehung und Bildung aller untergeordneten Personen nach Einem höheren Plane: er sorgt, dass jeder Familienverein sich als Genoss des Stammes, in seinen Individuen stetig verjünge, und dass selbst jede Familie, und jeder Einzelne innerhalb der Familienvereine, als Mitglied des Stammes erzogen und ausgebildet werde.
Alle im Stamme vereinigte Menschen werden sich des geselligen Ideales des Stammes, seines eigenthümlichen Lebens und Berufes, bewusst; und so wie jeder einzelne Mensch, jede Familie, jeder Familienverein nur dann vollendet leben, wenn sie als ganze Menschen, in Harmonie aller ihrer Kräfte und Glieder wirken, so soll auch jeder Stamm diesen Anschauungen, und diesem seinem Ganzleben im Geiste der Menschlichkeit und Menschheit geselligen Fleiss widmen, als ganzer Stamm sich seinen ganzen Lebenplan stetig vorzeichnen, alles Einzelne in seinem Leben nach der Einen ungetheilten Idee der Menschheit bilden, und regieren, und darüber wachen, dass alle Glieder und Personen, alle werkthätige Bestrebungen und alle untergeordnete gesellige Vereine rein, selbständig. frei, ihren Ideen gemäss, und in allgeselliger Harmonie bestehen, heilig gehalten, und schön vollendet werden. Auf solche Weise in sich selbst lebend, bildet dann jeder Stamm eine selbständige Sphäre äuseren Wechsellebens mit Gott, Vernunft und Natur, wozu er sich durch gesellige Gottinnigkeit vorbereitet. Innerhalb des Stammes gewinnt nun die Freundschaft und die freie Geselligkeit der Familienvereine ein freieres, grösseres Gebiet; die Familienvereine werden sich einander als Ganze anschaulich, und vereinigen sich zu allseitigen freigeselligen Darstellungen, welche weit reicher und umfassender sind, als die der Familien, und wofür der Stamm bei Vertheilung seines Eigenthumes gesorgt hat. Ja selbst jeder Einzelne gewinnt im Stamme ein weiteres, schöneres Gebiet der Wirksamkeit, einen weiteren Kreis für Freundschaft und für freigeselligen Umgang; er kann dem ganzen Stamme leben, und dessen Wohlthäter und Geliebter werden. Die freie Geselligkeit und die Freundschaften der Einzelnen, so wie die der Familien, treten innerhalb der freien Geselligkeit und der Freundschaft der Familienvereine, als untergeordnete Gruppen auf, ihr Leben wird reicher, jede einzelne Vortrefflichkeit mannigfaltiger, die geselligen Werke vielartiger und zusammengesetzter — das ganze Leben der Menschheit wird als Ganzes und in jedem seiner Theile, umfassender, inniger und schöner.

=120= Das Urbild der Menschheit
Freie Geselligkeit und Freundschaft der Stämme,
und Stammverein
So leben, durch Vernunft und Natur und ursprünglich durch Gott vereint, Stämme neben Stämmen: frei, selbständig und in sich selbst auf bestimmtem Naturgebiete befriedigt, bildet jeder seine bestimmte Eigenthümlichkeit aus, an geistiger, leiblicher und menschlicher Bildung, an Charakter und an vorwaltendem Berufe des Lebens. Die Beschaffenheit seines Wohnplatzes giebt schon allein seinem Leben eine bestimmte Richtung, und stimmt Geist und Gemüth aller seiner Mitglieder auf eigne Weise. Ob ein Stamm eine Küste oder die Mitte des Landes, ob er ein Gebirg oder ein Thal, oder eine Ebne bewohnt, diess ist entscheidend für seine Eigenthümlichkeit in allem Menschlichen, für seine gesellige Sitte, und für seinen vorwaltenden Beruf. Und so kehren jene drei Grundgegensätze, welche die Einzelnen in Familien, in Freundschaften und in freie Geselligkeit vereinen, auch an den Stämmen als höheren Individuen wieder, und erwecken in ihnen Fähikeit und Bedürfniss, sich unter einander in jene dreifache Geselligkeit zu vereinen, und die nächsthöhere Grundgesellschaft der Menschheit zu bilden. Stämme, welche, gemeinsamen Ursprungs, sich neben einander selbständig entfalten, welche ein und dasselbe höhere Naturgebiet bewohnen, und bei allgemeiner Änlichkeit doch entschiedenen Gegensatz in sich tragen, bezeichnen wir mit dem Namen der Nebenstämme. Sie sind durch Vernunft, Natur und Gott aufgefordert, eine höhere Einheit des Lebens zu bilden, und in ihr sich als organische Theile zu vollenden, ja selbst ihre entgegengesetzte Eigenthümlichkeit zur höchsten Reife zu bringen. Wenn sie denselben Fluss, dasselbe Gebirg; diesseit und jenseit, die Ufer desselben Landsees, Meeres oder Meerbusens bewohnen, wenn sie innerhalb desselben kleineren Ringgebirges beschlossen sind, auf einer grösseren Insel, oder auf einer Gruppe verhältnissmässig grosser und von einander entfernter Inseln ihr eigenthümliches Leben leben: dann hat die Natur ihre Selbständigkeit gesichert, das Bedürfniss höheren Lebenvereines in sie gelegt, und diess höhere Leben von ihrer Seite gewollt und vorbereitet.
Wo nun zwei oder mehrere verwandte Nebenstämme von entgegengesetzter Individualität. durch Gott, Natur und Vernunft zusammengeführt, sich begegnen; wo sie ihre Ähnlichkeit und ihren Gegensatz anerkennen, da achten sie sich werth, gewinnen sich einander lieb, und sehnen sich nach allseitiger Vereinigung, um nach der höheren geselligen Idee, worauf ihr entgegengesetztes Eigenthümliche hinweist, Ein Leben zu bilden. Es erwacht eine dreifache Liebe und eine dreifache Geselligkeit der Stämme; die Liebe der ganzen menschlichen Eigenthümlichkeit vereinigt sie zu freigeselligem Umgange; die Liebe, welche auf dem Gegensatz ihres Charakters beruht, stiftet zwischen ihnen unauflösliche Freundschaft; und die Liebe endlich ihrer ganzen Persönlichkeit vereint sie in Ein lebendes Wesen, →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =121=
→ in Einen höheren Menschen, in die nächsthöhere Grundgesellschaft, welche wir mit dem Namen eines Stammvereines oder einer Stammschaft bezeichnen. Betrachten wir diese dreifache Vereinigung der Stämme in ihrem Werden, so geht die freie Geselligkeit voran, welche selbst mit dem freien Umgange einzelner Menschen, Familien und Familienvereine beginnt; die Freundschaft folgt, und die Vermählung ihres ganzen Wesens, ihre Durchdringung in einen Stammverein, krönt die Vereinigung. Doch wird auch der freie Umgang und die Freundschaft der Stämme nur in ihrer ganzen Lebenvereinigung allseitig vollendet, und zur höchsten Innigkeit und Schönheit erhoben: so wie auch ihre entgegengesetzte Individualität nur dann, wenn sie als eine Stammschaft leben, sich vollkommen und entschieden aussprechen, und die höchste Liebenswürdigkeit erlangen kann. Wir zeichnen mithin sogleich das ganze Leben eines Stammvereines in den ersten Grundzügen, um sodann auch die Freundschaft und die freie Geselligkeit der in ihm vereinten Stämme zu erkennen.
Das Wesentliche eines jeden Stammvereines beruht darin, dass sich die in ihm verbundenen Stämme wie entgegengesetzte, gleichwesentliche Theile Eines höheren Ganzen verhalten, worin ihre entgegengesetzte Eigenthümlichkeit harmonisch vermählt wird; so viele Stämme sollen sich mithin in diess höhere Ganze vereinen, als die Natur und die geistige Entwicklung des Lebens zu ergänzenden wesentlichen Theilen eines höheren Lebenganzen gebildet hat. Die vereinten Stämme sollen in allem Menschlichen Ein Wesen sein. Daher verlangt zuerst das Naturgebiet, welches sie bewohnen, von ihnen allen als Ein Ganzes, als ihr gemeinsames Grundeigenthum, der Natur und Vernunft gemäss betrachtet und gebildet zu werden; jeder mitvereinte Stamm soll davon sein Stammgebiet erhalten, aber ein Theil desselben, in der Mitte Aller gelegen, soll für das Ganzleben des Stammvereines ausgesondert werden, worauf sich dann alle gemeinsame Heiligthümer des Menschheitlebens erheben, und wo die vereinten Stämme als Ein höherer, allgesunder Mensch über ihren inneren Grundpersonen, und mit ihnen in Wechselwirkung leben. Obgleich das gemeinsame Heiligthum des Stammvereines keinem einzelnen mitvereinten Stamme gehört, sondern selbständig zu sein und gebildet zu werden verlangt, so wird doch die Besorgniss der äuseren Bedingungen, welche dazu erfordert werden, dass hier die Stämme sich versammeln, und die dem Ganzleben des Stammvereines gewidmeten Personen gesellig wirken können. Einem von den vereinten Stämmen als dessen bestimmter Beruf zu Theil, und die Stadt desselben erhebt sich dadurch zur Hauptstadt des Stammvereines. In diesem höheren Zusammenleben der Stämme bilden sich auch ihre verwandten Mundarten in Eine gemeinsame, ihnen alle verständliche Sprache aus, welche das Eigenthümliche der einzelnen Stammessprachen harmonisch vereinigt.

=122= Das Urbild der Menschheit
Die in einem Stammverein verbundnen Stämme üben die ganze Werkthätigkeit als ein Ganzes in organischer Geselligkeit, sie machen die ganze Idee der Tugend in gemeinsamen freien Willen wirklich; sie beleben das Eine Recht in einem Staate als ein organisches Rechtleben; sie widmen sich geselliger Gottinnigkeit; und bilden vereint ihr ganzes Leben nach dem Urbilde der Schönheit. Sie leben für Wissenschaft und Kunst nach Einem geselligen Plane, vertheilen sich ebenmässig in alle Zweige dieser beiden Grundwerke, und bilden die höhere Harmonie beider. Der Stammverein zeigt sich auch grösser und glücklicher in der Kunst, das Naturleben zu bilden und das Land zu bebauen; denn auf grösserem, vielartigerem Gebiete vermögen sie Vielartigeres und in grösserer Menge, Güte und Ebenmässigkeit von der Natur zu gewinnen. Auch die Kunst der Selbstbildung gewinnt im geselligen Fleisse der vereinten Stämme, denn das Gebiet des ganzen Lebens hat sich erweitert, das Leben des Ganzen ist reicher geworden, und das Leben jedes Stammes, jeder Familie und jedes einzelnen Menschen kann daher eigenthümlicher und dabei mehrseitig und auf höhere Weise allumfassend sich bilden. Der Stammverein besorgt die Erziehung und Ausbildung aller seiner inneren Personen als ein geselliges Werk nach Einem Plane. Und so wie jeder einzelne Mensch, seinem Leben als Ganzem, stete Aufmerksamkeit, stets reges Streben widmen muss, so soll auch der Stammverein sich zum Selbstbewußtsein seiner ganzen höhern Persönlichkeit aufschwingen, seine ganze Bestimmung erkennen, in diesem Anschaun seinen ganzen Lebenplan entwerfen, und alles Einzelne in dem Einen Ganzen seines allgesunden Lebens vollenden. So innig vereint stellen sich die verbundnen Stämme der Natur, der Vernunft und Gott, als Ein lebendes, gottähnliches Wesen dar, und empfangen neue Einflüsse ihres höheren Lebens.
Freie Geselligkeit und Freundschaft der Stammvereine, und ihre Vereinigung in ein Volk
Die Gebiete der einzelnen Stammvereine sind von der Natur in der Anlage alles festen Landes als ebenmässig entgegengesetzte Theile höherer Ganzen gebildet; das auf ihnen sich entfaltende Naturleben ist zu höherer Vereinigung bestimmt, vorzüglich aber soll auf ihm das Leben des höchsten organischen Leibes an Kraft und Schönheit in höherer Vereinigung gewinnen. Doch auch ihr geistiges Wesen fordert die Stammvereine auf, sich gesellig in ein höheres Lebenganzes zu vereinigen, die Gegensätze ihrer Individualität harmonisch zu vermählen, und in dieser höheren Einheit noch vortrefflicher zu vollenden. Stammvereine, welche den selben Hauptstrom oder mehrere Nebenflüsse, die auf gemeinsamem Bergscheitel entspringen, umwohnen; welche sich diesseit und jenseit eines Hauptgebirges, über eine Landhöhe oder weite Thalebene verbreiten; →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =123=
→ Stammvereine, welche ein Ringgebirg umschliesst, welche von dem selben Binnenmeere verbunden, oder von den Küsten desselben Erdmeeres aufgenommen werden, endlich Stammvereine, welche eine grosse Insel bewohnen, oder auf mehreren verhältnissmässig grossen Inseln gesondert zugleich und verbunden leben; sie alle sind vorzüglich berufen, sich in ein Lebenganzes zu vereinigen, und, ihre Selbständigkeit erhaltend, in höherer Harmonie, Kraft und Schönheit sich zu verherrlichen.
Wo nun die auf der Erde benachbarte Stammvereine sich finden und ihre entgegengesetzte Eigenthümlichkeit anschauen, da achten sie sich einander und gewinnen sich lieb, und jene dreifache Geselligkeit, welche alle niedere Grundpersonen vereinigt, verbreitet sich auch von den Grenzen ihrer Gebiete an wechselseits durch sie alle. Der Gegensatz ihrer Individualität in allen Äusserungen ihres Lebens vereint sie zu freier Geselligkeit; der Gegensatz des Charakters ladet sie zu inniger Freundschaft ein; und nachdem freigeselliger Umgang und Freundschaft die Stammvereine einander genähert haben, dann verschmilzt ihr Leben in ein höheres Ganzes, welches wir, dem Sprachgebrauche gemäss, durch den Namen des Volkes bezeichnen. Das Volk, als ein organisches, freies, selbständiges, selbstgenugsames Ganzes von mehreren Stammvereinen, welche sich in persönlicher Liebe in ein Leben verbunden haben, ist die nächste Grundperson, die nächste Grundgesellschaft über dem Stammvereine.
Die wahre Persönlichkeit des Volkes besteht darin, dass Nebenstammvereine in ihrer ganzen Eigenthümlichkeit, in ihrem ganzen leiblichen und geistigen und menschlichen Leben, sich wie entgegengesetzte, sich ergänzende Theile derselben höheren Idee verhalten; denn nur dadurch ist es möglich, dass sie ein vollständiges höheres Leben bilden, dass die einzelnen Stämme ihre Gegensätze in ihrem Zusammenleben immer entschiedener entwickeln, dass jeder das Ganze, das Ganze jeden, und jeder jeden in allseitiger Wechselwirkung verherrliche. Damit nun ein Volk da sei, müssen wenigsten zwei Stammvereine, ohne in einander zu verfliessen, sich in ihrer ganzen Persönlichkeit vermählen; zur Vollständigkeit aber eines Volkes gehören drei Stammvereine, von welchen sich zwei wesentlich entgegengesetzt sind und der dritte als harmonisches Glied zwischen die ersteren tritt; doch, soll ein Volk vollendet sein, so muss es so viele und solche Stammvereine in die Einheit seines Lebens aufnehmen, als Natur und Vernunft zu organischen ergänzenden Theilen seiner selbst, als Eines höhern Ganzen derselben, berufen hat.
Sollen Stammvereine ein Volk bilden, so müssen sie, ohne irgend eine untergeordnete Sphäre des Lebens aufzulösen, alles Menschliche gemeinsam haben. Diese Einheit des Lebens zeigt sich zuerst darin, dass die verbundnen Stammvereine dasselbe Naturgebiet als Ein in sich beschlossnes Ganzes →

=124= Das Urbild der Menschheit
→ bewohnen, und es nach der Idee ihres geselligen Lebens, in Gerechtigkeit und Liebe anbauen und ausbilden. — In der Anlage der Wohnplätze, welche sich für Völker eignen, ist die Natur höchst mannigfaltig, so wie in der innern Theilung derselben in untergeordnete Ganze, für die Stammvereine, Stämme, Familienvereine und Familien: und wir können es hier nicht unternehmen, den Reichtum dieser Gestaltung im Einzelnen zu schildern. Die Volkgebiete sind als Küstenländer am Meere ausgebreitet, oder mitten im Lande, als Gebirgländer, oder als grosse erhabne Ebnen und weitverbreitete Thäler; oder sie sind Eine Insel, oder Ein Inselganzes; vorzüglich glücklich aber sind jene Länder gelegen, welche durch Ringgebirge amphitheatralisch umzogen werden, von denen reiche Quellen rinnen, die, in fruchtbare Flüsse gesammelt, zuletzt Einen Hauptstrom schwellen, der die Mitte des Landes durchfliesst und sich gegen Süden oder Osten mit einem schiffbaren Meere vermählt, wohin sich das ganze Volkgebiet mit flacher, sicherer Küste öfnet. Wie aber auch immer das Naturgebiet eines Volkes geartet sei, so soll das Volk den Naturbestimmungen und Vernunftbestimmungen gemäss dasselbe als Ein Ganzes betrachten und anbauen; es soll diess Ganze unter alle Stämme, und weiter unter alle Familienvereine und Familien, gemäss der Idee seines Ganzlebens und der Ideen aller dieser untergeordneten Ganzen, austheilen, dass das ganze Volkgebiet aus so vielen untergeordneten Hauptlandschaften bestehe, als es Stammvereine in sich hält; jede Hauptlandschaft soll ferner in so viele Landschaften getheilt sein, als der Stammverein Stämme in sich hat, und jene Landschaft endlich in so viele Ortschaften, als jeder Stamm Familienvereine enthält. Die Eigenthümlichkeit eines jeden Stammvereines bewährt sich in der Eigenthümlichkeit seines Gebietes, und des Anbaues desselben, in dem entgegengesetzten Übergewichte des Landlebens und Stadtlebens, in der Individualität seiner Dörfer und seiner Städte und in ihrer harmonischen Verkettung. Das Land soll also von dem Volke so vertheilt werden, wie es die Eigenthümlichkeit seiner Stammvereine fordert: dass sie ihre Selbständigkeit und Liebenswürdigkeit erhalten, und das höhere Ganze des Volks an ihrem Theile verherrlichen können. Damit aber das höhere Leben des Volks, als ganzes Leben, über dem Leben seiner Stammvereine sich entfalten und ausbilden könne, sondert sich das Volk auf seinem ganzen Gebiete ein eignes Heiligthum aus, auf welchem sich, unterstützt von den Naturgütern, welche das ganze Volk sich aneignet, sein ganzes Leben als Ein grosses Schauspiel darstellt, worin seine ganze gesellige Werkthätigkeit auf die seiner Grösse würdige Weise geübt wird. Das dem Leben des Volks und seinen Heiligthümern gewidmete Gebiet soll, da es alle Stammvereine umfasst, in ihrer Mitte sein, an einer Stelle, welche geschickt ist, viele Menschen zu fassen und sie leiblich und geistig zu unterhalten. Die Gegend, welche die Mitte des Landes, das ist die allen übrigen zugängigste und im Leben des Ganzen wichtigste Stelle behauptet, ist bestimmt, das gemeinsame Volkheiligthum, und das Ganzleben des Volks in sich aufzunehmen; und in ihrer Mitte erhebt sich die Hauptstadt des ganzen Volkes, die Volkstadt, als der Wohnort aller Familien und Einzelnen, welchen die Besorgung des gemeinsamen →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =125=
→ Lebens des Volkes anvertraut ist: sie wird zugleich der geweihete Ort, wo sich das ganze Volk zu geselliger Werkthätigkeit, zu freier Geselligkeit und zu festlicher Feier, versammelt. Auf dem geweihten Raume, wo das Ganzleben des Volkes sich entfaltet, erheben sich, in bestimmter Ordnung und Ebenmässigkeit die Häuser, Höfe und Gärten, welche den einzelnen Funktionen des Volklebens gewidmet sind, deren Bild klarer vor unser Auge treten wird, wenn wir von einem höheren Standorte das Leben der Menschheit als Ein organisches Ganzes überschauen. In seiner Hauptstadt stellt das Volk die ganze Eigenthümlichkeit seines Lebens dar, sie wird die Kraftmitte desselben, und sein edelstes Organ, als gleichsam das Herz und das Haupt des Volkes; sie bewahrt in sich das Höchste in Wissenschaft und Kunst, von ihr aus verbreitet sich in tausend Strömen alles Gute und Schöne, alles Edle und Erhabne, alles wahrhaft Menschliche, gleichzeitig und ebenmässig, über das ganze Land: in ihr wird das Volk jedem Stammvereine, jedem Stamme, jedem Familienvereine, jeder Familie, ja jedem einzelnen Volksgenossen als Eine Person, in seiner ganzen Würde und Lebenfülle gegenwärtig und anschaulich; um sie sind die einzelnen Hauptstädte der Stammvereine kreisförmig gelegen, und empfangen von ihr höheres Licht und innigere Wärme. Das allseitige Zusammenleben der Stämme eines Volkes vereint die verschiedenen Sprachen der Stämme in Eine höhere gemeinsame Zeichenwelt, in Eine Sprache für Auge und Ohr, welche das äusere Bild und zugleich das äusere Organ des ganzen Volklebens ist, diese Volkssprache ist aus den Sprachen der einzelnen Stammvereine harmonisch gebildet, sie enthält das Schönste einer jeden, nach einem höheren Ideale in Ein Ganzes gebildet; Reichthum und schöne Lebendigkeit der Sprache ist ein sicherer Zeuge der Gesundheit und Lebenfülle des Volks.
Also in gemeinsamer Sprache verbunden auf demselben geliebten Boden, wirken alle Stammvereine kunstreich ein auf die Natur nach Einem geselligen Plane, und streben ihr Land an Kraft, Fülle und Schönheit zu einem würdigen Bilde des ganzen Lebens der Erde, ja der Natur selbst zu erheben; durch zweckmässige Vertheilung der Kräfte und Werke sind sie mächtiger in der Natur als wenn die Stammvereine einzeln blos neben einander das Land bebaueten: sie empfangen von ihr reichere und herrlichere Gaben. Die als Volk lebenden Stammvereine widmen sich, wie Ein höherer Mensch, der gesammten menschlichen Werkthätigkeit, sie bilden Einen Bund für Tugend, für Recht, für Gottinnigkeit und Schönheit, welche wir genauer anschauen werden, wenn wir die werkthätigen Gesellschaften betrachten. Das Gebiet dieser Bestrebungen erweitert sich im Volke, so wie sich alle geselligen Verhältnisse und Güter vermehren. Das Volk bildet ferner Wissenschaft und Kunst und deren Harmonie als Ein organisches Ganzes, worein die selbständigen Bestrebungen der einzelnen Stammvereine als untergeordnete Theile lebendig aufgenommen werden; und auch hierin erringt das Volk eine höhere Eigenthümlichkeit in Ansehung des Gehaltes und in Ansehung der kunstreichen Gestaltung; und so wie die Sprache Bild des ganzen geistigen →

=126= Das Urbild der Menschheit
→ und leiblichen Lebens ist, so soll sie auch die dem Volke eigenthümliche Wissenschaft und Kunst in schönen Denkmalen festhalten, diese den kommenden Geschlechtern aufbewahren, und so das Streben aller vorigen Zeiten mit dem aller künftigen lebendig verketten.
Vorzüglich gross erscheint ein Volk in seiner Selbstwerkthätigkeit, in seiner Selbstbildung; denn es kann die Gesundheit und Fülle des eignen Lebens nur erhalten und erhöhen, wenn alle seine innern Gesellschaften, wenn alle seine Mitglieder dem Ideale des Volkes und ihren eignen Idealen gemäss sind und wachsen; diess aber kann nur geschehen, wenn alle Neugeborenen, wenn Männer und Frauen, wenn die sich stetig verjüngenden Stammvereine, Stämme, Familienvereine und Familien mit besonnener planmässiger Kunst vom Volke erzogen und ausgebildet werden. Daher gebührt es dem Volke, nach Einem Plane sich selbst als Ganzes, und alle seine organischen Theile, zu erziehen und auszubilden.
Also in sich selbst als Ein Wesen belebt, stellt sich das Volk auch dem höheren auf es einwirkenden Leben Gottes, der Vernunft und der Natur als Ein Wesen dar; es empfängt als Eine Person ihre höheren Einflüsse und erwiedert sie in Einer geselligen Thätigkeit, wozu es sich in seiner geselligen Gottinnigkeit würdig und geschickt macht.
So wie endlich alle Einzelne und Grundgesellschaften bis herauf zum Volke zum vollen Selbstbewusstsein gelangen, und als ganze Menschen leben sollen, so ist auch das Volk berufen als wahrhaft Ein Mensch in ganzer Gesundheit, vor und über der Trennung in seine inneren Glieder und Kräfte zu leben. Das Volk soll, in geselligem Fleisse, klares Bewusstsein der Menschheit, der ganzen menschlichen Bestimmung, des Ideales eines jeden Volkes, und seines individuellen Ideales insbesondere, erzeugen, und in dieser Anschauung seinen ganzen Lebenplan entwerfen: auf dass jedes seiner Glieder, jede seine Kräfte, jedes seiner Werke, gleichförmig und harmonisch als Theil Eines organischen Ganzen vollendet werde. Alles Menschliche soll gleichförmig besorgt, und unter alle einzelnen Menschen und höheren Personen ebenmässig, in Harmonie mit der Naturanlage des Landes und mit den Forderungen der Vernunft ausgetheilt werden. Diess gesellige Ganzleben des Volkes für alles Menschliche wacht darüber, dass die Einzelnen, dass die Grundgesellschaften, die werkthätigen und selbstwerkthätigen, die inneren und die äusseren Gesellschaften, jede für sich frei und selbständig leben, und zugleich als Ein Wechselleben in Liebe und Schönheit gedeihen, und zu Einer persönlichen Vortrefflichkeit des Volkes, als eines würdigen Bildes der ganzen Menschheit, zusammenstimmen, dass Tugend und Recht, dass Innigkeit und Schönheit im ganzen Lande gleichförmig und frei blühen und reifen. Nur in diesem Ganzleben des Volkes wird es möglich, dass das Volk wahre Eigenthümlichkeit gewinne; dass Ein Geist und Charakter alle seine →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =127=
→ Glieder, bis herab zu jedem Einzelnen, beseele, dass Alle nach einem gemeinsamen Ideale leben; dass Alle mit Allen in allseitigem Verkehr, in organischer Wechselwirkung stehen; dass das Einzelne im Ganzen, und das Ganze im Einzelnen wirke. In diesem Ganzleben vermag das Volk mit allen seinen Gliedern, und alle seine Glieder mit ihm, umzugehen, dass sie sich wechselseits gegenwärtig werden, und in voller Wechselwirkung Ein Leben seien.
Mit einer Freude erfüllt uns der Gedanke, wie im Volke, als in der höchsten Grundperson, die wir bis jetzt erkannten, keine untergeordnete Person aufgelöst, oder in ihrem Leben geschwächt und verdorben wird, sondern wie eine jede aus dem erhebenden Leben des Volks freier, reicher, schöner und freudiger hervorgeht. Jeder Einzelne wird gleichsam ein vielfacher Mensch; denn indem er das Leben seiner Familie, seiner Freundschaft, seiner freien Gesellschaft, seines Familienvereines, seines Stammes, seines Stammvereines und seines Volkes in sich aufnimmt, wird er stärker, als jemals eine noch so grosse Anzahl einzeln, blos nebeneinander, wirkender Menschen werden könnte; und er vermag es, auf das Leben aller höheren Ganzen wesentlich, erhebend und veredelnd, einzuwirken. Die Freundschaft gewinnt in dem höheren Volkleben, das sie umgiebt, und womit sie innig verbunden ist, stets neue Kraft und freiere, schönere Wirksamkeit. Die männliche und weibliche Menschheit, deren charaktervolle, eigenthümliehe Ausbildung die Ehe und die Familie als das innigste Heiligthum der Gesellschaft, stetig verjüngt, blüht immer schöner und lebenreicher aus dem höheren Leben der Familien, der Familienvereine, des Stammes, des Stammvereines und des Volkes hervor; und jedes Lebenalter, Kinder, Erwachsene und Greise, werden in diesen höheren Wechselwirkungen immer eigenthümlicher, immer schöner und liebenswürdiger.
Vorzüglich wird die freie Geselligkeit, als die gesellige und gemüthliche Darstellung der ganzen Individualität, im Leben des Volkes verherrlicht; schon in der grösseren Menge der Individuen, vielmehr aber noch wegen des allgemeinen Wachsthumes an höherem Geist und an reiner, inniger Empfänglichkeit, findet jede Wissenschaft und jede Kunst im Volke ihre Geweiheten, ihre zahlreichen Verehrer, ihr würdiges, dankbares Publikum: die vortrefflichsten Menschen jeder Art drängen auch um die Lebenmitte des Volks in der Hauptstadt und den landschaftlichen Städten; denn hier können sie den Stämmen, ja dem ganzen Volke gegenwärtig werden, und in reiner, menschwürdiger Lust ihre ganze Vortrefflichkeit entfalten. Die höhere Lebenkunst der freien Geselligkeit verbreitet sich mit allen ihren Freuden von der Hauptstadt über die landschaftlichen Städte, und selbst in den stillen, einfachen Wohnungen der Landleute finden sich die Spuren der höheren und edleren Volkgeselligkeit.
Auch der reinmenschliche Umgang gewinnt vorzüglich innerhalb des Volklebens an Innigkeit, Zartheit und Schönheit. Denn je inniger und vielseitiger das Leben →

=128= Das Urbild der Menschheit
→ eines Volkes, je freudiger alle seine inneren geselligen Vereine aufgeblüht sind, desto edler, zarter und schöner bildet sich in ihm die öffentliche Sitte des reinmenschlichen Umganges aus; desto vollständiger spiegelt sich in dieser der Charakter des ganzen Volkes, so wie der Landschaft, des Familienvereines und der Familie. Die allgemein menschliche, freie Geselligkeit eines Volkes ist die zarteste Blüthe seines Lebens; und die ihm eigne Sitte in Kleidung, in der allgemeinen gesellschaftlichen Sprache, und in dem ganzen geselligen Betragen, verdient von Jedem im Volke reine Achtung und kunstreiche Sorgfalt. Die allgemeinmenschliche Theilnahme an allen öffentlichen, grösseren und weniger grossen, Erscheinungen des Menschenlebens; der Anblick des unerschöpflichen Reichthumes von Individualität, der sich ihm in Gestalt, Mine, Bewegung, Kleidung und ofnem Verkehr unzähliger Menschen immer wieder darbietet, so oft er heraustritt in das öffentliche Leben; alles Diess ist jedem harmonisch gebildeten Menschen lehrreich, herzerhebend und wesentlich, um sein eignes Leben zu veredeln und zu bekräftigen, um seine Liebe und seinen Eifer für alle menschlichen Angelegenheiten zu erhöhn; um Vernunft und Verstand, um Neigung und Willen nach allen Seiten hin wirksam und kräftig zu erhalten.
Freie Geselligkeit der Völker, Völkerfreundschaft und Völkerverein
Jedes Volk kann und soll auf seine Weise die ganze Bestimmung der Menschheit umfassen, und ein treues vollständiges Bild der ganzen Menschheit sein. Dennoch waltet auch bei ihm ein eigenthümlicher Beruf, ein eigenthümliches Talent, oder doch ein bestimmter Kreis von Talenten vor, und alles übrige Menschliche bildet es in abnehmendem Verhältniss aus, so wie es sich von jenem herrschenden Beruf entfernt. Schon die Natur weckt durch die eigne Anlage des Volkgebietes, durch ihre Güter und durch Bedürfnisse, welche sie hervorruft, durch die Eigenthümlichkeit des Himmelstriches und der leiblichen Bildung, in einem jedem Volke ein bestimmtes vorwaltendes Streben. Ja die Vertheilung des gesammten Berufes der Menschheit einer Erde unter ihre einzelnen Völker ist zu ihrer höchsten und reichsten Vollkommenheit wesentlich.
Dieser Gegensatz der Völker bildet sich immer höher aus, je mehr Völker unter sich in Wechselwirkung kommen. Jedes Volk kann sich seinem vorwaltenden Berufe um so ausschliessender überlassen, und darin um so vortrefflicher werden, je vollkommner andere Völker, die es umgeben, die entgegengesetzten Vortrefflichkeiten ausbilden, welche ergänzende Theile der ganzen menschlichen Vollkommenheit sind, und je inniger sich diese für einander bestimmten Völker vereinen. Das eine Volk ist gross im Leiblichen und Natürlichen, das andere im Geistigen und Vernünftigen; das eine überwiegt in Wissenschaft, das andere in Kunst: und bei einem dritten sind diese Dinge im Gleichgewicht. Zwischen →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =129=
→ mehrere Völker aber, welche alle diese Gegensätze vollständig im Leben ausdrücken, tritt vermittelnd ein Volk, welches in reiner Liebe zu allem Menschlichen gleich stark hingezogen, in allen Theilen der menschlichen Bestimmung gleich gross, und ein gleichförmig ähnliches und vollständiges Bild der Menschheit ist. Völker, welche die Natur zu verschiedenem Berufe bestimmt hat, sind geneigt und fähig, sich in Ein höheres Ganzes zu vereinigen. Die mittelländischen Völker sind mehr dazu berufen, durch Ackerbau und reichen Gewerbefleiss die Segnungen der Natur und Kunst über ihre Nebenvölker zu verbreiten, die Küstenvölker dagegen sind mehr zum Handel geeignet, und dazu bestimmt, das Band der Völker über das Meer zu knüpfen; aber vorzüglich geschickt zu höherer Vereinigung sind solche Völker, welche dasselbe Binnenmeer kreisförmig umwohnen, welche mehrere zu einem Ganzen sich rundende Binnenländer erfüllen, oder auf benachbarten Inseln ihr Leben entfalten, die durch das Meer eher vereinigt, als getrennt werden.
So sehen wir aufs neue auch bei den Völkern die Gegensätze vollständig wiederkehren, welche alle untergeordnete Gesellschaften begründen, daher vereinigt auch jene dreifache Geselligkeit selbst die Völker. Denn auch sie schliessen unter sich als Völker freie Gesellschaft, Freundschaft und eine Vermählung ihres ganzen Wesens und Lebens, wenn sie sich auf benachbarten Naturgebieten in ihrer entgegengesetzten Eigenthümlichkeit anschauen und liebgewinnen. Die freie Geselligkeit beginnt, die Freundschaft folgt, und der allseitige Lebenverein vollendet; doch erlangt auch die Freundschaft und die freie Geselligkeit der Völker erst innerhalb des ganzen Lebenvereines derselben ihre höchste Ausbildung und Würde. Bei dem Beginnen und Ausbilden aller dieser Verhältnisse der Völker wirkt ihr gemeinsames Abstammen mit, so wie ihre Zusammensetzung aus verwandten Stämmen, und die gemeinsame aber doch wesentlich entgegengesetzte Beschaffenheit ihres Naturgebietes.
Das Verhältnis der freien Geselligkeit verbreitet sich von den Grenzen und von den Bekanntschaften einzelner Menschen und Familien, bis zu den nächsten Stämmen, dann über die einzelnen Stammvereine, und endlich über die ganzen Länder; und auf ähnliche Weise schwingt sich auch die Freundschaft bis zu den Völkern auf. Die freie Geselligkeit und die Freundschaft der Völker verhält sich an Grösse und Lebenfülle zu der, welche die Stammvereine verbindet, wie sich Völker zu Stammvereinen verhalten. Vorzüglich wichtig ist uns indess jene völlige Vereinigung mehrerer Völker in Ein Wesen und Leben, worin sie die nächsthöhere Grundperson und Grundgesellschaft der Menschheit über dem Volke bilden, welche eben so der ganzen Menschheit der Erde näher ist, als ihr Wohnsitz an Grösse dem festen Lande der Erde.
Sollen nun Völker, welche sich gleichförmig entgegengesetzt sind, in ihrem ganzen Wesen sich durchdringen, dass sie wirklich Eine höhere Person bilden, so →

=130= Das Urbild der Menschheit
→ müssen sich auch ihre Wohnorte auf ähnliche Art entsprechen, ihre Länder müssen nach ihrer Lage gegen die Sonne und nach ihrer ganzen Beschaffenheit von der Natur selbst als Ein höheres Ganzes bezeichnet sein, welches aus den Ländern der zu vereinigenden Völker als aus seinen ergänzenden Theilen besteht. Denn auch von den Völkern gilt das allgemeine Weltgesetz: je wesentlicher, gleichförmiger, vielseitiger, ausgebildeter der Gegensatz des Lebens, desto inniger und harmonischer ist seine Vereinigung. Völker, welche in Einen Völkerverein verbunden sind, sollen wie Eine Person sein, wie Ein Geist, Ein Leib, Ein Gemüth, Ein Verstand, Ein Wille, Eine Kraft; sie müssen daher alles Menschliche gemeinsam haben, und alles Menschliche muss in ihrem Vereine reiner, harmonischer, erhabner, vollendet werden. Ihre einzelnen Volkgebiete machen, schon natürlich betrachtet, ein Ganzes aus, welches in höherem Sinne in sich selbst befriedigt ist, als jedes einzelne Volkgebiet für sich; die vereinten Völker erkennen und bilden diess gemeinsame höhere Gebiet als Ein Ganzes, als Ein Eigenthum aller vereinten Völker. Stammvereine, Stämme, Familienvereine, Familien und einzelne Menschen, welche in dem grossen Völkervereine enthalten sind, — Alle haben daran gleiches Recht, Alle weihen ihm gleichen Fleiss, gleiche Liebe. Nach der Idee des ganzen Lebens der vereinten Völker, und nach den untergeordneten Ideen jedes Einzelnen von ihnen, nach den Bedürfnissen des Ganzen, so wie jedes seiner organischen Theile, wird das ganze Gebiet unter die vereinten Völker vertheilt: und obgleich jedes vereinte Volk auch in dieser Hinsicht ein selbständiges Ganzes bleibt, so ist doch Grund und Boden aller vereinten Völker Jedem von ihnen und Jedem seiner Individuen zu allseitiger Lebengemeinschaft zugängig, und zu allseitigem Lebenverkehr geschickt gemacht. Doch nicht das ganze Gebiet wird unter die einzelnen Völker vertheilt; sondern ein würdiger Theil desselben wird ausgesondert, dass er gemeinsamer Besitz Aller, als des Völkervereines selbst, bleibe, und dass sich auf ihm die vereinten Völker als Eine höhere Person in allseitig geselligem Wechselleben darstellen. Dieser dem Leben des Volkvereines geheiligte Ort ist in Vergleich mit jedem einzelnen Volkheiligthume um so grösser, um so erhabner und schöner angelegt, und das sich auf ihm entfaltende gesellige Leben ist umso reicher, als der Völkerverein umfassender an Individuen ist im Vergleich mit jedem einzelnen Volke, und um so inniger, als die Gegensätze des Lebens, welche die Geselligkeit der Völker begründen, im natürlichen und geistigen Leben entschiedener ausgesprochen sind. Auf diesem dem ganzen Völkervereine geweihten Orte erheben sich alle gemeinsame Heiligthümer der Werkthätigkeit für Tugend, Recht, Innigkeit und Schönheit, für Wissenschaft und Kunst und Selbstbildung, für äussere Geselligkeit, und für alles Menschliche als Ein Ganzes: alle diese Heiligthümer sind als ein wohlgeordneter Gliedbau gebildet, dessen Urbild uns deutlicher vorschweben wird, wenn wir den Standort der ganzen Menschheit einer Erde erreicht haben werden. Der gemeinsame Wohnplatz der vereinten Völker wird von ihnen in geselliger Kunst als Ein Ganzes angebaut; die Geschenke der gütigen Natur, die Erzeugnisse menschlicher Kunst werden als Ein Ganzes →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =131=
→ empfangen und erworben; jedes untergeordnete Ganze erhält davon seinen gerechten Theil, und wirkt an seiner Stelle auf eigenthümliche, im Ganzen wohl berechnete Weise zur Erhaltung und Erzeugung der Naturgüter. Da sich die Gebiete der einzelnen Völker, so wie die Völker selbst, in Charakter und Talenten entgegengesetzt sind, so sind auch auf ihrem vereinten Gebiete die Erzeugnisse der Natur an sich selbst mannigfaltiger und zusammengenommen vollständiger und befriedigender, und die Kunsterzeugnisse vielseitiger und eigenthümlicher; es beginnt in dem Völkervereine ein Austausch der Naturgüter und der Kunsterzeugnisse, der das Leben Aller erfreut, vervollständigt und beglückt, Alle erlangen in dieser innigen, kunstreichen Lebenvermählung, in diesem wundervollen Kreislaufe der Kräfte und der Güter, weit mehrere, grössere und schönere Gaben von der Natur, mit weniger Aufwand an Zeit und edleren Kräften, als sie erlangen würden, wenn sie ohne geselligen Plan, blos neben einander, das Land bebauten und dem Kunstfleisse sich widmeten. Ein Theil aller äusseren Güter und Kunsterzeugnisse wird als Eigenthum des ganzen Völkervereines, als ganzen Vereines, ausgesondert, und der Würde und Schönheit seines geselligen Lebens geheiligt.
Um einen Völkerverein zu bilden, dazu werden wenigstens zwei charaktervoll entgegengesetzte Völker erfordert, wovon jedes seine Ergänzung, zu vollendeter Menschlichkeit in dem andern findet. Die Vereinigung von drei Völkern aber, wovon das dritte einen harmonischen Charakter behauptet, ist vollkonmmener und vollständiger und da die Gegensätze des Menschheitlebens in verschiedenen Rücksichten mehrseitig sind, da auch die Natur in stetiger Aufsteigung mehrere Volkgebiete zu Einem bestimmt hat, da die Vernunft und die Natur hierin die höchste Mannigfaltigkeit darbieten, so sollen sich überall, ihrer Naturbestimmung und Vernunftbestimmung gemäss, so viele benachbarte Völker vereinigen, als erforderlich sind, dass sie ein vollständiges, der Menschheit auf Erden und zuhöchst der Menschheit im Weltall entsprechendes, Wesen und Leben sein. Je mehrere und je deutlicher ausgesprochne Gegensätze nun, und je gleichförmiger sie in ihm vereinigt sind, desto reicher wird ein Völkerverein an Leben und Schönheit, desto erschöpfender und erfolgreicher können sich seine Völker in die gesammte Bestimmung der Menschheit vertheilen, und alle einzelnen menschlichen Vortrefflichkeiten desto glücklicher und vollständiger erschöpfen; desto freier kann jedes der vereinten Völker sich der Ausbildung seines ganz bestimmten Berufs und Talentes überlassen, und desto eigenthümlicher, reizender und schöner können seine geselligen Werke sein.
Wie viele Völker auch in Ein Leben vereint sein mögen, so muss ihr gemeinsames Völkerheiligthum in der Kraftmitte ihres ganzen Gebietes liegen; also innerhalb desjenigen Volkgebietes, welches diese Mitte behauptet. Bei den allseitigen Darstellungen des geselligen Lebens, wozu sich alle verbündeten Völker hier versammeln, soll für ihre leiblichen und geistigen Bedürfnisse gesorgt sein, dass →

=132= Das Urbild der Menschheit
→ Naturschönheit und Vernunftschönheit diese geweihte Stelle verherrliche, dass alle Naturgüter hier im Überfluss sich finden. Desshalb bildet sich um dieses Völkerheiligthum eine Stadt des Völkervereines, welche bei untergeordneten Zuständen der Menschheit zwar zugleich die Hauptstadt des Volkes sein kann, dessen Gebiet das Völkerheiligthum umgiebt, nach den Gesetzen des vollendeten Organismus aber selbständig ist, und keinem der vereinten Völker ausschliessend gehört. Alle Völker des Vereines sind sich vollendet gleich an Würde und Leben, keines wird dem andern in ihrem Ganzleben vorgezogen; sie alle nehmen an dem höheren Ganzleben gleichen Antheil, obgleich das Volk, welches das Heiligthum des Volkvereines in seiner Mitte hat, dem Ganzleben des letzteren näher, also berufen ist, die äusseren Bedingungen desselben im Raume und in der Zeit zu besorgen. Was von der Hauptstadt jedes Volkes, das gilt in höherem Masse von der Hauptstadt des Volkvereines; in ihr durchdringen sich alle Gegensätze des einzelnen Volklebens in Eine Harmonie, welche sich zurück auf jedes der einzelnen vereinten Völker verbreitet.
Auch der Gegensatz der Sprachen gewinnt in dem Völkervereine eine höhere Ausbildung; auch die Sprachen der vereinten Völker durchdringen sich, ohne sich in einander aufzulösen. Jedem derselben ist die Sprache jedes anderen vertraut, und mit den Sprachen tauschen sie Gedanken und Empfindungen aus, und theilen sich ihr Eigenthümliches mit. Sofern sie aber in ihrem Vereine Ein höheres Leben leben, bilden sie auch in geselliger Kunst, eine ihnen allen gemeinsame Sprache aus, welche, die Vollkommenheit aller Sprachen der vereinten Völker vereinend, ein treuer Spiegel ihres höheren geselligen Lebens ist.
Alle Völker des Vereines bilden Eine gesellige Werkthätigkeit; sie streben gesellig, ihr Leben den Urformen der Tugend, des Rechts, der Innigkeit und der Schönheit gemäss zu vollführen. In wahrer Persönlichkeit sind sie Ein höheres sittliches Wesen, sie bilden Einen höheren Willen, und bestimmen ihr Leben nach den ewigen Gesetzen der inneren menschlichen Vollkommenheit. Das Rechtleben jedes einzelnen Volkes bildet nur ein organisch untergeordnetes Ganzes im Rechtleben des Völkervereines, welches alle Rechte aller untergeordneten Personen als Ein Recht in Einem geselligen Kunstwerke, in dem Einen Staate des ganzen Völkervereines belebt. Die gesellige Übung der Gottinnigkeit gewinnt im Völkerverein eine höhere Sphäre, einen höheren, würdevolleren Charakter, eine reichere und schönere Individualität; Gott, Vernunft und Natur offenbaren sich grösser und herrlicher im höheren Leben der vereinten Völker, und werden jedem einzelnen Volke, ja jedem einzelnen Menschen zu klarem Schauen, zu innigerer Liebe gegenwärtig; die vereinten Völker stellen sich ihnen als Ein höherer Mensch dar, sie verleihen den Völkern reichere und schönere Gaben, dass diese ein reinerer Spiegel, ein vollständigeres Ebenbild des Alllebens in Gott werden. Und so wie die vereinten Völker zur Anschauung umfassenderer und erhabnerer Schönheit in ihrer höheren Lebensphäre gelangen, so vermögen sie auch nun, in →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =133=
→ geselliger Kunst ihrem Ganzleben und jedem Theilleben desselben, die Würde höherer Schönheit einzubilden. —
Die Grundwerke der Menschheit, Wissenschaft und Kunst, und ihre harmonische Einheit, gehen als ein grösseres und reicheres Ganzes aus dem Leben des Völkervereines immer herrlicher hervor; das Gebiet der Erfahrung und der Umkreis des Kunstlebens, erweitern sich, und in immer höheren und vielseitigeren Gegensätzen leben die Keime immer höherer und reicherer Harmonien. Was jedes einzelne Volk wissenschaftlich erforscht und kunstreich gebildet, das vereint sich in Ein höheres Ganzes, nach dessen Gesetze der Plan der Forschung und des Kunstlebens eines jeden vereinten Volkes entworfen wird; dessen Reichthum sich über jedes derselben ergiesst, und die Eigenthümlichkeit desselben zu höherer Allseitigkeit ergänzt. Und so wie jedes Volk sich selbst gegenwärtig wird als Gegenstand stetiger Selbstbildung, so entsteht auch im Völkerverein ein höheres Selbstbewusstsein, ein höheres geselliges Streben, den Völkerverein, als Ein höheres Wesen, mit bewusster Kunst, immer reiner, lebenvoller und schöner auszubilden. In dieser höheren Selbstwerkthätigkeit lebt nun die Selbstwerkthätigkeit jedes Einzelnen der vereinten Völker; in dieser höheren Erziehung und Ausbildung gewinnt die Erziehung jedes untergeordneten Ganzen höhere Einheit, Mannigfaltigkeit und Harmonie, mächtigere Kraft und festere Haltung; jede untergeordnete Person, bis herab zu jedem einzelnen Menschen, ist mit dem Völkervereine unmittelbar als Zögling verbunden; der Völkerverein ist dessen höherer Lehrer, Erzieher, Ausbildner, welcher wie ein höherer Vater und Vormund kunstreich darüber waltet, dass seine Völker, seine Stämme, seine Familienvereine, und seine Familien, ihre Individuen in der Idee der Menschheit und dem individuellen Ideale des ganzen Vereines gemäss, erziehen und bilden, und dass ihre Selbstwerkthätigkeit dem höheren organischen Ganzen derselben im Völkerverein entspreche.
Die in einen Völkerverein vermählten Völker sind in Wahrheit Eine Person, Ein Geist, Ein Gemüth, Ein Verstand und Wille, Ein höherer Leib, Ein höherer Mensch: sie sollen daher nicht nur alles einzelne Menschliche gemeinsam haben, sondern auch zum vollen Bewusstsein dieser höheren Persönlichkeit gelangen, und wie Ein höherer ganzer, allgesunder Mensch leben; sie sollen sich dem Menschlichen in ihnen, als Einem organischen Ganzen, weihen, und alle einzelne Theile der menschlichen Bestimmung in diesem Ganzen im rechten Mass und Verhältniss, harmonisch unter sich und mit dem Ganzen, immer herrlicher vollenden. Sie bilden Ein höheres Ganzleben im Geiste der Menschheit des Weltall, als Theil und Glied derselben, für alles Menschliche, sie sind ein höherer Menshheitbund. Im geselligen, höheren und reineren Anschaun der Menschheit des Weltall, und des inneren Lebens Gottes, wird den vereinten Völkern das individuelle Ideal ihres Vereines klar, in ihm entwerfen sie gottinnig den grossen Plan ihres allgeselligen Wirkens, und vertheilen Personen und Kräfte und Güter, →

=134= Das Urbild der Menschheit
→ wohlgemessen nach Ort und Zeit, unter alle einzelne Theile und Verrichtungen ihres vereinten Lebens; sie beurtheilen und bilden jedes untergeordnete Leben in der Idee ihres Ganzlebens, gemäss ihrem höheren geselligen Ideale. In diesem Ganzleben des Völkervereines wird das Ideal desselben jedem Einzelnen seiner Völker, Stämme, Familienvereine, jeder einzelnen Familie, so wie jedem einzelnen Menschen, anschaulich und heilig, sie alle umfassen es mit Liebe und mit Eifer, und entfalten in, mit und durch das Ganzleben des Völkervereins ihr eigenthümliches Leben, zusammenstimmend in Eine freudenvolle Harmonie. In ihrem Zusammenleben werden alle untergeordneten Gegensätze entschiedener ausgebildet, und die Eigenthümlichkeit und Selbständigkeit, so wie alles untergeordnete Wechselleben, wird bestätigt, gestärkt und vollendet; Alles Untergeordnete gewinnt eine höhere Sphäre eigenthümlichen Lebens und Wirkens; die untergeordneten Sphären der geselligen Tugend, des Rechtes, der Innigkeit, der Schönheit, der Wissenschaft, der Kunst und der Selbstbildung leben ihr selbständiges Leben freier und harmonischer in den Ganzleben des Völkervereines für alle diese ewigen Ideen ohne Eigennutz, ohne Neid und Eifersucht, in Liebe und seliger Befriedigung, wie in Einer höheren Familie blühen alle untergeordnete Grundpersonen immer schöner auf; ihre Freundschaft und freie Geselligkeit, und ihre allseitige Lebenvermählung werden um so inniger, erhabner und schöner, als der Völkerverein an Lebenfülle, an Umgang und Schönheit jedes einzelne Volk übertrifft.
Die Menschheit kann nur in Übereinstimmung mit der Natur zu immer höheren geselligen Ganzen sich vereinen, und wo ein Völkerverein entstehen soll, da hat auch die Natur ihn vorbereitet. Das ewige Weltgesetz, wonach eben so die höchsten Weltsphären in Gott, als jedes letzte Theilwesen, geboren sind, das Gesetz, dass zwei gleichförmig in Einem höheren Entgegengesetzte sich zu Einem harmonischen Dritten, in mit und durch jenes Höhere vereinigen, — muss sich auch an der Bildung des festen Landes wiederholen, welches jeder dazu bestimmte Himmelskörper der auf ihm erblühenden Menschheit darbietet. Ein Ganzes des Landes trennt und entfernt sich in zwei die Kugel gleichförmig umfassende, ähnlich und doch allseitig entgegengesetzt gebildete Hälften, als Erdtheile der ersten Ordnung; sie bieten der Menschheit die höchsten entgegengesetzten Wohnorte, die höchsten Schauplätze charaktervoll entgegengesetzten Menscheitlebens dar, und von jedem dieser höchsten Theile des Erdlandes erstreckt sich Ein Hauptzweig nach dem begegnenden Hauptzweige des anderen hin, ein drittes Land von harmonischem Naturcharakter bildend, worin auch die beiden höchsten sich entgegengesetzten Ganzen der Menschheit sich zu Einem harmonischen Wechselleben als die Eine Menschheit dieses ganzen Himmelkörpers begegnen. Diess Gesetz der Dreitheilung wiederholt sich dann in jedem der ersten Theile des Erdlandes, und bildet in ihnen Erdtheile der zweiten absteigenden Ordnung, welche die Gestalt und alle Lebenverhältnisse der ersten Theile in eigenthümlicher Beschränkung nachahmen, auf welchen sich auch das →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =135=
→ Leben der ganzen Menschheit des Himmelkörpers im verjüngten, treuen, aber eigenthümlichen, Bilde wiederholt. Auch diese Theile der zweiten Ordnung folgen demselben Gesetze; ja bis zur Bildung jedes einzelnen Berges und Thales herab sehen wir die Natur diesem ewig gleichen Urbilde folgen. So sehen wir das Gesetz der Gestaltung und inneren Theilung der Menschheit schon in der Natur ausgesprochen, und nach den Zahlen Drei, Neun und denen, die in dieser Reihe liegen, wesentlich geordnet. Die Anzahl der Völker eines Erdtheils ist mithin nicht willkürlich, sondern durch den Weltbau selbst bestimmt; die Anzahl und die Verbindung der Stufen, auf welchen die einzelnen, einen Himmelkörper bewohnenden Menschen, in Familien, Familienvereine, Stämme, Völker und Völkervereine sich in die Menschheit Einer Erde versammeln, sind durch die Stufen vorgebildet, nach welchen die Natur diesen Grundpersonen Wohnorte bereitet. — Und so wie die Natur in Allem Einheit mit Mannigfaltigkeit und Harmonie, ewige Gleichförmigkeit mit Lebenfülle und Eigenthümlichkeit vereint, so bieten ihre Himmelkörper in ihrem festen Lande, nach jener allgemeinen Dreitheilung, den höchsten Reichthum der Gestaltung in allen ihren Theilen dar, so, dass ein solcher Bau im Weltall nur einmal, und jeder in eigenthümlichem Leben und Schönheit vorhanden ist. Auch das Geisterreich folgt in seinem selbständigen Bilden den gleichen Gesetzen alles Lebens, und eine völlig ähnliche Eintheilung des Geisterreiches entspricht den Naturabtheilungen der organischen Gattung. Daher ist auch die Anzahl der Völker, welche sich in einen Völkerverein verbinden, auf keinem Himmelkörper und auf keinem seiner Theile willkührlich; sondern Vernunft und Natur erschöpfen in, mit und durch Gott, nach allgemeinen, sich ewig gleichen Gesetzen, auch hierin unendlichen Reichthum individueller Gestaltung.
Fassen wir die Menschheit des Weltall als Ein ewiges Ganzes, als Ein zeitewiges Leben ins Auge, so ist ihre ewige Idee mit ihr selbst als dem Einen Individuum seiner Art völlig gleich; die Allmenschheit ist ihre eigne, ganze Idee. Doch, ewig gleich in sich selbst, entfaltet sie in dem kreisenden Leben ihrer unendlich vielen einzelnen Menschen sich selbst, sie verjüngt sich ewig in sich selbst, vereint die Einzelnen in immer höhere Ganze, und nimmt sie in sich selbst zurück. So wie der Einzelne aus dem innigen Lebenvereine des Mannes und des Weibes hervorgeht, so wird jedes höhere gesellige Ganze, obgleich durch die Vereinigung Einzelner aufsteigend gebildet, dennoch in höheren Ganzen, und in ihrem Wechselleben, gehalten und vollendet. Auch Familien, Stämme, Stammvereine, Völker, Völkervereine, Erdtheilvölker, Menschheiten einzelner Himmelkörper werden geboren, erzogen, wachsen, blühen, reifen, sterben, wie einzelne Menschen; und kein untergeordneter Verein, kein einzelner Mensch kann sich seiner höchsten Vollendung auf einer Erde eher erfreuen, als bis auf ihr die Menschheit als Ein organisches Ganzes geboren ist und sich harmonisch und gottinnig, im Lebenvereine mit höheren Ganzen des Weltlebens in Gott, ausgebildet hat; bis dahin gedeiht das untergeordnete Leben nur in immer untergeordneterer, regerer →

=136= Das Urbild der Menschheit
→ Weltbeschränkung, welche der ganzen Weltbeschrän-kung, wovon die auflebende Menschheit eines Himmelkörpers umschlossen wird, nach allen Seiten ähnlich ist.
Bevor die Menschheit eine Erde gleichförmig, harmonisch und charaktervoll mit ihren Individuen erfüllt, so lange sich noch neue Wohnorte werdenden Völkervereinen, Völkern, Stämmen, Familienvereinen und Familien darbieten; so lange werden neue Völker aus Völkern und Stämmen erzeugt, und in das Leben der Mitlebenden aufgenommen; so lange waltet über einzelne Völker und Erdtheilvölker das schreckenvolle Verhängniss, im Kampfe des Lebens als Kinder und in der Blüthe des Alters zu unterliegen; so lange stellt diese Erde das widrige Schauspiel des Völkerstreites und Völkermordes, und alle Stufen der theilweisen Lebenvereinigung dar; es finden sich auf ihr Völker, welche sich zuerst freigesellig zu berühren beginnen, Völker welche schon in Freundschaft vereint sind, Völker welche schon einzelne Vermählungen des ganzen Lebens bilden; — bis alle Missverständnisse gehoben, bis alle Kämpfe befriedigt sind, bis Ein Band der Liebe und des Lebens alle Völker der Erde umschlingt, und sie Alle wie Einer in voller Harmonie und Schönheit zum Preise Gottes leben.
Hier nun, wo wir die Menschheit einer ganzen Erde in ihrer Reife betrachten, setzen wir voraus, dass die ganze Erde von den Menschen gleichförmig und verhältnissmässig bewohnt werde, und dass die höheren Grundpersonen gemäss der Naturanlage ihrer Wohnplätze sich ausgebildet haben. Auch die Anzahl der ineinander stufenweis enthaltenen Grundpersonen der Menschheit auf einer Erde ist nicht zufällig, sondern wie wir zuvor sahen in Natur und Vernunft vorbereitet. Nehmen wir nun unsere Erde, welche als ein Glied des ewigen Naturganzen, die allgemeinen Weltgesetze gleichfalls in der Bildung ihres zum Theil noch werdenden festen Landes ausdrückt, zum Beispiele, nicht zum Beweise; so finden wir, dass die Natur auf unsrer Erde eine zehnfache Abstufung der Grundpersonen gewollt hat, welche wir hier zum Theil schon erkannt haben, zum Theil noch betrachten wollen. Weisen wir auf unserem Erdlande dem Einzelnen, den Familien, den Familienvereinen, den Stämmen, den Stammvereinen, und den Völkern ihr entsprechendes Gebiet an, so kommt jedem Völkervereine ein Gebiet zu, welches mit den Gebieten seiner Nebenvölkervereine einen Erdtheil der zweiten Theilung ausmacht, wie Europa, Asien, Afrika, Nordamerika, Westindien, Südamerika, und die noch nicht so deutlich von der Natur ausgesprochnen drei Theile der Südinselwelt sind. Wir haben mithin noch drei höhere Grundpersonen zu betrachten, die Menschheit eines Erdtheiles der zweiten Theilung, die Menschheit eines Erdtheiles der ersten Theilung, und die Menschheit der Erde.

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =137=
Freie Geselligkeit und Freundschaft der Völkervereine und ihre Vereinigung in die Menschheit der Erdtheil der zweiten Theilung
So wie die Grundgesellschaften an Anzahl der einzelnen Menschen und an Grösse ihres Wohnplatzes sich erweitern, so gewinnt ihr Leben von allen Seiten an Umfassung, Gleichförmigkeit, Reichthum und Schönheit. Die Vollkommenheit des Lebens wächst nicht nur in demselben Verhältnisse als die Anzahl der Menschen und die Grösse des Wohnplatzes, sondern in einem weit grösseren und ganz von den erwähnten Verhältnissen verschiedenen. Denn die Natur entfaltet auf weiterem Gebiete nicht nur mehrere, sondern auch mehrartige Kräfte und Werke; und unter den mehreren Einzelnen findet sich ein grösserer Reichtum der geistigen und leiblichen Eigenthümlichkeit, welche nach geselligem Plane verbunden, und unter alle Zweige der menschlichen Bestimmung vertheilt, Mehreres, Vollständigeres und Schöneres leisten, als ihre blosse Anzahl andeutet. Mit jeder Erweiterung des Lebenkreises treten auch die Grundgegensätze des geistigen und des leiblichen Lebens noch entschiedener, in noch grösseren, sprechenderen Zügen hervor. Der Wohnplatz jedes Völkervereines umfasst schon einen bedeutenden Theil der Kugelkrümme; es findet mithin zwischen mehreren ein schon bedeutender Gegensatz der Wärme und Kälte, des Wechsels der Jahrzeiten, der Lage gegen die Erdmeere, mithin auch der ganzen organischen Schöpfung statt; und sie sind daher um so mehr aufgefordert, sich in einem solchen höheren geselligen Ganzen zu vereinen, welches ein nächsthöheres selbständiges Ganzes des festen Landes erfüllt; und wir nehmen an, diess höhere Gebiet sei ein nächster Theil eines Haupttheiles des Erdbodens, mithin einer von den neun ergänzenden Theilen desselben, welche durch neue Theilung der ersten Erdtheile gebildet werden. Ein jeder dieser Theile der zweiten Theilung ist vom grossen, in sich zusammenhängenden Erdmeer umfluthet und umfängt ein Binnenmeer des ersten Ranges, und Ein Haupthöhenzug bestimmt in seinen netzförmigen untergeordneten Verastungen seine untergeordneten Theile, und die Gestalt seiner Küsten; die Hauptrichtung seines Höhenzuges in Beziehung auf die Weltgegenden bestimmt grossentheils sein physisches Klima; und wenn durch gebirgige Höhen die Völkervereine, Völker, Stammvereine und Stämme mehr gesondert und von einander entfernt gehalten werden, so werden sie alle durch das den ganzen Erdtheil umflutende Erdmeer, durch das angrenzende Hauptbinnenmeer, und durch die untergeordneten Binnenmeere, so wie durch die aderähnlichen Labyrinthe der Flüsse, unter sich, und mit höheren Ganzen der Menschheit, welche die Kunst die Luft zu beschiffen eben so vollendet hat, als die auf den Meeren zu segeln, hören auch die Höhen und Gebirge auf, so schwer zu besiegende Völkergrenzen zu sein.
Benachbarte Völkervereine, welche durch Natur und Vernunft berufen sind, einen noch höheren Verein zu schliessen, knüpfen unter sich die Bande der freien →

=138= Das Urbild der Menschheit
→ Geselligkeit und der Freundschaft, und vermählen endlich ihr ganzes Leben in Eine selbständige höhere Person, in Einen höheren Menschen. In der werdenden, die Erde nach und nach gleichförmig bevölkernden, Menschheit geht einer höheren Lebenvermählung mehrerer Völkervereine Streit um Selbständigkeit voraus; dieser Streit wechselt dann mit freigeselligen Verhältnissen ab, hierauf bilden sich freundschaftliche, und erst dann, wann aller Streit in seinen innern Quellen versiegt ist, vereinigen sie sich in ihrem ganzen Leben in Eine höhere Person, und hierin gewinnt auch ihre freie Geselligkeit und Freundschaft die höchste Vollendung. Alles nun, was von dem Völkervereine, so wie von jedem untergeordneten Vereine als selbständiger und geselliger Person gilt, das bewährt sich auch bei der Menschheit eines untergeordneten Erdtheiles. Die in ihr sich durchdringenden Völkervereine haben alles Menschliche gemeinsam; sie leben wie Ein gesunder, harmonisch gebildeter Mensch. Den ganzen Erdtheil, welchen sie bewohnen, erkennen und bebauen sie als ein selbständiges, der ganzen Erde wohlverbundnes Ganzes; er ist ihr gemeinsames Grundeigenthum, welches nach Natur- und Vernunftgesetzen, gerecht und zum allgemeinen Besten unter die einzelnen Völkervereine vertheilt ist. Eine Landschaft aber wird davon als bleibendes Gemeingut ausgesondert und dem Ganzleben des Erdtheilvolkes gewidmet. Wie sich diese Erdtheilmenschheit zum Völkervereine, so verhält sich das Heiligthum seines Ganzlebens zum Heiligthume jedes Völkervereines; es soll die Kraftmitte des Erdtheils einnehmen, mithin in der Mitte des mittelsten Völkervereines gelegen sein, und in ihm soll sich das ganze gesellige Leben des Erdtheiles, als Ganzleben frei gestalten; denn ihr geselliges Leben ist zwar überall auf ihrem ganzen Gebiete gegenwärtig, aber jenes Heiligthum ist die Mitte, von wo es ausgeht, wo es als Ganzes sich bildet, und wo alle die Menschen leben, denen die Anordnung, Regierung, und die höchsten Verrichtungen des geselligen Lebens der ganzen Erdtheilmenschheit vertraut sind. Auch in Ansehung der Sprachen haben nicht nur alle Völkervereine desselben Erdtheiles einen ähnlichen Charakter, sondern sie durchdringen sich auch zu einem höheren Ganzen, welches alles Gute und Schöne der einzelnen Sprachen gesellig und harmonisch vereinigt. Der werkthätige Fleiss für Tugend, für Recht, für Innigkeit und Schönheit gewinnt im Leben einer jeden Erdtheilmenschheit eine höhere Sphäre; sie lebt wie nach Einem sittlichen Willen, frei und schön, nach Einem geselligen Lebenplane; sie bestimmt ihr Leben nach der ewigen Weltidee des Rechtes als Ein organisches Ganzes, worin das Recht jedes Völkervereines, jedes Volkes, jeder untergeordneten Grundgesellschaft, so wie das Recht jedes einzelnen Menschen als ein untergeordneter, selbständiger aber dem Ganzen wohlverbundner Theil bestimmt, gebildet und erhalten wird; in Einer geselligen Innigkeit bildet sie sich zu höherem allseitigen Lebenvereine mit Vernunft, Natur und Gott: und in Einer Liebe und Sorgfalt gestaltet sie ihr ganzes Leben nach der ewigen Idee der Schönheit. Wissenschaft und Kunst und ihre Harmonie gehen als ein höheres charaktervolleres, reicheres und schöneres Ganzes aus dem geselligen Fleisse der Menschheit eines ganzen Erdtheiles hervor; der Einzelne weiss und schafft in →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =139=
→ Kraft und im Geiste der ganzen Erdtheilmenschheit, und diese eignet sich dankbar Alles an, was der Einzelne, was untergeordnete Gesellschaften Wahres, Gutes und Schönes zur Verherrlichung des Ganzen darbringen. Die ganze Erdtheilmenschheit übt an sich selbst und an jedem ihrer organischen Theile, bis herab zum einzelnen Menschen, Erziehung und Ausbildung, nach einem geselligen Plane, und nimmt auch die erziehenden und ausbildenden Einflüsse aller untergeordneten Gesellschaften und jedes Einzelnen in sich selbst zurück. So wie endlich jeder einzelne Mensch und jeder Verein zuförderst sich sein selbst als eines ganzen ungetheilten Wesens bewusst werden, seine ganze Bestimmung erkennen, und als ein ganzes und harmonisches Wesen im Geiste der Menschheit leben soll, so beruht auch der Verein der Völker in die Menschheit eines untergeordneten Erdtheiles darauf, dass sie als Ein höherer allgesunder Mensch zusammen leben. Die Menschheit eines jeden Erdtheiles der zweiten Theilung soll mithin das Wesen und die Bestimmung der ganzen Menschheit erkennen, und in derselben ihren eigenthümlichen Beruf, ihr eigenthümliches Ideal anschauen; sie soll alle ihre Personen und Kräfte gleichförmig in alle Zweige der menschlichen Bestimmung vertheilen, und darüber wachen, dass sich ihr ganzes Leben als Ein organisches Ganzes entfalte; jede untergeordnete Gesellschaft, ja jeder einzelne Mensch soll im Geiste dieses höheren Ganzen leben, sich nach Verhältniss seines individuellen Berufes allseitige Anschauung des Erdtheiles und des ganzen Lebens der auf ihn vereinten Völker erwerben, und indem das Ganze allen seinen Theilen, und alle Theile sich untereinander und dem Ganzen lebendig gegenwärtig werden, blüht das Ganze und in ihm jeder seiner Theile immer herrlicher und schöner auf. In diesem höheren Leben ist die Selbständigkeit jeder untergeordneten Person, und jede untergeordnete Lebenharmonie nicht aufgehoben, kein innerer Gegensatz ist vernichtet; sondern alles Untergeordnete wird in seine eigenthümliche Sphäre eingesetzt, bestätigt, gesichert, und alle seine Harmonien mit allen Nebentheilen im Ganzen werden gebildet, und mit gleicher Sorgfalt gepflegt. Je grösser und erhabner und schöner das Ganze ist, worin alle untergeordnete Personen leben, desto mehr können sie sich der Ausbildung ihrer eigensten Talente weihen, ohne Gefahr dadurch einseitig zu werden und zu erkranken, und irgend etwas Menschliches zu verlieren; denn jede andere einzelne Vortrefflichkeit bietet sich ihnen gleich hoch gebildet im Ganzleben der vermählten Völkervereine dar, worin alle einzelnen Personen und Kräfte über alles Menschliche symmetrisch vertheilt sind, und alles Einzelne in Ein charaktervolles, individuelles Leben zusammen stimmt, welches alle in ihm vereinte Kräfte und Gesellschaften, als Einzelne, weit übersteigt. Eine gleichförmigere und eben dadurch charaktervollere Bildung verbreitet sich durch alle Theile dieses grossen Lebenganzen bis zum einzelnen Menschen herab; denn je vollständiger dem Menschen das ganze Menschheitleben dargestellt wird, je mehr er von aussen das empfangen kann, was er nicht selbst zu erzeugen vermag, desto reicher und gesunder gedeiht sein eignes charaktervolles Leben, ein desto reineres und vollständigeres Ebenbild der ganzen Menschheit wird er. Auch alle →

=140= Das Urbild der Menschheit
→ freigeselligen Verhältnisse und die Freundschaft gewinnen in diesem höheren Lebenganzen an Innigkeit, und gewähren höhere Wonne; denn nicht nur die zur Menschheit eines Erdtheiles vereinten Völkervereine umfassen sich mit erhabner Liebe der Freundschaft und der freien Geselligkeit, sondern von dem Ganzen aus ergiesst sich Leben und Freude über die Geselligkeit aller in ihm lebenden Völker, Stämme, Familien und einzelnen Menschen; schon die erhöhte Hervorbringung und die allgerechte Vertheilung aller Naturgüter erhöht die Freuden, noch mehr aber innerlich die höhere Einheit des ganzen Lebens, worin sie wie Ein Herz und Eine Seele sind.
Freie Geselligkeit und Freundschaft der Menschheiten auf Erdtheilen der zweiten Theilung, und Verein derselben in Menschheiten auf Erdtheilen der ersten Theilung, oder auf den Haupterdtheilen
Jeder Erdtheil der zweiten Theilung ist ein in sich abgeschlossnes, selbständiges Ganzes, und die ihn bewohnende Menschheit ist Ein umfassendes allseitig gebildetes Leben; dennoch bilden sich auch in ihnen jene Grundgegensätze, welche der Natur und der Vernunft Eigenthümlichkeit, Charakterfülle und Liebenswürdigkeit verleihen, aufs neue, in höherem Masse und entschiedener aus, und sie werden dadurch höheren Wechsellebens empfänglich und bedürftig. Die Natur verleiht jedem Erdtheile der zweiten Theilung einen eignen, in seiner Art einzigen Charakter, und zwar diess, vermöge der Kugelgestalt und der schiefen Neigung der Erdachse gegen die Ebene ihrer Bahn um die Sonne, so vollständig, dass in dem Gemälde aller möglichen Gegensätze und harmonischen Zwischenglieder der Klimaten, der Gestalt und Lage der Länder gegen die Pole, gegen den Erdgleicher und gegen die Atmosphäre und das Erdmeer, kein einziges Glied, kein einziger Zug vermisst wird. Unsere Erde mag uns hier in diesen allgemeinen Grundzügen zum Muster der Bildung des festen Landes dienen; unbeschadet der unendlichen Mannigfaltigkeit der Gestaltung, welche sich auf allen anderen Himmelkörpern entfaltet. Wir sehen auf unserer Erde je drei Theile des festen Landes auf ähnliche Weise sich zu drei Erdtheilen der ersten Theilung vereinigen, welche Ein auf der ganzen Kugel ebenmässig und sinnvoll angelegtes Ganzes des festen Landes, in gleichförmigem Gegensatze gegen das Erdmeer und die Atmosphäre, bilden. Jeder dieser drei Haupterdtheile ist durch Einen Haupthöhenzug bestimmt. Zwei Haupthöhenzüge, welche in schiefem Bogengange von Pol zu Pol gehen, in der Nähe des Erdgleichers aber ihre obere und untere Hälfte verbinden und dem Meere freieren Eingang gestatten, bilden die zwei sich entgegengesetzten Haupttheile des Erdlandes. Diese beiden grossen Bogengänge der Landhöhen sind um den Nordpol vereinigt, entfernen sich von da von einander, kehren ihre Hohlungen, ihre zwei entprechenden nach derselben →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =141=
→ Seite hin hohlen Hauptbogen, gegen einander, und entfalten, in entsprechender Verzweigung der Höhen innerhalb der Hohlungen ihres Bogenganges, jeder zwei Hälften, wie zwei grosse Blätter, von ähnlicher Bildung mit ähnlich sich gegenüberstehenden Küsten, und bilden so ein kleineres Erdmeer zwischen ihnen da, wo sie sich nahen und die entsprechenden Zweige gegen einander kehren, und ein grösseres auf der andern Seite der Kugel, wo sie, von einander abgewandt, sich die erhabnen Seiten der Bogengänge ihrer Haupthöhen einander zukehren und sich von einander am meisten entfernend ein jeder in sich abgeschlossen erscheinen. Dadurch, dass sie den Nordpol, den ihre Haupthöhenzüge gleichsam überflügeln und amphitheatralisch umgeben, innerhalb jenes Erdmeeres befassen, worin sich ihre gegeneinander gekehrten Hauptabdachungen zusammen neigen, erweisen sich beide als Ein Ganzes; dadurch fällt die Stelle der ersten Theilung eines jeden von ihnen in zwei Hälften, über den Erdgleicher herauf nach Norden, dadurch wird die nördliche Halbkugel reicher an Land, als die südliche, und die südliche, wo die Landspitzen dieser beiden Haupterdtheile fast nur den vierten Theil der Kugelrundung von einander entfernt sich ins ofne Meer erstrecken, ein freies Gebiet der Gewässer. Die beiden Theile eines jeden dieser beiden Haupttheile der Erde, schicken innerhalb der hohlen Seiten ihre Haupthöhen zwei untergeordnete Höhenzüge gegen einander aus, welche, sich begegnend, ihren dritten die beiden ersteren vereinigenden Theil bilden; der Naturcharakter desselben ist aus dem Naturcharakter der beiden ersteren harmonisch gemischt, seine Gestalt ist zusammengesetzter, und er verkettet das Leben der beiden ersteren, die sich wesentlich entgegen gesetzt sind, vorzüglich durch das zweigetheilte Binnenmeer, welches, als die Mitte des Lebens des ganzen Haupterdtheiles von den Küsten jedes seiner drei Haupttheile umringt ist. So ist jeder der ursprünglichen Haupttheile des festen Landes ein in sich vollendetes dreigliediges Ganzes. Doch bilden sie gegeneinander einen in allen Naturbestimmungen entschiedenen Gegensatz; der Eine ist reicher an Land, die Hauptrichtung seiner Höhe mehr von Ost nach West, schmäler von Nord nach Süd, länger von Ost nach West, ärmer an Wasser, älter und ausgebildeter; der andere dagegen hat die Hauptrichtung seiner Höhe mehr von Norden nach Süden, ist schmäler zwischen Osten und Westen, länger zwischen Norden und Süden, ärmer an Land, reicher an Wasser, jünger und noch nicht in allen untergeordneten Gliedern ausgebildet: Jeder von Beiden ist eigenthümlich in den vororganischen Bildungen, so wie im Pflanzenreich und Thierreich: beide mithin zur Vereinigung ihres entgegengesetzten Lebens, zum Austausch ihrer Naturerzeugnisse von der Natur bestimmt, und durch die Lage ihrer Theile und Küsten dazu ermuntert, beide sind ein selbständiger Schauplatz charaktervollen Menschheitlebens, welches, sich wie Männliches und Weibliches entgegengesetzt, berufen ist, sich in Ein ganzes Menschheitleben auf Erden zu vermählen, alle Menschen in Einen Menschen zu versammeln, und wie in der höchsten Ehe die höchste Familien auf Erden zu bilden. Auch zu diesem höchsten Lebenvereine sind die Menschen durch die Natur berufen, welche ihnen einen dritten, den beiden entgegengesetzten →

=142= Das Urbild der Menschheit
→ Haupttheilen des festen Landes gleich nahen Wohnplatz in dem dritten Haupttheile des Erdlandes zubereitet hat. Denn gerade an den Seiten, wo sich die beiden ersten Haupttheile von einander am meisten entfernen, und, indem sie sich die erhabne Seite der Hauptrichtunglinie ihres Höhenzuges zukehren, am meisten von einander abgewandt sind, sendet jeder von ihnen einen untergeordneten Höhenzug zwischen Osten und Westen nach dem andern hin, welche beide ihre hohle Seite gegen einander und aufwärts nach Norden wenden, und ihr Land in dem harmonisch schönen tropischen Erdstriche diesseits und jenseits des Erdgleichers, das meiste zwar in dem südlichen, entfalten. Indem sie so das Gleichgewicht des festen Landes und des Gewässers auf der südlichen Halbkugel herstellen, ist ihr Land von den beiden entgegengesetzten Haupterdtheilen von zwei Seiten zugängig; einmal von dem kleineren Erdmeer aus, welches als das grösste Binnenmeer der Erde ihre sich zugekehrten und wechselseits sich eröfnenden Seiten verbindet, um ihre südlichen Land-Enden herum; sodann aber unmittelbar von allen den Küsten beider aus, welche durch weites Meer getrennt in diesem dritten Haupttheile ihre Lebenvereinigung finden. Überwiegt nun in dem einen Haupterdteile der Kreislauf der Gewässer, in dem andern dagegen das feste Land, so stellt sich auf diesem dritten beides in vollem Gleichgewichte dar; selbst in der Pflanzen- und Thierwelt, zumal in dem diesen Haupttheile eigenthümlichen schon gereiften, Bildungen, zeigt sich die harmonische Vereinigung aller Gegensätze des Landes. — Dieser dritte harmonische Erdtheil ist bestimmt, das ganze Leben der Natur und der Menschheit in voller, allstimmiger, gleichförmiger Harmonie auf einer paradisischen Inselwelt einst in sich zu fassen. Der obere Theil des grossen Erdmeeres ist rundum mit den weit abgewandten Küste der beiden ersten Haupttheile und dem schönen Gürtel des dritten Erdtheiles umgeben, und wird einst alle drei Haupterdtheile zu Einer seligen Lebenharmonie verbinden. Diess grösste Erdmeer ist der einzig richtige Standort, von wo aus das Leben der Erde und der Menschheit als Ein organisches Ganzes erscheint; — von ihm aus erblicken wir die alte Erde. Asien, Afrika und Europa gegen Abend, Amerika gegen Morgen; und Australien gegen Mittag, und sehen das feste Land der Erde aus einem Abendlande, einem Morgenlande und einem Mittaglande bestehen. — Ist auf unserer Erde der zweite Haupterdtheil, welcher mehr von Norden gen Süden sich erstreckend das Übergewicht des Wassers über das Land ausdrückt, sichtbar der jüngere, und noch nicht in allen seinen Gliedern vollkommen ausgebildet, so ist um so mehr dieser dritte noch im Bilden seines ganzen Lebens begriffen, welches sich nur erst in seinen Hauptinselgruppen freudig erhalten hat. Die Natur folgt hierin dem ewigen Weltgesetz alles Lebens, dass in Einem sich zuerst zwei Glieder des gleichförmigen Gegensatzes nach einander entfalten, und sich sodann im Wachsthume ihres Lebens zu Einem Dritten vereinigen, und dann erst die Harmonie des ganzen lebenden Wesens vollenden. So stellt die Erde in ihren drei Haupttheilen zugleich auch alle Alter ihres Lebens dar; in dem Einen die Jugend, im andern die Kindheit, im dritten die Frühzeit des Lebens, und im Ganzen die beginnende Jugend eines Erdenlebens.

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =143=
Das Leben der Natur entfaltet sich in gesetzmässiger Abstufung: erst wird das Vororganische ausgebildet; nachdem dessen erhabne Gegensätze und ihre streitenden Urkräfte besänftigt sind, erhebt sich am Grunde des Meeres und auf dem meergebornen Lande das stille, heitre Pflanzenleben im harmonischen Spiele der Farben; dann regt sich das freie Leben der Thierwelt, und fügt zum Farbenschmucke der Pflanzen die Allbewegung der Glieder, und das Leben empfindungsvoller Töne; und der Mensch, das innerste Heiligthum der Welt, das vollständigste Ebenbild Gottes, der Natur und der Vernunft, betritt zuletzt des Lebens Schauplatz als ein Freund und Liebling Gottes, als ein Freund und Meister alles Lebendigen. Wird einst das Leben der Erde, den Bau des festen Landes vollführt, die Ausbildung der Pflanzen- und Thierwelt harmonisch und gleichförmig vollendet haben, dann werden auch die Menschen im vollen Bewusstseyn ihres Wesens und ihrer Bestimmung, in reiner Liebe in Eine gottinnige Menschheit versammelt, das Werk der Vernunft und der Natur auf Erden krönen und vollenden, und in seliger Harmonie mit Gottes höheren Einflüssen, ein nicht goldnes, sondern wahrhaft menschliches und — göttliches Zeitalter beginnen, und so lange selig leben, als das Alter dieser Erdgestaltung nach Natur und Vernunftgesetzen währet; und diess ihr reifes, erwachsenes Alter, worin sie sich des harmonischen, freien Spieles aller ihrer Kräfte, als Ein mit Gott, Vernunft und Natur innig vereinter Mensch, erfreut, wird länger dauern, als die Zeit ihrer Kindheit und Jugend. Dann wird die Kraftmitte ihres Lebens der dritte harmonische Erdtheil seyn, und das Leben der beiden entgegengesetzten Erdtheile wird in voller Blüthe stehen; die obere Hälfte des grösseren Erdmeeres verbindet dann die drei Haupttheile des Erdlandes zu allseitiger harmonischer Wechselwirkung.
Da wir die Menschheit der Erde hier in ihrer vollendeten Ausbildung betrachten, so setzen wir voraus, dass ihre drei Hauptländer schon gleichförmig bevölkert, und von eigenthümlichem Menschheitleben erfüllt sind, und beschreiben das sich auf ihnen entfaltende selbständige und gesellige Leben. Wie von dem abendlichen Haupterdlande aus, in stetem Fortschritte der Bildung, alle Haupterdlande bevölkert werden, wie die von der Lebenmitte des ersteren sich nach allen Weltgegenden kreisförmig verbreitenden Menschenstämme sich zuerst in dem morgenlichen Haupterdlande in entgegengesetzter Richtung begegnen, und wie, wenn das Menschheitleben auf letzterem verhältnissmässig gereift ist, sich die Menschheiten des abendlichen und morgenlichen Haupterdlandes vereinen, wie endlich diese Entwicklung der Menschheit an Anzahl, Vertheilung und Lebenfülle mit der fortwährenden Ausbildung des ganzen Erdlandes durch die Natur, gleichförmig und in entsprechenden Perioden fortschreitet, so dass die Vollendung des Menschengeschlechts mit der Vollendung seines Wohnorts zugleich eintritt: alles Diess ist ein würdiger Gegensatz wissenschaftlicher Betrachtung, es ist die Aufgabe der Geschichtwissenschaft der Menschheit einer Erde.

=144= Das Urbild der Menschheit
Wir haben uns bis zur Anschauung der Menschheit eines Haupterdtheiles oder eines Hauptlandes der Erde erhoben, und die allgemeinen Weltgesetze, so wie der Anblick unserer Erde als eines lebendigen Beispieles, haben uns gelehrt, dass, der Naturanlage des festen Landes zu Folge, die Menschheit der Erde bestimmt ist, aus drei höchsten Theilen zu bestehen, welche, auf selbständigem Gebiet ihr charaktervolles, eigenthümliches Leben entfaltend, Ein vollständiges höheres Lebenganzes, zu bilden bestimmt sind.
Auf jedem der drei Haupterdtheile leben drei Völkerganze welche die Erdtheile der zweiten Theilung bewohnen, und aus mehreren Völkervereinen gebildet werden. Alle Gegensätze des Lebens bestehen zwischen den drei Erdtheilmenschheiten der zweiten Theilung und berufen sie zu freier Geselligkeit, zu Freundschaft und zu allseitiger Vermählung in Ein höheres Lebenganzes, worin sie die Menschheit eines Haupterdtheiles sind. Alles was wir an jeder untergeordneten Erdtheilmenschheit erkannten, gilt von ihrer Lebendurchdringung in Eine höhere Person, nur in höherem Maasse; denn mit dem allseitig erweiterten Gebiete wächst auch das Leben selbst an Fülle, Kraft und Gesundheit. Die in Eine Menschheit eines Haupterdtheiles vereinigten Menschheiten der zunächst untergeordneten Erdtheile leben wie Ein höherer Mensch; sie vertheilen und bilden ihr Gebiet als Ein Ganzes unter sich als unter Eine Person, und heiligen eine würdige Stelle in der Mitte desselben, für die Entfaltung ihres Ganzleben; der Völkerverein der mittleren Erdtheilmenschheit umfasst das höhere erhabnere Heiligthum des ganzen Haupterdtheiles, und von hieraus verbreitet sich die Einheit, die Harmonie und die Charakterfülle ihres Ganzlebens über alle untergeordnete Erdtheilmenschheiten, Völkervereine, Völker, Stammvereine, Stämme, Familienvereine, Familien und einzelne Menschen; hier bildet sich das Leben Aller wie Eines, sie werden wie Ein Geist, wie ein Leib, Ein Verstand, Ein Wille, Ein Lebenkünstler, Ein Herz und Eine Seele. Ihre höhere Lebeneinheit spiegelt sich treu in der Sprache des Haupterdtheils, denn nicht nur die einzelnen Sprachen aller untergeordneten Personen bilden ein allgliediges, vollständiges Ganzes mit gemeinsamem Charakter, sondern die Menschheit jedes Haupterdtheiles ist berufen, eine Sprache auszubilden, welche ihr, als höchster Person, als Ausdruck ihres Ganzlebens eigen ist, welche die wesentlichen Vollkommenheiten aller ihrer untergeordneten Sprachen in sich vereinigt, und allen vereinten Völkern vertraut ist. — Die Natur bietet auf jedem Haupterdlande eigenthümliche, reiche Gaben mit erschöpfender Vollständigkeit dar; denn jedes Haupterdland enthält alle Klimaten; daher hat es eine höhere Selbständigkeit und Selbstgenugsamkeit in Ansehung der Naturgüter, als jeder untergeordnete Erdtheil. Gleichwohl entfaltet sich aber in diesem erschöpfenden Naturreichthume jedes Haupterdlandes ein so eigenthümlicher Charakter in allen Bildungen des vororganischen und organischen Lebens, dass die Aufgabe höheren Lebenvereines, der Mittheilung des Naturlebens und der Naturgüter, an die Natur und die Menschheit sich erneut, für die an sich selbst →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =145=
→ würdige, gleichförmige und harmonische Vollendung des Naturlebens, und des Vernunftlebens auf der ganzen Erde, und mittelbar auch für die höhere Befriedigung der äusseren Lebenbedürfnisse.
Die Menschheit eines jeden Haupterdlandes bildet dasselbe aus als ein großer Naturkünstler nach einem geselligen, in Tugend, Gerechtigkeit, Innigkeit und Schönheit entworfenen, stetig sich verjüngenden Plane, auf dass Naturleben, Vernunftleben und Menschheitleben als ein harmonisches Ganzes auf ihm gottinnig und eigenthümlich vollendet werde. Die Menschheit eines jeden Haupterdtheiles bildet einen höheren Bund für die Grundformen des Menschheitlebens, Einen höheren Tugendbund, einen höheren Bund für Recht als einen höheren Staat, einen höheren Bund der Gottinnigkeit, einen höheren Bund für Schönheit, Wissenschaft und Kunst und Selbstbildung gewinnen an Umfang, an Tiefe an Würde und Schönheit der Gestaltung; denn auch diesen ihren Grundwerken widmet die Menschheit eines jeden Haupterdtheiles geselligen Fleiss, wie Ein Mensch. In ihr entsteht ein höheres Selbstbewusstseyn aller in ihr vereinigten Menschen, als Einer höheren Person. Im Anschaun des ewigen Wesens der Menschheit und ihrer zeitewigen Bestimmung, im steten Aufblick der Menschheit im Weltall und auf der ganzen Erde, wird auch der Menschheit jedes Hauptlandes der Erde ihr eigenthümlicher Lebenberuf klar, sie umfasst ihn mit Liebe ganz und ungetheilt, und bildet sich selbst als Ein ganzer, harmonischer, allgesunder Mensch; sie weiht ihre gesellige Kraft allem Menschlichen gleichförmig, entwirft stetig ihren ganzen Lebenplan, vertheilt alle ihre Personen und Kräfte ebenmässig unter alle Zweige menschlicher Bestimmung, das Leben aller untergeordneter Sphären stimmt freudig und schön in Ein vollständiges Leben zusammen, welchem ihr Ganzleben regierend und bildend vorsteht. Jede untergeordnete Person gewinnt an Kraft und Würde und Freudigkeit, jede lebt frei und selbständig in ihrer Sphäre, mit allen Nebensphären und Höhersphären gerecht und liebevoll verbunden. Die freie Geselligkeit und die Freundschaft Aller mit Allem gewinnt ein höheres Gebiet, ein freieres, wonnevolleres Leben. Und so stellt sich die Menschheit eines jeden Haupterdtheiles der Natur und der Vernunft und Gott über ihnen als Ein harmonisches Leben dar, würdig durch höhere Einflüsse der ewigen Liebe, als ganzes Wesen, aufgenommen zu werden in höhere Ganze des Lebens in Gott.
Freie Geselligkeit und Freundschaften der Menschheiten der Haupterdtheile; und Menschheit der Erde
Die drei Haupttheile des Erdlandes entfalten ein eigenthümliches Naturleben, jeder von ihnen hat eine höhere Selbständigkeit, Unabhängigkeit, und Selbstgenugsamkeit, als die Erdtheile der zweiten Theilung; aber zugleich einen →

=146= Das Urbild der Menschheit
→ entschiedeneren Gegensatz, eine charaktervollere Eigenthümlichkeit; sind von der Natur in Einem Ganzen, als Ein Ganzes, charaktervoll belebt, ein treues Gleichniss des ewigen Weltbaues. Auf ähnliche Weise sind die auf ihnen lebenden Menschheiten gebildet und bestimmt, die Gegensätze ihres Lebens in freier Geselligkeit, in Freundschaft, und in vollendeter Einheit als Eine höhere Person zu vermählen, und kunstreich zu gestalten. Sie sollen als die Eine organische Menschheit der Erde die höchste Selbständigkeit und Harmonie des Lebens erringen, welche innerhalb dieses Himmelwohnortes wesentlich ist, und in diesen Grenzen die ganze Idee der Menschheit im Weltall vollendet darstellt. So wie die Erde ihr grosses Naturleben nur in fortschreitendem Wachsthume entfaltet, und sich in bestimmten Perioden zu einem allgenügenden Wohnplatze Einer organischen Menschheit ausbildet, so erringen die Menschen auf ihr nur nach und nach, in ähnlichen Perioden, ihre höchste Persönlichkeit, vereinen sich nur nach und nach zu einer organischen Menschheit, in Harmonie mit Gott, Vernunft und Natur. In diesem Werden des höchsten geselligen Verhältnisses aller Menschen geht zuerst freie Geselligkeit aus gewaltigen Kämpfen um Selbständigkeit hervor, bahnet der Freundschaft und der innigen Vereinigung des ganzen Lebens den Weg; und erst dann können die Menschen sich in Eine Menschheit vereinigen, sich für Eine Menschheit erklären, und sich als solche organisiren, wenn alle untergeordnete Grundgesellschaften bis herauf zu den Menschheiten der drei Haupterdtheile schon so weit vollendet sind, als sie es, ohne vom organischen Ganzen der Erdmenschheit gehalten und regiert zu seyn, vermögen. Diese geschichtliche Entfaltung der Menschheit ist der würdige Gegenstand der Geschichtforschung, nach den Ideen des zeitewigen Lebens in Gott, nach der sich uns offenbarenden lebendigen Erfahrung, und nach der Harmonie der ewigen Idee der Geschichte mit dem individuellen Leben selbst. Hier aber, wo wir die Menschheit der Erde zu ihrem reifen Alter betrachten, wo sie ihre ewige Idee ganz darstellt, setzen wir voraus, dass die Menschen einer Erde schon vom Kampfe zur Liebe allseitig hindurchgedrungen, dass die Menschheiten der drei Haupterdtheile schon als wahre Personen gebildet, und allseitig, durch freie Geselligkeit und Freundschaft hindurchgehend, in Ein höheres Leben, in Eine höhere Menschheit auf Erden vereinigt sind.
Alle Menschen eines Himmelkörpers sollen in Ein lebend Wesen, in Eine Menschheit vereinigt seyn; sie sollen, als Eine Person, auf dem ganzen Erdgebiete, alles Menschliche als Ein Ganzes in geselligem Fleisse umfassen; als Ein Ganzleben, als ein vollständiges Theilleben, und als beides in Harmonie. Sie sollen als Ein Mensch, alles Einzelne Menschliche bilden, in jedem einzelnen Theile der menschlichen Bestimmung als ganze Menschheit seyn und leben, — alles Menschliche gemeinsam haben. Das Leben der Menschheit soll Eines, Vieles und Harmonisches, ganz, vollständig, gleichförmig und ebenmässig seyn. Daher soll das leibliche Leben der Menschheit so selbständig, rein und in sich selbst harmonisch ausgebildet werden, als ihr geistiges, und beiderlei Leben soll →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =147=
→ sich allseitig in die Harmonie eines vollständigen, allgesunden menschlichen Lebens durchdringen, was ihm die innere Vernunftwelt der Ideen, und das Individuelle in Phantasie, als Einem Geiste, das ist ihm das Leben der Erde im Angesichte des Himmels, als Einem Leibe. In der Einen Menschheit der Erde ist das weibliche Geschlecht so vollkommen, so allseitig, ebenmässig und harmonisch gebildet als das männliche, und nur beide in ihrem harmonischen Wechselleben sind der Eine allvollendete grösste Mensch der Erde. — Selbst jedes Alter des Lebens, das Alter des Säuglinges, des Kindes, des Jünglinges, des Erwachsnen und des Greises, ein jedes entfaltet in der vollendeten Menschheit seine eigenthümliche Güte und Schönheit.
Die wahre Lebeneinheit aller Menschen als der Einen Menschheit bewährt sich äusserlich darin, dass sie die Erde als ihren gemeinsamen Wohnort, als Ein Ganzes anschauen, als solches sie bebauen, und nach den Gesetzen der Tugend, Gerechtigkeit, Liebe und Schönheit unter alle innere Personen, Kräfte und Werke der Menschheit vertheilen. Die Erde ist schon in ihrem reinen Naturleben ein wahres Ganzes, aber um als solches zugleich frei nach Vernunftgesetzen vollendet zu werden, ist auch auf den Menschen gerechnet; nur die Menschheit, wenn sie mit bewusster Lebenkunst auf die Oberfläche der Erde nach den Ideen des Naturlebens und des Vernunftlebens einwirkt, kann auch dem Naturleben auf Erden die höchste Vollendung geben. Die Schranken, welche sich die Natur selbst in Ansehung der Klimaten, der Jahreszeiten und noch höherer Lebenperioden auflegen muss, werden durch die Menschheit weise und schön erfüllt, und dem Leben unschädlich gemacht: jeder Himmelstrich theilt jedem andern an Pflanzen und Thieren, an schönen und an nützlichen Erzeugnissen mit, was das Ideal desselben und das Ideal der ganzen Erde fordert; ein allseitiger, gleichförmiger Umgang alles Naturlebens auf Erden mit sich selbst beginnt; die Natur spendet reicher und sicherer der Menschheit ihre Gaben, und jedem Menschen wird sein gerechter Theil ihrer Liebe und ihrer Hülfe. In der Mitte des festen Landes, auf dem mittaglichen Haupttheile, weihet die Menschheit ein schönes, harmonisch gebildetes Land ihrem Leben als ganzer Menschheit; hier bildet sich das Heiligthum des ganzen Menschheitlebens, als ganzen Lebens; von hier aus verbreitet es sich über alle innere Personen und Glieder, hier versammeln sich in harmonischer Ordnung die Heiligthümer der Einen Tugend, des Einen Erdstaates, der Einen Gottinnigkeit und Schönheit, die höchsten Tempel der Wissenschaft und der Kunst, wie in Ein Haus der ganzen Menschheit. Die Einheit des ganzen Menschheitlebens auf Erden spiegelt sich dann auch in der einen Sprache, welche der ganzen Erde gemeinsam, die eigenthümlichen Sprachen der untergeordneten Personen nicht austilgt, sondern das Schöne derselben harmonisch in sich vereint, und das Werk des geselligen Kunstfleisses der ganzen Menschheit ist.
Die Menschheit, als wahrhaft Eine Person, soll in allem einzelnen Menschlichen, als Ein Mensch sich ausbilden und leben, in allem Menschlichen dem einzelnen →

=148= Das Urbild der Menschheit
→ allgesunden Menschen ähnlich geordnet sein. Daher soll sie Ein Leben für Tugend, Ein Leben für Recht, und für Innigkeit und Schönheit bilden, ja erst in diesem allumfassenden Streben der ganzen Menschheit für diese ewigen Grundformen alles Lebens kann Tugend, Recht, Innigkeit und Schönheit ganz und vollendet erblühen. Alle in die Eine Erdmenschheit vereinigten Menschen leben wie Ein sittlichschöner Mensch, ein reiner Urtrieb zum Urguten bewegt sie zu Einem freien gemeinsamen Willen, zu Einem planmässigen sittlichen Handeln, worin sich das sittliche Leben jedes untergeordneten Ganzen und jedes einzelnen Menschen erst wahrhaft frei und erfolgreich bewegt; mit gesellig vereinten Kräften besiegen sie die äussere Weltbeschränkung und die darin bestehenden inneren Hindernisse des Guten, und erfüllen die Schranken ihrer Natur in sittlichschönem Leben. Das Recht ist ewig Eins im Weltall; und in diesem Einen Gebiete des Einen Rechtes ist jeder Himmelkörper als ein untergeordnetes, selbständiges, aber dem Ganzen organisch verbundenes Gebiet, gebildet; alle Menschen in Einen Menschen vereinigt, sind die Eine höchste Rechtperson auf diesem Gebiete in der Menschheit des Weltall; und nur dann kann das Eine Recht dieses Gebietes allseitig und harmonisch belebt werden, wenn sich die ganze Menschheit seiner Bildung in Einem Staate auf Erden widmet; nur in diesem Einem Rechtleben kann jeder untergeordneten Gesellschaft, ja selbst jedem einzelnen Menschen sein volles gleichgewichtiges Recht zu Theil werden. Durch das Urwesentliche in ihnen zur Vereinigung in Eine Menschheit bestimmt, sind auch alle Menschen desselben Himmelkörpers berufen, Ein gottinniges Wesen zu sein, und als solches zu leben, und in dieser höchsten Gottinnigkeit des grössten Menschen auf Erden gewinnt auch das gottinnige Leben jeder untergeordneten Gesellschaft, und jedes einzelnen Menschen die höchste Klarheit, Fülle, Schönheit und Freudigkeit. Auch die höchste Schönheit kann nur dann das Menschheitleben schmücken, wenn sie Alle, in Ein Leben vereinigt, von Einer Liebe zum Schönen beseelt, mit geselliger Sorgfalt das Urbild der ewigen Schönheit lebend nachzuahmen streben. Auch die Grundwerke der Menschheit, Wissenschaft und Kunst und ihre lebendige Harmonie können ihre höchste Einheit, Umfassung, innere organische Bildung, Klarheit und Tiefe nur im Leben der ganzen Menschheit gewinnen; erst in ihm können alle Quellen der Erkenntniss und der Kraft eröfnet und aus allen gleichförmig geschöpft, erst in ihm kann Wissenschaft und Kunst und ihre Harmonie als Ein organischer, harmonischer Gliedbau, als ein treues Gegenbild Gottes und seiner Welt auf eigenthümliche Art vollendet werden; erst in diesem höchsten geselligen Leben kann sich Forschung und Kunstbildung nach Einem Plane zu immer herrlicherem Gelingen rhythmisch und harmonisch bewegen, und die Menschheit als ein stets grösserer Weiser und Künstler gottähnlicher leben. Und so wie jeder einzelne Mensch erst wann er in vollem Selbstbewusstsein zum freien Gebrauch aller seiner Organe und Kräfte gelangt ist, die Selbstbildungkunst ganz und kraftvoll üben kann: so gelangt auch die Menschheit nur in der Einheit ihres Lebens zur Ausübung der höchsten Kunst, →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =149=
→ sich selbst in besonnenem Bewusstsein allseitig, in Harmonie mit Gott und Welt immer freier und schöner auszubilden.
Doch diese Vollendung der Menschheit in allem Einzelnen Menschlichen ist nur dann und nur dadurch möglich, dass sich alle in Eine Menschheit vereinten Menschen, ihrer ganzen ungetheilten harmonischen Menschennatur in Klarheit bewusst werden, dass sie die Idee der Allmenschheit im Weltall als ganze und in ihrem unendlichen Gliedbaue lichtvoll erkennend, darin, im Anschaun des sie umgebenden Naturlebens und der Einwirkungen des höchsten Lebens Gottes, ihr individuelles Urbild für diese Erde, auszubilden, und in geselliger Einheit streben, es im Leben darzustellen und auszudrücken. In diesem höchsten Bewusstsein und Streben sind alle in die Eine Menschheit vereinigten Menschen Ein Bund für alles Menschliche, Ein Menschheitbund, in, mit und durch welchen, als durch das Ganzleben, das Menschheitleben in seinem Innern so wie in seinen äusseren Verhältnissen einzig vollendet werden kann. In diesem Selbstbewusstsein, und in diesem höchsten geselligen Ganzleben für alles Menschliche sorgt die Menschheit, dass sie alle ihre Personen und Kräfte, wohlgeordnet in Zeit und Raum, unter alle Zweige ihrer Bestimmung vertheile, dass das Ganzleben in sich jedes Theilleben frei entwerfe, dass Jedes Theilleben mit dem Ganzleben in richtigem Maasse in Einen Gliedbau harmonisch verbunden sey; dass das geistige und leibliche Leben, dass die weibliche und die männliche Menschheit, dass jedes Lebenalter gleichförmig gebildet, und zu Einem allgesunden Leben verbunden sey, dass innere und äussere Geselligkeit als Ein Ganzes besorgt werde, und dass alle untergeordnete Grundgesellschaften, werkthätige Gesellschaften und alle einzelnen Menschen, als freie Glieder und organische Theile der ganzen Menschheit seyen und leben.
Indem die ganze Menschheit in Einheit, Vielheit und Harmonie, in Tugend, Gerechtigkeit, Innigkeit und Schönheit ihrer ganzen Bestimmung lebt, nimmt auch jede untergeordnete Person Theil an dieser Vortrefflichkeit, und lebt nach der Eigenheit und nach dem Maass ihrer Kräfte, ganz, vollständig, allumfassend, allgesund; sie alle leben nicht blos neben, sondern in, mit und durch einander in der Einen Menschheit. Denn so wie jede höhere Persönlichkeit der Menschen alle untergeordneten von kleinerem Umfange nicht auflöst, sondern sie alle in sich aufnimmt, ihnen allen ihre Selbständigkeit und Harmonie mit allem Äussern sichert, so gilt diess für jeden Himmelkörper im höchsten Maasse von allen Menschen, sofern sie in Eine Menschheit vereint, als Eine höchste Person auf Erden leben. Die Menschheit umfasst alle Erdtheilmenschheiten, Völkervereine, Völker, Stammvereine, Stämme, Familienvereine, Familien und jeden einzelnen Menschen in sich als in Einem organischen Ganzen, sie umfasst diese alle mit gleicher Gerechtigkeit, Liebe und Sorgfalt; sie bietet ihnen allen die vollständigen höheren Bedingungen wahrer Selbstvollendung und allseitiger äusserer Geselligkeit dar. Jeder einzelne Mensch gewinnt schon in der Familie ein höheres →

=150= Das Urbild der Menschheit
→ Ich; ein höheres im Familienvereine, im Stamme, im Volke; aber das höchste auf Erden gewinnt er nur in der ganzen Menschheit. Ein ähnliches Glück wird den Familien und allen höheren Grundpersonen in der Menschheit verliehen. In dem Einen ganzen Menschheitleben bildet sich die freie Geselligkeit, die Freundschaft und der ganze Lebenverein aller untergeordneten Personen allseitig harmonisch aus; sie alle leben nun nach dem Urbilde der Menschheit dieser Erde, im Geiste der Menschheit des Weltall.
Also in sich selbst Eins, stellt sich die gottinnige Menschheit vor Gott, Vernunft und Natur als das liebenswürdigste Wesen dar, was aller Wesen Harmonien in sich hält, und ihnen allen gleiche Liebe weiht, und wird immer höherer Liebe, immer höherer Offenbarungen, immer innigeren Wechsellebens von Gott, von Vernunft und Natur gewürdigt, sie lebt mit ihnen in inniger Liebe wie mit Freunden verbunden, die Erde wird ein Schauplatz, ein vollständiges, reines Bild des Alllebens in Gott.
Menschenvereine höherer Ordnungen, und Menschheit des Weltall
Alles Individuelle in der Welt ist charaktervoll und eigenthümlich; diess ist der Ausdruck seiner individuellen Wesenheit, der Grund, warum es als diess Wesen da ist, und der innere Bürge seines Lebens; denn nur in immer neuen, niegesehenen Erzeugnissen, in unendlich vielen Gleichnissen seines ewigen Wesens, die in der ganzen Ewigkeit nur einmal sind, offenbart sich der ewige Schöpfer. Auch diese unsere Erde hat ihr Eigenthümliches, auch in ihr ist der Himmel; ein gleiches Naturleben, eine gleiche Menschheit fasst der Allraum und die Allzeit nicht noch einmal. Könnte unser Blick schon jetzt, über die Schranken unseres heutigen Sehkreises sich erhebend, die Menschheiten anderer Himmelkörper überschauen, so würde uns im Vergleich mit ihnen die Eigenthümlichkeit und der ganz bestimmte Charakter dieser Erde und dieser Menschheit offenbar werden.
Kein lebendes Wesen bleibt einsam im ewigen Reiche Gottes, denn diess wäre eine Trennung Gottes in sich selbst; die Harmonie und das Wechselleben der Wesen ist um so inniger, je reicher sie selbst in ihrem Innern sind, und je mehreren Sphären sie zugleich als organische Theile gehören. Daher ist die innere und die äussere Harmonie des Menschheitlebens, die innere und die äussere Geselligkeit der Menschheit, die innigste und reichste, die erhabenste und schönste, ja unter allen geschaffnen Dingen die allein allumfassende, vollständige, gleichförmig organische und gottähnliche. Wenn wir nun mit dem unsrigen verwandte Himmelkörper um die Sonne, als gemeinsamen höheren Lebenquell, →

 Die innere Geselligkeit der Menschheit =151=
→ harmonisch ausgetheilt und rhythmisch sich bewegend finden: wenn wir sie in allen Lebenverhältnissen zur Sonne und zu einander immer mehr als Einen Organismus sich bewähren sehen, je mehr die Sternkunde, auf den Fittigen der Idee getragen, ihren äusseren Sehkreis und ihre äussere Sehkunst erweitert, so erzeugt sich in diesen Anschauungen die innere, hofnungreiche Gewissheit, dass auch die Menschheiten auf allen diesen Schwestererden Ein höheres individuelles Lebenganzes, Eine Menschheit dieses Sonnbaues zu sein bestimmt sind, dass sie, in Einem ewig wesentlichen Ganzen gebildet, auch alle Individuen in dasselbe zurück versammeln; dass zur Zeit der Lebenreife dieses Sonnbaues auch die Menschheit desselben reif sein, alle ihre organischen Glieder auf allen seinen einzelnen Himmelkörpern freudig und selbständig gestaltet, und in freier Geselligkeit und Freundschaft in Ein individuelles Leben vereint haben werde. In diesem erhebenden Gedanken ahnen wir, dass auch die Menschheit dieser Erde schon jetzt, uns unbewusst, als organischer Theil der Menschheit unsrer Sonne lebe, als solcher erzogen werde und sich ausbilde: dass ihre Individuen aus diesem höheren Ganzen schon jetzt stammen, dass höher gebildete Geister nach organischen Gesetzen, von Gott, als der ewigen Liebe, geleitet auf dieses Sonnenthal hernieder schweben, um hier ihre Vortrefflichkeit zu entfalten, und das Menschheitleben dieser Erde zu schmücken und zu veredeln. Hieraus entspringt das feste Vertrauen zu Gottes ewiger Macht und Weisheit und Liebe, er werde auch unsere Menschheit als ein würdiges Glied dieser höheren Menschheit erziehend vollenden, und sie nach den Stufen ihrer stets wachsenden Veredlung in immer innigere Wechselverhältnisse mit der Menschheit dieses Sonnbaues, und mit den ihr nebengeordneten Menschheiten unserer Schwestererden bringen, die wie Kinder Einer grossen Familie einst innig vereint blühn und sich vollenden sollen. Könnten wir schon jetzt lebend einen solchen Blick über diesen ganzen Sonnenbau verbreiten, als uns wahrscheinlich im Lichtmomente des Todes zu Theil wird, so würde unser Gefühl aus Freude und Trauer gemischt sein, Anbetung Gottes und Bewunderung der Natur und der Menschheit würde uns erfüllen.
Wohin des Leibes Auge nicht mehr reicht, weit jenseit des Kreises aller sinnlichen Erfahrung, dahin erhebt sich noch der Geist auf den Flügeln der ewigen Uridee, in übersinnlicher Anschauung. Das äussere Auge, gewafnet durch den verstandvoll geformten Krystall, erkennt noch, unfasslich entfernt, in lichtwolkigen Nebeln die für ihn anschaulichen höchsten Ganzen der leiblichen Schöpfung. Die Wissenschaft löst im heiligen Lichte der Uridee diese Lichtnebel in Sonnenheere auf; das Sternenleben, welches die Einbildungkraft kindlicher Urvölker die Milchstrasse benannte, erkennt sie für Eins von diesen unzähligen Sonnenheeren, und unsere Sonne lässt sie uns in dessen Lebenmitte erblicken, mit ihren noch ungezählten Erden, Monden, Kometen, — Ein organisches Wesen unter hunderttausenden von Schwestersonnen. Die ewige Idee Gottes, als des Urwesens, und die höchsten Gesetze der Weltenbildung, ohne deren Erkenntniss der Mensch →

=152= Das Urbild der Menschheit
→ gottähnlich zu denken, zu empfinden und zu leben nicht vermag, diess Urbild alles Lebens, das in Natur und Vernunft und Menschheit, in Sonnenheeren so wie auf jeder Erde, in einer Unzahl ureigenthümlicher Gegenbilder sich spiegelt, diess Urbild lässt uns wissen, dass die Natur im Schaffen und Beleben ihrer höchsten Himmelkörper Ein organisches Ganzes ist; dass eine ähnliche Gliederung als am Firmamente sich zeigt, auch in der Vernunft und in ihrem Geisterreiche, nach ihrer Eigenthümlichkeit, zeitewig belebt sei; und dass die Menschheit diesen sich entsprechenden ewigen Gliedbau, diess gleich göttliche Leben der Vernunft und der Natur, im Allraume und in der Allzeit, als Ein, Gott, der Vernunft und der Natur ähnlich gebildetes Wesen, frei und selbständig, in reiner Tugend, ewig gerecht, gottinnig und schön, in Ein harmonisches Leben vermähle, und die Liebe und das Leben aller Dinge in Gott vollende, als das innerste Wesen der Welt, als der sich im Geschöpf selbst vollendet gleich gewordne Gott, als Eine Menschheit im Weltall. Vom einzelnen Menschen, von den Familien, Völkern, Erdmenschheiten an, reicht eine ewige Kette höherer Personen, höherer Grundgesellschaften, ewig fest und innig nach ewig gleichem Gesetz, geschlungen bis zu der Einen Menschheit des Weltall hinan; jeder Einzelne noch soll sich als Glied dieser Kette, als Organ dieses höchsten Lebens, Gott nahe, erhaben und selig fühlen, und im Geiste der Menschheit des Weltall sein eigenstes Leben leben. So wie Gott selbst, so wie Vernunft und Natur, als Ganze, im Allraume und in der Allzeit ewig sich selbst gleich, gleich vollendet und schön, so ist auch die Menschheit im Weltall ein ewig in sich selbst vollendetes und freies Leben, in jedem Momente gleich gross, gleich eigenthümlich und schön, ein ewig neues Ebenbild des Urwesens. Und wie auch in ihr stets unendlichviele Menschheiten einzelner Erden, wie auf allen Erden die einzelnen Menschen sich bilden, blühen und vergehen, so stellt sie doch in allen ihren unendlich vielen endlichen Menschheiten in jedem Momente alle Stufen der Menschheitbildung in ihrer Weltbeschränkung, jede mit eigenthümlicher Bildung und Schönheit, alle Lebenalter zugleich gleich vollendet dar, und unwandelbar besteht ihr unendliches Antlitz.
In dieser Anschauung gewinnt jeder Mensch, jede Familie, jedes Volk, jede Menschheit ihre höhere Selbständigkeit, ihr wahres Selbstgefühl ihre wahre Kraftfülle; in ihr nur bildet sich auch wahre Lebenweisheit und Lebenkunst. Wie beschränkt nun der Lebenkreis des Einzelnen und jeder endlichen Gesellschaft sei, so sind sie doch Alle organische, wesentliche, nicht zufällige, dem höchsten Ganzen innig verbundene Theile; sie sind innerhalb ihrer Schranken eines wahren und schönen Ausdruckes und Ebenbildes des Ganzen fähig, dess Maass nicht die Grösse, sondern seine innere Güte und Schönheit ist. Und wenn diese Erkenntniss dem Menschen selige Ruhe gewährt, in den Stürmen des Lebens ihn aufrecht erhält, den Bund seiner Liebe mit Gott, Vernunft und Natur befestigt, so stählt sie ihn auch mit unbesiegbarer Thatkraft, denn er sieht sich in den Schranken seiner Natur des göttlichen Ebenbildes gewürdigt.

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =153=
Mit dieser Einsicht haben wir die Betrachtung der menschlichen Grundgesellschaften vollendet. Wir betrachteten den einzelnen Menschen in seinem ganzen Wesen, wir erkannten es wie sich Einzelne, die Grundgegensätze ihres Lebens vermählend, zu freien Gesellschaften, zu Freundschaften und zu Familien bilden; und wie diess dreifache Wechselleben, in jeder höheren Person wiederkehrend, nur in der Menschheit des Weltall sein wahres Ganzes findet. Alle Grundgesellschaften zeigten sich ähnlich nach denselben Grundgesetzen gebildet; in ihnen allen sahen wir das unwandelbare Wesen der Menschheit sich ganz, und immer grösser, freier und schöner gestalten, von je höherer Ordnung die Gesellschaft ist, worin es belebt wird; nur in der Gesundheit und Fülle des ganzen Menscheitlebens sahen wir jede einzelne Person, jede einzelne Kraft, jedes einzelne Werk sich vollenden. Doch um das Menschheitleben, im Einzelnen und in allen Grundgesellschaften, in seinem inneren Gliedbaue, vollständig und wohlgeordnet zu erkennen, müssen wir zuvor den Blick auf die andere Sphäre der inneren menschlichen Geselligkeit richten, worin die Menschheit mit ihren einzelnen und vereinten Lebenkräften alle Werke des Lebens bildet, und so ihr inneres Leben erfüllt.
Die ganze Werkthätigkeit der Menschheit fällt innerhalb ihrer Grundpersonen, innerhalb des Lebenkreises des Einzelnen und aller Grundgesellschaften; dennoch ist die werkthätige Geselligkeit selbständig und frei, und rein nach den Gesetzen der Kräfte und des Werkes gebildet. Haben wir dann erkannt, wie alle Grundgesellschaften das Eine Werk der Menschheit fördern; haben wir endlich auch das Wechselleben geschaut, worin die Menschheit mit Gott, mit Vernunft und mit Natur innig verbunden ist; dann kehren wir zurück zur Beschauung des Menschheitlebens, als Eines allumfassenden organischen Ganzen.
Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund
Jeder Mensch strebt vermöge seines Wesens nach Tugend und Recht, nach Wechselleben und Schönheit, in stetem Fleisse fördert er die Grundwerke seines Lebens, Wissenschaft und Kunst und deren Harmonie, und mit besonnener Kunst erzieht und bildet er sich aus zu allem Menschlichen.
— Diese Forderung soll jede Familie, jedes Volk, jede höhere Grundperson, immer mehr und immer schöner erfüllen. Doch kann der einzelne, so wie jeder höhere Mensch Keines von den erwähnten Werken einseitig, einzeln und allein vollbringen, ohne dass alle Geist- und Gemüthkräfte mitwirken; sondern nur in dem steten organischen Lebenspiele aller Glieder und Kräfte ist ein Jedes zugleich →

=154= Das Urbild der Menschheit
→ selbständig und mit jedem organisch verbunden, und jedes Werk kann nur in Harmonie mit allen andern würdig gelingen. Wir reden daher von einzelnen Werken der Menschheit in keinem andern Sinne, als in welchem der Physiolog von den einzelnen Verrichtungen und Bildungen einzelner Glieder und Kräfte des Leibes spricht, welche gleichfalls nur dann vollendet da sein und leben können, wann die ganze Lebenkraft des Leibes gesund, wann alle einzelne Kräfte und Glieder in ebenmässiger und harmonischer Blüthe sind. Ja die menschliche Werkthätigkeit kann nicht einmal rein und allein von der Menschheit vollendet werden ausser dem Wechselleben mit Gott, Vernunft und Natur. Gleichwohl müssen wir zuerst ausschliessend den Blick auf den innern freien Kraftgebrauch der Menschheit selbst richten: denn ohne innere freie Selbständigkeit ist kein Wechselleben möglich, und vom Standorte der Menschheit aus ist das reine, selbständige Leben der Menschheit selbst das Nächste, obgleich dem Wesen und der ewigen Verursachung nach das Leben Gottes, der Vernunft und der Natur höher und eher sind. Innere Vollendung und äussere höhere Einflüsse bedingen sich wechselseits, und gehen im Werden der Menschheit einer Erde neben einander steigend und fallend fort; selbst Gott offenbart sich nur dem innerlich, aus angestammten Kräften, im Vereine mit ihm höher strebenden Menschen klarer und herrlicher; und die Menschheit wird mit dem anwachsenden inneren Ausbau ihrer Glieder und Kräfte immer innigeren Wechsellebens mit Natur, Vernunft und mit Gott fähig, bedürftig und würdig.
Dieselbe Sphäre der Werkthätigkeit, welche der Einzelne umfasst, soll auch jede Grundgesellschaft mit verstärkter Kraft und Schönheit, auf ihrem eignen Gebiete und mit allem Äusseren gesellig erfüllen. Jedes einzelne menschliche Streben und Werk fordert den Fleiss der ganzen Menschheit auf Erden, wenn es die hier mögliche Vollkommenheit erreichen soll; es verlangt, dass auch die äussere Geselligkeit der Menschheit in ihrer höchsten Blüthe stehe. Wie viel herrlicher und schöner würde uns das ganze Menschheitleben erscheinen, wenn wir die Grundgesellschaften, die werkthätigen Vereine und das äussere Wechselleben der Menschheit mit Gott, Vernunft und Natur, so zugleich überschauen könnten, wie es in, mit und durcheinander auf einmal ist und wird. Doch ein solches Erkennen ist nur in Gott, uns aber ist einzig vergönnt, dass wir, im Anschaun des Allgemeinwesentlichen der Idee, die ewige Ordnung dessen, was zugleich ist, in zeitlicher Ordnung nachbilden, und erst nach Betrachtung Alles in der ewigen Idee zugleich enthaltnen Einzelnen, uns endlicher Übersicht des ganzen Lebengebietes der Menschheit erfreuen.
Die Idee des Ganzen ist überall eher als die der Theile, und die Theile können nur in, mit und durch das Ganze vollendet werden; daher ist auch die Idee der ganzen menschlichen Werkthätigkeit eher und höher, als die Ideen ihrer einzelnen inneren Theile, und alle einzelnen menschlichen Thätigkeiten und Werke verhalten sich in unabänderlicher Unterordnung und Nebenordnung wie wesentliche Theile Eines Ganzen. →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =155=
→ Mithin muss auch der werkthätige Mensch zuerst diese Eine Idee seiner ganzen Werkthätigkeit und seines ganzen Werkes in Geist, Gemüth und Herz fassen, sie sich stets gegenwärtig erhalten, in ihr nach ihrem Gesetz alles Einzelne entwerfen und vollbringen. Und da die menschliche Werkthätigkeit alle einzelnen Menschen, so wie alle einzelnen Grundgesellschaften bis zur Menschheit des Weltall umfasst, so müssen sich die Glieder der Familien, Freunde, Stämme, Völker, die Menschheiten der Haupterdtheile, und die Menschheit eines ganzen Himmelkörpers gesellig vereinen, um dem Einen Werke der Menschheit, als ganzem Werke, ihre ganze Werkthätigkeit zu weihen, und jede einzelne Thätigkeit und jedes einzelne Werk nach Zeit und Ort wohlgeordnet und schön im Ganzen zu vollenden. So erscheinen uns nun alle einzelne Menschen, und alle einzelnen Grundgesellschaften als der Eine Werkbund der Menschheit dieser Erde. So wie wir also, von der ewigen, urwesentlichen Einheit aller Menschen im Weltall ausgehend, den einzelnen Menschen erfassten, und bis zur Vereinigung aller Menschen in Eine Menschheit uns erhoben, so wollen wir auch hier in der Idee des ganzen Werkbundes alle einzelnen geselligen Vereine für alle einzelnen Werke betrachten, und dann zum volleren Schauen dieses Einen Werkbundes der Menschheit zurückkehren.
Sehen wir nun auf den Gegenstand der Werkthätigkeit, das ist auf die Idee des gesellig zu erzeugenden Werkes, so geht das werkthätige Bestreben entweder auf die Formen des Lebens selbst und aller seiner Werke als auf allgemeine Weltformen, welche auch die Menschheit auf eigenthümliche Weise an sich ausbilden soll; oder sie ist auf die inneren und äussern Werke der Menschheit selbst gerichtet. Da die ewigen Formen alles Lebens bei aller Werkthätigkeit und bei jedem Werke wiederkehren, so verdient die ihnen gewidmete Werkthätigkeit hier zuerst betrachtet zu werden. Diese ewigen Formen sind für jedes Wesen: innere sittliche Vollendung, nach dem eigenen Lebengesetz, als seine Tugend, und Gerechtigkeit, Innigkeit und Schönheit. In der diesen ewigen Grundformen heiligen Werkthätigkeit bilden also die Menschen Einen vierfachen Bund für die Grundformen, einen Bund für Tugend, einen Bund für Recht, einen Bund für Innigkeit, und einen Bund für Schönheit. Die Werkthätigkeit aber, welche auf die Grundwerke selbst gerichtet ist, vereint die Menschen in Einen dreifachen Bund für die Grundwerke; in einen Bund für die Wissenschaft, als die treue Abspiegelung Gottes im Menschen, in einen Bund für die Kunst, als eine freie, eigenthümliche Darstellung Gottes im Lebendigen; und in einen Bund für die Harmonie der Wissenschaft und Kunst. Jene Werkthätigkeit endlich, welche auf die Menschheit selbst, als auf ein lebendes Wesen, als auf ihr eigen Werk, zurückkehrt, versammelt die Menschen in Einen grossen Bildungbund, welcher wiederum den Bund für die Harmonie der Erziehung und Ausbildung in sich hält. Hierdurch ist uns der Weg für die nächste Betrachtung vorgezeichnet; ihn verfolgend erkennen wir die Werkthätigkeit für die Grundformen alles Lebens, und zuerst den Bund für die sittliche Vollendung der Menschheit.

=156= Das Urbild der Menschheit
Der innere Werkbund für die Grundformen des Lebens
Der Tugendbund
Dass der Geist das höchste Gesetz der Vernunftfreiheit, das ist des reinen, freien Bildens nach ewigen Ideen als allgemeine Form seines Lebens erkenne, und so, in reinem Willen über Sinn und Gemüth, über allen einzelnen Lebenkräften waltend, als ganzer Geist lebe und Alles nach jenem Gesetze in Harmonie mit Gott, mit Vernunft und mit Natur seinem eigenthümlichen persönlichen Ideale gemäss bilde, diess ist Tugend des Geistes, ist sittliche Güte und Schönheit. Dass ferner das Leben des Leibes dem höchsten organischen Gesetze der Natur, dem individuellen Zusammenbilden aller Theile zugleich in, mit und durch das Ganze, getreu, in reinem Urtriebe des Leibes folge, und darnach sein eigenthümliches Leben kunstreich gestalte, das ist die Tugend des Leibes. Aber diese leibliche und jene geistliche Vollkommenheit in Eine zu vermählen, und beide in, mit und durcheinander zu vollenden, ist menschliche Tugend, menschlich sittliche Schönheit. Auch die sittliche Vollendung des Leibes an seinem inneren und äusseren Leben kann der Mensch, so wie Alles Innere, nur durch freies, bewusstes Streben erringen; die klare Anschauung des Vernunftgesetzes so wie des Naturgesetzes und der Harmonie beider geht im Menschen der reinen Begeisterung für dieselben, und dem sittlich schönen Wollen und Handeln, voran. Daher muss jeder einzelne Mensch seiner sittlichen Vollendung Nachdenken, und eine stete künstlerische Aufmerksamkeit sein ganzes Leben hindurch weihen.
Ein gleiches Nachdenken, eine gleiche Aufmerksamkeit fordert auch das sittliche Leben jeder menschlichen Gesellschaft. Denn da jede Gesellschaft Einen höheren Menschen bildet, so folgt auch ihr Leben demselben ewigen Sittengesetze, welches die ganze Menschheit umfasst. Diess ewige Gesetz verlangt daher, in klarer Anschauung auf die Grundidee jeder Gesellschaft und auf die ganze Sphäre ihres Zusammenlebens angewandt zu werden; ihm gemäss sollen sich die Geselligen vereinigen, und ihr ganzes geselliges Leben führen. Es ist mithin wesentlich, dass eine jede menschliche Gesellschaft, sie sei eine innere oder äussere, eine Grundgesellschaft oder eine werkthätige der allgemeinen Beschauung des Sittengesetzes, der Anerkenntniss des Sittlichen für ihre bestimmte gesellige Aufgabe, vereinten Fleiss widme; und dass sie ihr geselliges Leben mit besonnener Kunst sittlich schön anordne und regiere. Jede höhere Person der Menschheit, von der Familie an bis herauf zur Menschheit der Erde und höher noch, selbst jede werkthätige Gesellschaft soll sich in ihrem Innern in bestimmter Verfassung und Werkthätigkeit zur Kunstübung der Tugend verbinden; sie sollen Alle, in die Menschheit der Erde vereint, den Einen Tugendbund auf Erden sehliessen. Dieser Tugendbund ist der Menschheit zu ihrer Vollendung wesentlich; er begründet die Einheit, Harmonie, Stärke und Schönheit →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =157=
→ aller menschlichen Kräfte; nur da erst, wo er auf Erden geschlossen ist, beginnt ein wahrhaft menschliches Tugendleben; er stärkt die Menschheit, dass sie in klarem Selbstbewusstsein ihr ganzes Leben schön vollende: in ihm findet auch der einzelne sittliche Mensch die äussere Bedingung seines eigensten sittlichen Lebens; dann sind die Hindernisse der Tugend, die Anreize zum Laster, die dem Einzelnen bei seinem höheren sittlichen Streben, in der noch unvollendeten Gesellschaft begegnen, verschwunden, das öffentlich sittliche Leben ist das Vorbild und die Nahrung seiner eigenthümlichen sittlichen Ausbildung. Alle Menschen sind bestimmt, in jeder Sphäre geselliger Vereinigung Mitglieder des Tugendbundes der Menschheit zu sein, und an ihrem geselligen sittlichen Leben thätigen Antheil zu nehmen. Doch da mit der Erweiterung der geselligen Lebensphäre auch der Umfang ihrer sittlichen Würdigung und Ausbildung anwächst; da alle Menschen ihrem ganz individuellen vorwaltenden Berufe leben; da endlich auch das Gebiet des Sittlichen unendlich ist, da es, um würdig beschaut und gebildet zu werden, den ganzen Menschen fordert, und zum vorwaltenden Berufe des Lebens erhoben zu werden verlangt: so werden sich in der Gemeine des Tugendbundes begeisterte Menschen hervorheben, welche ihr ganzes Leben der Erforschung des Sittlichen in allen menschlichen Dingen und geselligen Verhältnissen widmen und daher berufen sind, als Erwählte des Bundes, dessen Werkthätigkeit, in freier Mitwirkung der Gemeine, zu leiten und zu regieren.
So wie jede Gesellschaft, so bedarf auch der Tugendbund einer bestimmten geselligen Verfassung, welche, dem allgemeinen Vorbilde einer jeden gesellschaftlichen Verfassung gemäss, nach der besonderen Idee dieser Gesellschaft weiter bestimmt werden muss. Die gesellige Verfassung soll mithin selbst dem Sittengesetze harmonisch sein, so wie dem Rechte der Innigkeit und der Schönheit gemäss, und so gebildet, dass sich das sittliche Leben der Menschheit als Ein organisches Ganzes in ihr entfalte. Daher ist die sittliche Lebenführung einer jeden Gesellschaft auf ihrem Gebiete öffentlich, damit Jeder freien Antheil an ihr nehme. Nur persönliche Liebe schliesst dem Familiengenossen oder dem Freunde das Herz des einzelnen Menschen auf, dass er sein innerstes sittliches Streben in seinem eigensten Leben ihm vertraue; allein so offen und ohne Vorbehalt jeder Einzelne mit sich selbst umgehen muss, wenn er die Stimme des Sittlichen in ihm klar und rein vernehmen und ihr unbedingte Folge leisten soll, so offen muss jede Gesellschaft gegen ihre Mitglieder ihre sittlichen Angelegenheiten verhandeln.
Die Werkthätigkeit des Tugendbundes ist ein reiches organisches Ganzes, ihre Haupttheile sind: Erkenntniss, Begeisterung, Entschluss und Ausführung. Die dem Tugendbunde eigenthümliche Erkenntnis umfasst zuerst die ewige Idee der sittlichen Vollendung der ganzen Menschheit, und jeder einzelnen Person, jeder einzelnen Lebensphäre in ihr, sodann die individuelle Kenntnis des wirklichen →

=158= Das Urbild der Menschheit
→ Lebens der Menschheit in allen seinen inneren Theilen, die geschichtliche Würdigung seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nach der ewigen Idee. Hierin bildet sie den Entwurf der sittlichen Vollendung des Lebenplanes der ganzen Menschheit und aller ihrer Personen und Kräfte. Die gesellige gleichförmig verbreitete Anschauung des Sittlichen weckt für sich schon reine Begeisterung für die Tugend; allein diese Begeisterung hervorzurufen, und sie zu bekräftigen, ist ein zweiter Haupttheil der Werkthätigkeit des Tugendbundes; in freigeselliger Eintracht feiern die Mitglieder desselben, unterstützt von allen schönen und innigen und harmonischen Künsten die Mittheilung sittlicher Anschauungen und Gefühle und Entwürfe; und das sie umgebende Leben Gottes der Vernunft, der Natur und der Menschheit selbst bietet ihnen in seiner rhythmischen und periodischen Bewegung äusseren Anlass zu einer Kreisfolge von Festen und heiligen Handlungen des sittlichen Sinnes dar. Erleuchtet von jener Erkenntniss, getrieben von dieser reinen Begeisterung, bildet nun der Tugendbund zu jeder Zeit stetig den gemeinsamen sittlichen Willen der Menschheit, als Eines Menschen, aus; die Fassung des sittlichen Entschlusses ist von fortwährender Prüfung der Gegenwart, des vorliegenden ganzen Lebenzustandes, begleitet, welche alle menschliche Dinge nach der Idee der Einen Tugend streng und parteilos würdigt. Ist nun in reinsittlichem Willen die ganze Kraft der Menschheit auf das Gute gerichtet, so folgt dem gefassten Entschlusse ununterbrochen die kunstreiche Ausführung, dass in gleicher Vollkommenheit alle Theile des Menschheitlebens zur sittlichen Schönheit des Ganzen stimmen, dass die männliche und die weibliche Menschheit, dass das leibliche und geistige Leben, dass jedes Lebenalter, dass alle gesellige Vereine, dass Wissenschaft und Kunst und ihre Harmonie, dass die Selbstbildung der Menschheit, dass das Wechselleben mit Gott, Vernunft und Natur sich einer gleichen sittlichen Würde und Schönheit erfreuen. Das sittliche Streben des ganzen Tugendbundes hält das sittliche Streben aller seiner einzelnen Glieder, bis zu dem jedes einzelnen Menschen, als freie aber dem Ganzen organisch verbundene Theile in sich; und so wie jedes untergeordnete sittliche Streben dem der ganzen Menschheit gemäss ist, so bewegt sich auch das sittliche Leben jeder untergeordneten Gesellschaft und jedes einzelnen Menschen rein und frei und gestärkt im sittlichen Leben des Ganzen. Der Lebenplan des Ganzen lässt der individuellen Bestimmung des Lebenplanes aller einzelnen Glieder der Menschheit völlig freien Raum; der höhere gesellschaftliche Wille befängt nicht die Freiheit des untergeordneten, sondern bietet ihr vielmehr ein reines, geheiligtes Gebiet dar, worauf sich das sittliche Leben jedes Einzelnen, rein, frei und schön gestalten kann.
Die Menschheit verjüngt sich stetig in ihren Neugebornen; ihr ist es wesentlich, ihre Kinder zu Menschen in allem Menschlichen zu erziehen, und sie zur Anschauung der Bestimmung der Menschheit und ihres ganz bestimmten Berufes auf dieser Erde zu erheben, vor Allem aber die Eigenthümlichkeit jedes Einzelnen zu pflegen und mit zarter Sorgfalt zur Reife zu bringen; auf dass Jeder nach seiner Weise, gemäss dem Lebenplane des Ganzen, den Plan des eigensten Lebens →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =159=
→ entwerfe, und, sich selbst vollendend, das Ganze verherrliche. Dem Tugendbunde liegt mithin die sittliche Erziehung aller Neugebornen ob; er hat zu walten, dass jedem Einzelnen in der Familie, im Stamme, im Volke, in allen werkthätigen Vereinen, rein sittliche Erziehung zu Theil werde; dass er sein eignes sittliches Streben frei entwickle und es dem höheren geselligen sittlichen Streben seiner Familie, seines Volkes und zuhöchst der ganzen Menschheit widme. Die Ausbildung des sittlichen Lebens ist eine unendliche Aufgabe; auch alle Erwachsenen sind mithin berufen, als Mitglieder des Tugendbundes sich fortwährend freigesellig im Sittlichen zu bilden. Der Tugendbund ist bestimmt zugleich Ein Bildungbund für die Tugend zu sein, welcher die Erziehung und Ausbildung aller einzelnen Menschen und menschlichen Vereine zu rein sittlichem Leben umfasst.
So wesentlich nun, als die innere Vollkommenheit aller Wesen nach ihrem eignen Gesetz, ist auch die Vollendung aller ihrer Verhältnisse nach der Idee des Rechtes, welche Gott und alle Welten in Einem Leben wirklich machen. Verlangt schon die sittliche Vollendung jedes einzelnen Menschen, und jeder Gesellschaft von Menschen, geselligen Fleiss, so ist dieser für die Ausbildung des Lebens nach der Idee des Rechts in näherer Beziehung wesentlich, da das Recht auf eine wechselseitige Bestimmung von Verhältnissen der Wesen dringt: wozu also immer alle Glieder dieser Verhältnisse zusammen wirken müssen. — Hiermit eröfnet sich uns die nächste Sphäre menschlicher Werkthätigkeit in dem Einen Rechtbunde aller Menschen auf Erden.
Der Rechtbund
Alle Menschen auf Erden sind an sich selbst, dem Leibe und dem Geiste nach, ursprünglich Ein Wesen, und bestimmt, dass ein Jeder sein eigenthümliches Leben mit den eigenthümlichen Leben Anderer in den Grundgesellschaften, in immer höhere Personen, vereinige, und dass dadurch alle Menschen zuhöchst eine wohlgegliederte und harmonisch belebte Menschheit seien. Die Forderung des Einen ewigen Rechtes wendet sich also sowohl an den einzelnen Menschen, als an alle Grundgesellschaften: jeder Einzelne, jede Familie, jede Freundschaft, bis herauf zur Menschheit jedes Himmelkörpers, und zuhöchst zur Allmenschheit, soll allen Wesen, auch sich selbst, das gebührende Recht leisten, und von Allen Wesen ihr eignes Recht empfangen; und zwar soll diess Leisten und Empfangen an sich selbst betrachtet Ein organisches Werk seyn. Die Menschheit, als Ganzes, und ihr Leben, als Ganzleben, ist dem Wesen nach eher und höher, als alles Einzelne, und alles Einzelleben in ihr: ein Ähnliches gilt also auch von dem Rechte der Menschheit in Bezug auf die Rechte aller ihrer einzelnen Glieder und Theile bis herab zum einzelnen Menschen; die Menschheit der Erde ist Eine Rechtperson, und ihr Recht Ein Recht. So wie ferner die Menschheit Ein im →

=160= Das Urbild der Menschheit
→ Inneren reiches Gliedleben ist, und so wie sich in ihr ihre inneren Personen und Gesellschaften unter und beigeordnet sind, so ist auch das Eine Menschheitrecht als Ein Gliedbau des Rechts zu beleben, welcher, den Gliedbau der Menschheit selbst nachahmend, die untergeordnetem Rechtsphären aller Personen und Gesellschaften der Menschheit, bis herab zu jedem einzelnen Menschen, als seine organischen Theile in sich hält. Das Menschheitrecht enthält mithin, sowohl in Ansehung Dessen, was sie zu leisten, als was sie im Weltall durch Gott zu empfangen hat, alle untergeordnete Rechtsphären, welche sowohl nach den Personen, als auch nach den innern Theilen der Menschennatur selbst, sich untergeordnet und nebengeordnet sind, und in Einem Kunstwerke, als Ein Ganzes, belebt werden sollen, damit das ganze Leben der Menschheit als Ganzes, und in allen seinen innern Theilen, der ewigen Idee des Rechts gemäss sey, in sich selbst, und in allen ihren Verhältnissen zu Natur, zu Vernunft, und zu Gott, dass sie in Einem vollkommenen Rechtzustande, als Ein Rechtleben, sich bilde. — Nennen wir also diess allseitig vollendete Rechtleben der Menschheit Staat : so soll auch auf jeder Erde zur Zeit der Lebenreife ihrer Menschheit Ein Staat, und in ihm ein Organismus untergeordneter Staaten sein, und es ist ein grundwesentlicher Theil ihrer Bestimmung, dass sie sich zur Einheit des Staates erhebe.
Jedes Wesen im Weltall theilt mit allen den göttlichen Beruf, in seiner Sphäre und auf seine Weise das Recht wirklich zu machen; einen Rechtzustand zu bilden und zu erhalten; dahin zu wirken, dass ihm selbst und allen Wesen, mit denen es im Leben verbunden ist, von ihm selbst und von allen Wesen, das ganze Recht werde, — dass sein eigen Leben, und alles Leben, womit dasselbe verbunden ist, ein Rechtleben, und zwar ein harmonischer Theil des Einen Rechtlebens in Gott werde. Der Rechtzustand aller Dinge, der Eine Gottstaat und Weltstaat, muss selbst lebendig in dem Leben Gottes und aller Dinge hervorgehen; dieser auf die Herstellung des Rechtes gerichtete Bildungstrieb ist Gott, der Welt und jedem ihrer Wesen, wesentlich; es sollen mithin alle Verhältnisse aller Wesen gegen einander so bestimmt werden, dass sie dieser göttlichen Forderung, das Rechtleben zu bilden, Genüge leisten können. Aber das Eine Recht fordert, alle Verhältnisse aller Wesen so zu bestimmen, dass ein jedes von ihnen, und dass sie alle in allseitigem Wechselleben ihre Bestimmung erfüllen, aber auch die Bildung des Rechtlebens zeigt sich als Theil von aller Wesen Bestimmung: das Recht kehrt also organisch in sich selbst zurück, und verlangt auf sich selbst angewendet zu werden, es giebt ein Recht, das Eine Recht wirklich zu machen, das Eine Recht zu bilden. Diess Recht, das Rechtleben selbst zu bilden, ist in Bezug auf die ursprünglichen Rechte ein Recht höherer Ordnung, doch ist es selbst wiederum ein untergeordneter Theil des Einen Rechtes, welches nur als ein organisches Ganzes wirklich werden kann. Auch die Menschheit, als Ganzes Wesen, hat also diess Recht um des Rechtes willen, als das Recht, ihr Rechtleben, ihren Staat, zu bilden. Diess Staatrecht der Menschheit ist Eines, so wie sein Werk der Staat, aber →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =161=
→ es befasst selbst wiederum in sich einen Gliedbau einzelne Rechte, welcher dem Gliedbaue des ursprünglichen Menschheitrechtes genau entspricht.
Als wir die ewige Idee des Rechtes anschauten, fanden wir, dass der Mensch, als das vollständigste und weseninnigste Wesen in Gott, den innigsten und vielseitigsten Antheil an Gottes Rechtpflege im Weltall habe. Daher ist auch die Werkthätigkeit der Menschheit für die Belebung des Rechts die kunstvollste, vielseitigste und zarteste, so wie ihr Rechtleben, oder ihr Staat, als das lebendige Werk jener Thätigkeit, allumfassend und gleichförmig harmonisch ist. Die gesammte Kraft der Menschheit nimmt also rechtmässig auch die einzelne Richtung, worin sie den Staat bildet; der Staat ist ein wesentliches und rechtmässiges Werk der Menschheit, doch nur ein einzelnes, ihrem Ganzleben untergeordnetes. Für die Herstellung des Rechtes soll, wie wir sahen, eben so gut der einzelne Mensch, als jede Familie, und jeder Stamm, ja sogar jede werkthätige Gesellschaft der Menschen, thätig sein; Jedes in seiner Sphäre, Jedes frei und selbständig; doch sollen auch in diesem Streben Alle gesellig vereinigt, und den höheren persönlichen Ganzen, zuhöchst der Menschheit selbst, untergeordnet sein. Und im werdenden Zustande der Menschheit und des Staates hat eben deshalb jeder einzelne Mensch, so wie jede höhere untergeordnete Person der Menschheit das Recht, auf alle Art, welche selbst dem Organismus des Einen Rechtes gemäss ist, dahin zu wirken, dass sich die Menschen vereinen, um in geselliger Kunst den Einen Erdstaat zu vollenden.
Das Eine Recht ist mit dem ewig und zeitlich Wesentlichen aller Dinge vollkommen harmonisch, und nur auf solche Weise können und sollen alle Wesen zur Bildung des Rechtzustandes wirken, wie es ihrer ewigen und zeitlichen Eigenthümlichkeit gemäss ist; sie sind also nur verbunden, nach ihren eignen Lebenformen und Lebengesetzen, nur auf naturgemässe Art, alle Rechtverhältnisse in ihrem ganzen Lebenkreise zu bilden. Daher sollen und können auch der Mensch und die Menschheit nur das Recht bilden nach den allgemeinen Gesetzen ihres innern Lebens, das ist tugendlich in sittlicher Güte und Schönheit. Die Herstellung des Rechtzustandes ist wesentlicher Theil der menschlichen Bestimmung, und die Tugend umfasst die ganze Bestimmung der Menschheit als Pflicht, um sie in sittlicher Güte zu vollführen; daher wird es von jedem wohlgeordneten Gemüthe als Pflicht erkannt und empfunden, gerecht zu sein, und allen Fleiss darauf zu wenden, dass überall das Recht wirklich werde, dass überall geschehe, was Recht ist. Doch ist von der andern Seite die sittliche Vollendung wiederum dazu wesentlich, dass das Recht erfüllt werde, und es findet daher ein Recht auf Sittlichkeit statt, dass nehmlich jeder Mensch, so wie zuhöchst die ganze Menschheit, in die Bedingungen versetzt werden, dass sie sich sittlich vollenden können. Das sittliche Streben erfasst auch das rechtliche, als einzelnen Theil seines Gebietes, die Eine Tugend enthält auch die Gerechtigkeit als untergeordneten Theil; und das Eine Rechtleben in Gott bildet, als einen einzelnen Theil seines ganzen Organismus, die äusseren Bedingungen, dass jeder →

=162= Das Urbild der Menschheit
→ Mensch und jede Gesellschaft von Menschen, ja alle Wesen in Gott, in Einem Leben, sich sittlich schön, nach der eignen Gesetzgebung ihres Lebens, vollenden. Was also auch das Recht überhaupt und das Staatrecht insbesondere im Einzelnen für Rechte enthalte, so enthalten sie zugleich die Rechte für die Sittlichkeit, als für die Vollendung des innern Lebens, und sind überhaupt mit dem sittlichen Leben aller Dinge harmonisch. Der Weg zum reinen, vollendeten Rechte geht nie mit dem Wege des Lasters, sondern nur mit dem Wege der Tugend. Und auf völlig gleiche Weise ist die Werkthätigkeit für das Recht im Ebenmass und Harmonie mit allen übrigen Kräften der Menschheit, mit ihren Bestrebungen für alle andere Theile ihrer ewigen Bestimmung.
Die Kunstaufgabe des Rechts ergeht, wie wir sahen, an jeden einzelnen Menschen und an alle Grundgesellschaften, ja selbst an jede werkthätige Gesellschaft, und kann in ihrem ganzen Umfange nur durch allgemeine Geselligkeit gelösst werden. So wie das Recht selbst sich über das ganze Menschheitleben erstreckt, so ist auch das Rechtleben, das ist, der Staat, auf Erden nur das Werk der gesellig vereinten Menschheit. Alle Menschen eines Himmelkörpers sollen sich mithin in Einen Bund für Recht, in Einen Rechtbund vereinen, worin sie in geselliger, sittlich freier, und schöner Kunst den einen Erdstaat, als Ein Rechtleben auf diesem Wohnplatze des Himmels, bilden sollen. Dieser Bund, und sein Werk, der Erdstaat, sind nun der nächste Gegenstand unserer Betrachtung. Und da wir hier die Menschheit der Erde in ihrer ewigen Vollendung, in ihrem völlig reifen Lebenalter, betrachten, so wollen wir zuerst den ganzen Rechtbund und den Erdstaat im Wesentlichen erkennen, und die Erkenntnis der einzelnen Theile desselben im Ganzen andeuten.
Die Bestimmung des Rechtbundes haben wir klar erkannt; sie ist, dass die Menschheit ihr inneres und ihr äusseres Recht empfange und leiste, und ihr ganzes inneres und geselliges Leben der ewigen Weltidee des Rechtes gemäss einrichte. Alles Menschliche soll die Sorgfalt des Rechtbundes umfassen, alles soll er auf jene Idee beziehen, und, so weit diese Beziehung reicht, ihr gemäss bilden. Um nun diese Bestimmung des Rechtbundes deutlich zu überschauen, hätten wir ihren Organismus in allen seinen inneren Theilen, gemäss dem göttlichen Organismus der Welt und der Menschheit aufzustellen, wenn nicht diese Ausführung das Ebenmaass unserer Betrachtungen überschritte. — Das Wesen des Rechtes beruht nicht in der Willkühr der Menschheit, einzelner Menschen, oder sonst eines Wesens, sondern vielmehr in dem unwandelbaren Wesen Gottes, in der Natur der Dinge und in den Gesetze des Lebens; der Wille des Menschen bezieht sich mithin nicht darauf, irgend etwas zum Rechte zu machen, sondern er soll, was ewig und zeitlich Recht ist, erkennen und ausführen. Die ewige Idee des Rechtes wird dadurch weder verändert, noch bestätigt, noch geschwächt, ob es erkannt werde oder nicht, ob Einer oder ob Millionen es →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =163=
→ anschauen; Einzelne können Millionen an Einsicht in den Organismus des Rechtes übertreffen, und durch Mittheilung derselben ihre Wohlthäter werden.
Alle einzelne Menschen sind Mitglieder der Menschheit und zuhöchst des Einen Gottreiches, also sind sie auch Mitglieder des Einen Gottstaates und des Einen Rechtbundes auf Erden; sie haben ein Recht es zu sein, und an der Rechtpflege der Menschheit auf eigenthümliche, gerechte Weise Theil zu nehmen; — alle Menschen also bilden die Eine Rechtgemeine auf Erden. Jedem soll bekannt werden, was Recht ist, jeden Menschen soll reine Gerechtigkeit beseelen, Jeder soll gesellig mitwirken am Baue des Erdstaates. Doch die Bildung des Rechtzustandes im Staate ist ein vielseitiges Kunstwerk, welches innige Kenntnisse des Wesentlichen und des Lebens aller Dinge, und des ganzen Lebens der Menschheit umfasst und aller ihrer Wechselverhältnisse, mithin setzt die Vollendung des Rechtlebens auf Erden eine eigne, und vielseitige Ausbildung des Verstandes und aller geistigen und leiblichen Kräfte voraus, sie fordert das Blühen aller geselligen Verhältnisse der Menschheit mit Gott, Vernunft und Natur, und verlangt, hierauf gegründet, eine eigne Kunstübung und Kunstfertigkeit. Es ist mithin wesentlich, dass die Gemeine einer verhältnissmässigen Menge von Menschen das Recht übertrage, sich ausschliessend der Bildung des Staates zu widmen, den Organismus des Rechtes zu erkennen und auf das Menschheitleben allseitig anzuwenden. Diejenigen, denen dieser ehrwürdige Beruf anvertraut worden ist, können Erwählte des Rechtbundes, Staatkünstler oder Staatbildner genannt werden. Sie müssen, so wie ihr Werk Eins ist, selbst Ein Ganzes bilden, Eine wohlorganisirte Gesellschaft innerhalb der ganzen Rechtgemeine der Erde sein, welche sich in einzelnen organisch verbundnen Zweigen über alle Länder und Völker der Erde verbreitet. Die Gesellschaft der Staatbildner darf nicht nach Willkühr handeln, so wenig als die ganze Gemeine, sondern sie soll das als nothwendig erkannte Recht der Gemeine darstellen, die Gemeine aber soll es mit Freiheit anerkennen und zu dem ihrigen machen, und die Staatkünstler sollen sodann, in freiem Kunstvereine mit der ganzen Gemeine, das ganze Menschheitleben nach der ewigen Idee des Rechts und nach dem individuellen Ideale der Menschheit dieses Himmelkörpers, dieses Erdtheiles, dieses Volkes, dieses Stammes, dieser Familie, anordnen und bilden. Die Eine Rechtgemeine enthält in den naturgemässen Abstufungen der Grundpersonen die Rechtgemeinen aller einzelnen Völker, Stämme, Ortschaften und Familien, welche, obwohl auf ihrem eignen Gebiete frei und selbständig, doch allen höheren Ganzen des Rechtbundes, auf den höheren Gebieten des Rechtes untergeordnet sind, und den höheren Rechtgesetzen derselben folgen.
Wir haben zunächst die Formen der Rechtbildung oder des Rechtlebens im Allgemeinen zu betrachten, sowohl die, welche dem Rechte an sich selbst gehören, als auch jene, die auf dem Wesen der Menschheit, als solcher, beruhen. Wir erkannten die Rechtidee in ihrer erhabnen Allgemeinheit, wie sie ewig im Wesen Gottes, und aller Dinge, gegründet ist, mithin Allgemeingültigkeit und →

=164= Das Urbild der Menschheit
→ allumfassende Nothwendigkeit und Selbständigkeit behauptet. Die Rechte eines Wesens beruhen auf seinem Wesentlichen, auf den Gesetzen seines Lebens, auf seiner ganzen Lage im Weltall und zuhöchst in Gott; darauf, dass seine Rechtsphäre vollendet werden, beruht nicht nur die eigne Vollendung eines jeden Wesens, sondern auch mittelbar und zum Theil die Vollendung aller Wesen, welche mit ihm in Lebenvereine stehen. Hierin ist die eigenthümliche, allgemein verbindende Kraft des Rechtes gegründet, welche von dem Einzelleben des einzelnen Wesens unabhängig fordert, dass jedes einzelne Wesen sein Recht empfange und leiste, um der Harmonie der Welt, und zuhöchst um der Vollendung des Alllebens selbst willen. Und eben hieraus entspringt auch das Recht, welches alle Wesen auf alle haben, dass sie auf einander zum Rechtleben nöthigend einwirken, und was insbesondere den Menschen betrifft, das Recht, den im Gebiete des Rechts Unwissenden zu belehren, ihn, bis er zur Erkenntniss und zum reinen gerechten Willen gelangt ist, auf gerechte Weise zu bevormunden, ihm sein Recht unabhängig von seiner eignen Einsicht jederzeit und ganz zu leisten, und ihn auf gerechte, das ist dem Organismus des Rechts und des ganzen Menschheitlebens selbst gemässe Art zum Rechtleben zu zwingen. Und zwar bezieht sich dieses Recht, durch rechtliche Mittel zum Rechtleben zu zwingen, eben sowohl auf jeden Einzelnen, als auf Familien, Stämme und Völker und auf Menschheiten ganzer Himmelkörper, dass sie diess Recht ausüben, und dass es über sie ausgeübt werde. Dieses Zwangrecht ruht zwar zuhöchst in der Person der Menschheit, als auf der höchsten Rechtperson ihrer Sphäre; aber es wird eben so wenig durch die Mehrzahl und deren Willkür erlangt und bekräftigt, als überhaupt das ganze Recht und jedes Recht, sondern es ist von aller Persönlichkeit, als solcher, schlechthin unabhängig, und jede untergeordnete Person nimmt an ihm auf ihrem eignen Gebiete, doch untergeordnet dem Ganzen, verhältnissmässigen, eigenthümlichen und wesentlichen Antheil. Dieser Zwang aber muss sowohl dem ganzen Rechte, als auch der Sittlichkeit, der Innigkeit und Schönheit aller Dinge und dem ganzen Menschheitleben insbesondere allseitig gemäss sein. Für den, der das Recht erkennt und liebt, hört jener Zwang auf, als Zwang empfunden zu werden, denn ein Solcher gehorcht dem Rechte, als einer wesentlichen Pflicht mit freiem Willen.
Die Nothwendigkeit des Rechtes erstreckt sich ferner über alle Wesen gleichförmig. Sofern Wesen gleich und in gleicher Lage sind, haben sie gleiche: sofern sie aber ungleich und in ungleicher Lage sind, ungleiche Rechte; jedem soll sein Recht, was ihm vermöge seines in aller Zeit bleibenden Wesentlichen, nach seiner Individualität und nach seiner individuellen Lage gegen alle anderen Wesen zukommt, auf völlig gleiche Weise zu Theil werden. Daher ist auch das Recht für alle Menschen, sofern sie überhaupt Menschen sind, das ist, sofern sie das in aller Zeit bleibende Wesentliche der Menschheit sind und an sich haben, völlig gleich; sofern aber in jedem Menschen das Allgemeinmenschliche eigenthümlich bestimmt ist, sofern erfährt das für Alle im Allgemeinen gleiche Recht →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =165=
→ eigenthümliche Bestimmungen. Das Recht bestimmt sich also nach Alter, Geschlecht und Stand, nach der verschiednen Lage der Menschen in der Natur und in der Vernunft, nach den verschiedenen geselligen Verhältnissen, welche die Menschen zuhöchst zur Menschheit desselben Himmelkörpers und mit noch höheren Ganzen der Menschheit vereinen.
— So wie nun das Recht an sich selbst nothwendig ist, so sollen auch die zum Rechtbunde vereinten Menschen in der Bildung des Rechtlebens sich durchaus rein vom Einflusse selbstischer Neigungen, persönlicher Vorliebe, und aller Willkühr halten: und so wie das Recht an sich selbst offne, lautere Wahrheit ist, so soll auch die Rechtpflege offen, lauter, rein von List, Lüge und Betrug sein, und die Heiligkeit des Rechts unbefleckt bewahren.
Hieraus ergibt sich auch die Verfassung, welche die Menschen zu dem Einen Rechtbunde verbindet. Sie soll dem Rechtleben selbst, und den wesentlichen Formen des Rechts, vollendet entsprechen: sie soll so bestimmt sein, dass das Eine Rechtleben in freier und schöner geselliger Kunst wirklich werde, und dass sich alle einzelnen Funktionen dieser Kunstübung ebenmässig und gleichförmig, harmonisch und schön, und dabei uneigennützig, wahr und offen, als Ein Kraftganzes, bewegen.
Auf dem Grunde der ewigen Rechtidee lässt sich nun auch die Werkthätigkeit des Rechtbundes in ihren einzelnen Zweigen erkennen. Das erste Erforderniss, wenn Recht auf Erden leben soll, ist Erkenntnis desselben. Erkenntnis der reinen Idee des ganzen Rechtes, und des Menschheitrechts insbesondere, welche sich nur auf Erkenntniss des ganzen Menscheitlebens auf Erden gründen kann; ja, da ein wirkliches Rechtleben gebildet werden soll, so wird zu dieser allgemeinen Erkenntniss auch individuelle Erkenntnis jedes einzelnen Menschen, der da lebt, und seiner individuellen Rechtansprüche erfordert. Aus der allgemeinen Erkenntnis des Rechtes entspringt die allgemeine Rechtgesetzgebung, und aus der individuellen die individuelle Rechtertheilung an einzelne Menschen und Gesellschaften nach dem Organismus des Rechtgesetzes. — Das Leben bildet sich stetig weiter, die Menschheit verjüngt sich stets in ihren Gliedern; daher muss auch jene Erkenntnis und die darauf gegründete Rechtgesetzgebung und Rechtertheilung in stetem Forschen weiter bestimmt, und stets neu auf die lebende Menschheit angewandt werden. Den Erwählten des Rechtbundes liegt es ob, dies Ganze der Rechterkenntniss zu bilden, dabei die Mittheilungen der ganzen Gemeine zu benutzen, diese Erkenntniss der ganzen Gemeine bekannt zu machen. Doch ist es hier nicht allein um Erkenntnis, sondern um Belebung des Rechtes selbst zu thun, und um Herstellung desselben durch die ganze Gemeine; diese hat also auch das Recht dazu, das erkannte Recht stetig auszuführen, und alle dahin abzweckenden Handlungen vorzunehmen, und der Rechtbund ist zugleich eine mit zwingender Nothwendigkeit das Recht ausführende und ausübende Gewalt, →

=166= Das Urbild der Menschheit
→ welche an sich selbst und ursprünglich der ganzen Rechtgemeine zusteht. Gleichwohl muss diese Ausübung, so wie jene Erforschung des Rechtes den Erwählten des Rechtbundes übertragen werden, während jeder Einzelne rechtlich verbunden bleibt, auf gesetzliche Art die Ausübung des Rechtes an seiner Stelle zu befördern. Um auf diese Weise das Recht stetig auszuüben, ist nicht nur stete Kenntnis des fortschreitenden Lebens, sondern auch stete Aufsicht auf dasselbe auf dem Gebiete der Rechtidee, und sofern es ein Rechtleben ist, erforderlich; das Recht der Aufsicht über die Belebung des Rechtes, welches sich wie das ganze Recht selbst, auf das ganze Menschheitleben erstreckt, kommt also dem Rechtbunde als ausübender Gewalt wesentlich zu. — Nur Kunstverständige haben an sich schon das Recht, die Rechtpflege auszuüben, und nur sie können diess Recht um des ganzen Rechtes willen, im Rechtbunde, jedoch selbst auf gesetzliche Weise, erlangen. Denn die Gemeine bringt das Recht, das Recht zu bilden, mithin auch das Recht der ausübenden Gewalt, nicht hervor, sondern weil diess Recht unabhängig von aller Persönlichkeit da ist, darum lässt sie es durch Kunstverständige ausüben, und ist rechtlich verbunden, es nur durch Kunstverständige ausüben zu lassen, — und obgleich zuhöchst die Gemeine die grösste, jedem Einzelnen unüberwindliche Naturgewalt in Händen hat, so waltet doch über der Menschheit, über jedem Volk, so wie über jedem Einzelnen, Gott als der untrügliche Richter, als die unendliche urgerechte Macht, in dessen Augen die Gewalt als solche zu Nichts berechtigt, Nichts Ungerechtes rechtfertigt: denn das ewige Recht ist, wie jede ewige Wahrheit, von Willkühr und Gewalt völlig unabhängig.
Da ferner das Recht auf vernunft- und naturgemässe Weise in sittlicher Güte und Schönheit wirklich werden soll durch inneren freien gerechten Willen, welcher zugleich stärker ist, als jeder einzelne äussere Zwang, so ist es ein wichtiger Theil der Werkthätigkeit des Rechtbundes, sich gesellig für das ewige und heilige Recht zu beseelen, Geist und Gemüth dafür empfänglich zu machen, und den Willen dem Rechte zu heiligen. Der Rechtbund muss also hierhin wirken, und ein wohlgeordnetes Ganzes von Gebräuchen, heiligen Handlungen und kunstreichen Darstellungen des Rechtes, in Lehre und Beispiel als Eine gesellige Kunstübung bilden. In den Versammlungen, die diesem erhabnen Zwecke gewidmet sind, sollen sich alle schönen Künste zu einem lebendem Kunstwerke vereinen, worin, klare Anschauung, Beseelung und reiner Wille für das Recht entzündet, und genährt werden. — Damit endlich die Menschheit stets fortschreitend ihr Rechtleben ausbilde, ist es wesentlich, dass der Rechtbund die Kinder für das Rechtleben erziehe, und in kunstmässigen dem Rechte gewidmeten Erziehanstalten ihren Verstand und ihr Herz dem Rechte gewinne, und auch für die Erwachsenen sorge, dass sie sich in der Erkenntnis des Rechtes und in der Ausübung desselben fortwährend ausbilden.

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =167=
Soll der Rechtbund alles Diess leisten, so muss ihm ein Ganzes von Gütern eigenthümlich überlassen sein, alle Kräfte, alle inneren und alle äusseren Bedingungen seines Kunstlebens müssen ihm zu Gebote stehen, er muss sich in Zeit und Ort frei, schön und würdevoll bewegen können. Da ohne diese Bedingungen das Recht, das Rechtleben zu bilden, nicht geübt werden kann, so hat der Rechtbund selbst ein mittelbares Recht, dass ihm diese Bedingungen geleistet werden; mithin muss bei der allgemeinen rechtlichen Güterverteilung unter die Einzelnen und unter alle menschlichen Gesellschaften auf die Bedürfnisse des Staats gleichförmige Rücksicht genommen werden.
Wir haben bis hieher den Erdstaat als Ein Ganzes erkannt, ohne den inneren Organismus seiner einzelnen Theile zu betrachten, dieser aber stellt sich uns nun leicht im allgemeinen dar. Denn in der Einheit des Erdstaats bilden sich so viele untergeordnete Staaten und Rechtbunde, als die Menschheit Grundgesellschaften und werkthätige Gesellschaften in sich schliesst. Die von der Natur ausgesprochnen Haupttheile des festen Landes bezeichnen auch die dem Erdstaate untergeordneten höchsten Ganzen des Rechtlebens und des Rechtbundes; in diesen aber sind wiederum ebenso die einzelnen Staaten der Völker, der Stämme, der Familienvereine enthalten, und ob gleich in unserem heutigen Sprachgebrauche die Rechtpflege innerhalb der Familien nicht Staat genannt wird, so bildet sie doch nicht minder ein selbständiges, den höheren Rechtsphären untergeordnetes, Ganzes, und verdient daher mit jenen durch denselben Namen bezeichnet zu werden. Der Rechtbund der Familien ist der feste Grund, worauf das ganze höhere Gebäude höherer Staatganzen ruhet, und Kraft gewinnt; ihr Rechtleben ist es, woraus in der werdenden Menschheit alle höhere Staaten hervorgehen, und worin die theuersten Rechte des Einzelnen gehalten und gesichert, wodurch der Einzelne der Liebe und dem Dienste der ewigen Gerechtigkeit gewonnen wird. Und so sind wir bei der eignen inneren Rechtpflege des einzelnen Menschen angelangt, welche der höheren Rechtpflege der Familie, des Familienvereins, des Stammes, Volkes, Volkbundes und der Menschheit gemäss, dennoch frei und selbständig und eigenthümlich ist, weil das Recht auch sein ganzes individuelles selbständiges freies Leben durchdringt, wohin gesellige Gesetzgebung nie reichen kann.
So erblicken wir die Menschheit als Einen gerechten Bürger im Gottstaate, als Einen freien Rechtkünstler, der im Geiste Gottes, und seiner ewigen Weltordnung gemäss, das Recht auf Erden wirklich macht, auf dass sie selbst auch von dieser Seite würdig sei, von Gott, Vernunft und Natur in immer höhere Ganze des Weltlebens aufgenommen zu werden, sich immer inniger in sie einzuleben. —Gerechtigkeit erkannten wir schon früher als vorgängige allgemeine Bedingung der Liebe und des Wechsellebens. So wie uns nun Gerechtigkeit zur Liebe leitete, so führt uns hier die Betrachtung des Rechtbundes hinüber zur Anschauung der Geselligkeit, worin sich die Menschheit der Liebe und dem Wechselleben mit →

=168= Das Urbild der Menschheit
→ allen Wesen weiht, und wodurch sie sich selbst würdigt und heiligt, von Gott, Vernunft und Natur geliebt zu werden.
Der Gottinnigkeitbund
Unter den ewigen inneren Formen Gottes und seiner Welt erkannten wir auch das Wechselleben aller Wesen und das innere Streben nach ihm, die Liebe. Wären nicht alle Wesen gottähnlich gebildet, so dass eins dem andern wesentlich gegenwärtig ist; würde nicht jedes Wesen seiner Schranke sich bewusst und zugleich Dessen, was über, neben und in ihr ist und lebt, wäre nicht jedem Wesen ein eigner Sinn für das äussere Leben aller Wesen verliehen, so wäre nicht jene innere Richtung des ganzen Wesen auf Alles ausser ihm, worin Liebe und Wechselwirkung ewig entspringen, so wären alle Wesen öde in sich selbst verschlossen, und selbst Gott vermöchte nicht ihr Wechselleben zu vereinen. — Diesen lebendigen Zustand eines jeden Wesens, worin es als ganzes Wesen und in einzelnen Gliedern und Kräften innerlich auf äussere Wesen, zuhöchst auf Gott, gerichtet ist, für sie Liebe empfindet und mit ihnen im Wechselleben steht, will ich mit dem Namen der Innigkeit eines Wesens bezeichnen, und dieser Zustand sei es, worin wir jetzt den Menschen betrachten.
Die menschliche Innigkeit trägt den Charakter der Vernunft und der Natur zugleich; sie ist der Zustand, worin sich der Mensch in seinem wahren Wesen, in seinem wahren Orte und Bestimmung in Gott erkennt; worin er seine wesentliche Einheit mit Gott, mit Vernunft und mit Natur anschauet, seinen Verstand und sein Gemüth den Lebenäusserungen aller Wesen hingebend öffnet, und sich selbst im Innern vorbereitet, dass er ihrer Liebe würdig und fähig werde, mit ihnen einen ahren Lebenverein einzugehen. Die Weseninnigkeit des Menschen ist sein Sein und Leben in Gott, und in allen Wesen als Organen Gottes, worin er strebt, dass er sich selbst und alle Wesen als Ein Gliedleben Gottes vollende, dass ihm selbst Gott und alle Wesen und er wechselseits ihnen auf alle Weise gegenwärtig werden: sie ist der Trieb, sein Innerstes mit dem Innersten aller Wesen auf alle Weise allseitig zu vermählen, voll inniger Freude am Leben und der Schönheit Gottes und aller Welt, voll inniger Trauer an der endlichen Dinge Unvollendung. Auch umfasst die Innigkeit das ganze innere Leben, die ganze innere Selbstbildung, sofern sie auf andere Wesen bezogen werden. Nur in Gott und seiner Welt sind und leben alle Dinge eigenthümlich und kräftig, Weseninnigkeit ist also eine Quelle steter Selbstkräftigung. So ist mithin die Liebe eine einzelne Äusserung der Innigkeit und ihr wesentlicher Theil, aber ihr gehn die frühesten Akte der Innigkeit, jenes innere Schauen und Sehen, jenes innere Eröfnen nach äusserem Leben hin, voran; denn Liebe ist das wirkliche Streben, mit dem schon innig umfassten Wesen in Ein Leben zusammen zu leben, aber früher muss das geliebte Wesen innig in der Idee gegenwärtig sein, ehe sein Leben liebend aufgenommen werden kann. Da die Innigkeit den ganzen Menschen bewegt, so →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =169=
→ lebt sie gleichförmig im Geist, und im Gemüthe, im Erkennen und Empfinden, im Wollen und im Handeln; sie ist eine eigne Belebung und Stimmung aller Organe und Kräfte der Menschennatur. Ohne Erkenntniss Gottes und der Welt ist im Menschen nur ein dumpfes Sehnen, ohne gemüthliche Empfindung nur kalte Erleuchtung, ohne kräftigen Willen nur schwärmendes Streben, ohne äusseres Handeln nur ein inneres sich selbst verzehrendes Feuer. Der ganze Mensch, Geist und Leib, mit Allem, was in ihnen ist, müssen gleichförmig auf Gott und Welt gerichtet sein, wenn Innigkeit erblühn soll. Dieser selige Zustand, worin der Mensch sich sein selbst, Gottes und aller Wesen lebenvoll erfreut und in ihnen geneset, wird immer mehr ein Zustand der innigen Verbindung mit Gott und mit allen Wesen, welche Geist und Gemüth, Erkennen und Empfinden, Wollen und Handeln gleichförmig umfasst. Denn die Innigkeit, und die in ihr geborne Liebe, ist die innere Bedingung, unter welcher Gott alle Wesen mit einander und mit sich selbst vereint; sie ist mithin innere Bedingung der Weseneinigung und ihres Wechsellebens selbst; sie dauert während des individuellen Wechsellebens fort, bewirkt und unterhält es an ihrem Theile. Wir müssen also zuvor die Innigkeit der Menschheit und ihre innere Geselligkeit für Innigkeit erkennen, um den Ort anzuschauen, welchen die Menschheit äusseren Wesen zu geselligen Einwirkungen zeitewig bereitet. Obgleich die Innigkeit das innere Leben eines Wesens mit äusseren Wesen ist, so beruht sie doch auf Selbständigkeit, auf freier Ausbildung des eigensten inneren Lebens, und setzt dieselbe stetig voraus, die Selbständigkeit ist in jedem geselligen Wesen, so wie in Gott selbst, ewig das Ehere, in aller Zeit Bleibende, sie wird durch Innigkeit und im Wechselleben nicht aufgehoben, sondern dadurch bestätigt, bekräftigt, mit allen Wesen harmonisch ausgebildet und vollendet.
Der ewige Grund der allgemeinen Innigkeit der Wesen ist Gott, und die Innigkeit aller Wesen ist an sich selbst, und für Gott, nur die Eine Selbständigkeit Gottes; in Gottes zuvorkommender Innigkeit und Liebe, welche von oben in alle seine Wesen nach allen Richtungen hindurch wirkt, ist und lebt die lnnigkeit aller Wesen, auch die menschliche; die Eine ewige Liebe Gottes ist alle Liebe und belebt sie in sich selbst, damit Gott Ein inneres Leben, und die Welt Eine harmonisch schöne Schöpfung sei. Die Menschheit aber, als das innerste Wesen in Gott, welches sich des vollständigen Ebenbildes Gottes erfreut, und aller Wesen Harmonie in sich hält, ist als Ganzes, und in jedem ihrer Glieder, auch in ihren untheilbaren Gliedern, in allen einzelnen Menschen, allseitiger und gleichförmiger Weseninnigkeit fähig: sie öfnet sich eben so aufwärts in Gott, als in Vernunft und Natur; Geist und Leib, einzeln und in ihrem vereinten Leben, sind gottinnig, vernunftinnig, naturinnig und menschheitinnig; in reiner Innigkeit sollen die Menschheit, soll jede untergeordnete Gesellschaft derselben und jeder einzelne Mensch sich selbst und alle Wesen umfassen jedes nach der Stufe seines Daseins und Lebens, und nach dem Verhältnisse, worin sie mit ihm in dem ewigen Wesen und Leben Gottes stehen. Die menschliche Innigkeit gegen Gott, →

=170= Das Urbild der Menschheit
→ gegen die Vernunft, die Natur, die Menschheit, und gegen alle Wesen in ihnen, ist Ein Ganzes; keine Innigkeit schwächt die andere, oder schliesst sie aus, sondern alle fordern, erhöhen, mässigen und verschönen sich wechselseits. Der wahrhaft weseninnige Mensch erkennt und liebt alle Dinge in jedem einzelnen Zuge ihres Lebens, als Glieder des Einen Urwesens und Urlebens; sein ofner Sinn ist eben so auf das Ewige, als auf das individuelle Leben gerichtet; eben so auf das in aller Zeit Bleibende, als auf das in der Zeit das Ewige Offenbarende; er erkennt und liebt alles als ein Wesen in Gott, und lebt mit Allem als mit einem Nebenwesen in Gott. Alle Innigkeit des Menschen und der Menschheit ist Gottinnigkeit, weil Alles was ist, in Gott ist, und weil nur Gott ist; doch unterscheiden wir, ohne diese Einheit zu zertrennen, Gottinnigkeit, Vernunft- Natur- und Menschheit-Innigkeit als selbständig, als in Einem Ganzen enthaltene harmonische Theile. Denn Gott ist Alles, als das Eine Urwesen; er ist das höchste in sich selbst Unterschiedene über, und ewig vor allen Wesen in ihm; er ist ferner alle Wesen selbst, die er, als ganzes Urwesen im Gegensatz mit dem höchsten in ihm Ununterscheidbaren, ewig schafft; und zwar ist Gott alle seine inneren Wesen, in so fern sie selbständig und in so fern sie unter sich vereinigt sind; endlich aber ist Gott auch der zeitewige Verein seiner Selbst, sofern er über allen Wesen ist und lebt, mit allen Wesen, in welchem Zusammenleben Gottes und seiner Welt der Lebenverein aller untergeordneten Wesen unter sich ewig und zeitlich begründet ist. Daher richtet sich der gottinnige Mensch und die gottinnige Menschheit in dieser vierfachen Beziehung auf Gott: auf ihn, als das ganze Eine ewige Urwesen: auf ihn, als das seiner ewig in ihm selbst geschaffnen Welt entgegengesetzte Höchstwesen: auf ihn, so fern er seine inneren Welten oder Wesen in ihrem selbständigen dem ganzen Gotte untergeordneten Sein und Leben ist; endlich zuhöchst auf ihn, sofern er sich selbst, als Höchstwesen, mit sich selbst, sofern er alle seine inneren Wesen ist, zeitewig in Ein Leben stetig vereint. So vielfach ist die Erkenntniss, das Gefühl, der Trieb, der Wille, und das Leben des gottinnigen und allweseninnigen Menschen und der Menschheit. Die Naturinnigkeit, die Vernunftinnigkeit, und die Menschheitinnigkeit bilden zusammen eine untergeordnete Sphäre der Einen Gottinnigkeit des Menschen, welche nicht blos in ihren einzelnen Theilen, sondern zuerst und zuhöchst als Eine Gottinnigkeit ohne und vor dem Gegensatze des Ganzen und der Theile des göttlichen Wesens ist und lebet. Durch diese Eine, im Innern harmonisch, rhythmisch und organisch belebte Gottinnigkeit leben der Mensch und die Menschheit in ewig vorbestimmten Zeiträumen in höhere ja in alle Ordnungen zeitlicher und ewiger Dinge ein, so wie sie in Gottes liebevoller Mitwirkung dazu reif werden.
Doch dieser selige Zustand wird, wie Alles, was das Menschheitleben umfasst, vom Menschen nur auf menschliche Weise, das ist durch freien inneren Aufschwung, durch besonnenen kraftvollen Willen, durch bewusste, schöne Kunst erworben, und anwachsend ausgebildet; Seele und Leib, Geist und Gemüth, Verstand und Herz, Erkenntniss und Gefühl, alle Organe und Kräfte des Menschen, →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =171=
→ müssen gleichgestimmt und wohlverhaltig, harmonisch und melodisch, zusammenwirken, um dem Menschen und der Menschheit die Weihe und Vollendung der Gottinigkeit zu geben. Nur durch den Menschen gelangt der freie Mensch zu Gott: unwillkührlich treiben und wecken ihn seine eigenthümlichen Lebenkräfte, dass er sich selbst bilde, sich selbst schaue, sich selbst gewinne, und dann in sich die Welt und Gott erfasse, sich ihm selbst, Gott, und der Welt liebend weihe. Gott hat jedem Wesen, zumeist dem Menschen als seinem vollständigsten Ebenbilde das Göttliche angestammt, dass alle Wesen ihn selbst in ihnen selbst finden, sobald sie zur Klarheit und Kraftfülle des eignen Lebens hindurchgedrungen sind, ja es wäre selbst gegen Gottes Wesenheit und ewige Allmacht, wenn seine Wesen sich nicht durch inneres ihnen von Gott eingestammtes Kraftleben selbst zu Gott aufschwingen, und in reiner Innigkeit sich Ihm selbst, und seinen liebevollen Einwirkungen von oben, zum reinen Opfer zu läutern und darzubringen vermöchten. Das eigne Wesentliche ist jedem Wesen das Nächste, und sein selbständiges Leben ist für es selbst, nicht für Gott, von seinem eignen Standorte, nicht von Gott aus, gesehen, das der Bedingung nach Ehere; sein geselliges Leben aber ist für jedes Wesen das Zweite, und durch sein Selbstleben bedingt; daher kann die Gottinnigkeit des Menschen nur aus der immer wachsenden Vollendung seines eigensten, freien inneren Lebens, zuerst innerlich in ihm hervorgehen; daher kann auch der Mensch sich nur durch sich selbst zu Gott erheben und in Gott aufzuleben streben. Ist ihm sein Leben, in göttlicher Obhut und Mitwirkung, so weit gelungen, dass er in sich selbst Gott gewonnen, hat er seine eigne Sphäre aus angestammter Kraft und in ursprünglichem inneren Triebe nach Gott, als nach dem ewigen Urlichte, hingewandt: dann beginnt in ihm eine höhere Offenbarung, die ewige Liebe wirkt aufs neue in ihn ein, Gott geht ihm als die Sonne seines Lebens, und alles Lebens, auf.
Die Gottinnigkeit des Menschen ist seiner ganzen Bestimmung freundlich und erhebend, sie ergiesst Freude und Liebe und Thatkraft über sein ganzes Leben, sie ist ein seliger Zustand, eine stetige Kraft, die das ganze Leben des Menschen durchdringt und verschönt. Aber der Mensch ist endlich im Anschaun, in Neigung, im Willen und im Thun, und in sofern ist es ihm unmöglich, sich in jedem Momente ganz der Gottinnigkeit in stets gleicher Fülle und in gleicher Klarheit des Bewusstseins, zu ergeben; sie ist gleichsam die höhere Seele seines Lebens, seine Freude, seine Stärke; er widmet ihr periodisch, und so oft Geist und Gemüth ihn treiben, heilige Momente, wo er von allen einzelnen Wirken ledig, von allen einseitigen Strebungen frei, sein ganzes Wesen zu Gott erhebt, um ihn, und alle Wesen in ihm, zu schauen, um ihn zu lieben, um sein eigen Leben an der allgemeinen Harmonie des Lebens Gottes und des Lebens aller Dinge in, mit und durch Gott, prüfend zu überschauen, und im Anschaun Gottes und des Weltall seinen Lebenplan zu entwerfen. Diese Übungen der Gottinnigkeit machen Gott, Natur, Vernunft und Menschheit im Menschen gegenwärtig, in ihr bildet sich die Kunst, dass er auch sich selbst Gott, der Vernunft, der Natur und der Menschheit →

=172= Das Urbild der Menschheit
→ in einem gottähnlichen Leben gegenwärtig mache, und würdig werde, von ihnen in höhere Ordnungen des Lebens aufgenommen zu werden; die Stunden des Gebets und seliger Andacht werden Geburtstunden grosser, guter und schöner Gedanken und Handlungen, durch sie wird reines, allseitiges, harmonisches Menschenleben vollendet.
Die Gottinnigkeit jedes Menschen, und ihre Übung, sein ganzes inneres Leben in Gott, Vernunft, Natur und Menschheit ist so eigenthümlich als sein rein menschliches Leben, in ihr spiegelt sich das Ureigne seines Denkens, Empfindens und Wollens. — Sind nun Menschen durch persönliche Liebe in freie Geselligkeit, in Freundschaft, und in den Verein des ganzen Lebens verbunden, so wird ihnen wechselseits auch die schöne Eigenthümlichkeit ihrer Gottinnigkeit offenbar, sie werden von reiner Liebe zu einander durchdrungen, und es entsteht das innige Streben, sich als gottinnige Menschen einander mitzutheilen, ihre Gottinnigkeit gesellig, in einem geselligen steten Kunstwerke, zu üben. Die Familie und die Freundschaft sind die ursprünglichsten Heiligthümer geselliger Gottinnigkeit; denn die persönliche Liebe schliesst das Innerste der Geister und der Herzen auf, und vereinigt die Lebenden wie in Einen gottinnigen Menschen; sie lieben Gott und alle Wesen mit Einer Liebe, und empfangen vereint die schönen Gaben der Gegenliebe Gottes, und in diesem höheren Liebeleben verklärt, verschönt und verstärkt sich ihre Wechselliebe, welche jedes gesellige Band immer inniger und fester um sie schlingt.
So wie mehrere Familienvereine gemeinsamen Ursprungs im Stamme, mehrere Stammvereine im Volke, mehrere Völkervereine in der Menschheit der Erde einen immer höheren Menschen mit immer höherer, reicherer Persönlichkeit, als einen Schöpfer immer höheren ureigenthümlichen Lebens, bilden: so sind auch alle diese höheren Personen der Menschheit berufen, in eigenthümlicher Gottinnigkeit sich Gott und allen Wesen zu weihen, ihre Liebe zu Gott, Vernunft, Natur und Menschheit gesellig zu beleben, und sich würdig zu machen, als diese höheren Personen, mit Gott und mit allen Wesen immer höhere Verhältnisse äusserer Geselligkeit und Wechsellebens einzugehen. Schon im Leben jedes Einzelnen Menschen spiegelt sich Gott, wie viel mehr und wie viel herrlicher noch im Leben und in den Schicksalen der höheren Menschen, der Familien, der Stämme, Völker, Volkvereine und Erdmenschheiten. Alle Menschen also, deren gesellig vereintes Leben diese höheren Personen bildet, sind berufen, sich zu geselliger Gottinnigkeit zu vereinen, und zuhöchst Einen Gottinnigkeitbund auf Erden zu stiften. Jede Ortschaft, jeder Stamm, jedes Volk, jeder Völkerverein, jede Erdmenschheit, sollen sich in gemeinsamen Heiligthümern versammeln; sich wie Einen Menschen, vor Gott, vor der Vernunft, der Natur und der Menschheit im Weltall, darstellen; sie sollen Gott gemeinsam schauen, sich zu Gottliebe und Gottnachahmung wechselseits beseelen, und ihr geselliges Menschenleben sollen sie in den Augen Gottes und seiner Welt prüfen, und gottgefällig anordnen. →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =173=
→ So wesentlich periodische Übungen der Gottinnigkeit dem einzelnen Menschen, den Familien und Freundschaften zu ihrer äusseren und inneren geselligen Vollendung sind, so sind sie es auch den Stämmen, Völkern und Erdmenschheiten; die Gottinnigkeit dieser höheren Menschen ist der Ort ihrer Lebenvereinigungen mit höheren Ganzen der Welt und mit Gott: in ihr wird ihre innere und äussere Geselligkeit immer freier, kraftvoller, schöner, immer reicher an Früchten vollendeten Lebens. Die höheren Gottinnigkeitbunde wirken bekräftigend und verschönend herab auf die gesellige Gottinnigkeit aller untergeordneten Personen und jedes einzelnen Menschen; das Volkheiligthum der Gottinnigkeit bietet eine höhere heilige Stätte der Gottinnigkeit der Stämme und Familien, und der stillen Gottinnigkeit jedes einzelnen Menschen dar, dass in stammlicher und volklicher Gottinnigkeit die Gottinnigkeit der Familien und der einzelnen Menschen immer schöner und lebenvoller erblühen. Doch wirken auch der einzelne Gottinnige, so wie einzelne gottinnige Freundschaften und Familien aufwärts, veredelnd und verschönend, auf die Gottinnigkeit der Stämme der Völker und der ganzen Menschheit. — Der Gottinnigkeitbund der Menschheit ist das schönste und festeste Band, welches das ganze Menschheitleben, welches Völker, Stämme, Familien, Freundschaften und Einzelne in Ein gliedlebiges Ganzes verschlungen erhält. —Die Übung der Gottinnigkeit ist frei, wie der Mensch; reines Anschaun der Ideen, reines Gefühl, freier heiliger Wille schafft und erhält sie, und knüpft die Bande geselliger Gottinnigkeit; und so wie das Menschheitleben das Volkleben, diess das Stammleben, Familienleben, und das Leben der Freundschaft und jedes einzelnen Menschen als freie, selbständige Ganze in sich schliesst, so bildet sich auch in dem Einen Gottinnigkeitbunde der Menschheit die Gottinnigkeit aller ihrer untergeordneten Personen in freien, selbständigen Sphären, von den freien geselligen Gottfesten der Völker, bis herab zum einsamen Gebete des Frommen in stiller Kammer.
Zu Mitgliedern des Gottinnigkeitbundes der Menschheit sind alle Menschen bestimmt, welche auf Erden und wo sie zusammen leben, ja selbst alle, die gelebt haben und noch leben werden, sind als Glieder Einer Gemeine der Gottinnigen dieser Erde, als Ein Glied des Einen ewig Gottreiches, zu betrachten und zu lieben, weil sie Glieder Einer gottinnigen Menschheit sind. Wenn der Blick des sinnigen Menschen zu Menschheiten anderer Himmelkörper, zu immer höheren Ganzen von Erdmenschheiten sich erhebt und durch alle Himmel zur Menschheit des Weltall hindurchdringt, so wird er von Gottinnigkeit noch kräftiger bewegt, das innere Auge wird klarer, ofner das Gemüth reiner und gefühlvoller für Gott und alle Wesen in ihm, der Gottinnige lebt in der Anschauung Gottes als des Einen Urwesens, als der Einen Liebe, Macht und Weisheit, als des Einen Urlebens; und ist ihm auch der Blick in das wirkliche Leben höherer Ganzen der Menschheit noch nicht vergönnt, so schaut er doch im reinen Urbilde Gottes das ewig Wesentliche aller Ordnungen des Lebens in Gott, und der Menschheit im Weltall; so weiss und empfindet er doch, dass die Wege Gottes im Kleinsten wie →

=174= Das Urbild der Menschheit
→ im Unendlichen, im Theile wie im Urganzen, gleich weise, liebevoll, schön und harmonisch sind; er hat die frohe Einsicht, dass Gott auch diese Erdmenschheit nicht als einen einsamen Bürger des Himmels erziehe und bilde, sondern dass er sie einführen werde in immer innigere, vielseitigere höhere und seligere gesellige Vereine mit ihm selbst, mit der Geisterwelt, mit der Naturwelt und mit der Menschheit des Weltall, nach dem Maasse ihrer immer anwachsenden inneren Lebenfülle und Gottähnlichkeit und nach der eigenthümlichen Gestalt ihres Lebens. Die Gesellschaft aller der Menschen, welche auf Erden leben und bis an den letzten Tag leben werden, erscheint ihm nicht blos auf dieser Erde, nicht blos für diess Leben geschlossen, die Erinnerung an dieses Erdenleben nicht an die Jahrbücher und Denkmale dieser Erde gekettet, das Band des geselligen Lebens nicht mit diesem Tode gelöset: die Menschheit erscheint ihm vielmehr als ein freilebendiges Glied des Gottreiches; in jedem höher gebildeten, urlebendigen, gottbegeisterten Menschen erkennt er den Bürger einer höheren Welt, nicht ohne weisen Plan von Gott aus höheren Lebenganzen dieser Menschheit geschenkt; und hofft auf höhere Lebeneinheit mit guten, tugendhaften Menschen in höherer Verklärung jenseits.
Doch schon reich und innigschön ist das gesellige Leben der Gottinnigen auf Erden. Im freiem, gerechten Vereine schauen, lieben verehren sie Gott, Vernunft, Natur und Menschheit. Ein Theil des Bundes, dem innersten Rufe des Herzens folgend, widmen ihr ganzes Leben der Gottinnigkeit, der göttlichen Beschauung, der steten Betrachtung des Menschheitlebens im Lichte Gottes, im Lichte der ewigen Vernunft und der ewigen Natur. Ihnen vertraut die Gemeine der Gottinnigen den schönen Beruf, ihr Gott zu vergegenwärtigen, das gesellige Kunstwerk ihrer Gottinnigkeit, in freier Mitwirkung ihrer selbst, zu bilden und zu regieren, die ganze gottinnige Werkthätigkeit des Bundes zu ordnen und zu leiten. Das Band, welches diese Erwählten des Gottinnigkeitbundes der ganzen Gemeine verkettet, ist freie Gerechtigkeit, Verehrung und Liebe; sie haben und begehren keine andere Macht, als die des Wahren, Guten und Gottähnlichen; sie wirken nur frei und offen auf Geist und Gemüth der Gemeine. Die ganze Werkthätigkeit des Bundes wirkt dahin, dass Gott, Vernunft, Natur und Allmenschheit in ihrem selbständigen Leben und geselligen Wechselleben der Menschheit der Erde in ihrem ganzen Wesen gegenwärtig werden, und dass diese ihr ganzes Leben nach dem Urbilde Gottes und seines Lebens und Reiches, im Geiste Gottes, ausbilde und so hinwiederum sich selbst Gott, der Vernunft, der Natur und der Allmenschheit zu höherer Liebe gegenwärtig mache. Zuerst also erzeugen und beleben vorzüglich die Erwählten des Gottinnigkeitbundes allseitige Erkenntniss Gottes, so wie der Vernunft, der Natur und der Allmenschheit als der höchsten Weltwesen in Gott; Erkenntnis ihres ewigen Wesens und Lebens, in urbildlicher Anschauung; Erkenntniss ihres wirklichen Ganzlebens, so wie es in den Sinnen des Geistes und Leibes in seiner Wirklichkeit sich offenbart: — der Bund lehrt das Urganze und alle seine Theile, alles Ewige und Zeitliche, Vergangenheit, →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =175=
→ Gegenwart und Zukunft, im Lichte Gottes als Gott, als Gottes ewige und zeitliche Selbstoffenbarung, betrachten: Alles, was geschieht, erscheint ihm als Theil und Begebenheit des Einen Gottlebens; das eigne Leben jedes einzelnen Menschen und der höheren Personen der Menschheit, und die Geschichte der ganzen Menschheit auf Erden würdigt und stellt er dar als untergeordneten Theil des Lebens und der Geschichte des Weltall, und macht in ihr die Wege der göttlichen Liebe und Erziehung anschaulich. Die kunstreiche Darstellung dieser Erkenntnisse und Überzeugungen ist ein Haupttheil der geselligen Übung der Gottinnigkeit; sie ist der wesentliche Grund eines gottinnigen Lebens. Bei diesen Anschauungen wird das ganze Gemüth von reiner Liebe zu Gott, von heiligem Sehnen in ihm zu leben, von inniger Verehrung und Anbetung erfüllt, und das Leben des Gefühls stellt sich frei und schön, im Gewande aller Künste, als Ein gottinniges Kunstleben der versammelten gottbegeisterten Gemeine dar, als ein reines Opfer inniger Liebe und Freude. In den grösseren und kleineren Perioden des Erdlebens, in Natur, Vernunft und Menschheit, entfaltet sich in Jahrtausenden, in Menschenaltern, in Jahren, Monaten und Monattheilen, dem Geist und Gemüth der Gottinnigen die Ewige Liebe, Macht und Weisheit Gottes; in den Lebenperioden des Einzelnen, der Familien, der Stämme, der Völker und der ganzen Erdmenschheit offenbart sich der gegenwärtige Gott; der Rhytmus des Lebens erweckt Geist und Gemüth zu gottinniger Bewunderung und Freude, er zieht die Menschen zu Gott, zu geselliger froher Anbetung und Lebenverjüngung in Gott, und so, bildet sich entsprechend den vielfach verschlungnen Kreisen des Alllebens ein wohlgegliederter, schöner Kreis von Gottfesten und festlichen und heiligen Handlungen als die Feier der Gottinnigkeit, der sich in Perioden, die denen des Lebens selbst entsprechen, in sich selbst zurückkehrend, öfnet und schliesst, diess sind die Wonnetage und die Wonnestunden, an denen die Menschheit höhere Erkenntniss, innigere Liebe Gottes, und höhere Kraft und Schönheit gewinnt. Doch nicht jene göttliche Erkenntniss, nicht diese Feier der Gottinnigkeit allein erfüllt das ganze Werk des Gottinnigkeitbundes: an sich selbst würdig und schön führen sie den Menschen und die Menschheit zu gottinniger Vollendung des Lebens. Wann des Geistes Auge Gott schaut, wann das Herz, zu Gott erhoben, sich seiner Reinheit bewusst ist, dann wird sich der Mensch selbst in seiner göttlichen Würde gegenwärtig, dann prüft er vor Gott sein Leben, erforscht, ob er es gottgefällig bis zu dieser Stunde geführt, und erkennt, was er im göttlichen Geiste, in Harmonie mit Gott und Gottes Leben nun zu thun, wie er sein Leben in sich selbst, und in allen seinen Verhältnissen zur Menschheit, zur Vernunft, zur Natur und zu Gott, gottgefällig, gottähnlich, sittlich frei, gerecht und schön ordnen, und kunstreich führen soll. In heiligen Momenten gottinniger Feier erwacht das höhere Selbstbewusstsein des Einzelnen, so wie der Familien, der Stämme, der Völker und der Menschheit; in diesen Momenten wirkt Gottes Liebe im Innern des Menschen Reinheit, Kraft, und Harmonie mit ihm, in ihnen dringt Gottes individuelles Leben in das Leben der Menschheit ein, in ihnen wird sie Bürger einer höheren Welt.

=176= Das Urbild der Menschheit
Das Menschheitleben ist ein stetig wachsendes, sich in den einzelnen Menschen stets widergebärendes Ganzes; auch die Gottinnigkeit der Menschheit bildet sich auf Erden von ihren ersten Keimen bis zu ihrer höchsten Fülle und Klarheit; das Andenken und die Früchte der Gottinnigkeit der hingeschiedenen Geschlechter erquickt und begeistert alle kommenden, und so wächst die Gottinnigkeit und der ihr heilige Bund immer kräftiger, reicher und schöner heran. Damit diess geschehe, hat die Werkthätigkeit des Bundes die heilige Pflicht, jedes Kind vom zartesten Alter an zu reiner Gottinnigkeit zu erziehen, und Anstalten zu stiften, dass alle Gottinnige sich gesellig zur Gottinnigkeit wechselseits ausbilden, damit die Blüthe der Vorzeit erhalten, und noch schöner der Nachwelt überliefert werde. Vor Allem aber sorgt elterliche Liebe, im stillen traulichen Kreise der Familie, die geliebten Kinder für Gott zu erziehen, und durch das Beispiel gottinnigen Lebens, sie dem Reiche Gottes zu gewinnen; denn schon die zartesten Kinder sind wahrer Gottinnigkeit fähig, die Äusserung ihres göttlichen Sinnes und Gemüthes hat eigenthümliche Würde und Schönheit, und die gesellige Mittheilung gottinniger Lehren und Gefühle erquickt ihr innerstes Leben, wie der erste Sonnenschein die sich ihm erschliessende Blume. Der zarte Keim der Gottinnigkeit, den elterliche Liebe weckte, wird sodann durch innige Freundschaft der Kinder, so wie der Kinder und Erwachsenen gepflegt, und gelangt endlich im Anblick der Gottinnigkeit des Stammes, des Volkes und der Menschheit zu voller Kraft und Leben.
So ist die Menschheit bestimmt, sich, als Einen Bürger des ewigen Gottreiches, auf Erden auszubilden und zu beleben, und in immer höhere Ganze des Weltleben aufgenommen zu werden. Doch nicht für diese Erde allein ist der Gottbund, der Menschheit geschlossen, sein Ursprung ist höher als die Erde, seine Erfüllung in Zeiträumen, welche nur nach Lebenaltern der Menschheiten ganzer Erden, ganzer Sonnenbaue gemessen werden. Und ist uns bis jetzt noch nicht das Glück geworden, in höhere Ganze gottinnigen Lebens jenseit dieser Erde einzusehen, so steht dem Gottinnigen die Hofnung fest, dass einst auch diese Menschheit auf Erden, er selbst aber über dem Grabe, die Weihe dieses höheren Lebens empfange, und dass gottinnige Menschen aus höheren Ordnungen des Weltlebens auch durch die Pforten dieses Erdenlebens eingegangen sind und eingehen werden.
Ist die Menschheit gottinnig und allweseninnig, führt sie ihr Leben im Geiste Gottes, so wird ihr auch der Preis höchster Schönheit zu Theil, welche das göttliche Ebenbild an der Endlichkeit jedes Wesens ist. Alle Bildung der Schönheit ist die Frucht gottinnigen Schauens und Bildens, und wir werden nun um so klarer die Menschheit auch in ihrem geselligen Streben erkennen, worin sie ihr Leben nach dem ewigen Urbilde der Schönheit zu vollenden trachtet, dass ihr zum Guten, Gerechten und Innigen auch das Schöne werde.

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =177=
Der Schönheitbund
Schönheit erkannten wir als allgemeine wesentliche Form alles Lebendigen in Gott, so wie innere Vollendung, Gerechtigkeit und Innigkeit, wir fanden, dass alle Schönheit Theil der Einen Urschönheit sei, welche in Gott ist; wir sahen, dass der Mensch, als das lebenreichste Wesen in Gott, auch der reichsten, vielseitigsten Schönheit fähig ist. Der Mensch schaut die ewige, reine Idee des Schönen, als des Endlichen, was an den Schranken seines Wesens, Gott und dessen ewige Weltordnung nachahmt; er erkennt das Verhältniss der Schönheitidee zu allen andern Ideen, und wird von reinem Sehnen belebt, sich selbst und alle Dinge frei nach dem Urbilde der Schönheit zu gestalten. Alles Gottgemässe und Vollkommene stimmt wohllautig zusammen, das Wahre mit dem Guten und Gesetzmässigen und beides mit dem Schönen; damit aber der Mensch und die Menschheit sich allseitig vollenden, müssen sie steten Kunstfleiss wenden auf die Darstellung einer jeden dieser Ideen und ihres Einklanges im Leben. Nur in Wahrheit, in Gerechtigkeit, in Tugend erblüht die Schönheit des Lebens, und was der Schönheit des Lebens zuwider ist, das ist auch mit dem Wahren, Gerechten und Guten im Streite; auch ohne dass das innere Gesetz des Lebens schon erkannt wird, zeigt Schönheitwidrigkeit, wo sie sich findet, auf einen Mangel, auf ein Irrsal des innern Lebens hin. So wie die Natur den Menschenleib zugleich nach allen ihren Gesetzen und Lebenformen vollendet, so soll auch der Mensch sein Leben zugleich, ohne dessen Einheit zu zertheilen, nach den Ideen des Wahren, Gerechten, Sittlichen und Schönen ausbilden, so dass er mit bewusstem, gesonderten und zugleich harmonisch vereinigten Bestreben eine jede von ihnen umfasse. Die Natur bildet nach ihren Gesetzen Alles, auch ihr innigstes und schönstes Werk, den Menschenleib; der Mensch empfängt ihn aus ihren Händen, sein sinnvoller Geist erhebt ihn zu geistiger Schönheit, und bildet selbst die reine Naturschönheit des Leibes pflegend aus; denn das Gesetz des Lebens der Vernunft und der Natur sind ihm offenbar, und seinem Geiste sind die Kräfte des Leibes durch Gott vertraut, auf dass er den Leib nach Vernunft- und Naturgesetzen zugleich vollende, und ihm in dieser doppelten Vollendung zugleich die Würde göttlicher Schönheit einbilde. Und einer ähnlichen doppelten Vortrefflichkeit, einer ähnlichen eigenthümlichen Schöne wird auch der Geist des Menschen, im Vereine des Leibes theilhaftig. Zuhöchst aber soll der Mensch diese höchste Vollkommenheit seinem ganzen Wesen und Leben verleihn, auch der ganze Mensch soll sein eigen Leben stets an das ewige Musterbild der Schönheit halten, es rein nach dessen Grundzügen und Gesetzen prüfen und weiter bilden; auf dass die Schönheit seines Leibes und Geistes in die Schönheit des ganzen Menschen sich vereine. Der Mensch soll alles im Lichte der Schönheit betrachten, Schönheit an allen Wesen rein und innig empfinden, sein Leben mit der Schönheit aller Dinge und mit der harmonischen Schönheit der Welt in →

=178= Das Urbild der Menschheit
→ Einklang setzen, und es als einen Theil der Einen inneren Schönheit Gottes kunstreich vollführen.
So wie nun schon jeder einzelne Mensch, als solcher, fähig ist, seinem Leben allseitige Schönheit mit bewusster Kunst einzubilden, so wächst diese Fähigkeit bei allen Grundvereinen, und bei allen werkthätigen Gesellschaften mit der Anzahl der sich vereinenden Personen und mit der Anzahl und Mannigfalt der Gegensätze, welche vermählend sie sich in höhere Personen vereinen; mit der Fähigkeit aber wächst auch die Verpflichtung, dass sie sich in freiem Vereine gesellig der göttlichen Schönheit zu leben bestreben. Am reichsten an Schönheit ist die Menschheit, und am wesentlichsten daher ihr allgemeiner, freier, alle Menschen und Gesellschaften umfassender Verein für Lebenschöne. Dieser selbständige Verein, welcher, als seine inneren Glieder, die Schönheitvereine der Völker, Stämme, der Familien und Freundschaften, so wie die Bestrebungen aller einzelnen Menschen für Schönheit des Lebens, in sich fasst, hat die Bestimmung, das ganze Menschheitleben rein nach dem Urbilde der Schönheit, als Ein schönes Kunstwerk zu vollenden; auch seine Verfassung ist den Formen der sittlichen Freiheit und Offenheit, der Gerechtigkeit, der Innigkeit und der Schönheit selbst gemäss. So wie die Idee der sittlichen Güte, des Rechts und der Innigkeit, so ist auch die der Schönheit unendlich, und fordert, dass eine verhältnissmässige Anzahl Menschen, gemäss der Vertheilung der Menschen in alle Zweige der menschlichen Bestimmung, ihr Leben vorzüglich der Schönheit weihen, und es zu ihrem überwiegenden Berufe machen, die Idee der Schönheit zu erforschen, Gott und Welt, Natur, Vernunft und Menschheit in ihrem Lichte zu betrachten, und das Menschheitleben nach dieser ewigen Idee prüfend zu würdigen und in dieser Hinsicht, auf dem Gebiete dieser Idee, vollenden zu helfen. Diese der Schönheit Geweiheten sind berufen die Erwählten des Schönheitbundes zu sein, sie sind bestimmt, dass sie die Gemeine zu Vorstehern und Regierern ihrer ganzen geselligen Werkthätigkeit für Schönheit erwähle.
Hier stellt sich uns, so wie bei den zuvor betrachteten werkthätigen Vereinen, das ähnliche Bild der ganzen Werkthätigkeit auch dieses Bundes dar. Die erste Aufgabe des Schönheitbundes ist gesellige stets fortgesetzte Forschung nach Erkenntniss der Schönheit, ihrer ewigen Idee, und ihrer lebendigen individuellen Erscheinung im Leben aller Wesen, im ganzen Leben der Erde, besonders aber im Leben der Menschheit. Der Mensch soll sich periodisch auch dem reinen Schauen der Schönheit widmen, und die reine Begeisterung, womit es ihn erfüllt, gesellig aussprechen: daher soll sich der Schönheitbund in würdigen, über die ganze Erde ebenmässigen Bundheiligthümern, in denen ihm allartige Schönheit harmonisch entgegenstralt, frei versammeln, die Schönheit schauen, sie in freier, reiner Begeisterung verkünden, — selbst in einem wohlgeordneten Kunstleben im Geiste der Schönheit. Doch das Hauptgeschäft seiner Versammlungen ist, so den Einzelnen, wie alle Gesellschaften, zu erwecken, dass sie ihr Leben nach dem →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =179=
→ Vorbilde der Schönheit führen. Daher hat der ganze Bund zu wachen, dass das ganze Menschheitleben, — der Volkbund, Stammbund, Familien- und Freundbund für Schönheit aber zu sorgen, dass das Volkleben, das Stammleben, das Familien- und Freundleben in eigenthümliche Schönheit sich kleide. Alles, was das wirkliche Leben darstellt, soll der Schönheitbund, so wie jeder einzelne Mensch nach dem Urbilde der Schönheit prüfen, den Lebenplan für die Zukunft mit der Schönheit harmonisch entwerfen, und die Lebenführung nach der Idee der Schönheit leiten. Da endlich die Menschheit sich stetig in ihren Individuen neubelebt, da sie auch an Schönheitsinn und Kunst, so wie an allem Menschlichen ununterbrochen wachsen soll, so hat der Schönheitbund im Ganzen und in allen seinen Zweigen dafür zu sorgen, dass die schöne Kunstfertigkeit und die Denkmale derselben den Nachkommen aufbewahrt, die Kinder für die Schönheit, an Sinn, Verstand und Gemüth wohlerzogen und gebildet werden, und dass die Erwachsenen sich wechselseits gesellig in der Kunst der Lebenschönheit ausbilden. Da endlich der Schönheitbund ein wesentlicher Theil der menschlichen Bestimmung ist, so hat jeder Einzelne, jede Gesellschaft und die ganze Menschheit das Recht, dass bei der Vertheilung der Menschen, so wie aller Naturgüter in die ganze menschliche Bestimmung, auch auf den Schönheitbund Bedacht genommen werde: der Staat aber hat darüber zu wachen, dass auch dieser Bund seine gesellschaftlichen Rechte, im Organismus des Rechtlebens empfange und erhalte.
Der Tugendbund, der Rechtbund, der Gottinnigkeitbund und der Schönheitbund in ihrer Vereinigung
Jede der vier Grundformen alles Lebens verlangt als eine selbständige Idee rein nach ihrem eignen Gesetz gebildet zu werden, und einer Jeden von ihnen widmet die Menschheit selbständigen Fleiss in einem ihr ausschliessend bestimmten Bunde. Dennoch können diese Formen nur zugleich, nur in, mit und durcheinander, nur in wechselseitigem Vereine vollendet werden, und nur in ihrer harmonischen Ausbildung ist das Leben der Form nach vollkommen. Diese Grundformen setzen sich einander in demselben Wesen wechselseitig voraus, und stehen schon in vorbestimmter Harmonie. Die sittliche Vollendung des Menschen und der Menschheit fordert, wenn sie gelingen soll, einen allseitig vollendeten Rechtzustand; sie selbst enthält die Gerechtigkeit als einzelne sittliche Gesinnung; das ganze sittliche Leben bewegt sich dem Rechtgesetze gemäss, und die Verfassung des Tugendbundes ist selbst eine einzelne untergeordnete Rechtsphäre. Von der anderen Seite setzt das Bilden eines allseitigen Rechtzustandes eine reinsittliche Gesinnung voraus; denn was nur immer durch Menschen werden soll, das können sie nur von innen heraus, dem inneren Gesetze der sittlichen Freiheit gemäss vollenden; und obgleich die Idee des Rechts eine →

=180= Das Urbild der Menschheit
→ Nothwendigkeit mit sich führt, welche in noch unvollendeten Zuständen des Einzelnen und der Gesellschaften zu äusserem Zwange berechtigt, so kann doch ein vollendeter Staat nur dann gelingen, wenn in reiner Sittlichkeit das Recht zur inneren Gesinnung geworden, und die Bürger desselben mit freiwilliger reiner Liebe der Gerechtigkeit sich weihen.
In einem ähnlichen Verhältnisse sind die Tugend und die Gottinnigkeit. Nur wenn der Mensch in reinem Schauen und in inniger Liebe Gott, Vernunft, Natur und Menschheit umfasst, vermag er auch sich selbst in seinem inneren Wesentlichen und in seinem inneren selbständigen Wirken zu erkennen, seine Würde in Gott zu empfinden, und sein Leben sittlich zu führen; denn er erkennt, dass er im Gesetze seines eigensten Lebens das ewige Gesetz nachahmt, wonach Gott selbst sein inneres Leben ewig bildet. Eben so ist die Gottinnigkeit nur in einem sittlich reinen Herzen möglich; denn nur der Tugendhafte ist im eignen Leben Gott ähnlich: nur im Anblicke des eignen göttlichen Ebenbildes wird Liebe und Freude zu Gott belebt: und nur der innerlich in freiem Kraftleben sich bildende Mensch erfährt an ihm selbst die Wirkungen der göttlichen Liebe.
Gleich verwandt sind sich ferner die sittliche Vollendung und die Gestaltung des Lebens, und aller Dinge, nach der Idee des Schönen. Folgt der Mensch dem Gesetze sittlicher Freiheit, so bildet er sich in seinem Innern gottähnlich, und nimmt mithin eigenthümliche Schönheit an, welche in der Gottähnlichkeit der Formen beruht; der sittliche Sinn ist also seinem Wesen nach ein Sinn für die eigenthümliche Lebenschöne des Menschen, und dieser Sinn kann nicht belebt sein, ausser in einem Gemüthe, welches alles Schöne mit reiner Liebe umfasst. —In sich selbst schön und allem Schönen verwandt kann das allgemeine sittliche Leben der Menschheit nur gedeihen, wenn Eine Schönheit über Alles, was es umfasst, über Natur und Vernunftleben, harmonisch sich ergiesst. Soll von der andern Seite die Bildung alles Schönen gelingen, soll der Mensch ein freier und schöner Künstler sein, so wird erfordert, dass er seinen Schönsinn zuerst an seinem ganzen eignen Wesen und Leben bewähre in sittlicher Schönheit, und dass das ganze Leben der Menschheit für das Schöne sich dem Sittengesetze gemäss bewege.
Soll die Menschheit Ein Rechtleben bilden, so muss sie in harmonischer Gottinnigkeit mit Gott, mit Natur und Vernunft verbunden leben. Denn Gott bildet das Eine Rechtleben der Welt in ihm selbst; er ist die höchste Rechtperson, der höchste Gesetzgeber und Richter, von ihm stammt alle Rechtgewalt, in seinem Geiste nur, und im Geiste der in ihm lebenden Menschheit des Weltall, kann auch auf der beschränkten Rechtsphäre einer jeden einzelnen Rechtperson das Recht erblühen. Und das gottinnige Leben der Menschheit ist wiederum nur zugleich mit dem vollendeten Rechtleben auf Erden möglich, welches die äusseren Bedingungen der geselligen Gottinnigkeit bildet, und das Leben der Menschheit →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =181=
→ dem Einen Leben aller Dinge in Gott auf dem Gebiete des Rechtes harmonisch macht.
Gleich innig ist auch das Rechtleben mit dem Schönleben verbunden. Denn in der vollendeten Menschheit ist das ganze Rechtleben mit dem Schönen harmonisch; und nur so lange ist das Gerechte mit dem Schönen im Streite, als es sich auf eine Menschheit bezieht, welche noch nicht in ihrem ganzen Leben zu sittlicher Schönheit hindurchgedrungen ist. Denn Gerechtigkeit ist ein einzelner ewiger Zug der Schönheit des Alllebens in Gott. Vorzüglich die schönen Künste sind daher berufen, das menschliche Rechtleben zu verherrlichen. Dagegen kann das Menschheitleben nur dann Allschönheit an sich nehmen, wenn es nach der Idee des Rechtes vollendet ist, denn das Recht bildet und unterhält die Gesundheit aller Wesen innerhalb ihrer Wechselwirkung.
In eben so wesentlicher Harmonie ist endlich auch die Gottinnigkeit mit der Schönheit. Die Schönheit ist Gottähnlichkeit der Form; die Gottinnigkeit weckt und nährt mithin den Sinn für das Schöne, als für den an den Formen endlicher Dinge gegenwärtigen Gott; und wo im Menschen der Schönheitsinn lebt, da ist er göttlichen Sinnes. Die Gottinnigkeit gestaltet sich im Schmucke des Schönen; die Bildung alles Schönen ist nur im Geist und Gemüthe des Menschen möglich, der innig in und mit Gott lebt; und Gottinnigkeit ertheilt allem Schönen die höchste Vollendung und Würde.
So innig ist das Leben für Tugend, Recht, Gottinnigkeit und Schönheit unter sich verkettet, so kann diese vierfache Vollendung des Menschheitlebens nur in, mit und durch einander gelingen. Daher sollen die vier den Grundformen gewidmeten Bunde ihre ganze Werkthätigkeit harmonisch vereinigen, sie sollen sich wie in Eine Handlung verbinden, einander stets zu Rath und Hülfe gegenwärtig sein; ohne ihre Selbständigkeit aufzugeben, sollen sie in bestimmter freigeselliger Verfassung, in gemeinsamen Versammlungen, gemeinsamen Festen, gemeinsamen Gebräuchen und heiligen Handlungen, und in ihrer ganzen freigeselligen Werkthätigkeit einen wahren Lebenverein feiern. Ein jeder der vier Grundformbunde soll nach seiner Idee das Leben eines jeden andern prüfen, und jeden andern auf seinem Gebiete vollenden helfen; wechselseitige Beisitzer sollen auch bei ihren getrennten selbständigen Arbeiten diese Lebeneinheit unterhalten: dass Eine harmonische Begeisterung der Menschen für Tugend und Recht, für Innigkeit und Schönheit überall lebe und wirke. — Auch haben sie insgesammt Zweige ihres Ganzen wechselseitig in einander: der Tugendbund hat seine innere Rechtgesellschaft, welche ein Theil des Rechtbundes ist, seine innere Übung der Gottinnigkeit und seine innere Schönheitbildung. So ist wechselseitig ein Jeder Grundformbund ein Theil eines Jeden; und sie alle leben als Ganze vereint Ein harmonisches Leben.

=182= Das Urbild der Menschheit
Der Ganzbund für die Grundformen
Dieser Wechselverein der Grundformbunde ist innerhalb eines gemeinsamen höheren Ganzen gehalten. Denn die Grundformen des Lebens sind harmonische, ergänzende Theile der Einen göttlichen Form alles Lebens; sie sind die Eine Gottähnlichkeit aller Wesen, in ihrem Wesentlichen und in ihren eigenthümlichen Formen. Sie verlangen mithin auch als Eine Form, als Ein Ganzes aufgefasst und von der Menschheit also gebildet zu werden. Daher ist und lebt über den einzelnen Bunden für Tugend, Recht, Innigkeit und Schönheit Ein höherer Bund für die Eine Urform des Lebens, als ihr Ganzbund, worin sie als dessen einzelne innere Theile nach gleichem Gesetz gebildet sind. Jeder Mensch soll sich dahin erheben, dass er die ganze gottähnliche Form seines Lebens mit Einer Liebe, mit Einem Fleisse umfasse; und alle Gesellschaften der Menschen, und die Menschheit der ganzen Erde, sollen sich in einen Bund für die Urform des Menschheitlebens, als in den Ganzbund für alle einzelnen Grundformen desselben, gesellig vereinen, auf dass Tugend, Recht, Innigkeit und Schönheit als Eine Vollkommenheit, nach Einem Plane, vollendet werden.
Auch dieser Bund umfasst die ganze Menschheit, weil jeder Mensch der Urform des Lebens sich weihen, und sich in allen einzelnen Lebenformen harmonisch vollenden soll. Allein auch er fordert, dass, Die ihn bilden, ihn zum vorwaltenden Berufe ihres ganzen Lebens machen, und ihm Geist und Gemüth ganz weihen; auch dieser Bund hat mithin seine Erwählten, welche die Tugend, das Recht, die Innigkeit und Schönheit in Einer höheren Einsicht und Liebe gleichförmig umfassen.
Die Werkthätigkeit des Ganzbundes für die Grundformen des Lebens ist zuförderst auf Erkenntniss seiner eignen Idee und seiner eignen Geschichte gerichtet, und auf die gleichförmige Erkenntniss aller untergeordneten Ideen der Tugend, des Rechtes, der Innigkeit und der Schönheit; jede dieser Ideen soll von ihm in ihrem eigenthümlichen Wesen, in ihrer selbständigen Würde, und in ihrer geselligen Beziehung auf die übrigen anerkannt werden. Dann soll diese Erkenntniss allen Menschen und allen ihren Gesellschaften auf alle Weise mitgetheilt, und durch einen Kreisgang von Festen und geheiligten Gebräuchen und Handlungen soll Geist und Gemüth Aller für die gleichförmige Vollendung der Einen Urform des Lebens geweckt und bekräftigt werden. Sodann soll der Ganzbund für die Grundformen darüber wachen, dass das ganze Menschheitleben seiner Urform allseitig entspreche, dass der ganze Lebenplan der Menschheit ihr gemäss entworfen werde, dass ein Jeder der einzelnen Bunde für die Grundformen rein in seiner Idee lebe, jeden andern in seiner eigenthümlichen Würde und Freiheit anerkenne, und sich nach dem vom Ganzbunde ausgesprochenen höheren Gesetze, mit einem jeden zu dem harmonischen Wechselleben vereine, wovon wir →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =183=
→ erkannten, dass es selbst der inneren Vollendung eines jeden Einzelnen von ihnen wesentlich sei. Daher soll der Ganzbund mit dem Tugendbunde, dem Rechtbunde, dem Gottinnigkeitbunde und Schönheitbunde in ununterbrochener Wechselwirkung stehen: sie sollen sich wechselseitig in ihrer ganzen Werkthätigkeit gegenwärtig sein; der Ganzbund hat beständige Beisitzer in jedem einzelnen Bunde, und jeder einzelne Bund die seinigen im Ganzbunde, welche diese Einheit des Lebens auch für die selbständige Wirksamkeit eines Jeden von diesen werkthätigen Bunden schliessen und unterhalten.
So wie nun der einzelne Mensch einer Erziehung und fortwährenden Ausbildung seines Sinnes und seines ganzen Lebens auch im Gebiete der Urform des Lebens bedarf, auf dass er Tugend, Recht, Innigkeit und Schönheit als Ein harmonisches Ganzes liebend umfasse; so wendet sich diese Forderung auch mit wachsender Stärke an jede menschliche Gesellschaft. Der Ganzbund für die Grundformen ist daher zugleich eine Bildunganstalt auf seinem eignen Gebiete; er besorgt die Erziehung der Menschen und aller menschlichen Gesellschaften für die Liebe und die Vollendung der Urform des Lebens, auf dass die Menschheit sich auch in ihrer reinen harmonischen Liebe zur Tugend, zum Rechte, zur Innigkeit und Schönheit verjünge, und immer inniger und schöner das göttliche Ebenbild in die Form ihres Lebens aufnehme.
So haben wir die gesellige Werkthätigkeit der Menschheit erkannt, welche den ewigen Formen alles Lebens in Gott, der innern sittlichen Vollendung, dem Rechte, der Innigkeit und der Schönheit geweiht ist. Nun bietet sich die zweite Sphäre des Werkbundes dar, jene als Ein Gliedbau zu vollendende Geselligkeit für Wissenschaft, Kunst, und deren Harmonie, als für die Grundwerke der Menschheit. Diese Dreizahl könnte der Grundwerkbund heissen, welche mithin den Wissenschaftbund, den Kunstbund und den Bund für Harmonie der Wissenschaft und der Kunst in sich schliesst, welche wir zunächst betrachten.
Der Wissenschaftbund
Wissenschaft ist Gegenwart Gottes und der Welt im Bewusstsein, wie in einer zweiten Schöpfung des Geistes; an sich selbst würdevoll und schön ist sie zugleich eine heilige Kraft alles Lebens, welches der Geist bildet, eine Urgewalt der geschichtlichen Entwicklung aller Dinge, ihr göttliches Licht erleuchtet die Pfade des Lebens, und Nichts ist durch den Geist in das Menschheitleben eingetreten, was nicht zuvor und zugleich in wissenschaftlicher Erkenntniss da gewesen. Daher ist es heilige Pflicht des Einzelnen, so wie jeder Gesellschaft bis herauf zur Menschheit, der Wissenschaft reinen Fleiss zu weihn, und sie als das eine Grundwerk ihrer Bestimmung zu vollenden.

=184= Das Urbild der Menschheit
Die Idee der Wissenschaft haben wir früher schon im Ganzen und in ihren inneren Haupttheilen erkannt. Sie ist Eine so wie Gott: ihr unendlicher Gliedbau ahmt treu den inneren ewigen Gliedbau Gottes und sein zeitewiges Leben nach. So wie Gott zuhöchst als das Eine Urwesen, zugleich als Ganzes über seinen inneren Welten und als diese Welten selbst ist; so wie er die Welten vereinigt, und die vereinigten Welten selbst ist: so wie er das Eine und Alles, ewig ist: so ist auch der oberste Theil der Einen Wissenschaft, worin die einzelnen Wissenschaften, wie die Welten in Gott, enthalten sind, die Uranschauung oder Urerkenntniss des Urwesens, als solchen; diese Erkenntniss wird so wenig durch irgend eine andere Erkenntniss begründet, als das Urwesen durch irgend ein Wesen ist, oder mit irgend einem äusseren Wesen im Verhältnisse der Ursache und der Wirkung steht, und kann daher die Urwissenschaft genannt werden. Sodann sind die ewigen ursprünglichen Gegensätze in Gott, dem Gehalt und der Form nach, zu erkennen in der allgemeinen Wesenlehre, in der allgemeinen Formlehre oder Mathematikund in der Wissenschaft, welche Wesen und Form in Vereinigung betrachtet; dieser zweite Theil der Wissenschaft erkennt mithin Gott als Eines, als Vieles und Vieleines, oder als Weltschöpfer, als die Welt selbst, und als Weltvermittler; er ist ein reiches Gebiet der tiefsinnigsten Erkenntniss, welche zur organischen Ausbildung aller untergeordneten Wissenschaften als ihre gemeinsame Grundwissenschaft unentbehrlich ist. So wie nun ferner in Gottes ewigem Wesen, Natur, Vernunft und deren Lebenvereinsphäre die drei einzigen höchsten Sphären in Gott sind, so enthält auch die Eine Wissenschaft drei Hauptwissenschaften in sich, welche gleich wesentlich und würdig ihr Inneres ergänzen, die Naturwissenschaft, die Vernunftwissenschaft, und die Vernunftnaturwissenschaft. Jede von diesen Dreien ist wiederum selbst auf völlig ähnliche Art, wie die ganze Eine Wissenschaft, organisirt; weil ihre Sphären selbst gottähnlich gebildet sind. Die Wissenschaft, welche Natur und Vernunft im Vereine betrachtet, enthält als ihre innerste Vereinsphäre die Menschheitwissenschaft. Da ferner Natur und Vernunft nicht allein unter sich, sondern auch mit Gott, als über ihnen, in ewiger Lebenheit stehen, so treten zwischen jene Wissenschaften noch die Wissenschaft des Lebenvereines Gottes mit der Natur, die Wissenschaft des Lebenvereines Gottes mit der Vernunft, und die Wissenschaft des Lebenvereines Gottes mit der unter sich vereinten Natur und Vernunft. So kehrt die Wissenschaft, wie das Urwesen, allseitig in sich selbst zurück, und feiert auf ihre Weise die ewige Einheit und die unendliche Fülle des Urwesens. Der Gegenstand der Einen Wissenschaft, so wie jedes innern Theiles derselben, wird ferner in seinem ewigen, dann in seinem zeitlichen oder zeitlebigen, endlich in seinem zeitewigen Dasein erfasst, und zwar alles diess wiederum in urwesentlicher, in ewiger oder idealer, und in zeitlicher oder realer Anschauung. Ausserdem kehrt der Gegensatz von Wesen und Form, und dessen Vereinigung, der sich schon in der Urwissenschaft zeigte, für jede einzelne Wissenschaft wieder, so dass in dieser Hinsicht die Eine Wissenschaft die ganze Wesenlehre, die ganze Formlehre, und die ganze Formwesenlehre umfasst. Die allumfassende Formlehre oder Mathesis →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =185=
→ durchdringt als wesentlicher Theil und Organ den ganzen Gliedbau der Wissenschaft und schickt an alle Glieder und Organe desselben, gleichsam wie ein einzelnes Gefässsystem, einzelne Zweige. Eben so mannigfach ist die Wissenschaft in Ansehung ihrer innern und äussern Form. Denn entweder schreitet sie von dem Ganzen zu den Theilen, oder von den Theilen zu dem Ganzen fort, oder vereinigt beide Richtungen harmonisch; wobei nun zugleich sowohl vom Unbedingten zum Bedingten, als vom Bedingten zum Unbedingten, vom Zeitlichen zum Ewigen sowohl als vom Ewigen zum Zeitlichen der Übergang möglich und zur allseitigen Vollendung der Wissenschaft wesentlich ist; und diess bestimmt ihre innere Form. Ihre äussere Form aber ist zweifach verschieden, nach der Art, wie sie dargestellt wird, und nach dem Mittel, wodurch diess geschieht; denn sie kann dargestellt werden, entweder als ein rein gegenständliches, fertiges Kunstwerk, rein plastisch und objectiv, ohne Rücksicht auf den sie schaffenden oder erlernenden Geist; oder als ein werdendes Kunstwerk, so dass man sieht, wie und nach welchen sie entsteht und erlernet werden muss; oder beide Formen sind endlich sich durchdringend harmonisch vereinigt; und in dieser dreifachen Ausführung besteht die allseitige Vollendung der wesentlichen äusseren Form der Wissenschaft. Eben so unendlich ist die Wissenschaft in Ansehung des Darstellmittels. Diess ist im Allgemeinen die Sprache: reine Zeichensprache für das Auge, reine Zeichensprache für das Ohr; Gestaltsprache, welche die Töne schreibend nachahmt, Tonsprache, die die Schriftzüge nachbildet; endlich Sprache für Auge und Ohr in Vereinigung. Der Vortrag der Wissenschaft ist entweder gebunden, oder frei, oder Beides vereint, das ist entweder ideal, oder real, oder idealreal, gleichsam entweder plastisch oder musikalisch, oder Beides zugleich. Sehen wir endlich auf die die Wissenschaft bildende Geistkraft, so wird die Wissenschaft als Werk Eines Menschen, oder Mehrerer, oder als beides zugleich geschaffen, und wenn als das Werk Mehrerer, so ist ihre Form entweder episch oder dramatisch und dialogisch oder wiederum beides in Harmonie. Alles diess aber bestimmt die äussere allgemeine Form der Wissenschaft. In der dargestellten Wissenschaft spiegelt sich zugleich die Individualität des Erzeugenden sowohl als seiner gegenstandlichen Anschauung, wodurch sich über dieselbe ein unendlicher Reiz, eine ewig frische Schönheit ergiesst, welche uns mit der Endlichkeit menschlicher Erkenntnis versöhnt; denn der endliche Geist vermag zwar organisch, ebenmässig nach allen Seiten fortschreitend, und was er erkennt in voller Gewissheit zu erkennen, aber die unendlichfache Unendlichkeit der Einen Wissenschaft überschaut nur Gott. Der Mensch, jemehr er weiss, desto klarer erfährt er, was ihm verborgen ist, und was er zunächst erforschen kann und soll. Und was an sich selbst auf ewig, oder im Verfluss des Lebens für bestimmte Zeit, mit Klarheit und zweifelloser Gewissheit zu schauen nicht vergönnt ist, das dämmert in mildem herzerhebenden Lichte dem Auge des Geistes, wie Nebelglanzgestirne am heitern Himmel.

=186= Das Urbild der Menschheit
Die Wissenschaft ist das Eine unendliche Grundwerk der Einen Vernunft: Welches sie durch die unendliche Geisterwelt in ihrem zeitewigen Leben ausbildet. Auch in reiner Vernunft umfasst die Wissenschaft, als Werk reiner Geister, alle Wesen und ihrer aller Leben, auch die Natur; jedoch vermag die reine Vernunft nicht in das individuelle Naturleben herein zu schauen, wenn nicht Gott mit des Lebens Banden Geist und Leib vereinigt. So wie dem reinen Geiste alle Dinge innerlich im Bewusstsein gegenwärtig werden als Erkenntniss, so spiegeln sich auch alle Wesen, Gott, Vernunft und Natur, in den Sinnen des Leibes, und werden der den Leib bildenden Naturkraft eben so wie dem Geiste gegenwärtig in bewusster Erkenntniss. Nur die Menschheit steht in der seligen Mitte der Wesen und der Kräfte, dass sie des Geistes Sinne ins innere Leben reiner Vernunft, und hinauf zu Gott erhebt, mit ihres Leibes Sinnen die Tiefen des Himmelbaues durchspäht, und in ihm Gott erblickt; und dass sich Alles, was des Geistes und des Leibes Sinne wahrnehmen, in einander spiegelt und innig durchdringt, damit der Mensch die Eine Wissenschaft, nach Einer Idee, aus allen Quellen der Erkenntniss schöpfe, und das ganze Wesen und Leben Gottes im Innern aller Wesen schaue. Alle Menschen im Weltall sind an Geist und Leib wahrhaft Ein Wesen, welches von der Einen Kraft Gottes, mit Einer Liebe, aus Vernunft und Natur vereinet und zusammen gehalten wird. In dieser urwesentlichen Einheit, welche ewig allem Leben in der Zeit vorangeht, ewig durch alle Zeiten bleibt, bildet sich erst jedes selbständige einzelne Leben, alle untheilbare Geister und Leiber und Menschen, welche bestimmt sind, in freier, schöner Geselligkeit sich in Ein lebenreiches Wesen zu vereinen, und jene ursprüngliche Einheit auch im individuellen Leben darzustellen. Alles, was das Leben der Einen, ganzen Vernunft und Natur in sich hält, und zeitewig bildet, das kann nur durch geselliges Streben der Menschheit im Weltall ganz, vollendet und urschön bewirkt werden, und spricht als wesentliche Aufgabe urlebendigen Strebens an jedes Menschen Herz. Daher kündigt sich auch die Wissenschaft jedem Menschengemüthe als urwürdiger Gegenstand reinen Bemühens an, und jeder Mensch, der zu klarem Bewusstsein seines ewigen Wesens und seiner zeitewigen Bestimmung gelangt ist, sieht ein und empfindet, dass sein eignes Streben nach Erkenntniss, selbst als einzelnes betrachtet, nur dann gelingen kann, wenn er sich mit den Gliedern seiner Familie, mit seinen Standgenossen, seinem Stamm, seinem Volke, seiner Menschheit gesellig zur Bildung der Wissenschaft vereinigt, und so innerhalb der Schranken seiner Natur alles Wissen aufnimmt, welches das Werk des in allen ihn umgebenden Menschen wirksamen Gottes und der in ihnen allen lebenden Natur und Vernunft ist. Wenn sich nun in dem harmonisch vereinten Streben aller einzelnen Menschen, welche Gott auf demselben Himmelwohnort vereint, immer höhere wissenschaftforschende Menschen bilden; wenn sich diese höheren Menschen zuhöchst in Eine ganze Menschheit der Erde wissenshaftforschend vereinigen; wenn diese Menschengesellschaft des einen Himmelwohnorts nach den Lebengesetzen Gottes, der Vernunft und der Natur, in ihrem stetigen Verjüngen durch urlebendige Geister erfrischt, verstärkt und gehoben wird, welche in →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =187=
→ Menschheiten anderer Himmelkörper gross und göttlich waren: dann erst kann auf einer Erde die Wissenschaft die Höhe, Fülle und Klarheit gewinnen, deren sie nach Gottes Weltplan fähig ist, — nur dann kann sie ein treues Gegenbild Gottes und seines Lebens werden.
Alle Menschen können und sollen sich also in ihren immer höheren Grundgesellschaften bestreben, Wissenschaft zu bilden, und die Wissenschaft als Ein Werk dieser Erdmenschheit zu vollenden; Alle, welches auch immer der Hauptlebenberuf eines Jeden sei. Alle sollen an der Forschung selbst, noch mehr aber an den Ergebnissen der geselligen Forschungen Theil nehmen. Hier eröffnet sich die Idee Eines Wissenschaftbundes auf Erden, in welchem alle Menschen die ganze Wissenschaft harmonisch ausbilden, auf dass sie in Gehalt und Form als Ein Gliedbau vollendet werde. In diesem Einen alle Menschen umfassenden Bunde sind dann alle wissenschaftlichen Bestrebungen aller untergeordneten Grundgesellschaften ebenmässig und wohlgeordnet enthalten, bis zu dem wissenschaftlichen Leben jedes Einzelnen herab; in ihm, als Ganzem, gewinnt auch das einzelne Streben Tiefe, Fruchtbarkeit, Haltung, allseitige gleichförmige Vollendung.
Alle Menschen sind Mitglieder des Wissenschaftbundes, und nehmen an seiner Werkthätigkeit Theil, jeder auf seine Weise und nach seines Lebens Bedürfnissen. Doch, damit die Wissenschaft in ganzer Kraft und Schönheit erblühe, müssen verhältnissmässig Viele sich der Wissensehaftbildung überwiegend weihen, so dass sie der erste Beruf ihres ganzen Lebens wird. Diese Wissenschaftbildner, selbst Theil der ganzen Bundgemeine, sind dadurch, dass sie der Wissenschaft sich überwiegend ergeben, der übrigen Gemeine entgegengesetzt, welche blos der Erkenntniss des schon Erforschten bedarf; sie stehen durch ihre tiefere und reichere Einsicht, in Ansehung des Erkennens, über allen andern Menschen und Menschenvereinen; sie sind also innerlich und äusserlich berufen, dem Wissenschaftbunde als seine Erwählten vorzustehen, seine Verfassung zu ersinnen und sein ganzes Leben, seine ganze Werkthätigkeit, zu leiten und zu regieren. Die Thätigkeit der Erwählten und die Thätigkeit der ganzen Gemeine ist innig mit einander verbunden und wirkt zu dem grossen Ziele hin, dass die Eine Wissenschaft vollendet, dass das Urwesen und seine Welten der ganzen Menschheit gegenwärtig werde, dass das Licht des Wissens allen Menschen den Lebenpfad erleuchte.
Der Wissenschaftbund hat seine eigenthümliche Verfassung, welche sich theils auf die Natur seines Werkes, der Wissenschaft, — theils auf die Gesetze der menschlichen Kräfte gründet, durch deren gesellige Wirksamkeit die Wissenschaft gebildet, und allseitig in das Leben der Menschheit, der Natur, der Vernunft und Gottes, eingeführt werden soll. Daher gesellt sich zu den allgemeinen Formen, wonach eine jede allgemeinmenschliche Gesellschaft →

=188= Das Urbild der Menschheit
→ gebildet wird, hier insbesondere das Gesetz der freien Forschung, der freien Mittheilung, Prüfung und Aufnahme des Mitgetheilten, welches unerlässliche Bedingung ist, dass Wissenschaft fröhlich gedeihe, und Früchte des Lebens bringe. Jeder Einzelne soll mit freier Wahl frei denken, frei seine Gedanken durch jedes rechtmässige Darstellmittel mittheilen können, Alle sollen sich über das Mitgetheilte frei äussern, frei berathen, es frei annehmen oder verwerfen können, und diess Recht soll dem Wissenschaftbund keine andere werkthätige Gesellschaft, weder der Rechtbund, noch der Innigkeitbund, beschränken oder rauben. Die Natur der Wissenschaft selbst fordert: dass sie ihren inneren Gesetzen gemäss gebildet werde, welche die im Erkennen abgespiegelten Gesetze Gottes und der Welt selbst sind; und dass bei ihrem Baue, wo es ihr selbst gilt, alle Willkühr verschwinde. Und da die Wissenschaft, in Gehalt und Form, unendlichmal unendlich ist, so kann nicht Jeder von denen, deren erster Lebenberuf die Wissenschaft ist, sie ganz, in allen ihren Theilen, urthätig und schaffend ergründen, sondern auch die Geweiheten des Wissenschaftbundes können nur in geselliger, gleichförmiger Vertheilung aller Wissenschaftbildner in alle ihre inneren Glieder sie gleichförmig und allgenügend auszubilden hoffen. Jeder Wissenschaftsbildner hat mit freier Wahl einen bestimmt umschriebnen Theil der Wissenschaft zu eigenthümlicher Anbauung übernommen: aber eben hierin entspringt ihm die Pflicht, diesen seinen Beruf zu erfüllen, damit durch ihn das Ganze gebildet, erhalten und gefördert werde, welches herrlicher ist, als sein einzelner Theil; die Gesellschaft aber erhält hierdurch das Recht, darauf zu dringen, dass ein Jeder den selbstgewählten wissenschaftlichen Beruf erfülle; die Gesellschaft der Erwählten ist verpflichtet, jeden Einzelnen aus ihrer Mitte zu belehren, ihn an seinen wissenschaftlichen Beruf zu stellen, auch die freie Entwicklung seiner eigenthümlichen Wirksamkeit zu befördern: und der Einzelne fühlt die heilige Pflicht, das von ihm zuerst Erkannte als einen dem allgemeinen Lichtquell entsprungnen Stral zum gemeinsamen Eigenthume dem Bunde aus freiem guten Willen mitzutheilen, damit das Reich der Wahrheit, und dadurch das Reich der Menschheit und das Reich Gottes auf Erden sich mehre und bekräftige. Die ganze Werkthätigkeit des Wissenschaftbundes geht dahin, dass die Wissenschaft gebildet, dass ihre Idee vollständig, gleichförmig, allgestaltig, als Werk der Menschheit im Bewusstsein wirklich werde. Damit Diess geschehe, muss den Wissenschaftbildenden die Idee der Wissenschaft vorschweben, ihre Neigung und ihr Urtrieb müssen sich auf diese Idee richten, und sie müssen sie wirklich in geselligem Fleisse ausführen; Geist, Gemüth und Thatkraft müssen sich der Wissenschaft ganz ergeben. Die Idee der Wissenschaft ist, wie die Wissenschaft selbst, unendlich und ein Gegenstand stetiger Forschung; sie wird, wenn Wissenschaft gebildet werden soll, vorausgesetzt, ob sie gleich selbst nur ein untergeordneter Theil der ganzen Wissenschaft ist. Die gründliche und vollendete Erkenntniss des Wesens der Wissenschaft ist mithin an sich selbst und im Wissenden der Zeit nach nicht die erste Erkenntniss, sondern die in sich selbst gewisse Erkenntniss des Urwesens ist das erste Wissen, worin alle andere echte →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =189=
→ Erkenntniss gebildet wird: doch ist für den die Wissenschaft bildenden Geist, als solchen, die Erkenntniss ihrer Idee die wichtigste; je klarer und vollständiger diese Idee geschaut wird, desto umfassender, gleichförmiger, reicher und schöner gedeiht die Wissenschaft. Die Idee der Wissenschaft an sich selbst nun, vereint mit der Kenntniss des sie bildenden Geistes und seiner Lebengesetze, bilden für den Forschenden Ein höheres Ganzes der Erkenntniss, worin sowohl der Plan des Wissenschaftbaues selbst, als auch der Plan der Forschung, nach ihren allgemeinen Gesetzen und Kunstregeln, in ihrem individuellen Fortschreiten entworfen wird. Ohne diese Wissenschaft über die Wissenschaft wird der Bau unsicher und mangelhaft sein, die Forschung gesetzlos schwärmen; aber in, mit und durch diese Wissenschaftlehre blüht auch die Baukunst der Wissenschaft auf, und ihr Bau erhebt sich auf festem Grunde vollständig, harmonisch und schön. Doch die Wissenschaft kann nur mit Erfolg gebildet werden, wenn sich der ganze Mensch, mit ganzer Seele und von ganzem Gemüthe auf sie richtet; die Wissenschaftforschenden sollen daher sich selbst und die ganze Bundgemeine stets in jener innigen, nur auf das Wahre gerichteten Begeisterung, in jenem uneigennützigen Sehnen erhalten, wodurch der Mensch allein fähig wird, Wahrheit zu erforschen, und mitgetheilte Wahrheit selbstthätig in sich aufzunehmen. Deshalb ist dem Wissenschaftbunde gesellige Begeisterung für das Wahre und für die Erforschung desselben wesentlich: die Versammlungen des Bundes sollen vom Lobe der Wissenschaft und des Strebens nach ihr ertönen; und alle schöne Künste sollen sich in Ein gemüthliches und geistvolles Kunstleben vereinen, um die als Wissenschaft gestaltete Wahrheit allen Gliedern in ihrer Würde und Schönheit darzustellen, und einen reinen, kräftigen Enthusiasmus für sie in allen Gemüthern zu entzünden. Die rhythmischen Perioden des Naturlebens, des Vernunftlebens und des Menschheitlebens, wie es sich auf dieser Erde, im Angesichte des Weltall, entfaltet; die verschiedenen Lebenalter des Einzelnen Menschen, der Familien, Stämme, Völker und der Menschheit, vereint mit dem Andenken an Alle, welchen die Wissenschaft höhere Ausbildung verdankt, alles Diess und noch Anderes, fordert den Bund zu einem periodischen Ganzen von Festen der Wissenschaft, oder der Wahrheit auf, welche alle Menschen stets in Liebe und Freude für die Wissenschaft gewinnen, und Geist und Gemüth der Berufenen zur Ausbildung der Einen Wissenschaft verbinden.
Das innerste Gebiet der Werkthätigkeit, welcher sich der Wissenschaftbund widmet, ist Erforschen, Sammeln, Gestalten, Aufbehalten, Mittheilen, und Anwenden der Wissenschaft. Die Forschung bildet sich und schreitet fort nach Einem, im Anschaun der Idee der Wissenschaft und ihrer Theile gesellig entworfenen, und mit freiem Willen angenommenen und stets fortgesetzten Plane. In sofern sich die Menschen zum Wissenschaftbunde, als ganzem Bunde, oder zu seinen einzelnen Theilen, als Einzelne, als Familien, Stämme und Völker vereinen, um die Eine Wissenschaft zu bilden, müssen sie sich zuerst blos und rein von den gegenstandlichen organischen Grundsätzen der Wissenschaft und →

=190= Das Urbild der Menschheit
→ von der ewigen Ordnung der Ideen und des Lebens leiten lassen; — die Wissenschaft muss stets als Ein organisches Ganzes vor Aller Augen sein. Jede Wissenschaft soll an der gehörigen Stelle im Ganzen, selbständig und in ihrer Harmonie mit allen anderen, gebildet werden; das ewiggleiche Urbild der Wissenschaft begegnet uns in jeder einzelnen in individueller Gestalt, und die Grundgesetze des Baues der ganzen Wissenschaft gelten mit weiteren Bestimmungen für jede einzelne; die selbst wissenschaftliche Bildung der Wissenschaft folgt der ewigen Ordnung der Ideen und des Lebens genau, ununterbrochen, unverkehrt; sie schöpft aus allen Erkenntnissquellen, ohne sie zu verwechseln, und charakterlos durcheinanderfliessen zu lassen, und vereinigt sie nach harmonischen Gesetzen. Alle Bunderwählte theilen sich mit freier Berufwahl in das ganze Gebiet der Wissenschaft, und forschen nun, sowohl Jeder einsam für sich, als auch Alle in geselliger Vereinigung als Familienmitglieder, als Freunde, als Stamm- und Volkgenossen, und als Mitglieder des Wissenschaftbundes gesetzlich vereint, in dessen Versammlungen. Das einsam Erforschte aber bringt ein Jeder dem Bunde öffentlich zu freier Prüfung und Annahme dar. Alles aber, was einsame und gesellige Forschungen ergeben, wird stetig und periodisch in Ein Ganzes versammelt, indem es nach der Idee der Wissenschaft und nach dem wesentlich nothwendigen Fortgange ihrer Ausbildung in Gehalt und Form gewürdigt wird. Das Gesammelte aber verlangt nun in bestimmter, richtiger und schöner Form gesellig in Einen Gliedbau verbunden und gestaltet zu werden, damit sich das ganze Ergebniss menschlicher Forschung in Einem Ganzen mit Einem Blicke überschauen lasse. Dadurch allein wird es dann möglich, die nächsten wesentlichen und unübergehbaren Aufgaben zu finden, den Plan der nächstkünftigen Forschung jederzeit zu entwerfen, und die nächsten Aufgaben unter die Arbeiter ebenmässig und gleichförmig zu vertheilen. Wichtig ist ferner die Aufbewahrung der erlangten Wissenschaft in Schrift und Bild, und die harmonische Verbreitung derselben über die ganze Erde. Sodann soll die Wissenschaft periodisch dargestellt werden; damit sie jeden Menschen durchdringe. In den Versammlungen des Bundes sollen stetig allumfassende ebenmässige und periodische Darstellungen aller Art von allem Wissenswürdigen gegeben werden, wobei vorzüglich die Bunderwählten die darstellenden Künstler sind. Diejenigen Erkenntnisse aber, welche jedem Menschen, als Menschen, wesentlich und zur vollkommnen Lebenführung unentbehrlich sind, und eben deshalb allgemeinmenschliche Wahrheiten genannt werde können, sollen allgemein, und zwar am oftesten und am nachdrücklichsten auf alle Weise in den Bundversammlungen dargestellt werden, damit sie dem Leben Aller vorleuchten mögen. Die Erkenntnisse dagegen, welche den beiden Geschlechten, den verschiedenen Lebenaltern, Ständen, Völkern, Stämmen, Familien, Freunden, und Einzelnen besonders wichtig sind, müssen auch zu rechter Zeit und am rechten Orte, den rechten Personen eingeprägt werden. Alle sollen wie Alle, und Jeder auf eigne Weise, an den Früchten der Wissenschaftforschung Theil nehmen, Eine Liebe zur Wissenschaft, Ein wissenschaftlicher Geist soll Alle beseelen.

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =191=
Das ganze wirkliche Leben ist wesentlicher Gegenstand wissenschaftlicher Erkenntniss, welche im Ganzen der Einen Wissenschaft alle Dinge in ihrem Wesen und an ihrem Orte im Weltganzen anschaut, — mithin auch das Leben der Menschheit. Diess verdient schon aus rein wissenschaftlicher Theilnahme vollständig in seiner ganzen zeitlichen Entwicklung, als Theil der Einen Wissenschaft, erforscht zu werden; schon deshalb also müsste der Wissenschaftbund, und ganz vorzüglich seine Erwählten, das ganze Leben der Menschheit, wie es war und ist, erforschen. Aber diess Leben entwickelt sich durch freies Wirken der Menschen, nach den Werkideen und Zweckbegreifen, wonach der Wille die freie Thatkraft richtet. Darin aber besteht die Freiheit des Menschen, dass er das ewige Wesen der Dinge als Urbild derselben schaut, und nach ihm, in jedem Momente die Zeitreihe beginnend, das Wirkliche gestaltet. Der Mensch bestimmt seine Thätigkeit nach der Erkenntniss des durch sie hervorzubringenden Werkes; so wie die Erkenntniss ein Spiegel der Welt, so ist das Leben und Wirken des Menschen und der Menschheit ein Spiegel ihrer Erkenntniss; und die Erkenntniss bestätigt sich uns daher als eine wesentliche schaffende Urkraft des ganzen Menschheitlebens. — Auch diese Einsicht fällt innerhalb des Ganzen der Einen Wissenschaft, mit ihr erhält die Wissenschaft eine neue Heilung, der Wissenschaftbildner eine neue Weihe, und der Wissenschaftbund einen neuen Beruf: die Wissenschaft wird ehrwürdig als Licht des Lebens, der Wissenschaftforscher weiht sich zur Lebenkunst, und der Wissenschaftbund ergreift den Beruf, das Licht der Wissenschaft auf alle Wege des Lebens auszustralen. Die wissenschaftliche Beurtheilung alles Wirklichen nach ewigen Urbildern, und die wissenschaftliche Einsicht in das, was jetzt zu thun ist, um dem ewigen Wesen und den Lebengesetzen aller Dinge zu genügen, ist Weisheit, welche mithin in sofern ein wesentlicher und heiliger Theil der Einen Wissenschaft ist. Der Wissenschaftbund hat daher in allen seinen untergeordneten Theilen und Personen dahin zu wirken, dass die ewige Idee der Menschheit und ihres Lebens im Ganzen und im Allgliedbaue ihrer Theile von den Menschen so weit, als möglich, erkannt werde, dass die Menschen im Lichte dieser Erkenntniss reine Liebe erwärme und sie mächtig antreibe, die ewige Würde dieser ldeen in lebendiger Schönheit zeitlich auszusprechen. Ferner muss die Aufmerksamkeit der Bundglieder, vorzüglich der Erwählten, wie mit Einem unabgewandten Blicke, auf die ganze Entwicklung des Menschheitlebens, auf Alles, was geschieht, gerichtet sein, um zu erkennen, was da wirklich ist, um es frei nach ewigen Ideen und nach den inneren Gesetzen des Lebens, so wie nach den Kunstgesetzen der individuellen Bildung, zu beurtheilen; um zu erkennen, wo das Wirkliche noch unvollständig, fehlerhaft, unrein, ungebildet, missgestaltet, also menschenwidrig, und wo es dem Vollständigen, Vollkommenen, Reinen, Ausgebildeten, Wohlgestalteten, das ist, dem Menschenwürdigen gemäss ist. Das Resultat dieser Prüfung aber verdient, als Theil der Einen Wissenschaft stetig gestaltet, in das Ganze derselben eingetragen und der Bundgemeine, vorzüglich →

=192= Das Urbild der Menschheit
→ aber Denen, die es unmittelbar als handelnde Personen angeht, offen mitgetheilt, und auf alle Weise bekannt gemacht zu werden. Ist aber dem Wissenschaftbunde das Ewige und das Zeitliche wissenschaftlich vertraut, und hat er, beides vergleichend, eine richtige Würdigung des Gegenwärtigen gebildet, so eröfnet sich ihm, wie schon jedem Einzelnen, der auf dieser Höhe der Wissenschaft einheimisch ist, eine neue doppelte Erkenntniss, welche als der höchste Gipfel für das Leben selbst, und als der glorreichste Preiss der ganzen Wissenschaft erscheint: er erkennt, was im Ganzen und in allen Theilen des Menschheitlebens aller Orten, und in der ganzen Folge der Nachzeit von der im Lichte der ewigen und der geschichtlichen Erkenntniss wandelnden Menschheit zu thun ist; aber für die noch nicht reifen Lebenalter der Menschheit erkennt auch er, was sie in der Weltbeschränkung, welche dieses Menschheitleben individuell umfängt, und welche nur nach und nach nach göttlichen Gesetzen, in Mitwirkung Gottes und aller Wesen, sich lösen kann, wahrscheinlich thun und lassen werde, und wie demnach, mit Rücksicht auf diese noch andauernde Beschränkung, schon der gegenwärtige Lebenplan entworfen und gehalten werden müsse. So wie also die Wissenschaft Ewigkeit und alle Zeit in Einem umfasst, so giebt sie auch ihren Geweiheten das Vermögen der Berathung, welche, die Freiheit schonend, zum Guten mächtig treibt, und der Vorhersagung, die, indem sie die künftigen Lebenpfade mit dem Lichte der Wissenschaft erhellet, sich der menschlichen Schranken bewusst, Gottes Liebe und Allmacht, in frommer Liebe und Bescheidenheit, unbeschränkt anerkennt. Und zwar kann und soll sich diess heilige Amt des Wissenschaftbundes der Menschheit zu rathen und zu prophezeien nicht auf Allgemeines beschränken, sondern es soll eindringen in die volle frische Individualität des Lebens, es soll sich auf alle Völker, Stämme, und Stände, auf die Familien, und Freundschaften erstrecken, überhaupt und in einzelnen Angelegenheiten, bis auf den einzelnen Menschen herab, welchen sie stets ermuntern soll, sein ganzes Wesen und Leben den Lehren der Weisheit gemäss, nach der Lage seiner Freunde, seiner Familie, seines Volkes und seiner Menschheit zu erforschen; und ihm in einzelnen Vorfällen Rath und Spruch über seine Zukunft ertheilen. Diese weise Berathung und Vorhersagung greift jedoch nicht gewaltsam ein in das Getriebe der Kräfte, giebt freien Anlass, das Auge der Wahrheit zu öfnen, erwartet ruhig, ob die ewige Gewalt der Wahrheit im Menschen ins Leben hindurchwirken werde; sie schont die Freiheit, ja macht durch die Anschauung der Ideen, des Wirklichen und der Lebengesetze, wahre Freiheit erst möglich. So soll der Wissenschaftbund Gott und seine Welt im Bewusstsein der Menschheit, wie Eines Menschen, spiegeln, und das Menschheitleben selbst mit ewig junger Erkenntniss erfrischen.
Die Werkthätigkeit des Wissenschaftbundes schliesst sich endlich und kehrt in sich selbst zurück in der Erziehung der jungen Menschheit zur Wissenschaft, und in der steten, allseitigen Ausbildung der Erwachsenen in derselben. Ja diesem Bunde hat die Erziehkunst der Menschheit, so wie des Einzelnen, das →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =193=
→ Wesentlichste, die Erziehwissenschaft, zu danken, welche nur innerhalb der organisch ausgebildeten ganzen Wissenschaft gebildet werden kann. In den Denkmalen der wissenschaftlichen Vorzeit und Nunzeit mit planmässiger Kunst durch den Wissenschaftbund unterwiesen, strebt das lebende Geschlecht in höherer Liebe und in steigender Begeisterung immer höher auf: die Wissenschaft gedeiht, und das Leben erntet ihre reifen, schönen Früchte.
Die Zeit, den Ort, die Güter, welche dem Wissenschaftbunde für sein ganzes Wirken nöthig sind, ist er berechtigt für sich, bei der allgemeinen Vertheilung unter alle Zweige der menschlichen Bestimmung, verhältnissmässig mit allen andern menschlichen Dingen, zu erhalten. Unter den äusseren Gütern aber sind würdige Versammlungorte, als über die ganze Erde rhythmisch und symmetrisch vertheilte Tempel der Wahrheit und Wohnungen der Wissenschaft, —Sammlungen der wissenschaftlichen Denkmale aller Zeiten, und die äusseren Bedingungen der wissenschaftlichen Erziehung und Bildung, die wichtigsten.
So vereint vermag die Menschheit jeder Erde das Höchste und Tiefste in Gott und Welt zu ergründen, ihres Lebens Lehre und Vorschauen zu schöpfen in der Fülle der Erkenntniss des Alllebens in Gott; also kann auch der Einzelne zum reinen Licht, zu unendlicher Fülle, zu gleichförmiger und schöner Gestaltung wahrer Erkenntniss hindurchdringen, worin sein Geist zum Ebenbilde des göttlichen Geistes, sein Leben zum Gleichniss des göttliche Lebens verklärt wird. Unablässig empfängt die Menschheit und der Mensch neue, innige Anlässe zu treuerer, höherer Erkenntniss von der Liebe und dem Leben Gottes, der Vernunft, der Natur und außerirdischer Menschheit; so erblüht menschliche Wissenschaft zugleich als das Werk Gottes, der Vernunft, der Natur und höherer Menschheit, und die Menschheit nimmt frei und liebend die Offenbarung höheren Lebens auf mit wachsender Besonnenheit in immer klarerem innigen Schauen.
Diess ist die gesellige Arbeit an dem Einen Grundwerke der Menschheit, an der Wissenschaft; doch, gleich wesentlich, heilig und gross ist der gesellige Fleiss in der Kunst, welche, mit der Wissenschaft vereint, das Grundwerk der Menschheit ergänzt; mithin verlangt nun auch der Kunstbund mit gleicher Sorgfalt von uns betrachtet zu werden.
Der Kunstbund
So wie der Mensch ewig bestrebt ist, sich Gott und Welt denkend gegenwärtig zu machen in wissenschaftlicher Erkenntniss, so liebt er auch, alles Einzelne dichtend nach ewigen Urbildern, nach Ideen, frei zu gestalten in Einer allumfassenden Kunst. Es ist die Eine Vernuftthätigkeit, das Eine freithätige Handeln, welches das Ideale und Reale zu Erkenntnissen und zu Kunstwerken →

=194= Das Urbild der Menschheit
→ vereinigt; darum stehen sich auch Wissenschaft und Kunstwelt wie Vernunft und Natur gegenüber, bestimmt und bereit, ihren wesentlichen Gegensatz in Ein Leben zu vermählen. Jedes Kunstbestreben, jedes daraus geborne Kunstwerk hat an sich selbst ewigen Werth; doch, so wie die Wissenschaft in das Leben zurückkehrt, so wirkt auch die Kunst allseitig ein ins Leben, als eine heilige Gewalt, es gottähnlich zu bilden, und als Ein Kunstwerk zu vollenden. Die Kunst zu erhöhen, den Kunstsinn zu pflegen, aus allen Kräften dahin zu wirken, dass die Eine allumfassende Kunst, als ein gesunder Gliedbau aller einzelnen Künste, das Eine Kunstleben, die Eine Kunstwelt, schaffe, Diess ist heilige Pflicht jedes Einzelnen, jeder Grundgesellschaft; es ist daher zur Vollendung des Menschheitlebens wesentlich, dass Alle sich in Einen Kunstbund auf Erden vereinen.
Auch die ldee der Kunst haben wir früher im Ganzen und in ihren Haupttheilen erkannt. Die Kunst, welche die Menschheit übt, ist Eine, so wie das ganze Gebiet ihres Lebens nur Eins ist; aber sie ist ein unendlicher Gliedbau einzelner Kunstsphären, unendlich nach ihrem Gegenstande, nach der Art wie das Ideale und Reale in ihr vermählt wird, unendlich nach ihrer innern und äussern Form. Die Welt der Ideen spiegelt Gott und Welt, in ihrem ganzen Leben; und in die Sinne des Geistes und des Leibes scheinen Stralen des ganzen Lebens Gottes, der Vernunft, der Natur und der Menschheit herein. Diese ganze Welt des Lebendigen, welche sie dem Menschen leiblich und geistlich offenbart, bezieht der dichtende Geist auf die Welt der Ideen, haucht dem Individuellen das freie Leben derselben ein, und bildet alles um sich her, so weit seine Lebenkräfte reichen, zu Einem menschlichen Kunstwerke, nicht ohne harmonisches Zusammenwirken mit Gott, Vernunft und Natur, und mit höherer Menschheit. Wird das zu bildende Lebendige in reiner Vernunft enthalten, so ist es ein Werk reiner Vernunftkunst, in der Welt der reinen Dichtung: ist dagegen ein reines Naturlebendiges Gegenstand der Kunstbestrebung, und der mit dem Leibe zu Einem Künstler vereinte Geist bildet es zum Kunstwerke, so entsteht ein Werk der Naturkunst; ist endlich das, was kunstreich gebildet werden soll, aus der Vereinsphäre der Natur und Vernunft genommen, so entsteht ein Werk der Vernunftnaturkunst. Wenn das ganze Naturleben sich im Geist spiegelt, und sich dann die freie Einbildkraft des Geistes auf dasselbe richtet: so wird es im Geiste als ein Werk freier Dichtkunst wiedergeboren. Von der andern Seite spiegelt sich auf ähnliche Weise das ganze Vernunftleben in der Natur: die ganze innere, reine und freie Vernunftkunst wird eine äussere; die reingeistigen inneren Kunstwerke treten heraus in die leibliche Welt. Auch diese beiden Sphären der Kunst werden aufs neue wechselseits in einander aufgenommen, und durcheinander wiedergeboren, Überhaupt zeigt sich eine jede der betrachteten Kunstsphären in ihrem Sein und Wirken sowohl rein und selbständig, als auch gesellig mit jeder anderen, und mit allen anderen zugleich in gemeinsamem Wirken.

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =195=
Sehen wir auf die Art, wie in allen diesen Sphären das Reale mit dem Idealen vermählt ist, so bemerken wir den schon oben erkannten Gegensatz, den wir früher mit den Namen der innigen und der schönen, der realen und der idealen Kunst bezeichneten und in den innigschönen oder harmonischen Künsten vereinigt erblickten. Schönheit ist Gottformigkeit, Ebenbild Gottes an endlicher Form; sie wird jedem Leben zu Theil, und ist zugleich Gegenstand freien, selbständigen Strebens; jedes Kunstwerk, sowohl der idealen als der realen Kunst, ist, nach der Stufe seines Wesens und Lebens, der Schönheit fähig, und soll nach den Gesetzen der Schönheit gebildet werden; wo nun das Gesetz der Schönheit frei das Werk regiert, und alles ihr untergeordnet wird, da ist die Kunst vorzugsweise schöne Kunst. Ein anderer Gegensatz zeigt sich, wenn wir das Werk in Ansehung seiner äusseren Zweckmässigkeit betrachten: ist es blos um sein selbst willen gebildet, damit es frei in sich selbst sei, so ist die es bildende Kunst frei, und es selbst ein freies Kunstwerk; ist es dagegen nur um etwas ihm Äusseren willen da, nicht damit es dessen Theil sei, sondern damit es fremdem Leben als etwas Äusseres diene, so ist die es bildende Kunst unfrei, nehmlich gebunden an die Erfüllung des Gebrauchs, und es selbst ist ein nützliches Kunstwerk; die Bedürfnisse aber, worauf sich die nützlichen Künste beziehen, gründen sich theils auf dass bleibende Wesen des Menschen in aller Zeit, oder auf seinen zeitlichen Zustand, der nach den Lebenaltern des Einzelnen, jeder Grundgesellschaft und zuhöchst der Menschheit veränderlich und vorübergehend ist; ist endlich ein Werk zugleich um sein selbst willen und als ein Nützliches da, so ist die es bildende Kunst frei und gebunden zugleich, und das Kunstwerk ein freinützliches. Dass untergeordnete Wesen höheren Wesen, lebenerhaltend und lebenerweckend, dienen, — dass sie nützen, darin werden sie selbst verklärt, höher gehoben, und ihre Wesentlichkeit im Ganzen bestätigt; dass gleichhohe Dinge sich wechselseits lebenbeförderlich sind, ohne ihre freie Selbständigkeit, die ihnen höher und eher ist, als ihre Nützlichkeit, aufzugeben, — dadurch bewähren sie ihren höheren Ursprung in einem gemeinsamen höheren Ganzen, und nähern sich zu liebevoller Vereinigung; dass endlich höhere Wesen niedern nützen, dadurch erkennen sie die niederen als mit sich gleiches Wesens im ewigen Urwesen an, und ziehen die niederen herauf in höhere Harmonien der Welt; dass endlich alle Wesen allen nützen, dass sie wechselseits ihrem Leben zweckmässig und beförderlich sind, das ist ein ehrwürdiges Denkmal der ewigen Weisheit und Liebe Gottes. Alles Nützliche ist heilig, denn es fördert Leben und Ordnung im Reiche Gottes. Nur soll über dem Nutzen der Dinge ihr Selbstwerth nicht vergessen, noch das Nützliche mit dem verwechselt werden, was blos ungerechte selbstische Zwecke einzelner Wesen fördert, noch soll etwas darum nützlich heißen, weil es Lust schafft. Das Streben, die nützliche Kunst im weitesten Sinne als Eine Kunst zu vollenden, ist mithin ehrwürdig, göttlich der Menschheit wesentlich; zu nützen ist überall ein schöner Ruhm. Ja, der Nutzen ist an sich selbst mit der Schönheit, und mit dem slebständigen Leben in ewiger Harmonie; je selbständiger, je schöner ein Werk, desto nützlicher kann es auch sein. →

=196= Das Urbild der Menschheit
→ Das Nützliche besteht nicht im Schönen, das Schöne nicht im Nützlichen: es sind beides allumfassende, freie, selbständige Weltformen, die in Eine höhere Harmonie sich vereinen.
Eben so unendlich ist die Kunst in Ansehung der inneren und äusseren Form ihrer Werke, und dabei sind ihre Werke entweder Werke eines Einzelnen, oder gesellige Werke Mehrerer, so dass sich diese Verschiedenheit entweder im Werke selbst ausspricht oder nicht: endlich eröfnet sich auch für die Kunst ein unendliches Gebiet der Darstellungsmittel, welches die Wissenschaft der Kunst im Einzelnen genau zu ermessen hat. Wir aber betrachten jetzt den Künstler selbst, den Menschen und die Menschheit.
Schon der einzelne Mensch sieht sich zu vielseitiger Kunst aufgefordert; er fühlt sich getrieben, sich selbst und sein ganzes Leben nach der Idee eines Kunstwerkes auszubilden: aber diess Sehnen übersteigt die Schranken seiner Persönlichkeit, das Werk dieses Strebens überbietet seine Kräfte, es ist ihm unmöglich, sich auch nur mehreren, geschweige allen Künsten, mit grossem Erfolge zu weihen; die Kunst, die er übt, kann nur in der Vollendung aller andern gedeihen; er fühlt sich daher getrieben, sich mit Andern gesellig zur Ausübung der Kunst zu vereinen, damit ein Ganzes der Kunst entstehe, worin seine Werke als einzelne Theile sich verherrlichen, — damit sein eigner Kunstsinn gebildet und gestärkt, sein Kunstfleiss geweckt, und sein Kunstgeschick erhöht werde. So bildet sich innerhalb der Familien, der Freundschaften, und aller höheren Grundgesellschaften, sobald sie zu wahrer höherer Persönlichkeit gelangt sind, ein gemeinsames Leben und Streben für Kunst; jede von ihnen verhält sich wie ein Künstler. So wie aber die unendlichmal unendliche Kunst für den Einzelnen zu umfassend ist, so ist es auch noch für jede Familie und Freundschaft, für jeden Stand, Stamm, Volk, ja für jede Menschheit auf einzelnen Wohnplätzen des Himmels. Je mehr die Zahl der Einzelnen anwächst, desto mehr kann es auch gelingen, die Eine Kunst allseitig und gleichförmig zu üben; jede endliche Anzahl Menschen wird einen individuellen Künstlercharakter annehmen, sie wird eine Kunst oder einige Künste überwiegend ausbilden. Selbst die Grundgegensätze des Geschlechtes, des Lebenalters, des Charakters, des Stadt und Landlebens, spiegeln sich in der Wahl der Künste und in der Eigenthümlichkeit der Ausführung. Der Kunstfleiss hat im Einzelnen, in den Familien, in den Freundschaften, in den in einer Ortschaft vereint lebenden Familien, in den Stämmen, Völkern, und in der ganzen Menschheit eben so viele freie, selbständige, unter- und beigeordnete Sphären seiner Wirksamkeit. Da aber das Wesen der Kunst und ihre Ausübung von den Gegensätzen der Grundgesellschaften unabhängig ist, vielmehr ihrer eignen Natur und Gesetzgebung folgt, so entspringt hieraus die Forderung: dass sich alle Künstler rein als Künstler, innerhalb jener Grundgesellschaften vereinigen, und freien selbständigen Fleiss auf die Vollendung ihrer Kunst wenden, welcher einzig den Kunstgesetzen folgt, die aus der Natur des Werkes, →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =197=
→ oder der sie bildenden Kräfte hervorgehen. Der Grund der näheren Vereinigung in eine Kunstgesellschaft ist die Gleichheit der Kunst, womit sich die Mitglieder beschäftigen, und das in dieser Gleichheit Entgegengesetzte, welches die Vereinigten an ihren Werken und an ihrer Thätigkeit harmonisch entfalten. Da nun die einzelnen Künste untergeordnete Theile Einer und derselben Kunst sind, da sich mithin mehrere in Ein höheres Ganzes vereinigen, da jede Kunst mit ihrer entgegengesetzten in Eine harmonische Kunst zusammenleben soll, da ferner nur alle einzelne Künste in, mit und durcheinander, als Eine Kunst, wie Glieder Eines Leibes gedeihen, so müssen auch alle Kunstgesellschaften, nach denselben Gesetzen unter sich in immer höhere Ganze vereint, zuhöchst Ein Kunstbund sein, der alle Menschen umfasst, und in welchem die Menschheit als Ein wahrhaft persönlicher Künstler auftritt, der in Einer Kunst, welche alle einzelnen Künste gleichförmig umfasst, Eine Kunstwelt in und um sich bildet, und sein eignes Leben, so wie jedes Leben, womit er zusammenwirkt, nach der ewigen Idee Eines Kunstwerks vollendet.
Der Kunstbund umfasst alle Menschen, weil Kunstsinn Kunstfleiss, und Kunstanschauung jedem Menschen, an sich, und zur kunstmässigen Lebenführung, wesentlich ist. Diejenigen aber, welche ihr Leben überwiegend der Kunst widmen, gehören dem Kunstbunde als dessen Erwählte an; sie bilden ohne sich von der Menschheit, als der ganzen Kunstgemeine zu trennen, in geselliger Einheit mit ihr, als ihre hierzu auserwählten Glieder, die ganze Kunstwelt in Einer Kunst. Nach gesellig entworfenem Plan in alle Kunstgebiete vertheilt, bilden und arbeiten sie, wohlgeordnet in Zeit und Raum und in Kraftgebrauch, in einsamen und in geselligen Werkstätten der freien und der unfreien, der schönen und der nützlichen Kunst, an allen Werken, welche das ganze Menschheitleben umfasst, und zu seiner Würde, Schönheit und Gesundheit erfordert. Die Gemeine schaut die Werke der Künstler an, bildet ihr Publikum, schöpft geistigen und leiblichen Genuss aus der von ihnen geschaffnen Kunstwelt, und die ganze Menschheit in ihrem ganzen Leben sammelt und geniesst die Früchte aller ihrer Kunstbestrebungen; sie selbst aber finden in dem Beifalle, in dem Kunstsinne der Gemeine, welchen sie selbst gebildet haben, in der allgemeinmenschlichen Veredlung, in dem Nutzen und der Freude, die sie überallhin durch ihre Schöpfungen verbreiten, den würdigen, süssen Lohn ihrer Anstrengungen.
Auch die Verfassung des Kunstbundes gründet sich theils auf das Wesen seines Werkes, theils auf die Natur und die innern Gesetze der Kräfte, die es erzeugen sollen. Zuförderst muss sie den allgemeinen Weltformen des selbständigen Seins und Lebens, des Rechts, der Innigkeit und der Schönheit allseitig gemäss sein. Sodann bestimmt sich jeder Mensch nach freier Wahl zur Kunst überhaupt, und zu einem bestimmten Gebiete derselben; auch ist Jedem die Wahl der einzelnen Kunstgegenstände innerhalb des bestimmten Kunstgebietes überlassen. Allein wenn er die Wahl getroffen, und in ihr vom Bunde bestätigt worden, dann geht er →

=198= Das Urbild der Menschheit
→ eine doppelte der höheren Vollendung menschlicher Kunst wesentliche Beschränkung seiner Freiheit ein; denn er ist gebunden, innerhalb des gewählten Gebietes thätig zu sein, damit das gemeinsame Kunstleben und die gesellige Kunstwelt nicht des Theiles, worauf er hat rechnen lassen, beraubt werde; sodann ist er verpflichtet, dass er den aus der Natur seines Werkes und seiner Kräfte selbst fliessenden Kunstgesetzen gemäss handle. Nach den verschiedenen Theilen der Einen Kunst, und zwar gemäss den verschiedenen Eintheilgründen, ist die innere Bundgesetzgebung verschieden. So sind die freien Künste ihrem eignen Wesen und ihrer Beziehung auf das Menschheitleben nach, durchaus frei, die nützlichen dagegen, auf vielfache Weise, rechtlich gebunden; denn bei den letzteren wird die Vertheilung alles sachlichen Grundeigenthumes vorausgesetzt, welches die Natur der Menschheit auf der ganzen Erde darbietet, diese Vertheilung aber liegt zum grössten Theile ausser dem Kunstbunde, da sie zugleich nach allen Bedürfnissen des Menschheitlebens gerecht und mit sittlicher Güte bewirkt werden muss.
Die Werkthätigkeit des Kunstbundes ist einzig darauf gerichtet, dass die Eine Kunst auf Erden blühe und lebe, und die einzelnen Theile dieser Wirksamkeit sind ganz auf ähnliche Art, wie die des Wissenschaftbundes gebildet. Kein Menschheitwerk kann gelingen, wenn nicht die Idee desselben, und seine Geschichte, so weit sie schon vorliegt, in klarer Erkenntniss dem Menschen vorschweben; daher strebt auch der Kunstbund, im Ganzen und in allen seinen Theilen, das ewige Urbild der Kunstbildung und der Kunstwelt in lebendige Anschauung zu rufen, das ewige Wesen der Kunst überhaupt, das Wesen einer jeden Sphäre der Künste, und jeder einzelnen Kunst insbesondere, klar zu erkennen, und die Gesetze jedes Kunstwerks zu bestimmen, sowohl die, welche in der Natur des kunstbildenden Menschen liegen. Sodann muss auch das ganze Gebiet, welches der Kunst in dem wirklichen Leben aller Dinge dargeboten wird, ermessen, und die Geschichte der vorgängigen Kunstbestrebungen der Menschheit gebildet und stets vergegenwärtigt werden; damit Ein Kunstplan, und in ihm das, was jeder einzelnen Kunst jetzt zu thun ist, stetig entworfen, und nach dem fortgerückten Menschheitleben stetig weiter bestimmt werden könne. Aber zum Kunstbilden ist nicht Erkenntniss genug; Geist und Gemüth, der ganze Mensch, muss sich von innigem Kunsttriebe durchdrungen fühlen; ja selbst, wenn Kunstwerke angeschaut, gewürdigt, und zur Veredlung des ganzen Menschen wirksam gemacht werden sollen, ist stetes Wirken des Kunstsinnes und stetes Beleben des Kunstgefühles wesentlich, damit der Anschauende das Werk geistig nachbilde, und es so zu dem seinigen mache. Um diese allgemeine Begeisterung für die Kunst zu wecken, zu unterhalten, und zugleich die Lust nach geselliger Kunstbildung zu befeuern, ist dem Kunstbunde eine gesellige Übung nöthig, worin das Wesen der Kunst, der innigen und der schönen, der freien und der nützlichen, so wie auch die Lebenkunst des Menschen und der Menschheit, gelehrt und gepriesen, die vortreflichsten Werke aller Art dargestellt, und die →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =199=
→ Künstler durch den Beifall der versammelten Gemeine gebildet, belohnt und ermuntert werden.
Was nun die Ausübung der Kunst selbst betrift, so ist die Entwerfung des stetig sich weiterbildenden Werkplanes, die Bestimmung und Anordnung der Kunstarbeiter aller Art, und die gleichförmige Vertheilung aller Arbeiten nach Zeit und Ort, und Kraftgebrauch auf der ganzen Erde unter sie, das erste Geschäft. In den Künsten selbst findet eine Stufenfolge der Würde statt, welche auf der Stufenfolge des Lebenreichthumes, den das Werk entfaltet, und auf der Stufenfolge der Kunstkräfte, ihrer Art, Vielheit, Innigkeit und Harmonie nach, beruht, von den allumfassenden Werken freier schöner Poesie, bis herab zu den geringsten nützlichen Handarbeiten; diese in der Natur der Künste selbst gegründete Stufenfolge bestimmt eine ähnliche Rangfolge der Künstler, als solcher; welche indess nicht mit der Stufenfolge der Würde zu verwechseln ist, die jeder Mensch überhaupt als Mensch sich erwirbt; denn von dieser ist die Künstlerwürde des Menschen nur ein Theil. Dennoch gebührt jeder Kunst, als organischem Theile der Einen Menschheitbestimmung Achtung und Ehre; und die Aufopferung, womit eine Menge von Menschen sich zum Nutzen der ganzen Menschheit geringfügigen Kunstbeschäftigungen hingiebt, verdient umso mehr die Liebe und die Dankbarkeit der Übrigen, und die Gemeine des Kunstbundes soll in ihren feierlichsten Versammlungen den nützlichen Berufarbeitern diese Achtung, Liebe und Dankbarkeit, freudevoll erweisen. — So wichtig, als die Vertheilung der Kunstarbeiten unter die Arbeiter, eben so wichtig ist auch ihre Leitung nach gemeinsamem Gesetze, zur Erreichung ihres gemeinsamen Zweckes, des Einen harmonischen Kunstlebens der Menschheit auf der ganzen Erde, und in allen untergeordneten Personen. Alle sollen sich harmonisch zu geselligen Werken vereinen; eine Kunst soll der andern vorarbeiten, die andere unterstützen, erheben, sich mit ihr frei vereinen; Alles, was der Einzelne einsam bildet und schaft, soll hervortreten ins Ganze, soll das Ganze verherrlichen, und alles Gemeinsame, und zuhöchst das Ganze soll erhebend und verklärend zurückwirken auf jedes Einzelne. Alle Kunstwerke sollen in Eine Kunstwelt vereinigt, jedes vortrefliche Kunstwerk soll anerkannt, den Mitlebenden dargestellt, der Nachwelt aufbewahrt werden; in dem periodischen Kreisgange von Kunstfesten sollen die Künstler vor den Augen der versammelten Gemeine ihre Werke darstellen, auf dass sich in ihr das ganze Kunstleben spiegele. Und da das Leben des Einzelnen Menschen, so wie der Menschheit, selbst als ein Kunstwerk vollendet werden soll, so ist es die Pflicht des Kunstbundes, Alles, was das Menschheitleben darbietet, nach der Idee des Kunstwerks, nach den Gesetzen der Lebenkunst, frei zu prüfen und zu beurtheilen, und die Forderungen stets auszusprechen, welche die Kunst an das jetzige und künftige Menschheitleben macht. — Endlich kehrt auch die Werkthätigkeit des Kunstbundes in sich selbst zurück, in dem sie die Kunst übt, die sich stets verjüngende Menschheit zur Kunst zu erziehen, und die Erzogenen in ihr weiter auszubilden; der Kunstbund unterhält →

=200= Das Urbild der Menschheit
→ mithin zuhöchst Eine allgemeine Anstalt für Erziehung und Ausbildung zur Kunst, sodann aber auch so viel besondere Erzieh- und Bildungsanstalten, als einzelne selbständige Künste in der Einen Kunst enthalten sind.
Der Kunstbund bedarf zu seinem Leben und Wirken eines reichen Organismus von vielartigen Gütern: vorzüglich Zeit, Ort und Personen zur Arbeit, die zubearbeitenden Dinge, Versammlungplätze und Kunstheiligthümer. Diese Güter sind ihm bei der rechtlichen Vertheilung aller Güter, wie einem jedem anderen Theile, der menschlichen Bestimmung, nach Gesetzen der Tugend, des Rechts, der Liebe und der Schönheit zu leisten.
Diess ist das Allgemeinwesentliche des Wissenschaftbundes und des Kunstbundes, wie sie als gleich würdige Werkvereine sich gegenüberstehen. Aber Wissenschaft und Kunst sind für einander gemacht, um sich wechselseits zu Einem Leben zu durchdringen. Diese harmonische Vermählung von Wissenschaft und Kunst haben wir schon früher im Allgemeinen erkannt, jetzt aber fordert das gesellige Streben der Menschheit nach dieser Vereinigung von uns betrachtet zu werden.
Der Bund für Wissenschaft und Kunst in Vereinigung
Gleich jedem einzelnen Menschen soll auch jede Grundgesellschaft, und zuhöchst die Menschheit, die Harmonie der Wissenschaft und der Kunst vollständig, gleichförmig, allseitig bilden, und das ganze Menschheitleben selbst in Wissenschaft und Kunst vollenden. Das gleichförmige Wechselleben von Wissenschaft und Kunst ist schon einer jeden von ihnen beiden zu ihrer inneren Vollendung wesentlich; denn die Wissenschaft überhaupt, ganz vorzüglich aber die Erfahrungwissenschaft, setzt die Kunst voraus, die Gegenstände der Anschauung frei zu bilden und kunstreich zu behandeln, die Kunst dagegen verlangt wissenschaftliche Anschauung ihrer ganzen Idee und des Wesentlichen in jedem Werke, und bezieht im Bilden und Anschauen jedes Kunstwerkes das Individuelle denkend auf die Idee. Ferner bedürfen die Wissenschaftbildner der eigenthümlichen, unendlich vielseitigen Kunst, die Wahrheit zu erforschen, und das erkannte Wahre in Einem Gliedbau der Wissenschaft zu organisiren; diese Kunst aber ist ein untergeordneter Theil der Einen Kunst, kann nur im Ganzen der Kunst vollendet, und nur von Dem erworben werden, dessen Kunstsinn sich an vielseitiger Betrachtung der ganzen Kunstwelt, der Werke der verschiedensten Künste, genährt, geläutert und geschärft hat, und dessen Gemüth zur Verehrung und Liebe des Lebendigen und Schönen gebildet ist. Dagegen aber bedarf auch die Kunst der Kunstwissenschaft: wissenschaftliche Anschauung der Idee der Kunst, der Kunstbildung, der Kunstübung, der Ideen aller einzelnen Künste, wissenschaftliche Kenntniss des kunstreich zu bearbeitenden Gegenstandes sind ihr wesentlich. →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =201=
→ Die Wissenschaft soll sich als Ein belebtes Kunstwerk darstellen, und die Kunst soll die belebte Wahrheit selbst sein. So innig verbunden können beide nur Hand in Hand, nur in gleichmässigem Fortschritt vollkommen werden: jede neue Kenntniss veranlasst eine Erweiterung der Kunst, jede Erweiterung der Kunst einen Zuwachs der Wissenschaft. Schon durch dieses harmonische Wechselverhältniss der Wissenschaft und der Kunst ist es nothwendig, dass sich Wissenschaftbildner und Künstler, dass sich der Wissenschaftbund und der Kunstbund, gesellig vereinen, um jene Wechselwirkung zu bilden, und die Forderungen derselben zu erfüllen. Der Kunstbund soll dem Wissenschaftbunde seine ganze Kunstwelt mittheilen, und seine Aufmerksamkeit auf das richten, was zur Bildung der wissenschaftlichen Anschauung, und zur Darstellung des erkannten Wahren, dienen kann; der Wissenschaftbund dagegen soll den Kunstbund mit allem schon früher wissenschaftlich gestalteten oder neu gefundenen Wahren bekannt machen, so weit es der Kunst irgend nützlich sein kann als neuer Kunstgegenstand, als Werkzeug oder als Kraft. — Der Kunstbund soll die Wissenschaftbildner in der Kunst ausbilden helfen, die Wissenschaft zu erforschen und zu gestalten, und ihre Forschung und Gestaltung nach der ihnen vertrauten Idee eines Kunstwerks prüfen und beurtheilen, dagegen aber soll der Wissenschaftbund den Kunstbund in der Erwerbung der Kunstwissenschaft unterstützen, und die ganze Kunstwelt nach der Idee der Wissenschaft und der Wahrheit prüfen und beurtheilen. Beide sollen sich endlich die mit dem Fortschritte des Menschheitlebens entstehenden wissenschaftlichen oder kunstlichen Bedürfnisse wechselseits mittheilen, damit sich beide vereint bestreben, und sich wechselseits zu höherem Leben behülflich seien.
Doch in der Harmonie der Wissenschaft und der Kunst, welche der Wissenschaftbund und der Kunstbund umfassen soll, wird noch etwas Höheres gefordert, als ihre wechselseitige Zweckmässigkeit und Hülfleistung, die wir so eben erkannten. Denn so wie in jedem Menschen Wissenschaft und Kunst harmonisch und gleichförmig, und in freier Wechselwirkung belebt sein sollen, so soll auch jede höhere Person der Menschheit diese Vollkommenheit erringen. Einige Menschen widmen sich überwiegend der Wissenschaft, andere der Kunst, noch andere aber streben nach gleichförmiger Vortreflichkeit in beiden; dasselbe aber gilt auch von den Familien, den Freundschaften, den Familienvereinen, den Stämmen, den Völkern, und zuhöchst von der Menschheit, welche selbst als Ganzes nur darin vollendet ist, dass ihr Wissenschaft und Kunst gleichförmig gelingen. Deshalb, um diese höhere Einheit zu bilden, welche mehr ist, als jede einzelne von ihnen, sollen sich der Wissenschaftbund und der Kunstbund in ihrem ganzen Leben und Wirken harmonisch, wie in Eine Handlung der Menschheit, verbinden, ohne jedoch ihre Selbständigkeit aufzugeben. Desshalb also sollen beide gemeinsame Versammlungen, gemeinsame Berathungen, Arbeiten und Feste haben, gemeinsame Gebräuche und Kunsthandlungen ausbilden, worin jener harmonische Sinn und jene innige Liebe geweckt wird, welche Wissenschaft und →

=202= Das Urbild der Menschheit
→ Kunst gleichförmig umfasst, und so Hand in Hand nach höherer Vollendung streben: desshalb sollen sie ihre höchsten geselligen Darstellungen in Ein wissenschaftliches und kunstreiches, erhaben schönes und festliches Ganzes vereinen. In ihren selbständigen Versammlungen sollen wechselseitige Beisitzer sie sich einander vergegenwärtigen, sie sollen beide vereint das ganze Menschheitleben nach der Idee der Harmonie von Wissenschaft und Kunst beurtheilen, und den Lebenplan der Menschheit entwerfen helfen. Dann wird in jedem Einzelnen, so wie in allen Familien und höheren Personen, ja zuhöchst in der ganzen Menschheit jenes geistvolle und gemüthliche, frei lebendige Schweben über Wissenschaft und Kunst, über Wahrem und Lebendigem wirklich, dann wird jener vollendete freie Umgang mit sich selbst und Anderen belebt, in welchem wir schon früher die gleichförmige innere Vollendung der Menschen und der Menschheit fanden.
Dem Wissenschaftbunde und Kunstbunde durchaus ähnlich, hat auch ihr Vereinbund eine ähnliche gesellige Verfassung, deren Gesetzgebung aus den Gesetzgebungen beider harmonisch vereinigt ist. Die gemeinsamen Versammlungen und Arbeiten sollen, wohlvertheilt nach Zeit und Ort, auf die selbständigen Versammlungen eines jeden Bundes von beiden folgen und ihnen vorausgehn. Die nichterwählten Gemeineglieder sind beiden gemeinsam; die Erwählten aber vereinigen sich, ohne ihren entgegengesetzten Charakter auszutilgen. Auch für Erziehung und Ausbildung fordert dieser Vereinbund eine eigne, aus den beiden selbständigen Bildunganstalten, auf ähnliche Weise, vereinte Anstalt. Auch bedarf der Vereinbund neuer Güter, eigner Bundheiligthümer zu seinen zahlreicheren Versammlungen, mit Allem ausgestattet, was die gesellige Darstellung seiner Werke und die Übung seiner Werkthätigkeit verlangt.
Der Ganzbund für die Grundwerke
Alle sich wahrhaft entgegengesetzte Dinge sind es innerhalb Eines gemeinsamen höheren Ganzen, in dessen Kraft sie beide gehalten und in Ein harmonisches Drittes vereint werden. Haben wir also bis jetzt den Wissenschaftbund und den Kunstbund in ihrer Selbständigkeit und in ihrem Wechselvereine betrachtet, so fordert nun das Ganze, worin beide sich entgegengesetzt und wiederum vereint sind, erkannt und ebenmässig bestimmt zu werden.
Wissenschaft und Kunst sind die beiden Grundwerke der Menschheit, in beiden wird Ideales und Reales, Urbildliches und Einzelnes, Ewiges und Lebendiges, an sich und im Bewusstsein, vereint: sie sind an sich selbst betrachtet Ein Grundwerk, als die Ineinanderbildung des Idealen und Realen, und der Mensch wird sich derselben als einer Aufgabe des Lebens bewusst: durch und in ihrer →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =203=
→ wesentlichen Gleichheit ist erst ihr Gegensatz und ihre Vereinigung ewig begründet. Dieselben Vermögen und Kräfte sind bei der Bildung der Wissenschaft und der Kunst, und zwar nach denselben allgemeinen Gesetzen, wirksam. Bei beiden ist die reine Anschauung des Urwesens, die übersinnliche Anschauung des Ewigen und Bleibenden, und die sinnliche Anschauung des Zeitlichen und Lebendigen gegenwärtig, bei beiden die Einbildungkraft geschäftigt; bei beiden wird gedacht, vorgestellt, gewollt, gehandelt; nur alles Dies in entgegengesetzten Richtungen, welche sich in der Harmonie der Wissenschaft und der Kunst harmonisch durchdringen, ohne jedoch ihre Verschiedenheit auszulöschen. Sind nun Wissenschaft und Kunst an sich selbst nur Ein Grundwerk, so verlangen sie auch als Ein Werk gebildet zu werden, und können nur so gelingen. Daher soll der Einzelne, so wie alle Grundgesellschaften, die Idee beider als Eines Ganzen auffassen; und alle Einzelne sollen sich in allen Grundgesellschaften vereinigen, um das ganze Grundwerk der Menschheit, und in ihm Wissenschaft und Kunst im Gegensatz und in Harmonie, zu vollenden. Von dem geselligen Streben für Wissenschaft und Kunst im Gegensatz und in Harmonie haben wir gesprochen, nur von dem Bunde für das Grundwerk der Menschheit, als Ganzes, von dem Ganzbunde für Wissenschaft und Kunst, ist zu reden noch übrig. Die Wirksamkeit für die Vermählung des Idealen und Realen, vor und über der Trennung in entgegengesetzte Sphären, ist höher und eher als die für Wissenschaft und Kunst und ihre Harmonie. Die Gemeine des Ganzbundes umfasst ebenfalls die ganze Menschheit, weil jeder Mensch diese Anschauung und allgemeine Bildung haben soll; die Erwählten aber desselben sollen eine in Wissenschaft und Kunst harmonische, gleichschwebende Bildung haben, und dürfen in ihrer ganzen Werkthätigkeit den Gegensatz zwischen Wissenschaft und Kunst nicht hervortreten lassen. Die Verfassung ist dem Wissen nach der Inbegriff Dessen, was der Verfassung des Wissenschaftbundes und des Kunstbundes gemeinsam ist.
Die Werkthätigkeit des Ganzbundes für das Grundwerk der Menschheit ist zuförderst auf Erkenntniss des Urbildes, der Geschichte, und des Werkplanes desselben gerichtet. Dieser Bund soll die Grundideen der Wissenschaft und der Kunst, ihren wahren Gegensatz, ihre gleiche Würde und Wesenheit erkennen, und in unabgebrochenen Belehrungen allen Menschen vergegenwärtigen; durch eine schöne Kunstübung, welche aus sinnvollen Gebräuchen und Darstellungen besteht, sollen Sinn, Einbildungkraft, Beobachtunggeist, Gedächtniss, Verstand, Neigung und Wille, und die über diesen allen thronende ganze Vernunftkraft, gleichförmig für Wissenschaft und Kunst geweckt, gewonnen, genährt und gebildet werden. In den Versammlungen dieses Ganzbundes sollen beide, der Wissenschaftbund und der Kunstbund, Rechenschaft ihrer Werkthätigkeit ablegen, und ihr Urtheil, so wie die Anweisung zu ihrer nächsten Geschäftigkeit, nach der Idee des ganzen Grundwerkes empfangen; der Ganzbund soll dafür wachen, dass der Wissenschaftbund und der Kunstbund gleichförmig in vollkommen ähnlicher Gliedbildung wachsen; hierzu wird erfordert, dass der →

=204= Das Urbild der Menschheit
→ Wissenschaftbund, der Kunstbund und ihr Vereinbund beständige Beisitzer in ihrem Ganzbunde, und dieser in jedem von ihnen habe, damit ihr Lebenverkehr ununterbrochen sei. Endlich aber soll dieser Ganzbund auch das ganze Leben des Einzelnen, der Grundgesellschaften und zuhöchst der Menschheit, nach der Ganzidee der Vermählung des Idealen und Realen erkennen, würdigen, und freie Anleitung geben, wie es gleichförmig in Wissenschaft und Kunst, als Ein Zeitewiges weiter gebildet werden müsse. Forderte endlich der Wissenschaftbund, der Kunstbund und ihr Vereinbund eine eigenthümliche Erziehanstalt, so gilt diess auch von ihrem Ganzbunde, der eine Bildung voraussetzt, welche weder Wissenschaft noch Kunst zu geben vermag, weil sie über beiden lebt. Die Bildunganstalt dieses Ganzbundes bildet alle Kräfte des Geistes und des Leibes gleichförmig, damit sie geschickt werden, sodann die eigenthümliche Bildung für Wissenschaft und Kunst zu empfangen. Auch dieser Bund verlangt eigenthümliche Güter für seine ganze Wertkthätigkeit, auf welche bei der allgemeinen Vertheilung der Güter Bedacht genommen werden soll.
So organisch, reich und harmonisch ist die gesellige Werkthätigkeit der Menschheit für ihr Grundwerk: doch ihr gleich gebildet ist auch jene für das Selbstwerk der Menschheit, für die Bildung des Menschen und der Menschheit zu einem in sich selbst und gesellig vollendeten Wesen in Gott. Hierin wird die Menschheit sich selbst gegenstandlich, sie wird ihr eignes Werk, und wächst durch eignen bewussten Kunstfleiss zu immer reicherem, innigerem und schönerem Leben. Auch diese selbstwerkthätige Geselligkeit verlangt mit Sorgfalt gleichförmig betrachtet zu werden.
Der Bund für Menschheitbildung
Bildung eines Wesens überhaupt ist kunstreiche Leitung seines inneren Lebens, dass es an Kräften wachsend, sie gehörig richtend und gebrauchend, sein ewiges Wesen in der Zeit ausdrücke. Jedes Wesen, welches sein Leben in der Weltbeschränkung entwickelt, bedarf der Bildung, denn es feiert sein Keimen, Aufgehen, Wachsen, seine höchste Lebenfülle, sein Abwachsen, Eingehen und Sterben in gesetzmässig dem allgemeinen Weltleben verflochtenen wiederkehrenden Perioden. Jedes lebende Wesen muss sonach orientirt, gleichsam nach den Weltgegenden seines Lebens in Gott gerichtet werden, dass es in gesetzmässiger Folge sein eignes inneres Leben entfalte, und in allseitige Wechselwirkung mit allem äusseren Leben eingehe. Doch beruht die Nothwendigkeit der Bildung nicht allein auf den äussern Schranken des Lebens, sondern ursprünglich auf den inneren, und auf den allgemeinen Gesetzen des Wachsthumes. Dem Menschen als dem lebenreichsten und geselligsten Wesen in Gott, ist auch die kunstreichste und vielseitigste Bildung wesentlich; und es ist ein hoher Vorzug seiner Natur, dass er seine eigne Vollendung als Mensch sich selbst →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =205=
→ besonnen zum Zweck setzen, und mit bewusster, freier Kunst daran arbeiten kann. Die inneren und äusseren Schranken seines Lebens sind zwiefach, leibliche und geistliche, und solche, die sich Leib und Geist wechselseits zufügen; — denn beide können nur nach und nach in einander einleben und in einander wurzeln.
Die Forderung, sich zu bilden, ergeht an jeden einzelnen Menschen und an alle Einzelne wechselseits, so wie an alle höheren Personen der Menschheit, zuhöchst aber an diese selbst, als an Ein geselliges Ganzes. Alle Einzelne sind an sich ewig betrachtet, Ein Wesen, und sollen in allen Theilen des Lebens auch zeitlich in jene uranfängliche Einheit zurückkehren; und so wie der einzelne Mensch, und jede untergeordnete Gesellschaft, nur im Ganzen der Menschheit ist und lebt, so kann auch ihre Bildung nicht allein durch ihr eignes Streben, sondern nur in Vereinigung mit den allfachen geselligen Bemühungen Anderer, zuhöchst der Menschheit selbst, vollendet werden. Die ganze Menschheit soll sich in Einen Bildungbund vereinigen, damit sie sich vom Einzelnen an, in allen ihren Gliedern und Personen, im ganzen Leben und in allen seinen Theilen, frei, weise und kunstreich als Ein lebendes Wesen vollende, dass sie ihre ewige Idee in den Schranken des Raumes, der Zeit und der Kraft in individueller Schönheit darstelle. — Diess Kunstbestreben der Menschheitbildung geht auf das lebende Wesen selbst, als solches, auf seine Glieder und Kräfte, nicht auf seine Werke; die Kräfte des Menschen sollen so gebildet, so seiner Idee gemäss geübt und gestärkt werden, dass sie alle Werke, die in seiner Bestimmung liegen, zu vollenden vermögen. Diese Menschheitbildung ist eine innige, schöne und harmonische Kunst, welche zugleich Wissenschaft der Idee und der Geschichte und der Harmonie derselben voraussetzt. Zuerst nun hat jeder Mensch das Vermögen und die Pflicht, sich selbst zu bilden, zugleich sein Werk und sein Meister zu sein, sodann fühlt er auch Beruf und Verpflichtung, zur Bildung anderer Menschen und Menschengesellschaften zu wirken. Diess wiederholt sich bei jeder höheren Person der Menschheit in Ansehung ihrer selbst und aller anderen; und zuhöchst stimmen alle diese Bestrebungen in die Eine Selbstbildung der Menschheit zusammen, worin erst alle untergeordneten Bestrebungen die wahre Richtung, Haltung, das wahre Maass und Verhältniss, und jede Person der Menschheit ihre wahre Lebenfülle und Lebenschöne empfangen.
Die Menschheit ist Organ Gottes und seines Weltall, ihr Leben ein Theil des Alllebens in Gott, sie steht ewig und wesentlich unter den höhern bildenden Einflüssen von Natur, Vernunft und Gott; ihre Selbstbildung kann mithin nur in Harmonie und in periodischem Zusammenhange mit der inneren Selbstbildung der Natur und der Vernunft, und mit allen Einflüssen derselben auf Menschheitbildung, gelingen. So wie jedes Wesen durch das bildende Wechselleben mit der Welt und mit Gott vielfach verstärkt und an Lebenfülle reicher wird, so gewinnt die Menschheit, als das innigste Weltwesen, hierdurch →

=206= Das Urbild der Menschheit
→ am meisten und Gott, der alle seine Wesen mit Einer Liebe bildet, kann sein höchstes Werk, die Menschheit, nicht unvollendet lassen.
Die Bildung ist vorzüglich im Beginn der Hauptperioden des Lebens, und neuer Grundverhältnisse zu Gott und Welt, jedem Wesen, vorzüglich der Menschheit, nothwendig; dergleichen sind die Geburt, die Berufwahl und das Sterben eines Menschen, die Gründung einer Familie, eines Stammes, eines Volkes, einer Erdmenschheit. Dann bedarf das Wesen neuer Kräfte; neue Organe bilden sich in ihm, welche geübt zu werden verlangen; es begegnet von allen Seiten neuen, ungewohnten, und, wo nicht äussere Wesen lieblich, schützend und bildend mitwirkten, seinen keimenden Kräften überlegnen Hindernissen und machtvollen Widerständen. So lange nun eine Hauptperiode des Lebens währet, so lange ist die Idee des lebenden Wesens in ihr noch nicht vollendet ausgesprochen, so lange ist es nöthig, dass jene Bildungkunst dasselbe stetig durchs Leben begleite.
Betrachten wir das Wesentliche jeder Bildung überhaupt, so finden wir in ihr eine Kunsthülfe zum Wachsthume des Selbstlebens des zu bildenden Wesens. Die Hauptpunkte der Bildungkunst beruhen mithin in der Darstellung der innern und der äusseren Bedingungen des Lebens in Einem organischen Ganzen. Die Darstellung der innern Bedingungen ist zuförderst auf die allgemeine Vollendung des Wesens als ganzen Wesens, gerichtet, dann aber auf die Einheit, die Vielheit und die Harmonie seiner Glieder und Kräfte, als eines Wesens dieser Gattung, als eines Individuum mit dieser Eigenthümlichkeit, und als eines innigen mit Gott und Welt wechsellebenden Wesens. Was aber die äusseren Bedingungen des Lebens betrift, so sind die das Leben bejahenden, nach den verschiedenen Ordnungen ihrer Wesentlichkeit zu erwerben, zu stärken, zu erhalten; die das Leben verneinenden aber, die es an seinen Gliedern und Kräften hemmen, stören, irreleiten, zerrütten, schwächen, überspannen, verstümmeln und entstellen, sind zu verhüten, zu schwächen, zu vernichten. Bei aller kunstmässigen Einwirkung auf das zu bildende Wesen sind seine Lebengesetze und die ganze Lage seines Lebens im Weltall, so wie Lebengesetze des zu Bildenden heilig zu halten, und die Weltgesetze des Guten, Gerechten, Innigen und Schönen nie zu verletzen. Diese Grundlehren über jede Bildung, gelten ganz vorzüglich, für die Menschheitbildung, welche die verwickeltste und schwierigste von allen ist.
Die Bildung des Menschheitlebens fasst zwei Sphären in sich; sie sind sich durch das Verhältniss des zu Bildenden zu Dem, der ihn bilden soll, welches aus dem innern Zustande beider hervorgeht, wesentlich entgegengesetzt. Denn entweder verhält sich der zu Bildende zu seinem Bildner im Gebiete der Bildung wie ein untergeordnetes, oder wie ein gleichgeordnetes Wesen. Die erstere Bildung wollen wir sprachgemäss durch Erziehung bezeichnen. Menschen sind zwar ihrem Grundwesentlichen nach niemals sich untergeordnet, sondern völlig gleich und nebengeordnet; allein, ein Jeder bildet sein Leben vom ersten Keime an bis zur →

Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =207=
→ höchsten ihm erreichbaren Fülle, nach und nach; und während in ihm Glieder und Kräfte des Lebens erst keimen, sind sie in Anderen schon in voller Blüthe, in noch Andern in vollendeter Reife. Mag nun ein Mensch noch als ganzes Wesen, oder mögen einzelne seiner Glieder und Kräfte erst im Keimen sein, so ist in soweit für ihn das Bedürfniss nach Erziehung da. Mehrere Menschen können in verschiedenen Rücksichten sogar wechselseits Erzieher und Zöglinge sein, nur nicht in derselben. Desshalb sind vorzüglich Kinder, von der ersten Spur ihres Lebens an, der Erziehung bedürftig so wie ein Jeder, sofern und in wie weit er im Stande der Kindheit bleibt; nicht weniger auch Familien, Stämme, Völker und zuhöchst die ganze Menschheit, so lange sie in ihrem Kindstande sind. In dem Wechselverhältnisse der Erziehung giebt der Erzieher, der Zögling nimmt; der Erzieher handelt mit Freiheit und mit bewusster Kunst, der Zögling fasst mit freiem Gehorsam vertraunvoll auf, selbst wenn er im Beginn der Erziehung nicht einmal die Absicht des Erziehers ahnet, oder sie wenigstens im Einzelnen nicht begreift. Der eigenthümliche Charakter der Erziehung ist Bildung eines untergeordneten Wesens durch ein höheres auf bestimmtem Gebiete; der Erzieher mag übrigens eine seinem Grundwesens nach höhere oder gleiche Person mit dem Zögling sein. Ja, weil der ganze Mensch, wenn er zum klaren Selbstbewusstsein gekommen, als ganzer Mensch, über sich selbst steht, sofern er sein inneren Organismus einzelner Glieder und Theile ist, so kann und soll der Mensch sein eigner Erzieher sein; und es ist eigentlich eine jede Erziehung, die der Mensch von aussen erfährt, eine bewußtlose Selbsterziehung, deren Bewusstsein und leitende Kraft ausserhalb im Erzieher ist. Ein kunstreicher Erzieher hat nach dem Zöglinge Anleitung zur Selbsterziehung zu geben, ihm seine Erziehkunst am eignen Beispiele des Zöglings, mitzutheilen, damit er sich mit Bewusstsein und Freiheit selbst erziehen, lerne. Ist der Zögling zu dieser Selbsterziehkunst gelangt, dann ist seine Erziehung von aussen geendet, er wird sich sein selbst bewusst, er wird frei, in diesem Gebiete mündig, und hört auf dem Erzieher untergeordnet zu sein. Verhalten sich dagegen die Bildner und Gebildeten auf dem Gebiete der Bildung als völlig gleich, so können sie wechselseits geben und empfangen, thun und aufnehmen, regieren und gehorchen; denn jedes Gebiet der Menschheitbestimmung ist unendlich, und unendlicher Ausbildung und Äusserung des gewonnenen Lebens fähig; diese Sphäre der Bildung können wir daher, weil sie Erziehung schon, wenigstens theilweis, voraussetzt, Ausbildung vorzugweise nennen. Ausbildung ist dem Menschen so wesentlich als Erziehung, und beide zugleich machen die ganze Bildung aus, die der Mensch und die Menschheit geben und empfangen sollen. Eine gemeinsame Bildungkunst wird in beiden geübt, sie haben also eine gemeinsame Kunstlehre, welche dann nach dem verschiedenen Charakter beider weitere Bestimmungen erhält, um zur Kunstlehre der Erziehung, und der Ausbildung als solcher zu werden. Wir wollen also auf die Grundwahrheiten der Menschheitbildung zunächst unser Auge richten.

=208= Das Urbild der Menschheit
Dem Gegenstande nach bezieht sich die Bildung auf den ganzen Menschen, auf den Leib und auf den Geist, und auf das Wechselleben beider. So wie Einheit, Vielheit und Harmonie die Grundformen des Weltbaues sind, so sollen auch der Mensch und die Menschheit als Ein wahrhaft ganzes, untheilbares Wesen gebildet werden, und in diesem ganzen Wesen mit gleicher Sorgfalt Leib und Geist, jeder für sich, und die Harmonie ihres Wechsellebens, auf dass in einem gesunden und schönen Leibe eine gesunde und schöne Seele wohne, und beide in Einen allgesunden und schönen Menschen zusammen leben, Leib und Geist und ihr Wechselleben sollen allseitig nach den ewigen Weltformen der sittlichen inneren Vollendung, der Gerechtigkeit, der Innigkeit und der Schönheit gleichförmig gebildet, Geist und Gemüth, Neigung und Wille unwandelbar auf sie gerichtet werden. Und da in allen Wesen das Ewige oder Urwesentliche in ihnen zugleich das in aller Zeit Bleibende ist, woran sich ihr Leben individuell gestaltet, so ist es für die allgemeinmenschliche, für die leibliche und geistliche Bildung wesentlich, dass Geist und Gemüth, Neigung und Wille gleichförmig für das Ewige und Bleibende und für das Individuelle und Lebendige gewonnen und gebildet werden. In jedem Menschen ist das Wesentliche der Menschennatur, und das individuelle Leben Aller folgt gleichen Gesetzen. Diese allgemeinmenschlichen Gesetze sollen durch die Kunst der Menschheitbildung ins Bewusstsein Aller gebracht werden, auf dass ihnen der Wille gehorche, und das ganze individuelle Leben folge. Eine Grundbildung ist für alle Menschen wesentlich nothwendig; und so wie in dem Allen Gemeinsamen das Individuelle eines Jeden sich entfaltet, so kann auch nur innerhalb der allgemeinen, für alle Menschen unabänderlichen, Bildungkunst, die Kunst entspringen, jede untergeordnete Person der Menschheit und jeden einzelnen Menschen als diess Individuum zu bilden. Denn jeder Mensch ist nicht ein Mensch überhaupt, sondern ein in allen Lebenäusserungen und in allen inneren Verhältnissen seiner Glieder und Kräfte ureigenthümliches Wesen; sein Leben bildet sich nach seinem eigenthümlichen, im Weltall nur einmal vorhandenen, Ideale, und beginnt in freier, selbstbewusster Blüthe erst von dem Moment an, wo diess eigenthümliche Ideal zum Bewusstsein kommt. Daher soll der Menschenbildner diess eigenthümliche Ideal des Bildlings anzuschauen, und danach seinen allgemeinen Erziehplan zu einem ganz individuellen weiter bestimmend ausbilden, wodurch das ganze Leben des Bildlings jenem Ideale gemäss regiert und vollendet werde. Der Einzelne soll also zuerst dem allgemeinen Wesen der Menschenart und sodann zugleich seinem individuellen Ideale gemäss am ganzen Geist, am ganzen Leibe und als ganzer Mensch gebildet werden. Allein die ganze Bestimmung des Menschen ist nach allen Seiten unendlich, der einzelne Mensch ist zwar gleichförmiger Ausbildung in allem Menschlichen fähig, aber zugleich im Ganzen der Menschheit berufen, einen Theil seiner Bestimmung als den überwiegenden, und ihm für eine bestimmte Lebenperiode eigenthümlichen, anzuerkennen und auszubilden; damit das Ganze der Menschheit gewinne, und er selbst dem innersten Drange seines Geistes und Gemüthes folge. Wenn demnach die allgemeinmenschliche Bildung ihn mit allen →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =209=
→ Theilen der menschlichen Bestimmung, mit allen Werken und Verhältnissen
derselben vertraut und für sie empfänglich macht, so findet ihn dann die besondere Erziehung, die seinen besonderen Berufstand angeht, hinlänglich vorbereitet, um in einem gesunden Ganzen Vortreflichkeit im Einzelnen zu erzeugen. Hier begegnen wir den von uns erkannten Grundgegensätzen der männlichen und weiblichen Natur, der Verschiedenheit des Charakters, des Stadt- und Landlebens, des Wissenschaftberufs oder des Kunstberufs: alle diese
Gegensätze verlangen gleichförmig besorgt zu werden von jeder allumfassenden Bildung, welche sich die Menschheit selbst in ihrem ganzen Inneren geben soll. Auch tritt der Gegensatz des inneren Lebens und des äusseren hier hervor, und fordert, dass jeder Mensch und jede Person der Menschheit gleichförmig als selbständiges und als gott- und weltgeselliges Wesen gebildet werde. Soll der Mensch menschlich leben, so muss in ihm richtige Erkenntniss, innige Neigung, freier starker Wille, und kunstreiche Thatkraft sein; diess also giebt die Hauptgegenden im Wesen des Menschen an, wohin die Bildungkunst durch Lehre, Beseelung, Anleitung und Übung wirkt. Hieraus ergeben sich die gegenstandlichen Grundgesetze des Ganges der ganzen Bildung, und der Lehrmethode insbesondere. Die Bildung soll vom Ganzen auf die Theile, auf ihre Wechselwirkung mit dem Ganzen und durch das Ganze unter sich, und umgekehrt von den einzelnen Theilen aufsteigend zum Ganzen führen; sie soll Geist und Gemüth vom Ewigen auf das Zeitliche und Zeitewige, und umgekehrt vom Zeitlichen und Zeitewigen auf das Ewige leiten; eben so das Allgemeine wie das einzelne Lebendige beachten und von einem zum andern überführen. Und hierbei soll sie das Höchste und Tiefste ergreifen, sowohl von der einen Seite das höchste wahre, wahrhaft unendliche Ganze, als von der andern Seite die letzten nicht mehr theilbaren einzelnen Theile oder Elemente; und, sie steige nun abwärts oder aufwärts auf der Leiter der Wesen, so gehe sie allverbindend vollständig, symmetrisch und eurhythmisch zu Werke; da aber, wo wegen des individuellen Berufes des Bildlings eine Seite überwiegend ausgebildet wird, bilde sie ihn in gleichsam perspectivischer Haltung, sie schreite ferner ohne Sprung, ohne ein Mittelglied zu übergehn, und gleichförmig fort; damit das Wachsthum des Bildlings und sein gereiftes Leben ein Gleichniss der Fülle, Wohlordnung und Schönheit des Wechsellebens in Gott werde. Die Erziehung sei gleichförmig auf die Erregung und Vollendung der Kräfte des Zöglinges gerichtet, als sie sich zugleich bemühe, ihn in alle äussere günstige Verhältnisse zu setzen, und das Weltleben so umfassend, innig und vielseitig, als möglich, vor die Augen des Geistes und Leibes zu führen. Die allgemeinen Gesetze des Menschheitlebens gebieten, dass alle Erziehung und Ausbildung des Menschen die sittliche Freiheit nicht nur nicht verletze sondern sie hervorrufe, wecke, schärfe, bekräftige, ja eigentlich den Bildling sich durch seine eigne sittliche Freiheit selbst erziehen lasse; die Erziehung insbesondere wecke im Zöglinge die Selbstthätigkeit, lasse ihn alles selbst erzeugen, sie regiere seine Kraft so, dass er sie selbst lenken lerne, dass seine Welt ihm wie seine eigne wohlvertraute Schöpfung vor seinen Augen →

=210= Das Urbild der Menschheit
→ entstehe, dass er sobald als möglich mündig, wahrhaft frei und selbständig, und eben dadurch wahrhaft liebenswürdig, innig und gesellig werde. Der Erzieher sorge, dass dem Zöglinge die an ihn gewandte Kunst der Bildung sichtbar, begreiflich und erbaulich werde, sowohl was die Kunstgesetze der Werke, als was die Kunstgesetze der Bildung der eignen Kräfte betrift. Der Erzieher selbst aber sei frei von aller Selbstsucht, er liebe im Zöglinge sich selbst und die Menschheit; er achte den Zögling nicht geringer als sich, ehrfurchtvoll scheuend, ob ihm nicht ein lebenvollerer, höheren Lebens empfänglicherer, Mensch im Zöglinge begegne; er strebe aus allen Kräften ihn vortreflicher zu machen, als er selbst ist; er verlange kein anderes Übergewicht über den Zögling als welches dieser von selbst empfindet; ihn beseele Liebe, ihn halte Geduld, und das Gefühl seines gottähnlichen Berufs lasse ihn die Beschwerden seines Werkes besiegen; er bediene sich nur edler, reiner, dem Urbilde der Menschheit harmonischer Antriebe und Bildungmittel, in welche Tugend, Liebe, Recht, und Schönheit einstimmen, dass der Zögling in ihm den wahren Menschen verehre, den liebenden Freund liebend umfasse.
Diess sind die Grundfesten aller Menschheitbildung, der Erziehung und der Ausbildung; wer auf sie baut, baut Unzerstörbares. Jede ausführliche Bildunglehre muss diese Grundlage anerkennen, und kann nur sie weiter ausbauen, um den ganzen unendlichen inneren Reichthum der Bildungwissenschaft zu entfalten. Streng nach diesen Grundsätzen muss auch jeder Mensch mit sich selbst bis ins höchste Alter verfahren, wenn er immer mehr Mensch, wenn er immer gottähnlicher im Leben, immer grösser in Wissenschaft und in Kunst, und immer inniger und liebenswürdiger in allen geselligen Verhältnissen werden will. Uns aber ruft nun das gesellige Streben der Menschheit als Ganzen, und aller ihrer Personen, worin sie das Eine Selbstwerk ihrer Selbstbildung stetig vollführt.
Die Menschheitbildung kann nur als Ein organisches Ganzes gelingen, welches von Einem Bunde aller Menschen geschaffen und unterhalten wird. — Eine Anstalt für Menschheitbildung soll auf Erden sein, welche alle untergeordnete Bildunganstalten organisch in sich begreift, bis zur Selbstbildung herab, womit jeder einzelne Mensch sich vollendet. Dieser Eine Bund für Menschheitbildung soll eben so für Erziehung als auch für Ausbildung in ihrem ganzen Umfange, als endlich auch für die Harmonie, für das Zusammenstimmen der Erziehung und Ausbildung nach Einem höheren Plane, sorgen. Die Erziehung ist in ihrem ganzen inneren Gliedbaue eine heilige Angelegenheit der Menschheit: durch sie wird es möglich, dass das ganze Menschheitleben auf Erden wachse, dass jedes künftige Geschlecht die Bildung aller vorigen empfange, wann im allgemeinen Bunde für Erziehung die Menschheit sich ihrer Erziehkunst klar bewusst wird, und sie kunstreich zu üben beginnt. Dieser Bund soll als Ganzes gebildet und belebt sein, und nach den verschiedenen Eintheilgründen der Bildung, gemäss dem Organismus der Menschheitbestimmung, einen Gliedbau von Theilen, als eben so →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =211=
→ viele einzelne Bildunganstalten, in sich fassen. Da nun für jeden Theil der Menschheitbestimmung allseitige Geselligkeit belebt ist, so hat mithin auch jede Grundgesellschaft und jede werkthätige Gesellschaft auch ihre eigne Bildunganstalt. Daher sahen wir schon bei jeder bis jetzt betrachteten Gesellschaft die Nothwendigkeit ein, dass sie für Bildung der Menschheit auf ihrem Gebiete thätig sei. Da aber die Bildung eine eigne Kunst ist, welche nach Einem gemeinsamen Plane werkthätig sein muss, so gehören alle diese einzelnen Bildunganstalten dem Einen Bildungbunde der Menschheit als Einem Ganzen an: es ist nothwendig, dass sie alle nach dem Plane des Ganzen gebildet seien, auch gemeinsame Versammlungen und Arbeiten haben, und dass die untergeordneten Anstalten den höheren verantwortlich bleiben. Der Bildungbund gleicht sonach einem selbständigen Gefässsystem des Menschenleibes, das seine Äste und Zweige an alle übrige Organe des ganzen Leibes vertheilt, ohne sein selbständiges Leben aufzugeben. Für einen jeden Theil der Menschheitbildung soll eine Bildunganstalt da sein, worin freie Geselligkeit der Mündigen unter sich zu steter Wechselausbildung, freie Geselligkeit der Mündigen und der Unmündigen als Erzieher und Zöglinge, freie Geselligkeit der Zöglinge unter sich zu wechselseitiger Ausbildung unter Rath und Leitung der Erzieher, endlich auch freie Selbstbildung jedes Einzelnen, zugleich und organisch belebt ist. Jede einzelne Gesellschaft aber bildet zuförderst den Menschen auf ihrem eignen Gebiete, und dadurch auch mittelbar den ganzen Menschen von einer Seite. Hieraus entspringt ein allseitig verkettetes Netz von Bildunganstalten, welche nur zusammen die Bildung jedes Menschen und der Menschheit vollenden. Alle Bildunganstalten müssen frei, selbständig, aber harmonisch, von Einem wahrhaft menschlichen Geiste beseelt, und in Einem Ganzen gehalten sein, dessen oberste Sphäre die Bildung des Menschen als ganzen Menschen, besorgt. Jeder einzelne Mensch soll zu seiner Zeit in allen Anstalten gebildet werden, welche seine Familie, sein Ort, sein Volk, ja die ganze Menschheit für ihn, als Menschen, und für seinen bestimmten Beruf, darbietet; und er soll wiederum an seinem Theile thätig an allen diesen Anstalten mitwirken, so weit es bei seiner übrigen Werkthätigkeit möglich ist.
Alle Menschen bilden die Gemeine des Bildungbundes, denn alle Menschen haben stetig das Bedürfniss, gebildet zu werden und zu bilden, und nur als allgemeine Angelegenheit kann die Menschheitbildung gelingen. Doch fordert die Bildungkunst, so wie alle menschlichen Künste, den ganzen Menschen, auch sie verlangt, dass ihre Geweiheten sie zum vorherrschenden Beruf ihres Lebens machen; ja ihr Gebiet ist so umfassend, und ihre Arbeit so vielfarbig, dass Ein Mensch nicht ihre ganze Wissenschaft, geschweige ihre ganze Ausübung übernehmen kann, sondern dass nur eine verhältnissmässige Vielzahl von Bildungkünstlern, welche sich planmässig und gleichförmig in ihr ganzes Gebiet vertheilen, den hohen Forderungen der Menschheitbildung Genüge thun können. Nur dann, wann eine verhältnissmässig zahlreiche Gesellschaft von Erwählten des →

=212= Das Urbild der Menschheit
→ Bildungbundes, welche ihr ganzes Leben oder doch einen Theil ihres Lebens der Menschheitbildung ausschliessend widmen, die Bestrebungen der Übrigen leitet, nur dann ist es möglich, dass auch alle übrigen Glieder der Gemeine, die sich der Bildungkunst nicht vorwaltend widmen, als Väter, Mütter, Freunde, Stamm- und Volkgenossen, auf Andere erziehend und ausbildend wirken; denn ihnen muss die Kunstlehre der Menschheitbildung schon fertig mitgetheilt werden, da sie diese selbst zu bilden nicht Zeit haben; sie sollen mithin von den Bunderwählten, als von den Kunstverständigen, während der Ausübung angeleitet und unterwiesen werden.
Die Verfassung des Bildungbundes ist sittlich, gerecht, innig, schön und durchaus menschheitwürdig. Die Erwählten sind aus allen anderen Grundgesellschaften und werkthätigen Gesellschaften zusammengesetzt. Sie entwerfen, in freier Mitwirkung der ganzen Gemeine, eine Bundgesetzgebung, ordnen danach die ganze Werkthätigkeit des Bundes an, prüfen danach die wirkliche Ausübung, und sorgen, dass die Bildungkunst mit der Menschheit stetig wachse. Desshalb steht dem Ganzen eine Auswahl aus den Erwählten in Mitwirkung der Gemeine vor, als eine allgemeine Rathversammlung des Bildungbundes. Und obgleich die einzelnen Erziehanstalten in die Grundgesellschaften und die werkthätigen Gesellschaften vertheilt sind, so hält doch der Bildungbund täglich Versammlung, auf welchen Abgeordnete aller untergeordneten Erziehanstalten erscheinen, und in jeder untergeordneten Erziehanstalt erscheinen Abgeordnete des höheren Ganzen; ja zu bestimmten Zeiten sollen sich alle untergeordnete Anstalten als Ein Ganzes versammeln, und gesellig werkthätig sein, auf dass die organische Lebeneinheit des Ganzen alle Theile beseele, auf dass Ein Geist und Sinn alles belebend durchdringe, und die Menschheit sich, als Ein Kunstwerk, wie Ein Künstler, selbst bilde. Selbst in die Familien, und auf die Selbsterziehung des Einzelnen herab erstrecken sich die veredelnden beseligenden Einflüsse des ganzen Bildungbundes, ohne die Selbständigkeit und Freiheit ihres Lebens zu stören. Und wiederum kann jede Familie, jeder Einzelne veredelnd aufwärts wirken auf höhere Bildunganstalten, ja zuhöchst auf den ganzen Bildungbund.
Die Werkthätigkeit des Ganzen Bildungbundes ist nach demselben Vorbilde geordnet, welchem wir die Werkthätigkeit jedes anderen Vereines folgen sahen. Auch dem Bildungbunde muss zuerst das Licht der Erkenntniss leuchten, auch er muss diess göttliche Licht immer inniger entzünden. Der Bildungbund erforscht mithin die Idee der Menschheitbildung als Ganzes und in allen ihren Theilen und in ihrem ganzem inneren Gliedbau; er erkennt ihr Werk und die Kunst, es zu bilden; betrachtet im Geiste der Idee die wirkliche Menschheitbildung dieser Erde, so weit sie vergangen und gegenwärtig ist, und bildet in dieser doppelten Einsicht stetig seinen eignen Werkplan. Diese dem Bunde wesentliche Erkenntniss verbreiten die Erwählten desselben planmässig und kunstreich über die ganze Gemeine, das ist, über alle Menschen. Um mit Erfolg den Menschen →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =213=
→ und die Menschheit zu bilden muss eine reine, heilig Liebe zu dieser erhabnen
Kunst, ein inniges Sehnen nach Veredlung alles Menschlichen, ein unermüdeter Eifer wirksam sein, und selbst in jedem zu Bildenden muss liebevolles, vertrauliches, aber freies, Hingeben an den Bildner, und die Überzeugung leben, dass es wesentlich und nothwendig sei, gebildet zu werden. Daher soll der Bildungbund durch Versammlungen, welche in innigen und schönen Gebräuchen, in weisen Belehrungen und in periodisch wiederkehrenden Festen diese Ehrfurcht und Liebe gegen das heilige Werk der Menschheitbildung, diesen Eifer des Bildens und diese Hingebung gegen den Bildner erwecken, und befeuern, dass Ein Geist der Bildung alle Menschen beseele. Diese Bemühungen des Bundes begründen nun sein Hauptgeschäft, die Ausübung der Menschheitbildung als Eines organischen Ganzen über die ganze Erde, welche nur in freiem Verkehr mit allen Grundgesellschaften, werkthätigen Vereinen, und mit allen einzelnen Menschen gelingen kann. So wie nun die Menschheit in ihrem ganzen Leben und Wirken als ein organisches Wesen in sich selbst zurückkehrt, so wendet sich auch die Bildungkunst an sich selbst zurück; der Bildungbund bedarf auch wesentlich seiner eignen Bildunganstalt, die Bildner müssen nach seinen eignen Gesetzen gebildet, Menschen müssen zu Erziehern und zu Ausbildnern erzogen und ausgebildet werden. So wie das Herz das ganze Blut durch alle Adern treibt, welche selbst in einzelnen Zweigen zu ihm zurückkehren, um es durch das Blut zu ernähren, so kehrt die Bildungkunst auf ihre eignen Geweiheten, sie stetig bildend, zurück. Bildner zu bilden, Erzieher und Ausbildner zu erziehen und auszubilden ist der erhabenste und fruchtbarste Theil der ganzen Bildungkunst, und der Gipfel der ganzen Werkthätigkeit des Bildungbundes; nur so kann der Bildungbund, vorzüglich in seinen Erwählten, sich stetig verjüngen, stets neue Kraft, höhere Weisheit, und immer innigeren Kunstsinn gewinnen. Damit nun der Bildungbund diess sein Leben lebe, dazu bedarf er eines reichen Organismus äusserer Güter, die der Staat ihm, um dadurch die kunstreiche Vollendung des ganzen Menschheitlebens zu befördern, ehrfurchtvoll darreicht. Allgemeine und besondere Heiligthümer der Menschheitbildung erheben sich gleichförmig und ebenmässig über die ganze Erde, und selbst jeder Familie, jedem Einzelnen wird zu Theil, was sie als äusseres Gut bedürfen, um sich menschenwürdig zu erziehen und auszubilden.
So feiert die Menschheit im Leben ihres Bildungbundes ihre stete Verjüngung, so gewinnt sie in ihr stets höheres, schöneres Leben; — und obgleich die Geschlechter wie Blätter dahin sinken, so wächst doch der Baum des Lebens in junger Bildungkraft höher und schöner, und in anwachsender Fülle zeigt er stets Blüthen und Früchte zugleich.

=214= Das Urbild der Menschheit
Wechselwirkung aller einzelnenwerkthätigen Gesellschaften unter sich in Einem Ganzen als in dem Einen Werkbunde
Wir haben nun die Ideen aller einzelnen werkthätigen Gesellschaften erkannt, in ihnen allen bemerkten wir eine völlige ähnliche Bildung in Verfassung und Werkthätigkeit, wir sahen sie alle in drei höhere Ganze sich vereinen, in den Bund für die Grundformen, den Bund für die Grundwerke, und den Bund für die Selbstwerke. Diese drei nun stehen sich als einzelne Vereine frei und selbständig entgegen, fähig und bedürftig unter sich einen höheren Verein, als Ganze, und in allen ihren Theilen, einzugehen. Wir erkannten schon früher, als wir die Betrachtung der werkthätigen Gesellschaften begannen, die gesammte menschliche Werkthätigkeit als Ein Ganzes an, welches sich in Einem inneren Gliedbau einzelner Werke und werkthätiger Vereine entfaltet. Jetzt, da die Urbilder dieser einzelnen Vereine uns vor Augen stehen, vermögen wir nun auch ihre Einheit und ihre organische Vereinigung in Ein Ganzes des Lebens zu erkennen.
Die Nothwendigkeit einer Wechselvereinigung aller werkthätigen Gesellschaften beruht auf der Natur des Werkes und der Werke und auf der Natur der Menschen und der Menschheit, die sie bilden sollen. Denn die Vollendung des einen Werkes ist nicht ohne die des andern möglich; das Gebiet eines jeden umfasst auf eigenthümliche Weise alle menschliche Dinge; und jeder Mensch, so wie jede Gesellschaft der Menschen, soll in allen Theilen der menschlichen Bestimmung gleichförmig vollendet werden. So wie mithin die ganze Werkthätigkeit in jedem einzelnen Menschen belebt sein, wie er sich für alle ihre Theile gleichförmig, jedoch nach den Verhältnissen, die ihm sein Beruf anweist, ausbilden, und so wie sich in ihm alle Thätigkeiten organisch durchdringen müssen, wenn ihm ein einzelnes Werk und alle Werke, und er sich selbst, gelingen sollen; so gelten diese Forderungen auch von den Familien, Freundschaften, Ortschaften, Stämmen, Völkern und von der ganzen Menschheit.
Alle einzelne werkthätige Gesellschaften sollen sich also sowohl als nebengeordnete, gleichfrei und selbständige Vereine lebenvoll durchdringen, als auch in Einem höheren gemeinsamen Ganzen gehalten sein. Wir fassen zuerst ihre freien Wechselvereinigungen auf, und erheben uns dann zu der Idee des Ganzbundes der gesammten menschlichen Werkthätigkeit. Die Wechselvereinigung der einzelnen werkthätigen Gesellschaften besteht aus vier höchsten Sphären, von denen jede mehrere einzelne Glieder enthält. Diese vier Sphären sind: das Wechselleben des Bundes für die Grundformen mit dem Grundwerkbunde; das Wechselleben eben desselben mit dem Selbstwerkbunde; das Wechselleben des Grundwerkbundes mit dem Selbstwerkbunde; und das Wechselleben aller dreier unter einander. Jede dieser Vereinigungen ist reich an →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =215=
→ innerem Leben, jede hat ihre eigne Idee, ihre eigne Mitgliedschaft, Verfassung und Werkthätigkeit, und ist ein würdiger Gegenstand tiefer Betrachtung. Hier genügt es, von ihnen allen im Allgemeinen zu reden, und ihr erstes Wesentliches zu erkennen.
Die Grundidee einer jeden von diesen Vereinsphären ist, dass die vereinten Gesellschaften jede zugleich nach der Idee der mit ihr vereinigten innerlich gebildet sei, und in individueller Vereinigung ihrer ganzen Werkthätigkeit lebe, dabei jedoch ihre Selbständigkeit und Freiheit erhalte, und so mit der andern ein höheres Lebenganzes bilde. Ihre Vereinigung soll eine allumfassende sein; die Mitgliedschaft einer jeden von ihnen umfasst die ganzen Menschheit, und in ihren untergeordneten Theilen alle Grundpersonen derselben: mithin ist es nothwendig, dass die Versammlungen und die Werkthätigkeit aller einzelnen Bunde in Zeit und Ort und Kraft wohlgeordnet werden, dass Jeder an allen harmonisch Theil nehme, und dass ihr Leben in Ein ebenmässiges und rhythmisches Ganzes zusammenstimme, dass wie in Einem einzelnen wohlgebildeten harmonischen Menschen sich alle menschliche Bestrebungen organisch vereinigen. Da aber die Erwählten des einen Bundes nicht immer zugleich Erwählte des andern sind, da durch sie dennoch der stete Lebenverein ihrer Gesellschaften geknüpft und erhalten werden muss, und sich diese Vereine allseitig und ununterbrochen gegenwärtig sein sollen, so ertheilen sich die Erwählten der zu vereinigenden Gesellschaften, in Zustimmung der Gemeine, stetige Nachricht vom Zustande und von der individuellen Wirksamkeit ihrer Gesellschaften, und eine verhältnissmässige Anzahl ihrer Erwählten sollen wechselseits als beständige Beisitzer die Gesellschaften unter einander vergegenwärtigen. Hierdurch sind freie, wechselseitige Mittheilungen und Berathungen, gemeinsame Entschlüsse und Ausführungen, kurz, eine wahre Lebeneinheit, möglich; so kann eine jede jede andere nach ihrer eignen Idee prüfen, und so können sich alle nach ihren Grundideen wechselseits vollenden. Der Tugendbund macht, dass die ganze menschliche Werkthätigkeit in sittlicher Güte in reiner Tugend sich entfalte; er bildet in allen das Sittliche. Der Rechtbund würdigt Alles, was Menschen thun, nach der Idee des Rechts, und fordert, dass auch in allen werkthätigen Gesellschaften seiner allgemeinen Rechtgesetzgebung, und der aus der Natur jedes einzelnen Vereines und aus seinen äusseren Verhältnissen folgenden besonderen, ihn allein angehenden, Rechtgesetzgebung angemessen sei. Der Innigkeitbund weckt und erhält bei allen werkthätigen Bestrebungen die Weseninnigkeit und Liebe, und sorgt, dass alles in diesem Geiste geschehe. Der Schönheitbund prüfet Alles nach der Weltidee der Schönheit, dass die ganze Werkthätigkeit der Menschheit in gottähnlichen Formen sich gestalte. Der Grundwerkbund ertheilt allen andern Bestrebungen Licht und Leben durch Wissenschaft und Kunst, er wacht darüber, dass Alles, was Menschen wirken, mit der ewigen Wahrheit und mit den allgemeinen Gesetzen des Lebens zusammenstimme. Der Wissenschaftbund und der Kunstbund wirken erhebend und verschönend ein in den Bund für die Grundformen und in den Bildungbund.

=216= Das Urbild der Menschheit
Tugend, Recht, Innigkeit und Schönheit erwecken im Wissenschaftbildner und im Künstler eine eigenthümliche Begeistung, dass sie mit individuell schönen Werken der Wissenschaft und der Kunst und deren Harmonie allen anderen werkthätigen Vereinen gegenwärtig seien, und nach den Gesetzen jener Vereine an dem inneren Kunstleben derselben Theil nehmen, worin jeder derselben reine Beseelung für das Leben im Geiste seiner Idee zu erzeugen strebt. Und der Bildungbund endlich empfängt aus der Beschauung der ganzen Werkthätigkeit der Menschheit das klare Bewusstsein Dessen, was er für jeden Menschenverein zu thun hat; er bildet einem jeden würdige Mitglieder, führt sie nach vollendeter Erziehung und gereifter Bildung, kunstreich ein in den freigewählten Lebenberuf, und sorgt dafür, dass die ganze Werkthätigkeit der Menschheit, den ewigen Gesetzen der Menschheitbildung, der Erziehung und der Ausbildung gemäss sich harmonisch bewege. Und so wie jede werkthätige Gesellschaft einzeln auf alle anderen, sie veredelnd und erhebend, wirkt, so vereinigt sie sich auch frei mit jeder andern, um alle übrigen auf ihrem gemeinsamen Gebiete zu vollenden.
So vielfach und so reich an Leben ist das freie Zusammenwirken der einzelnen und vereinten werkthätigen Gesellschaften unter sich, worin sie sich als freie, selbstgesetzmässige und selbständige Gesellschaften verhalten. Doch diess organische Ineinanderwirken wäre nicht möglich, wenn nicht sie alle als Glieder eines organischen Ganzen lebten, und wenn nicht diess Ganze, als Ganzes wirklich vorhanden wäre, und wirklich in eine jede von ihnen, und in alle ihre Vereinigungen organisch einwirkte. Soll menschliche Werkthätigkeit vollendet werden, so muss sich die Menschheit in Einen Werkbund vereinigen, und innerhalb dieses gesellschaftlichen Ganzen und dessen Werkthätigkeit bilden, regieren, prüfen und alle mit allen nach höheren Lebengesetzen vereinen.
Die Aufgabe des Werkbundes, als ganzen Bundes, ist dass das Eine Werk der Menschheit organisch gelinge, als ein wohlgegliedertes Ganzes, nach einem Plane, in Einem Geiste. Er umfasst alle Menschen, weil jeder Mensch zu organischer Werkthätigkeit bestimmt ist: er fordert eigne Erwählte, weil seine Wirksamkeit eine eigenthümliche Richtung und Bildung des Geistes und des Gemüthes verlangt. Seine Verfassung soll den ewigen Weltformen und dem Wesen seines Werkes und der es schaffenden Menschheit, gemäss sein: durch sie soll es möglich werden, dass das Werk, und die Thätigkeit die es bildet, als Ganzes da sei und lebe, dass im Ganzen alle Theile gebildet werden, und sowohl selbständig als harmonisch unter sich vereint leben, dass das Ganze in alle Theile, und alle Theile in das Ganze wirken. Diese organische Vollendung des Werks und der Thätigkeit als Eines Ganzen kann nur wirklich sein, wo Eine Begeisterung, Ein inniges Bestreben den einzelnen Menschen, und alle Vereine der Menschen, —die ganze Menschheit, beseelt: diese Beseelung erhält und verbreitet sich durch ihre kunstschöne, freigesellige Äusserung, durch sinnige und schöne Gebräuche und gesellige Handlungen, durch ofne Belehrungen, und durch einen →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =217=
→ wohlgeordneten periodischen Kreis von Bundfesten. Die Werkthätigkeit aber
dieses Ganzwerkbundes ist reich und vielseitig. Zuerst soll er seine eigne Idee und seine eigne Geschichte ins Bewusstsein bringen, und im Anschaun des ganzen Menschheitlebens seinen Werkplan entwerfen: in der Idee des ganzen Werkbundes sollen ihm die Ideen aller einzelnen Werkbunde und ihrer Wechselvereinigungen, und in seinem Werkplane die Werkplane jedes einzelnen Bundes und ihrer Vereinigungen klar werden. Diese Erkenntnisse soll er über die ganze Menschheit verbreiten, besonders jedem einzelnen inneren Theilbunde seine Idee, und die Idee des einzelnen Bundes selbst, vor Augen stellen; ihn belehren, was der gemeinsame Werkplan von dessen einzelnem Werkplane fordere. Er soll dahin sehen, dass jeder einzelne Bund der Idee des Ganzen und seiner eignen Genüge leiste, dass alle einzelne selbständig und frei neben einander im Ganzen, und in sittlicher gerechter, liebevoller und schöner Vereinigung unter sich und mit dem Ganzen leben, und so alle zu Einem grossen Ziele zusammenwirken. Der Ganzwerkbund hat mithin allen einzelnen werkthätigen Gesellschaften eine allgemeine Gesetzgebung vorzuschreiben, welcher das selbständige und gesellige Leben ihrer Aller folgen muss. Diese Gesetzgebung ist ein reichhaltiger Gliedbau, welcher in einer ausführlichen Darstellung des Menschheitlebens seine Stelle findet; in sie gehören die allgemeinen Gesetze über die wechselseitigen Rechte, Verbindlichkeiten, und Verhältnisse aller Berufstände wonach sich die Menschheit in verhältnissmässiger Anzahl gleichförmiger über alle Theile ihres Werkes verbreitet, und alle Arbeiten in Einen Werkplan zusammenstimmen. Hier ist die ganze Fülle und Verkettung aller Berufstände erkennbar, denn so wie das Eine Werk sich bis zu seinen untheilbaren Theilen herab als ein Organismus vieler untergeordneter Ganzen entfaltet, so bildet sich auch ein Organismus entsprechender Werkbunde, oder Werkinnungen, den wir nur bis in seine höchsten Theile erschöpfend verfolgt haben. Die richtige und gleichförmige Verfassung und Ausbildung der Berufstände ist eine heilige Angelegenheit der Menschheit, welche zuhöchst dem Ganzwerkbunde obliegt, den wir jetzt betrachten. Die obersten Forderungen an die Organisation der Werkinnungen, bis auf ihre letzten Theile herab, sind folgende. Alle Werkinnungen sollen Ein frei lebendiges Ganzes bilden, und jede Innung soll auch in sich selbst ein freies und selbständiges Ganzes sein, welches gerecht und frei mit allen Innungen neben und über ihr zusammenlebt. Sie alle sollen ferner nach Vernunft- und Naturgesetzen, gleichförmig in Zeit und Raum, über die ganze Erde verbreitet sein, und von allen Grundgesellschaften betrieben werden. Alle Werkinnungen sollen rein nach den Gesetzen ihres Werkes, und der sie erzeugenden Kräfte organisirt, mithin, obgleich innerhalb der Grundgesellschaften betrieben, dennoch in Ansehung der Wahl, der Anstellung und Beurtheilung ihrer Arbeiter von den Grundgesellschaften, als solchen, unabhängig sein: das ist, nicht weil die Menschen dieser Familie, dieser Freundschaft, dieser Ortschaft, diesem Volke gehören, sollen sie angestellt werden in diesem oder in jenem werkthätigen Berufe, sondern weil das der Menschheit wesentliche Werk Arbeiter fordert, und →

=218= Das Urbild der Menschheit
→ weil diese Menschen inneren Beruf und Geschick zu gerade dieser Werkthätigkeit haben. Gott selbst stimmt nicht ein in das frevelvolle Vertheilen der Berufstände in erbliche Kasten; denn er theilt die Gaben des Geistes und Leibes ohne Rücksicht auf Stand und Beruf der Erzeuger aus, um die göttliche Freiheit alles wahrhaft menschlichen Lebens in Wissenschaft und Kunst und in jeglichem Theile der menschlichen Bestimmung zu bewähren.
Auch soll die Werkthätigkeit auf Erden gleichförmig über Weiber und Männer, und über alle Lebenalter, verbreitet sein. Das Weib und der Mann, Beide tragen das Allgemeinmenschliche an sich, beide haben dieselbe Bestimmung, beide sollen gleichförmig und in sich selbst vollständig und eigenthümlich gebildet, in allem Menschlichen gleich vollkommen sein. Auch das Weib ist eigenthümlicher Tugend, Gerechtigkeit, Innigkeit, Schönheit, eigenthümlicher Wissenschaft und Kunst fähig; es kann und soll in Allem so vortreflich sein, als der Mann. Die Eigenthümlichkeit des ganzen Wesens und Lebens, worin das Weib an Leib und Geist dem Manne entgegengesetzt ist, spiegelt sich innig und schön in seiner allseitigen Vollendung, und verbreitet unendlichen Reiz und himmlische Anmuth über alles weibliche Leben in Wissenschaft und Kunst, in Tugend, Gerechtigkeit, Innigkeit und Schönheit. Gleichförmige und harmonische Vollendung des männlichen und des weiblichen Geschlechtes in allem Menschlichen, neben einander gleichförmig fortschreitendes Ausbilden Beider, und gesellig schöne Vereinigung ihrer Bestrebungen in Ein gemeinsames Leben ist wesentlich, wenn die Menschheit auf Erden ihre eigenthümliche höchste Lebenfülle und Schönheit erreichen soll. Nach diesen Grundgesetzen soll also auch der Ganzwerkbund die gesammte menschliche Werkthätigkeit unter das männliche und weibliche Geschlecht vertheilen, damit das ganze Werk und jeder Theil desselben von beiden gleichförmig gefördert, und der Charakter des Männlichen und Weiblichen und Reinmenschlichen an ihm vollendet ausgeprägt werde. Doch, da auf dem Gegensatze des Männlichen und Weiblichen die erste Grundgesellschaft, die Familie, beruht; da diese das innerste Heiligthum der sich stetig verjüngenden Menschheit ist; da an eheliche Liebe Gott, Vernunft und Natur ihre innersten Wechselwirkungen mit der Menschheit geknüpft haben: so muss auch die Werkthätigkeit, welche den Weibern überlassen wird, der Lebenfülle, Freiheit und Schönheit des Familienlebens, und dem Naturberufe des Weibes, durchaus gemäss und damit harmonisch sein; sie soll vielmehr das Familienleben und den Familienberuf des Weibes, erhöhen, verschönen und beleben.
Mit gleicher Sorgfalt, als beide Geschlechter, soll endlich der Ganzwerkbund auch die verschiedenen Lebenalter umfassen. Kinder, Erwachsne und Greise sind eigenthümlicher Werkthätigkeit fähig und bedürftig; das Werk der Menschheit fordert ihrer Aller Hülfe, doch in harmonischer Rücksicht auf ihre Kräfte und eigenthümlichen Bedürfnisse.

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =219=
Soll auf diese Weise der ganze Werkbund im Ganzen und in seinen Theilen organisch leben, so ist erforderlich, dass er als Ganzbund allen Theilbunden, und diese ihm als Ganzbunde wechselseits ununterbrochen gegenwärtig werden, und ihr Leben mit ihm stetig vereinen. Der Ganzwerkbund theilt alle seine Verhandlungen allen Theilwerkbunden mündlich und schriftlich mit, und so ihm die untergeordneten Werkgesellschaften die ihrigen. Und damit ihre Einheit stetig sei, so sollen in den Versammlungen des Ganzwerkbundes Abgeordnete jedes einzelnen Werkbundes, und in denen jedes einzelnen Theilwerkbundes Abgeordnete des Ganzwerkbundes, als beständige Beisitzer, ununterbrochen zugegen sein.
So haben wir nun den Grundriss der gesammten geselligen menschlichen Werkthätigkeit, als Eines selbständigen Ganzen, vollendet. Wir sahen, dass die gesammte Werkthätigkeit innerhalb der Grundgesellschaften sich bilde, ohne doch das ihr eigenthümliche Freie und Selbständige zu verlieren. Die werkthätige Geselligkeit ist mithin in wesentlicher und unauflöslicher Verbindung mit der ursprünglichen Geselligkeit, woraus die Grundgesellschaften hervorblühn. Auch dieser Wechselverein folgt den allgemeinen Weltgesetzen alles Lebens, er ist der Menschheit wesentlich; auch ihn müssen wir noch betrachten, ehe wir unsern Blick auf ein neues Gebiet hinüberleiten.
Wechselwirkung der werkthätigen Gesellschaften und der Grundgesellschaften
In jedem einzelnen Menschen und in jeder Grundgesellschaft kehrt die ganze menschliche Bestimmung, in allen ihren Theilen wieder, mithin auch alle Aufgaben menschlicher Werkthätigkeit: wo sich Menschen als Familien, Freundschaften, Ortschaften, Stämme und Völker zu wahrer höherer Persönlichkeit vereinen, da sollen sie auch, als Eine Person, in symmetrischer und eurhythmischer Vertheilung, sich der ganzen Werkthätigkeit widmen. Die Grenzen, welche die Grundgesellschaften umschliessen, sollen auch ein in sich beschlossnes Ganzes der Werkthätigkeit umfassen, und die innerhalb dieser Grenzen belebte Werkthätigkeit soll den Lebengesetzen der in denselben beschlossenen Grundpersonen völlig gemäss sein. Die werkthätigen Gesellschaften aber sind, als solche, selbständig, folgen rein den Gesetzen des Werkes und der es erzeugenden Kräfte: die untergeordnete gesellige Werkthätigkeit, welche innerhalb der Grundgesellschaften fällt, muss sonach zugleich den gegenstandlichen Gesetzen der ganzen menschlichen Werkthätigkeit, und ihrem im Werkbunde belebten, organischen Plane gemäss sein. Da nun die Grundgesellschaften sich in ihrer Werkthätigkeit wahrhaft als Eine Person verhalten, so hat sie auch der Werkbund in dieser Persönlichkeit anzuerkennen, →

=220= Das Urbild der Menschheit
→ und als Eine werkthätige Person in sich aufzunehmen. Indem sich die Grundgesellschaften und die werkthätigen achtend und liebend entgegen kommen, bilden sie einen vollkommenen Wechselverein, den wir hier in seinen innern Haupttheilen anzudeuten haben.
Die erste Sphäre der Vereinigung der werkthätigen und der Grundgesellschaften zeigt sich in der Familie. Die ewigen Ideen der Sittlichkeit, des Rechtes, der Innigkeit und der Schönheit finden in ihr ein geweihetes Gebiet. Die Familie bildet sich als Ein sittlicher Mensch, ihre Glieder haben Einen geselligen Willen, Einen Werkplan, sie leben Ein sittliches Leben; Jedes ihrer Glieder erweitert den besonnenen Kunstfleiss, womit es sich selbst sittlich bildet, auf das sittliche Leben der ganzen Familie und auf den Theil, der von letzterem ihm zukommt; die sittlichen Angelegenheiten jedes einzelnen Gliedes und Aller werden zur Angelegenheit eines Jeden von ihnen, so wie zur Angelegenheit Aller in persönlicher inniger Vertraulichkeit, dass sie wie Ein Herz und wie Eine Seele sind. Und so wie das innere sittliche Leben jedes Einzelnen ein selbständiges Heiligthum ist, dessen Geheimniss nur persönliche Liebe lösen kann, so ist auch das sittliche Leben der Familie, als Eines Menschen, Allen, die ausser ihr sind, ein verschlossner Tempel, der nur um Achtung und um persönliche Liebe sich eröfnet. So wie ferner jeder Einzelne bewussten Nachdenkens über seine sittliche Vollendung, und ruhiger Überlegung, bedarf, so soll auch die versammelte Familie ihrer sittlichen Vollendung bewusstes Nachdenken, freie kunstreiche Belebung in geheiligten Augenblicken weihen, und so den ersten Tugendbund der Menschheit bilden. Als diese sich sittlich vollendende Person stellt sie sich dann den höhern Personen der Menschheit, ihrer Ortschaft, ihrem Stamme, ihrem Volke dar, und nimmt an dem höheren geselligen sittlichen Leben freien kunstreichen Antheil, ohne jedoch die Keuschheit ihres innern sittlichen Selbstlebens zu verletzen. Die Erwählten des Tugendbundes aber, welche persönliche Liebe mit der Familie verbindet, ketten die sittliche Vertraulichkeit der Familien mit den höheren Personen der Menschheit.
Eben so bildet das selbständige und das äusserlich gesellige Leben jeder Familie eine selbständige, in sich beschlossne, aber mit dem Gesammtrechtleben der Menschheit harmonische Rechtsphäre. Die Familie hat ihr inneres Gesellschaftrecht und ihr äusseres; das innere bezieht sich auf alle Lebenverhältnisse der Familienglieder als solcher, das äussere auf alle Lebenverhältnisse, worin die Familie, als Eine Person, und worin jedes ihrer Mitglieder als solches zu jedem Einzelnen und zu jeder Gesellschaft ausser ihr steht. Das Gesammtrechtleben der Menschheit ist ein organisches Ganzes, welches das Rechtleben aller ihrer inneren Theile, als selbständiges und allharmonisches Leben umfasst: der Rechtzustand der ganzen Menschheit ist daher dem Rechtzustande jedes Volkes, jeder Familie, jeder Freundschaft harmonisch. Der Rechtzustand der Familie, der Freundschaft, des Volkes und jeder höheren Person ist dem Rechtzustande des Ganzen harmonisch →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =221=
→ untergeordnet; er folgt den höheren, allgemeinen Rechtgesetzen, und lebt innerhalb derselben, sie weiter bestimmend, sein eigenthümliches, gerechtes Leben. Die Familie ist die erste Grundgesellschaft: daher wird das Familienrecht auf Erden zuerst ausgebildet; alle höheren Rechtanstalten schliessen sich nach und nach an den Familienstaat an, gewinnen in ihm Leben, und erheben sich nur nach und nach frei über ihn. Der Volkstaat und zuhöchst der Menschheitstaat erkennen mithin jede Familie als die über dem Einzelnen Menschen nächste höhere, dem Familienvereine, dem Stamme, dem Volke und der Menschheit untergeordnete Rechtperson, an; als solche stellt sich daher auch die Familie allen höheren Rechtvereinen dar, und steht mit ihnen in ununterbrochenem Wechselleben, welches jedoch die unmittelbaren Rechtverhältnisse des Einzelnen, als Einzelnen, zum Volkstaate, und zu höheren Ganzen des Rechtlebens, nicht aufhebt, womit derselbe den letzteren unmittelbar innig verbunden ist; die höheren Rechtvereine über der Familie wachen darüber, dass in der FamiIie, und in ihrem Rechtleben alle Rechte des Einzelnen heilig gehalten werden, die ihm als Menschen, als Volkgliede, als Stammgenossen, und überhaupt in jedem Verhältnisse, ganz abgesehen vom Familienleben, so wie auch in ihrer Beziehung auf das Familienleben, gebühren.
Eben so belebt auch die Familie Eine gemeinsame Gottinnigkeit, und ihre Glieder bilden, so wie den ersten Rechtbund, also auch den ersten Gottinnigkeitbund der Menschheit. Die Familie stellt sich Gott, der Vernunft, der Natur und der Menschheit als Ein gottinniger Mensch dar, und vereinigt das eigenthümliche Gottinnige eines jeden ihrer Glieder in Ein schönes, charaktervolles, gemüthliches Ganzes. So wie der Einzelne, obgleich im ganzen Leben gottinnig, dennoch in den innigeren Momenten desselben sich mit Bewusstsein der Weseninnigkeit weiht, sein ganzes Wesen zu Gott, zu der Vernunft, zu der Natur zu der Menschheit erhebt, und in geselliger Beschauung Urkraft des eignen Lebens gewinnt; so vereinen harmonisches inniges Schauen, und gleiche Liebe Gottes, erweckt durch das Göttliche im Leben jedes Einzelnen und im Ganzleben der Familie, gemäss den Perioden des Natur- und Vernunftlebens, die Glieder der Familie zu geselliger Anbetung, zu geselliger gottinniger Freude und Trauer, zu innigem Gebete, im Heiligthume des Hauses, welches nur persönliche Liebe harmonisch gestimmten Menschen erschliesst. In Gott, in Vernunft, in Natur und in Menschheit werden sie sich ihrer Einheit, des Glückes ihrer Gegenliebe, bewusst: in geselliger Übung eigenthümlicher Gottinnigkeit vereinen sie sich verklärt zu neuer Liebe zu neuem schönen Leben. Der Gottinnigkeitbund des Volkes und der Menschheit erkennen in jeder Familie die nächsthöhere gottinnige Person über dem Einzelnen, und nehmen sie als solche in ihr geselliges Leben der Gottinnigkeit auf; in schönem Wechselvereine verherrlichen sich die Äusserungen und die Werke der Gottinnigkeit der Familien mit denen der höheren Personen, und stellen alle Menschen auf Erden Gott als Einen harmonischen Menschen dar.

=222= Das Urbild der Menschheit
Auch die gesellige Pflege des Schönen findet in der Familie über dem Gemüthe jedes Einzelnen den ersten Tempel. Die Glieder der Familie vereinen sich in dem Bestreben, das ewige Urbild der Schönheit rein und in der Tiefe seines Inneren zu schauen, es in reiner Liebe aufzufassen, und in ihrem ganzen Familienleben, im Innern und in seinen Wechselwirkungen nach aussen, nachzubilden, auf dass die Lebenschöne jedes einzelnen Familiengliedes in der höheren, reicheren Schönheit der Familie höhere Würde und Verklärung gewinne, und das Familienleben selbst sich mit dem Leben der Menschheit im Geiste des Schönen ausser und über ihr, ja zuhöchst mit der Urschöne des Einen Lebens in Gott, harmonisch, ein schöner Theil mit dem schönen Ganzen, verbinde und dass die Familie mit dem Bunde für Schönheit, der die ganze Menschheit umkettet, vereint, ihr eigenthümlich schönes Leben lebe.
Eben so eröfnet sich für die Grundwerke in den Familien die erste gesellige Werkstätte; Wissenschaft und Kunst und ihre Harmonie gewinnen in ihr die erste höhere Blüthe. So wie jeder Einzelne, so soll auch jede Familie wohlgeordnet und ebenmässig in Wissenschaft und Kunst gebildet sein, und in Beiden eben so das Ganzen als Ganzes, die Theile als Theile, als auch das Ganze in den Theilen, die Theile in dem Ganzen, die Theile in den Theilen, das ist, das Ganze der Wissenschaft und Kunst als Einen Organismus, umfassen. Doch, so wie die individuelle Beschränktheit, als die wesentliche Bedingung jedes wahren und ureigenthümlichen persönlichen Lebens, den Einzelnen nöthigt, einen Theil der Wissenschaft, oder der Kunst, oder ihrer Harmonie zur Mitte alles seines wissenschaftlichen und künstlerischen Lebens zu erheben, aller Andere aber nur verhältnissmässig von dieser Mitte der Symmetrie aus, aber gleichförmig, zu bilden: so kehrt diese Nothwenigkeit, nur in wesentlicher erweiterter Grenze, auch für jede Familie zurück. Auch jede Familie ist, als solche, entweder der Wissenschaft, oder der Kunst, oder der Harmonie Beider, gewidmet; sei es nun, dass sich alle ihre Glieder demselben, oder dass sich verschiedene verschiedenem, unter sich lebendig verbundenem, Berufe widmen. Dieses gemeinsame Leben für die Grundwerke hebt nicht auf und schwächt nicht das ureigenthümliche Leben jedes einzelnen Familiengliedes, als eines einzelnen Menschen, für dieselben, sondern das einzelne Streben gewinnt in der Harmonie seines nächsthöheren Ganzen, in der Familie, eine höhere Welt, neue Kraft und neues Gelingen. So vertheilt sich die gesammte menschliche Thätigkeit für die Grundwerke harmonisch und ebenmässig über alle Familien; der Ganzbund für die Grundwerke erkennt jede Familie, die sich dazu gebildet hat, als Einen Arbeiter an: ihre Arbeit für den Ganzen Grundwerkplan der Menschheit stört nicht das Leben ihrer Familienliebe, hebt nicht die Freiheit der Berufwahl, noch der Arbeit, auf, sondern vereint alle Elemente freier Werkthätigkeit in Ein freilebendiges, nach höheren Gesetzen wohlberechnetes, Lebenganzes. Da nun jede Werkthätigkeit den Gesetzen des Werkes und des allgemeinen Werkplanes folgt, welche als solche über und ausser dem Familienleben stehen: da ferner die →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =223=
→ meisten Arbeiten ihrer Natur nach gesellig sind, und stetes Zusammensein in Zeit und Ort, und stete Handreichung, erfordern; so bereichert die gesellige Werkthätigkeit jede ihr gewidmete Familie durch Mitarbeiter, welche die Ehe noch nicht selbst zu Einer Familie verbindet, die ihr mithin als freie Menschen durch die Bande der Menschenliebe oder inniger Freundschaft zu gemeinsamem Fleisse, frei verbunden sind, und der Hausstand erweitert sich so in einen freien Werkstand. Doch bilden sich auch unabhängig von Familien höhere gesellige Werkstätten für alle Theile der Wissenschaft, der Kunst und ihrer Harmonie in eignen dazu gewidmeten Häusern und Räumen, woran dann auch Einzelne und Familien, rein nach den Gesetzen und Erfordernissen der Arbeit, rein als Ortgenossen, als Stamm- und Volkglieder, und zuhöchst rein als Menschen, Antheil nehmen.
Endlich ist die Familie auch für die Menschheitbildung die Grundsphäre ursprünglichen innigen Lebens. Die Bildung, welche der werdende Mensch von liebenden Eltern, Geschwistern und Freunden des Hauses empfängt, ist, schon als die frühste und stetigste, am wichstigsten; noch mehr aber, weil sie den ganzen Menschen, an Leib und Geist, an Sinn, Gemüth und Charakter entscheidend betrift, und in aller Absicht den Grund legt, worauf jede andere und einzelne Erziehung und Ausbildung erbaut werden muss; sodann weil ihr an Fruchtbarkeit keine äussere Bildung gleich kommt, da in der Familie innigste und zärtlichste Liebe Bildner und Bildlinge umschlingt, und ihnen das innerste des Geiste und des Gemüthes wechselseits eröfnet. Die innige liebevolle Vertraulichkeit aller Genossen der Familie belebt eine ununterbrochne wechselseitige Ausbildung in allem Guten und Schönen: der Hausvater und die Hausmutter erwecken und erhalten diess gesellige Streben nach allseitiger Bildung, und leuchten ihm mit ihrem eignen Leben vor.
Nächst der Familie bietet die Freundschaft aller menschlichen Werkthätigkeit einen heiligen, fruchtbaren Boden. Wahre Freunde sind und leben wie Ein Mensch, und jeder Freund geht durch jeden Freund, stets verjüngt und verdoppelt an Kraft und Leben aus der Freundschaft hervor; denn er gewinnt im Freunde sich selbst ausser sich selbst, und mehr als sich selbst, er gewinnt was ihm fehlt, um sich zu höherer Einheit und Fülle des Lebens aufzuschwingen. Die gesellige Tugend, Gerechtigkeit, Innigkeit und Schönheit innig vermählter Freunde ist ein nie versiegender Quell der Wonne und des Lebens für die Freunde selbst und für die ganze Menschheit. Daher erkennt der Tugendbund, so wie der Bund für Recht, für Innigkeit und für Schönheit Freunde als Eine Person, als Einen Menschen an, und erntet so die Früchte ihres liebevoll geselligen Lebens. Wozu Geist und Gemüth harmonische Freunde treibt in Wissenschaft und in Kunst, das führen sie mit vereinten, mehr als doppelt starken Kräften aus; wo der Freund den Freund übertrift, da wird er sein liebreicher Erzieher, und wo Freunde in gleicher Klarheit und Fülle der Wissenschaft und der Kunst leben, da bilden sie sich stetig an →

=224= Das Urbild der Menschheit
→ einander aus, da spiegelt sich der Freund im reinen Freunde, da richten sie geselligen Fleiss auf das gemeinsam geliebte Werk und auf sich selbst, als dessen Schöpfer, auf dass ihr Werk und ihre Kraft wie Eines höheren Menschen sei. Einsames, selbständiges Forschen nach Wahrheit und Wirken in der Kunst ist wesentlich, ist beseligend; doch geselliger Fleiss harmonischer Freunde ist noch fruchtbarer und schöner, gewährt noch innigere Wonne.
In der freien Geselligkeit haben wir schon früher eine Sphäre aller menschlichen Werkthätigkeiten erkannt; denn ihr Wesen ist freie, gemüthliche Darstellung der eignen Individualität in einem kunstreichen Spiele des Lebens. Freie Mittheilung des Wahren, des Kunstreichen, der Überzeugungen und der Gefühle in Tugend, in Recht, in Innigkeit und in Schönheit; gesellige Darstellung von Kunstwerken, welche für die gesellige Freude gebildet sind, unterhalten und beleben jede freie Gesellschaft. Von der andern Seite nehmen auch alle werkthätigen Gesellschaften die freie Geselligkeit in sich auf, vorzüglich die reinmenschliche; denn diese ist das wesentliche Band, welches die Menschen zu jeder einzelnen besonderen Werkthätigkeit und zu geselliger Darstellung und Beschauung aller ihrer Werke frei vereinigt.
Noch höhere Vereinigungen des Lebens gehen die werkthätigen Gesellschaften mit den Grundgesellschaften der höheren Ordnungen ein. Jeder Familienverein bildet, als ein inniger Gliedbau seiner Familien, Ein Ganzes höheren Lebens, worin sich das Leben der Familien und jedes Einzelnen frei bewegt. Gemeinsame Naturumgebung, gemeinsame Einflüsse Gottes und der Welt, welche die Familien in gemeinsame Wohnorte, in Dörfer und in Städte, vereinigen, die selbst wiederum Ein Ganzes bilden, alles Diess macht die Genossen des Familienvereines geschickt, Eine gesellige Werkthätigkeit in allem Menschlichen zu üben. Ein jeder Familienverein macht also Einen Werkbund aus, dessen ganze innere Thätigkeit den eigenthümlichen Charakter seines ganzen Lebens annimmt; die Vertraulichkeit persönlichen Lebens in Familie, in Freundschaft und freier Geselligkeit, die im Familienvereine noch eng gewebte Verkettung der Blutverwandtschaften, und die gemeinsame gesellige Sitte, ergiessen über die gesammte Werkthätigkeit eines Familienvereines einen ureigenthümlichen Reiz, und der Anwachs der werkthätigen Personen giebt ihr eine höhere Würde. In jedem ländlichen Wohnorte, der mehrere Familien verbindet, so wie in jeder Stadt erhebt und bildet sich Ein Bundheiligthum für die gesammte Werkthätigkeit, welches im Raume den Organismus der Werkthätigkeit selbst nachahmt, nach der Anzahl der vereinten Familien, und nach der Art und dem Gesetze des ländlichen und des städtischen Lebens in Grösse und Gestalt, jedoch nach dem Muster des höheren Bundheiligthumes des Stammes, des Volkes und der Menschheit, gebildet, worin sich das ganze werkthätige Leben der Menschheit in wohlgemessnen Perioden und in schöngestimmter Harmonie rhythmisch bewegt. So wie sich der Stamm zu seinen einzelnen Familienvereinen, so verhält sich auch →

 Die inneren werkthätigen Gesellschaften, als der Eine Werkbund =225=
→ die gesellige Werkthätigkeit des Stammes zu der in einzelnen Familienvereinen. Auch er bildet Einen geselligen Werkbund in höherer Kraft und Würde, denn in ihm ist ländliches und stadtliches Leben harmonisch vereint; in der Stammstadt durchdringen sich alle Familienvereine, welche bestimmt sind, Eine höhere Person zu sein, und in ihr erhebt sich ein höheres Heiligthum des Werkbundes, welches sich zu den Bundheiligthümern der einzelnen Ortschaften wie ihr Haupt und höheres Ganze verhält. In dieser höheren Werkstatt entfaltet sich das höchste werkthätige Leben des ganzen Stammes als Eines Ganzen, und die werkthätigen Gesellschaften der untergeordneten Ortschaften des Stammes, so wie ihre Heiligthümer und ihre ganze Werkthätigkeit sind organische Theile desselben. In dieser geselligen Werkthätigkeit wird der Stamm als ganze Person in den Einen Werkbund der Menschheit aufgenommen; in ihr wird er dem Volke, Volkbunde, und der Menschheit der ganzen Erde als Eine Person in Einem Werke gegenwärtig, und mit ihrer höheren Werkthätigkeit lebend verbunden. —
Ein völlig Ähnliches gilt von der eigenthümlichen Werkthätigkeit jedes Stammvereines auf seinem erweiterten Gebiete, und von seiner höheren Hauptstadt als dem Sitze seines höheren werkthätigen Lebens.
Was nun von jedem Stamm und Stammvereine, das gilt auch in höherem Massstabe von jedem Volke, zu dessen Werkthätigkeit sich die der Stammvereine verhält, wie die Werkthätigkeit der Stämme zu der letzteren. Jedes Volk ist Eine wahrhaft höhere Person, ein höheres Leben für alles Menschliche; gemeinsame Sprache und Sitte, und ein höherer gemeinsamer Charakter der sie umlebenden Natur, bestimmen die Eigenthümlichkeit jedes Volkes. Diess eigenthümliche Volkleben soll nun seine Einheit und Fülle auch als Ein Werkbund bewähren und schön entfalten. Eine Hauptstadt bildet die Lebenmitte des Volkes: sie bilde auch die Mitte seines ganzen Lebens, in ihr erhebe sich ein der Würde des Volkes angemessnes Bundheiligthum für die ganze Werkthätigkeit, diess schliesse die Heiligthümer des geselligen, sittlichen, gerechten, innigen und schönen Volklebens, seiner geselligen Wissenschaft und Kunst, und seiner Menschheitbildung organisch in sich; von ihm aus ergiesse sich Einheit des Lebens und Wirkens über alle Stammvereine, Stämme, Familienvereine, Familien und Einzelne des Volkes; in diesem Heiligthume stellen sich die Stämme, Familien, Freunde und Einzelnen in ihrer eigenthümlichen Persönlichkeit, als selbständige, freie, in Gerechtigkeit und Liebe wohlverbundene werkthätige Personen dar. Und werden dann mehrere Völker in Liebe und Freundschaft zu Einem höheren Volke, zu Einer höheren Person vermählt, so vereinigen sie auch harmonisch ihre ganze Werkthätigkeit, auf dass sie ein höheres Ganzes, mit höherem geselligen Charakter, werde; in der den vermählten Völkern gemeinsamen Hauptstadt bildet sich dann ihr geselliger Ganzwerkbund, und dessen höchstes Heiligthum, von wo aus sich Einheit, Fülle und harmonisches Eigenthümliche über die entgegengesetzte Werkthätigkeit der vermählten Völker →

=226= Das Urbild der Menschheit
→ verbreitet, und in höheren geselligen Werken die eigne Würde der höheren Person verkündigt.
So sind wir bis zu der Vereinigung gelangt, welche die Menschheit eines ganzen Himmelwohnortes als die höchste Grundgesellschaft auf demselben, mit ihrer eignen ganzen inneren Werkthätigkeit schliesst. Die Menschen, von Gott, Vernunft und Natur im Weltall fest vereinigt, sind berufen, freithätig die höchst mögliche organische Einheit in allem Menschlichen zu bilden; auch zu Einer Werkthätigkeit soll sie Ein Bund vereinen, und Ein geselliges Heiligthum der ganzen Erde soll die Einheit dieses Bundes, als Ganzbundes verherrlichen. Werk und Künstler können ihre höchste Grösse, Fülle und Schönheit nur gewinnen, wenn die allumfassenden Weltideen, denen die Werkthätigkeit heilig ist, in dem weitesten Gebiete, das ihnen Gott, Vernunft und Natur eröfnen, gesellig belebt werden. Tugend, Recht, Innigkeit und Schönheit, Wissenschaft und Kunst und ihre Harmonie, Erziehung und Ausbildung, können ihr Höchstes nur durch die Menschheit, als Menschheit, als durch Eine werkthätige Person, erreichen: ihnen soll die Menschheit Einen wohlorganisirten Kunstfleiss weihen, der die untergeordneten Bestrebungen aller untergeordneten Personen nach Einem Musterbild und Gesetz, nach Einem Werkplane, regiert, sie alle befeuert, reinigt, mässigt, harmonisch vereinigt. Nur dadurch ist es möglich, dass auch jeder Einzelne in seinem werkthätigen Streben zu seinem Höchsten gelange, dass jeder Einzelne unabhängig von seinen Freunden, von Familie, Stamm und Volk durch den Beruf seiner Werkthätigkeit unmittelbar auch der Menschheit gehöre, auf die Menschheit wirke, und von ihr die erhebendsten Einwirkungen erfahre; nur so können auch Künstler und Wissenschaftforscher und Menschheitbildner wie Eine befreundete Familie über der ganzen Erde sein, unabhängig von allen scheinbaren Trennungen, welche die Grundgesellschaften zwischen den Berufarbeitern, als solchen, stiften würden. Nur dadurch, dass die Menschheit als Menschheit die unendlichen Aufgaben der Tugend, der Gerechtigkeit, der Innigkeit, der Schönheit, der Wissenschaft, der Kunst und der Menschheitbildung innig ergreift, nur dadurch, dass sie Ein Tugendbund, ein Staat, Ein Gottinnigkeitbund, Ein Schönheitbund, ein Bund für Wissenschaft, Kunst und Menschheitbildung ist, nur dadurch werden die Menschen in ihrem innern Leben und Wirken fähig, sich zu Einer Familie Gottes auf Erden, zu Einem wahren Menschen, allseitig zu bilden, und so höchste Schönheit und Würde zu empfangen, worin eine ureigenthümliche, harmonisch belebte Menschheit eines ganzen Himmelwohnplatzes höhern Ganzen der Menschheit, und Gott selbst, dem ewigen Künstler, zu erscheinen und immer inniger verbunden zu werden, bestimmt ist.
Ja, wer mag jetzt schon die Grenzen ermessen, worin sich, nach ewigen Gesetzen des Alllebens in Gott, höhere Ganze des Geisterreiches und der Menschheit im Weltall zu höherer geselliger Werkthätigkeit harmonisch durchdringen. Ist die Menschheit der Erde mehr als ein Volk des Weltbaues unserer Sonne, ist sie jetzt →

 Die äussere Geselligkeit der Menschheit =227=
→ schon mehr als ein Kind in der Familie der Menschheit dieses Sonnensystemes? Strömt nicht in urlebendigen Geistern, die uns geboren werden, welche Wissenschaft und Kunst, welche Tugend, Gerechtigkeit, Innigkeit und Schönheit höher bilden, und das Schönste der Vorzeit weit übertreffen, strömt nicht in ihnen das Leben höherer Sphären in uns ein, sind wir nicht durch sie mit Gott, mit Vernunft und Natur, mit höherer Menschheit jetzt schon inniger verbunden? Die Schranken unseres heutigen Erfahrkreises sind nicht die Schranken der höheren Lebensphären, wofür wir bestimmt sind; die Stufe des Lebens, welche jetzt die Menschheit erreicht, ist noch nicht die ihres reifen kraftblühenden Alters, worin sie einst in die höchsten geselligen Verhältnisse, welche Welten verbinden, aufgenommen, sich selbst in eigenthümlicher Schönheit selig vollenden wird.
Die äussere Geselligkeit der Menschheit
Klarer und inniger schauen wir nun, wie die menschliche Werkthätigkeit gleich den Grundgesellschaften Einen freien selbständigen Organismus bildet, wie ihr Leben die Grundgesellschaften harmonisch durchdringt, und wie sich die Grundgesellschaften in geselliger Werkthätigkeit allseitig verherrlichen. Hiermit haben wir nun die Betrachtung der inneren Gesellschaften vollendet, und die Höhe erreicht, wo wir die Menschheit als Ein in ihren Individuen hergestelltes Ganzes, wo wir ihr inneres Leben als Ein Ganzleben überschauen können. Doch diess Eine Leben der Menschheit umfasst in Einem Ganzen auch ihre äussere Geselligkeit und die Wechseleinheit der äusseren mit der innern, und vereint auch diesen wesentlichen Gegensatz des Innern und des Äusseren in Eine Harmonie. Ehe wir daher die Menschheit in ihrem Ganzleben schauen, verlangt noch ihre äussere Geselligkeit, ihr Umgang mit Gott, mit Vernunft und mit Natur unsere ganze Aufmerksamkeit. — Wir reden von einem organischen Ganzen, worin Alles, was zu jeder Zeit sein Leben entfaltet, zugleich, in, mit und durcheinander ist, sich wechselseits fordert, weckt und erhält. Schon das Vollenden der Grundgesellschaften und der werkthätigen setzt das Dasein und das innere Leben jedes einzelnen Menschen, und innige Lebengemeinschaft mit Gott, mit Vernunft und mit Natur voraus, denn der Mensch und die Menschheit sind im Wechselleben Gottes, der Vernunft und der Natur, als das innigste Werk der Schöpfung, ewig geschaffen. Innere und äussere Geselligkeit bedingen sich wechselseits, und schreiten gleichförmig neben, in und durcheinander fort. Jeder Einzelne ist für sich selbst äusserer, selbständiger Geselligkeit fähig und bedürftig, aber mehr noch jede höhere Person, und am meisten die ganze Menschheit. Auch die äussere Geselligkeit ist nach den Weltideen der Selbstgesetzmässigkeit, des Rechtes, der Liebe und der Schönheit als Ein Organismus gebildet. Doch können wir uns erst an dieser Stelle der Betrachtung der äusseren Lebenvereine weihen, weil der Mensch nur durch sich selbst, nur →

=228= Das Urbild der Menschheit
→ dadurch, dass er alle Dinge in sich selbst, wie im treuen Bilde, schaut, nur durch den Menschen, nur vom Menschlichen aus, sich zu Gott, zu der Vernunft und zu der Natur, innig erheben, und ihren höheren Einflüssen öfnen kann; weil innere gesellige Vollendung des inneren, reinmenschlichen Lebens dem innigen Lebenvereine Gottes, der Vernunft und der Natur mit der Menschheit, eine reine, geheiligte Stelle bereitet.
Wechselleben der Menschheit mit Gott
Vor Allem verdient hier erkannt und gepriesen zu werden der Umgang des innigen Menschen und der innigen Menschheit mit Gott. Mit seinem Urwesentlichen ist jedes Wesen dem Wesentlichen Gottes vollendet gleich; sein Leben ist auf bestimmter Stufe und in bestimmten Schranken Bild des Lebens Gottes, und indem es diese Schranken freithätig erfüllt, gestaltet er sich gottähnlich in eigner Schönheit. Ist doch in jedem endlichen Organismus, auf dessen Theile so vieles Äussere vielfach wirkt, ein jedes Glied von der Art des Ganzen, und sein Leben dem Leben des Ganzen innig verbunden; wie vielmehr in Gott, dem Urwesen, dem Urorganismus, dem Urleben, welcher frei und vollendet ewig in sich selbst, und in dem Alles ist, was ist. Alles in Gott ist, als des Ganzen Theil, endlich, auf dass es von bestimmter Art sei, aber es ist noch unendlich in seiner Art, als ein Ganzes seiner Art; durch die Grenze, wodurch es diess Wesen ist, ist es von Gott verschieden, und zugleich unauflöslich mit Gott vereint. Die Ideen des Unendlichen und des Endlichen heben sich nicht einander auf, sondern sind untrennbar Eins in demselben Wesen, welches ein wahrhaftes Ganzes ist, das in seinen Theilen besteht und in ihnen sein ganzes Wesentliche bewährt. So sind endliche Wesen durch ihre Endlichkeit nicht ungöttlich, nicht Gott entfremdet, sondern innerhalb derselben göttlich und mit Gott dem Urganzen innig verbunden, und bewähren in ihren Schranken, in ihrem innern Sein und Leben den ganzen Gott auf eigne Weise. Gestaltung des Göttlichen, das ist des Wesentlichen, in der Zeit, ist Leben; und so wie jedes Wesen in bestimmten Schranken göttlich ist, so gestaltet es an sich selbst auf eigne Weise, nach eignen Gesetzen, das Göttliche; es hat ein eigenthümliches Leben. Diess Selbstleben jedes Wesens ist selbst göttlichen Ursprunges; es entfremdet nicht von Gott, denn es ist in, mit und urch Gott, sondern es führt zu Gott und nimmt Gott in jedes Wesen innerlich auf; es ist zwar urwesentlich frei und selbständig, doch mit dem Leben aller Wesen in Gott, und mit dem Ganzleben Gottes innig verbunden; denn alle Wesen durchdringen sich lebendig in ihren Schranken und in ihrer Gestaltung, und Ein Ganzleben Gottes durchdringt sie alle. Freudig und rein in sich selbst leben, die Schranken seines Wesens tugendlich und schön erfüllen, ist göttlich, macht fähig und würdig, in immer innigere und höhere Lebenverhältnisse liebevoll von Gott aufgenommen zu werden; nur jene Schranken nicht erfüllen, nur vom Gesetz des eigensten Lebens weichen, und sich so der wahrhaft göttlichen Freiheit des →

 Die äussere Geselligkeit der Menschheit =229=
→ Lebens entäussern, nur Diess ist ungottähnlich und Sünde. Freies, urkräftiges Selbstleben ist in Gott so wesentlich als harmonisches Wechselleben, beide sind ewig zugleich in ihm: doch in der Zeit betrachtet geht in jedem Wesen die Entwicklung des freien Lebens in sich selbst harmonischem Wechselleben theilweis voraus, und begleitet jedes Wechselleben als dessen innerste Bedingung im Lebendigen. Gott wiederholt seine ewige Schöpfung in der Zeit unendlichmal und unendlich vielfach: er verherrlicht sich in der Lebenbildung aller seiner Wesen dadurch, dass er ihr Leben aus der Weltbeschränkung hervorblühen lässt, und als liebende Vorsehung sie alle in ewiger Jugend, und in schönem Kreislaufe, als sein Ebenbild vollendet. Doch das Ganzleben Gottes ist sich ewig gleich, und im Schmucke der Eigenthümlichkeit, den er in jedem Momente seines ewigen inneren Lebens allen Dingen verleiht, ewig dasselbe. Im Leben Gottes ist dessen Idee mit dessen Dasein eins und zugleich; so wie auch im Leben aller Dinge sich die ganze Idee ihres Lebens zeitewig entfaltet, in Perioden, welche ewig in sich selbst und in Gott zurückkehren. Alle Wesen in Gott zu denken und zu empfinden, ihr Selbstleben und ihr Wechselleben unter sich und mit Gott als gleich göttlich, Gott aber als das Urganze und als das Urleben zu schauen, in allen Dingen Gott, in Gott alle Dinge, und alle Dinge in einander, zu erkennen, zu empfinden, und in diesem Geiste selbst zu leben, diess ist dem gottinnigen Menschen seliger Beruf. Auch in sich selbst erkennt, empfindet er den gegenwärtigen Gott; im Bewusstsein seiner ewigen Würde ist er ganz in Gott, er bewegt sein ganzes Leben in Harmonie mit Gottes und aller Dinge Leben; er denkt, will und handelt im göttlichen Geiste; Leib und Geist und ihr Wechselleben bildet er zu einem Tempel, ja vielmehr zu einem Organe, zu einem Theilleben Gottes aus, ähnlich dem ewigen Ganzen. Denen, die in solchem Geiste leben, wird fasslich, wird willkommen sein, was wir hier, innig ahnend, aussprechen über aller Dinge Lebenverein mit Gott.
Alle Wesen sind und leben in Gott, auch der Mensch und die Menschheit; je reicher ein Wesen an innerem Gliedbau und an inneren Gegensätzen des Lebens, desto inniger lebt es in mit und durch Gott, und in dem vollendetsten Gleichnisse Gottes, in der Menschheit des Weltall, so wie in jedem organischen Theile derselben, offenbart sich Gott am reichsten, schönsten und erhabensten. Die Menschheit lebt am innigsten in und mit Gott, und Gott in und mit ihr, denn in ihr strömen die Urquellen des Gottlebens in Vernunft und Natur harmonisch zusammen, und Gottes ewige Schöpfung ist in diesem allharmonischen Wesen in sich selbst zurückkehrend beschlossen. Die Lebeneinheit von Vernunft und Natur hat Gott ewig gegründet, und bildet sie zeitewig aus, er wirkt mit individueller Kraft, dass Geistwelten und organische Gattungen, das einzelne Geister und einzelne Leiber liebend sich vereinen, er ist jedem zum Menschen gebildeten Geist und Leibe als höhere sie verbindende individuelle Kraft gegenwärtig. Daher ist der Menschheit, so wie jedem Menschen, der Weg zu Gott allseitig eröfnet. Zuerst begegnet ihm Gott in dem innern Bau und Leben sein selbst und der →

=230= Das Urbild der Menschheit
→ Menschheit; durch inneres Selbstschauen wird er zum Anschaun Gottes, als seines ewigen Urbildes, immer reifer; er findet Gott in dem reinen Naturleben, das als Ein Unendliches sich endlich spiegelt in den Sinnen des Leibes, welcher sich zur Natur, als höchstes Werk und als vollständiges Ebenbild ihres Ganzlebens eben so verhält, wie der Mensch zu Gott; und so wird ihm der Leib selbst ein reines Organ göttlicher Wirkungen. Er schaut Gott ferner in dem Wesen und Leben der Einen Vernunft, so wie es sich abbildet in den Tiefen seines Geistes, welcher mit seinem Leben und Wirken zur Vernunft sich verhält, wie der Leib zur Natur, wie der ganze Mensch zu Gott. Endlich verherrlicht sich Gott dem Menschen in dem harmonischen Zusammenleben des Geistes und Leibes, als der innersten Sphäre des ewigen Zusammenlebens von Natur und Vernunft, und in der gottinnigen Menschheit des Weltall ahnet der Mensch das innigste vollständige Gegenbild des ganzen Gottes in seinem inneren Gliedbau und Leben. Der Mensch, und die Menschheit, welche zu diesen Einsichten gelangt, deren Geist von göttlicher Wissenschaft erleuchtet, deren Gemüth von inniger Liebe zu dem in allen Dingen gegenwärtigen Gott erfüllt, deren Leib in seiner Art gleich rein, lebenvoll und harmonisch ist, als ihr Geist und sie selbst als ganze Menschen, deren Neigung und Wille rein, und deren Leben gottähnlich ist, — der Mensch und die Menschheit, welche so zu reiner Gottinnigkeit gelangt sind, machen sich würdig, dass Gottes ewige Liebe ihnen stets neu werde, und dass Gott selbst auf unendliche Weise in sie einwirke, dass ihrer lebendigen Liebe zu Gott lebendig wirkende Liebe Gottes antworte. Erkannten wir zuvor die Gottinnigkeit als wesentliche Bestimmung des Menschen und der Menschheit, so erkennen wir sie hier als die innere Bedingung eines wechselseitigen Lebenvereines des Menschen und der Menschheit mit Gott. Sahen wir, dass alle Einzelne, alle Familien, Freundschaften und höhere Grundpersonen der Menschheit, und die Menschheit selbst, sich in Einen Gottinnigkeitbund vereinen, um sich Gott im Leben gegenwärtig zu machen, um ihre gesellige reine Liebe Gott zum Opfer darzubringen, und in ihm Vollkommenheit, Stärke und Schönheit des Lebens zu gewinnen: so erkennen wir nun in diesem Bunde, so wie in dem Leibe, dem Geiste und dem Gemüthe jedes gottinnigen Menschen, die geweihete Sphäre, wo Gott mit ewiger Liebe lebenvoll der reinen Innigkeit der Menschheit entgegnet, sich ihnen gegenwärtig macht und erhebend in sie wirkt. Der Bund für Gottinnigkeit erweitert sich in einen Bund mit Gott, in ein seliges Wechselleben Gottes und der Menschheit. Doch, so wie Gott in Allem sich selbst gleichet, so ist auch seine Innigkeit und seine Liebe zur Menschheit und zu jedem gottinnigen Menschen, jener Allinnigkeit und Urliebe gemäss, womit er alle Wesen umfasst. — Wollen wir die Hauptmomente der Lebeneinheit, welche Gott und Menschheit verbindet, ahnend erkennen, so ist es Pflicht, Gottes Innigkeit und Liebe zu allen seinen Wesen zuförderst ganz und unbeschränkt zu denken.
Gottes ewige Schöpfung und sein ewiges Wechselleben mit seinen ewigen Werken sind zwei unendliche Reihen seiner Wirksamkeit. In den Gegensätzen →

 Die äussere Geselligkeit der Menschheit =231=
→ und innern Schranken die jedem Wesen in Gott ewig angeboren sind, liegt der nie erlöschende Antrieb ihres Selbstlebens und ihres Wechsellebens, dass sie in der ganzen, das ist, in der unendlichen Zeit ihr göttliches Wesen in sich selbst gestalten. Durch ihr inneres, selbständiges Leben bewähren sie ihren göttlichen Ursprung, ahmen die ewige Selbständigkeit Gottes in ihrer Sphäre nach, und werden fähig und bedürftig, ihr Leben mit dem Leben aller Sphären, welche über ihnen und neben ihnen in Gott sind, zu vereinigen. Diese Lebenvereinigung aller Wesen in Gott, als Gottes innerer ewiger Theil, ist Gott selbst ewig wesentlich, denn er ist Eins in sich selbst und unzertheilt. Die selbständigen Wesen aber vermögen es, als gleich frei und ursprünglich in Gott, doch nicht aus eignen Kräften sich lebend und liebend zu durchdringen: sondern ihre zunächst höhere, ihnen gemeinsame Sphäre, worin sie beide und zuhöchst alle sind und leben, führt ihr Leben zusammen und verbindet sie; zuhöchst also verbindet sie Gott als das Urganze und das Höchste, worin alles Entgegengesetzte entgegengesetzt ist, und worin Alles lebt. Die ewige Verursachung des Seins, und die zeitliche, des Lebens, sind in Gott eins und gleich wesentlich, sie sind selbst ewige Wirkung Gottes, als der Einen ewigen Ursache: Gott ist daher mit seinen inneren Wesen nicht nur ewig, sondern auch zeitlich, das ist, lebendig und individuell wirkend, verbunden. Diess individuelle Einwirken und Einleben Gottes, als des Höchstwesens, in alle seine inneren Theilwesen, hebt seine ewige Handlung der Weltschöpfung nicht auf. Ein jedes Wesen in Gott lebt mit der ewig ihm angestammten Kraft frei und selbständig; in dem Wechselleben mit anderen Wesen, worein es durch Gott gesetzt wird, wird sein Gegensatz nicht vernichtet, sondern lebendig erfüllt, seine freie Selbständigkeit nicht aufgehoben, sondern bestätigt und erhöht, und selbst die individuellen Lebeneinflüsse Gottes auf dasselbe setzen freie innere Ausbildung voraus, und bestätigen und erhöhen sie. Gott, wie er in alle Wesen lebendig und individuell einwirkt, verändert oder vernichtet sein Wesen dadurch nicht, stört nicht den freien Gebrauch der Kräfte, die er selbst ihnen von Ewigkeit her angeschaffen hat, sondern er wirkt nur dann und nur so weit in sie aufs neue ein, als sie, diese ihre inneren Kräfte frei gebrauchend, ihr inneres Leben rein und keusch vollenden. Diess Wechselleben Gottes, als des Urganzen, mit allen seinen inneren Wesen ist, wie Gott selbst, in sich urganz, unendlich, allseitig, ebenmässig, sich selbst gleich, in jedem Momente der Ewigkeit auf individuelle, schöne Weise gleich vollkommen. Die Stralen des göttlichen Lebens wirken allseitig durch alle Wesen, und vereinigen sie unter sich und mit Gott, als dem Urwesen; Gott wirkt in jedes Wesen unmittelbar und mittelbar durch alle höhere und gleichhohe Wesen ein; denn in Gott ist kein Nahe und kein Fern, in ihm ist die Mitte des Lebens überall, und in dem Menschen und der Menschheit, worin alle Einzelleben der Welt sich harmonisch, rhythmisch und ebenmässig durchdringt, kommen auch alle Stralen der zeitewigen Wirksamkeit Gottes zusammen, welche sein Urleben mit dem Leben aller seiner Geschöpfe zeitewig verbindet. Gott wirkt ein in jeden Menschen, in jeden geselligen Verein, in die Menschheit eines jeden →

=232= Das Urbild der Menschheit
→ Himmelkörpers unmittelbar und mittelbar durch Geist und Leib, durch Vernunft und Natur; um so inniger als das Leben der Menschheit und des Menschen durch innern, freien Selbstgebrauch der ihnen ewig angestammter Kraft freier und schöner aufblüht. Der Mensch und die Menschheit zerfliessen in diesem Wechselleben mit Gott nicht, sie verschwinden nicht, lösen sich nicht auf in Gott, sondern gewinnen dann erst wahre Freudigkeit und Fülle des selbständigen Lebens, ihre inneren Kräfte werden immer freier, wirken immer reiner und eigenthümlicher, sie nehmen immer höhere Schönheit in sich auf. Diess Wechselleben des Menschen mit Gott ist mit seinem ganzen Wesen, mit allen seinen Kräften, in vorbestimmter Harmonie; und nur dem Menschen wird Gott individuell immer gegenwärtiger, der als ganzer Mensch vollendet ist, dessen Geist und Leib, jeder für sich, und beide mit einander, allseitig, harmonisch gebildet sind, dessen Vernunft und Verstand und Gefühl gleich einig sind und in ebenmässiger Durchdringung zusammen wirken. Nicht vernunftloser Glaube, nicht verstandlose Bewunderung, nicht dumpfes Hinbrüten vereinen mit Gott, sondern freier Vernunftgebrauch, in Harmonie mit scharfsinnigem, alldurchdringenden Verstande, und mit reinem, klaren, erleuchteten Gefühle führen zu Ihm; je kraftvoller, je gleichschwebender die Harmonie aller inneren Kräfte des Menschen, und je vollendeter das aus ihr geborene selbständige Leben ist, desto würdiger und fähiger werden der Mensch und die Menschheit, dass Gott sich ihnen immer inniger vergegenwärtige, sich ihnen immer herrlicher offenbare.
Betrachten wir tiefer die Einheit des Menschen und der Menschheit mit Gott, so finden wir sie in drei Sphären belebt. Die Menschheit wird vereint mit Gott, sofern er als das ewige Urwesen über seinen inneren Welten ist und lebt; endlich mit Gott, sofern sein Leben das Leben aller seiner Welten harmonisch durchdringt. So wie die ganze Innigkeit der Menschheit die Eine Gottinnigkeit ist, welche Alle Wesen, als in Gott, umfasst: so ist auch ihre wirkliche, in jener Innigkeit ersehnte und erstrebte Lebeneinheit mit allen äusseren Wesen an sich nur Eine Lebeneinheit mit Gott, sofern er ausser und über der Menschheit ist und lebt; und die ganze äussere Geselligkeit des Menschen und der Menschheit ist Ein Wechselleben, Ein Liebeverein derselben mit Gott. Auf die drei Sphären, die wir so eben erkannten, richten wir also den Blick, indem wir die äussere Geselligkeit des Menschen und der Menschheit im Grundrisse zu zeichnen unternehmen.
Zu Gott, als dem Urwesen, das über allen Wesen selbständig ist und lebt, das alle Dinge schaft und über ihrem Leben liebend waltet, zu Gott erhebt sich der Gottinnige als ganzer Mensch, mit Leib und Geist, in den innigsten Momenten seines freien, selbständigen Lebens, wo ihm in seinem eigenen Leben der ganze Gott liebend begegnet. Dann erkennt er Gott und sich selbst und alle Dinge in Gott, er bringt in inniger Anbetung und in reiner Liebe sich selbst, sein ganzes Wesen, Gott zum Opfer dar; im seligen Anschaun Gottes, als des Höchstwesens, und seiner ewigen Liebe, gewinnt er dann sich selbst in seinem wahren, →

 Die äussere Geselligkeit der Menschheit =233=
→ urwesentlichen Dasein; seine innigsten Gedanken und Gefühle erwachen; er würdigt sein Leben als Leben in Gott, der Urtrieb wird in ihm mächtig, sein eignes Leben, als Theilleben des Alllebens Gottes, gottähnlich, frei und schön zu bilden. So wie sich die Erde in den Stralen der Sonne erst selbst offenbar wird, so wie der Leib, wann das Licht sein Auge erhellet, erst sich selbst beschauen kann, so werden sich auch der Mensch und die Menschheit ihrer selbst erst dann voll bewusst, und sich selbst in Klarheit erkennbar, wann das Urlicht Gottes sie ganz durchdringt, und sie in ihm sich ganz erblicken. Dann prüfen sie vor Gott ihr geführtes Leben, und entwerfen den Plan des künftigen im lebendigen Anschaun Gottes nach seinen höchsten, ewigen, alle Welt umfassenden Gesetzen; die inneren Gesetze des menschlichen Lebens werden ihnen als göttliche Gesetze heilig; in der Stimme des Gewissens verehren sie Gottes Stimme, und in menschlicher Tugend erblicken sie einen wesentlichen Theil der innern Selbstvollendung Gottes. Der Gottinnige erkennt, dass Gott, als Urwesen, ohne Unterlass gegenwärtig ist im Leben; der Gedanke an Gott, und das Gefühl seiner Gegenwart begleitet ihn stets, und leuchtet ihm vor zu höherer Selbstvollendung und zu harmonischer Geselligkeit; diess sein Leben in Gott erhebt seine Kraft, stärkt seinen Muth, ist ein Quell unversiegender Freude.
Ist im Menschen das Anschaun Gottes, als des Urwesens, lebendig; so erkennt er alle Dinge in Gott, als Gottes ewige Werke, und ihr Leben, als Theilleben Gottes; der Gedanke Gottes, als des Urwesens, leitet ihn herab zu göttlicher Beschauung der Natur, der Vernunft und der Menschheit, erweckt reine Liebe zu ihnen, und bringt den Entschluss zur Reife, mit ihnen, als mit Wesen in Gott, nach den ewigen Gesetzen Gottes, liebevoll gesellig zu leben. In der Geburt einer Sternwelt, wie im Entstehen des Wurmes, in der Bildung eines Geisterreiches, wie im Keimen des leisesten Gedankens, begegnet ihm derselbe Gott, alle Wesen werden ihm heilig, er erkennt sie alle in ihrer von Gott gestifteten Selbständigkeit und geselligen Harmonie an; er schont jedes Lebendige, strebt das Leben aller Dinge zu erhalten, zu verschönen und es vollenden zu helfen in gottinniger Gerechtigkeit und Liebe, er wird ihrer Gegenliebe werth, er wird reif dazu, dass ihn Gott mit Natur und Vernunft immer inniger vereine.
So wie nun Vernunft, Natur und Menschheit des Weltall die drei höchsten Sphären in Gott sind, so eröfnen sie sich auch dem Menschen und jeder untergeordneten Menschheit als die drei höchsten Sphären gottinniger äusserer Geselligkeit, welche sein Geist und sein Gemüth mit gleichförmiger Liebe umfasst, um sein Leben mit ihrem Leben immer inniger zu vereinen. Natur, Vernunft und Menschheit sind in Gott, als der Organismus des göttlichen Wesens selbst, und jede von ihnen ist ein eigenthümliches Gleichniss und Ebenbild Gottes, die äussere Geselligkeit der Menschheit mit ihnen bildet mithin die zweite Sphäre ihrer Lebeneinheit mit Gott, so wie wir die sich auf sie beziehende Innigkeit als einen Theil der Einen Gottinnigkeit erkannten.

=234= Das Urbild der Menschheit
Die äussere Geselligkeit der Menschheit mit der Natur
Der gottinnige Mensch lebt in der Anschauung der Natur als Eines wahrhaft ganzen, in seiner Art unendlichen Wesens, welches in Ewigkeit in seinem innern urlebendig das Urwesen selbst frei und selbständig nachahmt, im Reichthume seines innern Lebens sich ewig gleich ist, und dennoch, ewig neu und jugendlich an eigenthümlicher Schönheit, in jedem Momente Alles, was sein ewiges Wesen enthält, schaft, als unendlich viele höchste Ganze sein selbst im Baue des Himmels, als kunstreich und tiefsinnig geordnete Sternwelten, — und auf jedem Himmelkörper sein ganzes Leben im treuen Bilde eigenthümlich entfaltet; Alles mit Einer sich ewig gleichen Kraft, mit Einer Liebe bildend und erhaltend. Dem Gottinnigen erscheint alles einzelne Lebendige, was die Natur ihm darstellt, in seiner Selbständigkeit und Harmonie, als Ein grosser Naturgedanke, als Ein grosses Naturleben, welches die Natur in ihrer Art so ursprünglich, so frei, so schön in sich selbst entwirft, als die Vernunft ihre inneren Welten; er erkennt die Natur an als mit der Vernunft gleich würdige und hohe Nebensphäre in Gott, als freies Selbstwesen, als liebenswürdige Freundin der Vernunft; er erkennt es, dass die Vernunft nicht die Natur sich zu unterwerfen, sondern sich selbst mit ihr in Gerechtigkeit und Liebe zu höherem Leben in Gott vereinen soll, auf dass sich beide wechselseits dienen ohne sich ihrer gleichen Freiheit und Würde zu entäussern. So hegt der Gottinnige gleiche Liebe und Ehrfurcht für Natur und Vernunft, für Leib und Geist, und strebt beide harmonisch zu beleben und auszubilden. Diese Anschauungen erwecken und erhalten die Naturinnigkeit jedes gottinnigen Menschen, worin er der ganzen Natur als Einem Leben, und allem Einzelnen Lebendigen in ihr, als Theile ihres Einen Lebens, reine Liebe weiht, und in innigem Sehnen mit der Natur einen allseitigen Lebenverein zu stiften, und in harmonischem Wechselleben immer höher, tiefer und ausgebreiteter in sie zu dringen strebt. Der naturinnige Mensch ist bemüht, die Natur zu erkennen, kunstreich in sie einzuwirken, und die Gegenwirkungen ihres Lebens in steter inniger Wechselwirkung zu empfangen. Naturerkenntniss wird ein heiliger, schöner Beruf der gottinnigen Menschheit; sie strebt, sich alle Erkenntnissquellen der Natur zu eröfnen, sich ihrer Mittheilungen würdig und fähig zu machen, und, aus ihnen allen schöpfend, die Naturwissenschaft als Ein Ganzes zu vollenden. In den Tiefen des Geistes begegnet dem Menschen das reine Urbild der Natur und ihres Lebens, als Sphäre in Gott; diese urbildliche Naturwissenschaft verlangt in reiner Vernunft rein und selbständig ausgebildet zu werden, damit des Geistes Auge sodann die Darstellung verstehe, welche ihm die Natur selbst von ihrem Allleben in den Sinnen des Leibes, und in diesem Leibe als in ihrem innigsten und schönsten Werke selbst, vertraut. Die rein vernünftige Naturwissenschaft, und die reine Erkenntniss der ewigen Naturformen des Raumes, der Zeit und der Bewegung, hilft dem Geiste den Bau des Himmels enträthseln, dass sich sein Blick über diese Erde und diese Sonne bis zu den höchsten Ganzen des →

 Die äussere Geselligkeit der Menschheit =235=
→ Naturlebens erhebe; dass er die Erde und ihr Leben im Ganzen erkennen und würdigen lerne, und in ihr ein freies, vollständiges Ebenbild der Natur anerkenne, worin diese sich selbst liebend offenbart. Der Naturinnige strebt in jedem Momente das Leben seines Sonnsystemes, die Wechselwirkung und die Eigenthümlichkeit aller Himmelkörper desselben, ihren wechselseitigen Stand und alle ihre Lebenverhältnisse, so weit sein Sehkreis reicht, in klarem und vollständigem Bilde zu schauen. Nur dann, wann der Mensch an dem Allleben der Natur den Blick gestärkt, wann er die höhern Ganzen des Himmels erkannt hat, kehrt er begeistert zur Erde zurück, als zu einem schönen Kinde der Natur: ihr Leben wird ihm anschaulich, heilig und theuer, denn er erkennt, wie sie im Himmel, und der Himmel theilweis in ihr ist. Ist diese Einsicht, diese Gesinnung allgemeiner geworden, dann bildet die Menschheit auch die Erkenntniss des Naturlebens auf Erden als Eine ganze, wohlgegliederte Wissenschaft aus, unterstützt durch kunstreiche Beobachtungen, Versuche, und wissenschaftliche Sammlungen: dann würdiget sie tiefsinnig alles wirkliche Leben auf Erden, jedes einzelne Naturwerk, und die geselligen Verhältnisse alles Lebenden, nach der Idee der Natur, und nach den darin ruhenden Ideen alles Einzelnen in ihr; der Kunstsinn der Naturinnigen erwacht, ihr Kraftkreis erweitert sich mit der Erkenntniss: sie werden fähig, in Einer grossen Naturkunst mit den Kräften des Leibes, welche sie frei nach Ideen regieren, allseitig in das Leben der Erde einzuwirken, und es nach seinem eignen reinen Urbilde, sodann aber auch nach dem Urbilde rein vernünftigen Lebens und rein vernünftiger Schönheit, zu erhöhen und zu vollenden. So wie die Erkenntniss der allgemeinen Naturgesetze und der Lebengesetze alles Lebendigen wächst, um so reichere Kraftquellen eröfnen sich den in die Natur als Menschen eingelebten Geistern; die gereifte Erkenntniss bewafnet die zarteste, allumfassende Naturkraft der ganzen Menschengattung, und diese wird dann aller Naturkräfte Meister, auf dass sie das reine Leben und die reine Schönheit der Natur mit dem Leben und der Schönheit des Geistes vereine und vollende.
Das Leben der Erde zeigt sich in zwei Sphären, in einer allumfassenden, der überorganischen und vororganischen, welche die zweite engere und innigere, die organische in sich schliesst. Organisch aber ist im allgemeinen Verstande dieses Wortes Alles, was ist, Gott, Natur, Vernunft und Menschheit: denn das Urwesen selbst ist Ein ewiger Gliedbau, Ein zeitewiges Gliedleben: gleichwohl ist der innern harmonischen Vereinsphäre in der Natur, welche sich in der Pflanzenwelt und Thierwelt entfaltet, der Name der organischen Natur vorzugweise zu Theil geworden. Verstehen wir, ohne den hierin noch ungebildeten Sprachgebrauch der Naturwissenschaft hier entwirren zu wollen, unter dem Über- und Vororganischen alles was das Naturleben auf der Erde und in allen Himmeln über und vor dem organischen Leben der Pflanzenwelt und der Thierwelt enthält und bildet, so erkennen wir im überorganischen Naturleben die höhere Sphäre, deren entgegengesetzte Kräfte und Werke, durch neue Einwirkung der ganzen Natur, zu →

=236= Das Urbild der Menschheit
→ vollständigem Vereine, als die vorzugweise organische Natur, neu und innigst belebt werden; und zugleich finden Wir im Vororganischen den geweiheten Boden, worauf Pflanzen und Thiere gebildet werden und leben. Die überorganische Natur verdient es also zuerst, vom gottinnigen Menschen erkannt zu werden in allen ihren Werken und Kräften; ohne ihre Lebengesetze zu kennen, bleibt ihm auch das organische Leben verborgen, und ohne ihre Wechselwirkung mit der organischen Natur zu ermessen, ist die Entstehung, die Ernährung, das Leben und das Sterben der organischen Leiber ein undurchdringliches Geheimniss; endlich ohne auf die vororganische Natur der Erde kunstreich einzuwirken, vermöchte die Menschheit nicht, das Reich der Organisation auf Erden höher zu beleben, noch auch, die Erde zu einem treuen Bilde des innern freien Vernunftlebens zu machen, und die freie Vernunftschönheit in schöner Naturkunst ihr einzubilden. Die Menschheit soll kunstreich einleben in die überorganische und in die vororganische Natur, durch freie Kunst in ihr die Bedingungen des schönern Gedeihens der ganzen organischen Schöpfung befördern, erhalten, erhöhen, und das ganze Lebenverhältniss des Organischen und des Überorganischen gesund erhalten, so weit der Kraftkreis reicht, welchen die Natur selbst der Menschheit in den Naturkräften der organischen Gattung verliehen hat. Doch die organische Schöpfung weckt den Menschen zu noch innigerer Liebe, zu noch zarterem, schöneren Kunstfleisse in innigster Vertraulichkeit aller Naturkräfte und Geistkräfte. Der naturinnige Mensch schaut in den organischen Reichen auf Erden nur Ein organisches Individuum an, worin sich das Eine harmonische Naturleben in unendlich vielen, dem Ganzen wesentlichen, Individuen, in allen möglichen Wechselverhältnissen der Lebenkräfte, entfaltet; er erkennt in allen Reichen, Klassen, Ordnungen, Gattungen, Arten und immer weiter theilbaren Unterarten der Organismen den Einen Geist der ganzen Natur, der sich in jedem innerhalb eigenthümlicher Schranken ganz und ungetheilt verkündet; er erkennt in dem Leben auf Erden das Streben der Natur, diesen Einen Organismus in allen seinen Gliedern gleichmässig und wohlgeordnet, jedoch in charaktervollen Gegensätzen der Erdtheile und Klimaten, zu verbreiten, und es ist für die Naturkunst der Menschheit die höchste Aufgabe, die Natur in diesem Streben zu unterstützen, frei im eignen Geiste der Natur nach ihren eignen Gesetzen in sie einzuwirken, der harmonischen Verbreitung der organischen Schöpfung über die ganze Erde zugleich den hohen Charakter der Vernunftfreiheit einzubilden, und so Naturleben und Geistleben, Naturschönheit und Vernunftschönheit, organisch zu vermählen. Die Natur selbst hat in der Urbildung des festen Landes ein schönes Netz eigenthümlicher Wohnplätze für den Menschen und die ganze organische Natur um ihn her zubereitet; ihrer Anlage gemäss soll die Menschheit ganze Erdtheile, Länderganze, Länder und Gegenden bis herab zu jedem Hügel und zu jedem Thale, charaktervoll mit organischem Leben erfüllen. Die höchst organische Gattung ist von der Natur selbst bestimmt, im Lebenvereine mit den sie bewohnenden Geistern auf alle andere Sphären der Thierwelt und der →

 Die äussere Geselligkeit der Menschheit =237=
→ Pflanzenwelt erziehend und bildend einzuwirken, sie alle mit allen in Verhältnisse des Rechts, der Liebe und des Wechsellebens zu setzen, sie alle über die ganze Erde harmonisch zu vertheilen, ihr Leben zu vermählen, an ihren Leiden und Freuden Theil zu nehmen, ihre Krankheiten zu heilen und ihr Leben kunstreich zu vollenden. Die stille heitre Anmuth der Pflanzen verdient nicht geringere Liebe und Pflege, als das freibewegliche Leben der Thiere. Dennoch erkennen wir in der Thierwelt die dem Menschen nächste Natursphäre. Denn was im Menschenleibe als in Einem Systeme von Gliedern und Kräften, im vollen Verhältnisse der harmonischen Gleichheit belebt ist, das tritt einzeln, frei, selbständig, aussereinander, hervor in dem vielgestaltigen Reiche der Thiere, und stellt sich der Menschengattung, als ihr in einzelnen Theilen belebtes Gleichniss, zu liebender Wechselwirkung entgegen. In kunstreicher Erziehung und Veredlung der Thierwelt, in zarter Theilnahme an ihren Leiden und Freuden, in reiner uneigennütziger Liebe zu ihnen, spiegelt sich die gottähnliche Vollendung der Menschheit. Die Thiere sollen sich im Verhältniss ihrer Nähe oder Ferne von der Menschengattung, gleichsam als Unmündige, um die liebende, elterlich sorgende Menschheit versammeln, dass sie von ihr die Wohlthaten des höheren Lebens empfangen. Derselbe unsterbliche Naturgeist lebt in allen Pflanzen und Thieren, der auch des Menschen Leib erbaut; und so wie der sichtbare Bau des Individuum im Wechselleben mit der überorganischen Natur dahin sinkt, und dann den vororganischen Gesetzen folgend wieder in das höhere Ganze des Erdlebens zurückweset, so lebt doch frei der in der Natur unvergängliche Stral ihres Naturgeistes, der ihren organischen Leib bauete, um an anderer Stelle sich in neuer Bildung zu offenbaren. Erscheinen also der gottinnige Menschheit Pflanzen und Thiere als Werke derselben unsterblichen Lebenkraft der Natur, welche auch den Menschenleib, in der Urzeit ihrer Liebe, auf Erden, nicht ohne Gott, gebar; erkennt sie bewundernd, wie die Natur, von ihren früheren untergeordnetem Bildungen sich erhebend, das höchste Organische im Menschenleibe erreichte: so fühlt sie sich von Gott, Natur, und Vernunft, berechtigt, das ganze organische Leben auf Erden, das Leben der Pflanzen und der Thiere, zur Erziehung, Bildung und Veredlung der menschlichen Gattung, und des ganzen Menschheitlebens, heilig und fromm, zu nützen, mit Ehrfurcht und mit Dank gegen die allschaffende Natur, und mit liebendem Erbarmen gegen das untergeordnete Leben, welches, dem Höheren dienend, der Natur selbst geopfert wird; — die naturinnige Menschheit ist rein von frevelvollem frechen Zerstören der Naturwerke im Dienst entzügelter Lustgier. Das Wechselleben der Natur und der Menschheit ist bestimmt, allseitig und gleichförmig zu sein: wir dürfen daher die Grenzen desselben nicht nach denen beurtheilen, die uns jetzt auf dieser Erde umschliessen, wo die Menschheit noch in früher Kindheit ist, wo selbst das organische Leben der Erde sich noch nicht vollendet entfaltet hat, ja wo selbst das schon wirkliche Leben noch zum kleinsten Teil von der naturforschenden Menschheit erkannt wird. Liegt doch die eine Hälfte der organischen Schöpfung in den Fluren des Meergrundes unsern Augen fast noch ganz verborgen, enthält →

=238= Das Urbild der Menschheit
→ doch das feste Land noch weite, fruchtbare Gegenden, in deren Leben noch kein wissenschaftforschendes Auge gedrungen. — Sollen der Mensch und die Menschheit immer inniger in die Natur einleben, so kann es nur geschehen durch neue Einwirkung der ganzen Natur, in Mitwirkung Gottes, auf den Menschenleib, der dessen würdig geworden, und durch innigeres, freies und gleichförmigeres Wechselleben des Geistes und des Leibes. Zu diesem Glücke kann sich der Mensch und die Menschheit nur würdig machen durch Reinheit des Herzens, durch innige Ehrfurcht, durch reine Liebe zur Natur, durch verstandvoll und tiefsinnig fortgesetztes Bilden der Naturwissenschaft und der Naturkunst. Wie sehen wir den leiblichen und geistigen Sinnenkreis sich öfnen und erweitern in den Erscheinungen des höhern Lebens, und des innigeren Wechseldurchdringens von Geist und Leib, deren ersten Schimmer wir mit dem Namen des thierischen Magnetismus begrüssen: welch' ein Wechselleben der Natur und der Vernunft wird auch in unserer Menschheit beginnen, wenn die höheren Lebenverhältnisse, worauf jene erst keimenden Erfahrungen jetzt noch geheimnissvoll hindeuten, dann allgemeiner werden. Dem gottinnigen und naturinnigen Menschen steht die Überzeugung fest: die immer höher und inniger auflebende Menschheit werde auch immer inniger, freier und schöner mit der Natur vereinigt werden, sie werde immer edlere und schönere Gaben der Natur darbringen, und von ihr empfangen, bis sich Natur und Vernunft zu völlig gleichförmigem, harmonischen, sie beide ganz durchdringenden Wechselleben in dieser Menschheit einst vermählen.
Die äussere Geselligkeit der Menschheit mit der Vernunft
So wie dem Menschen durch den Leib, als organischen Theil der Natur, höheres Wechselleben mit der Natur zu Theil wird, sofern sie ausser und über dem Leibe ist; eben so eröfnet sich dem Menschen die Vernunft im Geiste als in ihrem organischen Theile. Die Vernunft entwirft und bildet ewig in sich Geistwelten, Geisterreiche, so wie die Natur ihre Sternenwelten, und vereint und verschönt ihr Leben. Jeder Geist ist ein selbständiges,in sich selbst urkräftiges Wesen, als ein Theil der Einen Kraft der Vernunft, die Welt der Ideen und des Reellen, das ist des Urbildlichen, und des Gegenbildlichen in ihr, vereint. Alle Geister sind in diesem Einem Ganzen dem Wesen nach eins, ungetheilt, von ihm untrennbar; und in jedem Geiste, als ganzem Geiste, wird die Vernunft über ihm offenbar. So wie die Vernunft ihre beiden inneren höchsten Sphären, vor deren Vermählung durch sie als Geisterwelt, ewig in sich hält, so wirkt sie auch stetig auf beide ein, als auf entgegengesetzte; auf die ewige Ideen, auf ewige Weise, auf die zeitewige Welt des Realen aber auf zeitliche Weise. Daher erscheinen Beide dem Geiste als etwas Gegebnes, und die Welt des Reellen lebt vor seinen Augen, in Kraft und in Wechselwirkung der ganzen Vernunft, ihr selbständiges Leben, worein er, sie Beide als Kraft der Vernunft vermählend, wirkt. Es ist schwer, das was auf diesem Gebiete die reine Idee lehrt, in individuelle Anschauung zu verwandeln, da wir, →

 Die äussere Geselligkeit der Menschheit =239=
→ als Menschen, nach der Bildungstufe dieser Menschheit, in das Wechselleben des
Geistes mit der Natur befangen, zu dem reinen und völlig klaren Bewusstsein unsers rein geistigen Wesens und Lebens noch nicht hindurchgedrungen sind; das rein geistige Leben ohne das leibliche ist daher für uns zu dieser Zeit ein wenig bekanntes Land. Unsere Leiber theilen sich einander unmittelbar, auf leibliche Weise, mit, ohne des Geistes als Durchgangmittels zu bedürfen: aber auf rein geistige Weise mit einander umzugehen, ohne des Leibes dazu nöthig zu haben, vermögen wir noch nicht. Dennoch ist es eben so wunderbar, wie sich das Leibliche unmittelbar im Leiblichen spiegelt, als es sein würde, wenn wir uns unmittelbar als Geister erkennen, lieben und als solche zusammenwirken könnten. Doch unser jetziger Erfahrkreis ist nicht die ganze Erfahrung, der jetzige Bildungstand der Menschheit nicht ihr höchster; ich spreche hier ruhig aus, was die auf die Menschheit angewandte Uridee Gottes mich lehrt. Die vollkommne, gottähnliche, gleichförmige Symmetrie der Wesen und des Lebens verlangt, dass das Verhältnis der Leiber und der Geister unter sich, und beider zu einander, vollkommen wechselseitig gleich sei: so wie mithin Leiber unmittelbar mit Leibern sich vereinigen und sich ineinander spiegeln, so vereinen sich auch im Weltall Geister rein als Geister zu wechselseitiger Anschauung und zu geselligem Leben; und da im Menschen Leib und Geist harmonisch und gleichförmig vereinigt sind, ohne ihre Selbständigkeit und ihren Gegensatz aufzuheben, so muss das vollendete Menschheitleben in seinem reifsten Alter alle diese geselligen Verhältnisse rein und in allen ihren Verbindungen in sich fassen; die Menschen müssen sich rein als Geister und rein als Leiber anschaulich und zu wechselseitigen Einwirkungen zugängig sein; so wie die Geister der Menschen sich in unserer jetzigen Erfahrung mittelbar durch die Leiber erkennen und liebend vereinen, so sollen auch die Leiber sich mittelbar durch die Geister anschaulich und gesellig vereinbar werden. Ja, da die ganze Eine Geisterwelt sowohl selbständig ein reingeistiges, als auch, harmonisch mit der Natur vermählt, ein rein menschliches Leben leben muss, und keine Sphären in der Welt sich entgegengesetzt sind, ohne wiederum vereinigt zu werden, so bildet sich in uns die frohe Ahnung eines geselligen, bewussten, Zusammenwirkens der reinlebenden Geister und Geistergesellschaften mit denen, welche mit der Natur vermählt, als Menschen leben. In diesem letzteren Verhältnisse vollendet sich dann auch der Umkreis aller Wechselwirkungen, welche die Menschen und die Menschheit mit der Vernunft als ganzer Sphäre vereinen: den die Vernunft wirkt unmittelbar in jedes Menschen Geist ein, wenn er sich zu ihrem Anschaun und zu ihrer Liebe erhebt; und der Menschengeist vermählt dagegen, aufwärts strebend, das in ihm sich spiegelnde, und durch ihn nach Vernunftgesetzen kunstreich gebildete Naturleben mit der ganzen Vernunft; die Einwirkungen der Vernunft in den Geist treten durch die Wirksamkeit seines Leibes herüber in die Natur, und was die ganze Vernunft im reinen Geisterreiche schaft und bildet, auch diess wird dem Menschen und der Menschheit anschaulich und durch sie kunstreich in der Natur dargestellt; so wie endlich dem reinlebenden Geisterreiche auch das →

=240= Das Urbild der Menschheit
→ individuelle Naturleben in den unendlich vielen Bildern desselben die in die Geister der Menschen sich zeichnen, anschaulich, und zu mittelbaren Einwirkungen zugängig wird. Dass unsere heutige Erfahrung auf dieser Erde diese geselligen Verhältnisse noch nicht verwirklicht darstellt, dass Geister sich Geistern nur unmittelbar in den Leibern spiegeln und sich erkennen, diess wird dadurch begreiflich, dass zu jeder harmonischen Vereinigung der Wesen eine bestimmte innere Reife derselben erfordert wird, und dass insbesondere in unserer Menschheit das innige Wechselverhältniss der Leiber und der Geister, der ganzen organischen Gattung und der in ihr wohnenden Geistergesellschaft, noch lange nicht allseitig und innig vollendet ist, wie uns die Lebenäusserungen des thierischen Magnetismus, so wie mehrere Erscheinungen des krankhaften Lebens, mit ernster Würde selbst in der Erfahrung belehren, wo äussere Gegenstände dem Menschen auf höhere Art sinnlich gegenwärtig werden, als auf gewöhnlichen Wegen der Sinnorgane, wo Menschen sich unmittelbar innig und gleichförmig als Geist und Leib empfindbar sind. Ist einst die wechselseitige Einlebung der Geister und der Leiber vollständiger, inniger, ebenmässiger, freier und schöner gelungen, dann wird die ewige Liebe auch diese Menschheit durch höhere Lebenvereinigungen mit Vernunft und Natur beglücken und verschönen; dann erst gewinnt auch die Menschheit ihr reines, freies Leben in, mit und durch die ganze Vernunft und Alles, was in der Vernunft ist. Ich aber habe offen verkündet, was ich im Geiste schaue, und bin in mir selbst gewiss, dass künftige Erfahrung das bestätigen werde,was ich aus dem Quell der ewigen Wahrheit schöpfte.
Die äussere Geselligkeit der Menschheit mit der vereinten Natur und Vernunft
Natur, Vernunft, und Vernunft und Natur in Vereinigung, sind die drei höchsten Sphären in Gott; mit jeder von ihnen soll der Mensch und die Menschheit in innigem Wechselleben sein; damit sie mit dem ganzen Gott, sofern er seine inneren Welten ist, vereinigt werden. Die äussere Geselligkeit des Menschen und der Menschheit mit Vernunft und mit Natur, jede für sich selbst betrachtet, haben wir ahnend erkannt, mithin fordert auch das gesellige Wechselleben des Menschen und der Menschheit mit Vernunft und Natur sofern sie Ein drittes harmonisch vereintes Wesen sind, zunächst unsere Aufmerksamkeit.
Natur und Vernunft, ursprünglich gleiches Wesens Gott, aber in ihm wesentlich entgegengesetzt, durchdringen sich, durch Gott vereint, in ihrer Einen Wesenheit und in demselben Einen unendlichen, ganzen Raume, zu Einem harmonischen Leben. Das innerste und reichste Gebiet dieser Wechseldurchdringung von Natur und Vernunft ist die Menschheit des Weltall; doch das ganze Gebiet der Durchdringung der Vernunft und der Natur ist unendlich weiter und umfassender: denn zuhöchst durchdringen sich Natur und Vernunft als ganze ungetheilte Wesen →

 Die äussere Geselligkeit der Menschheit =241=
→ mit ihrer ganzen Kraft, gleichsam vor der innern Schöpfung ihrer innern Welten, und innerhalb dieser allgemeinen Vereinigung auch in einer jeden dieser inneren Welten mit ihren wechselseitigen inneren Vereinsphären, das ist, mit dem Geisterreiche und der höchsten organischen Gattung. Erst von dieser letzten Sphäre der Durchdringung von Vernunft und Natur ist die Menschheit das Innigste, und das allseitig vollständige, allbelebte Glied. Hindert uns auch die Beschränktheit des in dieser Menschheit befangenen Blickes, und die heilige Scheu vor der ewigen, einst klar geschauten, Wahrheit, davon ausführlicher zu reden, was wir über diese höheren Ordnungen der Begebenheiten nur erst ahnen, so können wir doch den Ausspruch nicht unterdrücken, dass die Menschheit des Weltall, dass auch die Menschheit dieser Erde, bestimmt sei in höhere und allgemeinere Vereinsphären der Vernunft und der Natur, welche über der Menschheit leben, lebendig aufgenommen zu werden. Durch das ganze Reich der Naturorganisationen sehen wir, nach der verschiedenen, der Stufe ihres Lebens gemässen, Empfänglichkeit einer jeden von ihnen, unverkennbare Spuren des geistigen Leben hervorbrechen, und so wie der Menschenleib aller Organisationen in Einer, vollständig und gleichgewichtig begreift, so ist auch der Mensch der Inbegriff aller einzelnen Durchdringungen des geistigen Vernunftlebens mit dem organischen Naturleben. Doch schon sofern die Menschheit durch den Leib mit dem organischen und überorganischen und Naturleben, als reinem Naturleben, geistig vereint ist, bildet sie es kunstreich inniger und schöner, nach Natur- und Vernunftgesetzen zugleich aus, und sieht in sofern einem immer höheren und fruchtbareren Lebenvereine mit der Natur entgegen. Eben so innig, erhebend und verschönend wirkt auch die Natur, durch ihre unendliche Abspiegelung in den Geistern immittelst der Leiber, in die ganze Vernunft ein, und bringt so von ihrer Seite den höheren Zustand allseitiger Lebenharmonie, nach ewigen Gesetzen, auch dieser Menschheit näher.
In dem Ganzen dieser Geselligkeit der Menschheit mit der vereinten Natur und Vernunft begegnet uns wiederum, als das innigste Glied, die Geselligkeit der Menschheit mit der Menschheit selbst, mithin jenes Gebiet der menschlichen Geselligkeit, welches wir zuvor als innere Geselligkeit der äussern entgegengesetzt und in seinem Organismus schon zu schildern versucht haben. Diess ist dem sphärischen und organischen Ganzen der Welt in Gott, so wie der Wissenschaft, gemäss, worin alle Wesen mit allen Wesen, also auch mit sich selbst im eignen Innern, harmonisch gesellig leben, und also erkannt werden. Der Gegensatz innerer und äusserer menschlicher Geselligkeit zeigte sich auf dem Standorte der Menschheit als Eines Weltwesens in Gott, von wo aus wir in dieser Schrift Gott und alle Wesen betrachten. Doch, da uns hier die Menschheit im Weltall, in ihrer ganzen Unendlichkeit und Ewigkeit und als höhere Sphäre begegnet, deren Leben mit dem Leben der Menschheiten einzelner Himmelkörper individuell verbunden werden soll, so erfreun wir uns an dieser Stelle der gottinnigen Überzeugung, dass auch die Menschheit des Weltall Ein →

=242= Das Urbild der Menschheit
→ harmonisches Lebenganzes sei, mit allen seinen innern Gliedern und Kräften, bis zum einzelnen Menschen herab, innig verbunden; und dass auch die Menschheit dieser Erde, mit der wachsenden Fülle ihres eigenthümlichen Lebens durch Gott, Vernunft, Natur und durch höhere Ganze der Menschheit des Weltall selbst, mit immer höheren Ganzen der Menschheit im Baue des Himmels lebendig vereint werde. Reingeistiger Umgang kettet sich nicht an die räumlichen und naturgesetzlichen Bedingungen, welchen das leibliche Leben gehorcht; und selbst die Gesetze leiblich sinnlicher Mittheilung und ihre äussersten Grenzen in der Natur sind uns noch zu wenig bekannt; die Gesetze, nach welchen Geister und Leiber in sich einleben, können wir noch kaum zu ahnen wagen; der heilige, gottinnige Moment des Todes, ein Moment höheren Lichtes, ist uns noch ganz Geheimniss. Wie sollten wir es wagen die Unmöglichkeit des Wechsellebens mit höheren Ganzen der Menschheit im Weltall, welche uns im Kreise unseres jetzigen Erfahrens befängt, auf die Welt selbst überzutragen; da es die ewige Idee des Urwesens verlangt, dass jedes höhere Ganze in Gott mit allen seinen innern Gliedern wechsellebend verbunden sei. — Was die Wissenschaft im Lichte der Uridee mit ewiger Gewissheit behauptet, dem kommt im innersten Heiligthume des Geistes und des Gemüthes tröstende Ahnung und unwandelbare Hofnung entgegen; und Beides ermahnt zu der schönen, segenvollen Pflicht, dass jeder Mensch, dass die ganze Menschheit dieser Erde sich zum urbildlichen Anschaun höherer Ganzen der Menschheit auf höheren Ganzen des Himmelbaues, und zuhöchst zu der gottinnigen Menschheit im Weltall aufschwinge, sich innig mit Geist und Gemüth zu ihr erhebe, in ihrem Geiste, nach ihren ewigen Gesetzen denke, enpfinde, wolle; dass sie sich durch diesen geistigen Anblick zu höherer Selbstbelebung stärke, ihre Eigenthümlichkeit immer völliger und schöner entfalte, und sich so immer würdiger mache, in höhere Ordnungen des Lebens mit höheren Ganzen der Menschheit im Weltall liebevoll aufgenommen zu werden.
Wechselleben der Menschheit mit Gott als dem mit seinen inneren Wesen vereinten Urwesen
So haben wir das Wechselleben der Menschheit mit Gott erkannt, sofern er über seinen innern Welten, und sofern er diese innern Welten selbst ist; es ist uns noch die dritte Sphäre des Wechsellebens der Menschheit mit Gott übrig, sofern er selbst, als über seinen Welten, mit ihnen in Einem Wechselleben ewig vereint ist, und diese Einheit in Einem ewigen Leben zeitewig entfaltet. So wie Gott als die Eine ewig Ursache in sich selbst, als dem Urganzen, in Einem Organismus ewiger Wirkungen, alle Welten schaft und jede von ihnen mit sich selbst, sie alle unter einander, und sie Alle, als vereinte, mit ihm selbst ewig vereint: so ist er auch, als die Eine zeitliche Ursache, in Einem Organismus zeitlicher Wirkungen in allen Dingen gegenwärtig und vereint ihr Leben zeitewig mit seinem Ganzleben, sie →

 Die äussere Geselligkeit der Menschheit =243=
→ alle unter sich, und so vereint mit ihm selbst verbindend. Alles Leben ist Ein
Leben, das Leben des Einen Gottes: als des ganzen Urwesens: das ist, das Ganzleben Gottes: steht dem Leben aller einzelnen und vereinten Welten in ihm entgegen, und vereint sich wesentlich, vollständig und ewig gleich, mit dem Leben aller Welten. Gott vereint Natur und Vernunft in Einer ewigen Handlung, welche sich in einen Organismus zeitewiger Einwirkung Gottes in sie beide, entfaltet: er vereint sie, dass sie sich frei und selbständig in ihrem ganzen Leben zu einem höheren geselligen Leben durchdringen, dessen innerste Sphäre die Menschheit des Weltall und ihr Leben ist; auch in diess ihr vereintes Leben, am innigsten in dessen Innerstes, in das Menschheitleben, wirkt das Ganzleben Gottes ein, erziehend und bildend: und so wie Gott in Vernunft und Natur, im Geisterreiche und in der höchsten organischen Gattung, als in selbständigen Wesen, lebend gegenwärtig ist, so offenbart er sich auch aufs neue ihrem innigsten Wechselleben, dem Leben der Menschheit, und nimmt seine eigenen Einwirkungen, womit er in Geist und Leib, als in einzelne Wesen, wirkt, in sein eignes zeitewiges Ganzleben harmonisch auf. Innere Vollendung, Gerechtigkeit, Innigkeit und Schönheit erkennen wir als die allumfassenden Formen des Einen Lebens Gottes. Das Reich Gottes erscheint uns, als das Eine Tugendreich, in seiner höchsten Würde; denn Gott selbst ist in sich selbst ewig und zeitewig vollendet; und nach denselben Gesetzen dieser göttlichen Selbstvollendung soll sich jedes Wesens Leben in eigenthümlicher Tugend, in Harmonie mit dem Leben aller Wesen und mit Gottes Einem Leben, in sich selbst vollenden; auch die sittliche Vollendung der Menschheit ist eine treue Nachahmung der ewigen Selbstbildung Gottes. Das Eine Recht ist im Leben Gottes als das Eine Rechtleben, als der Eine Gottstaat, wirklich: mit ihm in Harmonie soll sich, als dessen Theil, das Rechtleben der Menschheit im Weltall, der Menschheit jedes Himmelkörpers, so wie das Rechtleben jedes einzelnen Menschen bilden. Das Wechselleben aller Wesen ist das Eine Wechselleben Gottes in und mit sich selbst, die Innigkeit aller Wesen die Eine Innigkeit Gottes. Und alle Schönheit aller Wesen ist harmonischer Theil der Einen innern Lebschönheit Gottes. Alles Wissen als Ein Wissen ist in Gott: das Wissen der Menschheit, und jedes einzelnen Menschen ahmt das göttliche Wissen, welches ewig vollendet, und ohne Zeit, in aller Zeit, zugleich ist, in allseitiger Schranke, werdend, nach; und das Kunstleben der Menschheit ist ein endliches Gegenbild des Einen Kunstlebens Gottes. In dem Einen Leben erscheint uns Gott als der Erzieher und Bildner aller Wesen, in ihm bildet sich aller Wesen Weltbeschränkung, in ihm wird sie zu allgemeiner Lebenharmonie in jedem Momente gelösst. Nach ewigen Gesetzen beginnen und vollenden alle Wesen ihr Leben in Gott; und mit ihrer inneren Vollendung fortschreitend offenbart ihnen Gott sein höheres Leben, und nimmt sie liebend in sich auf. Das göttliche Leben ist sich als Ganzes ewig gleich, es beginnt in jedem Momente, ist in jedem Momente in eigenthümlicher Schönheit vollendet, und kehrt in dem periodischen Leben aller seiner Wesen, in ihrer periodischen Verjüngung, in ihrer Geburt, in ihrem Wachsen und Sterben in sich →

=244= Das Urbild der Menschheit
→ selbst zurück, in ihm, als Ganzem, ist kein Übel, kein Unglück; Idee und Wirkliches sind in ihm Eins, ungetheilt, und wesentlich vereint in zeitewiger Schöpfung. In diesem Anschaun alles Lebens als des Einen Lebens Gottes, in der Überzeugung, dass des Menschen und der Menschheit Leben der innigste und schönste Theil des Lebens ist, worin Gott in einzelnen endlichen Wesen lebt; in jenem gottinnigen Sinne, der im Leben aller Dinge, so wie im eigenen Leben, Äusserungen des Einen göttlichen Lebens erkennt, — nur hierin blüht dem Menschen Liebe und Freude, nur hierin wird er sich der heiligen Pflicht bewusst, sein Leben in sich selbst und mit dem Allleben Gottes harmonisch zu führen, dass es sich frei und schön, in richtigem Masse aller seiner Theile, als ein endliches Gleichniss des göttlichen Lebens, entfalten, und der göttlichen Liebe würdig werde. — Ja, auch die Menschheit dieser Erde wird sich zu diesen Anschauungen, zu dieser Lebenkunst im Geiste Gottes erheben, hierin wird auch ihr eine schönere Zukunft erblühen, Gott wird sich auch ihr immer inniger offenbaren.
So ein reiches, in allen Theilen harmonisches Ganzes bildet die äussere Geselligkeit; so kommt Gott selbst, und alle Wesen in ihm, der Menschheit liebend zu innigem Lebenverein entgegen; so antworten sie der allseitigen Innigkeit, welche die Menschheit Gott und allen Wesen weihet, durch höhere Einwirkungen, und nehmen das Leben der Menschheit als organischen Theil in das Eine Leben Gottes auf; und die Menschheit lebt freithätig im Bunde mit Gott, mit Vernunft und mit Natur, — in dem dreifachen Bunde mit Gott als dem Urwesen und Urleben. Der Organismus der äusseren menschlichen Geselligkeit, rein und selbständig in sich selbst nach den ewigen Weltgesetzen der harmonischen Wechselwirkung gebildet, entspricht genau dem Organismus der inneren Geselligkeit; und so wie Alles, was sich wahrhaft entgegengesetzt ist, sich harmonisch durchdringt und vereinigt, so vermählen sich auch die innere und die äussere Geselligkeit in Ein lebendiges Ganzes. Ehe wir uns mithin zum Anblicke des Ganzbundes der Menschheit erheben, welcher über allen Gegensätzen des Lebens, auch über dem des Inneren und des Äusseren, bildend lebt, haben wir zuvor noch den Wechselverein der inneren und der äusseren menschlichen Geselligkeit im Grundrisse zu zeichnen.
Wechselverein der innern und der äussern menschlichen Geselligkeit
Zwar ist das äussere Leben der Menschheit, ihr harmonisches Wechselleben mit Gott, dem innern selbständigen Leben wahrhaft entgegengesetzt, und ihr selbständiges Leben ist für sie selbst, vom Standorte ihres Wesens betrachtet, eher als ihr äusseres; allein jener Gegensatz ist nur dadurch möglich, dass das äussere und das innere Leben in aller Zeit zugleich, in mit und durcheinander, sind; und →

Wechselverein der innern und der äussern menschlichen Geselligkeit =245=
→ jenes Ehersein des inneren Lebens zeigt sich nicht anders in der Zeit, als dass die innere selbständige Vollendung der Menschheit die innere, und in Ansehung Gottes die untere, Bedingung ist, nach welcher sie in höhere und innigere Wechselwirkung mit den ihr der Grenze nach äusseren Sphären aufgenommen werden kann, auf dass sich, gemäss den Fortschritten der inneren Selbstbildung, auch die Liebe und die Kraft Gottes der Menschheit immer inniger und schöner offenbare. Das äussere und das innere Leben aller Wesen in Gott ist selbst lebendig verbunden, stetig zugleich, sich stetig wechselseits bedingend und erhebend; ja dieser Gegensatz des Innern und des Äusseren ist an sich selbst ein Inneres in dem Einen Urwesen, und alles Leben ein inneres Leben in dem Einen Leben Gottes. Die ganze Menschheit, in allen ihren Gliedern, Personen, Kräften und Werken, soll als Ein Wesen mit Gott Vernunft und Natur vereinigt leben; ihr ganzes Wesen und Leben soll in dem ganzen Wesen und Leben Gottes, und das ganze Wesen und Leben Gottes im ganzen Wesen und Leben der Menschheit wechselwirkend gegenwärtig sein, so weit als die eigenthümlichen Grenzen der Menschheit das Göttliche zu fassen vermögen. Nun ist die gesammte innere menschliche Geselligkeit das innere Wechselleben aller Glieder und Personen der Menschheit, worin sie lebend ihre ewige wesentliche Einheit darstellen: mithin ist die äussere Geselligkeit ganz in der innern, und die doppelte Wechselvereinigung haben wir jetzt im allgemeinen und sodann in ihren einzelnen Gliedern zu erkennen.
Die äussere Geselligkeit der Menschheit wird aufgenommen in die innere, sofern sich ihr die Menschen, welche in innere Gesellschaften vereinigt sind, gesellig widmen, dass die äussere Geselligkeit auf die innere wirke. Denn die Forderung, mit allen äusseren Wesen das eigne Leben zu vermählen, welche schon jeder einzelne Mensch ganz und ungetheilt vernimmt und zu erfüllen strebt, kehrt verstärkt und erweitert für jede höhere Person, für alle Glieder, für alle werkthätige Vereine der Menschen, und zwar auf eigenthümliche Weise, wieder. Jede innere Geselligkeit bildet eine organische Sphäre höheren Lebens nach Einer geselligen Idee; sie bietet daher auch Gott, der Vernunft und der Natur eine in sich beschlossne, charaktervolle Sphäre zu wechselseitiger Einwirkung dar, um mit ihnen Einem geselligen Urbilde gemäss eine wahre Einheit des Lebens zu bilden. Daher sollen sich alle in eine bestimmte Gesellschaft vereinte Menschen dieses ihres geselligen Berufes zu äusserem Wechselleben klar bewusst werden, und als Ein Mensch, als Ein Bund für äussere Geselligkeit, diess höhere Wechselleben führen und kunstreich ausbilden, soweit Gott, Vernunft und Natur sich ihnen auf ihrem Gebiete liebend eröfnen. Diess sollen die Grundgesellschaften, die werkthätigen und die selbstwerkthätigen Gesellschaften, jede für sich, und sie alle in ihren immer höheren Vereinigungen, bis herauf zu ihrem allseitigen geselligen Leben als Eine Menschheit. Bildet also jede einzelne menschliche Gesellschaft zugleich einen Bund für äussere Geselligkeit, einen Bund mit Gott, mit Vernunft und Natur; so vereinen sich alle diese einzelnen Bunde in den Einen Bund der →

=246= Das Urbild der Menschheit
→ Menschheit zu äusserer Geselligkeit, in dem Einen Bund der Menschheit mit Gott, mit Vernunft und mit Natur, welcher an sich selbst, da Gott die Vernunft und die Natur organisch in sich hält, Ein Lebenbund der Menschheit mit Gott ist. So wie nun jeder Bund rein und selbständig nach seiner eignen Idee gebildet werden muss, so soll auch der Eine Bund der Menschheit mit Gott, als ganzer, und in dem reichen Organismus aller seiner Theile, frei nach seiner Idee, nach der Idee des Wechsellebens freier, selbständiger Wesen, gebildet werden. Er folgt also in seiner ganzen Einrichtung einem zweifachen Gesetze, zuerst den Lebengesetzen Gottes, der Natur und der Vernunft, und sodann zugleich den innern Gesetzen zugleich, sie in ihrer Zusammenwirkung gedacht. Dass sich Wesen, welche vereint werden sollen, zuvor innerlich und urbildlich gegenwärtig seien, dass sie sich achten, nach ihrer Vereinigung verlangen und sich lieben, Diess erkannten wir als Bedingung jedes Wechsellebens, sowohl höherer und untergeordneter, als auch nebengeordneter Wesen unter sich; wir erkannten aller Wesen Liebe, als die Eine innere Liebe Gottes; die ganze innere Belebung für die Lebenvereinigung mit äusseren Wesen nannten wir eines Wesens Innigkeit; in der Wechselinnigkeit aller Wesen erkannten wir die Eine Selbstinnigkeit Gottes, und sahen, wie die Menschheit sich gesellig vereine, um ihre Gottinnigkeit allseitig und harmonisch auszubilden, und sich der Liebe Gottes, der Vernunft und der Natur würdig zu machen, auf dass sie mit ihnen in höheren Lebenverein aufgenommen werde. In dem Innigkeitbunde der Menschheit, und in dem Innigkeitbunde jeder untergeordneten Gesellschaft, so wie in der Innigkeit jedes einzelnen Menschen sahen wir die innere Vorbereitung zur äusseren Geselligkeit: und in der innigen Stimmung des Geistes und des Gemüthes und des ganzen Menschen den geweiheten Ort, die innerste Mitte, für das Beginnen, Ausbilden und Vollenden der äusseren Geselligkeit der Menschheit. Daher bildet der Innigkeit und der Bund für die wirklich belebte äussere Geselligkeit Ein wahres Ganzes, und alle höhere Einwirkungen Gottes, der Vernunft und der Natur ketten sich an die Innigkeit in jedem Menschen, und in jeder Gesellschaft; am freiesten, erhabensten und innigsten also an die Innigkeit, welche die Menschheit als ganze Menschheit im Innigkeitbunde übt. Die Innigkeit Gottes und seiner höchsten Sphären geht der Innigkeit der Menschheit ewig voran, begleitet sie, und ist wechselseits das Ewigwesentliche, worin ihr Lebenverein beginnt und vollendet wird; in dem wirklichen Wechselleben aber wächst dann die Innigkeit und die Liebe, und mit ihr wird der Mensch immer fähiger und würdiger zu immer innigerem Vereine des Lebens.
Das Selbstleben der Menschheit, welches sie, als ein freies, selbständiges Wesen in Gott führt, wird in ihrem Wechselleben mit Gott nicht aufgehoben, ihre Freiheit und Selbständigkeit wird vielmehr befestigt, bekräftigt und verschönt. Denn Gott, Vernunft und Natur offenbaren sich in ihrem Wechselleben mit der Menschheit jedem einzelnen innigen Menschen, jeder Freundschaft und Familie, jedem Stamme und Volke, jedem werkthätigen Vereine auf eigenthümliche Weise →

Wechselverein der innern und der äussern menschlichen Geselligkeit =247=
→ immer klarer und harmonischer; die Erkenntniss und die Liebe Gottes und aller Wesen wächst in ihnen, und im Leben des Ganzen erkennen sie immer klarer und vielseitiger ihr eigen Wesen, ihre eigne würdevolle Bestimmung; sie erkennen die Schranken ihrer Natur, aber diese werden ihnen theuer, weil sie in ihnen sich zu Gottes Gleichniss bilden; das Bestreben, sie frei und schön zu erfüllen, wächst, da sie ihr freies, gottähnliches Selbstleben immer inniger mit dem Höherheben Gottes vereinigt sehen. Das Leben Gottes wirkt erheiternd und verschönend, bekräftigend und bildend ein in jedes innere Leben der gottinnigen Menschheit; ihre äussere Geselligkeit vollendet das Leben, die Würde und die Schönheit der innern; und an sich selbst würdig und schön, ist das Wechselleben mit Gott zugleich das Heilvollste für das innere Selbstleben der Menschheit, das in dem Ganzen sich bildend, nur in allseitigem Wechselleben mit ihm sich vollenden kann.
So vereinigt sich die äussere Geselligkeit mit der innern; aber eben so innig nimmt auch die äussere die innere in sich auf: denn jeder einzelne Mensch, und jeder Menschenverein, so wie die ganze Menschheit bieten sich der Vernunft, der Natur und Gott als lebendige, organische Ganze zu innigen Einwirkungen dar, und machen sich dem innern Leben dieser höheren Wesen gegenwärtig; daher nehmen auch alle Einzelnen, und alle Gesellschaften der Menschheit an dem geselligen Wechselleben mit jenen höheren Wesen, als selbständige Personen Theil; so wie wir sahen, dass auch in der geselligen Übung der Innigkeit jede Person, als solche, wirksam ist. Die äussere Geselligkeit wirkt erziehend und bildend auf die innere, und die innere Geselligkeit verklärt erweitert und verschönt wechselseitig die äussere; denn je inniger unter sich die Menschen vereint, je vollendeter sie in Wissenschaft und Kunst, in Tugend, Gerechtigkeit, Innigkeit und Schönheit sind, desto würdiger und fähiger sind sie, das Wechselleben mit Vernunft, Natur und Gott in harmonischer Geselligkeit zu feiern. — So wirkt das äussere Leben der Menschheit auf das innere, und das innere auf das äussere: sie durchdringen, erheben, verschönen einander in stetem Wechselwirken, und vollenden die Menschheit als allgeselliges, allliebendes Wesen in Gott.
Schön und erfreulich ist es, diese Wechselwirkung der äusseren und der inneren menschlichen Geselligkeit in ihrem inneren Gliedbau ebenmässig zu erkennen; doch unser Vorhaben verlangt nur, des Wichtigsten hiervon zu gedenken. — Die inneren Grundgesellschaften gewinnen in, mit und durch das Wechselleben mit Vernunft, mit Natur und mit Gott an innerem und äusserem Leben, werden reich an Früchten der Freude und der Schönheit; denn allweseninnig mit Gott und seiner Welt in höheres Leben verbunden, reichen sie nun in stetig aufsteigender höherer Persönlichkeit bis zu Gott hinan: und jede von ihnen sieht in Gott und seinem Urleben ihr eignes unendliches Vorbild: der Einzelne erkennt und liebt in Gott das Einzige, urganze Selbstwesen und Selbstleben, und ahmt ihn in Reinheit →

=248= Das Urbild der Menschheit
→ und Unschuld des Herzens aus allen Kräften innerhalb der Schranken seines eigensten Lebens nach; die Familien erblicken und lieben alle Wesen als Eine unendliche Familie, deren Haupt Gott ist, die Freunde erkennen und verehren im Wechselleben der Welt die Freundschaft aller guten Wesen, in Gott aber lieben sie den Freund alles Guten und Schönen; und die Menschheit der Erde sieht in Gott und in dem Leben Gottes, so wie es ihr in Vernunft, Natur, und im eignen Innern kund wird, das ewige Urbild, wonach sie sich selbst, mit Gottes Hülfe, auf eigenthümliche Weise auszubilden bestimmt erkennt und fühlt. — Der Urformbund, und alle seine Theile, für sich und in ihrer harmonischen Wechselwirkung, gewinnen in dem Wechselwirken der Menschheit mit Gott und mit der Welt ein höheres, ausgebreiteteres Gebiet und höhere Einheit des Lebens, und dadurch Stärke und Harmonie ihres eigenthümlichen Wirkens; denn innere Güte nach dem Gesetz des eigensten Lebens, Gerechtigkeit, Innigkeit und Schönheit sind innere Formen Gottes, welche alle Wesen in Gott und alles Leben umfassen. So wie Gottes Leben nur Eins, so wie alle Wesen Ein organisches Wesen in Gott, so ist auch aller Wesen innere Vollendung, Gerechtigkeit, Innigkeit und Schönheit Ein Ganzes; die ganze Welt ist Ein Tugendreich, Ein Rechtleben, Ein Innigleben, Ein Schönleben in Gott. Im Aufblick zu Vernunft, zu Natur und zu Gott, und in der Lebeneinheit mit ihnen erst erhebt sich der Urformbund der Menschheit als ganzer, so wie in allen seinen innern Theilen, zu seinem Urganzen; und erblickt sich in seiner reinen Würde als organischen Theil Einer Weltanstalt Gottes für die Darstellung der Urformen in allen seinen Wesen; nur in dieser Einheit der Erkenntniss und des Lebens gewinnt die Tugend, das Rechtleben, die Innigkeit der Menschheit und ihr Leben für Schönheit, Licht, Wärme und Kraft; nur so vermag sie sich als Organ Gottes in sich selbst, als Bürger des Einen Gottstaates, als inniges Wesen in dem Leben der Einen ewigen Liebe, und als harmonischen Theil der Urschönheit Gottes allseitig und gleichförmig zu vollenden. — Den Innigkeitbund aber sahen wir mit der ganzen äusseren Geselligkeit der Menschheit wesentlich vereint; wir erblickten ihn als den auserwählten eigentlichen Ort, wo das Leben der Menschheit und das höhere Leben Gottes sich durchdringen, und von wo aus sodann die in Einen Bund mit Gott, in klarem Bewusstsein, und mit wahrer, reinsittlicher Freiheit, vereinigte Menschheit diese ihre äussere Geselligkeit durch ihr ganzes inneres Leben hindurch wirksam verbreitet. Der Gottinnigkeitbund vollbereitet die Menschheit zu einem Tempel Gottes, und Gott offenbart sich ihr dann in individuellen Einwirkungen, der Innigkeitbund wird durch Gottes Mitwirkung zu einem Bunde des Lebens mit Gott, zu einem Gottbunde erhoben, von welchem aus das Leben und die Liebe Gottes sich über alle Theile des Menschheitlebens ausbreitet. Der Naturinnigkeitbund weihet die Gemüther zu reiner Liebe, zu freiem, schönen Umgange mit der Natur, mit ihrem ganzen Leben, so weit es sich dem Leben der organischen Gattung eröfnet; er lehrt, die Natur als Schwester der Vernunft in Gott, als in sich selbst würdig und schön, der Vernunft gleich achten, und führt die Menschheit der Natur als würdige Genossin ihres innersten Lebens entgegen, →

Wechselverein der innern und der äussern menschlichen Geselligkeit =249=
→ er weckt die Forschung, befeuert den Kunstfleiss, die so gebildete Menschheit wird von der Natur immer innigerer Liebe und Offenbarung, immer höherer Kraft, gewürdigt. Die Menschheit erhebt sich dahin, das individuelle Ideal des Naturlebens dieser Erde zu schauen, und es als Ein ganzes Gliedleben in seiner individuellen Schönheit, so wie im individuellen Ganzen dieses Sonnsystemes, und dieses Sonnenbaues, in jedem Momente zu überblicken; mit bewusster Kunst wirkt sie dann allseitig und harmonisch ein in das ganze Naturleben auf Erden, um die Erde als Ein harmonisches Ganzes nach ihrem eignen Gesetz, und zugleich frei nach Vernunftideen, zu vollenden; sie strebt, die Missklänge der früheren ungemässigten Kraftfülle in der vororganischen Natur auf dieser Erde harmonisch zu lösen, und zwischen ihr und dem organischen Leben Frieden zu stiften, die Erde wird mit Hülfe der liebenden Menschheit gleichförmig schön und harmonisch von Pflanzen, Thieren und Menschen bewohnt; Eine allumfassende Kunst des Naturanbaues vollendet in schönen Gärten die Lebensphäre der Einzelnen, der Familien, der Freundschaften und der freien Geselligkeit; in einzelnen Berg- und Thalgebieten die Sitze der Stämme; in Ländern, die in sich selbst höher befriedigt sind, den Lebenschauplatz der Völker, und in dem ganzen bewohnbaren Lande Ein Haus der Menschheit, Eine heilige Wohnung Gottes; die ganze Menschheit schliesst einen Bund der Liebe und des Lebens mit der Natur, die Erde wird ein Eden und die Menschen seine Engel.
Eben so Gutes und Schönes empfängt endlich auch der Werkbund und der Selbstwerkbund der Menschheit aus seiner Wechselwirkung mit der gesammten äusseren Geselligkeit der Menschheit in Gott. Die Wissenschaft ahmt in ihren Bildungen Gott und seinen Weltbau nach; Gott ist ihr Grund, ihr Anfang, ihre unendliche Mitte, ihr Ende, Gott ihr Gegenstand, Gott ihr Erkennquell; wo Wissenschaft rein und in göttlicher Gestalt erblüht, da weihet sie den ganzen Menschen zu schöner Innigkeit, und macht ihn würdig, dass Gott sich ihm klar und lebendig offenbare. Liebe zu Gott ist der Wissenschaft Urtrieb, Liebe zu Gott ist ihre stets wachsende Wirkung. Die wahre Wissenschaft erkennt, dass in Gott als dem Urwesen allein auch das ganze unendliche Wissen, ewig zugleich und auf einmal, alle Erkenntniss endlicher Wesen aber ein treues Gleichniss der göttlichen Allwissenschaft innerhalb der Schranken ihrer Natur und der zeitlichen Bildung ist. In reinem, gottähnlichen Streben, in der Schönheit des kunstreichen Werdens, in der Gewissheit und der organischen Vollendung seines Wissens, versöhnt sich der Geist mit seiner Endlichkeit; und mit seligem Wohlgefallen erkennt Gott in allen endlichen Geistern, in jedem Einzelnen und in ihrem geselligen Forschen, Ein schönes, in ewiger Jugend werdendes, endliches Bild sein selbst und seiner Welt. Gottinnig forschenden Geistern eröfnet und erweitern Gott die Sphäre ihrer innern und äussern Erfahrung; die Welt der Ideen wird ihnen im Lichte der Vernunft klar, die Natur entfaltet ihnen stets höhere, reichere Wunder, und auch die Menschheit des Weltall wird ihnen näher, lebendiger verbunden. So begünstigt die stets anwachsende Wissenschaft das Wechselleben der Menschheit →

=250= Das Urbild der Menschheit
→ mit Gott, und sie selbst erscheint dann in ihrer ewigen Würde und die Wissenschaftbildung in ihrer Heiligkeit, die Wissenschaft der Menschheit bildet sich in harmonisch schöner, besonnener Begeisterung und in wohlgeordneter, weiser Bewegung, zum Gleichniss göttlichen Erkennens.
Auch dem Kunstbunde wird durch die äussere Geselligkeit eine ähnliche Verklärung: denn er lebt in ihr als ein organischer Theil des Einen inneren Kunstlebens Gottes; das Gebiet seiner Wirksamkeit erweitert sich; und in dem Wechselleben mit Gott gewinnt alles Schöne seine höchste Würde. Gott ist der Eine Künstler der Welt, der alles in ihm in Einem Leben vollendet, mit Einer Urschönheit schmückt; der endliche Künstler aber ist Gottes endliches Gleichniss; gottähnlich ist sein Streben und seine Wirksamkeit, und die Schönheit seiner Werke ein begrenztes Ebenbild der ewigen Urschönheit. Selig in sich selbst schaut der ewige Künstler die Kunstbestrebungen aller seiner Wesen, die werdende Schönheit ihrer Werke und ihres Bildens, und nimmt sie liebend als lebendige Schönheit auf in die Urschönheit seines zeitewigen Lebens, worin er, ewig befriedigt, in jedem Momente eigenthümlich den ganzen Gott offenbart.
Auch der Bildungbund empfängt in der äusseren Geselligkeit neues und höheres Leben. Alle Bildung, welche die Menschheit, erziehend und ausbildend, übt, ist Theil der Einen Bildung Gottes, womit er alle Wesen liebend mit erzieht und ausbildet; in dem Wechselleben mit Gott, mit Vernunft und mit Natur, nimmt die Menschheit alle höheren, erziehenden und bildenden Einflüsse Gottes, der Vernunft und der Natur in sich auf und ihre Selbstbildung entfaltet sich in kunstreichem Einklange mit der Erziehung und Ausbildung, welche ihr Gott selbst, Vernunft und Natur ertheilen. Nach denselben Gesetzen, wonach Gott die Welt erzieht und ausbildet, bildet auch der Einzelne sich selbst, die Gesellschaften den Einzelnen, der Einzelne die Gesellschaften, und die Gesellschaften sich wechselseits. Und so wie die Selbsterziehung und Ausbildung der Menschheit durch die äussere Geselligkeit Kraft und Leben gewinnt, so bildet auch der Bildungbund von seiner Seite die Menschheit mit besonnener Kunst zu immer innigerer und harmonischerer äusserer Geselligkeit.
So haben wir nun den inneren Gliedbau der menschlichen Geselligkeit gleichförmig betrachtet. Zuerst erkannten wir die ewige, urwesentliche Einheit der Menschheit in Gott, als des Einen, individuellen Vereinwesen, in welchem Gott die Eine Vernunft und die Eine Natur zeitewig zu harmonischem Leben verbindet. Wir sahen, dass die unzähligen freien Individuen der Einen organischen Gattung mit den unzähligen freien Individuen des Einen Geisterreiches von Gott in liebender Einwirkung stetig in Ein Leben verbunden werden als unendlich viele einzelne Menschen, in welche die Eine Menschheit des Weltall in Gott zwar getheilt, nicht aber zertheilt, besteht. In dieser ewigen, urwesentlichen Einheit aller Wesen erkannten wir den Grund der wesentlichen inneren Gleichheit aller →

Wechselverein der innern und der äussern menschlichen Geselligkeit =251=
→ einzelnen Menschen, den Grund ihrer Gegensätze und Eigenthümlichkeit, so wie den Grund ihrer Liebe, ihrer Gemeinschaft und ihres geselligen Wechsellebens. ln jener ewigen Einheit zeigte sich uns die Nothwendigkeit, dass jeder Einzelne nur in der Gesellschaft, selbst als Einzelner, die Eigenheit seines Lebens ausbilden könne: in ihr sahen wir den Trieb ewig entspringen, welcher jedes einzelnen Menschen Brust bewegt, in seinem ganzen Wesen, und in allen Theilen seiner Bestimmung, mit anderen Menschen einen wahren Lebenverein zu schliessen. Daher entsprang uns die Aufgabe, in der Organisation aller menschlichen Gesellschaften zu erkennen, wie die Einzelnen, in Harmonie mit den Lebensphären und Lebenperioden der Natur und der Vernunft, jene ewige urwesentliche Einheit auch in der geselligen Einheit ihres zeitlichen Lebens darstellen. So betrachten wir dann, wie die innersten Grundgegensätze der Menschheit zuerst in den Grundgesellschaften in Ein Leben vereint werden, und wie sich die Menschen, von der nicht mehr theilbaren Persönlichkeit jedes Einzelnen aus, in immer höhere Personen vereint, bis zur Darstellung ihrer ewigen, urwesentlichen Einheit in Einer höchsten Person auf jedem Himmelkörper, und auf immer höheren Ganzen des Himmelbaues, erheben. Sodann erforschten wir, wie diese Grundpersonen der Menschheit in Einer werkthätigen Geselligkeit wie Ein Mensch ihr Leben in den Urformen des Lebens, im Bunde der Tugend, des Rechtes, der Innigkeit und der Schönheit gesellig vollenden, wie sie die Grundwerke der Menschheit, Wissenschaft, Kunst und deren Harmonie, und die Menschheitbildung in Einer Werkthätigkeit umfassen, und diese ganze Werkthätigkeit, als ein Werkbund organisch ausbilden. Hierauf schloss sich unsere Betrachtung der inneren menschlichen Geselligkeit in der Einsicht, wie die gesammte Werkthätigkeit in die Grundpersonen organisch vertheilt sei, und wie die Grundgesellschaften und die werkthätigen Gesellschaften wechselseitig in einander einleben, sich verherrlichen. Dann wandten wir unsern Blick auf die geselligen Lebenverhältnisse, welche die also in ihrem Inneren organisirte Menschheit mit Gott, mit Vernunft und mit Natur vereinen, und die ewige urwesentliche Einheit der Menschheit mit Gott im Leben zeitewig bewähren. Die ganze äussere Geselligkeit der Menschheit verklärte sich uns als Ein Lebenbund mit Gott, von dem wir erkannten, wie er die Grundgesellschaften und die werkthätigen Gesellschaften durchdringe und von ihnen durchgedrungen werde; endlich erforschten wir, wie die äussere und die innere Geselligkeit in wesentlicher, organischer Wechselwirkung eine wahre Einheit bilden.
So erhoben wir uns, nachdem wir den ewigen Ursprung aller einzelnen Menschen in der ewigen Einheit Aller anerkannt hatten, von den einzelnen Menschen, und ihrem einzelnen Leben, zur geselligen Einheit der Menschheit des Weltall; indem wir immer vom Einzelnen zum gesellig Vereinten, von der Vereinigung des untergeordneten Gegensatzes zu der des höheren, aufstiegen. Wir folgten hierin der Ordnung des Alllebens selbst, welches auf jedem Himmelkörper in einer →

=252= Das Urbild der Menschheit
→ ähnlichen Folge, in einem ähnlichen nebeneinander Fortschreiten, nach unwandelbaren Gesetzen, von einzelnen Menschen aus, Eine organisch vollendete gesellige Menschheit entfaltet. Aber jede zeitliche Entfaltung ahmt die ewige Ordnung der Dinge in umgekehrter Folge nach. Das Urwesentliche des lebenden Wesen ist das Bleibende in seiner zeitlichen Belebung; an ihm tritt dann zuerst in steter Lebengestaltung hervor, was in der ewigen Ordnung das Unterste und äusserste ist, und schreitet in der Zeit vom Untersten bis zum Höchsten, vom Einfachsten bis zum Vollständigen, vom Einzelnen zum Ganzen, vom Theilleben zu dem organischen Ganzleben fort. Hat aber ein Wesen diess organische Ganzleben in eigenthümlicher Gestalt erreicht, dann ist sein Leben auf der Höhe, seine Lebenreife beginnt, und wann es die vorbestimmte Zeit in ihr gestanden, und Gott in sich verherrlicht hat, dann löset der liebende Einfluss des Alllebens, nach Gottes Lebengesetzen, die Bande seines Lebens auf; dieser Lebenkreis eröfnet sich; aus ihm befreit, bildet es dann, durch den Tod in ein neues Lebengebiet hinüber geführt, einen neuen, in welchem es sein Urwesentliches in neuer Kraft und Schöne wiederum entfaltet. Also der einzelne Mensch, also die Menschheit auf jedem Himmelkörper, auf jedem höheren Ganzen des Himmelbaues.
Bei allen Gesellschaften, die sich als gleichförmig entgegenstehende, oder als unter einander begriffene Glieder verhalten, erkannten wir über ihnen und über ihrer Wechselvereinigung ein Höherglied, worin sich ursprünglich ihr Gegensatz bildet und ihr Leben, diesen Gegensatz vereinend, nach gleichförmigem Gesetz entfaltet. So erhoben wir uns von dem einzelnen Menschen zu der Menschheit als der Einen höchsten Grundperson, welche alle einzelnen Grundgesellschaften in sich fasst; so stellte sich uns über allen werkthätigen Vereinen der Eine Ganzbund für die gesammte Werkthätigkeit dar, welcher die werkthätigen Gesellschaften für die Grundformen und für die Grundwerke, so wie den Bildungbund organisch in sich hält; und so erwies sich uns jede äussere Geselligkeit der Menschheit als Theil des Einen Lebenbundes der Menschheit mit Gott. Auch den Wechselverein der Grundgesellschaften mit dem Werkbunde, so wie den der äusseren Geselligkeit mit der inneren, haben wir erkannt. Doch selbst über diesen beiden entgegenstehenden Gliedern verlangt das Gesetz alles Seins und Lebens noch ein höheres geselliges Ganzes, welches über ihren Gegensätzen, und der Würde nach vor ihnen, das entgegengesetzte Leben nach einem Urbild und Gesetz in sich entfaltet. So sind wir dahin gelangt, die Menschheit als Ein geselliges Ganzes über und vor allen ihren inneren Gegensätzen, vor und über allen ihren inneren Theilungen in Glieder, Personen und Kräfte anzuerkennen, wie sie in Einem Ganzleben jeden einzelnen Menschen und alle höhere Grundpersonen, die Werkthätigkeit des Einzelnen und ihrer selbst als Ganzen, ihre innere und ihre äussere Geselligkeit, umfasst; wie alle Einzelne berufen sind, in Einen Ganzbund des Lebens, in Einen Menschheitbund, sich zu vereinen, und so die ewig →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =253=
→ wesentliche Einheit der Menschheit auch in der Zeit in Einem wahrhaft organischen Leben vollendet darzustellen.
Auf diesen höchsten, allumfassenden Lebenbund aller Menschen richten wir nun den Blick des Geistes. In der Betrachtung des Einzelnen erstarkt, werden wir in rein urbildlicher Anschauung noch klar und lichtvoll erkennen, was unsere Erfahrung in dem Leben dieser Menschheit noch nicht darstellt, wozu sie erst im Anschaun des ewigen Urbildes freithätig sich erheben soll. Um so mehr ist es Pflicht, bei diesem wichtigsten Theil unserer Betrachtung nach Klarheit und Vollständigkeit des Anschauens zu streben. Gern will ich hier den Schmuck der Rede der Bestimmtheit und Verständlichkeit zum Opfer bringen. So wie der Bund, den wir von nun betrachten, alles Menschliche umfasst, das wir bis hieher im Einzelnen erkannten, so vermeide ich so manche Wiederholung im Vorigen enthaltener Gedanken mit Absicht nicht; denn es ist gut, dass das Wesentliche wiederholt vor des Geistes Auge nahe trete, wo er es in Ein Ganzes zusammenfassen soll, und redlichen Missverständnissen kann auf andere Art nicht vorgebeuget werden. So beginnen wir diese Anschauung, uns an die ewigen Grundwahrheiten über die Menschheit erinnernd.
Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit
Die Menschheit des Weltall ist Ein organisches Wesen in Gott, als das Eine Vereinwesen der Vernunft und der Natur, von Gott ewig geschaffen. Sie ist ewig das höchste Ganze ihrer Art, das nichts Gleichartiges ausser sich hat; in ihr sind die Menschheiten die höchsten Lebenganzen im Weltall, die Menschheiten jedes Sonnsystemes, jedes einzelnen Himmelkörpers, jedes Erdtheiles, in ihr sind jeder Volkverein, jedes Volk, jeder Stamm, jede Familie, jeder einzelne Mensch, ihrem ewig Wesentlichen und ihrem Leben nach ewig als selbständige Glieder enthalten. Nur von der Idee der Allmenschheit strömt Licht auf alles Einzelne in ihr, nur im Aufschwunge zu ihr gewinnt jedes untergeordnete Leben in ihr Ganzheit, Ebenmass, Haltung und Schönheit; nur im Leben des Ganzen kann es bestehn, wachsen und vollendet werden. Alle einzelne Menschen, als die letzten untheilbaren Theile der Allmenschheit, sind ihrem ewig Wesentlichen, so wie dem in der Zeit Bleibenden und den Gesetzen ihres Lebens nach, vollkommen unter sich gleich; sie haben in sich denselben Gliedbau, dieselben Kräfte, denselben Beruf, sie erfreun sich derselben Verhältnisse zu Gott, zu der Vernunft, zu der Natur und zu der Menschheit des Weltall. Jeder einzelne Mensch, ja jeder Wesentheil und jede Kraft desselben, ist im eignen Kreise frei und selbständig, allein zugleich und vereint mit jedem höheren Ganzen der Allmenschheit, und mit dieser selbst: sie sind nur gesund und schön, wenn ihr Leben im Leben des →

=254= Das Urbild der Menschheit
→ Ganzen gehalten, und mit ihm innig verbunden ist. Die urwesentliche Einheit aller Menschen ist ewig, dem Wesen, nicht der Zeit nach, vor und über allem Leben; die Menschheit, als Ureinheit ihrer Sphäre, entwirft ewig in sich alle einzelne Menschen, mit der zeitewigen Fülle des Eigenthümlichen eines Jeden, sie ist, in ewigem Sein, die Bedingung, der Quell, ja die Urkraft alles ihres inneren Lebens. Darum ist diese Ureinheit auch der Quell der Liebe, die Schöpferin der Gemeinschaft, und des Lebenvereines innerhalb der Grenzen der Individualität.
Wir erkannten es, als ein allgemeines Weltgesetz in Gott, dass die ewige Einheit jedes Wesens sich in Einem zeitewigen Leben seines organischen Innern entfalte, dass diese Einheit das Schaffende, Bindende, Erhaltende des ganzen innern Lebens sei: ferner, dass sie sich selbst in der Zeit darstelle, indem sie die nicht mehr theilbaren Theile des Innern alle unter sich, und aufsteigend mit allen höheren und zuhöchst mit sich selbst, in Einem Gleichniss ihres ewigen Seins vollendet in sich selbst zurückkehrt und sich in ihrer innern Vielheit selbst erhält. Diess Gesetz erkannten wir auch für die Menschheit an. Die bisherigen Betrachtungen haben gezeigt, wie es vom Einzelnen zu immer höheren geselligen Vereinen aufsteigend sich ausspricht; und indem wir uns jetzt über alles Einzelne und über alle Gegensätze aufschwingen, werden wir erkennen, wie endlich die ewige Einheit der Menschheit, welche über und vor allen Theilungen und Gegensätzen des Daseins und Lebens waltet, im Leben aller einzelne Menschen ihre volle Verklärung in der Zeit gewinnt, wann sie Alle, rein als Menschen, zur Ausbildung des Menschheitlebens ihrer Aller als Eines organischen Ganzen gesellig vereinet.
Jene urwesentliche Einheit der Menschheit nun ist die Einheit der höchsten Vereinsphäre in Gott, die Einheit der durch Gott lebendig vereinten Vernunft und Natur; daher ist auch der höchste gesellige Verein der Menschen, sofern jene urwesentliche Einheit die Menschen treibt, ihn zu schliessen, ein harmonisches Werk der Vernunft und der Natur; zuhöchst aber Gottes, sofern er Vernunft und Natur zu der Menschheit vereint, und in der ganzen Natur, Vernunft und Menschheit, so wie in jedem einzelnen Menschen, leben gegenwärtig ist. Auch die zeitliche Einheit, als ein vollkommenes Gleichniss der ewigen, ist ewig wesentlich, im Weltall ewig gleich und unvergänglich; daher regt sich in jeder sich zeitlich bildenden Theilmenschheit, und noch in jedem Menschen, das gemeinsame Streben, sich in Eine Menschheit zu versammeln, und alle Glieder, Personen und Kräfte, so wie sie in Einem ewigen Wesenganzen ewig vereint sind, auch in Ein zeitlebiges Kraftganzes zu verbinden. Dieser Bund, welcher den Namen des Menschheitbundes verdient, ist das Vereinleben aller Personen und Kräfte der Menschheit in Einem Ganzen der Vernunft und der Natur, dem Leibe und dem Geiste nach, der Menschheit in sich selbst, und im liebevollen Vereine mit Gott, Natur und Vernunft. So wie Vernunft und Natur ursprünglich Ein Wesen in Gott sind, aber zugleich als zeitewig lebende entgegengesetzte Wesen, ohne →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =255=
→ ihre freie Selbständigkeit zu vertilgen, ihre ursprüngliche ewige Einheit auch in ihrem zeitlichen Wechselleben als Ein Wesen bewähren: so sollen auch alle Menschen im Menschheitbunde innig vereint ihre Selbständigkeit behaupten und sie harmonisch ausbilden; die Gegensätze ihres Wesens nicht austilgen, sondern allgestaltig erfüllen, und so in Einen Menschen, unter steten neubelebenden Einflüssen Gottes, der Vernunft und der Natur, zusammen leben. Alle Menschen sollen sich über und vor der Trennung in einzelne individuelle Menschen und in männliche und weibliche Menschheit, über dem Gegensatz der Grundgesellschaften und der werkthätigen und selbstwerkthätigen Vereine, so weit nur die von Gott, Vernunft und Natur gezogenen Grenzen der Gemeinschaft reichen, rein als Menschen, mit dem Ewigwesentlichen, welches sie alle, als den Grundbestand ihrer Lebeneigenheit gemeinsam haben, wechsellebend vereinigen, um ihr Leben als Ein organisches Ganzleben zu vollenden. Diess ihr Bestreben umfasst also das Menschheitleben als Ganzes, und alles Einzelne in ihm, sofern es Theil und Glied dieses Ganzen ist, als solches nach der Idee des Ganzen in und aus dem Ganzen hervorgehn, und sofern es in Wechselwirkung mit allen Nebentheilen vollendet werden soll, und nur so vollendet werden kann. Der Menschheitbund ist also nicht dem ganzen, aus allen seinen innern Theilen bestehenden Menschheitleben gleich, sondern er ist der höchste Theil dieses Lebens, sofern er als Ganzes vor und über allen seinen innern Theilen ist. In diesem Bunde kehren die Menschen, als einzelne Menschen, zurück in jene ewige Weseneinheit, worin sie ursprünglich stehen; in ihm als in dem Ganzbunde ihres Lebens feiert die Menschheit ihre ewige Ureinheit im zeitewigen Leben ihrer Individuen. Da er sich auf den ewigen Zustand gründet, worin Vernunft und Natur in und durch Gott Ein Vereinwesen sind, so steht er zugleich als höheres Ganze über und vor dem Gegensatze der Grundgesellschaften und der werkthätigen Vereine; er zeigt sich insofern zugleich als die höchste Grundgesellschaft und als der höchste Werkbund und Selbstwerkbund; als der Ganzlebenverein, worin und wodurch jeder einzelne Lebenverein gebildet wird, waltet er selbst über dem Gegensatze der werkthätigen und der Grundvereine. Sein Streben umfasst ferner auch das Leibliche, das Geistliche, und das Göttliche im Menschen gleichförmig. Er vereint alle Menschen auf dem ganzen Gebiete ihrer geistigen, leiblichen und göttlichen Gemeinschaft, rein als Menschen, als ganze Menschen, als Glieder der Allmenschheit, ganz, an Geist und Gemüth, an Neigung und an Willen, dass sie ihr Leben, als Ein Ganzleben, im Geiste der Allmenschheit, leben. Wenn daher jeder einzelne Mensch, und jeder gesellige Verein, den wir erkannten, nur einen Theil des ganzen Menschheitlebens umfasst, und alle andere Theile nur in einem gleichsam perspectivisch abnehmenden Verhältnisse sich aneignet, so umfasst über und vor ihnen allen der Menschheitbund das ewige Wesen und das zeitliche Leben der Menschheit als Ganzes, sofern es ein Ganzes, und ein organisches, gliedlebiges Ganzes ist, welches alles das Einzelne, als seine inneren Theile enthält, was immer in den einzelnen Menschen und in ihren einzelnen Bestrebungen und geselligen Vereinen wirklich ist. In dem Vereinbunde der →

=256= Das Urbild der Menschheit
→ inneren und der äusseren Geselligkeit werden alle untergeordnete Gegensätze vereint, aber in den Menschheitbunde schwingen sich die Menschen über diese Gegensätze auf, und bilden Ein wahrhaft höheres und in dieser Sphäre Höchstes.
Die Bestimmung des Menschheitbundes ist also: dass die Menschheit auf jedem Gebiete ihres Lebens in allen ihren einzelnen Personen, Gliedern und Kräften als Ein lebend Wesen mit ihrer ganzen, unzertheilten Kraft wirke, um ihr ganzes ewig Wesentliche, als ganzes, so wie in allen seinen Theilen, als selbständiges und als das mit Gott, Vernunft und Natur harmonische Wesen, auszubilden und darzustellen.
In diesem Bunde wird sich mithin die Menschheit als ganze Person, und dadurch in allen ihren untergeordneten Personen und Gliedern, ihrer selbst ganz und völlig bewusst, mündig und frei. Sofern sie also in ihm als Ganzes lebt, ist sie eher und höher als jedes Einzelne in ihrem Innern; höher als jede Person, höher als jede einzelne Lebenäusserung, höher als jeder werkthätige Verein. Die Menschen vereinen sich im Menschheitbunde zu Einem harmonischen Gemüthe, sie werden wie Ein Leib und Eine Seele, wie Ein Mensch, sie wirken in Einem, alles Menschliche, gleichmässig umfassenden Willen; daher belebt und regiert der Menschheitbund, wo er auf einer Erde vollkommen entfaltet ist, alle innere Personen der Menschheit, alle einzelne Kräfte und Werke, alle einzelne Grundgesellschaften und werkthätige Vereine; ihm selbst aber ist alles Einzelne in der Menschheit, jede Person jede Kraft, jeder Verein, der auf etwas Echtmenschliches gerichtet ist, heilig; er verbürgt dessen Freiheit und Selbständigkeit, bringt alles Einzelne in das richtige Maass und Verhältniss gegen alles andere und zu der ganzen Menschheit; er stiftet zwischen allem einzelnen Menschlichen friedliche Gemeinschaft, liebevolle Harmonie, freudiges Zusammenwirken. Er giebt Allen freien Anlass, sich in allem Menschlichen, im Geiste der Menschheit, aus inneren Kräften, und zugleich im verstärkenden Kraftvereine mit allen Wesen, selbst zu bilden. Dieser schaffende, erhaltende und belebende Einfluss des Menschheitbundes auf alles einzelne Menschliche ist dem Einflusse des Gewissens auf das Leben jedes Menschen ähnlich: er wirkt lediglich durch die innern freien Kräfte des Geistes und des Gemüthes, durch die ewige Urmacht des Wahren, Guten und Schönen; er greift nie gewaltthätig mit blos mittelbaren und äusseren Kräften in untergeordnete Lebenkreise ein; er weckt und bildet nicht durch Furcht und Hoffnung, sondern durch Einsicht und Liebe, denn er ist frei von Furcht und voll von Hofnung. Der Menschheitbund würde sich selbst und die Menschheit hemmen und zerstören, wenn er hemmend und zerstörend einwirken wollte in irgend ein einzelnes Menschliche, welches alles nur in einem freien Gliedleben gedeihen kann; er würde sich selbst erniedrigen, wenn er in seinen Bildungsmitteln irgend etwas Unmenschliches anwenden wollte; dann würde er selbst dahin sinken, wie der Bau des Leibes, dessen →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =257=
→ Ganzlebenkraft das freie Lebenspiel seiner untergeordneten Organe hemmte und verdürbe.
Schon für jeden einzelnen Menschen erkannten wir es als wesentlich, dass er sich seiner ganzen Menschlichkeit klar bewusst werde, und als ein ganzes, ungetheiltes, harmonisches Wesen lebe; dass er sich zur Anschauung dieser ganzen Erde und ihrer ganzen Menschheit, ja zum Anschaun des Weltall und der Allmenschheit erhebe, und gottinnig, im Geiste des Alllebens in Gott, sein eigenes Leben lebe, in eigenthümlicher Fülle und Schönheit. Diese Forderung sahen wir für die Familien, für die Freundschaften, und freien Gesellschaften, dann auch für alle höhere Gesellschaften wiederkehren, welche nach dem steigenden Verhältnisse ihres Umfanges in steigender Fülle und Schönheit wie Ein harmonischer Mensch leben, und dies ewig Wesentliche der Menschheit als höchster Vereinsphäre in Gott, immer würdiger in der Zeit gestalten sollen. Die Bestimmung des Menschheitbundes umfasst mithin eben so den einzelnen Menschen, als die ganze Menschheit. Schon der Einzelne kann und soll im Geiste der ganzen Menschheit leben, und die Menschheit soll als ganze für die freie und harmonische Vollendung jedes Einzelnen wirksam sein. Der Menschheitbund ist eben so in allen Grundpersonen theilweis, und in der Menschheit ganz, enthalten, als er selbst jeden Einzelnen alle Grundpersonen, und die ganze Menschheit auf seinem eigenthümlichen Gebiete in sich schliesst. Schon der Einzelne kann und soll das Werk dieses Bundes beginnen, aber nur die ganze Menschheit nicht als blosse Menge nebeneinander, sondern als eine freie organische Gesellschaft, in, mit und durcheinander, nach gemeinsamen, demselben Urbilde treuem Plane lebender und arbeitender Menschen, ist fähig, diess Werk auf dem ganzen Lebengebiete der Erde ganz und gleichförmig auszubilden, und durchzuführen. Schon seinem Wesen und seiner Bestimmung nach ist der Menschheitbund die wesentlichste und erste Gesellschaft unter den Menschen; und diese seine Würde bewährt sich sodann eben dadurch, dass nur die ganze Menschheit, in Mitwirkung jedes einzelnen Menschen, in allseitiger Geselligkeit der Bestimmung dieses Bundes genügen kann. In der Ordnung ewiger Dinge ist mithin der Menschheitbund eher und höher als jedes einzelne Menschliche, als jeder einzelne gesellige Verein; und in der Gestaltung aller Dinge in dem Einen Leben Gottes ist er ewig unveränderlich, in jedem Momente gleich vollendet wirklich: allein in jedem untergeordneten Ganzen der Menschheit zeigt er sich der Zeit nach als das letzte, allumfassende Glied der ganzen Entwicklung des Menschheitlebens. Denn jedes untergeordnete Ganze der Menschheit folgt dem allgemeinen Lebengesetze: dass in dem ewigen Urganzen dieser Art, an dem ewig in aller Zeit Bleibenden desselben, sich in jedem urbelebten wachsenden Keime dieses Ganzen die Glieder und Kräfte einzeln, nach und nach entfalten, mit der Weltbeschränkung kämpfend sich ausbilden, und nur in der Reife des Lebens ein jedes in richtigem Maass und vollendeter Gestalt, mit allem Andern und mit dem Ganzen innig vereint, ein wahrhaft organisches und vollständiges Leben gewinnen. So enthält das Weltall →

=258= Das Urbild der Menschheit
→ unendlich viele untergeordnete Ganze der Menschheit, deren Leben sich in der Natur auf eben so vielen untergeordneten Ganzen der Himmelkörper offenbart; unter ihnen unendlich viele von jeder Stufe des Menschheitlebens, und jedes einzelne davon in jedem Momente frei und eigenthümlich, mit dem Allleben einstimmig, belebt. Ob also gleich jedes untergeordnete Ganze der Menschheit denselben Lebenweg auf eigenthümliche Weise beschreibt, so ist dennoch die Menschheit des Weltall auch zeitlich in jedem Momente sich selbst völlig gleich; in jedem Momente umfasst sie individuell schöne Vollendung in allen möglichen Zuständen ihres Lebens, in jedem Momente ist Gott, in ihrem Leben Vernunft und Natur allvereinend, gleich vollkommen. Ohne dass dadurch der ewigen Vollkommenheit des Alllebens in Gott Etwas entzogen wäre, bildet sich auf jedem einzelnen Himmelwohnorte die Menschheit, durch den alle Einzelne beseelenden, in ihrer ewigen urwesentlichen Einheit gehaltenen, Urtrieb, von den Einzelnen und den Familien aus zu immer höheren Grundgesellschaften, von einzelnen Zweigen der Werkthätigkeit bis herauf zu dem allumfassenden Werkbunde; erst später erhebt sie sich zur Selbstwerkthätigkeit, zur bewussten Selbsterziehung; dann erst können die ersten Anfänge des Menschheitbundes im einzelnen gottbegeisterten Menschen hervorkeimen, sich von den Familien und von den Freundschaften der Einzelnen zu Familienvereinen und zu immer höheren Grundgesellschaften erheben, und zugleich können die einzelnen werkthätigen und selbstwerkthätigen Gesellschaften für den Lebenkreis des Menschheitbundes nach und nach gewonnen werden; bis endlich, bei angehender Reife ihres ganzen Lebens, die ganze Menschheit eines Himmelwohnortes in Einen Menschheitbund vereinigt ist. Nur durch die in aller Zeit bleibende, alles Leben anregende urwesentliche Einheit der Menschheit ist es möglich, dass sich, in stetiger Entwicklung vom Einzelnen zum Ganzen aufsteigend, das Leben bis zu seiner harmonischen Reife entfalte, und in sich jene ewige Ureinheit, als das zeitewige Gleichniss derselben, darstelle.
Die Menschheit in ihrem Entstehen und stufenweisen Ausbilden auf einem selbständigen Himmelwohnorte zu betrachten und in dem Ganzen dieser Betrachtung auch den Menschheitbund in seinem ersten Keime bis zu seiner alle Menschen umfassenden Reife in stetiger Entwicklung zu verfolgen, so dass keine Stufe des Lebens übergangen werde, — diess ist ein wesentlicher Theil der Wissenschaft; allein es überschreitet die Grenze dieses unseres Vorhabens, welches sich darauf beschränkt, die Menschheit in dem allgemein Wesentlichen ihres Lebens urbildlich anzuschauen, und so das reine Musterbild zu gewinnen, welches ihr in noch unvollkommneren Zuständen erhebend und tröstend vorleuchten möge, und welches sie nur auf einem einzelnen Himmelwohnorte in der Reife ihres Lebens auf eigenschöne Weise vollständig, obwohl immer beschränkt, darstellen kann. Wenn wir mithin, wie im Vorigen von so vielem Andern, also auch hier vom Menschheitbunde, der auf unserer Erde zwar jetzt schon keimen, aber in vollendeter Blüthe erst in ferner Zukunft diese Menschheit →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =259=
→ beglücken kann, als von etwas Wirklichem reden, so reden wir von seiner ewig wesentlichen, in aller Zeit gleichen, Wirklichkeit im Weltall, welche auch auf dieser Erde auf eigenthümliche Weise eintreten wird, wenn es Zeit ist. Wie sich das ganze Menschheitleben, und als dessen höchster Theil auch der Menschheitbund, der Zeit nach in stetigem Übergange dann entfalte, wann die Menschen erst durch geselliges Leben für einzelne Theile der menschlichen Bestimmung der höchsten Geselligkeit fähig geworden sind, hoffe ich in Zukunft an anderem Orte zu zeigen, sowohl urbildlich, den allgemeinen das Weltall umfassenden Gesetzen nach, als auch gegenbildlich, in der wirklichen Lebengeschichte dieser Menschheit; und aus dieser doppelten Erkenntniss wird dann auch mit voller Klarheit hervorgehen, was jeder Einzelne, was jede Gesellschaft, und jeder werkthätige, vorzüglich aber jeder selbstwerkthätige Verein, in unserer Gegenwart und in jeder Zukunft, an seinem Theile zu thun habe, dass der Menschheitbund auch für diese Menschheit gegründet werde, und in fröhlichem Gedeihen einst diese ganze Erde umfasse. Jetzt aber werde der Blick rein auf die urbildliche Vollendung des Menschheitbundes gerichtet, welche nur eine schon gereifte Menschheit in sich aufnehmen kann.
So erscheint uns der Menschheitbund zugleich als das höchste gesellige Kunstwerk, welches die Menschen in Gottes Mitwirkung auf Erden entfalten. Die Gesetze desselben sind theils auf dem Wesentlichen des zu erzeugenden Werkes, das ist, des Menschheitlebens selbst sofern es Werk der Menschheit ist, theils aus dem Wesentlichen der dasselbe erzeugenden inneren Kräfte der Menschheit, theils endlich aus der mitwirkenden Kraft Gottes, der Vernunft und der Natur, sofern Diese über und ausser der Menschheit sind, zu bestimmen. Der Menschheitbund übt die Lebenkunst der ganzen Menschheit aus, wodurch sie sich selbst in sich selbst, und in allen ihren Lebenverhältnissen mit Gott und der Welt aus inneren Kräften ausbildet, und sich rein nach den Gesetzen des Alllebens Gottes, in ihrer endlichen, aber schön erfüllten, Sphäre vollendet. Die Lebenfülle der Menschheit im Weltall ist unerschöpflich, in jedem Zeittheil ohne Ende neu: ihre Kräfte sind ewig jugendlich, sie selbst und jedes ihrer Werke sind immer neuer Schönheit empfänglich. Diese wesentliche Urganzheit oder Unendlichkeit des Lebens der Allmenschheit bewährt sich in der untergeordneten Unendlichkeit jedes seiner Glieder und Werke; selbst das eigenthümliche Ideal jedes Volkes, jeder Familie, jedes einzelnen Menschen umfasst noch die Zeitewigkeit. Das Reich der erkennbaren Wahrheit für die Wissenschaft, und das Reich alles darstellbaren Lebendigen und Schönen für die Kunst ist unendlich und unerschöpflich für jede endliche Zahl von Menschen und Menschengesellschaften, selbst in einer unendlichen Zeit, und bei dem besten, harmonisch geselligen Fleisse. So würde sich die Menschheit im Ächt- und Reinmenschlichen gottähnlich ohne Ende fortbilden können, mit reiner Güte, Gerechtigkeit, Innigkeit und Schönheit, und mit immer steigender Selbstbildung, ohne es je zu bedürfen, dass sie die Zeit mit Menschenwidrigem, mit Irthume, mit Unschönem, und irgend Bösem erfülle. →

=260= Das Urbild der Menschheit
→ Je höher sich ihr Leben entfaltete, desto höher würde es streben; je Mehr ihr gelungen, desto mehr und desto Herrlicheres würde sie vor sich sehen. Das ewig Wesentliche und Vollkommne, das sittlich Gute, das Gerechte, das Innige und Schöne, das Wahre und das Lebenvolle, das ist, das Menschliche, lebt in sich selbst und zeigt sich selbst an, ohne des Wesenwidrigen und Unvollkommenen, das ist des Unmenschlichen, als Reiz oder als Schrecksal zu bedürfen. Wohl muss sich die Menschheit jedes Himmelwohnortes durch die Angst und das Schrecken des Bösen und des Unglückes, die eigne ihr ewig von Gott angeschaffene Urkraft und Lebenfülle bewährend, zum Menschenwürdigen, zu der harmonischen Fülle ihres Lebens emporkämpfen: doch nachdem sie den Beweis ihrer Selbstkraft leidend und kämpfend geführt; dann beginnt ihr reines ungetrübtes Leben, dann erst kann sie nicht mehr in zerstörendem Streite, sondern in aufbauender Liebe, völlig würdig sich selbst erkennen und bilden, erst dann gewinnt auch ihr Menschheitbund seine ebenmässige Gestalt, sein volles Leben, worin er alle seine Kräfte rein und unmittelbar auf das Wesentliche und Vollkommne richtet. War dieser Bund schon in früheren, noch unreinen Zuständen das einzige ausreichende Mittel der Reinigung der Menschheit einer Erde gewesen, so ist er ihr in der Reife des Lebens erst ganz wesentlich und um desto beseligender geworden. Nie versiegen dann seine Lebenquellen wieder, so lange diese Menschheit lebt, und sie selbst kann vom Hochpunkt ihres Lebens an wohl nach Gesetzen des Alllebens in Gott abwachsen, und in höhere Ganze des Lebens, in seligem Schönsterben, aufgenommen werden, aber zum Menschheitwidrigen, zum Bösen kann sie in diesem Leben nie wieder zurücksinken.
Obgleich der Menschheitbund, als die erstwesentliche Gesellschaft, unter den Menschen erst spät, nur nach und nach aus mehreren zerstreuten Keimen erwachsend, zu bestimmter Gestalt und zu eigenthümlichem Leben gelangt, so erkennt er doch in seinem ersten Werden, so wie in seiner höchsten Reife, alle Menschen, welche von dem ersten Paar an bis zum letzten auf seinem Himmelwohnorte leben, als wesentliche Theile und Organe Einer Menschheit, ja als seine eigenen ihn vorbereitenden Mitglieder an. Und sind auch Tausende von Millionen Menschen vor seinem selbständigen Entstehen gestorben, so wirkten doch auch sie ihres Theiles an dem Lebenbaue der Menschheit, so bereiteten sie doch auch ihm selbst sein Entstehn und seine Wirksamkeit vor; — sie brachten in unvollkommenen Zuständen dieser Menschheit in einer verhängnissvollen Gegenwart ihr höheres Dasein und Leben zum ehrwürdigen Opfer für eine heilvollere Zukunft dar. Der gottinnige, der wissenschaftlich gebildete Mensch sieht im Tode nicht ewige, unlösbare Trennung der einzelnen Menschen, sondern Anfänge ihrer höheren Vereinigungen in reinerem, freieren Gebiete, in tröstendem, versöhnenden Wiedersehn, wenn sie dess würdig sind; ihm sagt eine gottinnige Ahnung, die hier unreifer Sterbenden, ja selbst die in der Weltbeschränkung Gesunkenen und Entweiheten, werden jenseit in angemessenen Sphären höher gebildet, gebessert, gereinigt und der Menschwürde wieder →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =261=
→ gegeben werden. In dieser Anschauung, in dieser reinen Liebe betrachtet auch der Menschheitbund alle frühere Geschlechter, von dem ersten Menschen bis zum letzten, als Ein organisches Ganzes, und alles einzelne Gute und Schöne als organischen Theil dieses eigenthümlichen Menschheitlebens; alles Unmenschliche dagegen, welches das frühere Leben entstellt, alle Wunden welche früherhin die Menschheit sich selbst geschlagen, erkennt er als Aufopferung im Kampf um freie Selbständigkeit; und sich selbst findet er als die gottähnliche Macht, welche die Menschheit für ihre ganze Zukunft vor jener Selbstentweihung bewahren, von jenen Wunden heilen, und die Gesundheit und Reinheit ihres Lebens bis an das Ende ihrer Tage befestigen soll.
Die Menschheit selbst ist und lebt in allen ihren inneren Personen, also auch in allen ihren einzelnen nicht mehr theilbaren Elementen, das ist in allen einzelnen Menschen. Sie Alle, ohne Ausnahme eines Einzigen, sind völlig gleiche Wesen; als völlig gleiche Menschen sollen sie daher im Menschheitbunde zu Einem Leben vereinigt werden. Bei allem Unterschiede des Alters, des Geschlechtes, des Berufstandes, der Eigenlebenweise, des Volkes, des Zeitalters, ist dennoch in allen Menschen dasselbe Ur- und Erstwesentliche, dasselbe ewige Grundwesen, dasselbe in aller Zeit Bleibende, dasselbe Menschthum. Alle jene Verschiedenheiten sind erst in und durch diese urwesentliche, unveränderliche Gleichheit Aller möglich, als verschiedene, eigenthümlich belebte und schöne Ausbildung desselben ewig Wesentlichen, derselben unwandelbaren Menschheit in allen ihren inneren Theilen. Mögen auch alle diese Verschiedenheiten und entgegengesetzten Ausbildungen in noch unvollkommneren Zuständen der Menschheit sich mehr noch durch ihre entgegengesetzte Mangelhaftigkeit und Verkehrtheit, als durch ihre eigenthümliche Güte und Schönheit unterscheiden, so bleibt doch bei aller Misbildung der innere, ewige, urwesentliche Grund der Menschheitwürde unangetastet, und der Urtrieb nach reiner Fülle und Schönheit des Lebens rastet nicht; er bricht zur festgesetzten Zeit hervor, um jene Mängel zu entfernen, sich vom Menschheitwidrigen zu reinigen, auf dass sich hinfort alle Menschen in allem Menschlichen auf dem gemeinsamen Gebiete des Menschheitbundes rein als Menschen innig vereint, blos durch entgegengesetzte gleichwürdige und vortrefliche Ausbildung ihres ewigen Menschthumes, als des ihnen Allen gemeinsamen ewig Wesentlichen, in eigenthümlicher Güte und Schönheit wie innig vereinte Glieder desselben Wesens unterscheiden, ohne sich desshalb von einander zu entfernen. Denn Alles einzelne Menschliche, worauf sich die wesentlichen Gegensätze der Menschen gründen, die sie in unvollendeten Zuständen der Menschheit dem ungebildeten Verstande und dem erkaltenden Herzen kaum noch als Wesen derselben Art erkennen lassen, alles diess einzelne Menschliche geht seinem Eigenwesentlichen nach unmittelbar nicht den ganzen Menschen, als ganzen, an. Obgleich im Ganzen, als dessen Theil, wesentlich, ist doch alles Einzelne, was die Menschen unterscheidet, nicht das Erstwesentliche, sondern im Erstwesentlichen als ein Wesentliches von niederer Ordnung →

=262= Das Urbild der Menschheit
→ enthalten. Ja, indem das Erstwesentliche, das Ewige im Menschen, in jeder Zeit unwandelbar besteht, entfaltet es in ewigem Urtriebe in sich und an sich eine unendliche Fülle von Gestaltung, von Leben und Schönheit aller einzelnen Theile, Glieder und Kräfte; und indem diess Erstwesentliche in jedem Momente ureigne Lebenfülle und Schönheit fordert, wechselt alles Einzelne in ihm stetig die Gestalt. Nicht nur das Unreife und Menschenwidrige in allen einzelnen Menschen und menschlichen Dingen ist vergänglich, sondern auch die echte, reine und schöne Gestaltung wechselt, sofern sie zeitlich ist, mit den Zeiten, und jede einzelne Menschheit auf einem einzelnen Himmelwohnorte lebt so lange, bis sich die ganze Fülle des Ewig-Wesentlichen, voll und harmonisch in ihrem Leben entfaltet hat. Mensch sein, ist demnach mehr, als, ein solcher, als gerade dieser Mensch sein: denn in dem ewig und allgemein Menchlichen, was in Allen völlig gleich ist, und durch dasselbe, entfaltet sich die ureigne Vortreflichkeit, die schöne Eigenlebenweise jedes Menschen, jeder Familie, jedes Volkes, jeder Menschheit. Mit dieser Einsicht der ewigen Urgleichheit Aller, wenn sie als Weisheit in das Leben übergeht, ist dann auch der Grund des Baues gelegt, den der Menschheitbund vollenden soll; völlige Gleichheit rein als Menschen bei ureigner Lebengestaltung jedes Einzelnen ist das erste gesellige Kleinod aller seiner Mitglieder. Diese Gleichheit hebt die unerschöpfliche lebenvolle Verschiedenheit der Menschen nach ihrer eigenthümlichen, gleich würdigen Ausbildung in allem Menschlichen nicht auf, dass sie dieselbe beneiden und misskennen: sondern in allen, noch so verschiedenen ureignen Gestalten suchen und finden sie das Gute und Schöne, als das Echtmenschliche, sie erkennen, würdigen und lieben es, und bilden alle jene Verschiedenheiten des individuellen Lebens mit Tugend, Gerechtigkeit und Innigkeit nach dem Urbilde Eines harmonischen, ureignen Menschheitlebens gleichförmig immer höher aus.
Hierauf ist die Allgemeinheit des Menschheitbundes ewig gegründet. Er umfasst seiner Idee nach die Menschheit des Weltall, und auch auf jedem untergeordneten Himmelwohnorte da, wo er reif geworden, alle Menschen als wirkliche Mitglieder. Die Idee des Menschheitlebens, worin die Menschheit als Ein organisches Wesen mit ungetheilter Kraft lebt, ist zuförderst jedem einzelnen Menschen wesentlich; jeder einzelne Mensch kann und soll innerhalb der Grenze der eignen Person im Geiste der Menschheit und des Menschheitbundes, frei und selbständig leben, und diese seine freie, innere Mitwirkung zum Leben der Menschheit an die Bestrebungen des ganzen Menschheitbundes anschliessen. In dieser Idee muss er denken, empfinden, wollen und handeln, wenn er seine Bestimmung als Theil des Ganzen erfüllen, wenn er in sich selbst und in allen seinen äusseren Lebenverhältnissen vollendet werden soll. Dieses Leben in der Idee der Menschheit des Weltall, welches auf alle Grundgesellschaften, auf alle werkthätigen und selbstwerkthätigen Vereine, auf das selbständige und gesellige Leben gerichtet ist, und worin der Mensch sich selbst als ganzen Menschen, rein als Glied der Allmenschheit erkennt und selbst erzieht, diess Leben ist für jeden →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =263=
→ Einzelnen, so wie für jeden geselligen Verein, das höchste, das erstwesentliche, und der Würde nach das ursprüngliche; denn ohne dasselbe kann überhaupt nichts Menschliches im Einzelnen gedeihn und zur Reife gebracht werden. Dadurch, dass der Einzelne selbständig und frei im Geiste der Menschheit und ihres Bundes zu jeder Zeit leben kann, sobald ihn nur die Idee derselben erleuchtet und erwärmt, wird es möglich, dass noch vor dem gesellschaftlichen Entstehen des Menschheitbundes in noch unreiferen Zuständen einzelnes Menschliche im Einzelnen gedeihe, so weit es von den einzelnen Menschen abhangt, welche dem ganzen Geschlechte in reinmenschlicher Bildung voreilen; ja eben hierauf beruht selbst die Möglichkeit, dass sich die Menschen, als ganze Gattung, nach und nach, von jenen Einzelnen geleitet, zu reiner Menschlichkeit, und zu dem Ganzbunde Eines organischen Menschheitlebens erheben. — So wie nun der Menschheitbund alle einzelne Menschen umfasst, und von ihnen umfasst wird, so findet dasselbe auch statt für alle Grundgesellschaften, für alle werkthätige und selbstwerkthätige Vereine: sie alle können und sollen sich zur Idee der Menschheit und des Ganzlebens derselben so wie zum geschichtlichen Überblick der auf dieser Erde lebenden Menschheit aufschwingen, sich selbst in diesem höhern Ganzen würdigen, prüfen, und danach den eignen Lebenplan entwerfen, und so in eigenthümlichem Kunstfleisse als Glieder der Menschheit menschlich zu leben, und im Lebenkreise mit den ihnen eignen Kräften alles Menschliche zu bilden und zu fördern streben. So wie die Gottinnigkeit für den Einzelnen, für die Familien, für Freunde, Ortgenossen, für Völker und für Menschheiten ganzer Himmelkörper, eigne, selbständige, nur ihren Gliedern zugängige Heiligthümer hat, so soll daher auch die Menschheitinnigkeit, welche im Menschheitbunde geübt wird, in ihm ähnliche Heiligthümer empfangen; und so wie ferner alle jene Übungen der Gottinnigkeit in beschränkten Kreisen dennoch innerer Theile des allgemeinen Gottinnigkeitbundes der ganzen Menschheit sind, so sind auch alle abgesonderte und in ihrem Gebiete selbständige Äusserungen und Übungen der Menschheitinnigkeit dennoch innere, untergeordnete, organische Theile des inneren Lebens des Menschheitbundes der ganzen Erde; sie müssen nach der Idee dieses Ganzen gebildet werden, und mit diesem Ganzen selbst in allseitigem, harmonischen Wechselleben stehen. Und sehen wir auch, so weit jetzt unsere Erfahrung reicht, den Menschheitbund auf diese Erde als auf sein höchstes Gebiet beschränkt, so erkennt ihn doch die reine, urbildliche Wissenschaft als Einen ewigen, sich ewig gleichen Bund der Menschheit im Weltall an. Schon frohe Ahnung, deren Gründe wir im Früheren andeuteten, erweitert diesen Bund zu höheren Ganzen der Menschheit; und so wie uns gottinniges Ahnen von der Menschheit dieser Erde zu der Menschheit dieses Sonnbaues, dieses Sonnenganzen, und zu der Menschheit des Weltall empor trug, so erblicken wir hier im Geist auch den einstigen Ganzlebenbund der Menschheit dieser Erde im immer weiteren Kreisen im Menschheitbunde des Weltall alllebend enthalten.

=264= Das Urbild der Menschheit
Wie alle Einzelne und alle Gesellschaften, also umfasst der Menschheitbund gleichförmig Männer und Weiber, Kinder, Erwachsne und Greise. Denn schon früher erkannten wir, die Kindlichkeit habe an sich selbst Würde, eigenthümliche Lebendigkeit und Schönheit, sie sei nicht blos als Vorbereitung und Mittel für das reife Alter zu betrachten. Alle Lebenalter bedürfen eben so sehr des Menschheitbundes, so wie dieser, als Gesellschaft betrachtet, jedes Lebenalter zu seiner Vollwirksamkeit und Schönheit wesentlich erfordert. Schon als Säugling daher werde der Mensch als Glied der Menschheit erkannt und gepflegt, und noch als Greis verherrliche er die gesammte Werkthätigkeit des Menschheitbundes; und wann einst die Menschheit in ihrem Hochalter zu jener lieblichen Kindlichkeit und engelreinen Unschuld zurückgekehrt ist, dann führe sie ihr geselliges Leben im Menschheitbunde in die neue Lebensphäre hinüber, die ihr von Gott bereitet ist. — Die weibliche Hälfte der Menschheit ist der männlichen an Würde, an ureigener Lebenfülle und Schönheit vollendet gleich; sie ist auch dem Menschheitbunde gleich wesentlich, als die männliche; und so wie die ganze Menschheit nur in der gleichförmigen, entgegenstehend eigenthümlichen Vollendung der beiden Geschlechter ihre eigne Vollendung gewinnt, so ist auch das ganze Leben und Wirken des Menschheitbundes nur dann vollkräftig, wann er die weibliche und die männliche Menschheit gleichförmig in sich fasst.
Der Menschheitbund nimmt mithin jeden einzelnen Menschen, alle untergeordnete Personen, und werkthätige Vereine sowohl einzeln, als alle mit allen vereint, in sich auf. Er erkennt sie alle, Jedes in seiner Art, als der Menschheit wesentliche organische Theile, und als auf ihrem Gebiete dem Ganzen ähnliche freie und selbständige Theilganze, er nimmt an ihrem ganzen inneren Leben Theil, mässigt und bekräftigt es. Jeder einzelne Mensch, und alle Menschenvereine müssen also dem Menschheitbunde auch als Ganze gegenwärtig werden, sich in seinen Versammlungen als Eine Person auf eigenthümliche Weise darstellen, und als Ganze an dem ganzen Leben des Bundes mitwirken; ja selbst die inneren Bestrebungen eines jeden von ihnen für die Ausbildung der Menschheit, und ihre inneren Übungen der Menschheitinnigkeit, sollen mit dem Leben des Menschheitbundes als ganzen Bundes, innig und schön verbunden werden. Und so soll auch der Menschheitbund wechselseitig mit allem Einzelnen der Menschheit vereint leben, und sich ihm gleichmässig gegenwärtig machen.
Um nun tiefer in die Organisation des Menschheitbundes zu dringen, richten wir nochmals den Blick auf das bestimmte Gebiet, welches ihn dem Gegenstande nach von allen andern einsamen und geselligen Bestrebungen unterscheidet. Wir fanden dass diess eigenthümliche Gebiet das Menschheitleben als Ganzes ist, wie es über seinen Gliedern und Theilen als Einheit waltet, wie es alles Einzelne in sich trägt, belebt und bildet, die Selbständigkeit jedes Einzelnen gründet und befestigt, und dessen organisches Wechselwirken mit allen anderen Theilen des Menschheitlebens einleitet und befördert, und so alles Einzelne nach dem Mass und Plane des Ganzen vollendet in sich aufnimmt. Zu diesem Zwecke ist der →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =265=
→ ganze Gliedbau und die ganze Werkthätigkeit des Menschheitbundes gebildet; dass diese eigenthümliche Bestimmung des Bundes erreicht werde, dahin müssen alle Bundglieder harmonisch zusammenwirken. Damit nun dies möglich sei, wird eine eigne Richtung, Stimmung und Ausbildung des ganzen Menschen, an Geist und Gemüth, gefordert, eine eigne Weihe seines ganzen Lebens, ein eigner Kunstsinn, eine eigne Kunstbildung und Kunstausübung. Allein die individuelle Beschränktheit jedes Einzelnen, die wir in unserer früheren Betrachtung als der Menschheit wesentlich erkannten, gestattet ihm blos, die selbsterzeugende Werkthätigkeit nur einem bestimmten Theile der menschlichen Bestimmung, und zwar auch diess nur in Gesellschaft Mehrerer, überwiegend zu weihen, alles übrige Menschliche aber in abnehmender Stärke von der Mitte seines Berufes an auszubilden, und sich in Ansehung dessen, was ausser seinem Berufe liegt, mehr dankbar aufnehmend zu verhalten, so dass ein jeder für seine eigne erzeugende Mitwirkung im einzelnen Berufe alles Andere von der erzeugenden Thätigkeit der ganzen Menschheit empfange. Wir erkannten daher, die Idee der Menschheit lasse sich selbst nur durch die gerechte und harmonische Austheilung aller ihrer einzelnen Lebenäusserungen unter alle ihre Personen im Innern ausbilden, und in der Zeitewigkeit vollständig darstellen; die Verschiedenheit der Stände, welche jedoch keine Verschiedenheit der Menschen im Rein- und Allgemein-Menschlichen ist oder begründet, sei daher in der Menschheit wesentlich bleibend, und erst im reifen Zustande des ganzen Menschheitlebens ebenmässig und vollkommen ausgebildet. Ob also gleich alle Menschen und gesellige Vereine mit gleichem Rechte, als völlig gleiche Wesen, wirkliche Mitglieder des Menschheitbundes sind, und an seiner ganzen Werkthätigkeit Antheil nehmen, so fordert doch auch dieser Bund, so wie jeder andere bis hieher betrachtete, für seine innere Gliedbildung, Verfassung und ganze innere und äussere Werkthätigkeit, als einen besondern Stand, solche Mitglieder, welche den für das Leben des Bunde wesentlichen Erkenntnissen, Kunstgeschicklichkeiten, so wie seiner ganzen Werkthätigkeit selbst, ihr Leben vorzüglich weihen, sei es nun ganz, oder nach Verhältniss ihrer Mitwirkung nur zum Theil, sei es auf Lebenzeit oder nur eine Zeit lang. Die Gesellschaft dieser Bundgeweiheten soll ein vollständiges Bild und Gleichniss der Menschheit selbst sein, mithin aus Männern, Weibern, aus Kindern Erwachsenen und Greisen, und Erwählten aus allen Ständen und menschlichen Gesellschaften bestehen. Ein Teil der Geweiheten sind in allem Menschlichen, also auch in Wissenschaft und Kunst, gleichförmig und harmonisch gebildet; Andere sind aus dem Stande der Wissenschaftforscher, Andere aus dem der Künstler, Einige aus den Bewohnern der Städte, andere aus denen der Dörfer. Einige widmen sich selbst dem Bunde, und weihen ihm ihr eignes persönliches Leben ohne das einer andern Person auszusprechen und bei dem Bunde vorzustellen; Andere dagegen gehören dem Bunde als Abgeordnete, welche ihm höhere Personen und gesellige Vereine unabgebrochen gegenwärtig machen und aus den vortrefllichsten Menschen desjenigen geselligen Ganzen gewählt sind, dessen Stelle sie bei dem →

=266= Das Urbild der Menschheit
→ Menschheitbunde vertreten, noch andere Bundgeweihete sind wechselseitige Abgeordnete des Bundes selbst, welche ihn allen anderen menschlichen Grundgesellschaften und werkthätigen Vereinen vergegenwärthigen, und so die innige, freie Lebeneinheit desselben mit allem einzelnen Menschlichen stiften und unterhalten. — Aber alle Bundgeweihete und Bundvermählte zusammen genommen sind mit allen übrigen Mitgliedern des Bundes, welche sich einen einzelnen Theil der menschlichen Bestimmung zum vorwaltenden Beruf erwählt haben, die ganze Bundgemeine; sie stehen derselben nicht wie ein Ganzes dem Ganzen entgegen, sondern sie sind mit ihr, als dem Ganzen eins als dessen einzelner Theil; sie sind auf gleiche Weise Glieder des Bundes, und gleich berechtigt so wie alle Übrige; sie haben vor diesen im Erstwesentlichen keinen Vorrang. Die ganze Gemeine ist über ihren Geweiheten, sie ist eher und höher als diese, so wie in Ansehung eines jeden anderen Mitgliedes. Der Gegensatz der Bundgeweiheten gegen die weit zahlreicheren übrigen Mitglieder reicht also nicht weiter, als dass für jene die Werkthätigkeit des Menschheitbundes der ihnen eigenthümliche, und überwiegende Lebenberuf ist, in dem Leben der übrigen Mitglieder aber irgend ein anderer Beruf vorwaltet. Die Bundgeweiheten verhalten sich daher auf dem Gebiete des Menschheitbundes, ihrer Bestimmung, oder ihrem Wesentlichen nach, selbsterzeugend und gebend, alle übrige Bundglieder dagegen, als solche, mehr auffassend und ausbildend, jedoch ohne die freie selbsterzeugende Mitwirkung eines jeden Bundgliedes auszuschliessen, welches, auch ohne sich die Sache des Bundes zum vorwaltenden Lebenberufe gemacht zu haben, dazu fähig ist; auch das dankbare Empfangen der Bundgeweiheten, wenn irgend Glieder aus der Gemeine etwas Echtmenschliches darbieten. Die Verfassung des Bundes ist daher so zu bestimmen, dass ein Jeder in dessen Gebiete geben könne, der zu geben, und Jeder empfange, der zu empfangen vermag: dass dem Bunde jedes Gute unverlierbar sei und Frucht bringe. Die Anzahl der Erwählten, oder vielmehr das Verhältniss ihrer Anzahl zu der übrigen Gemeine ist nicht willkührlich, sondern geht für eine ganze Erde, so wie für jeden untergeordneten Erdtheil, bis herab zu jeder Ortgemeinde, aus dem Gesetze der gleichmässigen Vertheilung aller Zweige der menschlichen Bestimmung unter alle Mitglieder der Grundgesellschaft hervor, welche ein Theil des Menschheitbundes dieser Erde ist, zuhöchst aber aus der Vertheilung derselben unter die ganze Menschheit der Erde, welche ihren Menschheitbund ganz in sich hält.
Im Anschaun der Bestimmung des Menschheitbundes ist uns nun auch seine Verfassung erkennbar. Jede Gesellschaft muss ihre Mitglieder in bestimmter Form verbinden, dass sie in Zeit und Ort und Vertheilung der Kraft zu dem gesellig zu erzeugenden Werke zusammenleben. Beide Formen, sowohl die der Verbindung der Glieder, als auch die der geselligen Werkthätigkeit selbst, zusammen genommen, machen die Eine Verfassung der Gesellschaft aus. Die Verfassung einer jeden Gesellschaft muss im Allgemeinen den Gesetzen der Sittlichkeit, des →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =267=
→ Rechtes, der Innigkeit und des Wechsellebens, der Schönheit, so wie auch den Gesetzen der stetig fortschreitenden oder auch im Flusse des Lebens sich umgestaltenden Selbstbildung gemäss sein; allein im besonderen wird jede Verfassung erst dadurch die Verfassung gerade dieser Gesellschaft, dass die allgemeinen Bestimmungen nach jenen allgemeinen Weltgesetzen, welche allen Verfassungen gemeinsam sind, der eigenthümlichen Idee gerade dieser Gesellschaft und aller ihrer Verhältnisse zu allen sie lebendig berührenden Wesen und Gesellschaften gemäss weiter bestimmt werden, so dass sie sowohl der Idee der in diese Gesellschaft vereinten Personen, als auch der Idee des von ihnen gesellig zu erzeugenden Werkes vollendet genügen. Die eigenthümliche Verfassung des Menschheitbundes muss mithin, dessen Bestimmung zufolge, wirklich alle Menschen, rein und ganz als Menschen, und als völlig gleiche Menschen, wahrhaft in Eine Person vereinigen, dass sie mit allen ihren ungetheilten, freien Kräften zu Einem Ganzleben der Menschheit zusammen wirken, an allen Orten und zu allen Zeiten, in ebenmässiger und kreisgangiger Vertheilung auf der ganzen Erde.
Soll nun die Verfassung irgend einer Gesellschaft ihrem Wesentlichen nach hergestellt werden, so müssen sich zuförderst die Bundglieder zur Verwirklichung einer und derselben Idee frei vereinigen. Diess kann nur geschehen, wenn sie über die gesellig darzustellende Idee selbst einverstanden sind, wenn sie diese Idee zu einem Ideale ausbilden, und diess Ideal nach Einem dem Lebenzustande der Menschheit gemässen Plane, auszuführen unternehmen. Dann sind sie über Wesen, Bestimmung und Umfang ihres höheren geselligen Lebens einig, dann bildet sich Ein gemeinsamer Wille des ganzen Bundes aus, welcher seines Erfolges gewiss ist, da er sich auf das ewige Wesen und auf die geschichtliche Lage der Menschheit selbst gründet. Dieser allgemeine, wahrhaft gesellschaftliche Wille soll dann überall und immer in gesundem und schönem Verhältnisse der Kräfte und der Werke ausgeführt werden, dass sich die Werkthätigkeit des ganzen Bundes, gleichwie ein freies Kunstwerk Eines einzelnen Menschen, entfalte, ohne dass doch dabei die Ureigne des Wollens und des Mitwirkens der einzelnen Bundglieder charakterlos verwischt oder ausgetilgt würde. Durch diesen allgemeinen Willen soll zuförderst das ganze gesellige Leben jedes Bundes unter alle Mitglieder in Zeit, Ort und Kraft, in gerechtem und schönem Ebenmass und in naturgemässen Zeitkreisen vertheilt werden, und hieran schliessen sich dann noch die Verwaltung der Bundmittel und die Anordnung aller äusseren Verhältnisse jedes Bundes zu allen andern geselligen Vereinen und menschlichen Dingen an. Alles Diess ist also auch für das Gedeihen des Menschheitbundes wesentlich, und verdient nun auf denselben angewandt und nach seiner Idee weiter bestimmt zu werden.
Die Formen der Vereinigung des Menschheitbundes so wie auch der Vertheilung und Einrichtung seiner ganzen Werkthätigkeit, sind Freiheit, Offenheit, →

=268= Das Urbild der Menschheit
→ Gerechtigkeit und allgemeine Menschenliebe. Frei ist das Band und die Werkthätigkeit der Bundglieder, sofern ein Jeder als ganzer Mensch in klarem Anschaun der ewigen Ideen, der nach ihnen gebildeten Ideale, und des wirklichen Lebens, seinen Willen, aus reiner Liebe zum Guten, so bestimmt, wie es das individuelle Kunstwerk seines eignen und das eines jeden äusseren Lebens, womit er zusammenwirkt, nach den Forderungen der Gerechtigkeit, der Liebe und der Schönheit verlangt. Nun ist das Werk des Menschheitbundes, das ist das Menschheitleben selbst als ganzes Leben, das höchste und erste von allen; daher ist der allgemeine Wille seiner Glieder rein aus dem Urtriebe, und der Idee des Menschheitlebens selbst gemäss entsprungen, und in sofern er diess ist, auch von jedem andern geselligen Vereine anzuerkennen. Er ist eben desshalb, auf seinem Gebiete nach innen und aussen frei, von der Willkühr seiner Mitglieder und jedes andern geselligen Vereines unabhängig, so lange er seiner Idee treu und gerecht ist, und sich jedes gewaltsamen Eingriffes in das selbständige Leben seiner Mitglieder und aller andern Institute und Personen der Menschheit gewissenhaft enthält.
Der Menschheitbund umfasst das Menschheitleben als Ganzes, alle Menschen, als ganze Menschen, alle menschlichen Kräfte und Werke, sofern sie im Ganzen sind, und mit dem Ganzen wechselwirken. Desshalb ist mit der Freiheit des Bundes Offenheit, volle Offenheit im strengsten Verstande, ohne alle Ausnahme, wesentlich verbunden. Denn im vollendeten Leben ist das Ganze mit seinen Theilen innig vereint, es durchdringt alles sein Inneres lebendig, ist in sich selbst allgegenwärtig, offen. Nur hierin offenbart sich sowohl das Ganze als auch alle Theile, in ihrer wahren und vollen Wesenheit. Soll mithin das Leben der Menschheit gelingen, so muss alles Rein- und Allgemein-Menschliche dem Geist und dem Gemüthe jedes einzelnen Menschen offen stehen, die Kräfte Aller müssen sich auf diesem Gebiete ohne Zurückhaltung offen vereinen. Erkenntniss der Menschheit und ihres Lebens, herzliche Theilnahme an allem Menschlichen, kann nicht früh genug im einzelnen Menschen, und in allen Menschengesellschaften geweckt werden, und wenn diese Erkenntniss gesetzmässig gebildet, das heisst, wenn und sofern sie selbst in Wahrheit wirklich da ist, dann kann sie nie schaden, sondern sie ist rein heilsam, sie bildet sich bis zur geschichtlich-urbildlichen Würdigung aller menschlichen Dinge aus, und wird so ein reiner Quell wahren Lebens. So weit sie reicht, ist Leben, wo sie nicht ist, ist Krankheit und gewaltsamer Tod.
— Vermöge dieser offnen Erkenntniss also ist der Menschheitbund wie ein höheres Auge, und indem er diese Erkenntniss mit seiner reinen offnen Liebe für alles Menschliche vereint, das Gewissen der Menschheit. Daher ist sein ganzes Leben offen, seine Stimme wird überall und von allen Menschen gehört, seine Kraft ist in allen Menschen unabgebrochen gegenwärtig. Er ist ferner das Leben der Menschheit als Einer höchsten Person auf Erden, welche alle einzelne →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =269=
→ Gesellschaften und einzelne Menschen, als untergeordnete Personen, in sich schliesst, und diese durch ihre Ganzkraft rein als Menschen, als harmonische Theile des Ganzen, bilden soll; daher muss er ihnen allen stets offen gegenwärtig sein, und unter den Augen aller Menschen wirken; sein Heiligthum steht Allen immer offen, alles sein Forschen, seine ganze Kunstübung, sein ganzes Denken und Thun in allen menschlichen Angelegenheiten, sieht und hört Jeder, der da will, Jeder nimmt daran den Theil, den eigne Kraft und reiner Wille ihm anweist. Wollte dagegen der Bund irgendein Theil seiner allgemeinmenschlichen Wirksamkeit vor irgend einzelnen Menschen, oder menschlichen Gesellschaften verhehlen, so handelte er gegen seine eigne Idee, und vernichtete seine eigne Wirksamkeit, er gliche einem stummen Gewissen, einer Sonne, die wärmen und leuchten soll, und sich selbst verhüllt. Ist er aber jener Offenheit getreu, dann erleuchtet er, erwärmt, durchdringt belebend alles, verbreitet Heil und Segen über die ganze Erde. Alles, was der Menschheit als Ganzem Wesentlich ist, was sie als Ganzes angeht, was innerhalb der reinen, ganzen, allgemeinen Menschennatur enthalten ist, oder auf sie sich bezieht, alles was den einzelnen Menschen und jeden geselligen Verein nur angeht, sofern sie überhaupt Menschen sind und am Menschheitleben Theil nehmen: alles Diess ist seiner Natur nach öffentlich, und kann ohne Unrecht, Lieblosigkeit und Vorderniss nicht verheimlicht werden. Alles dagegen, was im innern Leben des einzelnen Menschen, diesen, als Einzelnen, betrift, sofern er gerade dieser Mensch ist, der im Weltall und in der ganzen Zeitewigkeit nur einmal so ist und lebt; Alles ferner, was dem eigenthümlichen Leben irgend eines geselligen Vereines, als dieses Vereines wesentlich angehört, das soll, sofern es nicht mit äusserem Leben wesentlich individuell verbunden ist, keusch und schamhaft nach aussen verheimlichet, und nur um persönliche Liebe eröfnet werden, damit die Wesen ihr selbständiges Leben zu höherer Einheit innig vermählen. Die Lebengrenzen der Persönlichkeit kann selbst allgemeine Menschenliebe nicht äusserlich, nicht eigenmächtig, sondern nur durch freie Gegenliebe, lösen. Auf seinem eigenthümlichen Gebiete, sofern er in sich selbst wirkt, durchaus offen, erkennt der Menschheitbund zugleich die freie Selbständigkeit jedes einzelnen Menschen und jeder höheren Person der Menschheit, auf dem Gebiete ihrer Persönlichkeit an; mithin auch das Recht derselben, innerhalb dieses ihres persönlichen Gebietes, soweit diess nicht mit äusserem Leben wesentlich verflochten ist, geheim zu sein. Was aber von allen einzelnen menschlichen Dingen in welcher Sphäre, in wie weit, wie lange, und unter welchen Umständen es geheim gehalten werden dürfe und solle, diess muss selbst im Lichte der ganzen Menschheit und ihres Ganzlebens erkannt und bestimmt werden. Daher ist der Menschheitbund, welcher das Leben der Menschheit als ganzer Menschheit ausübt, berufen, der Gesetzgeber und Erhalter sowohl der persönlich selbständigen Heimlichkeit als der geselligen Offenheit aller inneren Personen und geselligen Vereine zu sein; und die Rechte des Geheimseins innerhalb jeder Sphäre selbständiger Persönlichkeit zu schützen. Heilig ist ihm das stille, geheime Leben jedes Einzelnen, der Familien und der →

=270= Das Urbild der Menschheit
→ Freundschaft; er selbst erzieht und bildet die Jugend zu keuscher Schamhaftigkeit im Leiblichen und Geistlichen, zu heiliger Ehrfurcht vor diesen innigsten Grundverhältnissen der Menschheit. Und da das gesellige Leben des Menschheitbundes, als das Ganzleben der Menschheit, umfassender und höher ist, als das Leben jedes Einzelnen, und jedes anderen einzelnen Vereines, so werden diese, wenn sie harmonisch mit dem ganzen Menschheitleben und in sich selbst vollendet werden wollen, Alles, was allgemeinmenschlich ist, Alles, womit sie in ihrem eigenthümlichen Leben das Allgemeinmenschliche an sich ausdrücken, Alles, womit sie persönlich einwirken in das Ganzleben der Menschheit, frei und offen vor den Augen der Menschheit im Menschheitbunde eröfnen, ohne dass sie von ihm hierzu durch irgend eine andere Gewalt, als die ewige des Wahren, Guten und Schönen, welche sie selbst von innen treibt, bewogen würden. Wie einzelne Menschen, und einzelne Vereine, auch die Heiligthümer ihrer Persönlichkeit, wo sie der Stimme der Weisheit und der Liebe bedürfen, dem Menschheitbunde eröfnen, und von ihm Kraft und neues Leben empfangen, diess auch nur anzudeuten, verhindert das Ebenmass unserer Betrachtung. Doch auch gegen jeden Einzelnen beobachtet der Bund, selbst auf dem vertrauten Gebiete der Persönlichkeit, jene lautere Offenheit, welche seinem ganzen Wirken wesentlich ist. Der Menschheitbund selbst stiftet liebevolle, freie und keusche Geselligkeit zwischen allen Einzelnen, und allen untergeordneten Personen und Vereinen der Menschheit, dass freie reine Liebe die Bande der Keuschheit löse, nicht Lustgier und Eigennutz frevelnd sie zerreisse.
Durch zutrauliche Offenheit in allen allgemein und reinmenschlichen Dingen, durch ruhige Darstellung des Wesentlichen in Wort und That, gewinnt und behauptet der Menschheitbund, ähnlich hierin Gott selbst, der Vernunft, der Natur, der Sonne und allen guten Kräften des Weltall, die höchste Gewalt auf Erden, das ist die Gewalt des Wahren, Guten und Schönen, die stärker ist als die Gewalt des Schmerzes, mächtiger als die Macht des geschleuderten Metalles; die gottähnliche Macht, der sich jede andere Macht, unterordnen, ihr dienen, und mit ihr sich vereinen muss. Durch schlaue Verstecktheit dagegen würde der Bund selbst die Menschheit schänden, seine eignen Kräfte lähmen; er würde dadurch sich selbst zwingen, zu den Waffen des Truges und der List, zu dem frevelnden Gebrauche von Hofnung und Furcht, zu der rohen Gewalt des entweiheten Menschenarmes, zu den Peinigungen des leiblichen Schmerzes sich zu erniedrigen, und die Menschheit, die er bilden soll, in ihrem Innersten zerrütten. Schlaue Verstecktheit ist der Triumph des Bösen, freie, lautere Offenheit im Allgemeinmenschlichen dagegen ist ein Ausfluss Gottes, ein Fels, woran zuletzt alles Unmenschliche scheitert.
Eben so wesentlich, als Offenheit, ist der Bundverfassung Gerechtigkeit. Diese ist, wie wir früher erkannten, eine allgemeine Urform des Alllebens in Gott, also auch des Ganzlebens der Menschheit. Sofern nun der Menschheitbund selbst ein →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =271=
→ organisches Ganzes ist, das sich als Ein Leben in seinem inneren Gliedbau entfaltet, sofern kommt ihm ein inneres Recht, als sein eigenthümliches inneres Gesellschaftrecht, zu, welches, auf die Bundglieder, und auf des Bundes ganze Werkthätigkeit vollständig angewandt wird. Sofern er aber allen anderen einzelnen Theilen der Menschheit, allen anderen Wesen, allen einzelnen Äusserungen des Einen Alllebens in Gott, und Gott selbst als dem Urwesen, als einzelnes, freies, selbständiges Ganzes entgegenstehet, um rein in sich selbst zu leben, und um dann auch mit ihnen allen Gemeinschaften und Wechselleben einzugehen: sofern gehört ihm und bezieht sich auf ihn ein organischer Kreis äusseren Rechtes, sowohl dessen, was er selbst anderen Wesen, als auch dessen, was andere Wesen ihm zu leisten haben. Das innere Gesellschaftrecht des Menschheitbundes nun ist das organische Ganze der Bestimmungen, welche jeder innere, organische Theil desselben, nach seinem eignen Wesentlichen, das ist, nach seiner eignen Idee, nach dem Wesentlichen seines Ganzen, dass jede Wechselvereinigung aller Theile, und in allen Theilen zusammen das Ganze, vollkommen seien, das ist, in der Zeit ihr ewig Wesentliches ausdrücken. Zuförderst soll daher das innere Leben jedes Theiles des Menschheitbundes harmonisch mit dem Rechte der Vernunft, der Natur und der Menschheit, rechtlich bestimmt werden: dann aber auch so, dass sich das innere, eigne, Leben desselben, innerhalb des ihm nach dem allgemeinen geselligen Willen angewiesenen Kreises, harmonisch zum Leben des Ganzen, und aller Nebentheile in diesem Ganzen, jedoch frei und ureigenthümlich, bewege. Da es nun im Menschheitbunde nur freier Hervorbringung des Guten gilt, und seine ganze Werkthätigkeit auf freie Einsicht und Liebe sich gründet, alles Wahre, Gute und Schöne aber zusammenstimmt: so eignen sich im reifen Zustande des Menschheitbundes alle Mitglieder desselben sein inneres Gesellschaftrecht frei und selbstthätig an, und folgen ihm ohne Zwang: ja selbst im werdenden Zustande ist es dem Menschheitbunde Gesetz, dass jeder Mensch sich dessen inneres Bundrecht blos durch Einsicht der Gründe zu dem seinigen mache: soweit aber seine Überzeugung von der des Bundes abweicht, das Recht habe, die Gründe seiner abweichenden Überzeugung offen allen Mitgliedern darzulegen, und wenn dennoch kein Zusammenstimmen erreichbar ist, sich in soweit von der Werkthätigkeit des Bundes zu entfernen, so wie auch während eben dieses Zustandes die Gemeine das Recht hat, jedes Mitglied, soweit das Gebiet der abweichenden Überzeugung reicht, nachdem zuvor die Gründe derselben in gesetzmässiger Form gehört, erwogen und verworfen worden, von ihrer geselligen Werkthätigkeit auszuschliessen. Der Menschheitbund, ähnlich dem Gewissen in jedem einzelnen Menschen, hat überhaupt, weder in seinem Werden, noch in seiner Reife, irgend eine andere Gewalt, zum Rechte zu zwingen, als dass er durch Vorlegung der Gründe, durch menschenwürdige, fortgesetzte Belehrung zu freier Einsicht und Anerkennung des Rechtes nöthige. Aber diess Recht verlangt er auch, auf seinem Gebiete, für sich selbst von allen seinen Theilen und Gliedern. — Das äussere Recht des Menschheitbundes fordert, dass er selbst jedes Glied und →

=272= Das Urbild der Menschheit
→ jeden geselligen Verein, jedes Einzelne der Menschheit, als selbständig und auf dessen Gebiete frei, anerkenne; dass eben so wechselseitig alles einzelne Menschliche auch ihn betrachte; und dass er und alles einzelne Menschliche wechselseitig alle Lebenverhältnisse eingehen, welche der harmonischen Vollendung des ganzen Menschheitlebens dazu wesentlich sind, um harmonisch wie Ein Wesen zur Vollkommenheit des Ganzen zusammen zu wirken. Die besonderen Kreise der äusseren Rechtbestimmungen des Menschheitbundes richten sich nach den Gesetzen, wonach sich die Glieder und geselligen Vereine der Menschheit unter- und nebengeordnet sind. Auch hierbei ist es von entscheidendem Gewichte, dass der Menschheitbund die höchste Geselligkeit aller Menschen für den höchstmöglichen allumfassenden geselligen Zweck, für das Menschheitleben selbst als Ganzleben ist. Von dem äusseren Rechte des Bundes werden wir noch weiter reden, wenn wir ihn in seinem geselligen Verhältnisse zu allem andern Menschlichen klar überschauen; überhaupt aber verbietet das Ebenmass dieser unserer Betrachtung, die innere und äussere Rechtverfassung desselben, nach den so eben aufgestellten Grundsätzen, in ihrem inneren Gliedbau zu entfalten.
Zu dieser Freiheit, Offenheit und Gerechtigkeit gesellt sich noch reinmenschliche Innigkeit und Liebe, welche mit allen Menschen und geselligen Vereinen ein harmonisches Ganzes höheren Lebens zu bilden strebt; eine Liebe, die alle Menschen auf Erden als völlig gleiche Geschwister derselben Familie in Gott anerkennt und behandelt, und in jeder möglichen äusseren Gestalt den Menschen, die Würde und Hoheit der menschlichen Natur achtet und ehrt. Die Liebe des Menschheitbundes umfasst, wie mit Einem treuen Herzen, jeden Menschen, hilft den Anliegen jedes Leidenden ab, stillt eines Jeden reinmenschliche Bedürfnisse noch ehe sie ihm selbst bekannt sind, noch ehe er bitten kann; ihr sind die Rechte des Säuglinges so heilig, als die des Erwachsnen, der sie sich selbst zu erkämpfen vermag. Diese reine Menschenliebe theilt sich vom Bunde aus jedem Bundgliede mit; sie ist der Äther, worin alle persönliche Liebe lebt und sich gestaltet; sie verbindet auch dann noch die Herzen, wenn persönliche Liebe erloschen ist. Die ganze innere und äussere Verfassung des Bundes ist auf sie gegründet, jedes Mitglied wirkt von ihr durchdrungen, frei und freudig, mit in dem ganzen Leben des Bundes, und gehorchet willig aus innerem Triebe dem Gesetze denn nur diese allgemeine Menschenliebe ist die schöne Gemüthstimmung, welche Menschen, als Menschen, zur Menschheit vereinigt.
Damit die ganze Werkthätigkeit des Bundes nach diesen Grundformen der Freiheit, Offenheit, Gerechtigkeit und Liebe gebildet werden, damit der Bund seine Verfassung erhalten könne, müssen die ihn ausmachenden Personen alle Theile der Bundthätigkeit, nach diesen ewigen Urformen, in der Idee urbildlich würdigen, sodann das eigenthümliche auf diesem Wohnorte des Himmels sich jetzt gestaltende Leben klar und vollständig auffassen; jenes allgemein Erkannte →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =273=
→ richtig auf das in Zeit und Ort Gegebene anwenden; hiernach den ganzen Lebenplan des Bundes jenen Urformen gemäss bestimmen; und diesem Plane treu handeln. So bilden sie eine allgemeine Bundgesetzgebung; ein diesem Gesetz gemässes Bundurtheil, und eine beiden gemässe Ausführung. Das Gesetz des Bundes ist, wie die Menschheit selbst, nur eines; allein es enthält in sich einen Gliedbau des Lebens. So wie die ganze Bundgliedschaft überhaupt wie Eine Person lebt, so giebt sie sich auch als Eine Person ihr Gesetz, und urtheilt und führt aus als solche. Da ferner diese drei Hauptverrichtungen nur dadurch möglich sind, dass sie von Einer höheren Thätigkeit nach Einer höheren Idee entwickelt, gemässigt, harmonisch vereint werden: so lebt auch die ganze Gesetzgebung, über ihrem Urtheil und ihrer Ausführung.
Doch auch die Verfassung ist ein geselliges Werk. Ursprünglich zwar hat der ganze Bund, das ist die ganze Mitgliedschaft desselben, als Eine Person, allein das Recht das Gesetz zu geben, danach Alles zu beurtheilen und auszuführen, und sich in dieser dreifachen Verrichtung selbst zu regieren. Gleichwohl erfordert auch Diess eine eigne Richtung des Geistes und des Gemüthes; auch die Verfassung kann daher in diesen ihren Grundverrichtungen nur gebildet und belebt werden als ein Kunstwerk einer eigens sich ihr widmenden, dazu von der Gemeine bevollmächtigten Gesellschaft. Diese die Verfassung besorgende Gesellschaft ist ein Theil der Erwählten des Bundes, sie hat ihre Gewalt nur von der Gemeine; ihre gesammte Thätigkeit, alle ihre einzelnen Verfügungen erhalten nur Rechtkraft dadurch, dass ihr die Gemeine das Recht, die Verfassung zu geben, frei überträgt; und eben daher bleibt sie auch der Gemeine selbst verantwortlich. Auch diese der Verfassung gewidmete Gesellschaft muss nach dem Wesentlichen ihres Werkes, das ist, nach dem Urbilde der Bundverfassung, und nach der Idee des ganzen Bundes selbst, organisirt werden: auch sie muss eine gesellschaftliche Verfassung haben. Und da ursprünglich das Recht, die Bundverfassung zu geben, bei der Gemeine ist, so ist auch die Verfassung dieser die ganze Bundverfassung besorgenden Theilgesellschaft ursprünglich von der Gemeine zu bestimmen. Eben desshalb aber muss die Verfassung der die ganze Bundverfassung besorgenden Gesellschaft so bestimmt werden, dass auch sie durchaus offen, jedem Bundgliede zugängig sei, dass jedes Bundglied frei über sie, und über die ganze Werkthätigkeit der die Verfassung Besorgenden, also über Gesetzgebung, Beurtheilung und Ausführung, urtheilen, die Gründe seines Urtheiles entwickeln, und von dem ganzen Bunde hierüber gehört werden könne.
Nachdem wir die inneren Bedingungen des Lebens des Menschheitbundes erkannt haben, vermögen wir auch den Umkreis der äusseren Lebenbedingungen desselben zu überschauen. Die äusseren Bedingungen aber jedes Lebens werden dem lebenden Wesen von anderen Wesen hergestellt, theils nach der Idee des Rechtes, theils nach der Idee des freien Wechsellebens, theils nach beiden zugleich. Das Recht umfasst Alles, was von allen Wesen gefordert wird, dass sie →

=274= Das Urbild der Menschheit
→ alle als selbständige und freie Wesen zusammen bestehen; also Alles, was jedes Wesen jedem leisten muss nach der Idee des selbständigen Lebens dessen, dem es geleistet wird. Zuförderst also ist zu erkennen, was dem Menschheitbunde, als sein äusseres Recht, vom ganzen Leben der Menschheit, sofern es aus einem Gliedbau innerer Theile besteht, geleistet werden soll, damit er sich in sich selbst, und im freien Wechselvereine mit allem Menschlichen blühend vollende. Der allgemeine Rechtgrund ist die ewige Wesentlichkeit des Bundes an sich selbst im Menschheitleben und zuhöchst in Gott: der Grund aber jeder einzelnen Rechtforderung desselben ist, dass gerade diess zu jener Vollendung erfordert wird. Doch findet, wie für alle einzelne Sphären des Einen Rechtes, also auch für das Recht des Menschheitbundes, im allgemeinen sowohl, als in Ansehung jedes einzelnen seiner Rechte, das beschränkte Gesetz statt: dass das Geforderte geleistet werden solle, so und in so weit, als damit die gleichförmige Befriedigung aller anderen Theile des Einen Rechtes verbunden ist, als es der Organismus des Einen Rechtlebens in Gott gestattet. Da ferner jedes Rechtverhältniss wechselseitig ist, so soll auch der Bund dem Menschheitleben selbst in allen seinen innern Theilen alles das leisten, was zu deren selbständiger und geselliger Vollendung als äussere Bedingung erforderlich ist, daher erkennt er auch den Rechtbund, so wie wir diesen an seiner Stelle urbildlich schilderten, auf dem Gebiete des Rechtes als höchstes selbständiges Ganzes an; der Rechtbund aber hat die Verbindlichkeit, dem Menschheitbunde sein ganze Recht, als Theil des Einen Rechtes, zu leisten. Der Menschheitbund, als das Ganzleben der Menschheit, erblickt den Staat, sofern dieser ein Werk der Menschheit ist, dennoch als inneren Theil des ganzen Menschheitlebens, und hat daher die Befugniss, dem Rechtbunde stets die Idee des Rechtes und seiner ganzen Bestimmung gegenwärtig zu erhalten, ohne jedoch irgend in das Leben des Staates hemmend, mit äusserer Gewalt, einzugreifen. Dagegen aber hat auch der Rechtbund das Recht darüber zu wachen, dass der Menschheitbund auch seinerseits in alles Hinsicht dem Rechte gemäss lebe, und allen Wesen ihr Recht erfülle. Mithin ist der Menschheitbund dem Rechtbunde auf dem Gebiete des Rechtes untergeben, und ihm zu Recht verantwortlich, sofern nämlich der Rechtbund selbst mit dem Rechte übereinstimmt, und das Gebiet der Rechtidee nicht überschreitet.
In dem Ganzen des dem Bunde zu leistenden Rechtes ist auch eine organische Sphäre äusserer Güter oder äusseren Eigenthumes enthalten, welche nach den vorhin ausgesprochenen Gesetzen gebildet werden muss. Diese Güter bestehn in dem Sachbesitze von Naturwesen und in dem freien Gebrauche derselben, vorzüglich aber in dem freien Gebrauche der leiblichen und geistlichen, dem Bundzwecke wesentlichen, Kräfte der Mitglieder, dass sie, in Zeit und Ort und Vertheilung der Kraft harmonisch zusammenstimmend, alles vollführen können, was zu dem Leben des Bundes rechtmässig gehört. So wie nun dem Einzelnen, der Familie, den Freunden und jedem geselligen Vereine Haus, Hof und Garten mit freiem Zugang, und ungestörtes selbständiges Leben auf diesem Gebiete wesentlich ist, so fordert auch der Menschheitbund ein völlig Ähnliches für sich, →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =275=
→ und zwar so, wie es seinem Leben und seiner Würde gemäss ist. Schon bei der Betrachtung der Grundgesellschaften trat uns das Urbild eines Bundheiligthumes für das Ganzleben der Menschheit, zugleich in seiner lebendigen Beziehung mit den Lebenheiligthümern aller ihrer anderen Personen vor Augen: und wenn es gleich nicht dieses Ortes ist, die Sphäre des Bundeigenthumes ausführlich zu zeichnen, so werden wir sie doch in ihren Haupttheilen dort erblicken, wo uns das ganze Leben des Bundes selbst in vollständiger Klarheit vorschweben wird.
In jener menschheitwürdigen Verfassung und in dieser Sphäre äusserer Güter bewegt sich nun frei, ebenmässig und schön die ganze Werkthätigkeit des Bundes; sie umfasst dessen ganze Bestimmung, alle Personen und Glieder, alle Gesellschaften und alle Bestrebungen der Menschheit mit Einer Liebe, mit Einem Fleisse; und so wie alles Leben stetig ist und unabgebrochen, also muss es auch das Leben, das ist die Werkthätigkeit, des Menschheitbundes sein. Auf den einzelnen Theilen derselben lassen wir jetzt den Blick verhältnissmässig verweilen, und dann zu dem Heiligthume wiederkehren worin sie sich ebenmässig entfaltet.
Allen menschlichen Dingen leuchtet Erkenntniss vor, also auch dem Ganzleben der Menschheit. Die Erkenntniss der Menschheit und ihres ganzen Lebens ist mithin der Bedingung nach die erste Angelegenheit des Bundes; und zwar wird sie sowohl um ihrer selbst willen gesucht, als ein selbständiger und selbstwürdiger Theil des Ganzlebens der Menschheit, und dann auch als Bedingung und Mittel der ganzen übrigen Werkthätigkeit und des Wohlgelingens aller einzelnen Personen und Werke der Menschheit. Diese dem Menschheitbunde wesentliche Erkenntnis kann zwar nur in dem Einen Ganzen der Wissenschaft welches der Wissenschaftbund zu bilden strebt, gewonnen werden; allein eben aus diesem Allgliedbaue der Wissenschaft soll für die Bestimmung des Menschheitbundes ein gleichsam perspectivisches, dennoch vollständiges und organisches Ganzes der Erkenntniss herausgebildet werden, welches alle Wahrheit in ihrer Beziehung auf das Ganzleben der Menschheit darstellt; diess Ganze enthält mithin Erkenntniss Gottes, der Vernunft und der Natur vom Standorte der Menschheit und in Beziehung auf das Leben derselben, und Erkenntniss der Menschheit selbst. Daher besteht ein Theil der Bundgeweiheten aus Wissenschaftforschern, welche zugleich dem Wissenschaftbunde angehören, und stetig alles Erkennbare auf das Menschheitleben, als auf ein harmonisches Ganzes, beziehen. Diese dem Bunde wesentliche Erkenntniss der Menschheit muss vollständig, und nach den Erkenntnissquellen vollendet sein. Zuerst soll sie das Wesentliche der Menschheit der Idee nach erschöpfen; sodann geschichtlich die wirkliche Menschheit erkennen, wie sie war und ist. Ferner soll diese Erkenntniss die Erde als Ein Lebenganzes, nicht nur als den Schauplatz, sondern als die Sphäre, worin diese Menschheit, im Zusammenwirken Gottes, der Vernunft und der Natur, als Glied der Allmenschheit, lebt, völlig darstellen. Endlich soll sie auch die wirkliche →

=276= Das Urbild der Menschheit
→ Menschheit nach ihrem Urbilde zeitewig würdigen, das ist, beurtheilen, ob sie war und ist, was sie an sich, und was sie zu dieser Zeit und in dieser Lage sein sollte und konnte; sie soll alle menschliche Dinge im Ganzen würdigen, im Ganzen der Idee und ihres wirklichen Lebens, damit bestimmt werde, wiefern sie vollkommen oder unvollkommen sind, und wie sie mit Weisheit gereinigt, verbessert, gestaltet, ergänzt und vollbereitet werden können. So soll die Bunderkenntniss in einen Lebenplan der Menschheit ausschlagen, welchen sodann der allgemeine Wille des Bundes auffasse, und die Lebenkunst der Menschheit ausführe. Dieser fruchtbringende Erkenntnissschatz kann nur durch gesellige Forschung gedeihen; die Bunderwählten sollen ihn also stetig durchdenken, erweitern, höher ausbilden, und so als ein immer vollkommeneres Buch der Menschheit aufbewahren. Nur die Bunderwählten können diess Wissen in echtem Lehrgange und in stetig geselligem Fleiss erzeugen; allein sein Inhalt ist dem ganzen Bunde, ist jedem Mitgliede desselben zu wissen wesentlich. Daher ist es eine wesentliche Verrichtung des Bundes, dass er das Buch der Menschheit allen Mitgliedern in seinem ganzen Inhalte auf alle Weise darstelle, und es in Anschauung und Erinnerung befestige, damit jedem Bundgliede das ganze Menschheitleben, vorzüglich aber dessen gegenwärtige Anliegen, Arbeiten und Hofnungen wahrhaft anschaulich werden, damit sein Einzelleben sich harmonisch an das Ganzleben der Menschheit und an alle innere Theile desselben anschliessen, und im Geiste des Ganzen zu diesem Ganzen mitwirken könne. Und da die Kräfte, die Bedürfnisse und die Geistbildung der verschiedenen Personen und Glieder der Menschheit, nach ihrem vorwaltenden Lebenberufe, verschieden sind, so ist es wesentlich, dass der ganze Inhalt des Buches der Menschheit nach dieser Verschiedenheit auf alle Weise anschaulich gemacht werde, dem Kinde, dem Erwachsenen und dem Greise, dem Manne und dem Weibe, dem Landbewohner und dem Städter, dem Wissenschaftforscher und dem Künstler, den Erwählten des Grundformbundes und des Gottbundes, Jedem auf eigne Weise, nach seinem eigenthümlichen Bedürfnisse; und zwar Diess sowohl in kurzen eindringlichen Sprüchen als in ausführlichen Abhandlungen, sowohl in fraglicher als gesprächlicher Form, als kunstreiche Rede, so wie als Gedicht; und zwar so, dass jede dieser Darstellweisen im Wesentlichen gleich, aber nach den Lebenaltern, den Geschlechtern, Gesellschaften und Ständen verschieden sei. Doch bei aller Erkenntniss ist Anschauung, und zwar allartige Anschauung, das Erstwesentliche; mithin nicht blos die Darstellung durch die Sprache des Tones und der Schrift, sondern bei raumlichen und zeitlichen Dingen ganz vorzüglich die sinnlich nachbildende. Daher sorgt der Menschheitbund für Darstellung des ganzen Menschheitlebens, soweit es auf der ganzen Erde sinnlich erscheint, in Gemälden und naturtreuen Abbildungen, in allartigen Werken der bildenden und zeichnenden, schönen, innigen und harmonischen Künste. Auch allegorische und gegenbildliche Darstellungen sind wesentlich; denn, ob diese gleich nur dann Werth haben, wenn die unbildliche, unmittelbare Erkenntniss schon im Menschen einheimisch geworden, so fesseln sie doch, durch Anschauung der Ähnlichkeit →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =277=
→ mit andern Dingen, das Erkannte im Geiste, und gewähren ihm, indem sie die Allharmonie der Dinge in Gott abspiegeln, eine heitere Erweckung. Alle diese bildlichen und gegenbildlichen Darstellungen sollen vorzüglich in den Bundheiligthümern in zweckmässiger Ordnung der ganzen Mitgliedschaft zu stetem Anblick aufgestellt werden; allein auch jede Gesellschaft, jede Familie, jeder Einzelne soll sich auf eigenschöne Weise mit ihnen umgeben.
So erkennt der Menschheitbund in steter Forschung, wie die Menschheit gelebt hat und lebt, wie sie jetzt leben, was sie thun und bilden soll. Ist diese Erkenntniss anschaulich, so erweckt sie von selbst den guten Willen, begeistet zu weisem Entschlusse, und stärket die Kraft, das Erkannte auszuführen. Doch diese Begeistung in klarem Bewusstsein erhöhn, und in geselliger, kunstschöner Äusserung derselben sie verbreiten und verstärken zu können, ist ein hoher Vorzug des Menschen. Es ist daher ein wesentlicher Theil der Thätigkeit des Menschheitbundes, die Begeistung für Menschlichkeit und Menschheit gesellig auszusprechen, im Erguss schöner Rede, in Musik, in den Werken der Dichtkunst, der Malerei, der Baukunst, der Gartenkunst, in freudiger, aber würdevoller, Feier des Tanzes und des geselligen Mahles, in einem weisen und schönen Ganzen echtmenschlicher Gebräuche und geweiheter Handlungen, welches Alles, nach Zeit und Ort und Kraft wohlgeordnet, die inneren Perioden des Geistes, die Zeiten der höchsten Perioden des Lebens der Erde, des Jahres, der Monate, und des Tages kreisgangig nachahmend, als Ein kunstschönes Ganzes periodisch, im ganzen Menschheitbunde der Erde und noch in jedem einzelnen Heiligthume desselben, eigenschön und würdig sich entfaltet. So blühet dem Bunde Ein freigeselliges, innigschönes Kunstleben auf, welches im Einklange mit den Perioden des Alllebens in Gott, soweit diese Menschheit sie aufzufassen vermag, und in Harmonie mit dem ganzen Wirken des Bundes selbst, zu Einem das ganze Menschheitleben umfassenden Feste wird, worin das ganze Gemüth der Menschheit in Freude und Trauer in ernster Arbeit und in freier Geselligkeit sich frei entfaltet, und sich selbst beschaut; auf dass die Begeistung für alles Menschliche geweckt, gestärkt, und zu geselliger Wirksamkeit überall gestimmt und vereint werde.
In dieser harmonischen Begeistung für das klar geschaute Menschheitleben, und für alles einzelne Menschliche, bildet sich nun der gesellige Wille des Bundes nach welchem sodann ebenmässige und harmonische Vertheilung der ganzen Werkthätigkeit unter die Mitglieder in weiser Hinsicht auf Zeiten, Orte und Kräfte sich entwickelt. Alle Entschliessungen sollen öffentlich in dem Bundheiligthume genommen, und die Arbeit in schöner Feier vertheilt werden. Mit diesem ehrwürdigen Geschäft sei zugleich ohne Unterlass der prüfende Blick auf die vollendete Werkthätigkeit, und auf das kunstreiche Anknüpfen der bevorstehenden an die vorige verbunden; so wie das Ablegen der Rechenschaft, welche jedes Glied, vorzüglich aber die Bundgeweiheten, stetig der ganzen Gemeine schuldig sind.

=278= Das Urbild der Menschheit
Wir erkannten, dass der Menschheitbund wie ein höheres Auge und Gewissen über allem einzelnen Menschlichen walte, auf dass das Menschheitleben sich als ein organisches, in seinem Innern gleichförmig vollendetes Ganzes auf Erden entfalte. Desshalb soll der Bund die Idee aller menschlichen Dinge, ihre Geschichte, und die Würdigung der Geschichte für Vergangenheit und Gegenwart, endlich auch den hierauf gegründeten Lebenplan der Zukunft periodisch, und auf alle Weise darstellen, und die Lebenführung alles einzelnen Menschlichen prüfend, rathend und helfend begleiten; er soll alles Einzelne, was die Gegenwart enthält, an die Ganzidee der Menschheit, an seine eigne in dieser als ihr Theil beschlossene Idee, und an die Ideen seiner Nebentheile prüfend halten, und so allem Einzelnen in der Menschheit, allen Lebenaltern, beiden Geschlechtern, allen Berufständen, und allen geselligen Vereinen ihre ganze Bestimmung zu freier, gemüthlicher Beschauung vorlegen. Denn alle Einwirkungen des Menschheitbundes sind nur freie Anlässe, sie stören nicht die selbständige Entwickelung des einzelnen Menschlichen aus eigener Kraft; er bildet klare Erkenntnisse und erweckt so mittelbar nur freien, auf klarer Einsicht begründeten, reinen Willen zum Guten; ähnlich hierin der organischen Ganzkraft des Leibes, welche alle Organe und Glieder desselben bildend, leitend und erhaltend durchdringt, ohne das freie, selbständige Leben und Bewegen desselben irgend zu hemmen und zu stören. — Soll ferner der Bund diesen hohen Beruf, als die Ganzkraft der Menschheit das Leben derselben als eine organische Einheit zu vollenden, erfüllen, so muss er sich mit allem einzelnen Menschlichen in allumfassende, gleichförmige und wechselseitige Lebeneinheit setzen, welche den Urformen der Tugend, Gerechtigkeit, des Wechsellebens und der Schönheit vollendet gemäss ist. Er muss allen menschlichen Gesellschaften durch seine Erwählten, und jede Gesellschaft ihm wechselseitig durch die ihrigen ohne Unterlass gegenwärtig sein, und diesem Theile seines Wirkens eine nach Zeit, Ort und Kraft wohlgeordnete Geselligkeit weihen, welche weiter zu beschreiben das Mass dieser Betrachtung überschreitet.
Doch ein wichtiger Theil der Werkthätigkeit des Bundes verdient noch erwähnt zu werden: die Bildung, welche er seinen Mitgliedern auf seinem Gebiet ertheilt. Er soll jene allgemein- und reinmenschliche Erziehung und Ausbildung besorgen, wodurch der Mensch wahrhaft und vollständig zum Menschen wird, wodurch er zu der ebenmässigen, harmonischen und wahrhaft organischen Vortreflichkeit seines ganzen Wesen gelangt, auf welche allein auch individuelle Vortreflichkeit, hohe ureigene Ausbildung des Einzelnen, und in einzelnen Theilen der Menschheitbestimmung gegründet werden kann, durch welche es endlich allein möglich wird, dass sich die Menschen innig zur Menschheit vereinen, und in die ganze Bestimmung derselben harmonisch vertheilt, sie als Ein Lebenganzes vollenden. Anschauung der Idee der Menschheit und des einzelnen Menschen, des Ewigwesentlichen in der eignen Person; Erweckung des reinsittlichen Urtriebes, →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =279=
→ das Ewigwesentliche im zeitlichen Leben ureigen in sich selbst und durch harmonische Mitwirkung in höheren Personen und in der ganzen Menschheit darzustellen: Begeistung für die reinmenschliche Lebenkunst, und stete Anleitung, Übung und weise Hülfleistung in derselben; — diess sind die Hauptgegenstände der Bildung, welche der Menschheitbund in seinen Gliedern zur Reife bringen soll. Schon der Anblick der begeisternden Kunstübung und der ganzen Werktäthigkeit des Bundes, welche schon Kindern offen steht, giebt dem aufblühenden Menschen freie Anlässe zu reinmenschlicher Selbstbildung, indem sie die Menschheit jedem Menschen, und jeden Menschen der Menschheit in Gedanken, Worten und Werken gegenwärtig macht. Allein soll dieser hohe Bildungzweck erreicht werden, so, muss der Bund dieser reinmenschlichen Erziehung und Ausbildung noch besonderen Kunstfleiss widmen. Bei jedem seiner Heilightümer sei eine selbständige, mit dem ganzen Leben des Bundes innig verbundene Erziehanstalt, in welcher er stets erneut aus sich selbst hervorgeht, in welcher sich die Menschheit selbst als ganze Menschheit stetig immer neu verjüngt. So wie der Menschheitbund, als die Ganzkraft der Menschheit, sich zu allen einzelnen menschlichen Dingen verhält, also verhält sich auch die allgemeinmenschliche Bildung, welche jede einzelne Person, und jeder einzelne gesellige Verein auf seinem Gebiet ertheilt. Der Bildungbund des Menschheitbundes ist mithin der oberste und allbelebende Theil des Einen ganzen Bildungbundes, dessen Gliedbau wir an seiner Stelle nach dem Ebenmass unserer Betrachtung geschildert haben. Mit allen einzelnen Theilen aber des ganzen Bildungbundes ist der reinmenschliche Bildungbund in organischem Lebenvereine.
Da endlich der Bund nach den einzelnen Grundgesellschaften, nach den Wohnplätzen, nach Dörfern, Städten, Stammgebieten, Volkländern und Erdtheilen, ein auf dem ganzem Erdrund wolhlvertheiltes und wohlverbundenes Gliedganzes bilden soll, so muss auch jede einzelne Familie, jede Ortgemeine, jede Gesellschaft einzelner Ortgemeinen, jeder Stamm, jedes Volk, jede Erdtheilmenschheit, bis herauf zu der Menschheit der ganzen Erde, in der beschriebenen Verfassung, nach demselben Vorbilde des ganzen Bundes belebt, und jede individuelle Werkthätigkeit muss nach dem Urbilde Eines Gliedlebens, mit jeder andern, und mit dem ganzen Bunde, zu innigem Wechselleben vereint sein; denn jeder einzelne Bundtheil soll sich in seinem ganzen Leben wie Glied und Organ Eines Leibes zum ganzen Bunde verhalten. Daher sollen alle Theilgemeinen ihre ganze Werkthätigkeit nach dem ihnen vom Ganzbunde mitgetheilten Lebenplane des Ganzen ordnen, sich wechselseitig, und alle dem ganzen Bunde, ihre Werkthätigkeit geschichtlich mittheilen, und sich sämmtlich zu freiem Besuch aller Mitglieder offen stehen; vor einander ohne alle Ausnahme kein Geheimniss haben, und allgesellig an gemeinsamen Werken vereint thätig sein. Gegenseitiges periodisches Besuchen, und stetige Gegenwart gegenseitiger Beisitzer, regelmässiges Berichtertheilen einzelner Theile des Bundes unter sich, →

=280= Das Urbild der Menschheit
→ und jedes Theiles mit dem Ganzen, und eine allgemeine Bundzeitung des Menschheitlebens, welche aus den besonderen Bundzeitungen der einzelnen Theile gebildet, und für alle Mitglieder bestimmt ist, alles Diess belebt und unterhält den freien, allgeselligen, inneren Umgang und Kraftverein des ganzen Menschheitbundes.
In diesen Haupttheilen nun besteht das ganze Leben des Bundes, welches sich wohlgeordnet, ebenmässig, harmonisch frei und schön auf Erden entfalten soll. Arbeit und Kunstleben sind nach Zeit, Ort, Kraft und nach den Personen so geordnet, dass Alles innig, friedlich, liebend und schön zusammenwirkt, und dass einem Auge, welches das Ganze überschauete, alle Menschen als Ein ganzer, harmonischer Mensch erscheinen würden. Diess Leben des Bundes umfasst Personen und Gesellschaften der Menschheit, es muss daher im häuslichen Leben jedes einzelnen Menschen, jeder einzelnen Familie, jeder Freundschaft, in den Versammlungorten jeder werkthätigen und selbstwerkthätigen Gesellschaft seine geweihete Stätte haben: aber eben desshalb soll auch in jedes Wohnortes Kraftmitte, in jedem Dorfe, in jeder Stadt, in der Hauptstadt jedes Volkes, jedes Volkvereines, jedes Erdtheiles und der ganzen Erde, ein dem Leben des Menschheitbundes ausschliessend geweiheter Ort, wo sich die Menschen rein als Menschen zum Ganzleben als Eine Menschheit versammeln, zum Heiligthume der Menschheit auserwählet werden. Er umfasse ein in der Mitte des ganzen Anbaues sich würdevoll erhebendes Haus, mit weitem, freien Vorhof, umgeben von schönem, die Würde der Natur und der Menschheit verkündenden Garten, mit gleichförmigen, wohlgeordneten, freien Zugängen von allen Seiten. Diese Heiligthümer seien nach der Grösse der Gemeinen, nach ihrem ländlichen oder stadtlichen, nach ihrem ortlichen, stammlichen, volklichen Charakter eingerichtet: und obwohl alle nach Einem Muster im Wesentlichen gebildet sind, dennoch mit aller Verschiedenheit der individuellen Bestimmungen, und des Massstabes der Grösse; auf dass sich die Liebe und der Kunstsinn der Menschen auch hierin frei und ureigenthümlich offenbare. Das Grundwesentliche eines Heiligthumes des Menschheitbundes ist so einfach, dass er selbst unter freiem Himmel, ohne alle weitere Anstalt, blos durch die Stellung der Gemeine seinem Erstwesentlichen nach ausgedrückt werden kann, also selbst bei dem ersten Entstehen des Menschheitbundes, in den beschränktesten Verhältnissen erreichbar ist, und dass dennoch dasselbe Muster in der höchsten Pracht und Schönheit desjenigen Bundheiligthumes wieder erkannt wird, welches das Leben des reifen Bundes der ganzen Erde in sich aufnimmt. So wie endlich das ganze Leben des Bundes lauter und offen, so stehe auch jedes seiner Heiligthümer seiner ganzen Gemeine offen bei Tag und Nacht, und Nichts in ihm sei und geschehe geheim, ausser das, was auf jedes Menschen Einzelleben, als solches sich bezieht. Jeder besuche das Heiligthum seines Ortes frei nach dem Drange seines Geistes und Herzens, zu freiwilliger Beschauung. Doch auch in kreisgangig wiederkehrender freier Geselligkeit vereinen sich in ihm alle Bundglieder zu wohlgeordneter →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =281=
→ Werkthätigkeit; in ihm seien unausgesetzt die Bundgeweiheten zu geselliger Arbeit, Allen zugängig, versammelt. Ich rede aber hier von der vollendeten Menschheit wie sie ist und lebt, wann sie herangewachsen, zu jener vollständigen Reife, und gleichförmigen Entfaltung aller ihrer Glieder und Kräfte gelangt ist, welche den Hochpunkt ihres Lebens verherrlicht. So wie jedes organische Wesen eine nach seiner Lebenfülle abgemessne Zeit zur Reife verlangt, so erfordert die Menschheit als das gottinnigste, lebenreichste Wesen auf Erden die längste. Auch ist ihr fortschreitendes Wachsthum nicht allein ihr eignes Werk, sondern zugleich das Werk der liebenden bildenden Einflüsse Gottes, der Vernunft, der Natur, und höherer Ganzen der Menschheit im Weltall. Nur dann erst, wann die Menschheit der Erde ihr Leben vollständig entfaltet hat, ist es mit ihrer Weltbeschränkung in befriedigten Einklang gesetzt, und wann sie mit Gott, Vernunft, Natur und höheren Ganzen der Menschheit allweseninnig vereint ist, dann kann auch der Menschheitbund dem Urbilde seiner Reife, das wir hier geschildert, gemäss erblühen. Dann stellt sich auch, in sich selbst wahrhaft Eins und vollendet, die Menschheit Gott, der Vernunft, der Natur und höheren Ganzen der Menschheit immer schöner dar und würdiger ihrer höheren Liebe und immer innigerer Lebenvereinigung mit ihnen. Wie jedoch der Menshheitbund gleich bei seinem ersten Entstehn auf eine seines Urbildes würdige Weise eingerichtet, und nach welchen Gesetzen er seiner höheren Vollendung stufenweis entgegengeführt werden könne, diess fordert eine eigne Betrachtung. Hier können wir nur die Bürgschaft seines Entstehens in dem Leben der einzelnen Menschen und ihrer Vereine aufzeigen.
Da jeder einzelne Mensch das ganze Allgemeinwesentliche der Menschheit auf eigne Weise in sich trägt, so kann er sich auch selbständig zur Menschheit erheben, selbständig im Geiste der Menschheit sich selbst vollenden, und auf alle Menschen, ja auf alle Wesen, welche sein Leben berühren, einwirken, und in Geist und Gemüth die Menschheit der Erde und des Weltall liebend umfassen. Auf solche Weise ist jeder Mensch der zum Bewusstsein seines eignen Wesentlichen gelangt, ein lebendiger Keim des Menschheitbundes. Er vermag es, das Urbild desselben sich auszuzeichnen, und, wie auch immer seine Umgebungen seien, frei nach den Lehren und Gesetzen desselben zu leben. Dasselbe gilt von den Familien, sofern sie ein geselliges Ganzes bilden; in ihrem Innern keimen die ersten geselligen Anfänge auch dieses Bundes, so wie aller übrigen menschlichen Dinge. Eben so ist die vorhin geschilderte reinmenschliche Werkthätigkeit des Menschheitbundes ein freies Gebiet ureigenthümlicher Wirksamkeit für jede Freundschaft. Hierdurch nun ist das Entstehn des Menschheitbundes auf jedem Himmelwohnorte vorbereitet und gesichert. Erst von da aus ist geselliges Zusammenwirken einer ganzen Ortschaft als eines Theiles des den ganzen Himmelwohnort umfassenden Bundes, unter dem Charakter freier reinmenschlicher Geselligkeit möglich, dass sie sich dann über ganze Stämme, Völker, Erdtheilmenschheiten, endlich aber über den ganzen →

=282= Das Urbild der Menschheit
→ Himmelwohnort verbreite. Ist aber auch auf einen Himmelkörper ein ihn ganz umfassender Menschheitbund noch nicht gegründet, so können doch jeder Einzelne, jede Familie, jede Ortgemeine, und jede höhere Grundgesellschaft sich zum Anschaun des Vorbildes des allumfassenden Bundes erheben, und den Vorsatz fassen, an ihrer Stelle, nach dem Mass ihrer Kräfte, mitzuwirken, dass er einst wirklich werde, und so zu leben, wie dieser Bund, wäre er wirklich, ihnen zu leben vorschreiben würde.
Alles Lebendige derselben Art, ist, ob es gleich im Wesentlichen übereinstimmet, unendlicher ureigner Gestaltung fähig; so auch der Menschheitbund. Schon das allgemeinmenschliche Leben jedes einzelnen Menschen bildet sich, gemäss seinem ihm eigenthümlichen persönlichen Ideale, ureigenthümlich; noch mehr die ähnliche Werkthätigkeit jeder Familie, jeder Freundschaft. In jeder Ortgemeine, in jedem Stamm, und in jeder höheren Grundgesellschaft, gewinnt der Menschheitbund, so wie an Umfang, an Reichthum der Kräfte und Werke, also an Ureigenthümlichkeit. Der Menschheitbund jedes Volkes sei daher, im Wesentlichen mit dem jedes anderen Volkes übereinstimmend, zugleich ein treuer Spiegel der Ureigenthümlichkeit dieses Volkes, seines Geistes und Charakters, so wie des Naturlebens, das es umgiebt; und der Höherbund ganzer Völkervereine, bis herauf zum Menschheitbunde des ganzen Himmelkörpers nehme alle diese einzelnen Bunde frei als seine organischen Theile mit ihrer ganzen Ureigenthümlichkeit in sich auf, dass er selbst in seinem ganzen Leben diese ganze Menschheit eigenthümlich verherrliche. Dieselben Grenzen der Umfassung, welche die Grundpersonen der Menschheit einschliessen, bestimmen auch den Menschheitbund. Doch als wir die Grundgesellschaften betrachteten, ahneten wir über der Menschheit einer Erde gesellige Lebenvereine der Menschheiten mehrerer Erden, ja ganzer Sonnbaue, und höheren Sonnenganzen, bis hinauf zu der Einen Menschheit des Weltall. In dieser Ahnung erblicken wir hier auch den Menschheitbund als Ein ewiges geselliges Werk der Allmenschheit; wir erkennen, dass er im Weltganzen, durch Gottes Mitwirkung, sich selbst ewig gleich, und in jedem Momente wie die Allmenschheit selbst ureigenthümlich vollendet ist. Die Natur bildet und erhält unsere Erde und ihre Schwestererden, als organische Theile dieses Sonnbaues, in Zahl und Eigenthümlichkeit, und in ihrem ganzen Leben wesentlich verbunden, eine ähnliche Lebeneinheit in einem ähnlichen Gliedbaue verbindet, wie wir ahnen, auch die einzelnen Gesellschaften des Reiches der Geister, welche diesem Sonnganzen im inneren Gliedbau der Vernunft entsprechen, und mit der Natur, als Menschen, durch Gott vereint, in diesem Sonnbau die Natur zu erkennen, zu lieben, und kunstreich zu verherrlichen bestimmt sind. Wie aber auch Diess einem Jeden erscheine, unabhängig hiervon gebietet ihm die Stimme Gottes, der Vernunft, der Natur und der Menschheit in seiner Brust, dass er an seiner Stelle im Geiste der Menschheit leben, und so weit der Kreis seiner Wirksamkeit reicht, alle Menschen, wie Einen Menschen, in →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =283=
→ reiner Liebe werkthätig umfasse, und sich mit ihnen zu reinmenschlicher Wirksamkeit in so weitem Kreise vereine, als ihm durch Gott verliehn ist.
Die Idee der Menschheit als Eines organischen Ganzen ist es, welche die Menschen jetzt auch auf dieser Erde anerkennen und in höherem Sinnne wirklich zu machen streben sollen. Diess bekannten wir schon früher, als wir unsere Betrachtung eröfneten; und auf diese geschichtliche Wahrheit gründet sich auch der Beruf, diese ewige Idee, so weit wir sie überschauen, der Mitmenschheit darzustellen. In der Idee der Menschheit aber wird, als oberster Haupttheil alles einsamen und geselligen Strebens der Menschen, reines Leben im Geiste der Menschheit erkannt, und die Idee des Menschheitbundes gefunden, ohne welchen die ganze Idee der Menschheit nie und nirgend wirklich werden kann. Und hierauf ruhet die Hofnung, auch diese Darstellung werde nicht vergeblich sein; die edelsten Menschen der Nunzeit und der Zukunft werden die Idee des Menschheitbundes mit klarer Einsicht auffassen, und mit reiner Liebe und Güte in ihrem eigenen Leben, und gesellig, auszuführen streben: so werde sich der Menschheitbund zuerst im Heiligthume reiner Herzen gründen, dann zu Familien und Freundschaften sich erheben, und von da ganze Ortschaften, Völker und Erdtheile umfassen, nach Jahrtausenden aber die Menschheit als Eine Familie Gottes in Friede und Liebe, in Freude und Schönheit, gottwohlgefällig vollenden.
Aus dem Tempel der Tugend, der Gerechtigkeit, der Liebe und der Schönheit gelangten wir zu dem Baue der menschlichen Geselligkeit; geleitet von der Uridee Gottes und der Menschheit haben wir ihn nun in allen seinen Gängen durchwandert, und in allen seinen Theilen beschaut. Die Betrachtung jedes seiner untergeordneten Theile führte uns zurück auf die Einheit der Menschheit und aller Dinge in Gott, in welcher wir unsere ganze Betrachtung begonnen und ausgebildet haben, und schon früher die allgemeine Aufforderung vernahmen, dass auch die Menschen dieser Erde bestimmt seien, sich in Eine Menschheit zu versammeln. Zwar konnten wir hier nicht alle Vereinglieder der menschlichen Geselligkeit, noch alle Wechselverhältnisse derselben, darstellen; da wir uns auf die einzelnen Theile und ihre zweigliedigen Verbindungen beschränkten, alle vielgliedigen aber welche in der Lebenreife der Menschheit allesammt zugleich wirklich sind, unberührt liessen: doch haben wir die Haupttheile und deren Verbindungen vollständig und ebenmässig erkannt; und was noch fehlt, ist nur weitere Ausführung und innere Gestaltung des hier Ausgesprochenen, worin sich dieser wundervoll schöne Gliedbau dem tiefer Betrachtenden immer inniger eröfnet. Nachdem wir nun die Geselligkeit der Menschheit in ihrem ganzen Innern erkannt hatten, betrachteten wir auch das höchste Glied derselben, den Menschheitbund, welcher ihre ewige Einheit in den zu Einer Person vereinten Menschen darstellt. Ob nun gleich dieser Bund das Ganzleben der Menschheit, als solches, ist, so steht er doch eben desshalb selbst als Einzelnes allem inneren Einzelnen der Menschheit entgegen, als die sich in ihren einzelnen Menschen ihres Ganzlebens bewusste, →

=284= Das Urbild der Menschheit
→ und als Ganzleben auf alles ihr inneres Einzelne wirkende Menschheit. Das Menschheitleben selbst aber befasst ihr Leben, worin sie als ganze lebt, sodann jedes ihr inneres Theilleben als solches, endlich auch die Harmonie ihres Ganzlebens im Menschheitbunde mit jedem ihren inneren Theilleben. Jetzt nun, da alle innere Theile in ihrem Wesentlichen und in ihren Wechselverhältnissen uns vor Augen stehn, ist es vergönnt, das Leben der Menschheit als Ein Ganzes in seinem ganzen inneren Gliedleben schauend, alles Einzelne, was wir schon erkannten, in diese höchste Einheit zusammenzufassen, worin die Menschheit als das vollständigste Ebenbild Gottes erscheint, welches aller Wesen Harmonien in sich hält, und als Ein höchstes Ganzes dem Einen Gottleben, dem Einen Reiche Gottes, unmittelbar untergeordnet ist. Zu diesem Anschaun ist alles Vorige Vorbereitung; und was in jedem Einzelnen sich bewährte, das verdient nun in einer höheren Betrachtung in seinem höchsten Ganzen zusammengefasst und allgemein ausgesprochen zu werden.
Wir wollten das Urbild der Menschheit, im Anschaun ihrer ewigen, urwesentlichen Einheit, nach allen ihren inneren Theilen schildern: mit der Erkenntniss des Menschheitbundes ist daher diese unsere Betrachtung vollendet. Die Menschheit aber als Ein Ganzes im Sein und Leben anzuschauen, ist nun die nächste und auf diesem Gebiete die höchste Aufgabe, zu deren künftigen Lösung wir den Leser freundlich einladen. Um nun zu dieser höheren Anschauung vorzubereiten, und die Grundlage in voraus erkennen zu lassen, worauf wir jene höhere Betrachtung gründen werden, wollen wir die gegenwärtige damit schliessen, dass wir sie an jene höhere anknüpfen, indem wir an die Grundgesetze erinnern, nach welchen der Gliedbau der Menschheit geordnet ist, und zugleich nach eben diesen Grundgesetzen den Gliedbau der Menschheitlehre im Grundrisse vorzeichnen, deren Theil sowohl Das ist, was wir bis hieher erkannten, als auch jenes Höhere, dessen Darstellung wir vorhaben. Doch damit wir in diesem Hochgebiete der Wissenschaft mit ruhiger Klarheit schauen mögen, wollen wir Geist und Gemüth vorbereiten durch einen ahnenden Hinblick auf die Urgesetze alles Seins und Lebens in Gott, so weit sie menschlichen Augen erkennbar sind.
Denn die Gesetze, nach denen die Allmenschheit im Weltall, und in bestimmter endlicher Sphäre die Menschheit jedes Himmelwohnortes ist und lebt, sind die Gesetze des Einen Seins und Alllebens Gottes selbst, nur weiter bestimmt und beschränkt nach dem Eigenwesentlichen der Menschheit überhaupt und jeder ihrer beschränkten Lebensphären insbesondere: Eine wissenschaftliche allgemeine Lebenlehre der Menschheit setzt also wissenschaftliche Anschauung der ewigen Lebengesetze Gottes voraus, und kann nur als innerer, einzelner Theil derselben gebildet werden. Die allgemeine Lehre von den Urgesetzen des Alllebens in Gott ist Theil der Urwissenschaft, als der Wissenschaft von Gott: diese also ist, als Grundlage, der Wissenschaft von der Menschheit, der Menschheitlehre, →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =285=
→ wesentlich. Hier, wo nicht der Allgliedbau der Wissenschaft selbst dargebildet werden sollte, begnügten wir uns, mit einem Aufblicke zu Gott unsre Betrachtung zu eröfnen, und auf die ewigen Grundwahrheiten alles Seins und Lebens in ihm ahnend hinzudeuten; und auch hier noch, wo unser Blick sich schon erweitert und gestärkt hat, können wir, unserer früheren Anschauungen Gottes weiter ausbildend, die ewigen Grundformen des Seins und Lebens aller Dinge nur im Allgemeinen betrachten, sofern es nothwendig ist, um sie auf den Gliedbau der Menschheit anzuwenden, damit wir ihn in Wesen und Form, als ganzen und in seinen Theilen in gleicher Klarheit erkennen mögen.
Die reine Anschauung des Wesentlichen, das ist der Wesentlichkeit, sowohl ursprünglich Gottes, als jedes endlichen Wesens, vor und über Zeit und Raum und jedem inneren Gegensatz, ist die wesentliche, die einfachste und erste aller Anschauungen, als deren Urgehalt. Das Wesentliche aber kann ohne die Anschauung der Gleichartigkeit und Ganzheit nicht geschaut werden, allein die reine ewige Wesentlichkeit schwebt dem Geiste bei jeder Erkenntniss wenigstens dämmernd vor, auch dann, wann er sie zu bekämpfen und zu läugnen vorgiebt. Da das Wesentliche in Gott, und ihm ähnlich in jedem Wesen, in sich weiter bestimmt ist, und hierdurch mehrere einzelne Sphären des Wesentlichen befasst, so kann es im Gegensatz des inneren einzelnen Wesentlichen das ganze Wesentliche, das Urwesentliche oder Erstwesentliche, und im Gegensatze gegen das Wesentliche des Zeitlebens das Ewigwesentliche genannt werden. Soll mithin irgend ein Wesen erkannt werden, so ist es zuerst in seinem einfachen, ewigen Urwesentlichen zu erkennen; und wenn ein endliches Wesen erkannt werden soll, so ist das Urwesentliche desselben ebenfalls ein endliches, als ein weiter begrenztes Theilwesentliches im Urwesentlichen Gottes, und zugleich das Eigenurwesentliche, wonach das zu erkennende endliche Wesen als ein Urganzes und als ein sich selbst Gleiches in seiner Art besteht.
In der Erkenntniss der Urwesentlichkeit, Ganzheit und Selbstgleichheit jedes Wesens wird dann, durch neue Handlung des Geistes, die Anschauung der inneren ihm wesentlichen Theile, des Eigenwesentlichen eines jeden derselben, und ihrer Verhältnisse unter sich und zum Ganzen gebildet. Die Theile erscheinen als das innere Viele, als die innere Ungleichartigkeit und Theilwesentlichkeit jedes Wesens: die Urformen der Theilwesentlichkeit, der Selbstungleichartigkeit, und der Theilganzheit treten mit einander hervor. Die Vielheit setzt Gegengesetztheit im Wesentlichen, also entgegengesetzte Bestimmung des Urwesentlichen, als des Ganzen, voraus, worin die Vielheit, als die Form seiner Theile, enthalten ist. Die Gegengesetztheit aber besteht darin, dass an dem urwesentlich Gleichartigen zugleich das Gleichartige und das Ungleichartige gesetzt sei; welches nur dadurch ewig ist, dass die Theile im Innern ihres Ganzen eine gemeinsame Grenze haben: an die Anschauung der Entgegengesetztheit fügt sich also die Anschauung der gemeinsamen Begrenztheit.

=286= Das Urbild der Menschheit
Über diese Urformen nun zeigen sich dem wissenschaftlich Forschenden folgende Ursätze als wahr an. Die Grenze, so wie der Gegensatz, wonach das Ganze seine Theile in sich hat, sind nicht an dem Ganzen, sondern in ihm, und an allen den Theilen, welche sie in ihm als Eigenwesen ausgrenzen. Die Theile sind im Ganzen, nicht ausser dem Ganzen: sie sind in ihrer Grenze zwar vom Ganzen, als Ganzen, und unter sich abgetheilt oder wesengetheilt, nicht aber vom Ganzen, noch von einander abgetrennt und lossgerissen; das Ganze ist in sie innerlich getheilt, nicht zertrennt. Die Theile sind selbst das Ganze, und dem Ganzen wesentlich; sie ergänzen es nur, sofern es seine inneren Theile ist und in sich hat: das Ganze aber ist nicht nur seine Theile, sondern auch als Das über seinen Theilen, worin sie sind; es ist über und vor seinen Theilen, den Theilen entgegengesetzt, in sofern mehr und höher, als alle seine Theile zusammengenommen. Die Theile selbst sind sich im Ganzen wesentlich entgegengesetzt, unterschieden, aber nicht zerschieden, nicht zersetzt; sondern ihr Gegensatz ist nur an demselben Urwesentlichen ihres Ganzen, nur in, an und durch ihre Ungleichartigkeit. Alle Theile sind mit ihrem gemeinsamen Erstwesentlichen dem Ganzen und unter sich gleichartig; der Grund aber ihres Gegensatzes ist selbst in dem Erstwesentlichen ihres höheren Ganzen enthalten. Ein Geist, der sich über Raum und Zeit, und über deren Verhältnisse an den Dingen aufzuschwingen vermag, wird die Wahrheit erkennen: dass alle Theile desselben Ganzen mit ihrem Urwesentlichen, sofern sie im Ganzen und mit diesem gleichartig sind, in und mit einander, nicht ausser und ohne einander in einer ewigen Ureinheit vor und über Zeit und Raum, bestehen. Nur mit Dem, was einem jeden von ihnen als Theile eigenwesentlich ist, sind die Ur-Theile jedes Ganzen ausser einander, jedoch nicht ausser dem Ganzen. Nur in der Ureinheit der Wesen in Einem Urwesen löst sich das Räthsel ihrer Gegensätze und Selbständigkeit, und ihres Wechselvereines als Entgegengesetzter. — Der Theil wird ferner im Ganzen beschränkt, aber seine Selbständigkeit ist ewig, das ist, sie besteht vor und in aller Zeit; denn nur so ist der Theil dem Ganzen ähnlich. Durch das Begrenztsein ist der Theil dem Ganzen entgegengesetzt und mit ihm, als Ganzem, ungleichartig, aber innerhalb seiner Grenze ist derselbe dem Ganzen gleichartig, also ähnlich. Daher ist Endlichsein nicht Schlechtsein, Kleinsein nicht Zufälligsein, sondern es ist Wesentlichsein in bestimmter Grenze, welche Grenze selbst wesentlich ist in dem Ganzen, worin das Endliche als dessen Theil besteht. Hierauf gegründet bildet sich, nachdem auch das Wesentliche, der ewigen Grenzen des Raumes, der Zeit, und der Bewegung erkannt worden, die Einsicht: dass auch das Aussereinander, selbst dann wenn Ungleichartiges dazwischen, die Dinge nicht ihrem Erstwesentlichen, nicht dem Sein und der Kraft nach, von einander trenne; dass Eine Einheit des Wesentlichen und der Kraft, als des in der Allzeit Bleibenden, über und in allem Zeitwechsel bestehe, und jedes zeitliche Zusammenwirken und Wechseleinwirken möglich mache.

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =287=
Die entgegengesetzten Ur-Theile jedes Ganzen, sind sich als Theile desselben Ganzen in ihrem gemeinsam Wesentlichen gleich, auch darin, dass sie in diesem Ganzen gemeinsame Grenze haben; in Dem aber sind sie verschieden, wodurch sie sich als gleichwesentliche, gleichselbständige, unter sich beigeordnete Wesen entgegenstehen. Ihre Urgleichheit im Ganzen begründet ihre Gemeinschaft innerhalb des höheren Ganzen, worin sie als dessen Theile sind. Allein, ähnlich dem höheren Ganzen, drücken sie dessen innere Gleichartigkeit auch dadurch aus, dass sie, auch als Entgegengesetzte, ohne ihre Entgegengesetztheit, mithin ihr Dasein als diese Theilwesen, aufzugeben, sowohl jedes von ihnen mit dem Ganzen, als alle unter sich, in ihren Wesentlichen vereint werden, und dass dann auch das Ganze sie, als unter sich Vereinte, mit sich selbst, als Höherem, vereint. Gleichheit in der inneren Entgegengesetztheit, und Vieleinheit sind also ewige innere Formen jedes Wesens. Die Betrachtung des Menschenleibes, der Glieder, Kräfte und Systeme desselben können jedem Menschen die Wahrheit dieser Begriffe erläutern, nur aber in der Uranschauung des Urwesens können wir deren Nothwendigkeit erkennen. Soll demnach ein Wesen erkannt werden in seinem Innern, so sind zuförderst die in ihm entgegengesetzten Theilwesen, jedes in seinem Eigenwesentlichen, dann alle in ihrer Gemeinschaft mit dem Ganzen und unter sich, und endlich in ihrem Wesenvereine mit dem Ganzen und unter sich zu erkennen. Jedes Wesen also stellt sich dem Wissenschaftbildner als Eines, Vieles und Vieleines; als Ganzes, als seine inneren Theile und als Vereinganzes; als gleichartig, als verschiedenartig und als in seiner inneren Verschiedenheit gleichartig dar. Dem Urwesen kommen diese Urformen ganzwesentlich oder unendlich, jedem Theilwesen in ihm aber nur theilweis, nur in seiner beschränkten Sphäre, das ist endlich zu. Und hierdurch ist auch der Bau der Wissenschaft, als ganzer, und jedes ihrer innern Theile seinem Gehalte oder dem Gewussten, und selbst seiner Form nach, bestimmt, das ist: die Wissenschaft selbst erscheint und bildet sich als Einheit, Vielheit und Vieleinheit, dem ewigen Wesenbau in Gott selbst gemäss; und einzig nach diesem Vorbilde kann auch die Menschheitlehre entstehen.
Die urwesentliche, ewige Einheit des Ganzen und seiner Theile, das Urverhältniss ihres ewigen Daseins selbst, ist das der Ursache und des Verursachten, oder des in der Ursache durch die Seienden, also das Verhältniss der Ursachlichkeit. Ursprünglich ist das Ganze selbst mit jedem seiner Theile, dieselben getrennt und vereint gedacht, in dem Verhältnisse der Ursachlichkeit, worin die Theile abhangig sind vom Ganzen, nicht aber hinwiederum das Ganze von den Theilen; dann aber auch die Theile untereinander, als dem Ganzen ähnliche Wesen, sofern sie schon insgesammt durch die ewige Ursache da, und als entgegengesetzte in einander sind. Verursachtheit kommt also jedem Theile, Verursachung jedem Ganzen, als solchem, zu. Das Urwesen, als das Urganze, ist zugleich die Eine Ursache, und weil es nicht wiederum Theil eines anderen Ganzen, so ist es nicht verursacht durch irgend Etwas. Jedes Theilwesen aber in ihm ist in sofern einzig →

=288= Das Urbild der Menschheit
→verursacht, oder bewirkt im Urganzen, es hat den ganzen, einzigen Grund seines Wesentlichen im Urwesen, und nur in seinem Innern, in seiner beschränkten Sphäre, sofern es Ganzes seiner Art ist, ist es selbst endliche Ursache seiner inneren Theile. Das Verhältniss der Ursachlichkeit ist ein ewiges Verhältniss, unabhängig von Zeit und Raum; es bezieht sich ursprünglich auf das Eigenwesentliche der Dinge, und dann erst auf ihr Leben, auf ihr Dasein in Raum, Zeit und Bewegung: denn Raum, Zeit, Bewegung, Leben, sind selbst verursacht in Gott, sind selbst ewige Wirkungen der ewigen Ursache. Ohne das Verhältniss der Ursachlichkeit als ewiges erkannt zu haben, ist es unmöglich, das Verhältniss zeitlicher Ursachlichkeit zu verstehn und zu würdigen. In sofern der Theil im Ganzen dem Ganzen entgegengesetzt ist, erscheint der Theil als ursachlich von dem Ganzen, dasselbe als Ganzes betrachtet, geschieden; allein dennoch im Ganzen, da er Theil des Ganzen selbst ist; das Bewirkte fällt nie mit dem Ganzen zusammen, sondern ist ihm ewig untergeordnet, und von ihm abhangig, ob es gleich im Ganzen ist. In dem Verhältniss aber der Wechsel-Ursachlichkeit oder Wechselwirkung wirken zwei oder mehrere Wesen, welche aussereinander selbständig sind, welchselseits in einander ein, so dass beide, oder alle, sich wirkend und leidend, die Einwirkung freithätig in sich aufnehmend und erwiedernd verhalten. In dem Verhältnisse der absteigenden Ursachlichkeit ist die Wirkung innerhalb der Ursache, in dem der Wechselwirkung aber ausserhalb derselben sofern die wechselwirkenden Wesen selbständig sind. In der Wechsel-Ursachlichkeit bewähren die Wesen ihre urwesentliche Einheit und Gleichartigkeit in dem Urwesen und mit ihm. Die Wechselursachlichkeit ist also selbst verursacht innerhalb der ewigen Ursachlichkeit; sie ist ein untergeordnetes Verhältniss, gegründet auf die ewige Gemeinschaft aller Dinge im Urwesen; sie hält zuhöchst in sich die Wechselwirkung des Ganzen und seiner Theile, die der Theile desselben Ganzen unter sich, und die der vereinten Theile und ihres Ganzen. Die im ewigen Verhältnisse der Ursache und Absache, so wie in dem untergeordneten Verhältnisse der Wechselwirkung sich entgegenstehenden Wesen, das Wirkende, und das, worin des ersteren Wirken das Wirkniss erzeugt, sind dadurch nicht in ihrem ewigen Wesen und Dasein getrennt, sondern Alles ist in dem Urwesen als der ewigen Ursache.
Das Urwesen selbst, und Alles was in ihm, ist mit seinem Urwesentlichen gleichsam vor und über aller Zeit, es ist ganz, und ewig. An dem Urwesen selbst, als dem Ganzen, ist keine Veränderung, sein Dasein ist unendlich. Aber jedes endliche Wesen ist, als Ganzes, innerhalb bestimmter Grenze und in seinem Wesentlichen sind ewig verschiedene Bestimmtheiten, welche, obschon ihm gleich wesentlich, sich dennoch wesentlich ausschliessen, so dass sie nicht an demselben Wesen zugleich sein können, und doch nur vereint sein ganzes Wesentliches sind. Das endliche Wesen entfaltet also als Urkraft seiner Sphäre an sich selbst, in Mitwirkung seiner Höherwesen und Nebenwesen, die ganze Fülle dieser entgegengesetzten gleichwesentlichen Bestimmtheiten nacheinander in →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =289=
→ stetiger Folge, — es lebt, um sein ganzes Wesentliches zu sein. Die reine Form aber des Lebens ist die Zeit, als die Form des Nacheinanderseins entgegengesetzter wesentlicher Bestimmtheiten der Wesen. Hier stellten sich uns die obersten Wahrheiten über das Leben, und über die Zeit dar, welche wir schon früher in unserer Betrachtung erkannten. Es ist nur Ein Leben in Gott, und so wie in Gott alle Wesen, so ist in Gottes Leben aller Wesen Leben. Das Leben an sich selbst ist ewig, und ewig gleich: denn das Leben und die Zeit als dessen reine Form ist ewig in Gott verursacht. So wie Gott ewig sich gleich, so ist es auch sein Leben, das ist Gott selbst als Leben. Nur die Allzeit oder Ganzzeit, die nie zeitlich anfing und nie zeitlich endet, enthält daher das ganze Leben Gottes: doch auch in jeder Theilzeit ist das Leben Gottes sich gleich, aber ureigenthümlich. Das Urwesentliche Gottes, und das Urwesentliche jedes Wesens in ihm, sofern es unwandelbar ist, ist das in aller Zeit Bleibende; und die Ordnung, nach welcher die entgegengesetzten Bestimmtheiten, als Eine Gestaltung, an ihm und in ihm zeitlich folgen, ist ewig in Gott verursacht. Das Allgemeinwesentliche in der Belebung oder Gestaltung ist das Lebengesetz. Es ist also Ein Lebengesetz in Gott, und jedes untergeordnete Lebengesetz diesem ähnlich in bestimmter Grenze. Das Eine Leben hat Ein Urgesetz, welchem alles sein Theilleben folgt; aber nach eben diesem Einen Urgesetz ist alles Leben in jedem Zeittheile eigenthümlich; jedoch geht die Eigenthümlichkeit jedes Zeittheiles aus der Gesetzlichkeit nicht hervor; sondern aus dem Urtriebe des lebenden Wesens selbst durch seine zeitliche Ursachlichkeit. Hieraus nun sind auch die Gegensätze des Ewigen, des Zeitlichen, und des Zeitewigen erkennbar, welche wir ebenfalls schon früher in ihrem Grundwesentlichen erblickten.
In dem Ewigen ist ferner Alles ganz, und auf einmal, im Zeitlichen aber theilweis und nacheinander, wiewohl nicht von einander losgetrennt noch vereinzelt. Im Ewigen also ist kein Gegensatz des Nothwendigen, Wirklichen und Möglichen welcher nur im Zeitlichen und in seinem Verhältnisse zum Ewigen sich findet. Denn das Zeitliche ist wirklich, sofern es überhaupt in bestimmter Zeit; möglich, sofern es in bestimmter Zeit zufolge bestimmter ursachlicher Bedingungen; nothwendig endlich, sofern diese ursachlichen Bedingungen eins sind mit dem ewigen Urwesentlichen des lebenden Wesens. An sich ist auch das Wirklichsein, das Möglichsein und das Nothwendigsein zwar unterschieden, aber zugleich in jedem Zeittheile an jedem lebenden Wesen; nur im Erkennen des Geistes, soweit es noch unvollendet, tritt die Möglichkeit allein, oder Wirklichkeit und Möglichkeit allein, hervor; die Nothwendigkeit aber hält auch im Erkennen das Möglichsein und Wirklichsein in sich: doch alle drei sind an sich und in der Erkenntniss begründet und enthalten in der ewigen Urwesentlichkeit jedes lebenden Wesen selbst. Jedes Wesen nun ist, als urwesentlich, auf ewige Weise in Einem Urtriebe bestrebt und wirkt als Eine Urkraft seiner Art, alles sein Ewigwesentliches an seinem Bleibenden in der Zeit als Ein Leben zu gestalten: es ist sich selbst, als stetig zu Gestaltendes sein Zweck oder Bestimmung, und es →

=290= Das Urbild der Menschheit
→ bestimmt seine ganze Kraftäusserung stetig so, dass dieser Zweck ganz und in allen seinen Theilen erreicht, dass sein Leben ganz vollendet werde. So wird es sich selbst zur Erdursache: denn seine ganze zeitliche Ursachlichkeit ist auf sich selbst, als auf seinen Zweck gerichtet, das ist sie ist erdursachlich. Der Zweck eines Wesens also ist das Ganze des zeitlichen Daseins selbst in seiner Fülle, vom ersten Keime bis zur vollen Reife, gedacht; er ist das Leben selbst, sofern es am Bleibenden mit der Urkraft des lebenden Wesens in aller Zeit erzeugt werden soll. Der Grund, sich selbst Zweck zu sein, ist ewig da in dem Urwesentlichen jedes Wesens; der Zweck ist selbst ewige Wirkung des Wesens als ewiger Ursache; und das lebende Wesen bestimmt also, als urwesentliches, vor und über aller Zeit, sein ganzes zeitliches Wirken seinem ganzen Wesentlichen gemäss, so wie diess in der Allzeit ausgedrückt werden soll; es bestimmt mithin in jedem Zeittheile sich selbst, gemäss seiner ganzen Vergangenheit und seiner ganzen Zukunft als der Einen Gegenwart, worin sein Leben wirklich werden soll. So wie der ganze Lebenzweck ein Wesentliches ist, und Würde in sich selbst hat, also ist auch jeder wesentliche Theil desselben im ganzen Lebenzwecke ewig verursacht, und in sich selbst wesentlich. Da aber auch alle Theile des Einen Lebenzweckes sich nach den ewigen Gesetzen eines Gliedbaues zu einander und zum Ganzen verhalten, so sind sie in sofern für einander wechselseitige Bedingung ihres zeitlichen Daseins: das Eine ist, damit das Andere, und alles Einzelne ist, damit das Ganze sei. Jedes Wesen ist daher in seinem Urtriebe auf den ganzen Lebenzweck, und eben desshalb auf alle einzelne Theile desselben gerichtet, zuförderst als auf selbstwesentliche und selbstwürdige Theile des Ganzzweckes, denn aber auch zugleich, weil sie wechselseitige Bedingungen ihres Daseins und der Erreichung des Ganzzweckes, das ist, weil und sofern sie Mittel sind. Jeder innere Theil sein selbst und seines Lebens, und alle Wesen, die mit dem lebenden Wesen in Gemeinschaft und Wechselwirkung stehen, in ihrem Sein und Leben, sind an sich selbst wesentlich, aber auch zugleich wechselseitige Bedingungen ihrer Lebengestaltung, sie sind sich Mittel zu eines jeden Zwecke: aber nach der ewigen Ordnung der Dinge sind sie zuerst in sich selbst, um ihrer selbst willen da, und sodann auch als Mittel, soweit diess ihr Selbstzweck und die Harmonie alles Theillebens in dem Einem Gottleben gestattet und verlangt. Da nur Ein Urwesen und in ihm nur Ein Leben ist, so ist dasselbe sich selbst ewig der Eine Urzweck, und alle Endursachlichkeit ist in ihm Eine; in seinem Urlebenzwecke aber sind die Lebenzwecke aller seiner inneren Wesen, als untergeordnete Theile enthalten. Diese sind dem Ganzen ähnlich, an sich selbst wesentlich als Mittel zu dem Einen Urlebenzwecke des Urwesen. Kein Wesen ist und lebt daher blos oder zuerst als Mittel für ein anderes, das ist, blos als Nützliches, aber es ist, in der Harmonie aller Dinge in Gott zugleich Mittel, und allem äusseren Leben, womit es zusammenwirket, nützlich; und hier wird deutlich, was wir früher über den Urwerth des Nützlichen bei der nützlichen Kunst aussprachen. Jedes Wesen ist, indem es in seinem Urtriebe stetig als Selbstkraft den Zweck oder die Bestimmung seines Lebens zu erreichen strebt, dem Urwesen selbst in →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =291=
→ beschränkter Sphäre ähnlich. Diess ist ihm das Vorbild seines gesammten Lebens, und zugleich der Urzweck, dem es sein Leben als Theilzweck unterordnet, und es ihm gemäss zu bilden strebt. Der Zweck alles zeitlichen Wirkens, das ist das Leben selbst, ist jedem Wesen sein Urgut, wonach es in aller Zeit sich richtet; Gott aber, als das Urwesen, ist das Urgut aller Wesen als dessen wesentlichem wenn auch endlichen Theile jedes Wesen seinem eigenthümlichen Urgute nachstrebt. Gott allein ist sich selbst sein höchstes Gut; jedes Wesen aber in ihm ist sich selbst ein Urgut, jedoch nur als untergeordnet dem Leben Gottes, als dem Einen höchsten Gute für alle endliche Wesen. Jedes Wesen ist gut, sofern es in reinem Urtriebe auf sich selbst, als auf sein eigen Gut, als untergeordneten Theil des höchsten Gutes gerichtet ist. Gott allein aber ist urgut, das ist, urwesentlich ganz und ewig gut; und jedes endliche Wesen nur auf endliche Weise in seiner beschränkten Lebensphäre, wenn es der Urgüte Gottes, als seinem Musterbilde eigenkräftig nachahmt. So vermögen wir demnach das zeitliche endursachliche Wirken aller Wesen in seiner Einheit mit ihrer ewigen Ursachlichkeit und mit der Einen ewigen und zeitlichen endursachlichen Wirksamkeit Gottes zu erkennen, und in dieser Erkenntniss die höchsten Gesetze der inneren Selbstvollendung des Lebens anzuschauen, welche im Menschen die sittliche Vollendung genannt wird, und sofern der handelnde Mensch stetig ihnen nachlebt, seine Tugend ist. — In dieser Einsicht der Lebeneinheit Gottes und aller endlichen Wesen in ihm erkannten wir auch nächst der inneren Güte, oder reinen selbstgesetzlichen inneren Vollendung jedes Wesens, auch das Recht, die Innigkeit und das Wechselleben, und die Schönheit als ewige Urformen alles Lebens an, welche in sich einen Gliedbau ewiger untergeordneter Formen enthalten, deren Darstellung das Ebenmass dieser Schrift verbietet. Die Gesetze des ewigen Seins sind auch die Gesetze des zeitlichen Lebens. Die Einheit, Vielheit und Vieleinheit, — die Gleichartigkeit, Verschiedenheit und die Harmonie derselben, — die absteigende und wechselwirkende Ursachlichkeit, welche wir als Urformen des Urwesentlichen erkannten, sind auch die Urformen alles Lebens. Und so wie diese Urformen unendlich gedacht, als dem Urwesen selbst in seinem Innern wesentlich erkannt wurden, so gelten sie in dem ganzen Allgliedbaue aller endlichen Dinge in Gott, für das Sein und Leben aller Wesen, und zeigen sich als die Gesetze ihrer ewigen und zeitlichen Unterordung und Nebenordnung in ihrem selbständigen Sein und Leben, so wie ihrer Wechselvereinigung. An diese Erkenntnisse schliesst sich dann in der Urwissenschaft ein Gliedganzes von Lehrsätzen an, worin die ewige Vollendung und der zeitewige Kreisgang des Einen Lebens, und alles Theillebens in ihm, das Urgesetz der Geburt und des Sterbens als innerer Erscheinungen des Alllebens, der Ursprung und die Grenze der Weltbeschränkung, des Unglückes und des Glückes, des Bösen, der Krankheit, der Misbildung und des Mangels der Sünde, und der Reinigung und Heiligung, —worin Gott als der einzige Allheilige und Urgute, als die ewige Liebe und als der ewig Gerechte, sein Leben aber in ihm als Eines, als ein stets vollendetes und in jedem Zeittheil ureigenschönes, anschaulich erkannt wird, so weit der Mensch →

=292= Das Urbild der Menschheit
→ dieser Anschauungen in seiner Wesengrenze empfänglich ist. Hier aber müssen wir es dem sinnvollen Leser selbst überlassen, sich in diese höchsten wissenschaftlichen Anschauungen selbstthätig zu vertiefen.
In soweit aber, als es geschehen, musste ich hier auf die Grundformen und Urgesetze des Seins und Lebens hinzeigen, damit offenbar würde, auf welchem Grunde auch die Wissenschaft von der Menschheit beruhe und erbaut werden müsse, und damit der Plan verstanden im Allgemeinen gewürdiget werden könne, nach welchem ich die Menschheit als Ein organisches Ganzes darzustellen gedenke. Zwar konnte ich hier diese Lehrsätze mehr aus dem Schatze der Urwissenschaft ausheben, als in der Idee des Urwesens, als dem Grunde und Inhalte aller Wissenschaft und Gewissheit, in wissenschaftlichem Zusammenhange beweisen; doch hoffe ich dem Leser, dess Geist überhaupt im Übersinnlichen einheimisch ist, fasslich genug geredet, Jeden aber, welcher diesen Erkenntnissen mit gottinnigem Gemüthe eifrige nachstrebt, zu eignem tieferen Forschen ermuntert zu haben. Die Wahrheit dieser Lehren bewährt sich eben so in der Bildung der Erde und in dem Wogen des Gewässers, als in dem Himmelbau und in dem Leben der Gestirne; an dem Leben des einfachsten Thieres, wie an dem Leben des Menschenleibes; in Vernunft und Natur, so wie in dem Leben der Menschheit. Um jedoch diese Aussprüche gegen jedes mögliche schädliche Missverständniss sicher zu stellen, füge ich hier die Erklärung hinzu, dass es weder der Inhalt, noch die Absicht, des hier und im ganzen Verlaufe dieser Schrift Gesagten ist: dass Gott fälschlich als mit seinen Geschöpfen einerlei sei oder erscheine, oder mit ihnen irgend verwechselt werde; dass ferner das Endliche, Böse, Sündhafte und Unvollkommene aller Endlichen Wesen irrig Gott selbst beigelegt, oder ihm, als der Ursache davon, beigemessen und so Gottes Heiligkeit im Erkennen frevelhaft verdunkelt werde. Vielmehr ist es der Inbegriff der dargestellten Lehren: dass Gott unendlich und heilig über allen Wesen rein für sich selbst und in sich selbst bestehe; dass das Böse und Unvollkommene nicht aus Gottes Willen, sondern aus der Endlichkeit und in dem allseitigen Zusammenleben der unvollkommenen Wesen selbst, das ist in der Weltbeschränkung, entstehe, aber von Gott als dem Urguten, als der ewig gerechten Liebe aufgehoben werden. Sollte aber irgend einem Leser irgend Etwas, was in dieser Schrift gesagt worden, mit diesen Grundwahrheiten zu streiten scheinen, so ist meine Darstellung mir in so weit nicht gelungen, oder der Grund dieses Missverständnisses liegt nicht in mir. Ich selbst erkenne es klar, wie Alles, was ich anschaue, mit jenen Grundwahrheiten übereinstimmt, wie es sie selbst in ihrer Harmonie erscheinen lässt, und wie nur in ihnen jene gottinnige und freudevolle Hoffnung entspringt, zu welcher wir uns im Beginn dieser Schrift als zu der echtmenschlichen bekannten, und durch deren Schilderung wir uns zum Anschaun der Menschheit und ihrer Bestimmung vorbereiten. Jetzt aber wenden wir diese allgemeinen Erkenntnisse an auf das Sein und das Leben der Menschheit im Weltall, damit uns die ganze Bestimmung auch unserer Menschheit auf dieser →

Der Menschheitbund, als der Bund für das Ganzleben der Menschheit =293=
→ Erde anschaulich sei, und wir selbst zu eifriger Mitwirkung in ihrem Leben gewonnen werden.
So wie diese ewigen Gesetze des Seins und des Lebens in Allem sich bewähren, so ist auch die Menschheit im Weltall nach ihnen geordnet, und ihnen folgt daher der Bau der Menschheitlehre. Zuerst leuchtet in diesen Anschauungen die Wahrheit ein, dass die Menschheit im Weltall nach Gottes Vorbild Eine, Ein Selbstwesen in Gott ist, als das unendliche Geisterreich, sofern es durch die Kraft Gottes, welche beide Vernunft und Natur zeitewig vereint, lebendig verbunden ist mit dem höchsten organischen Leiberreiche. In der organischen Gattung des Menschenleibes ist die Natur sich selbst vollendet gleich geworden, sie ist ganz darin gegenwärtig als in ihrem vollständigen Gegenbilde. Die organische Gattung des höchsten Leibes ist eine vollständige Darstellung der ewigen, ganzen, unendlichen Natur innerhalb aller ihrer inneren Grenzen, als die in sich selbst frei gewordene Natur. Die Urkraft der Natur, welche im Weltall überall, wo eine Erde dazu reif geworden, die höchste organische Gattung erzeugt, ist ewig Eine und der Zeit nach stetig, als der innigste Theil der Einen das Allreich der Organisationen schaffenden Kraft; und alle, die einzelnen Menschenleiber bildenden Kräfte sind unvergängliche Stralen jener Einen Kraft, auch die Menschengattung dieser Erde ist wie Ein Leib, als Ein untergeordneter Theil jener Urkraft. Und eben so ist von der anderen Seite das Geisterreich die Eine innigste Kraft der Vernunft, als welche sie ihre beiden höchsten innersten Sphären die der Ideen und die des Individuellen, zeitewig vereint. Endlich auch die Urkraft Gottes, welche Vernunft und Natur liebend vermählt, ist ewig Eine, vor und über dem zu vereinigenden Geisterreiche und höchsten organischen Naturreiche; sie ist allliebend gegenwärtig in der ganzen Menschheit, wie in jedem Menschen. In diesem ewigen Ursprung in Gott, und in der wahren Lebeneinheit mit Gott beruht die Ewige Würde der Menschheit, und jedes einzelnen Menschen; so wie es die höchste Würde des Geistes im Menschen ist, diess zu erkennen, und sich selbst und den Leib des höheren beide vereinigenden Göttlichen würdig zu bilden, und als ein harmonischer Mensch mit ihm vereint zu leben. Denn jeder einzelne Mensch scheint im höchsten Ganzen der Menschheit als ein selbständiger, dem Ganzen ähnlicher, mit ihm ewig und lebendig verbundener Theil, als ein durch Gott vereinter Geistleib. Wird diese Urerkenntniss über die Menschheit nach dem Vorbilde der Uridee des Urwesens wissenschaftlich ausgebildet, so erscheint die Idee des Reiches der Menschheit auf Erden, das ist ihres inneren und äusseren Lebens, als Theil der Einen Idee des Menschheitrechtes im Weltall, welches selbst der innigste wesentliche Theil des Einen Reiches Gottes ist; und verklärt sich im harmonischen Lichte ihrer Nebenideen des Einen Vernunftreiches und des Einen Naturreiches.
Ist nach diesem Grundrisse die Anschauung der Menschheit als Eines Selbstwesens, als der Ureinheit ihrer Sphäre, vollendet worden, dann folgt als →

=294= Das Urbild der Menschheit
→ zweiter Theil der Menschheitlehre die Erkenntniss derselben in ihrer inneren Vieleinheit, das ist der Einheit ihrer inneren Vieleinheit in ihrer Ureinheit und durch diese. Und da die Menschheit zwar selbständig, aber in wesentlicher Einheit mit Gott, Vernunft und Natur lebt, so muss sie als Einheit, als Vielheit und als Vieleinheit, zuerst als Selbstwesen und Selbstleben, dann als weseninniges Wesen, das ist, als Organ des Gottreiches in ihrer Einheit mit Gott und Vernunft und Natur, endlich auch in der Einheit ihres Selbstlebens und ihres äusseren geselligen Leben erkannt werden. Da ferner die Lebeneinheit der Menschheit mit Gott, Vernunft und Natur auf ihrer ursprünglichen Gottähnlichkeit im Erstwesentlichen, beruht: so sehen wir, wie die ewigen Urformen der Selbständigkeit, der Gemeinschaft und des Wechsellebens in den Gliedbau der Menschheitlehre eingehen und zu einer allgemeinen Lebengesetzlehre der Menschheit ausschlagen; und aus unseren früheren Betrachtungen wissen wir, wie diesen Urformen Freiheit und Tugend, Achtung und Recht, Liebe und geselliges Vereinleben entsprechen, und wie sich die Schönheit und die Selbstbildung als wesentliche Lebenformen hier anschliessen. Welch eine Fülle und Tiefe der Erkenntniss die Menschheitlehre befasse: und wie sie Urerkenntniss Gottes, der Vernunft und der Natur wesentlich voraussetze, wird jedem Leser anschaulich sein, der uns in unseren Betrachtungen der inneren Lebenfülle der Menschheit mit Geist und Gemüthe gefolgt ist.
Die Betrachtung der Menschheit als Einheit, als Vielheit und als Vieleinheit, das ist, als Ganzwesen, als Gliedwesen und als Allgliedwesen ihrer Sphäre, bestimmt die oberste Eintheilung der Menschheitlehre. Den inneren Ausbau dieser ihrer Theile aber begründen die Gegensätze des Wesens und der Form, des Inneren und des Äusseren, des Ewigen und des Zeitlichen. In jedem dieser drei Theile ist ferner das Gebiet des Lebens, und die Mittel der Geselligkeit in diesem gemeinsamen Gebiete, ein wesentlicher Theile der Betrachtung, wohin auch die Lehre von der Sprache im weitesten Sinne gehört. In der Betrachtung der Menschheit in ihrer inneren Vielheit wird sie in den Grundtheilen ihres Wesens, als Geisterreich und als Leiberreich, und als Vereinwesen beider durch Gott, erkannt. Hier schliesst sich dann die Darstellung des leiblichen und geistigen Gegensatzes der männlichen und der weiblichen Menschheit, und der Vereinigung dieses Gegensatzes an. Hiermit ist ferner wesentlich verbunden die Betrachtung der Kräfte der Menschheit, ihrer geistigen, ihrer leiblichen, und ihrer Vereinkräfte; so wie die Darstellung ihrer Werke, der Grundwerke und der Selbstwerke, welche ebenfalls theils geistige, theils leibliche, theils Vereinwerke sind. Mit diesen Theilen der Menschheitlehre verkettet sich dann die Lehre von ihren inneren Gliedern und Personen: absteigend von der Menschheit des Weltall bis zu den einzelnen Menschen und aufsteigend von diesen zur Allmenschheit zurück. Die Menschheit wird als Ein geselliges Lebenganzes geschaut: es wird erkannt, wie die Einzelnen in dem Einen Ganzbunde des Lebens in die ewige Ureinheit der Menschheit zurückkehren, und wie sich dieser Ganzbund, dessen Urbild wir →

Nachtrag =295=
→ geschildert haben, zu allem Einzelnen in der Menschheit, und alles Einzelne zu ihm, verhalte. Jedoch sind alle diese Theile der Menschheitlehre nicht blos als nacheinander folgend, sondern als in mit und durcheinander allseitig verbunden zu denken, und wissenschaftlich also zu gestalten, wie sie in der Menschheit selbst ewig sind, auf dass die Wissenschaft der Menschheit ein dieser selbst ähnlicher Gliedbau sei. Ist die Menschheitlehre auf solche Weise gebildet, dann erscheint in ihr die Menschheit als Ein wahrhaft gottähnliches Wesen, und ihr Leben als Ein sich im Weltall ewig gleiches, auf jedem Himmelwohnorte aber in Zeit, Raum und Kraft harmonisch sich entfaltendes Ganzes. Also tief gegründet, gleichförmig und harmonisch ausgeführt, wird die reine urbildliche Menschheitlehre die Leuchte auch unseres Lebens, und des Lebens dieser ganzen Menschheit werden; in ihrem Lichte werden wir die Geschichte dieser Menschheit und ihr heutiges Leben verstehn und würdigen; und nach dem Urbilde, welches sie aufstellt, vermögen wir dann, den Plan für unser eignes Leben, und für die ganze Menschheit dieser Erde, zu entwerfen.
Diess Urbild der Menschheit in seinen Grundzügen zu entfalten, den Empfänglichen zu einer tiefen, wissenschaftlichen Erkenntniss desselben vorzubereiten, in ihm die Liebe zur Menschheit selbst und das Verlangen ihr Urbild vollständig zu erblicken, und ihm im Leben nachzuahmen, zu erwecken und zu beleben, war die Absicht dieser unserer Schrift. Möge, sie zu erreichen, uns gelungen sein. Doch wie dem Wandrer, der im heiteren Himmellichte ein lebenreiches Thal durchwandelt, so wie er höher steigt, die Aussicht sich erweitert, und auf dem Scheitel des umgebenden Gebirges ihm des Landes ganze Fülle und Schönheit in Einem Blick erscheint: also erforschten wir im Lichte Gottes die Menschheit und ihr Leben; vom Einzelnen uns stufenweis erhebend, erreichten wir die Höhe. Wir trennen uns mit liebevollem Grusse, und geloben, von hier das Ganze und die Lebenschöne aller seiner Theile gesellig einst zu überschauen.
Nachtrag
Verdeutschung der in vorstehender Schrift sich findenden fremdsprachlichen
Ausdrücke. (Zum Behuf Derer, welche derselben unkundig sind, oder um den
damit verbundenen Sinn genau zu bestimmen).6)
 6) In diesem Abschnitt beabsichtigte Krause, die von ihm benutzten Fremdwörter zu erklären. Die im Original angegebenen Hinweise auf Seitenzahlen wurden hier weggelassen.

=296= Das Urbild der Menschheit
Der Verfasser hat ohnehin die meisten Fremdworte verdeutschet. Doch ist diess weniger in den ersten 5 Bogen geschehen, die im Lenz und Sommer des Jahres 1808 gedruckt wurden; mehr schon in den folgenden; am meisten aber in der zweiten Hälfte der Schrift, welche erst in den beiden letzten Jahren die Presse verliess. Die sich noch findenden fremden Worte können durch folgende, oder bessere, deutsche ersetzt werden.
Moment, Zeittheil. Charaktervoll, ureigenthümlich, eigenleblich. Harmonie, Samklang, Vereinklang, Einklang, Vereinleben; harmonisch vereinleblich, einklangig. Weltharmonie, Allvereinleben, dissonirend, widerklangig.
Symphonie, Tonspiel. Sphäre, Kreis, Lebenkreis. Organisch. gliedlebig, gliedbaulich. Resultat, Endergebniss. Metaphysik, Urwissenschaft. Phantasie, die Urbildkraft, (die Urbilde, die Einbilde).
Hemisphäre, Halbkugel, Halbkreis, Urhälfte. Idee, Urbegriff, Urwesenbild. Das Individuelle, das Einzelne, das Ureinzelne, das Urbestimmte. Individualität, Ureinzelheit, Ureigenthümlichkeit, Eigenlebenheit. Organismus, Gliedgebilde, Gliedbau, Gliedbildung, Gliedganzes, Gliedleben. Poesie, Dichtung, Schöndichtung. Organisation, Gliedbildung, Gliedbelebung, der Gliedbau, die Gliedung. Konstruktion, der Bau, der Aufbau, die Lebenbildung.
Konstruktion einer Idee, die Darbildung (Sinnbildung), eines Urbegriffes. Substanz, Selbstwesen, Selbwesen. Symmetrisch, ebenmässig, mitmasslich. Eurhythmisch, wohlgeordnet, gliedmasslich, verhaltmasslich.
Proportional, verhaltlich, wohlverhaltlich, verhaltgemäss, verhaltmässig, gleichverhaltig, gleichverhaltlich. Organ, Glied, Lebenglied, Lebentheil. Structur, Bau. Infusionthier, Aufgussthier, Kleinthier. Das Sonnensystem, (wenn von einer Sonne geredet wird, richtiger das Sonnensystem), der Sonnbau, das Sonnganze, das Sonnleben. Firmament, die Himmelveste, das Himmelganze. Parallelismus, Nebengleichlauf, Nebenlauf, Nebengleichbildung. Individuen, Einzelwesen, Ur-Theilwesen. Planetarisch, erdsternlich. Sich als etwas constituiren, sich aufstellen, erklären, beleben. Humanität, Menschlichkeit, Menschwürdigkeit. rhytmisch, verhaltfolglich. Musikalisch, tonlich, schöntonlich. Die Klimate, die Landlagen, die Sonnlagen, (Lagen gegen die Sonne), Himmelneigen. klimatisch, sonnlaglich, himmelneiglich. Producte, Werke, Lebenwerke, Kunstwerke, Erwirknisse.
Genius, Urgeist, Ureigengeist, Urlebengeist (das Gegentheil ist ein Abgeist oder Ahmgeist). Ein Paradies, eine Schönflur. paradiesisch, schönflurig. Concentrisch, gleichmittig, selbmittig, in gleichmittigen Kreisen.
tragisch, urgeschicklich, schicksalvoll, weltkampflich. Experiment, Versuch, Versuchforschung. Psychologisches Phänomen, seelenlehrliche Erscheinung, geistlehrliche Lebenäusserung.
Sympathie, Mitleidenheit. Myriaden, Tausende. Ideale oder philosophische Erkenntniss, urbegriffliche, urwesentliche Erkenntniss, Urlehre.
Reale Erkenntniss, lebenwirkliche, geschichtliche, eigenwesliche Erkenntniss; oder Kunde. Harmonische*) Erkenntniss, urgeschichtliche, urlebliche, urwesenlebliche Erkenntniss. Mathematik, Formlehre, Ganzheitlehre.
Politik, Staatlebenlehre.
Theodicee, Rechtfertigung Gottes. — Der Horizont, richtiger Horizon, Sehkreis. →

Nachtrag =297=
→ Individualisirt, theilgebildet, theilbelebt, einzelgebildet.
mechanische Künste, Bewegkünste. Potenz, Wesenstufe, Wesenordnung, (das Höherwesen oder Niederwesen), Steigerung, Stufe. Kolonisirung, Urbarung, Beurbarung.
Die Perspective, der Einschein, der Fernschein, die Fernscheingestalt; perspectivisch, fernscheinig.
Das Kolorit, die Farbengebung, die Farbeigenheit, die Farbheit, Farbenschöne, Farbenspiel. melodisch, tonfolglich, schöntonlich, tonflusslich.
Lebenprincip, Lebenursache, Lebengrund, (das ist: das Selbwesen, als Grund seines Lebens). Die Individualität des tugendhaften Geistes, die Eigengüte, die tugendliche Eigenschöne des Geistes.
Charakter, Eigenlebenweise. Heroismus, Heldsinn, Heldmuth. 64) originell, ureigen, ureigenlebig. Die ideale Liebe, urbildliche Liebe. Genien, Reingeister, Urgeister. Nationalliebe, Vatervolkliebe. Grazie, Anmuthschöne, Zartschöne, Zartverhaltschöne.
Monogamisch, eingemahlig, polygamisch, vielgemahlig, entweder vielmannig oder vielweibig. Akt, Handlung. national und klimatisch, volklich und landlaglich.
Familie, Ehethum. Periodisch, zeitkreislich, kreisgangig. 91) Elemente, Ur-Theile, Ureinzelne, Urstoffe.
Höflichkeit und Artigkeit**), gesellige Zartheit, Anmuth und Freundlichkeit, Zartgeselligkeit, Anmuthfreundlichkeit.
Ideal, Urbild, Musterbild. Enthusiasmus, Feuerleben, Feuerstreben. Lehrmethode, Lehrweg, Lehrgang.
Publikum, der Empfangkreis, die Empfangheit, Empfangschaft. — Äther, Sonnluft, Himmelluft, Weltluft.

*) In Mangel schon vorhandener Ausdrücke ist das Wort harmonisch immer da gebraucht worden, wo von einem Vereingliede zweier wesentlich entgegengesetzten Dinge die Rede ist. Z.B. für verstandvernünftig und vernunftverstandig und harmonischer für leibgeistlicher, das ist, wo Leib und Geist zusammenwirken.
**) Obgleich deutsch, doch fremden Ursprunges, und unpassend.

Literatur
Verzeichnis der wichtigsten Schriften Krauses
Zu Lebzeiten des Verfassers sind erschienen:
(1) Dissertatio philosophico-mathematica de Philosophiae et Matheseos notione et earum intima conjunctione. Jenae, apud Voigtium, 1802 (vgl. Nr. 53).
(2) Grundlage des Naturrechts, oder philosophischer Grundriss des Ideales des Rechts. Erste Abtheilung. Jena, Gabler (Cnobloch), 1803 (vgl. Nr. 53).
(3) Grundriss der historischen Logik für Vorlesungen, nebst zwei Kupfertafeln, worauf die Verhältnisse der Begriffe und der Schlüsse combinatorisch vollständig dargestellt sind. Jena, Gabler (Cnobloch), 1803.
(4) Grundlage eines philosophischen Systemes der Mathematik; erster Theil, enthaltend eine Abhandlung über den Begriff und die Eintheilung der Mathematik, und der Arithmetik erste Abtheilung; zum Selbstunterricht und zum Gebrauche bei Vorlesungen, mit 2 Kupfertafeln. Jena und Leipzig, Gabler (Cnobloch), 1804.
(5) Factoren- und Primzahlentafeln, von 1 bis 100000 neuberechnet und zweckmässig eingerichtet, nebst einer Gebrauchsanleitung und Abhandlung der Lehre von Factoren und Primzahlen, worin diese Lehre nach einer neuen Methode abgehandelt, und die Frage über das Gesetz der Primzahlenreihe entschieden ist. Jena und Leipzig, Gabler (Cnobloch),1804.
(6) Entwurf des Systemes der Philosophie; erste Abtheilung, enthaltend die allgemeine Philosophie, nebst einer Anleitung zur Naturphilosophie. Für Vorlesungen. Jena und Leipzig, Cnobloch, 1804. (Die zweite Abtheilung sollte die Philosophie der Vernunft oder des Geistes, die dritte die Philosophie der Menschheit enthalten.)
(7) System der Sittenlehre; I. Band, wissenschaftliche Begründung der Sittenlehre. Leipzig, Reclam, 1810 (vgl. Nr. 40).
(8) Tagblatt des Menschheitlebens; erster Vierteljahrgang 1811, Dresden in der Arnold'schen Buchhandlung und bei dem Herausgeber D. Krause. Nebst 26 Stücken eines literarischen Anzeigers. (Enthält mehrere wissenschaftliche Abhandlungen des Herausgebers über Mathematik, Naturrecht, Geschichte, Geographie, Musik.) Vgl. Nr. 35, 40 und 43.
(9) Das Urbild der Menschheit, ein Versuch. Dresden, Arnold, 1811. — Zweite Auflage Göttingen, in Commission der Dieterich'schen Buchhandlung, 1851.
(10) Lehrbuch der Combinationslehre und der Arithmetik als Grundlage des Lehrvortrages und des Selbstunterrichtes, nebst einer neuen und fasslichen Darstellung der Lehre vom Unendlichen und Endlichen, und einem Elementarbeweis des binomischen polynomischen Lehrsatzes, bearbeitet von L. Jos. Fischer und D. Krause, nach dem Plane und mit einer Vorrede und Einleitung des Letztgenannten. Erster Band. Dresden, Arnold'sche Buchhandlung, 1812.
(11) Oratio de scientia humana et de via ad eam perveniendi, habita Berolini 1814 (vgl. Nr. 43).
(12) Von der Würde der deutschen Sprache und von der höheren Ausbildung derselben überhaupt, und als Wissenschaftssprache insbesondere. Dresden, 1816.
(13) Ausführliche Ankündigung eines neuen, vollständigen Wörterbuches oder Urwortthumes der deutschen Volkssprache. Dresden, Arnold, 1816.
(14) Theses philosophicae XXV, Gottingae, 1824 (vgl. Nr. 43).
(15) Abriss des Systemes der Philosophie, erste Abtheilung. Für seine Zuhörer, 1825. Im Buchhandel: Göttingen, in Commission der Dieterich'schen Buchhandlung, 1828 (vgl. Nr. 38).
(16) Darstellungen aus der Geschichte der Musik nebst vorbereitenden Lehren, aus der Theorie der Musik. Göttingen, Dieterich'sche Buchhandlung, 1827.
(17) Abriss des Systems der Logik für seine Zuhörer, 1825. Zweite, mit der metaphysischen Grundlegung der Logik und einer dritten Steindrucktafel vermehrte Ausgabe. Ebd., in Commission, 1828.
(18) Abriss des Systems der Rechtsphilosophie oder des Naturrechts. Ebd., in Commission, 1828.
(19) Vorlesungen über das System der Philosophie. Ebd., in Commission, 1828 (vgl. Nr. 44 und 69).
(20) Vorlesungen über die Grundwahrheiten der Wissenschaft, zugleich in ihrer Beziehung zu dem Leben. Nebst einer kurzen Darstellung und Würdigung der bisherigen Systeme der Philosophie, vornehmlich der neuesten von Kant, Fichte, Schelling und Hegel, und der Lehre Jacobi's. Für Gebildete aus allen Ständen. Ebd. in Commission, 1829 (vgl. 29).
(21) (Anonym) Geist der Lehre Immanuel Swedenborg's. Aus dessen Schriften. Mit einer katechetischen Übersicht und vollständigem Sachregister. Herausgegeben von Dr. I. M. C. G. Vorherr. München, E. A. Fleischmann, 1832.
Veröffentlichungen aus dem handschriftlichen Nachlass:
(22) Lehre vom Erkennen und von der Erkenntnis, oder Vorlesungen über die analytische Logik und Encyclopädie der Philosophie für den ersten Anfang im philosophischen Denken. Herausgegeben von H. K. von Leonhardi. Mit drei lithograph. Tafeln. 8. Göttingen, in Commission der Dieterich'schen Buchhandlung, 1836.
(23) Vorlesungen über die psychische Anthropologie. Herausgegeben von Dr. H. Ahrens. 8°. Ebd., 1848.
(24) Die absolute Religionsphilosophie im Verhältnis zum gefühlglaubigen Theismus, und nach einer Vermittelung des Supernaturalismus und des Rationalismus. Dargestellt in einer philosophisch kritischen Prüfung und Würdigung der religionsphilosophischen Lehren von Jacobi, Bouterwek und Schleiermacher. Herausgegeben von H. K. von Leonhardi. Zwei Bände in 3 Abtheilungen. 8°. 1834 - 1843.
(25) Novae theoriae linearum curvarum specimina V, ed. H. Schroeder, Professor. (Cum figurarum tabulis XV.) 4°. Ebd., sowie auch in München in Commission bei E. A. Fleischmann, 1835.
(26) Abriss der Aesthetik oder der Philosophie des Schönen und der schönen Kunst. Herausgegeben von Dr. J. Leuchtbecher. 8°. Göttingen, in Commission der Dieterich'schen Buchhandlung, 1837.
(27) Anfangsgründe der Theorie der Musik, nach den Grundsätzen der Wesenlehre. Vorlesungen für Gebildete aus allen Ständen. Herausgegeben von V. Strauss. 8°. Ebd., 1838.
(28) Geist der Geschichte der Menschheit, erster Band; oder: Vorlesungen über die reine d.i. allgemeine Lebenlehre und Philosophie der Geschichte, zur Begründung der Lebenkunstwissenschaft. (Mit einer erläuternden Steindrucktafel und dem Bildnisse des Verfassers.) In einem Bande. Für Gebildete aus allen Ständen. Herausgegeben von H. K. von Leonhardi. 8°. Ebd., 1843.
(29) Vorlesungen über die Grundwahrheiten der Wissenschaft, zugleich in ihrer Beziehung zu dem Leben. 1. Band. Auch unter dem Titel: Erneute Vernunftkritik. Zweite, vermehrte Auflage, Prag, F. Tempsky, 1868 (vgl. Nr. 20).
(29a) Der zur Gewissheit der Gotteserkenntnis als des höchsten Wissenschaftsprincipes emporleitende Teil der Philosophie. Zweite, vermehrte Auflage, Prag, F. Tempsky, 1869 (vgl. Nr. 44).
(30) Vorlesungen über Rechtsphilosophie. Herausgegeben von K. D. A. Röder. Leipzig, F. A. Brockhaus, 1874.
(31) Vorlesungen über Aesthetik oder über die Philosophie des Schönen und der schönen Kunst. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1882.
(32) System der Aesthetik oder über die Philosophie des Schönen und der schönen Kunst. (Zur Kunstlehre, I. Abtheilung.) Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1882.
(33) Vorlesungen über synthetische Logik nach Principien des Systems der Philosophie des Verf. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1884.
(34) Einleitung in die Wissenschaftslehre. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1884.
(35) Vorlesungen über angewandte Philosophie der Geschichte. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1885.
(36) Der analytisch-inductive Theil des Systems der Philosophie. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1885.
(37) Reine allgemeine Vernunftwissenschaft oder Vorschule des analytischen Haupttheiles des Wissenschaftgliedbaues. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1886.
(38) Abriss des Systems der Philosophie. 1. und 2. Abtheilung. (Betreffs der l. Abtheilung vergleiche Nr. 15.) Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1886.
(39) Grundriss der Geschichte der Philosophie. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1887.
(40) System der Sittenlehre. I. Versuch einer wissenschaftlichen Begründung der Sittenlehre. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage (vgl. Nr. 7). II. Abhandlungen und Einzelgedanken zur Sittenlehre. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1888.
(41) Zur Geschichte der neueren philosophischen Systeme. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1889.
(42) Abriss der Philosophie der Geschichte. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1889.
(43) Philosophische Abhandlungen. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1889.
(44) Vorlesungen über das System der Philosophie. 2 Bände. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1. Bd.: Der zur Gewissheit der Gotteserkenntniss als des höchsten Wissenschaftsprincipes emporleitende Thei1. 2. verm. Aufl. 1889. 2. Bd.: Der im Lichte der Gotteserkenntniss als des höchsten Wissenschaftsprincipes ableitende Thei1. 2. verm. Aufl. 1889 (vgl. Nr. 19). Register zu dem gesamten Werke, von M. Trömel. 1891.
(45) Das Eigenthümliche der Wesenlehre nebst Nachrichten zur Geschichte der Aufnahme derselben, vornehmlich von Seiten deutscher Philosophen. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1890.
(46) Anschauungen oder Lehren und Entwürfe zur Höherbildung des Menschheitlebens. l. Bd. 1890, 2. Bd. 1891, 3. Bd. 1892, 4. Bd. 1902. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber.
(47) Anfangsgründe der Erkenntnisslehre. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, l892.
(48) Abriss der Geschichte der griechischen Philosophie. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1892.
(49) Zur Religionsphilosophie und speculativen Theologie. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1893.
(50) Aphorismen zur Sittenlehre. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1893.
(51) Der Begriff der Philosophie. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1893.
(52) Anleitung zur Naturphilosophie. Herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1894. 2., stark vermehrte Auflage (vgl. Nr. 6).
(53) Grundlage des Naturrechtes oder philosophischer Grundrisse des Ideales des Rechtes. Herausgegeben von Dr. G. Mollat. Weimar, Emil Felber. 1. Abtheilung: Die weltbürgerlichen Rechte um der Weisheit, Liebe und Kunst willen. 2., vermehrte Auflage. 1890 (vgl. Nr. 2). 2. Abtheilung: Die weltbürgerlichen Rechte um der Tugend, um der Religion, um des Bundes für schöne Vernunftindividualität und um der Endlichkeit willen. 1890.
(54) Erklärende Bemerkungen und Erläuterungen zu J. G. Fichtes Grundlage des Naturrechtes. Herausgegeben von Dr. G. Mollat. Weimar, Emil Felber, 1893.
(55) Zur Sprachphilosophie. Herausgegeben von Prof. Dr. theol. et phil. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1891.
(56) Vorlesungen über Naturrecht. Herausgegeben von Prof. Dr. Richard Mucke. Weimar, Emil Felber, 1892.
(57) Der Erdrechtsbund an sich selbst und in seinem Verhältnisse zum Ganzen und zu allen Einzeltheilen des Menschheitlebens. Herausgezogen von Dr. G. Mollat. Weimar, Emil Felber, 1893.
(58) Abhandlungen und Einzelsätze über Erziehung und Unterricht. I. Band. Herausgegeben von Richard Vetter, Seminaroberlehrer. Weimar, Emil Felber, 1894.
(59) Dasselbe, II. Band. Grundlehren der Wissenschaft zum Unterrichte. Herausgegeben von Richard Vetter, Seminaroberlehrer. Weimar, Emil Felber, 1894.
(60) Aphorismen zur geschichtswissenschaftlichen Erdkunde. Herausgegeben von Richard Vetter, Seminaroberlehrer. Weimar, Emil Felber, 1894.
(61) Zur Theorie der Musik. Herausgegeben von Richard Vetter, Seminaroberlehrer. Weimar, Emil Felber, 1894.
(62) Fragmente und Aphorismen zum analytischen Theile des Systems der Philosophie. Von Karl Christian Friedrich Krause. Aus demhandschriftlichen Nachlasse des Verfassers herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld und Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1897.
(63) Der Menschheitbund. Nebst Anhang und Nachträgen aus dem handschriftlichen Nachlasse von Karl Chr. Fr. Krause, herausgegeben von Richard Vetter, Schuldirektor in Dresden-Löbtau. Berlin, Emil Felber, 1900.
(64) Sprachwissenschaftliche Abhandlungen von Karl C. F. Krause. Aus dem handschriftlichen Nachlasse des Verfassers herausgegeben von Paul Hohlfeld und August Wünsche. Leipzig, Dieterich, 1901.
(65) Lebenlehre oder Philosophie der Geschichte zur Begründung der Lebenskunstwissenschaft. Vorlesungen an der Universität Göttingen gehalten von Karl C. F. Krause. Aufs neue herausgegeben von Paul Hohlfeld und August Wünsche. Zweite Auflage. Leipzig, Dieterich, 1904 (vgl. Nr. 28).
(66) Der Briefwechsel K. Chr. Fr. Krause's, herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld und Dr. August Wünsche. Berlin, Emil Felber, 1. Bd. 1903, 2. Bd. 1907.
(67) Entwurf eines europäischen Staatenbundes als Basis des allgemeinen Friedens und als rechtliches Mittel gegen jeden Angriff wider die innere und äußere Freiheit Europas (1814). Neu herausgegeben und eingeleitet von Hans Reichel: Die Philosophische Bibliothek, Band 98. Leipzig, F. Meiner, 1920.
(68) Der Glaube an die Menschheit. Erw. durch ein Lehrfragestück. Hrsg. von Alfred Unger. Zweite und dritte Auflage. Berlin, Unger, 1929.
(69) Vorlesungen über das System der Philosophie. Unveränderter Nachdruck der Ausgabe Göttingen 1828 mit einem neuen Vorwort und Anmerkungen. Herausgegeben von Siegfried Pflegerl, 1981.
(70) Zur Geschichte der neuen philosophischen Systeme. Neudruck der Ausgabe Leipzig 1889 (vgl. Nr. 41) durch Andras Roser. Passauer Texte zur Philosophie, 1996.
(71) Das Urbild der Menschheit. Ausgabe 1851. Herausgegeben von Siegfried Pflegerl. Kommentierter Originaltext und aktuelle Weltsystemanalyse. Peter Lang Verlag. Frankfurt, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien. 2003.
|
|
=8= The Ideal of Mankind
Let us visualize the design and structure of the Ideal, which is presented below. Each element from 1 to 4 is to be seen in combination with every other element 1 to 4, complete in terms of content and function, in connection and purpose.
The Art of Living in Krause's Theory of
Essence — The other Form of Life
The problem of the modern philosophy of the art of living presented in Wesenlehre und Lebenskunst gives us the impetus to connect it with the foundations of the theory of essences and its horizons. The starting point can be the postmodern guidelines mentioned above:
A utopian approach to an ecologically social neo-humanism. It is about the society in which the self-sufficient individual uses the art of living as a means and reason for the realization of a telos [ultimate end] that encompasses all individuals. "Philosophy here is therefore not just a therapy for the individual, but a practice for the world as a whole (globality): it is not just a school of life, but the founder of a different form of life." Through a purely egoistic approach to the art of living, an attempt is made to integrate the reference to the community into the concept. It is also about "knowledge of the connections [...] that are important for the life lived and to be lived, of the factors and aspects that influence it, of the regularities and irregularities that must be observed and taken into account."
The utopia of a different global form of life encompassing all individuals, which is presented here in the "Ideal of Mankind", goes far beyond contemporary approaches. It remains to be seen to what extent mankind will make use of this.
In 1843, eleven years after Krause's death, his work was published: "The pure, i.e. general, theory of life and philosophy of history to establish the science of the art of life"; work (28) or (65) 3).
In it, the ideas of life and its laws of development are explained according to the theory of essence "for educated people of all classes". The Internet Lodge has already published a number of the basics and made them available on the Internet, which can and must serve as a basis here.
In the following, we want to understand the art of living as the ability and possibility, →
 3) The numbers refer to Krause's catalog of works at http://www.internetloge.de/krausevz.htm.

The Art of Living in Krause's Essence Theory — The Other Lifeform =9=
→
a) to recognize the current state of development (historical picture, we) in all its individual societies from the individual to the confederation of states based on the ideas of the evolution of human life,
b) to compare it with the Ideal of perfected mankind (Urbild wi), that are presented here in the "Urbild der Menschheit", and
c) after this comparison, by developing model images wä, to initiate further development from the individual to the confederation of states exclusively by peaceful and good means.
We would first like to draw a basic plan for this work.

World Society and Ideal

. . . . . . . . we1 industrialized countries, center
— — — — we2 emerging and transition countries, semi-periphery
— . — . — we3 other developing countries, periphery

=10= The Ideal of Mankind
In an overall concept (square wo), on the left is the square wi as the "Ideal of Mankind," which is presented below. On the right is the square we, which contains the sum of all historical details of the entire current world system, its subsystems, right down to the individual people (concept of history). The outline at Wesenlehre und Lebenskunst could be used as a concrete basis here. The concrete, pragmatic and complex representation of this area we is an important task if one wants to effectively connect and compare the Ideal wi with the concrete facts of the world system. Only after such a comparison can one work out action patterns (model images) wä for the further development of the concrete world system and all of its elements, members and parts. The representation of the concrete, current world system turns out to be extremely difficult upon careful consideration, as Wesenlehre und Lebenskunst also shows. Apart from the fact that the high level of complexity alone contains quantities of data that are almost impossible to manage and that would have to be compiled by a large number of scientists from all disciplines, a huge number of theoretical problems arise in the evaluation of the factors, their weighting, and in the assessment of economic, political, religious, cultural and linguistic relationships. Even the question of the evolutionary levels of the three system types does not appear to have been resolved. As we can see, there are a large number of evolutionary theories in the three system types that conflict with one another, often exclude one another or fight one another fiercely, and even their conflict is a cause of tension.
The art of living therefore consists in developing the ability and possibility of recognizing the ideal as outlined in the "Ideal of Mankind," assessing the evolutionary stage of the respective social unit, and combining the two areas to develop plans for a life practice for a development from the historical state in the direction of the ideas of the "Ideal of Mankind" using only good and peaceful means.
The objections that can be raised against this through the lens of contemporary philosophical approaches are certainly considerable. How can one still claim today that there is an epistemological possibility for humans to arrive at the knowledge of God as the infinite and absolute fundamental being in an undogmatic conceptual way, and to derive from and in God the divine concepts (ideas) of logic, mathematics, language, all sciences and arts, to find the laws of evolution of mankind and to achieve a universalistic global integration of mankind? Did not Habermas already declare metaphysical approaches to be outdated through evolutionary devaluation? Does not postmodernism emphasize that any unifying totalization is an inadmissible attitude of intellectual domination?4) The documents presented here attempt to stimulate a "progressive" rethinking.
Siegfried Pflegerl
 4) For the positions of postmodernism and the epistemological problems that it does not solve but also creates, see Was kann nach der Postmoderne kommen?
.
The Ideal of Mankind
An Essay
1851 Edition
On the Nature and Destiny of Mankind
To think and feel God is man's most precious treasure. In the harmonious harmony of spirit and mind, God becomes present to him so that he can live in God's light and love. Every association blossoms in God's power; God binds the intimate bonds of families, and the power and strength of states rest on him. Science is formed in the contemplation of God; it springs from him, remains in him, and returns to him. The artist's enthusiasm is divine; God and the divine are the essence of true art. The true human being owes the dignity of his life, the fullness of his energy, to the fact that he holds himself closely to God with spirit and mind. To the child's mind, as well as to mature thinking, the inner harmony in reason and in nature, and the union of soul and body, are conceivable only through God. Man's inward intercourse with God, Religion, is brought to life where God is the vivifying primal thought, where his love is the innermost life of the soul; religion unites people in a life-long bond with God.
When the ideal perception of God is received as a principle5) into the soul and becomes deeply rooted in the heart, love awakens, and in its light knowledge of the nature of things and joy in life are revealed. The conviction of the existence of God is not obtained from doctrinal proof from even higher truths: for it is itself the first truth, present to the spirit in immediate intuition, the beginning and essence of all truth, just as the love of God is the original life of the soul. The faith of the pure heart does not fear the test of the mind; for insight and feeling are one like light and warmth. Faith lives in the clear vision of the highest, universal truth, which encompasses all truth in itself in perfect harmony; therefore knowledge is consistent with genuine faith, and lives indestructibly in everyone's →

On the Nature and Destiny of Mankind =13=
→ Spirit of God's primal vision; in the structure of knowledge, faith itself is transfigured and strengthened, and in the harmony of faith and knowledge, God is presented anew to man. Blessed is the man, and blessed is the mankind that has achieved harmony of mind and spirit, of religion and life! Only in this harmony can they fulfil their destiny. Only he may dare to have a say in the affairs of mankind with a happy conscience, who partially enjoys this harmony within himself, who takes a share of pure love in mankind, united with it as a whole human being.

 5) Knowledge can be gained through self-exploration according to the analytical part of philosophy, which is described in Aufstieg zur Grunderkenntnis Gottes (Ascent to the Basic Knowledge of God) as the essentialist turn.
And as we now feel and recognize God in harmony with our minds and hearts and sense him in his works, we want to renew the memory of this within ourselves and thereby prepare ourselves to view mankind and its life; so that we may recognize its eternal essence and worthily draw its Ideal, which we too may follow in life.
And so we begin with God!
The heart feels and the spirit confesses: that there is one original being, infinite and eternal — God; and that the world with all its inner beings and harmonies is divine, a worthy work and image of God. Everything that is comes from the fullness of the eternal power and wisdom and goodness; everything in his world is and will be worthy of God. Therefore, every creature is independent, essential to the whole, and in its nature imperishable — it bears the divine image in its own way. Everything is and lives in, with and through God. No being is God except God alone. But what God himself eternally created, he created in himself, imperishable, in his likeness. The world is not outside of God, for he is all that is: it is no more God himself than in and through God. What God created in eternal succession, without time and beyond all time, reveals, in eternal existence, eternally living, the essential thing that originated in it from God in constantly new form; and God, insofar as he is above all his beings, before and above all time, constantly works in the life of all things, which eternally exists with and through him as one universal life. The world is constantly in the power of the Creator; he never ceases to love, preserve and form his work.
God is the one infinite primal being, but every being in him is finite, limited. Yet being finite is not bad, being limited is not imperfection. For all beings share in God's being, they imitate God's all-perfection within their own limits; but in order to share in it in their own way, they have a specific form, limit and restriction. This in no way spoils the divine in them, they gain individuality, beauty and strength through it. To form oneself harmoniously within these limits, to live a divine life within them, →

=14= The Ideal of Mankind
→ is the primary purpose of every being. The quiet, richly formed plant, the cheerful, lively animal, every internally healthy being loves the limits of its nature and the form it imprints in them through the fullness of its inner primal power; it lives in pure innocence according to God's law. Man, too, in a state of innocence or having returned to it from inner struggles, loves the limits of his being, he strives to fill them with life and to shape them beautifully, in order to proclaim in word and deed the divine image implanted in him. Man feels and loves beauty; but beauty is the divineness of form; God and the law of his world structure are reflected in beautiful forms. The forms of the human spirit and body are the richest, most varied, most essential of all, and therefore capable of the most and deepest harmonies, the most complete beauty of all beauty. Honoring and loving oneself and all beings within the limits of finite nature is inseparable from religious disposition. We regard all beings as equally essential members of that eternal creation; we recognize in the peculiar form and life of every thing the present God, who is reflected in each of his creatures and thereby draws man to himself. Time, too, is honored by a religious soul; for it is the form of the life of finite beings and their harmonies. The limits of every being, considered in itself, are capable of an infinite wealth of forms; but the being cannot absorb and bear them all at the same time, for each excludes the other because of their opposing characteristics. The infant has one life and beauty of form, the child a different one, the youth a different one, the man a different one, the old man a different one. Each is in its own way a complete expression of life and beauty; it is the same man who bears them all in himself one after the other, but thought together at the same moment they cancel each other out. Yet, only in the real and constant simultaneity of all forms, of which every being is capable, lies the completeness of its nature and its complete likeness to God: the same human being, thought of as an infant, child, youth, man and old man, gives the image of man himself. So that beings could unite the characteristic definiteness of form and life with their completeness and all-roundness, and thus each could receive the entire divine image in its own way, God gave them constant, endless form, life in time; in which every creature, according to the divine harmony of the world, develops itself in beautiful order from form to form until it has satisfied its entire being within all its limits, closes the circle of temporal life, and begins a new one in the same moment. Thus the life of every being in itself is only a moment, a real simultaneity of everything that it holds within itself that is worthy and divine.

Thus, to the religious person, every being appears in its own innocence, fullness and joy, and at the same time in God. In all things, the basic form of the world's structure, unity, diversity and harmony shines before his pure eye; →

On the Nature and Destiny of Mankind =15=
→ this he finds in the forms of his inner and outer life, he loves in them the witnesses of divine love, the basic features of primal beauty. He counts himself blessed to have received a spiritual eye and a spiritual ear in order to feel and recognize how God lovingly presents himself in all his creatures, and makes every being a lasting, speaking monument of his wisdom and goodness. And when the sounds of the great harmony of the world reach his ear, rough and dissonant, he knows and believes, even in pain, that they are beautifully resolved in the symphony of all life, even if their resolution lies beyond the receptivity of his ear. Who would doubt that God animates and governs the world according to eternal, unchanging laws, and that his work succeeds in the greatest as well as the smallest?
Whether we delight in the fullness of life of nature, or turn it back into the inner sanctuary of the spirit, raise it to God, or let it rest on the world and mankind: we find a divine order, the same laws in everything. Beings are not just lined up next to one another and alone, they live in all-round sociability, fighting and loving. Not every being's sphere reaches directly to God; for ever narrower and narrower spheres draw together and form a great structure of the world, in which some members stand next to one another, others below one another, as in an organic body. To see this great structure of the world, the peculiar life and position of each of its members and their all-round interactive life, is insight and science; to value oneself as a member of it in its proper place, to love the whole and oneself in it, and to will and live according to the laws of the health of the whole and each of its members, is wisdom and virtue. The human sphere of life is also a subordinate one; there are still further and higher ones between him and God. But the subordinate is not therefore the lesser; it does not lose any of its fullness of life and dignity. Man is dependent on external spheres of life and is socially united with them. But in married life the uniqueness of the beings that penetrate each other in God's power does not perish; rather, their uniqueness and freedom are transfigured and help to create a higher sphere of life, which in the united beings represents God's image more completely and intimately. Thus the universe is an organic whole rich in free, independent members, in which all members are well-ordered and well-connected on all sides — worthy of their creator. The human body too is a worthy, in its way complete, likeness of the universe: — a religious sense has rightly called it the little world, [the microcosm].
The unbiased view of every human being can find the basic numbers of the structure of the world and the basic relationships of his life in external and internal experience, and has always found them. What is the basis of all true science and the often mistaken result of the most profound metaphysics lies open and clear before →

=16= The Ideal of Mankind
→ every eye that wants to see. Reason and nature are the first, highest and most comprehensive things we see next to God; and we experience that these two spheres of life permeate each other in many ways. We see the most intimate union of reason and nature in man, in whom the most intimate works of both, mind and body, live together constantly. Nature proclaims its life and its love and beauty in the senses to the mind, which appropriates its communications inwardly in living imagination and gives them back to nature, glorified by spiritually free beauty in the works of art. Nature, too, does not receive the works, the love and beauty of the mind carelessly and ungratefully; it reveals its secrets to the researcher, and opens up the abundance of its goods to the seeker. The religiously healthy sense of man recognizes in reason and nature, whose life flows into him on all sides, the two highest hemispheres of the world itself, just as they themselves are in God, serene and powerful, God's true image and likeness. For the man who lives true to his own nature, nature is as holy, as worthy, as divine as reason; the body is as dear to him and as worthy of tender care as the mind. His pure eye is equally open to all life, to all beauty in nature and reason; he is equally strong through both, and most deeply moved and inspired by their harmony; his moral sense and his love of justice extend to everything living and beautiful around him. To him the life of reason does not appear to be lawless arbitrariness, the life of nature not dead necessity; in both he recognizes divine freedom and beauty. Even if he is only conscious of the moral freedom of reason in the rule of ideas itself, he nevertheless finds and honors in the sublime and delicate works of nature a no less divine, as yet unnamed freedom of nature, as the organic rule of the individual. The joy that man feels in his love of nature and in his interaction with it is truly religious, and the gentle care and nurturing of the body, through which he reciprocates the goodness of nature, is honorable to the spirit. Thus God, reason and nature show themselves in their independence and in their interaction as the highest spheres of beings and of life; and independence, opposition with the higher and with the secondary being, and the union of this opposition in harmonious interaction as the basic forms of the structure of the world and of all beauty.
The religious person also maintains a pure sense and belief in the interaction of God with the world and each of his creatures, especially with man, his masterpiece; he believes in the interaction of creatures with God, without damaging the view of the eternal order of the world and the indestructible, free beauty of creatures through presumptuous belief in miracles. God has not concluded his work in time, nor has he placed it outside himself as finished; he holds the world in his hand at every moment, his eye rests on it with pleasure, and ever new streams of life, love and beauty pour into it and permeate all its living parts. Thus convinced, the religious person lives →
.
Reason and the Spiritual Realm =17=
→ in loving friendship with God, with himself and with all things, cheerful and joyful; he shapes himself, imitating God, in life and beauty; he wants to earn the love of God, he is certain of higher influences in quiet peace of mind, without declaring himself worthy of them and without boasting about them.
Can we find an excuse in the dignity of our intention for avowing the convictions and feelings of the religious man and making the sacred things of the soul public? We love our fellow human beings, we honor the living generation as the greatest and most active, and most receptive to all that is sublime and beautiful among all its predecessors. What we say is, as we believe, what we owe to it, what it has taught us. Why not confess aloud to such contemporaries what our hearts are full of? Why conceal what we believe would be beneficial to say? So we dare to present our deepest fundamental convictions about reason, about nature, and about their harmony with each other and with God.
Reason and the Spiritual Realm
The spirit desires to have light upon its own being, to behold itself in itself as in a mirror. All insight, all virtue comes from self-observation and self-knowledge. The next task is to recall the main points of self-knowledge and self-observation, and to observe the spirit purely in itself. The mind can observe and develop itself, it is conscious of itself; it can raise each of its activities to the object of even higher activity, it can control and govern itself. It recognizes free activity as its essence, and consciousness as its peculiar form. Much, indeed by far most, goes on in the depths of the spirit without coming into consciousness as an individual, when subordinate activities of the spirit act as individuals; only when the spirit itself intervenes with all its highest activity in its subordinate activities does consciousness arise, and when it contemplates itself in them and in the work itself, self-consciousness arises. The more deeply a mind immerses itself in its work and in creation, the more it works unconsciously; and even though consciousness is constant and uninterrupted, self-consciousness only awakens in reflection and when the sight of the successful work surprises the mind.
Every spirit is conscious of having ideas, just as it also notices within itself a spatial and physical world that is peculiar to it. Anyone who observes himself will find that his entire mental activity is originally solely concerned with observing these two inner worlds →

=18= The Ideal of Mankind
→ and to bring them into mutual harmony. For on the one hand the spirit strives to recognize truth and to shape it in many different ways as a science. Every science brings some idea and the ideas subordinate to it into consciousness, by combining the perception of the idea with a continuous creation of individual structures which serve to transfigure and shape the idea. Thus natural science develops the idea of nature in its inner organism by presenting it in certain individual natural phenomena chosen and formed according to the idea: and mathesis (mental discipline) uses certain figures and schemas to bring the pure ideas of the forms of all things into light. On the other hand, in contrast to truth and science, the spirit forms individual beings in the inner natural world in rich life according to ideas, it creates poetry. Just as ideas govern the individual in the creation of science, in the opposite way the individual governs the idea in inner poetry; just as there the individual serves to transfigure the idea, here the idea serves to enliven and beautify the individual. The poetic spirit wants either something individually beautiful, a work of the inner poetry of the spirit, in which every externally presented work of art must first be conceived; or something that is freely alive according to the inner laws of the natural inner world. And what the spirit recognizes and creates in its inner being, it unites, and it enjoys this in a free, light-hearted play of intellectual life, in moments when it neither intends to gain insight into specific ideas nor to create a specific individual beings. This free, self-active conversation of the spirit with itself is the more intimate, rich and beautiful the more the spirit is capable of in science and inner art, the more it knows and creates poetry. The spirit is pure activity, and it is only activity that belongs to the spirit itself when it knows, creates or deals harmoniously with itself. But the ideas and the world of the natural individual beings in reason are the objects that are constantly open to its activity; both appear as subject to the spirit, to be placed by it in a constant life of change. The spirit can neither create the ideas nor the physical individual bings of the world of the imagination, nor prescribe laws for them; it finds both already there, with their entire unchanging and eternal arrangement and organization. Science must faithfully follow and imitate the eternal order and chain of ideas in its formation and in the series of its views; it cannot add anything to them, take anything away, or change anything in them; it can only observe and make the idea visible through the world of images that corresponds to it; it recognizes the idea as it is eternal before all knowledge; only in this way does it grasp truth. The world of ideas exists forever without the intervention of the spirit, every idea is still infinite, and all ideas form a whole that is infinite in all directions; the entire spiritual realm cannot, even in endless time, exhaust the world of ideas in all its aspects and bring it into consciousness. Anyone who has ever immersed himself in just one single science will certainly understand our opinion. Just as little becomes →

Reason and the Spiritual Realm =19=
→
the inner world of the individual being imagined by the imagination created by the spirit or subjected to new laws. It comes into consciousness in dreams, in rapture, in the spiritual deepening of every knower and poet, and indeed pure and separated from all external things, and here follows its own laws. If the spirit could not move freely within it and guide its creations according to ideas, it would also be impossible to recognize nature and act in it; for the images in the external senses enter the spirit through this inner world of the imagination. In certain circumstances, the spirit can also merely observe the free life of this inner natural world in order to feast on it, or because it is simply not able to intervene on its own. This takes place in the involuntary play of self-presenting images, in the half-awake state, and when the spirit willingly surrenders itself to the voluntary play of thought; then the colorful images and ideas passing by call themselves, accompany each other, develop and dispel themselves. Indeed, even in the poet, where the images are dominated by ideas, as in the constructions of science, the inner regularity of the individual being formations is constantly at work and has a part in every work of the spirit.
Direct experience itself teaches every spirit the unity and indivisibility of its being; a basic feeling expresses the unity of all mental activity. But the one activity of the spirit contains within itself an organism of several subordinate activities, which are divided symmetrically into the production of the harmony of ideas and the world of the individual things produced by the spirit. The highest special activities of the spirit are understanding in the noblest sense of this ambiguous word and imagination, and over both of them, dominating and guiding what is commonly called reason; which is not to be confused with that hemisphere of the world opposite nature, which we have called by the same name. None of these three faculties is ever alone, but all three are active at the same time at any moment, both in cognition, in poetry, and in the free interaction of the spirit with itself, only that sometimes one is dominant, sometimes the other, and sometimes a beautiful balance of the first two occurs; depending on whether it is science, poetry, or free, harmonious entertainment. In any case, reason must guide understanding and imagination and place them in a beautiful and correct relationship. Not all of these activities always result in self-consciousness. Binding oneself into consciousness and then releasing it at the right time for the right work is a sublime part of self-consciousness.
People demand of one another intellectual agreement about what is true, good and beautiful, under the condition of rational activity and perception. This trust is based on the conviction that the inner world →

=20= The Ideal of Mankind
→ of ideas is one and the same for all spirits, and that the inner world of the individual is formed according to the same laws for all spirits, and that all spirits have the same organism of mental activity. Infinite space, precisely because it is infinite, is only one; the inner creations of the imagination of all spirits are all in this one space, partly evidently in the same place as the inner views of a crowd gathered in the same place, without penetrating or disturbing each other. They themselves are in the same one space that external nature fills, without disturbing or penetrating it either. Just as the organic body appropriates a certain physical sphere in external nature without thereby disturbing another body or hindering the great course of nature in any way, so do the spirits within the one, common internal physical world; of course according to the laws peculiar to the spirits and to this physical world itself. Thus, all spirits appear to us to be busy on a common basis, the world of ideas and the individual beings; each spirit forms an independent free range of intellectual activity, which produces a corresponding free range of knowledge, poetry and free inner life. The possibility that ideas and the individual can be harmoniously united by spirits rests on the fact that they are both two opposing inner spheres of a higher being, namely reason itself. And the spirits could not all act in the same way on the same two inner worlds of reason, connecting them, if they were not in essence and number really one activity, as rays, as it were, of one and the same spiritual sun. And this one highest spiritual activity, of which the spirits are organic parts, could not act directly on the world of ideas and the natural world in reason itself if it were not the activity of this very one reason itself, which reason completes in itself through the marriage of its two inner worlds.
Thus, even unbiased self-observation leads the mind to true self-knowledge, which generally solves the riddles of its inner being easily and satisfactorily, even though the mind always keeps new secrets in its inner depths. The spirit learns to regard itself and all spirits as inner parts of a single substance, reason, which stands free and independent in relation to nature. It recognises the world of ideas and of the individual as its two inner spheres, and all spirits as members of the one whole of that activity in reason which, hovering above the ideas and the individual, unites both in constant interplay. And in this, reason itself takes its inner worlds back into itself as a true whole, and thus imitates the relationship of God to reason and nature within itself. The spirit rises further to the idea of a spiritual realm, that is, of all spirits as a well-ordered whole for the establishment of inner harmony in reason, in which the abilities and functions are distributed to →

Reason and the Spiritual Realm =21=
→
the individual spirits symmetrically and eurhythmically (harmoniously). Every spirit is free, independent, unique, no one is the same as another, and what is unique to each individual has absolute value; but no one can live apart from all other spirits; separation from the spiritual realm would be spiritual death, just as separation of a limb from the body is its death. All spirits draw light and strength from the same spiritual source of life, and only in beautiful companionship does the health of each individual flourish. Harmonious development of one's own independent life, loving companionship with related spirits who surround it through higher destiny, and harmony with reason itself, is the dignity and bliss of every spirit.
The activity of every individual spirit takes a one-sided direction, for it forms a temporal series with consciousness; but this one-sidedness is neither blameworthy nor in itself ugly if it is powerful and lively. For all possible one-sided directions are taken into account in the spiritual realm at the same time, so that the whole, in which they all and all their individual works are successfully and harmoniously connected, becomes all the more glorious and rich. But even the individual spirit can only be active in a one-sided way because it carries within itself, in its own way, the entire organism of all rational activity and the spiritual germs of all rational formation. For the essence of the spirit is inseparable and organic. But in every individual spirit, individual faculties predominate for the glorification of the whole, and all the others are found in it with decreasing strength and agility as they move away from those which are dominant in its individuality. And this so-called perspective symmetry and eurhythmy of the spiritual faculties and their works, which is essential and inalienable to every individual spirit, cannot be owed to the individual himself, but can only be gained through free, all-round sociability in the spiritual realm. For what he cannot produce himself due to the limitations of his individuality, he receives himself from others who impart it from the fullness of their own. Thus the ever-new charm and nourishment of one's own life and the possible universality of development lie in the sociability of spirits among themselves. Even if we are forced to assume an infinite number of spirits, and thus the spiritual realm consists of an infinite number of citizens, a certain finite number of spirits can nevertheless be a complete picture of the one infinite spiritual realm if the specific dispositions and individualities of their members are divided symmetrically and proportionally into the entire inner spiritual determination. And it can be expected from the general harmony of the world established by God that the entire infinite spiritual realm is divided, according to higher laws unknown to us, into certain organic, finite spiritual societies that are subordinate to and co-ordinate to one another. This is the limit of knowledge, but not of religious certainty. As eternal as God and reason, and as imperishable as the being and life of each individual →
.
=22= The Ideal of Mankind
→ spirit is, the interaction of spirits among themselves and the constitution of the spirit realm must also be so eternal, constant and uniform. But everywhere, according to nature, the whole takes precedence over all its parts and rules them, without thereby damaging or weakening the independence and the individual life of the parts. For this very reason, the spirit realm itself is a collective life and every spirit society contained in it is more important and higher than any individual spirit; although the individual life of each individual spirit exists freely and undisturbed in the whole. Insofar as human society is also a part of the spirit realm, the whole of mankind is more important and higher than any individual human being; and the whole is worthy of governing the individual human being.
As such an organic whole, reason stands independently in relation to nature, skillful and ready to be united with it. In order to outline the basic features of the interplay between the two, nature still demands a few attentive glances.
Nature and Organic Species
In the senses of the body, nature is reflected to the spirit. Compared to its higher spheres of life, even to the earth, the size and strength of the body disappear, but not the harmony and beauty of its formation, not the delicacy of the eye, this organ created for the heavens. In the eye, nature shows us the basic features of the structure of the heavens as well as the structure of the Infusoria; While we still recognize nebulae, Milky Ways and solar systems, we follow nature with the same eye into the most delicate organs of the smallest creature. Thus nature shows us the entire sequence of its inner life spheres, which allows us to conclude that there is a similar sequence of its life forces. However irregular the firmament may appear to us on the waves of light, the spirit, by virtue of its higher sense of beauty and life, nevertheless perceives in it an inimitably beautiful symmetry and eurhythmy.
The sight of the firmament, when it fills the breast with pure and sublime feelings, reminds man not to bind his mind to himself and to this earth; and while this sight teaches the impossibility of looking with certainty into the depths of heaven, it at the same time exhorts us to live with all our strength for this life and to be a worthy citizen of this earth. The further natural science has progressed, the more the similarity of the life of nature to that of reason has become apparent, and the more clearly the parallelism of their powers and works has become apparent. This parallelism is necessary and imperishable, because both nature and reason represent the same essence of the Deity. Nature also contains two highest spheres in itself, which correspond to the ideas →

Nature and Organic Species =23=
→ and to the individualism in reason, and the one imperishable activity of nature itself unites both from eternity to eternity. Natural science and the universal human feeling for harmony and beauty agree when we declare the organic kingdoms to be the innermost sanctuary of nature and recognize the human body as the highest blossoming of all organizations.
The Organic Kingdom of the whole terrestrial nature shows itself as a single indivisible organism, as one great body which exhibits its glory in the riches of all the plants and species of animals, as well as in its free members. In like manner, the vital power of Nature which produces this great organism is only one, and the free, independent life forces that produce and build each individual plant and each individual animal are the essential organic parts of it, subordinate to the whole organic life force. The eternal source of life of nature, which adorns each celestial body, as soon as it has matured, with the colorful carpet of plants, and brightens it with the free life of animals, the same creator on each celestial body and yet individual according to its own characteristics, stands free and independent in relation to that one activity in reason, whose individual rays are the spirits.
The several works of this one organic life force of nature, even its most beloved, the human body, are quickly passed by in the changing times; but they do not receive their true life and their essential beauty from time, nor do they give it back in death. In every moment a living body carries eternity within itself, its whole life is a constant presence of the eternally essential. And over the body, in life and in death, the organic life force that builds it reigns freely and immortally, as an essential part of the one organic life force of nature, just as the spirit, a primal ray of the one rational activity, reigns freely and immortally his inner works of science, art and the free harmony thereof. Nature itself forms kingdoms, classes, species, families, individuals in the one great whole of its organic life, exhausting all possible inner contradictions and peculiarities of life. And everything that it has freely and independently represented in particular formations, it gathers together again in beautiful proportion and secure balance in one highest, all-round formed species; in it nature loves to form itself completely in the harmonious, uniform interplay of all its powers, and to conclude and crown its inner creations with a pure and true image of itself. And so in this highest organic species it presents reason and divinity with the purest mirror of itself, the infinite; thus it prepares a worthy place for both to unite with it lovingly, and to use it to live as a representation of the most intimate, harmonious →

=24= The Ideal of Mankind
→ circumstances in the universe. All individuals of this one highest organic species are originally and continuously one higher individual, one whole race. All individual human bodies wither, but the life force of the whole race maintains in each of them the organic contrast of male and female; and where this, developed in its maturity, is organically married in beautiful sociability, the life force of the whole species works with primal force to produce blossoming individuals in whom that contrast is repeated anew and secures the life of the species. From intimate sociability the newborns blossom into life; only through the loving care of the parentss and the whole race do their growth and organic development flourish. Every single body carries within itself, in form and movement and in all manifestations of life, the characteristics of the entire race, tribe, family and parents, which, formed according to the individual's own organic character, does not prevent each body from being unique and not being able to be achieved again in its own way, even for eternity. Yet in humans, in an incredible wealth of individuality, the same forms recur in the most varied times and in different tribes and families, similar in essence, but never individually the same; and from their apparently irregularly mixed connections through sexual love, they nevertheless rejuvenate and maintain all these ever-recurring basic forms of the human body. Nature follows deep, harmonious and beautiful laws in this, it forms human bodies according to innumerable specific individual ideals of life and beauty with unerring certainty. And even if the human spirit is not yet ripe enough to penetrate these depths, the undeniable fact encourages ever deeper research. Through the crimes that people commit without reason against these eternal laws, entire families, entire tribes and peoples can be organically destroyed in their form and expression of life. On the other hand, if the sociability of the genders is naturally chained, a healthy, strong, beautiful gender will blossom, and a fallen, withered one will be raised anew and rejuvenated.
In the formation of the human body, too, nature proves itself to be a whole of life; here too, it places the whole before its inner organic parts; it wants the species, the whole gender, and within it, according to its laws, the individual body comes to life freely. Here too, nature wants a constant, lawful and all-round interaction of the higher whole and all its members; of the whole gender, the tribes, the families and the individual bodies. The individual body only lives in the species; only in it can its individuality and beauty flourish; it is the one indivisible life of the species that takes shape in a unique way in each individual body.
.
Reason and Nature united through God; and Mankind =25=
Insofar as mankind is an organic species, it is higher and more important as a whole than the individual human being; the latter only has life and dignity if he maintains a lawful connection with the whole of mankind.
Reason and Nature united through God; and Mankind
Reason and nature, these two hemispheres of the universe, do not live alone and separated from each other, but God, who created them both and bestowed upon them their inner, independent life, unites them both socially to the highest, completest universal harmony in their whole being, eternally according to immutable laws. But our eyes are not capable of penetrating into the secrets of higher orders of world events; we are permitted to sense them religiously and to respect them in our hearts, but it would be presumptuous to want to make a definite decision about them. Yet we are able to behold clearly the most intimate part of this interpenetration of Eeason and Nature, for we ourselves belong to it and all our spiritual and corporeal powers are consecrated to it. Just as spirit and body are the masterpieces and innermost sanctuaries of reason and nature, so too is the living unity of both, man, the most intimate and glorious part of that harmony of reason and nature established by God. God also creates and maintains the union of minds and bodies; without Him they would remain isolated; they would not seek each other, would not find each other and would not be able to influence each other; if God took back into himself the power that holds them together, the bond of body and soul would suddenly be torn. Man is not just spirit, nor just body, nor both together thought of as being just next to each other, but he is a new being formed by God from body and spirit, determined to develop the life of nature and reason as a common thing, and to represent it in common works through the harmonious interplay of all united physical and spiritual life forces. Spirit and body are therefore in man equally original, equally living, equally divine; they demand to be kept equally pure and holy, equally loved and educated; a healthy mind must live in a healthy body if man is to be a complete man and fulfil his whole destiny. The spirit of man wishes and demands of his body that it shall helpfully and lovingly co-operate with him in all his spiritual needs, expand his insight, practice his art, unite him with other people through language; and kind nature does not deceive this expectation; the spirit is dear and valuable to it, it showers it with love and good things. But just as dear and valuable to the spirit is the body; it should respect it as itself, revere it as an equally great and rich work of the power and love of God; Let it support, help, and delight the body in the organic process of its development to health, power, and beauty; →


=26= The Ideal of Mankind
→ let him form it into the mirror of a beautiful soul, let him consecrate and sanctify it for the free service of only good and worthy purposes of reason.
Every spirit can only exist as an individual spirit by being a member of the spirit realm; this therefore also applies to all spirits that are united with organic bodies and are human beings. Insight and belief have led us to accept the idea of one spiritual realm or realm constituted of complete societies of spirits severally sufficing for themselves, which comprehend all the one-sided capacities and formations in their individual citizens, so that all parts of the inner determination of Eeason can be realised symmetrically and harmoniously and in uniform growth. For the same reasons, we also believe something similar about the spirit society that forms mankind on earth in a constant series of arriving and departing souls. Without wanting to hastily delve into the how and wherefore of this series, we believe that the individual members of the mankind of all times, each with their own characteristics and with their entire individuality, come to mankind according to wise providence; but we do not dare to decide in what connection the spirits living as mankind have had and will have in the future with the spirit society from which they are taken. The bodies of people on this earth originally live as an individual species with a specific planetary characteristic, and each individual body has something essential and unique in its form and life, which remains eternally unattainable by eternal nature. According to this belief, certain societies of spirits are destined for certain organic races on the several planets; certain families of spirits for certain families of bodies; and individual spirits for individual bodies, through the harmonious individuality corresponding to them. Moreover, the vivid thought of God's wisdom and goodness further convinces me that it is He alone who unites the societies of spirits with their corresponding organic races, indeed, that he gives each spirit a body that is harmonious with its individuality. Without this belief that those events of a higher order, into whose history no mortal eye can penetrate, are not governed by chance but by the goodness and wisdom of God, all the hopes that inspire us about mankind would collapse as vain and empty. A spiritual society, on the other hand, which lives as a human being on one earth united with an organic race appropriate to it, can both develop the peculiarity that belongs to this mankind considered as a spiritual society more deeply and higher and give the peculiarity of the organic species its perfection. This will be the case in so far as it harmoniously unites the spiritual characteristic of the society of spirits with the corporeal characteristic of the race, these distinctive characteristics being awakened, elevated, and enriched through each other, and both being exhibited in each other in the world of sense-perceptions presented in the spirit, and in the world of art presented in the body and in →

Reason and Nature united through God; and Mankind =27=
→ the whole surrounding nature. There the individual can also bring his own spiritual and physical characteristics, each for itself and its harmony, to maturity, and join himself as a worthy member to an ever higher and higher whole of spiritual and physical and harmonious sociability. Looking at mankind in this way, we see rays of life gathering in man from the innermost of all spheres, and completing in the universal interactive activities of mankind the inmost harmony of all things. For in mankind we find the free, all-round influence of spirits upon spirits, of bodies upon bodies, of spirits on bodies, and of bodies upon spirits; and at the same time the most complete interaction of individuals with each other, of individuals with all higher spheres of life, and of all these higher spheres of life in relation with each other. Originally, indeed, every individual spirit finds itself united only with its body; but through this body alone it shares itself lovingly and livingly with individual spirits who live as human beings, as well as with the entire spiritual society living as this mankind, and from this very source receives ever new stimulus and new nourishment for its inner, independent life.
Inseparably and intimately united with its body, the spirit forms it into a spiritual work of art, the faithful expression and image of its spiritual health and excellence. Moreover, the spirit can maintain spiritual intercourse with the bodies of other people, it can extend its spiritual life to the refinement and preservation of the entire organic species, indeed, even with the whole organic and inorganic nature on the surface of the earth, and and it is possible for it even to enter into the spiritual intercourse of knowledge with the whole solar system, and even with systems of solar systems; and from all spheres of life of nature it receives its love and favor back in the sensations of the body, which is the focal point of all its benefits. The physical interaction of the human race with one another is just as free and universal in order to glorify and beautify the species as well as the individual body. Nature, for its part, also enters into free, all-round communication through the body with the spirit, both with the individual and with the entire spiritual community living within it. Finally, as a human being, the individual can and should socially unite with friends, with those he loves, and with always higher societies; indeed, a few are able pre-eminently to belong to the whole of mankind through their original thoughts and sublime deeds. Every human being receives the treasures of the whole of mankind, is capable of receiving them, through education and social life, and is destined to offer his gift on the altar of mankind with gratitude from the treasure of his own spiritual, physical and human life. He receives what is infinite, whereas he is capable of giving but a little in return; yet it is beautiful and imperishable things. As a living member of the whole of mankind, man gains, fulfills and beautifies his own, most independent life; He acquires depth, dignity and self-sufficiency only in living intercourse with the →

=28= The Ideal of Mankind
→ admirable whole of mankind, of which his only pride is to be a living, worthy part. Accordingly, the mankind on earth exists originally and supremely as a whole, and all human societies and individuals as its organic, independent, in themselves worthy but subordinate parts, whose health and dignity is to serve the whole through their own life and to dedicate themselves completely to it. Mankind is and should be as one great human being on earth, just like a healthy and beautiful spirit in a healthy and beautiful body. Mankind as a whole is not fundamentally composed of its final parts, the individual people, but rather it is more than all of its living parts, it forms, holds and controls each of them, it gives each person their own, independent life, which they can only lead cheerfully and freely as a whole. It is the highest dignity of the individual human being to live as a free, constituent part of the whole of mankind, and to offer gratefully to the whole of mankind his life, gained and elevated as a whole. The essence and destiny of mankind and of man are originally one, they are only separated like body and limbs in order to be one life. Man and mankind can only reach their destiny in, with, and through each other, in uniform, constant progress; the destiny of each individual is a worthy part of the destiny of all mankind. And as mankind is superior and prior than any individual association, and every individual man, while each of its parts essentially belongs to the health and beauty of the whole, it is the most precious and sacred and first concern of the human race on this earth to constitute itself as mankind, to appear more and more as mankind, in one harmonious enclosed totality. The history of mankind on earth can only become ever richer in life, dignity, and beauty only if people from all sides join together more and more closely in order to become one mankind, one child of God, and thus to fulfill the will of God, of reason and nature, and to realise the longing and aspiration of their own hearts.
This is the truth which we believe is coming to be expressed in the great life of history by the present generation, and which is now at last to be made real. To think and act in the spirit of this truth is the spirit of the times itself, it is also the essence of our life. It is the very Idea of Mankind, the germ of which has been nourished and expanded by the influences of earlier ages, and which is now breaking forth into beautiful blossom; and it is the idea of mankind that also inspires the present work. This divine Idea is now founding its supremacy on the whole of mankind, as well as in its parts; it must, and will, become the ruling, animating, and creating power in science, in art, and in all the social relationships in life, in the state, in the church, in the brotherhood of love, in the family, in friendships and in free sociality. The idea of mankind, which you, oh divine founder of the religion of love, first cast into the reborn hearts as a →

Reason and Nature united through God; and Mankind =29=
→ spark of heavenly wisdom into new-born hearts, has now become a living and glowing flame; in its light your eternal foundation will also be reborn and gain new life, new blissful power. The holy fire which warms every heart, the pure flame that blazes on the altar of every family and brightens and cheer the house, and the heavenly glow that flows from the altar of mankind and permeates the whole race, they are the one eternal light, the one intimate warmth of the power and love of God, as they pour out from him over all beings, as the eternally young, joyful source of all life and all love.
To grasp this truth and to live in it is not the privilege of the scientific expert, but the property of every sensible, religious person. We are addressing this when we now recall the internal and external facts which prove that people are capable and determined to be one mankind in all their endeavors; facts which also constantly call upon every individual to recognize, love and develop themselves as a member of this great whole and, when God and duty command, to willingly sacrifice their body and life to it.
Every human being is a free independent spirit and body, and carries the germs of all human excellence in himself. All people have the same basic physical and mental abilities, they are all present in everyone, but in everyone they are present in their own unique relationships of inwardness, strength and succession; and even if they were naturally in balance, they could not all be developed uniformly and none could be developed unevenly in the same way because of the different position of each individual in nature and in society. For this reason alone, no human being can achieve everything possible at the same time, nor what he is capable of achieving in himself, on his own without social interaction. Even if only one ability is to be developed in particular, the individual cannot achieve everything that is possible for him in society. For every object to which any human ability relates is truly infinite, just like this ability itself, both are essentially interdependent with an infinite number of other objects and talents; Only when a large number of things are already provided to the individual by others, only when others take care of all his other intellectual and physical needs, can he devote himself to the development of a single talent; even in the area peculiar to this talent he still needs other people's preliminary work, other people's example and other people's teaching in order to achieve some perfection in his short lifetime. The infinity and all-round interdependence of all things and all human endeavours is evident everywhere in science and art and in social life. A calm and impartial examination of how much he has become through himself →

=30= The Ideal of Mankind
→ and how much he has become through society can convince anyone that neither nature nor reason is attempting to form or maintain him as an individual being. Pure science, based on our assertions above, virtually denies that a single human being can be and be thought of as merely an individual. Only sociability can prevent the illnesses and weaknesses of the mind and body that inevitably affect the solitary man and bring him to despair; only in society can the individual understand the perspective in which his own being, God and the world are presented to him. Therefore, the highest wisdom and goodness have placed a longing for other people, for company and love in every breast, and this primal drive, which cannot be eradicated, is a guarantee that, according to God's intention, people should exist as a social whole.
But in addition to the fact that the individual is only perfected as an individual in society, society also achieves things which the individual could not even partially achieve, and to which he can only contribute his part in a social union with others. We are talking about all works peculiar to society, which by their nature increase the more and more capable co-workers are found, and which can only attain their splendor and full dignity when people have united into one mankind to create them. In these cases, either the area of what has to be achieved is too wide for the individual and insurmountable due to lack of time and strength, so that perhaps the individual's contribution would have as little effect as a drop in the ocean; or the participation of the individuals is so different in nature and skill that only the most diverse work, governed and united according to certain laws, can produce the work. In every truly social work, both are always the case at the same time, except that in some the magnitude and duration of the work predominates, in others the diversity of the workers, but in some both are equally admirable. The first type includes primarily the cultivation of the earth and all such works of art in which sublimity is the dominant feature, the completion of which requires more than a human lifetime. To the second class belong all social expositions of science, of art, and of religion, which may perhaps be accomplished in a few days, years, hours, or even minutes, but in which talents of various kinds must be harmoniously united and must express themselves in an intelligent and artistic proportion in connection with each other so as to bring about the work in its proper form: such as in a symphony, a dance, an opera, a dialogue, or a social religious act. The most admirable works of society are languages, national characters, the art of travel by sea, land and air, the sciences and the arts in general, families, states, friendships, the art of social interaction, the brotherhood of love and religious associations. They are all infinite, they all win with the number and talents of the individual workers, they can only be organically →

Reason and Nature united through God; and Mankind =31=
→ and beautifully completed when all peoples on earth have united into one mankind. The unification of people into ever higher social wholes, in as comprehensive and varied a society as possible, is thus demanded of spirits by reason, of bodies by nature, and of the whole human being by both. Just as a spirit cannot subsist without being held in the whole of reason at the same time as all spirits, and without drawing the spice and nourishment of its life from the company of other spirits, just as the body cannot tear itself away from the whole of nature, from its heavenly body, as the next higher whole of its life, nor from its gender; it only exists in fullness and beauty when all its relationships to all its higher spheres of life are in a healthy state. Without the health of both the body and the mind, the being consisting of both, the human being cannot be healthy; And this too cannot exist with a healthy mind and body, much less be completed, if as a human being he does not connect harmoniously to all the higher wholes of human sociability and, in this multiple sociability, to all the higher wholes of life, to God and the world. Thus, people are definitely called upon by God, by nature, and by reason, to form One Mankind.
Because, if we look at the earth as a whole, the abundance and beauty and the pure harmony of its structure and life are unmistakable. We will dwell on her uplifting image for a little while longer. Its products, in relation to itself and apart from human needs, are distributed and arranged in inscrutably diverse, beautiful, rhythmic, I would say musical proportions. The earth itself is engaged in evolving over its whole surface a universal interaction of climates, a mutual communication and interlinking of its inorganic and organic products and thereby a uniform spread of life, especially of the plant and animal kingdoms. But man, who needs all other earthly things for his preservation and nourishment, extends his love and care to all the products of the earth whose beauty and liveliness moves him, far outpaces the earth itself in this striving; the spirit and a fate, not without providence, drives him around the whole earth, his race spreads out to near the poles, so that he can spread life and joy here too, and adorn nature with her masterpieces and with monuments of the spirit, where she seems to have completely forgotten herself and man. The social association of people works tirelessly to develop the climatic differences of the earth where they are beautiful and useful, and to eliminate or render them harmless where they become adverse and harmful; it tries to warm and refine the cold ones through cultivation, to spread the most beautiful and useful animals and plants uniformly wherever there is good or even just tolerable soil, →

=32= The Ideal of Mankind
→ indeed, often to prepare suitable soil for them with great effort through art. And thus the magical power of the human mind, with the co-operation of God, beautifies the earth itself as a whole, and adorns it everywhere with its fairest, most vital, and most grateful inhabitant, Man. If nature could become conscious of itself, it would be delighted to see itself so purely perceived, so well understood, so deeply loved and permeated by the spirit world that God has united with it, and to find that the harmony of its universal life is promoted by man according to its own laws, and that it is even elevated above itself. But all this can only be achieved by men when united as one society. Thus, nature calls on people, for the sake of the beauty and fullness of their mutual and harmonious life, to present themselves to it as a sociable, harmonious whole, as One Mankind, in order to thereby win its highest favor and to be gratefully endowed with all natural goods everywhere, uniformly and superfluously according to need and receptivity.
God Himself has completely separated our mankind by the natural limits of the earth, from all the other inhabitants of the universe, who together make up the One Supreme Mankind. Only from him can we expect that the aforementioned symmetrical and eurhythmic completeness of characters and gifts of genius will be distributed justly and appropriately in our mankind and will be continually rejuvenated and enhanced in our descendants. Through the physical and spiritual longing of every human being for love and sociability and for a higher completion of their own being, and by preparing for mankind a highly lively paradisiacal dwelling place which, separated from all other heavenly bodies, is self-sufficient, God has called upon people themselves to unite and develop into one mankind on earth, as a complete, well-behaved, healthy and beautiful whole in all its parts. This dwelling place so worthy of mankind, our terrestrial world, is the mother and guardian of all organic life, is divided by the wonderfully intricate network and the harmoniously determined heights of the mountains, by the interaction of mountain formation and water flow in volcanic struggles, and in the gentle and violent breaches of that network by flowing streams, into an incalculable number of characteristic mountain and river regions, which are contained next to and within one another, sometimes surrounded by seas, sometimes concentrically surrounded by inland seas. The comprehensive and clear view of the lawful beauty, of the manifold symmetry and eurhythmy of the heights, the rivers and valleys, the mainland and the sea, in outline and form and in their manifold products, will delight future generations even more than us, when they have reached, with the help of the state and through planned, comprehensive journeys by water, land and air, what the lonely →

Reason and Nature united through God; and Mankind =33=
→ explorers and the more educated peoples now yearn for in vain. Those larger and smaller mountain raanges and river regions, with their differences of climate and location, offer the spreading human race just as many special, self-satisfying and complete places to live, in which the separating peoples can divide and develop themselves in accordance with their intellectual abilities and the nature surrounding them, and gradually to become capable of being united through human art and law into smaller and larger alliances of peoples, standing alongside and subordinate to each other, serving and stimulating each other. And these individual closer or wider connections between peoples can finally, in the age of mature nations, be united through love and law into the harmonious highest whole of one Mankind, the ultimate Union, in which every people that has achieved independence can then purify, maintain, and socially develop its own peculiarities.
Even if mankind were not directed by God and by the nature of their dwelling-place to develop themselves on earth into one supreme social whole, and even if men were not urged upon by natural wants and natural institutions to form limited spheres of sociability as intermediate links between the individual and the whole of mankind, yet their inner, purely-human constitution would necessarily drive people to seek universal human association, through both the mind and the body, with as many individuals as possible. For it is obvious to every person who is even somewhat educated that the human destiny is endless in many ways, and that everyone who has achieved true self-confidence and true self-esteem is capable of, and in need, of an infinite wealth of characterful individuality in their activities and works, and feels how little he can suffice for himself alone, and how far more sufficient he is, both for himself and for mankind, when united with others. I readily admit that even a smaller number of people can live in order and not entirely unsuccessfully for the whole of human destiny under a number of favorable conditions. A healthy and strong race on a lonely island, in beautiful, bountiful nature, undisturbed by tribes that a wilder nature has brought up more wildly, even if it only ever consisted of a few hundred individuals, would live cheerfully and happily in enviable innocence, slowly but surely developing its powers to the extent that the enjoyment of the blessings of nature permitted, and to the extent that love and joy called it. However, the eternal wisdom which governs the spiritual realm, which founds the earth and forms human beings, has intended something quite different, and far more beautiful and sublime; it forces the developing human race through tragic means to self-education, to spread across the whole earth and to develop all its talents; it arouses in it, when its culture has progressed further, the desire, the hope and the strength to multiply human sociability, to make it nobler and more comprehensive.


=34= The Ideal of Mankind
All peoples living on earth are capable and worthy of some social relationships at all times, and can become more and more so through the education of the already mature peoples; Increasing sociability within oneself and with other peoples is a prerequisite for the culture and vitality of every people. God and Nature and Reason favour the production of ever higher people and of what is the highest that can be represented on earth, namely, mankind; and the ever more developing nature of the spirit agrees with this great endeavor. Our hope rests firmly on the idea that the peoples of this earth will one day be One Mankind, diverse and harmoniously sociable within itself. Even if this idea has not yet become fully real, it deserves a historical examination, which must be led by the torch of science, to determine whether people have worked steadily and involuntarily, and in part successfully, to represent all peoples as One Mankind. If this proves to be true, we can be comforted by the thought that history is not yet over, that we, too, are all a power of God, and that after us there will come lively generations who will be all the more perfect and come closer to that great goal, the more we try to surpass our fathers and to promote the great work of mankind where they left it. We certainly do not place this hope in our age without reason, which recognizes the whole of human destiny as originally the destiny of the one great man, of the whole of human society of all ages, which knows how to value the power given to mankind in every people and in every new-born citizen of the earth more correctly and humanely than all previous ages. May the spirit of the times continue to strive to develop the powers of every individual and every people with love and wisdom according to the idea of the whole, and to apply them to the great work of mankind, precisely when and where they are suitable. May all people unite more and more closely in such a way that all parts of human destiny are worked symmetrically and harmoniously by internally called workers in appropriate numbers, at the right time and in the right place joyfully: so all people and all nations will soon be, as it were, members of an organic body, a true, healthy and beautiful mankind, fully developed in all its parts; they will then appear in the eyes of the deity as a happily growing human being, who, born with all equally great abilities, develops them all with equal love and faithfulness, and thus brings about the work towards which all his powers strive, evenly, beautifully and powerfully.
Thus far we have sought to explain the nature of man and mankind and its relationship to God and the world, and now we turn to sketch out the destiny of man and mankind in outline. Now we must examine what is to be done, with what powers and how it is to be done. Therefore, we first turn our attention to the Works of Mankind, →
.
The Original Works of Mankind =35=
→ then to the Organism of its Powers, and lastly to the rational Forms of all Human Activity.
The Original Works of Mankind
When considering the works, powers, and social life of man we must look to the constituent elements of his being. For he is not a simple being, but a harmonious compound; he consists of soul and body, and in the harmonious union of both. Activity of the mind, activity of the body, and the socially united activity of both, are required for the accomplishing of all his works. While the spirit in its thinking and productive activity spontaneously carries on its inner life, independently of it and continually the body is also occupied in vitalising and forming itself, and at the same time the spirit is also present in the body and the body in the spirit with active influence. This latter interaction takes place constantly throughout life, whether works are created joint, or those that belong specifically to the mind or to the body. Everything that the senses of the body perceive reaches the mind unadulterated through the world of imagination, even if it does not always and not completely reach consciousness; and everything that the inner senses of the mind perceive is reflected in the senses of the body and is perceived by the body. In this admirable intercourse, the spirit gains an external world in addition to its inner world, the body and the whole of nature that is represented in it, and it appropriates it to itself in accordance with the laws of its own being. It makes the body the image of the mind and the executor of its will in nature. And, in like manner, he body receives into its organic life an external world of the imagination of the spirit that dwells within it, and thus appropriates the inner essence of reason in form and movement. The life of the body and of the spirit are mutually linked to one another; they suffer and rejoice together, they become ill and recover, they grow strong and wither together. Mind and body, as one human being, work together continuously with the activities corresponding to their respective organisms when they work together to create common works and when a work of the mind or of the body is created; for even in the latter case, neither of them can allow a particular activity to take effect without the other's similar activity also being addressed. Mind and body can also inhibit and awaken each other; they are receptive of influence from one another, and have power respectively to resist the natural consequences of these influences; but they can neither create nor annihilate each other's activities. And the effectiveness of both is equally linked, equally essential and powerful in the representation of such works which belong as much to reason as to nature; →

=36= The Ideal of Mankind
→ as in every artistic exercise which represents its work in nature and in every experiment.
The bonds of the body are even more closely bound to the spirit by the fact that the spiritual part of man, the soul, cannot deal individually with spirits, except with those who are also human, and that this is only possible through the body. For only through the sight of bodies, through mutual perception of their movements, only through the language of sounds and writing can souls communicate spiritually without coming into bodily contact and socially uniting with each other. As for the questions: whether spiritual sociability, without the need for the body and the forces of nature and a physically represented world of symbols, will be possible among people in general, or at least one day in the distant future? Whether individual traces of purely spiritual communication, which show themselves in some psychological phenomena, whether the intimations of purely spiritual sympathy of loved ones and friends are not deceptive? Whether perhaps our species is not yet mature enough to deal with spirits purely spiritually? — For now, the purpose of the present work allows us to leave these questions at rest. However, as we have seen, the individual spirit only has its own life as a social member of a spiritual community, and in the current state of mankind no other life than that of fellow human being is accessible to it; and in their bodies, the spirits see, recognize, and grow to love each other. Body and nature, both in themselves worthy of the reverence and love of the spirit, receive a new sanctification through this relationship to its own inner life.
Here, where a human spirit speaks to human spirits in order to rejuvenate a pure enthusiasm for the sublime affairs of mankind, it is particularly important to recognize what the spirits of men can and should achieve for the perfection of individual men and of all mankind through their own power or through the powers of the bodies that obey them. But people's bodies also have an ongoing effect upon themselves and, through their influence on the spirits that obey them, upon the entire human destiny. This human activity of bodies which we know in its effects, and upon which we again exert a spiritual influence in consequence of this knowledge, falls as such outside of the sphere of consciousness. We can indeed call the body ours, for we really constitute one being with it; and yet as spirits, our selves are only one part of the human being. Spirit and body are one human being, but these two parts do not dissolve into one another, the spheres of their activities do not dissolve into one another, but they simply penetrate one another and work together and inseparably. If the body could say I to itself, it would also count the soul as part of itself, insofar as it is human, and yet, as body it would distinguish itself from the spirit.

The Original Works of Mankind =37=
Therefore, in no part of human destiny can the spirit be merely subordinate to the body, nor the body merely subordinate to the spirit. Reason and nature, the spirit and the body, occupy an equally high place in the universe only in God, and the life of both has the same intimacy and beauty. Both are worthy in themselves, and for this very reason they are also capable of serving each other, not as servants, but as friends. The spirit does indeed have the power and authority to repel and restrict the urges and enjoyments of the body, which could inhibit, disrupt and destroy the inner life of the spirit; and generally to place and maintain the body in that symmetrical and eurythmic mood that suits the inner life of its spiritual individuality. But, on the other hand, the body also has a similar power and authority, to save its health, its strength and its beauty from the selfish pretensions of the spirit; which may perhaps be very praiseworthy and excellent as far as the spirit is concerned, but if they corrupt the body, they are also destructive to man, whose perfection consists in the harmony of a well-ordered soul with a well-ordered body. And even if nature and the body are despised in certain periods and among certain peoples, and appear to be inferior in dignity to the spirit, even unworthy of the spirit, or at least intended only for the spirit, we consider this to be an inevitable but temporary error in the development of the human race. In this respect, too, people must become like children, who embrace body and spirit with equal affection, not distinguishing between the two; like lovers and friends, who are equally moved by the beauty of body and spirit; and like the Greeks, whose great excellence in art and science grew out of the balance of spiritual and physical life. With the recognition of the equal dignity of body and spirit, and with a harmoniously united effectiveness of both based on this, a new life in history begins.
As regards the works, the powers, and the social living of mankind, there therefore belongs as much of what is good to Nature and the body as to Reason and the spirit. The works, powers and associations peculiar to the spirit, which fall into the sphere of mankind, are to be clearly distinguished from the opposing ones, which belong purely to the body, and both are to be considered on their own merits. The works, powers and social relationships common to both can also be rightly understood. We may leave it to Nature and the body to take care of what is their own, — they have never yet failed the spirit, which works upon them in accordance with reason, — and speak here only of what the spirits, on their own and in association with the bodies, can accomplish or at least promote in human terms, in order to contribute their part with beautiful diligence to the one whole of human excellence, which can only succeed through the combined efforts of the spirits and the bodies.
.
=38= The Ideal of Mankind
In proceeding to review the works which appear as the goal of all human striving, we must first refer to Science. Because it is the divine light which shines before all other human works and diffuses over them a spiritual illumination of its own.
Science
Man is always spontaneously thinking, he strives to know; and at every moment knowledge is already present to him, in waking as well as in dreaming, in scientific reflection as well as in the play of the lightest jest. With increasing self-consciousness, with the growing all-round perfection of his being, his thirst for truth and his eagerness to search for it also grows, and in the joy of satisfaction the desire to search is constantly renewed. Because, to attain knowledge and to form science, is a fundamental characteristic of the mind, as the constant striving to bring ideas into consciousness, transfigured by individual, vivid images of the imagination, and to consolidate them in it. The mind opens inner and outer senses to the living influences of God and of all things; from the whole social life it obtains the illumination and transfiguration of Ideas; and science, having flowed out of life, returns into life again as a source of beauty and strength.
Cognition is constantly and inseparably linked to imagination. The idea is the dominant factor in knowledge; the goal of thinking is to see the Idea in the corresponding individual form, as in its image. The world of Ideas is an independent, eternal, and free repetition of the whole universe within Reason. It is infinite, complete, before all time, and only once, open to all spirits so as to be capable of being wedded with the world of individuality. Its organization is in accordance with God and the structure of the universe. One Idea, the primal idea of God, is its entire content; in this [archetypal Idea] rest the ideas of all beings as its indepentent parts, in the same immutable order in which God has formed them. Among ideas there is no temporal before and after, but an eternal one, according to the inner essential nature of the universe. The idea of every thing is its whole, indivisible, eternal essence, together with all its eternal, inner, essential parts; the opposition of the general and the particular, as well as the union of this opposition, falls within the idea itself. In the contemplation of the idea, the contemplation of its inner richness of being and life is never lost; rather, when the intuitive recognition of it has begun, the self-transfiguring idea calls upon the spirit to complete the image of its inner fullness; and when an idea, as it is eternal in itself, has appeared in its truth before the eye of the spirit, it appears as a closed whole, rich in inner members and life. Thus the idea of nature is not the pure general concept of the physical, but the →

Science =39=
→ contemplation of an infinite and eternal world, as an organic whole, in the full richness of its eternally new life. The idea of the state is transfigured in the view of a specific society of people who, when united, represent the organic whole of law. The idea of God encompasses God and his world, in his unity, infinity and fullness of life; as a general concept, however, it cools down in the merely formal concept of the Thing in general. However, the world of general concepts is an essential but subordinate part of the world of ideas.
Just as all things are in God, so the idea of God also contains all other ideas as their subordinate parts. Therefore, all knowledge is a consciousness of the eternal being of God, all reflection is a spiritual visualization of it; and in God, science sees the eternal essence of all things and their harmonious interplay. God, reason and nature and their universal harmony are the inexhaustible objects of knowledge. If knowledge is to have light, fullness and truth, the mind must imitate the eternal order of ideas in time, it must start from the intuition of God, always maintain itself in this intuition, follow the eternal laws of the world, and thus spread itself beyond reason and nature and recognize both in their inner independent life as well as in their harmony with themselves and with God. And just as everything is in God and God in everything, and the order of ideas is infinitely varied, so too the contemplating spirit is able to climb the ladder of beings up and down and in all directions. Thus the spirit carries God and the world and itself in a second creation within itself in the world of ideas; thus it is in itself elevated above itself. The life of God, reason and nature, wherever it lives, is in accordance with the ideas and serves, wherever the spirit takes hold of its perception, to transfigure the idea and glorify knowledge. Just as the plant and the animal and every living being are endowed with senses and receptivity to receive and respond to the influences of life from above and from their own kind, so too every spirit has sense and receptivity for spiritual, natural and divine influences. And so the great miracle becomes comprehensible how the spirit can rise above itself and place itself outside itself in order to look alongside itself into other spirits and into nature, and above itself into reason and God, with a humanly limited, yet religious and sure gaze.
The first certainty that presents itself to the spirit is itself with its personality; the first knowledge is self-knowledge. This knowledge comes into consciousness as often as the mind combines the image of its own life with the Idea of an individual spirit. This self-knowledge is the external bond of all other knowledge; yet, by its nature, it leads the knower beyond his personality. For in self-knowledge lies the eternal essence of the person as well as its individual limitations. When contemplating →

=40= The Ideal of Mankind
→ the idea of the spirit, it becomes clear to every spiritual person that their individual limitations satisfy the essence of spirit in one way, but not all-round. The Idea of a realm of spirits, or of a spiritual world, is thus first obtained, and the spirit is made fit to perceive and respond to the manifestations of the life of other spirits. Only by doing so, the spirit soon recognizes that the limitations of the spirit do not exhaust its essence, and so it arrives at the idea of reason. If it further limits the essence of reason in the opposite way, he arrives at the idea of nature; and when it finally recognizes these limitations as such, reason and nature become visible to it as the inner essence of the unlimited God; and so the spirit rises to the pure idea of the deity. If there were not one and the same essential Being in all things, and if all things were not a finite likeness of God, the mind would be able to know nothing except itself. Without special revelations, pure knowledge of God is possible to the mind only through the divine image which has been bestowed upon it. But with this inner recognition of God, reason, and nature, the spirit is not yet given an insight into its own inner, real, individual life, which they lead eternally outside the spirit, independent of it and its knowledge; just as little as he can experience the individual thoughts and ideas of another mind without language. The spirit cannot conjure up from its own depths a view of any individual occurrence outside itself; but in that inner recognition of all beings through the pure inner source of knowledge, its inner sense opens up, it becomes receptive to all-round experience and all-round change.
Experience as such is the immediate perception of individual things and events which enter as parts of the being and life of external objects through faithful images into the world of what is individual in Reason; and these presentations are spiritually recognized and conceived by the mind through the already initiated intuition of the Ideas corresponding to them. The mind seizes the Idea of its own being in its inner personal life, but it cannot fully realize and complete it without taking along with it through experiencing the individuality of other minds. Without special revelations of God Himself, the mind can only recognize the universal Being of God, but cannot reach the individual manifestations of His supernatural life: of which would have to be attested to by their own experience. Spirits who lived without a body could and should internally recognize nature according to its essence and represent it in their inner physical world, according to the dictates of the idea, but they could not know anything about the individual works and expressions of life in nature, nor could they even suspect it. But, on the other hand, how richly and forcibly does the life of Nature stream in upon the spirit through the senses of the body! Myriads of mature's manifold works, in all the fullness and freshness of life, unattainable by any knowledge, become present to man, his gaze rises to contemplate the entire celestial structure. In every sense →

Science =41=
→ Nature itself and its images, as they arise, become vividly present in the world of imagination. Here the mind senses and comprehends Nature, and interfuses it with the individual internal images of imagination which readily receives the external image, and then brings it faithfully and completely to the Ideas in order to bring forth knowledge of real Nature and of the Idea of Nature. It is Nature itself which the spirit sees, hears, and feels within itself.
The whole sphere of experience is thus a precious gift of the Deity to reconcile us with the limitations of our nature, even in knowledge. Just as all ideas are in themselves one whole, so is all life in the universe only one whole; God's eye sees all living things as one indivisible, eternal and continuous experience. Although the human spirit cannot view things with the eyes of God, yet it can recognize and develop the experiences presented to it as all external manifestations of a great life that is equally worthy of respect in all its parts. All the more important is it for the wise man, as well as for the whole of mankind, to keep the inner mirror of the mind as pure, the inner eye as lively, and the vision as unbiased as possible, and thus symmetrically and rhythmically to exhaust and then expand the circle of experience on all directions. While respecting all the sources of knowledge, the wise man draws living knowledge from them all, a transfiguration of the world of Ideas; yet without confusing the various sources of knowledge, or letting them flow indistinctly into each other. Thus does the uncorrupted and persevering researcher succeeds in seeing the whole system of ideas in his own peculiar, limited, but luminous and faithful way, and in making his mind a mirror of the deity and of the structure of the universe.
Again, just as all ideas constitute the One Idea of God, so too all science is in itself only one. But in the original idea, every subordinate idea is independent in its specific place, organically contained within itself; thus, every independent idea is also related to a particular science, the scope and internal structure of which is determined by the idea that it represents in the individual things. Every Idea has in the supreme Idea an Idea opposed to it, subsisting by itself and wholly independent of that Idea; and accordingly there is likewise a similarly independent science in antithesis to every particular science. These opposing Ideas further unite among themselves in order to express in their harmony the essence of the higher Idea in which they both exist, even in their harmony; therefore, every science that freely contradicts one another forms a third harmonious one. And since God, nature and reason are the highest and sole ideas, science is divided, according to its subject matter, into the pure science of God as the original being, into the independent pure science of nature, into the science of reason and into the science of the harmony and interplay of reason and nature among themselves, and of both, separately and united, with God. In order to develop this science uniformly in all its parts, as far as human nature allows, →

=42= The Ideal of Mankind
→ all people of all ages must draw together from all accessible sources of knowledge.
In every cognition, the Ideas are perceived in combination with the corresponding individual thing; for the Idea and the individual are inseparable in consciousness in every cognition. But the mind has two opposing, equally essential and worthy paths open to it. Either the idea is the dominant element and the train of thought adheres to the inner essence of the idea, while the grounds of proof are taken from the inner nature of the idea, and the individual element is freely delineated according to the idea as its image. Or the mind devotes itself to the contemplation of what is individual in its inner formative activity and recognises what idea is expressed in it and how; and then the train of thought adheres to the articulation and internal structure of the individual object, and the grounds of proof are borrowed from the individual thing itself. The former, purely ideal knowledge, is commonly called Philosophical Knowledge; and the second, purely real knowledge, is called Experiential or Empirical Knowledge, because experience supplies most of the facts for it. But both opposing directions of the mind come together in a third mediate position, where the purely recognized ideas and the ideas represented in the individual things are held against each other and placed in a harmonious unity, in harmonious cognition. All three types of cognition refer to the same whole area of knowable things, and all three use the immediate inner intuition of the knowing mind within itself, and no less the whole area of experience, each in its own way. An example of purely ideal knowledge is contemporary metaphysics and mathematics; the latter cannot take shape without an individual world of images, although the order and structure of ideas determines the order of its objects, and the arguments are always borrowed from the idea itself, never from the individual determinations of the figure. The purely empirical physical sciences present an example of purely real cognition; they surrender themselves purely and unprejudicedly to sensory experience, and only accept statements which nature itself has expressed and proven. Excellent works on the philosophy of history and the philosophy of religion, and on politics, prove how beautiful and gratifying the knowledge we call harmonious is, and how much it deserves to be spread uniformly by future generations across the entire field of human knowledge. This harmonious knowledge seeks to resolve the conflict between the idea and the living in thought, and to bring both into harmony; it sketches an individual image called an Ideal, drawn from the idea brought into harmony with what is real and individual; it places man into the heart and mind of all living things; it recognises how God and Reason and Nature eternally represent the ideas in time, and inflames the mind, in its turn, with a pure heart and with all its strength, to join in →
.
Art =43=
→ the symphony of beings. The harmonious knowledge is Theodicy, and unpretentious, intimate presentiment of the future.
Thus science is one organic whole in itself. In terms of objects, it is knowledge of God, reason and nature, and of their harmony. In terms of the sources of knowledge, it is created from immediate perceptions within the knowing mind, or from experience, or from both sources of knowledge at the same time. Finally, in terms of the type of knowledge, it is purely ideal knowledge, or purely real knowledge, or harmonious knowledge. Every person must strive to bring as much of this infinitely infinite whole within the range of his own perception as his mind and his strength can grasp. But in its higher completeness it is only a social work of the Mankind of all peoples and times. Science is a work of history, but also a force of history. With each new advance of science, all human things on earth rejuvenate and become more beautiful. May it rise on the horizon of life for every coming generation, an ever more powerful sun, ever more pure!
Equally worthy as science and equally infinite is art, its divine sister. All the noblest peoples in their finest times glowed for it, and the most educated peoples of Europe glow for it today. It is the second original work of the spirit of man and of mankind.
Art
The world of Imagination, or what is bodily and individual in Reason, stands purely and independently in relation to the Ideas. This world has its own inner life, Reason produces forms in it according to its own laws, without needing the influence of Ideas. But the spirit brings to it the law of the idea, it gives it a new ideal life, it creates poetry. Only what is freely formed according to ideas in this world of the individuality comes into consciousness. Nature, even in the organic world, is eternally equal with itself in an unchanging sequence of creations; in each of its works the parts are firmly determined in the whole and through it; it forms everything in one act at the same time, the part with the whole; the form only in living beings themselves, the human form only in humans. But when the spirit weds the individual with the ideas, the laws of individuality take on the freedom of the idea; each of its formations is independent, the first link in its series, and only in order to fully represent a free idea, several such formations make up a higher living whole. The mind creates, in the order it pleases, spring, winter, flowers, a human body, a sun, a pure world of colors, a pure world of forms; →

=44= The Ideal of Mankind
→ the sculptor gives human form to the stone; the painter turns the surface into a mirror of life and its forms; the musician lends the air the tender, changeful life of feeling.
In artistic creation man is not limited to his inner spiritual world alone; out of it he fashions at will forms that pass into other minds and go out into Nature. What he creatively conceived and gave birth to in the sanctuary of the spirit, he can become capable of representing in other minds and in nature. Inner poetry precedes every external work as a model. A master of inner art can also become a master of outer art, and the majesty and intimacy of his inner art is the limit to which his outer art can rise.
A work of inner poetry, an inner work of art, is complete when it lives and breathes according to the level of its being and existence, when it is truly formed and individualized down to its last organic parts; when, resting freely in itself, it owes its existence to the idea; when either subsisting in itself, or is connected through the idea as an independent part of a higher artistic whole. The creative spirit, freely following the idea and its inner order, creates all parts in the whole; it breathes the life of the whole into every part, until the whole, in the life of its inward totality, responds to it, similar to the painter, whose work emerges step by step and freely. But when a poetic mind has attained beautiful skills, fresh growths of an artistic nature take form within it, as if by their own power and spontaneous impulse. — Fresh, full, and sound life is the characteristic of every inner artistic work, as well as of every external work of art that is in accordance with its inner ideal.
Every being represents in its own way the structure and the fundamental laws of the universe as a closed and complete likeness of God, according to the place it occupies in the series of beings. Nature and reason, spirit and body, the idea and the individual thing, all bear this seal of their divine origin. The richer in education and life a being is, the more and more intimate opposites are harmoniously united in it, the richer and more glorious an image of God it is; thus the body, the masterpiece of physical creation, is receptive to the most diverse and intimate representations of the basic harmony of the structure of the universe, it is the most glorious likeness of God in nature. This pure, clear and lively God-likeness of finite natures in their finiteness is beauty. The original source of all beauty is God himself and his power, in which all things move. In the beauty of the creatures, God beholds Himself with pleasure, and creatures as worthy of him: in its beauty, the world proves itself to be the work of the eternal Master. Where this divine excellence is presented to the mind of man, he is inwardly moved →

Art =45=
→ and elevated: a religious supersensible holy feeling streams through him: for he senses the presence of God and his inner unity with Him. So the spirit feels with delight the heavenly melody of music when the waves of tones move in the fundamental relationships of the eternal numbers, according to which the world is formed and lives in God. The world of ideas also has its quiet beauty, which touches the wiseman like the truth. Every being is receptive of beauty when it fashions itself in innocence, true to its own nature. Every joyful, rich and heartfelt life is beautiful in itself, but it lives in order to live, not just to be beautiful. And God has bestowed on every being sensitivity and desire, according to its capacity, and an artistic drive for beauty; all beings should not be merely formed parts, but formative, active persons of the divine work of art of the world. Beauty is most deeply felt and created by man, the most beautiful blossom of creation. All that is dearest to man is clothed by him in beauty; the more educated a people, the more universally and dominantly beauty asserts its rights among them; Science, sociability, religion, the state, everything is transfigured in their beauty. The inner spiritual life rises to moral beauty and grace; beauty is the source and nourishment of love.
The entire world of the inner poetry of every spirit is also capable of its own peculiar beauty; every one of its works and every higher whole of these works can participate in it. If only the spirit freely governs the formation of what is individual according to the idea, then, beauty arises of itself, as if by a kind fate. But even in this world of inner artistic creation there is an inner contradiction, similar to that of ideal and real knowledge in science. The reason for this cannot be beauty, because, like every being, every work of inner artistic creation is capable of it. Rather, this contrast is based on an essentially opposite relationship between the idea and the individual thing in the formation of the work that arises from their union. Because, either the essence and the inner eternal structure of the idea is the dominant element, and determines the disposition and progress of the formation and the completion of the individual thing, which is united with the idea; or the being and the inner structure of the individual thing dominates the idea to be represented in it, outlines the whole, determines the structure of the parts, and guides the execution to completion. In the first case, the individual element is formed as a living idea, and each part is freely formed in the whole according to its own idea, and is connected to the whole through the unity of the idea, without weakening or damaging the individuality of the work. In the second case, the work becomes similar to a work of Nature; it is an ideal living thing, where the representation is subordinated to the idea of individuality and is determined and bound by it; the parts are determined individually from the whole, by chance, by their inner essence, without, however, violating the ideality of the work or contradicting the idea which the work is intended to represent. The works of the former ideal order of artistic creation enjoy a free, →

=46= The Ideal of Mankind
→ ideal beauty, whereas the works of the real order enjoy a bound, real beauty. The free beauty of the former appeals to the spirit more clearly and strongly, since freedom is the fundamental character of reason and of all mental activity; free beauty is spiritual beauty. Therefore, ideal art is rightly called beautiful art. And since real art completes its work in accordance with the inner law of its independent life and reflects the idea in intimate life, we shall call this art, which is worthy of standing in opposition to fine art, intimate [inward] art. Just as every opposite demands to be harmoniously united, so likewise do beautiful art and inward art form a universal lively union; the spirit that harmoniously unites both art forms creates works that are equally excellent in their inwardness and beauty; for both characteristics stand in balance in them, united in a friendly and wise way to create a higher work. A musically beautiful language, a beautifully formed body moved within itself, a work of beautiful architecture delights both through intenseness and beauty. This third, harmonious art is to the world of art what harmonious knowledge is to science. In it, in fact, inward and beautiful art are presented in mutual limitation, but they are also reconciled in a relationship of reciprocity that is fruitful in higher life.
The human spirit does not produce its artistic creations in isolation in its inner world, as a human being it receives in its senses the life of spirits, nature and God, and the works of their love and art; it embraces the world in its mind with feeling and affection, it actively absorbs what it reveals to it into its inner being. It develops what it has received, in accordance with its inner nature, with the freedom of ideas, inwardly, beautifully and harmoniously, and elevates it to works of free rational art. Everything, including itself, becomes the object of man's artistic endeavors. He expresses the life of his deeply and beautifully moved soul in words, gestures, song, and dance; all his activity is adorned with moral dignity, grace and beauty; all his social relationships with God and people and with nature become harmonious works of art. He even creates science in a unique intimacy and beauty. As an intimate and beautiful harmonious artist, Man acts independently in the interactive life of creation; surrounded only by life and beauty, he pleases himself and feels blessed.
If the whole world, its entire many-sided life, is grasped in a human mind and is livingly reborn with affection and love in the world of imagination, freely based on ideas in the characterful peculiarities of the person, then an intimate, beautiful world of poetry blossoms in the mind, in whose formation the spirit imitates the free creation of God. This poetic world is inexhaustibly rich in free, independent, beautiful formations of all kinds. Because poetry is the magic power of the mind, with which it repeats the creation of the world in free beauty →

Art =47=
→ and youthfully brings forth again the life of all things within itself. The world of poetry is constantly fertilized by God, by human minds, and by Nature through the continuous influences of world life itself in people, and through dealing with world history. What is formed in it with primal force presses forth into the light, clothed in the imagery and harmonious art of speech in all its fulness and inwardness, enlivened by the melody and the rhythm of tones. Or it is presented with the truth of Nature as a sculpture, as a painting, as music, as mimic acting and dancing; independently represented by one of these arts, or as a common work of their combination in song and drama. And the poetic life, poured into nature through all the arts, resounds back as an echo of the soul into the souls which surrender themselves to the blessed influences of beauty in order to beautify themselves.
When the mind grasps the life of the world in its full, pure individuality and vitality, and imitates it inwardly and freely in essential rational art, there rises before it a narrower or wider world of inward art in which all that is formed and vital is spiritually born again in inner individuality. Everything, including his own being, his mind, his thinking, his poetry, becomes the subject of man's inner art. The human mind, knowingly and creatively traces out the natural law of every being of organic and inorganic Nature, indeed of the whole earth; as a foreign but friendly and gentle power, it intervenes in the laboratory of nature and awakens in it a second inward but natural creation; it manifests to Nature its power and dignity by completing and ennobling her own works. It nurtures and educates with wisdom the plant and animal worlds and of the human race. The mind of man actively works in the spirit of Nature itself in the process of agriculture and in industrial productions, as well as in the higher arts of chemistry, physics, physical education, and in the divine art of healing. The whole of nature speaks of the inward art of man, because it secures, nurtures, spreads, enhances and completes all life within it. Nature is not allowed to free its forces from the bonds of the whole in order to complete in every detail individual works: but the spirit unleashes them; in the mechanical arts, a part of the inner art, it takes control of the mass and the elements, it moderates and directs their powers as and where it wills, to stimulate and promote all higher life in nature and for the higher needs of the spirit.
Beautiful and inward art stand in equal dignity and independence in a complete parallelism of the individual arts contained in them, from the creation of the simplest things right up to the artistic design of the entire spiritual realm, of the entire earth, and of the whole of mankind. Both require an opposing disposition of mind and an exclusive artistic dexterity; if their higher works are to succeed, →

=48= The Ideal of Mankind
→ they require the whole person to be an artist; but a well-educated mind preserves and develops the sense for both.
And, lastly, when in a great mind the world of fine art unites and permeates with the world of inward art, a harmonious world of art is created in which friendship and love are created; in it, the beautiful is formed inwardly, and the inward is formed beautifully; it contains works in which, because they are inward and beautiful at the same time, the supremacy of the idea and the drive of inward life are shown to be equally powerful. The mind itself and the body with all its abilities and powers, as well as their mutual life in man, can and ought to be perfected as harmonious works of art through harmonious training. Every social association of people and, above all, of mankind of all times, attains the highest dignity as a work of art of profound beauty. Language is a worthy monument to the harmonious art of man. The art of architecture in individual works, as well as in rural groupings and in its greatest triumph, the beautiful large cities; the art of beautiful gardening in its several parts, as well as in the charming cultivation of whole regions and countries and continents; and the higher power of both as exhibited in the sublime art of colonising the whole earth: all these are essential and wonderful parts of the One harmonious Art. The greatest and most sublime human works in nature belong to harmonious art; in order to execute its works, a sociable, well-calculated combination of the most varied talents, of the inward and the beautiful artists, is required, but, above all, a great mind, which is harmonious and well-educated, able to grasp the idea of the work, to design it, and to lead the workers wisely to their goal.
The earth and the spiritual realm that inhabits it as mankind encompasses the one supreme sphere of art, which contains beautiful, heartfelt and harmonious art in its activities and works, in independence, and in all-round harmony of all parts, as the greatest work of art that our mankind can recognize and represent. This wonderful whole, as represented by the peoples sociably and artistically united to form mankind, resting and in beautiful mobility as an inward and beautiful and harmonious growth in every age, constantly receives the higher artistic influences of Nature, of Reason, and of God. This whole shapes itself freely in the womb of eternity. It encircles the firmament in holy stillness. A faithful picture of the supreme work of art in nature shines on the waves of light into our work on earth, it enables us to recognize the place and sense the dignity that characterizes this highest human work of art. May the coming generations unite more closely into a more inward mankind, and with ever increasing power and love make the one great work of art of mankind on earth ever more beautiful, intimate and sublime. May they cultivate art and science with equal love and success, and establish between these eternal works of mankind that →
.
Harmonious Union of Science and Art =49=
→ inward harmony which is the pride of mankind and the great enjoyment of life.
Science and art, equally original and worthy works of the same mind, arise from opposite activities. In both, the aim is to wed the world of Ideas with that of individuality, but in this process of union the activity of science is directed to Ideas and that of art to individual things. Science and art are opposed to each other as spirit and body, like male and female, and this opposition is as eternal as the world. But both have an organism that corresponds to each other in all parts, of which only the main features could be indicated here, and they, like two truly opposite beings, are destined to interpenetrate each other, and to express the unity of the primordial being in a harmonious unity. This harmony of science and art is the third work of mankind, in which the circle of the original works of the human spirit closes.
Harmonious Union of Science and Art
The spirit hovers freely over science and art; the will and the mind live calmly, forming and loving, over the activities that produce them. Truth, inwardness, and beauty delight the mind and give the spirit pure satisfaction. In the blissful enjoyment of what has been achieved, the desire for new formation rises on the wings of the imagination. The mind stops its research and artistic creation when and where it wants, and guides both with freedom. What it has accomplished in science and art is available to it in all directions in its memory, its creative activity becomes a beautifully formed dexterity in repeating the creations. The spirit recognizes the inner harmony of science and art, as they are made for each other in their entire structure. What is similar in both calls and responds in consciousness, and the mind moves freely from the world of science to that of art, and back again. It contemplates the works of art in the light of wisdom, and enlivens the structure of science with poetry; and it wisely and artistically presents the teachings of science in the art of life. The life of every spirit embraces the deepening of the mind and its activity in science and art, and into that effortless, leisurely contemplation in which the spirit enjoys its whole being and unintentionally enters upon a spontaneous play of beautiful thoughts and views. What he has learned in science and developed in art, meets in this unconstrained interaction of the mind with itself to form a social unity. Some minds predominantly love to science; others are driven by emotion and innate strength to art; still others are called to put forth equal efforts in science and art, and to give life to an inward harmony of the two in a →

=50= The Ideal of Mankind
→ free and beautiful interplay. However, a mind cannot live exclusively for science and completely neglect art, nor, conversely, can an artist completely disdain science. Nor can the harmony of science and art be attained without being strong in both, nor can either science or art or both flourish, unless the spirit freely maintain itself at the same time above and in both, and harmoniously enlivening their formations. For the inner free life receives all its nourishment from science and art, and neither science nor art would move the whole soul and occupy the whole spirit without man's free interaction with himself. In the free play of science and art, the spirit is just as wise as the artist, and even more than this, for it is both in an equal measure. What every spirit is to itself in this free inner intercourse, it will also be to society.

How the inner life of the spirit of man expands when it interacts as a human being with people, with nature and with God! In all spheres of human sociability, it is constantly called upon to display its inner life in a sociable manner and to unite with outside forces for common works. The blossoms of his own spiritual life, the fruits of his knowledge and poetry make him worthy of the society to which he communicates them; this communication and his receptivity to communication from others determine the extent, strength and dignity of his social life.
The spirit expresses its inner self in words and deeds, and what its individuality prevents it from producing itself, it receives in perfection from other beings with whom it associates; it loves to recognize and observe this, and thus to refresh and beautify its own life. As the spirit receives the influences of all living things outside itself and returns them clothed in its own individuality, it gains versatility, fullness and depth. It becomes conscious of its own individuality, is inspired with new love and strength for its inner calling, and becomes ever more dear to itself and to society.
Even in the social harmony of all beings, the interpenetration and free interplay of science and art is only one, only a whole of life, just as science and art, each in itself, is such a whole. Likewise, the inner life of the spirit, which arises from the union of its science and art, merges, without losing its independence, fused with the life of other spirits, with that of Nature, and with the life of God. On earth, the general arena of human activity, a distinctive, individual whole of this harmonious life is formed, which is essentially constant in all times, but at the same time individualized at every moment, and of lawfully progressive development.
.
Human Powers and their Forms =51=
Indeed, the individual person also bears in his own individuality the perspective, the chiaroscuro and the complexion of his family, his people and his age. But the harmonious life of mankind is only one, just as mankind is only one. The more closely and firmly the Union of mankind is formed, just so much the more individual, and yet universal, the individual becomes, and the more organic and wonderful will be the social, harmonious life of mankind.
Science and art, and the free unity and harmony of both, are thus original works and products of every man and of mankind. They are brought forth with particular powers and in particular ways. Thus, we are now called to consider the Organism of the Human Powers and the Forms of Human Activity.
Human Powers and their Forms
The spirit is a free, self-contained whole life of Reason, an organism of primal activities. It exists and works by its nature as a whole spirit in the fulness of its whole being; it is a soul. Every spiritual activity and creation arises from the soul. The more soulful the harmony of all individual endeavors, the more varied the development of all individual powers, the more perfect the spirit.
The spirit becomes conscious of its original power as a primal drive. Original, the one power of the spirit is now directed inwards into the depths of reason itself in order to produce the original works of the spirit as the power of imagination. Then it also strives outwardly towards union with all life; with God's power, for the spirit is an organ of God, it recognizes and senses God; with all other spirits, for they are all in themselves one living whole; with the forces of nature, for reason and nature are determined by God to permeate one another. The power of the spirit is primarily called rational insofar as, as an undivided power, it takes the whole of its work into view; intelligent, insofar as it carries out each part of the work through its particular faculties, distinguishing the parts well within the whole; and harmonious, insofar as it allows its individual faculties to work in a well-controlled manner with all their power, in order to carry out all the individual parts of the work evenly according to the idea of the whole and to the glorification of the whole.
And in addition to strength, the soul is given sense and prudence; it is able to contemplate and to visualize in the mind the objects upon which its strength is directed. The sense is also originally directed inwards, toward reason, in order to perceive the ideas, what is individual, and the harmoniousness in reason. But it also opens itself to God, to all reason, to all other →

=52= The Ideal of Mankind
→ spirits, and as an external sense, also to the body and nature. The external sense is the receptivity to being moved by external things, and to find them present in oneself as soon as they present themselves to the spirit at God's command. Even with the sense, as with the power, the spirit belongs to itself, as well as to God and the world. The sense is comprehensive, rich and harmonious,because it sees the whole, its parts and the harmony of the whole with the parts, and the parts among themselves.
But the soul, as the living whole, weds power and sense, allows itself to be intimately penetrated and maintains their constant, active interplay. It determines power through sense, and sense through power, and in this interdependence contemplates itself; it is mind. If the power is determined by the senses, the mind feels pleasure and pain; pleasure when the power is moved according to reason, pain when the power is inhibited in its free movement; if the power is determined in both ways at the same time, the feeling is a mixture of pleasure and pain. If the power is moved by the senses, it is never based on suffering, but rather it acts in a driving way on what is presented to it through the senses; and the mind feels this driving of its own power as inclination and resistance, as love and hate. inclination and aversion refer to inside and outside, to all beings that present themselves to the mind in the senses. In so far as the mind seeks to appropriate other beings by its power and to receive them livingly into its own being, or to turn away from them, the inclination is desire and the aversion is disgust.
Feeling and inclination are the two opposing expressions of life in the mind, and the whole mind is able to allow these to permeate it, so that they mutually enhance and alleviate each other and come into a balanced harmony. In this harmonious union of feeling and inclination, the mind is the heart, as language wisely expresses it; for this rhythmic, harmonious and melodic play of feeling and inclination in the mind animates and moves all the powers of the spirit, as the source of all spiritual life. The human heart is open to everything good and beautiful within and outside of reason; it beats for every being that works harmoniously upon the soul; it is by its nature just, full of love and goodness, and joy.
Yet, the soul lives and rules above the heart as a free, pure, holy Will. The impulses and inclinations of the heart, its love and its hate, are subject to the tribunal of the soul, as of the whole spirit. The spirit itself, as spirit, becomes the object of its own activity, it falls into its own senses, like the body, it has self-consciousness, and thus rises to become its own lawgiver and educator. The mind demands that the soul direct and determine the powers of the spirit at every moment in such a way as is good for the heart. →

Human Powers and their Forms =53=
→ But the soul does not blindly follow this call, it holds on to its strength, it gathers itself in order to explore and examine its mind and heart, it accepts the demands of the mind, without love or hate, calmly and impartially, in the idea of its entire rational nature, it considers, it decides, it wills and acts. The nourishment of life is constantly supplied to the soul from the mind through the heart, but it only takes in what is useful and forms it according to the laws of purely spiritual life, in moral dignity and beauty.
The spirit works in time, but free from its shackles. The past is not spiritually past, it remains present to the spirit as long as it belongs to its sphere of life. It can visualize everything past in strength, mind and spirit, and arrange it freely according to ideas; without being bound to the temporal order of the event. The spirit thinks, it remembers, it recognizes again; it lives its morally free life in the past, present, and future, as in one great present.
This organism of spiritual activities and faculties correspond precisely and completely to those of the bodily organism. The spiritual power corresponds to the organic power of the body in all its subordinate powers, which are expressed in a system of organs; the spiritual sense corresponds to the physical sense; the mind [disposition] corresponds to the unity of bodily sensations and inclinations; the heart corresponds to the heart. And just as the will and its law govern the mind and heart, so there is also in the body a supreme government of the life principle, from which all motions, all tendencies of every sense and every power arise; this will of the body seems to be thought of as instinct. Just as the spirit, so too the body sets into its own senses, it too can have a formative and destructive effect upon itself.
Therefore, the unity of the spirit and the body, established by God, is so complete and so intimately knit together that both can only be active and healthy at the same time. When the bodily sense is lacking, the corresponding spiritual sense is also lost and extinguished, and vice versa, when the spiritual sense is lost, the physical sense is also lost; with the spiritual power impaired, the corresponding physical power is also paralyzed or destroyed, and vice versa; when a mental organ moves, the corresponding bodily organ also spontaneously moves, and with the bodily organ the mental organ also moves. Spiritual emotions are communicated to the bodily organs, and bodily emotions are communicated to the spiritual organs. These facts are known and experienced by every human being in general, and even more so by the student of Nature and the physician; indeed, even the languages of all peoples are monuments to this harmony of body and spirit.
.
=54= The Ideal of Mankind
Body and spirit are in constant, spontaneous fellowship, but they are also able to freely and willingly absorb the life of their entire organism and every single movement of individual powers. Then both of them agree on common ideas for common works; their powers excite, fire and moderate each other, they are both in man a life in blissful harmony; they act, they feel, they love and loathe in harmony, and strive for the common health of the whole person. Only this healthy harmony of the mind and body can help to represent the general unity of the life of reason and the life of nature. Pure spirits would only have to take care of the spirit, but every human being has the immediate task of creating that harmony of body and spirit. Yet for this very reason, the spirit's spiritual development remains the most important and essential thing; for this is within its power alone, and only through it can it become capable of attuning itself powerfully and intimately into that harmony.
We have recalled the organism of human activities so as not to enter unprepared into the temple of virtue, justice and love; where we shall read the laws according to which man creates everything perfect and beautiful.
The Moral Law and Virtue
The inner law of the pure, free will is the highest sanctuary of the soul; because, living above power, sense and emotion, it always and unavoidably holds this law before itself and, as the whole Ego, it forms power, meaning and emotion according to this law; the law itself, however, is immutable and eternal. According to this law, the will is pure, because it only follows the spirit's own nature; free, because independently of fear and hope, of joy and suffering, of love and hate, it wills only what lies in his being and in his sphere of life according to the idea, just because it is so found, because it is good. The whole life of Reason and of the spirit is free, as the Ideas are. Every part of his activity and every work begins its own series [events]; it has not proceeded and is explainable from anything that went before, but only from a new first influence of the whole spirit, it only recognizes the law of its idea. Only those whose will is pure and free have an open and tender mind, a deep feeling, a pure and sensitive heart. A pure, holy will is the source of all life and all joy for every spirit.
Every human striving that arises from pure, free will and is governed by it, is morally good and, at the same time, morally beautiful by its very nature, as an image of divine activity. To live steadily and harmoniously in pure, free will →

The Moral Law and Virtue =55=
→ is the virtue of the spirit. Virtue is the health and flourishing of the whole spiritual life. The morally good will is originally directed at the spirit itself, at its entire being, at all its powers, at all its senses, at its entire mind and at all the inner harmony of its nature. But the first commandment, the beginning of its virtue, is that the spirit shall continually act as a whole spirit with all its soul, with all its heart, and that it does everything in a well-measured relationship to its whole being and its whole life. Therefore, the virtuous spirit strives to turn to itself, to know itself, to keep the idea of its being always present. Virtue is therefore both the highest art and the most blessed state. To the virtuous man all his powers, his understanding, his reason, his perception, and his imagination, as well as all his senses and his whole disposition, are equally sacred. He develops all his powers regularly, independently, and in harmony; he exercises and purifies his senses evenly, he forms and sanctifies his mind and heart; not by suppressing his feelings and inclinations, but by purifying them, transfiguring them, bringing them into harmony with himself and only surrendering to them according to the demands of the pure will. Thus does the virtuous man healthfully and livingly unfold in time the eternal excellence of Reason. The moral form of his life is of infinite value to the spirit, but this does not make him indifferent to the fruits of his efforts, to the success of his works. He can only succeed in these if his striving for moral perfection is at the same time in accordance with the nature of things towards which he is directed, and the idea of the work that he intends. Therefore, the virtuous man honors the nature of things, he investigates it, and adapts himself to it carefully and lovingly in everything he undertakes. Virtue and artful execution both have pure value in themselves, but both deserve the highest prize in their union.
Every spirit is unique in soul, power, sense and disposition. Virtue, indeed, strives in every spirit for all that is good and beautiful that the nature of the spirit is capable of, but yet only insofar as it can arise from the uniqueness of that spirit. Every mind has its peculiar ideal. In order to be in accordance with this ideal, the virtuous spirit explores its individuality, purifies and sanctifies it, and shapes its life into an artistic, morally beautiful organism. The essence of virtue does not consist merely in wanting and practicing the good in general; it must also want this particular good, right here and now, because and insofar as it is in keeping with the individual work of art of life, and carry it out artfully with sensible understanding and with pure love. Thus every spirit develops its own individual way of life, its own individual virtue; and, like all beauty, virtue also becomes real in an infinite number of equally beautiful ideals. All the peculiar, essentially opposing characters of the individual spirits, thought of in interaction, form the one virtuous character of the spiritual society that they constitute.

=56= The Ideal of Mankind
The organic vitality which builds up the body has also its pure, free, natural law and the ability to freely determine all its subordinate powers and senses and all emotions accordingly; an ability that corresponds to the will of the spirit in the body. The body finds its own goodness and beauty without needing the instruction of the spirit; when the whole vital power directs itself independently, as instinct, only to the good that is essential to the body, this, according to the language of common sense, is the virtue of the body. And we see this virtue expressed in a pure and unique way in every healthy animal. The human body can form it in the richest, most delicate and most uniform way; but it can also be most terribly shattered in it by unsociable and immoral influences of the mind. Just as the mind and its virtue are individual, so too are the life and virtue of every body.
If the spirit lives as a human being, its spiritual virtue also extends to the body: it hears the virtuous voice of instinct, honors it and submits to it as long as it is in harmony with purely spiritual virtue; it never subjects the organs and powers of the body to the immoral desires of a shattered soul and does not destroy or desecrate the body through its own powers. Rather, the virtuous spirit seeks to increase the health, beauty and strength of the body and its pure virtue, first and foremost because of the body's own dignity, and then also to prepare a pure temple for its spiritual life. It seeks to merge the virtue of the spirit with the virtue of the body into one human virtue, which ennobles both and bring forth new, beautiful fruits of science, art and sociability. The special virtuousness of the spirit when combined with that of the body, thus establishes and maintains the characteristic virtuousness of every human being.
God, reason and nature surround man with their higher life; the virtuous person opens his mind and heart to them in childlike innocence and devotion to the divine order of things; he thinks and acts in God's spirit, his inner and outer life moves harmoniously with the life of the world. In dealing with God and in loving sociality with all beings, his virtue gains inwardness and beauty, strength, and grace; his character develops that unshakable attitude, that sublime greatness of soul, which alone can create great works belonging to mankind itself.
Thus virtue perfects the whole human being, pure in itself, true to his own nature. His own nature itself enjoins him to respect and treat every being according to its nature, and to keep all his relationships with all beings pure and healthy, according to the will of God. But this demand →
.
Right and Justice =57=
→ is in itself rather a part of a high demand of God on the world, it is earlier and higher than spirit, body and man. It is the Law of which I speak, and the Justice emanating from God.
Right and Justice
We have seen that independence and the harmonious reciprocity of all things are the fundamental forms of the structure of the world, and of all life and all beauty. According to God's universal order in the world, all beings are put into indirect or direct relationships with each other; they come into relationships of community and sociability. But every being is caught up in its nature, and only when it develops its own nature independently, freely and vigorously can it be accepted into ever higher and higher harmonies of things. The community and sociability of beings cannot contradict their peculiar nature, nor abolish it, but must confirm it and place it in a higher sphere of life, otherwise the second act of God, which places the beings in harmony, would destroy the first act of God, which gave all beings their peculiar nature forever.
Therefore, all relationships in which all beings are placed with all others must be so determined that all the beings that are members of each relationship exist in this relationship with their own peculiar nature; and that in and through each relationship the harmony for the sake of which the relationship is concluded is actually produced in accordance with the own nature of the members and the eternal laws of the world; in each relationship all its members must be healthy and flourishing, each individually and all in the harmony required by God. Since the harmony of all beings in the world is only one, all relationships and the individual harmonies created in it must also, as organic parts, be in harmony with that one great harmony of the general life of all things in God. Therefore, every relationship must not only be determined in itself in such a way that all members are healthy and flourish in their own right and in harmony; but it must also be in harmony with all other relationships with which it comes into contact, and thus determined in such a way that, as far as it extends, the nature and harmony of every being and the divine harmony of all things exist and are thereby promoted. A relationship between two or more beings that is correctly and naturally determined in this way could itself be called a sound relationship. Every relationship must, therefore, be sound in itself, and its relations to all other relationships must also be similarly sound. This rightness, naturalness, or healthful soundness of all the relationships of all beings, is God's holy Will; therefore, that holy Will →

=58= The Ideal of Mankind
→ demands that every being, in all its communion with other beings, determine its own power in such a way that the all-round health of all relationships to the general harmony of beings in God is maintained and furthered.
This natural conformity and health of all the relationships of all things with each other in and with God, constitutes the One Right, and the establishment and execution of this right by God and by every being in its part is the one Justice. Right is therefore the universal essential form of the relationships of all beings towards all, according to which in the community of all beings each individual is perfected in his own nature, and the harmony of all is and becomes real. When beings enter into community, they suffer mutual restrictions; the sum of all restrictions that a being suffers from all others with whom it enters into community, and from the whole of the world itself, can be called the world restriction of that being. These limiting relationships, the entire limitation of the world, must also be determined in such a way that the nature of every being, the limited and the limiting, and their harmony are preserved; they too belong to the One Organism of Right. The idea of Right is therefore a divine world idea, it extends to all beings, not just to humans. Right is eternal truth, the source of the world's beauty, injustice is lies and distortion; Justice builds up and adorns every life, Injustice destroys and disgraces it. A being is just to the extent that it creates and maintains Right for itself and for all other beings, without self-interest. God is just in his nature, he maintains and forms all things and their harmony from eternity to eternity in uniform justice. The world is a kingdom of God, God is the monarch, and all beings are citizens of it. Therefore, all things are in predetermined harmony; Justice is inseparable from their essence. All dissonances of worldly life are resolved, the One Whole Law is real in itself, and viewed through God's eyes it would also appear real to us. Because God, the Lawgiver and Judge of the world empire, is holy and infallible. The basis of the One Right, as well as the rights contained therein of every individual being and every community of beings, is, above all, God alone, then the nature of each being given by God, and the nature of the harmony of all things established by God. Every being, therefore, built on God, demands its rights quietly and not in vain, and its righteousness is a part of the One Righteousness of God.
All creatures are free and independent persons with rights in the state of God. Every being must give every being its rights in its part, and is entitled to demand the rights for itself and others from all beings, and to use all his power to make it real. Accordingly, God has implanted in every life an inextinguishable sense of right and justice; by this means →

Right and Justice =59=
→ it becomes like God himself, for through the divine idea of Right it rises far above the limits of its own nature and, as far as it is just, purifies itself of all narrow self-interest. The rights that a being has to afford relate to the nature and harmony of the beings to which they are granted. Every being is therefore bound to God and the world in terms of Right; thus, all beings are likewise entitled to compel every other being to the performance of right in a way which is itself rightful; that is, that is in accordance with the nature of the person performing the duties and the divine order of all things, i.e. the One Whole Right. Right is demanded by God in its absoluteness, and every being is therefore a servant of the divine righteousness, and takes part in its own way in the divine administration of Right. The richer and more lively a being is, and the more diverse and intimately it is intertwined with others, the wider and more varied is its Sphere of Right, the more complex, organic and delicate become its jural relationships, and the greater its share in the divine administration of Right.
Accordingly, Mankind, with all its included wholes down to the individual human being, is the greatest and first jural entity on earth. The reverential feeling of Right speaks spontaneously in the human breast; Man recognises this divine idea comprehensively and clearly, he feels that it is holy through God and the world, and through his own nature. Man is compelled to honor Right even before he loves it, even when his passionate heart still struggles against the sublime severity of Right, indeed, even when he has violated it. The feeling of Right raises man above himself, it purifies him with divine power from self-interest and selfishness, it thereby makes spirit and mind similar to God. Justice should inspire mankind and every human being equally towards all beings, so that they can perfect themselves in harmony with all beings and help with all their powers to bring forth the divine harmony of all things.
The just man does not regard any being selfishly, as if it were intended only for himself, but he recognizes it as a free fellow-being in God, as a fellow participant in the life and harmony of the world. Accordingly, he also treats nature in each of its works as something worthy and beautiful in itself, not as a subordinate servant and assistant of reason. He ascribes original rights to the body as well as to the spirit; he lives in and through it as with a being worthy and beautiful in itself, and makes friends with it as with a free organ of reason. The righteous man offends no being, not the flower, not the worm, not his brother, not God. He gives and provides what is its due to every being with what he can, and thus he lives fearless and rejoicing in his power, and in harmony with all things. If he suffers injustice, he does not feel justified in repaying injustice with injustice; for his obligations to Right rest upon the eternal nature of God and of the beings themselves, which are neither creatively made nor essentially altered by the behaviour →

=60= The Ideal of Mankind
→ of finite things; he leaves it to God himself to right every wrong. The only weapon of the just man is justice; he undertakes nothing against the unjust man except to protect himself from him and to lead him back to justice in a just manner.
Every sensible person feels that a part in the creation and vitalisation of Right has been entrusted to him by God; virtue itself, as the inner health of his whole being, recognises Right as the source of the health of the universal life of the world. The pure [person] will sanctifies heart and soul to the eternal Right. By a divine enthusiasm man is led to perceive and comprehend Right as a work of art; he takes justice as an essential part in the work of art of his whole life. And just as every art, where it is to blossom and mature, calls for the whole person, so the work of art of Right also sanctifies among men a venerable class of jurists and legal artists [specialists in the field of Rights].
Since mankind at the highest level constitutes in spirit and body One Mankind, and as it lives in itself as an organism in always narrower wholes down to the individual, there is originally only one highest sphere of human rights, One Right of man, and One Justice. But this one Right divides itself into determinate spheres of Right that are specific to individual social associations and to every individual human being, but without separating itself into them. Therefore, every individual person, every family, every free social association, every people has its own special right and its own administration of Right and Justice. But as all subordinate Spheres of Right are related to the Right of the whole of Mankind as organic parts to their organic whole, like the limbs to the body: thus all the subordinate Spheres of Right remain binding, subordinate and responsible to mankind's entire sphere of Right; they must recognize the laws of the whole and follow them in their own sphere; they must determine their own sphere of Right themselves in a way that is in keeping with the nature of all mankind and as required by the Idea which, arising from the One Idea of mankind, indicates the extent of the individual sphere of Right. The higher Sphere of Right has to determine to what extent it has to leave the subordinate sphere to itself. The higher sphere of Right, however, may not, for its own sake, violate or destroy the freedom of Right and the administration of justice in the subordinate Sphere of Right; and no subordinate jural person can step ambitiously above its sphere without disturbing itself and the harmony of the spheres of Right, or without injuring the healthful state of the One Right of mankind. Every individual person also has his own administration of Right; because many acts of justice are still left for him to do, even when he has voluntarily complied with all the legal laws of his people, his family and his class, →

Right and Justice =61=
→ and has not arbitrarily interfered into the observance of Right of any higher social association of people.
The mankind on earth is and will be one whole, and therefore it must also be and become one whole as a being that creates and practices right and justice, a great artist of right and justice, which brings the great whole of the one right of mankind to life in all its organic parts as one great work of art. The idea of human right is first mirrored in all its fulness and beauty in the pure soul of certain clear-visioned people; it is received by them as an artistic idea, from them it spreads throughout the whole race, so that this mankind also becomes a worthy citizen in the kingdom of God and, in harmony with all beings, joins in with God's justice, which, as an all-ruling just power, governs all times. Next to mankind, the nations are the greatest jural persons on earth: each nation must therefore freely develop their sphere of right as a work of art in their own way, each independently of each other, in its own legislation, with its own powers, subject to and responsible to no one but the greatest jural persons earth, Mankind. The mankind of this earth shall one day, as a whole mankind, determine the relationships between nations according to right, and form a higher organism of right, to which nations relate, as each individual relates to his own nation. We are talking about mature peoples, about the mature age of mankind, because until mankind itself has declared itself as the highest legal entity and rules as such, peoples owe their legal status to their all-round, superior power, or to a common interest, or to the benevolent guardianship of related, powerful nations. Only gradually does reason itself and mankind take the place of mere external force.
If we call the social work of art of every people for the right as the state, then we can call the idea of a general human state on earth, which we have just recognized, which includes all individual, distinctive people states as its essential, harmonious parts, the Earth State, the Earth Rights League, or even the World State. Because, even if our earth is only a small part of the world, it is nevertheless a complete image of the universe, and its dignity and beauty rests primarily on the structure of its life, on the number and size of its parts and their interrelationships, not on its mere individual magnitude.
We will further develop the sublime idea of the earthly state later on in its proper place, but now we will turn to its immediately related ideas, the ideas of interrelationships, love, and beauty. For Virtue and Right join hands in order to lead man to Love, and to make him perfect in the pure beauty of likeness to God.
.
=62= The Ideal of Mankind
Love and interactive Life
If we want to warm ourselves in the holy flame of love and see through the labyrinth of human sociability in its pure light, then spirit and soul must rise to God: for God is eternal love itself. The sociable mankind follows the universal current of love which the love of God breathes into all beings; it also pays homage to the universal cosmic law of the harmonious interactive permeation of all life as One life in God.
We see the interactive life of the highest whole and of all its members as perfectly expressed in the human body as is possible in a finite organism. In it, the life of the whole and the independent life of all its members permeate one another, the life of each organ rises up into the life of the whole, and, seized by the living impulse of the whole, the life of each organ permeates the life of all the others [organs]. It is only in the health and strength of the whole life that the life of every individual organ grows, and the life of the body flourishes in the health and strength of all its organs. All organs are truly present in one another and in the whole, without giving up their own free and independent life, which they receive and maintain only in healthy interrelations among themselves and with the whole. This is the image of the one life of all things in God, to which we now direct the eyes of the mind.
Reason and nature are the highest works and organs of God, and it is the highest expression of his inner life of change: to penetrate reason and nature, each living separately, to place both in interactive lives, and also to be livingly present in this interactive life. God is immediately present in them, as their higher soul; he takes them back into himself in constant free reciprocity as his living organs, without disturbing their free, independent life, without altering or suspending the laws that he created for them forever. And both, reason and nature, through God's love, constantly draw joy and strength for their own life from him, the original source of their being and existence. God's love comes before them through higher influences, but their life in God only begins in their inner being where they have become mature for it through their own strength. Nature and reason are in God by their nature and live in him through God's love; they are divine beings. In their devotion to God they both then find themselves in a mutual penetration of their lives, which are opposite in character; God's love leads them to each other, so that they find each other and create a community through reciprocal influences. They then freely absorb these influences in one another, respond to them and maintain them as is appropriate to their own nature and the essence of God, and finally raise their community to the highest harmonious reciprocity, →

Love and interactive Life =63=
→ to the highest sociability in the world. Evenly and rhythmically they permeate each other in all their inner spheres of life, lively and beautiful. We stand here on the boundary of a world of facts of the highest order, of which we indeed know that it exists and whose inner nature we can somewhat divine, but we are not able to see into it clearly.
This interactive life of God and of his highest organs is repeated in a rejuvenated but faithful image in nature and in reason, as well as in every inner sphere of life. The innermost and richest organ of the interpenneation of reason and nature, mankind, also reflects it in itself and in its interrelationship with all higher spheres. Every free and independent being is in direct or indirect interpermeation of life with every other free and independent being; and in this universal community and intimate sociality all beings prove themselves to be divine organs, only in this does the one organic life of God exist. To God himself, each of his organs is open to indirect and direct influence; and every being is capable of living in God according to the stage of its existence: all beings are divine. Reason as a whole influences each of its inner spheres of life, and each of these is capable of entering into true unity of life with it. The same holds true of nature. And in mankind, as the most complete organ of their interactive life, the influences of all the higher spheres flow together to celebrate the most intimate and beautiful love, the richest social interactive life.
Just as reason and nature are united by God, and the community given to them by God elevates them with freedom to an interactive social life: in like manner this relation is repeated in the case of all natures that are equal, opposite branches of the tree of beings. They are brought into community through their next higher sphere, of which they are organs; in this sphere they recognize themselves as organs of the same living whole and then lovingly permeate each other in their whole being. The sociability of the individuals, who are in infinite numbers, similar and yet different in character, acquires a character of its own, an organ of a harmonious universal sphere; such as the individuals of the spiritual realm in reason, the individuals of the organic kingdoms in nature, and people as individuals of the one mankind in the universe. They too imitate inwardly, in narrow and wider circles, that highest interactive life of God and his organs.
Every form of sociability presupposes community, and forms itself in it. The basis of all community is, above all, God's anticipatory love, which wills and creates the harmony of all life in him. Every community established by God is inevitable for the beings united by it, as long as the higher reasons for it last, and as far as they extend. This applies to the →

=64= The Ideal of Mankind
→ community of Reason with Nature, of the spirit and the body in man, and of the people among themselves on earth as their common higher sphere of life. The community of higher beings with lower beings is direct, whereas the community of equally high secondary beings in and through their common higher spheres is indirect. Community is present wherever the inner life expressions of the beings meet, address and limit each other, and strive to maintain and increase their independence. There is also a degree of community even where the beings reciprocally react upon each other without forming a real unity of life, without recognizing one another as one being and living in one another in the spirit of a higher unity. Even when several beings in their community mutually promote their inner life, and even produce joint works with common forces that are not united in one life, even then there is only community, not real sociability; because the true unity of a higher life consisting of them together is missing. All communities of the latter kind are held together solely by a common external interest, and have value and subsistence only when the beings in them do not lower themselves to mere means, and when they are held together by justice.

The community forced upon the beings that exist alongside one another by a higher sphere, as if by fate, is the soil in which sociability flourishes; but it is also the ground of conflict, rich in sources of misfortune and ruin. Because, each of the beings placed in a community influences the higher sphere of life common to all according to its inner life drive in inclination and desire; each moves freely in this sphere according to the law of its own nature, without taking other beings into consideration. So the opposing forces of the beings living in community happen to meet each other; they hinder, limit, and disrupt each other. Then in vigorous, heroic natures arises the struggle for independence and inner health. Yet this cosmic limitation, however terrible in its manifestations, needs no theodicy. Because the disputants learn to know their own and other's powers, and their idea of Right is thereby awakened. Just disputes create respect, they gradually purify the community of all unsociable elements, they silence selfishness and self-interest. The disputants then come to recognize each other as equal worthy organs of a higher life, they reconcile, and a more beautiful dispute, the competition of love and joy, begins; they move from dispute to friendship and fruitful sociability.
True independence, perfection of one's own nature and individuality full of character are the soil on which alone love and sociability can flourish. The longing of every being to be independent and perfect in its own kind →

Love and interactive Life =65=
→ exists in it earlier than love. And just as original and essential is the urge to satisfy this longing, to courageously and persistently combat all obstacles opposed to joyful independence. This is the heroism peculiar to every being, without which it can neither love nor be lovable. Independence is not higher nor worthier than love, but rather more important than love; without it there is no dignity, no life at all. Even love and conflict would be equally contemptible without it, even if they were possible without some independence. Every glorious nature is formed in conflict with everything that is hostile to its own life; through heroic struggle it purifies itself into love.
When the community of beings has matured, when higher and lower beings have found each other, and opposing ones have in the course of the conflict grown fond of each other, only then does their true interaction begin, in which a constant harmonious interaction of their powers unites them into one higher living being. I will call society only this constant, intimate coexistence of free, opposing beings as truly one being, in love and unselfish justice, and sociability the state of the beings in it, by elevating these words far above ordinary usage. Once a social relationship has arisen, it grows steadily; because with the success of the union, the longing increases until the sociables permeate each other in all directions and in a uniform manner. This is the state of blissful satisfaction, where beings are like one heart and one soul; it lasts forever, unless a higher fate dissolves the association. Every sociability is based on that original unity of beings, according to which they are members of the same whole, and on the ineradicable essential opposition which distinguishes them as organic members of that whole, and establishes their freedom and individuality. Through equality they are able to recognize the one-sidedness of their own nature and the equally essential excellence of the opposite members, to enter into communion with them, to receive their influences and to react upon them in return; and through opposition, their interaction is nourished and maintained. Therefore, sociability does not want to weaken or erase the individuality of its members, nor disturb or contaminate their character; nor can it do so; rather, it develops them and absorbs them into a still higher harmony of life, which the associated members create. In the area of their sociability, socially united beings are only one being with common freedom and independence; therefore, as a whole society, they are capable of even higher sociability if they do not already form the highest sociability themselves. Then they struggle as one person against all the cosmic forces which work hostilely against their individual members, or against the whole society. The most intimate and lasting societies are those that unite the all beings; but where only one organ or only a few permeate each other with their powers, there the beings are only indirectly influenced as whole beings.

=66= The Ideal of Mankind
Every society, as the representation of a higher life in the interaction of several beings, is a work of art of all its members; and indeed a social one, in which intimacy or beauty predominates, or both are in balance. And in this social work of art of society is born the most wonderful thing that social beings are capable of, either individually or in association. Every society is rich in beautiful fruits, in intimate and beautiful social works of art. Every form of sociality is indeed originally directed only to the unification of its whole life or of its individual organs, and only indirectly to individual social works; but the latter follow of their own accord, as the fruit follows the blossom. If a work is to be called truly social, it must arise in general, or only, from sociability; it must be required of each individual member of society by their own nature, but it must exceed the strength of each individual, and can only be completed through the harmony of the opposing forces of those in society. The more original and the fuller of character the members of the society are, so much the more capable are they of more excellent social works; and the higher, more varied and richer the work, the stronger the external bond of sociability is. But works to which the workers contribute equally with equal strength are merely joint works. The most sublime and most beautiful works in the world are communal and sociable at the same time.
Mankind, as the most intimate life, itself born from the most intimate union of nature and reason, is the most versatile, indeed next to God, capable of universal community and sociability. Just as sociability in general is the soul of all the interactive life in the universe, so too is human sociability the soul of all the inner and outer harmonious interactive life of mankind. Mankind itself is destined to live as a whole in closed inner and outer sociability, as One Mankind on earth. For it lives in every single human being and in all taken together, who, as originally equal and its essential organs, are called to come together in one great community and society among themselves and with all external beings. To this end, we heard God, reason and nature, science and art and their harmony calling all people to realise this union. Therefore, every human being is capable of embracing all beings in One Justice and Love, and of intelligently absorbing their influences; man is universal in his love and sociability, and in this universality can achieve equal inwardness and harmony. He is receptive to a beautiful balance of his own independence with loving devotion to every being that is worthy of being loved. The outer sociability of people is just as admirable as their inner sociability. But all human sociability bears the character of mankind: moral freedom of the spirit in the dominion of ideas, in harmony with the organic union of the body. In the world of ideas, man sees all beings as in a faithful mirror, so that he can recognize and love them in the rich realm of his experience. →

Love and interactive Life =67=
→ If man is enlightened and warmed by the idea of God, if he recognizes and feels himself, mankind and all things as organs and beloved works of God: then he enters into a supernatural, inexpressible relationship of love and life with God, he receives the consecration of religion. Through it, every love that moves the human heart becomes holy and harmonious with every other love; through it, every human sociality becomes in accordance with the life of God and of the world. Religion alone perfects man as a living, social organ of God, in harmony with all beings. Only man, only mankind, is socially perfect, whose entire sociality has received unity, poise, strength and beauty through virtue, right, and religion.
All sociability of all beings in the world is originally and eternally realised in its completeness as one social union in God, and as one living interaction of God in himself. Love, a powerful, indestructible drive, makes all beings follow the universal law of sociability. It is the living form of the inner organic unity of all life in God; It is the eternal will of God to be livingly present in all beings and to take the life of all his members back into himself, as into the whole of life. The One Love of God, with eternal goodness, makes every being into his image, it perfects all beings as one harmonious, sociable creation. And from God, this eternal love pours out into all beings as the divine drive to enjoy the perfection and beauty of every being, to merge one's own life with it, and to experience this unity of life in bliss. In itself, the love of all beings is contained in the love of God, as His one inner self-love. God brings all beings together in order to awaken and nourish in them the impulse of love, to let them first prove themselves in the struggle of existence, and to purify them in the fire of affliction. But in this trial of their nature, divine mercy lovingly accompanies them, which does not allow them to be destroyed or disfigured by the limitations of the world, but rather to glorify and beautify them.
The prevenient love of God is met in every being by a pure love for him, God is present in every being, according to the stage of its existence; therefore every being finds its life as part of the divine life, it longs to be godlike in itself. Every healthy life rises upwards to God, the love for him is the most original and most inward element that animates every being; only this love leads to the perfection of the individual life in harmony with God and the world. Every being is by nature God-loving and godly. In this mutual love of God and his beings arises the pure love of all beings among themselves, which forms all community and sociability pleasing to God. Yet, every being is a free, independent organ of God, glorious and beautiful in itself; therefore the love of beings among themselves is also free, independent and beautiful. They can enjoy each other in pure and godly love →

=68= The Ideal of Mankind
→ before the love of God has taken hold of them and developed itself in them. Through pure, cheerful love among themselves, beings too rise to love God purely; for they find God present in each other and in their social life. But where the love of God has become dominant and inspiring in beings, it also sanctifies, strengthens and delights their mutual love; then they become lovable to one another anew, because they all see themselves loved by God. It is impossible to truly love God without lovingly embracing all things; and thus every loving being is filled with One love, the love of God and of all beings in him.
Love awakens in the contemplation of the excellence, inner health, and beauty of the beloved being, as the longing to become with it a higher life. Love is the mother and, at the same time, the soul of all sociability. It precedes the association, maintains and develops it, and even survives it; for it does not die out even when this union is dissolved by a higher fate; it follows the beloved being as long as the effects of its sociability continue to delight the life of the being who loves. Thus is love both the most intimate drive and the most blissful state; it drives beings to perfect themselves harmoniously, and leads them to the highest health and beauty.
As intimate and comprehensive as man's sociability is, so too is his love. In him, the free, ideal love of the spirit permeates with the intimate, organic love of the body, and therefore man is capable of embracing all beings in pure love. What is open to the spirit and the body and their interactive life, its excellence and beauty moves man's mind. The contemplation of perfection and beauty is a deep joy; the whole person feels elevated by it, he forgets himself and longs to absorb the life of another, to immerse his own in it, and with it to form [himself] to a higher, more excellent being. Once love has been kindled in a person's breast, he cannot and will not live happily without the being beloved; the joys and sorrows of the loved one are his own, he is one spirit and one mind with that being. All truly human love is benevolent, it lives in the spirit of pure goodness, for it perceives the loved one as part of its own higher self.
Love is generated by free powers in the mind, therefore it is free, it recognizes no compulsion other than amiability through life and beauty: it is inaccessible to any external compulsion. The more deeply a person loves, the healthier and more perfect he is within himself; his beautiful love testifies to a beautiful soul, to tender receptivity to everything good and beautiful; through love he proves his divine origin. He who loves science and art deeply, whose heart is pure and virtuous, is a priest of beautiful love.

Love and interactive Life =69=
When, at the sight of something perfect and beautiful, love flares up in him fatally and irresistibly, then man encounters something divine. Love is a divine, a blissful state. But it would mean destroying love, if pleasure were intended; then pleasure itself would wither away; because pleasure only blossoms where it voluntarily accompanies the healthy play of the innermost life.
The purest, most original and most blessed love that lives in every pure heart is the love of God, the drive to know God, to feel him and to be one with him inwardly. In this supreme love, man becomes holy to himself. He strives for divine wisdom in order to see the idea of God ever more purely and clearly; for divine art, in order to imitate the life of God in what is living and beautiful; he seeks out everything living and beautiful in the wider realm of experience, to venerate it as a speaking trace of God's love. He even grows fond of the limitations of his individuality, he seeks to fulfill them in a way that pleases God, as the area of his devotion to God, to make himself lovable to God. He does not expect to become good and lovable through supernatural influences without his involvement; rather, he explores and measures his powers and stimulates them to create everything good and beautiful within his reach. The God-loving person has God before his eyes and in his heart; he sees and feels God everywhere. He regards everything that he encounters, everything that creation unfolds before him, both comprehensible and incomprehensible, fortunate or unfortunate, as a conversation between God and the world and with himself; history is to him a constant revelation of divine righteousness and love. He consecrates his mind and spirit to God: virtue becomes sacred to him, as the art of acting in the spirit of divine love. He loves God above all else, and all beings, because God loves them, because they are organs of God; he loves all beings as himself, and himself only as a child of God, as a member of the great family of all beings. The love of God makes him love the divine image within himself, and seek to develop it in all respects; he strives to be as perfect within the limits of his finite nature as the eternal Father of all beings is in his infinity. He lovingly places himself in the shoes of all beings, does to all of them, not only to humans, what he wishes to experience from them, not just out of justice, but out of pure impulses of goodness and love.
When man feels himself deeply moved by the riches and beauty of creation, by the fate of mankind, by the sufferings and joys of his own life; when God, as it were, visibly meets him on the paths of life and speaks audibly in him: then love for God, united with trust and hope, fills his whole heart and soul, his spirit is immersed in higher contemplation, his whole being answers to God in prayer, feels the bliss of being and living completely in God. Then new, youthful energy of life flows through him, his heart becomes pure and capable of all →

=70= The Ideal of Mankind
→ beautiful and great feelings, love strengthens its dominion over his whole being. What corresponds to this divinity of man in God, what supernatural relationship the God-loving man has with God, how God expresses himself to him in love and mercy: to speak of this would exceed the purpose of our work and, I feel, my power. May every holy soul sense this bliss in its own way!
Love for God and the godlike disposition that flows from it, together with the inner, blessed relationship of man to God as a child to the Father, which develops in that love, is devotion to God, the religion of man. Man is religious by nature, he is the most God-loving being in the world; in him rays of divine life from all worlds converge, his mind is the most tender and strongest, his heart the most emotional and rich, his virtue the most versatile and beautiful. Love is the soul of religion, love is its first commandment. If the love for God has cooled in man, his knowledge will easily become desolate and cold, his art vain and empty, his life selfish and desolate. Only love can lead him back to God, it is through this that God draws the fallen man back to himself. God leads life and beauty in nature and reason and mankind before the eyes of every human being; which, like friendly genii, beckon him back to his heavenly home. Every truly loving person is on the way to God, because in the beloved he unconsciously loves God's work and life. And as soon as his love for God dawns on him again, he feels warmed and cheered, like the earth in the rays of the morning sun.
Man's love is directed, as it is directed towards God, just as freely and directly towards reason and nature, and towards all independent beings that both contain. As soon as the ideas of these two hemispheres of the world enlighten him, his inner love is directed towards them, even before he comes into communion with them and becomes conscious of them. But this inner prevenient love of man cannot bring him into communion and mutual life with reason, insofar as it is above him, or with nature, insofar as it lives outside and above his body. This communion, like every other in the world, is also a free work of God's prevenient love. Through the coexistence of spirit and body, which is essential to man, established by God and refined by love, man enters into rich communion with the organic species, with all organic kingdoms, with the whole earth, and indeed, through light, into spiritual contact with the solar system and with even higher wholes of the heavenly structure. As a spirit, he is granted the right to look up into pure reason; he can sense a higher spiritual realm and a higher mankind, but as far as our experience extends, he is prevented by divine fate from interacting with them. Indeed, even the individuality of the spirits living with him as humans and their →

Love and interactive Life =71=
→ love can only be recognized and felt by him through the body, in a world of images, and through language. We owe it to nature alone that we can develop ourselves spiritually in a spiritual society of living and deceased people, and humanly in and towards mankind. But as far as the light of ideas illuminates man, as far as his experience extends in the realm of reason and nature, up to that point his deep love also rules and creates.
But love for man is, next to love for God, man's innermost love. Because the harmoniously educated human being is in itself the most amiable being in creation and, at the same time, the most understandable and tangible image of God for humans. The inner love of mankind is the creator of all inner human sociability; through it alone the inner, all-round life unity of mankind in body and spirit is formed and maintained; and the feeling of love for mankind is the clearest proof that people are in truth one being, one mankind; and the surest guarantee that people will develop themselves as One Mankind and, after the full growth of the whole race, they will constitute One Individual upon earth, rich in life and full of love. Love for the whole of mankind and for every human being merely as a member of it, is the highest and purest human love in every human being's breast, in which every individual love for individual people is contained and transfigured. But it cannot ignite in the individual man until he has risen through experience to the perception of the whole mankind on earth and of the purely human in every man.
All human love for higher social wholes of people proceeds, according to the order of its development, primarily from love for individual people, whose individuality is lovable, whose heart is benevolent, whose love is prevenient. This individual human love, which loves not only what is purely human in the loved one, but also what is most unique to his entire being and life, is as essential, as indispensable to man as human interaction and sociability in general are to him. This individual love is the dominant drive to create a true unity of life with the opposite beautiful individuality of the beloved, in the sphere of his loveability, to be one higher person with him, one heart and one soul, one person, no longer two separate people. This personal love of man is also by its nature prevenient, it is generally moved for every person, it wishes that every person should be good and perfect, full of character and beautiful in a peculiar way, and should be worthy of and share in the happiness of personal love; it strives to discover in every person what is peculiarly lovable, and it takes him always →

=72= The Ideal of Mankind
→ from his beautiful side. But if deep personal love is to bind people together permanently, they must find each other lovable in peaceful fellowship, they must have recognized each other as good and beautiful, as created for each other. The more intimate and beautiful a person is, the more intimate and beautiful his love is, the more vividly he is moved when he recognizes his beloved, the richer in life and beauty is the sociability of his love. Even love for more highly educated people, like a child for its parents, is only capable of those who are full of life, beautiful and good within. He sees and loves at the same time in the higher beloved his own ideal, and the higher he sees him in pure ether above himself, the more ardently will he spread his wings to reach him and become healed in his love.
The loving person embraces all of mankind; he would like to forget himself in its beautiful life in order to regain himself in it, transfigured and blessed. His heart never grows cold for anyone, no matter how insignificant he appears to him, no matter how disfigured by the unequal struggle with the powers of earth and heaven: he still recognizes in the unfortunate a member of the whole of mankind he loves, a companion of its glorious nature; because, the human in man can never completely fade away. Thus love becomes deep compassion and mercy, which does not allow anger and revenge to flare up; thus love proves itself in active goodness, in unshakable benevolence. Even the righteous desire to fight is mixed with soothing kindness and calming compassion, which shy away from doing harm to the enemy; true love of mankind is love of the enemy, which transforms the enemy into a friend, the conflict into companionship.
The lover feels that only in an interactive life with the beloved can he be a complete being, one who satisfies his own and a higher idea; therefore love is affected with the feeling of his own need. From this arises a conflict between the feeling of well-being in his own independence and the drive to surrender to love, which is characterized by the truly human feeling of shame. Therefore the first recognition of the beloved is accompanied by a deep trembling of the whole being, with holy awe and wonderment. The more excellent a lover, the purer and more beautiful is his shame; the higher the need, the more intimate the union with the beloved, the stronger the feeling of modesty.
Modesty guarantees inner excellence and lovability and promises a heaven of love. Only love can dissolve modesty into chaste union. Because in an interactive life, independence is partly given up; but a person can only do this without being ashamed of himself if he gains greater independence and personality in his interactive life, which can only come to him through love. Modesty accompanies →

Love and interactive Life =73=
→ love as long as it lives, like a guardian angel, so that it keeps itself pure and chaste, so that it celebrates its interactive life in harmony with God and with the universe, so that it fends off every external loveless impulse of lust and selfishness. Anyone who cannot find himself lovable in the contemplation of the Idea of Man and Mankind, in whom self-shame has died out and inner chastity has withered, will never love in any social relationship, he will only transgress against God and God's works, and against himself. Holy, pure love, which, in accordance with the divine order of things, creates sociability pleasing to God, is the most uplifting spectacle among human beings; but it is the most revolting when sociability is sought out of self-interest, or for the sake of pleasure, when man is used merely as a means, when love is a lie. Lustful crimes and falsehood are the deepest disgrace of mankind, while erring, thoughtlessly reprehensible, and unhappy love deserve the deepest compassion.
Thus man and mankind are capable of love for God and for all beings in God; it is one love that drives them to everything living, to everything good and beautiful, it is an intimacy that inspires them. The inner goodness and beauty of man is reflected in his love. If he has reached all-round, beautiful and balanced perfection in himself, his love has also become comprehensive, beautiful and harmonious. But just as in every human being a part of the whole determination of reason predominates, according to which the others are proportionally developed; and just as every human being has a peculiar way of thinking, feeling and acting as his own character: so too, in accordance with this peculiarity, in every human being a part of the one love that inspires him is the predominant one; after it all parts of love follow in proportional intimacy and vitality; and his love has in all its expressions a character that is unique to him, which is not found again in the whole universe through all eternity. Now, where love has reached perfection in a human being, it is the one love of God, unfolded into a rich, beautiful organism of all human love. But even where love for God still lies dormant in undeveloped seeds in mankind, even then a deep love for people, for nature, and for its beautiful works can still warm the human heart; for all things are in themselves lovable as free likenesses and organs of God. In peoples who have not yet reached a pure devotion to God, a deep, genuinely human, blessed love for nature and mankind can blossom happily in all its branches and bear beautiful fruit. Anyone who has any pure love is capable of rising to love God; but anyone who is not moved by human beauty, by the beauty of nature, anyone who does not love his brother, does not love God either. But anyone who loves God also loves his brothers and everything good and beautiful. For the religious man, the beings do not disappear in God, nor does the love for them disappear in the love for God; rather, in it, love for every lovable being →


=74= The Ideal of Mankind
→ is reborn, purified, and receives its just measure from it. In general, no love weakens another, as far as the receptivity of the lover extends; even love for a higher whole does not weaken love for an organic part of it. So, in particular, love for mankind should live in all its subordinate wholes and in every human being; and love for every individual human being should inspire mankind itself as well as every higher person within it. Personal love, family love, love of friends, national love and pure love of mankind coexist in the same breast; they moderate and exalt each other as long as they are genuine and holy.
Just as God's love establishes the community and sociability of all beings, so too should man be a creator and priest of love in his circle. To create kindness around oneself, to unite lovers, to educate people to love, to guide their love and to protect it from inner and outer corruption; this is the most beautiful task of human love.
We have thus recognized the three living forms of all genuine human life, in the individual and, most importantly, in all of mankind; they are Morality, Justice, and Love. Morality completes man purely and in himself according to the law of his own nature, it forms the whole man as an independent being and in all his relationships to God and the world. Justice drives him to establish and help establish all that belongs to the inner health of every being and to the harmony of all things without selfishness, and in all his relations of community and sociability. And love inspires man to create a selfless, free life of exchange in beautiful and intimate sociability with all beings that his life sphere touches, and to perfect himself as an organ of God, of reason, of nature, and of mankind. Justice and love expand the horizon of mankind through all beings up to God, they make its inner life complete, intimate, beautiful. Virtue and justice make a being lovable, virtue and love make him just, justice and love elevate virtue, and all three are completely, inseparably and organically united in every person who succeeds in expressing his ideal. In some characters predominates morality, in others justice, in others love, and still others enjoy a beautiful balance of the two. The extent, the intensity and the mutual harmony of moral striving, justice and love determine above all the infinitely varied characters of people.
Right does not conflict with Love; it is in eternal harmony with it. Because it paves the way for love and is inseparable from it; indeed, it still rules where love has died out. Even conflict is compatible with love for the one being fought.
.
The Organism of Human Sociability =75=
→ For whenever an antagonist comes to perceive that his very enemy is respectable and worthy of love, he feels the first stirring of young love towards him; and shows himself inclined to settle the conflict, and continues it vigorously only until he has also instilled love in the heart of the opponent. Thus love, united with sympathy and compassion, creates peace from conflict, and fruitful companionship from destruction.
Virtue, Justice, and Love can only make mankind as perfect in their harmony as it has been destined to be in the Kingdom of God. They are the heavenly guardians of all that is good and beautiful in man, and in turn become the object of his deepest love and striving; for he can rise to them with consciousness and bring them to life and develop them freely within himself. They perfect man in himself and make him lovable, and drive him powerfully to all-round sociability; it is their spirit that pours humaneness, beauty, dignity and grace over social life. We are thus led from the temple of virtue, justice and love into the wonderful structure of human sociability.
The Organism of Human Sociability
The whole of human fellowship is shown in two equally important and dignified spheres, both of which are equally independent and free and, at the same time, permeate each other harmoniously in all their parts. Because mankind is social in itself in all respects, its inner love connects people in their entire individual life, in all parts of it, to ever higher and higher social wholes. But then it also unites its life and its love with all its external, higher spheres, with God, with reason, and with nature. This inner and that outer sociability are as if created for each other; for mankind, in all its inner societies, harmoniously connects itself to God and nature, and its interactive life with God and nature in turn permeates its entire inner sociability. The external and internal sociability of mankind, and the combination of both, consist in a rich organism of special societies. Each of them is based on an essential, independent idea and forms a peculiar, higher whole of life, which first of all demands to be recognized and appreciated in itself; But they all intertwine in their multiple direct and indirect interpenetrations to form a wonderful network-like chain that can never be viewed without joyful amazement.

=76= The Ideal of Mankind
Human sociability either unites the whole individuals for their own sake, or it unites only a part of their lives for the production and display of certain social works. I will call the former societies basic societies, and the others active societies. But man is at the same time his own master and his own work; he makes himself and his entire individuality the object of his own as well as [of his] social endeavors; he establishes all-round societies for education and mutual training. I will call these societies, in which mankind socially rejuvenates and educates itself, self-active societies.
This results in a natural order in which we can, without ever losing sight of the whole of mankind and its sociability, observe all individual societies with a clear view, both in their independence and in their general social harmony. And so let us first look at the inner sociability of mankind.
The inner Sociability of Mankind
All inner sociability of mankind is only possible because all people are in themselves and originally, in body and spirit, one being and the individual, characterful members of it. Therefore, in every human being, to the extent that he lives in his own idea and in the idea of mankind as a whole, there is an indestructible drive to live with all people in harmonious community and then in loving sociability. The sphere of inner human sociability is the spirit, or the body, or both at the same time. But since man is the living unity of body and spirit, neither the spirit alone nor the body alone can enter into any social relationship: but always only the whole human beings, and only in the union of the whole human beings can the body or the spirit predominate, or both may be intended at the same time.
Every inner human society is based on a true inner opposition of human nature, which distinguishes people by type, not by size. This can be a physical one, or a spiritual one, or it can be repeated in body and spirit accordingly. It maintains sociability and rekindles its life at every moment. If it is essential to human nature, it can never die out, but can only be united in a loving, social life; the same idea expresses itself in its members in characterful diversity, and this gives the society built on it unshakable stability and rhythmic attitude. And since the members of every true opposite belong to an idea, which they only represent →


The Inner Sociability of Mankind =77=
→ socially united in their entire inner harmonious structure, people who socially unite a true opposite become in truth a higher person, a higher human being. But if a contradiction on which a society is based is dissolved or weakened by higher providence, then the society living in it also dissolves or weakens. Now, as the inner opposites of human nature are manifold, so are its social drives, which the driven person feels as a longing and as an affection for what is longed for. The social drives, like the opposites on which they are based, are physical or spiritual or a mixture of both; the latter, as the most intimate and strongest, could be called primarily human drives, because they are stimulated in the harmony of the body and the spirit. Man always lives and should live as a whole person, as a living harmony of his body and soul; therefore he cannot unconditionally surrender himself to either a spiritual or a physical drive as such; but to each of them only if it is in harmony with all physical and spiritual drives and with the entire inner and outer life of the whole person. Now, when individuals meet in the sphere of a social drive, the longing for which moves them, and they mutually find that they both develop the social opposite in a dignified and beautiful way, then, keeping to the idea of mankind in general, respect arises, and in this, personal love, united with the longing for sociality. If sociability is to flourish, this must be mutual, and even not very unequal in strength. Love is also purely physical, or purely spiritual, or physical and spiritual at the same time. Because the latter harmonious love encompasses the whole person, it is the most intimate; even in this harmonious love, purely physical and purely spiritual love are not excluded, but both must exist at the same time to create true harmony.

Every human society represents a higher whole of life;
It therefore exists for its own sake, just like man himself, without any external purpose. But since only all societies fulfill the whole of human nature at the same time, they too form an organic and harmonious whole, the parts of which are and live in, with, and through one another;
they establish, support and form each other. If a society is healthy and beautiful in itself, it will automatically prove its external suitability for all other human things and can easily be placed in organic interaction with all other human societies. The most sacred possession of every society is purity of its own nature and free independence: for through this it gains strength against every power that wants to oppress it or make it subservient, and only through this does it become lovable and itself truly sociable.

=78= The Ideal of Mankind
The inner contradictions of human nature relate either to the whole individuality or to individual intellectual, physical or harmonious life activities; therefore, sociability either unites all people, or its sphere is externally characterized by a specific social work. But human nature is whole and inseparable: therefore no partial, active sociability of people is possible without them already being social as whole people, at least as people in general. In order to first recall the ideas of the inner basic societies that unite all individuals according to their various orders, we start from the most essential basic contradiction, which, as it extends over all life, also extends over mankind.

The internal basic societies of the first order
Family
This most primal opposition in human nature is that of man and woman; it is eternal and inalienable, and because it extends over the entire spiritual, physical and harmonious life of individuals, it is also the most vital and lovable. Woman and man are equally opposed to each other in body and spirit and as whole people. Man is characterized by the ideal freedom of all spiritual and physical organs and powers; woman, on the other hand, is characterized by the natural intimacy and bondage of all organs in and through the whole of his self-sufficient and self-satisfied nature. Man lives in the character of reason and spirit, woman in the character of nature and body: therefore the free animal world is a symbol of male mankind, and the quiet plant world a symbol of female mankind. Man directs his free, independent power wherever he wants; as with ideas, nothing is alien to him, nothing is inaccessible; he embraces everything in and outside himself, mankind, God and the world with equal drive, he is able to immerse himself in all things, to strive for all beings with pure love; he can freely place himself outside himself and return to himself. But the woman, innocently determined within herself, only proves in everything the purity, intimacy and harmony of her own nature. She has the center of all striving only in herself; she only strives to lovingly appropriate everything that touches her sphere of life to the most personal harmony of her whole being, in order to devote herself completely and undividedly to the loving man and to find her entire external world in him. The man has free flow of all power, the woman has lovely harmonious grace; the man has strict persistence in individual striving, the woman has easy harmonious mobility of the whole being. This opposite character controls body and spirit equally; it expresses itself in the mind, in feeling and inclination, in the play of will and action, as well as in →

The Inner Sociability of Mankind =79=
→ form and movement and in all vital manifestations of the body. Without the woman, the man would become one-sided, his strength would be fruitlessly lost in the universe, and without the man, the woman would be poor and desolate in spirit and mind, wasting away in herself. Only man and woman, remaining united in love, living harmoniously in and through each other, are a whole, complete, blossoming human being; and the affection of the man and the woman and their love is the most intimate and strongest, the richest in the fruits of life and beauty. Only in this union, raised to a whole, harmonious human being, can the man perfectly shape the male nature and the woman the female nature in purity, fullness and beauty.
The purer, freer and more complete the man is a man and the woman a woman, the more intimate is the feeling of their dignity and their essential limitations in both of them, the more intense is their longing for the unity of life, the more worthy and lasting is their love. Therefore, from intimate and beautiful love, one can certainly conclude beautiful individuality, beautiful masculinity and femininity. The whole human being, united as a man and a woman, is all the more beautiful and excellent as the man and woman are purer, more independent and more alive. The sociability of man and woman is the most essential, most original and most intimate of all human social associations.
Man and woman are equally essential to mankind, so the woman is in no way subordinate to the man. In all powers of the mind, heart and body, woman is as capable and as original as man for all aspects of human destiny. Even if all her thoughts and actions and each of her works are dominated by the unique character of beautiful femininity; so the man's entire life also suffers a similar, but opposite, limitation. Just as little as a woman can and should ever attain the male character, just as little can a man acquire the female one; but both are in themselves equally human, equally worthy, and only in their living union do they represent the whole, complete character of mankind. The female sex is just as capable of all-round, unique and harmonious development as the male; and mankind itself remains only imperfectly and partially developed as long as the more beautiful, weaker sex of women is ungratefully and insensitively oppressed by the raw power of men and must lag behind the male in some part of human destiny. Virtue and love, science and art, law and religion, all must first be uniquely formed and perfected in a male and female way before mankind can boast of having expressed itself harmoniously in all respects. Only male and female uniform development, in free, harmonious interaction, is the triumph of mankind.

=80= The Ideal of Mankind
Ordinary observation recognizes the contrast between male and female humans only physically in the separate sexes. But the spirits are originally no less male and female than the bodies. Just as the bodies would be male and female before and without union with the spirits, so too would the spirits find themselves male and female if we could recognize them purely and before they enter their bodies. According to an essential, divine law of the world, male spirits are united with male bodies and female spirits with female bodies for life; and even the harmony of the body and the spirit, the whole human being, assumes the male or female character. Therefore, male and female spirits and male and female bodies are only found in male and female humans; and sexual love is at the same time purely physical, purely spiritual and harmonious in nature. Only a male spirit married to a female spirit is a complete spirit; only a male body united with a female body is a complete body; and only a complete male human being living together with a complete female human being is a complete human being, at peace and complete within himself. Thus the love of the sexes creates a threefold marriage. In all his life, man should first and foremost be a whole and undivided human being; therefore, sexual marriage should unite the whole human being; and physical and spiritual marriage can only blossom and live in its perfect dignity, intimacy and beauty in the harmonious marriage of the whole human being. This harmonious sexual love and marriage keeps the purely spiritual and physical love and marriage pure and free within itself, without weakening its harmony.
Just as a man and a woman are sufficient for each other to be truly separate personalities, so too in sexual marriage a man and a woman are sufficient for each other to be truly complete personalities of the higher human being that they are in their marriage. Therefore the unity of the married person in sexual love is as essential as the unity of the individual person. Only through continuity and constant intimacy of love and marriage is it possible for two people to unite in all aspects of love and to become one with each other to become truly self-contained and self-sufficient higher personalities. The marriage of a whole female human being with a whole male human being is wedlock. The wedlock is thus in its nature founded and maintained by sexual love, and it weds the spirits and the bodies, the entire lovers, intimately, for life and exclusively into one higher, beautifully living person; in its highest perfection, in its truly human celebration, it is monogamous. The pure and chaste marriage of bodies is doubly holy to lovers, in itself for the sake of the body, spiritually. For spirits see and recognize themselves only in their bodies, they →

The Inner Sociability of Mankind =81=
→ permeate each other spiritually only through the artistic expressions of life of the bodies; the beauty of the bodies, worthy in itself, is at the same time a natural and artistic image of similar spiritual beauty; the beauty of the souls is reflected in the beautiful emotions and in the entire close coexistence of the bodies.
Since in every person the spiritual or physical excellence and loveliness predominates, or both are in a beautiful balance, marriage also takes on a threefold form. Because in it can predominate and prevail either the physical beauty and marriage, or the spiritual one; but in other marriages, the most blessed of all, spiritual and physical beauty and love are equally intense and in beautiful balance. The richness of this original and divine relationship appears even greater when we consider that this predominance and this balance can be found in the man and the woman in the same or in the opposite way. The diversity of ages at which marriages are concluded and the ever-changing formation of the same marriage over the course of life add a new variety. And although marriage is in its nature a harmony of physical and spiritual love, it nonetheless enjoys spiritual and physical love, each purely for itself. For the innocent, chaste mind of the married couple is all the more receptive to enjoying the most beautiful and tender physical love; and their spirits love and develop each other just as deeply in the interaction of all spiritual activities. At the same time, true marital love is in harmony with the love of God; and pious devotion to God, which ennobles every genuine human joy, does not disturb or weaken the childlike joys of physical, spiritual and harmonious love, whose harmonious triad is the essence and bliss of marriage.
The harmonious person, if he is true to pure human nature, finds it unacceptable and uncomfortable to marry physically without loving one another as whole human beings. But his attitude takes on a new weight when he recognizes the intimate and essential relationship that the creation has with God and the world. When creating, lovers do not belong to themselves alone, but to God, to nature, to mankind, to the people and to those they create. The deepest creative forces of heaven and earth, called by intimate love, work together in the lovers; they announce their presence through sublime bliss; they crown the intimacy of the married couple through the incarnation of a spirit, whose love they wind like a spring flower into the wreath of the married couple's sociability. The fate of the newborn, their entire future activity, which can bring salvation to their friends, their people, perhaps to all of mankind, is largely placed by the higher powers in the hands of loving parents. Therefore, to lovers, →

=82= The Ideal of Mankind
→ procreation and its joy are thrice sacred; therefore they consecrate body and spirit as a worthy dwelling place to the creative powers that are so kind to their love.
The generation of new people, the constant rejuvenation and the lawful growth of the human race on earth, the preservation and education of children and the loving coexistence of parents and children in a continuous, growing higher personality: all of this is in itself, considered in a divine way, one act. God did not designate the sacred act of copulation to be a work of temporary, changeable pleasure. But what is eternally and essentially one, even the God-fearing, heartfelt human being must not separate. For these religious reasons, mankind should only rejuvenate itself within an intimate, permanent and constant union of man and woman, as a whole human being, only in marriage. On the other hand, the fact that men and women enjoy each other physically in temporary, variable lust can be reconciled no more with the idea of mankind in general than with the idea of a religious mankind.
We therefore praise marriage from the fullness of our hearts as the most original, most beautiful, most pleasing to God, social relationship among human beings. It makes man into the image of the eternal structure of the world; it sanctifies him as a temple of God; it is an essential root of all human life, of all virtue, justice and love. Marriage primarily creates in the married couple a higher, independent human being, harmoniously satisfied with themselves and the world; in it man and woman and, through them, the young seed of mankind can harmoniously perfect themselves. Marriages are the most original, the first living points of all human society; from them a new generation emerges every day, which, receptive to all that was great, good and beautiful from the past, creates a new future with new, never-before-seen powers. Beautiful marriages are just as many shrines and inviolable sanctuaries of intimate friendship, trusted science and art, and everything good and beautiful that mankind is capable of.
Marriage, as the interactive life of the sexes according to God, reason, nature and mankind, is, like everything intimate and beautiful, susceptible to a rich, ever-new form; and this itself is inexhaustibly different according to peoples, climates, times and classes. Here I am only thinking of what must be found as the generally essential in every form of sexual relationship if it is to be worthy of mankind and pleasing to God. Intimate love of the married couple as whole people, which harmoniously contains purely spiritual and purely physical love, a pure ensoulment of the body, of the spirit and the whole person through this love, without ever making lust the end and the beloved, a mere means of some kind of satisfaction: this is a primary source and the first essential characteristic of every true marriage, regardless of how it is shaped by nationality, climate and status. →

The Inner Sociability of Mankind =83=
→ And this love must then create such a relationship between the married couple that agrees with the will of God, with the laws of life, of nature and reason, of the body and the spirit, which does not entail any injustice in the entire sphere of influence of the married couple, but rather all helps to establish justice, and at the same time harmoniously corresponds to the existing customs of the people, the creation of a healthy and strong human race, the love for children and their all-round, truly human upbringing. The sexual love of the harmonious person is in league with the one love of God and of everything good and beautiful; how could it create a society that would in any way conflict with love for all people, for friends, for children, for the fatherland, and with love for mankind?
But purely physical love in general and the physical sociability created by it does not refer to or limit itself to the sexual relationship alone. A man can also love a man, and a woman can love a woman, purely physically in many ways and in an infinite number of degrees. In the same way, physical love between a man and a woman does not necessarily tend towards the marriage of the sexes. Even outside of marriage and without it, man and woman are united in pure love for their physical individual beauty in kisses and chaste embraces, as long as all expressions and forms of this love remain pure of all physical and essential reference to the creation that is sacred to marriage alone. Male and female mankind must interact freely with one another everywhere and at all ages, in all parts of human life and human destiny, and associate with one another in all ways and in all forms, if human development is to flourish on earth, if mankind itself is to be perfected. Thus, outside its own area of sociality, marriage by no means separates men and women from one another in an unsociable way; rather, it is in harmony with all other purely human forms of physical, spiritual and harmonious love, and in many ways promotes the all-round social interaction of male and female mankind; nothing like it opens the mind and heart to physical, spiritual and harmonious, beautiful individuality. In the same way, all other social relationships outside of marriage, if they are purely human, hold marriage sacred; they do not violate what is proper of chaste love in a sacrilegious way, they honor in marriage the innermost sacredness of families and peoples.
By gathering the lovely circle of children around the married couple, love expands the marriage into a family. The lovers see in the child the image of their spirit and body, and see with joy their beautiful love rejuvenated in him. If we think of the married couple and their children in a social interaction through love into an organic whole, united in a higher person, →

=84= The Ideal of Mankind
→ as a higher person: then we have the image of a family insofar as it exists purely within itself. The love of the parents is the source and center of the family's life; without this love, it cannot flourish and cannot be worthy of mankind. Because only in conjugal love does the individual love of parents for their children and of children for their parents, and the love of siblings, arise. Family love is essentially personal love of the whole individuality; and all members of the family love each other as one higher person. Both spouses love themselves and their beloved in each child, and nurture in him the growing image of their harmoniously united physical and spiritual individuality; and the children love their parents with feminine devotion as if they were their own higher life. The parents adore and love in their children innocent, unbiased beings, who are entrusted to their care by God. For the helpless child, who is surrounded by feminine loveliness, the parents are the present God and the representatives of a part of divine providence. The love of parents for their children is a parable of God's eternal love and mercy towards people, just as the devoted love of children is the most beautiful image of the loving devotion of harmonious, God-fearing people in God's world order. The love of beloved children, blessed in the pure love of parents, is the pure love of angels, the love of heavenly friendship. The upbringing of children is the sweetest, most rewarding task of parents; they have pure respect for the divine, beautiful, self-satisfied state of early childhood, they live with their children in the spirit of love and goodness, they carefully research the individuality of each child and are ready to recognize and help develop every inner calling of the child; they seek to bring the child to maturity step by step, honoring and awakening its freedom in everything, and are pleased when they see themselves surpassed by their child in something good and beautiful.
Children belong to their parents as members of their families; the love and wisdom of their parents elicits voluntary obedience from them until they themselves have matured, until their attained maturity gives them the right to take their place as independent people in the human society. Then they are lovingly released by their parents and, supported by their friendly advice, choose their own profession; and then, when their heart drives them and love binds them, they too enter into holy status in the family and form young families. These are completely free and independent, and are only in a subordinate relationship with both their parents, their "Leaders" insofar as love, gratitude and reverence dictate. And if the aged parents are still alone, they gratefully accept the families of their children who have been blessed by them, as venerable heads; in playing and caressing their grandchildren, blossoms the sweetest reward for their laborious upbringing of their own children, and in their love, the memory of their youth. If several children are born from one marriage, who, when married to children →

The Inner Sociability of Mankind =85=
→ of other families, form new marriages, two beautiful social family relationships arise from this, namely, families which become related to one another through the marriage of their children, and families whose founders are brothers and sisters; as well as a long series of beautiful family relationships of its members according to the various orders of kinship, each of which has its own love and its own character.
In order to take form, a family requires at least one child from the married couple, but if it is to be complete, it needs a boy and a girl; if it has several children, its form is most perfect when boys and girls alternate in pairs. The parents among themselves, the children among themselves, and parents and children together are, in terms of their origin, only one body, only one organic life, and their love cannot therefore be based on the opposition of sex [sexual love]. Parents and children should not marry each other, because they would reverse the progressive causation of procreation, since the children are born through the parents, thus are subordinate to them; and siblings should neither, because the line of descent, in which they shared the love of their parents, should not immediately close again, but should spread as widely as possible. For the highest animating force of the entire species, like everything organic, seeks in the budding race the greatest wealth of opposites and the all-round interlinking of members; but both can only be achieved if only the most distant members of the family marry. Experience proves this; for the closer the family, the less even the highest physical bloom and beauty tends to attract the opposite sexes to marry; the urge to mate arise only beyond the relation of siblings. And when individual families spurn the love of the rest of mankind for external reasons, we see their perhaps originally beautiful family ideal return in their grandchildren increasingly distorted and powerless: until these families, so noble at first, finally die out completely after having gone through spiritual and physical weakness. Marriages on this type, of kins or of siblings, are immoral and contrary to the idea of the lawful and beautiful development of mankind. Our chaste forefathers were therefore right when they called such misdemeanors incest; just like the Greeks when they viewed unconscious marriages of parents and children and siblings as the most hopeless misfortune.
A system of families which, originating from one family or from a few, marry each other freely and in all respects while preserving blood ties, form a family association. This is all the more beautiful the more diverse and uniform it represents all levels of kinship, then it is a complete kinship, like a higher family. And as it becomes more numerous and spreads over a wider natural area, →

=86= The Ideal of Mankind
→ more and more individual family groups gradually form within it, as well as just as many budding tribes. Then the tribe enters the higher rank of a people when the tribes that sprout from it maintain and develop the unity of all-round interactive life and a true personality full of character. Family love, which is essentially similar to personal self-love, decreases in intensity and strength as the circles of kinship open up and people move away from their common source. But in this very relationship, ever new and stronger contrasts of physical and spiritual development blossom, and with them love of friends and sexual love. Thus the loving person belongs to the members of his family in all forms and degrees of family love, and feels how his family love is lost in subtle transitions into love of friends and love of sex. And family love returns in every well-educated mind with new strength and in a higher order when it rises to the view of its tribe as a higher family and its people as a higher tribe. Therefore, it is also appropriate for the married couple to consider the well-being of their tribe and their people as their greater whole when educating their family. The choice of the beloved must, however, be left solely to personal love and, therefore, cannot be sacrificed for the good of the tribe and of the people; all the less since it is in the plan of Providence that tribes and peoples and classes mix in a mutually productive manner, so that a harmonious mankind that is linked on all sides can sprout on earth. Therefore, God has not given physical or spiritual beauty exclusively to one tribe, people or class, but has given it equally to all who know how to nurture its germs.

The idea of family demands that all its members should be and become one organic being, a higher, complete human being. The interactive life that family love creates must therefore complete the members of the family as one spirit and one body. The members of the family, each with their own beautiful individuality, must live in the spirit and character of the whole family; They must be sociable and harmonious for all parts of human destiny. The family has a common altar, common virtuous customs, common justice and legal system, common science and art, common free, artistic sociability inside and outside, with mankind and with nature. If this is to be the case, the family must be given a specific spatial sphere that is appropriate and inviolable, corresponding to this all-round common life; so that in it the family can develop its entire family life in its own way, freely and undisturbed, and present it as a large, well-structured and balanced work of art. House, courtyard [or farm] and garden are as essential to every family as food and clothing are to the individual. The house itself is at the same time the work and the sphere of the common devotion to God, virtue, science and art and →

The Inner Sociability of Mankind =87=
→ justice of the family; it is their outwardly artistically realized spiritual and physical and human excellence. The courtyard is the sphere of free movement of all powers in the contemplation of heaven, surrounded and refreshed by the invigorating breath of nature. And the garden is the sphere of the family's most intimate interaction with the creative forces of the earth; here they demonstrate their peculiar way of feeling the life and beauty of nature and of marrying their human art with its formations in beautiful garden art. Here, at the bosom of the mother of all life, spirit and body refresh and cheer each other and gain the nourishment and love of a beautiful life.
This is the entire and original basis of family "property" [qualities, character, or characteristics attributed to it], and by no means just the one-sided physical need for protection and physical comfort. Even where the ultimate basis disappears, families settle down in an artful way as soon as they come to the perception of their human formation and the development of their powers. Just as beauty, intimacy and wealth are essential to human nature, these qualities are also essential to family property; firmness, comfort and security are indeed the most urgent external requirements, but they are neither the only, nor its most original and only essential requirements. Therefore, the "idea" of community of goods, — which is beautiful and meaningful in a higher perspective, even if it is extended to individual people and families and nations, — corresponds neither to the idea of family nor to that of the people and of mankind. Because it would destroy the independence and freedom of families, would also mutilate the life of the individual, weaken the inner life of the people, and would in vain deny the basic institution of God, from which the whole of mankind will one day emerge in perfect structure. The family "property" is a temple of God, mankind's most original, social work, and a faithful reflection of beautiful family quality and character. This nature of family property and its reasons must also be recognized by the people when they form the law as a state; In this spirit, it must grant and preserve the families' property. House, yard and garden must be inviolable, a self-satisfied, closed, confidential sanctuary of the family, accessible only for love and respect. House, yard and garden must be inviolable, a self-satisfied, closed, confidential sanctuary of the family, accessible only for love and respect. The state owes this to every newly emerging family, not because it was founded by children of this or that parent; but because all lovers should found a family, because this family is also an essential part of the great life of the people and of mankind. Furthermore, just as every family by its nature continues into one or more young families, and all future generations should be a continuous whole of individual life with the previous ones: so too must property continue as a work of art, as the germ of new family property. The bride and groom represent themselves through the complete endowment of their paternal families, and from the character expressed in their goods →

=88= The Ideal of Mankind
→ they represent a harmoniously united character; in the sensuous presence of their origin they find a constant stimulus to shape their budding family worthy of it. And when the aging parents divide themselves into the newly emerging families as worthy heads, or their death ends the life of their family: then it is fitting that their family property, as a monument to their love and their wisdom and art, should pass to the family property of the children. The right of parental endowment and inheritance is so deeply rooted in human nature that, without it, families cannot develop within themselves or as a living whole that is constantly progressing over time. Although a family is actually possible without endowments and inheritance, without both it cannot be complete and cannot be a member of a continuous series. Very often, too, young families must begin a new series when the spirit and mood and higher events in the life of the people require that lovers found a family with a new spirit and character. And further, in the matter of endowment and inheritance, families must be subject to and harmonious with the higher property rights and laws which require the common life of the people and the uniformity of the possession of property.
Just as the individual can only perfect himself as an individual in all-round sociability, and this sociability is owed to God and the world: the family can only develop in constant and symmetrical connection with all social associations, and this sociability is owed to the higher whole of mankind. It must exist out of inner strength in order to be sociable. But in order to be perfect and beautiful, it must be sociable. The harmonious sociability of the family absorbs all social associations in its own way and according to its own laws of life, and it presents itself to all social associations as One [legal] Person, and is recognized and received socially by them as such. Through the social linking of the family with the other social associations, it receives new permanent or merely visiting members, and only in this way does the household become complete and full. The family lovingly welcomes loving relatives and friends and members of its active society, who may or may not be relatives and friends themselves. This work activity of the family relates to its own external occupation, through which it connects itself to the people, or to its free life in science and art and to the generally human, universal family formation. The external occupation of the family is a higher, freer, or a subordinate manual activity; and through this the form and level of the whole household is excellently determined. The activity relating to the family itself as the art of housekeeping is concerned with the education of children, with the acquisition, distribution and administration of the family property, and with the government of the whole. But the assistants take part in the domestic →

The Inner Sociability of Mankind =89=
→ work as apprentices and as subordinate or auxiliary workers. In addition, the family practices genuinely human and artistic hospitality, within the limits imposed by its own independence, status, character and the health and abundance of the family's inner life. Periodic and free visits from relatives, friends and fellow workers, friendly greetings from comrades, fellow citizens, and traveling strangers honor and adorn the house and grant human life the purest and holiest joys.
Thus I have presented the image of the family as an organic whole that is well connected to mankind, as a complete household and domestic system in all its basic features. In it we see a rich organism of harmoniously blended social opposites: Man and woman, parents and children, family members and relatives, friends and strangers, tutors and children, rulers and servants, masters and journeymen and apprentices, each among themselves and all among each other in love and peace and in intimate activity united in one life. The love of the father and mother of the house is the sun of everything, it founds and animates all family sociality, all internal societies of the family move around it; If it were to die out, the whole family would perish and dissolve into its elements. The status of the house father and mother is venerable and blessed. Their loving marriage brings them new, never-before-seen joys at every stage of life, and their beautiful art of ordering and ruling the house together in love and justice creates life and happiness around them. They give the family and the household its constitution, they ensure that each family member lives independently in the house according to time and place, and that all members are linked to one another freely, in a comprehensive, symmetrical and rhythmic way, and lead a social life in the spirit of the family with the whole of human society. They rule over family law, which only love gives and sustains. In social harmony with all other family members, they practice the great and beautiful art of housekeeping, as the art of creating, maintaining and presenting family life in a social way; so that the family becomes an all-round complete human life, a rejuvenated image of the harmonious perfection of the entire human race.
This is the idea of the family, which appears before the eyes of the mind in an infinite number of equally essential, distinctively different ideals: each of them has equal claims to be real in mankind. The family takes shape on earth in infinite richness: the age of the world, the climate, the situation and customs of the people, the tribe, class, age and character of the married couple, and their peculiar form give us an inexhaustible abundance of peculiarities of this simplest and holiest basic society. Every household that is in keeping with its ideal is equally worthy, equally essential →

=90= The Ideal of Mankind
→ to mankind, equally sacred to law; each is rich in its own beauty and joy. The lofty household of an imperial court, the modest one of the quiet bourgeoisie, and the childishly patriarchal one of the country people, are equally venerable, equally pleasing to God, and fill the mind of the humane observer with equal respect and joy.
Such an intimate, rich and beautiful conviviality is linked to the harmonious interacting life of the sexes; but the inner contrast of the characters, and the free representation and sociable fusion of the opposite individuality, promise us a no less beautiful one.
Friendship
The one and indivisible human nature forms, next to the opposition of gender, yet a new opposition of the whole individuality. In the One human Organism, all forces move independently among themselves and in harmony with the whole, and the whole of life in, with and through all of its individual forces. Now, in man either the independent activity of individual forces predominates over the whole of life, or the activity of the whole of life predominates over its individual forces; or the whole of life is in equal harmony with the free activity of all its forces. From this arise the three basic human characters, which we can describe as the strict, the mild and the harmonious. Their opposition is expressed in the entire development of individuality, as well as in the way in which it relates to all beings and to all influences of world life, and in the peculiar way in which it absorbs foreign expressions of life and responds to them internally and externally, in acting and suffering.
The strict character moves all individual forces freely and boldly, the mild character is active with its entire being in every single expression of life, but the harmonious character allows every force to work freely and independently, but in a measured manner in the omnipresent fullness of the whole life. The strict character, whose life is governed by individual energy, is bold, courageous, strict, restless, penetrating everything down to the last detail and shaping the individual; everything that is free and independent, everything that appeals to only one individual energy within him, calls him to work: he undertakes to rule in the sphere of his excellence and to shape everything he can achieve according to himself: every resistance awakens him to courageous, persistent struggle; his image is the powerful male figure with sharply pronounced limbs. In contrast, the mild character is full of foreboding, expectant, gentle, calm, quiet, and penetrating with the whole force of his being; she seeks and sees only the whole in every detail, and loves it only for the sake of the whole: she receives external influences →

The Inner Sociability of Mankind =91=
→ devotedly, and absorbs them into her whole being, full of a soft, patient disposition: she is only moved and activated by what can fill her whole mind and appeal to her whole nature; she is symbolically represented by the delicate female figure, gently rounded in all its limbs. But each of these two characters, when left to their own devices, finds themselves in an insoluble struggle with themselves, with nature, with God and with mankind. That strict mind easily becomes a slave to its own limited inclinations and becomes harsh and one-sided: while the mild mind, which is more inclined to suffering and receiving, easily falls into the domination of others, easily becomes dull and empty. But the harmonious character, in which the harmony of the whole of human nature with all its individual powers is brought to life, combines independence and devotion, governing and obeying, giving and receiving, boldness and tenderness, struggle and patience, and thus reaches a satisfied reciprocal harmony with itself and with the world, in which it lovingly obeys God and the world, and steadfastly maintains and governs its own entire sphere of life. Only the harmonious mind is able to think, act and suffer without passion in the spirit of all mankind, in the spirit of the past and the future. Body and spirit experience this contrast of character for themselves and their harmony, and therefore the character of the spirit is perfectly expressed in the form and movement of the body and in language. And depending on whether one or the other of these characters is peculiar to the majority, or to the most important persons for higher reasons, families, tribes, peoples, even peoples of entire parts of the earth, adopt one of them, which then governs their whole great life.
These three basic characters develop in people in incalculable diversity and individuality. Each of them is capable of an infinite further definition, depending on whether the striving for inner moral perfection, or for justice, or for love predominates in the person, or whether all these strivings are in balance, and depending on whether the person's love is more inclined towards God, or towards nature, or towards mankind, or towards all beings in a uniform manner. Then it also has a decisive influence on character whether science or art is a person's main purpose, or whether the person is equally interested in both, and whether the person lives for this or that science and art. Added to this are the differences in gender, status and age, the peculiar character of the family, of the people and of the nations of his part of the world, and the diversity of climates and eras. All of this flows into every person, in conjunction with the peculiar course of their fate, in order to give direction and development to their character and to set them in their own chiaroscuro and color. On average, women and children have a soft and mild character, while men and youth have a bold, ambitious character. It is a blissful feeling for a young man when harmonious chords of all-round →

=92= The Ideal of Mankind
→ education resonate within him, announcing to him that he has reached manhood and has fought for a harmonious character in the waves of life. Affirmed in himself and satisfied in life, old age finally returns to the mildness and softness of a child.
The more perfect and successful a character is in itself, the greater is its need and receptivity to deal with the opposite character. If a person encounters an opposite character in life with unity of aspiration and sphere of activity, and both can fully express their own unique way of life, then both are filled with pure love, they wish to unite to form a complete, higher character and to confirm and enhance their own character in their loving interaction. This constant interaction of two opposite characters, in which they represent a higher character, is friendship. Unity of mood, activity and inclinations is as essential to friendship as the contrast of characters; because, without the former they would not rise to their common higher idea, and their sociability would have no bearing, and without the contrast of character, sociability would lack charm and nourishment. The nature and need of friendship is as old and unchanging as human nature; without it, neither individuals nor social groups could be fully formed, nor could the entire wealth of human character be developed as an organic whole. After the family, friendship is the innermost sanctuary of mankind, and, next to marriage, it provides the purest and most intimate joys.
Friendship develops between people in independent, ever-higher wholes, which at the same time wonderfully intertwine and intersect. It is complete when a harmonious character comes between a strict and a mild one, and as a mutual friend, like a higher mediating being, guides and enlivens their friendship. The same person is simultaneously connected as a friend to several people, he tries to make all his friends friends among themselves: and so every friendship is fruitful in new friendships, and links in love everyone it touches. It is a heart-warming thought how many individual friendships of two, three and more members are included in one and the same friendship when it consists of only a few people; and how in the loving interpenetration of friendships the good and beautiful person can unconsciously and unintentionally influence like-minded people through an invisible chain of friends, from heart to heart.
Just like marriage, friendship also forms an independent, free sphere of life; it too requires, in terms of character, unity of all →

The Inner Sociability of Mankind =93=
→ human endeavors. Close friends become like one heart and one soul, they form a common devotion to God, virtue, justice, science and art and a common relationship with nature. Therefore, a friendship, like the family, rightly demands a consecrated external sphere of their coexistence. But since it does not completely marry the whole person like marriage does, and since very few friends can live together continuously, friends only require a friendly reception in the family, and public houses, gardens and places of pleasure set up for intimate, friendly interaction. The various systems of friendship wind freely through the families and through all other social associations; and friends are recognized by the state, by the church and working societies as higher persons and are accepted by them as such into their inner being. Friendship is kind to all love, it is compatible in the same heart with marital tenderness, with love for the fatherland and with general human love. The art of friendship is just as beautiful as the art of housekeeping: to win friends and to maintain and develop their friendship. But the wealth with which noble friendship develops in the most diverse forms can never be exhausted by life, let alone by thought. For the idea of friendship is indeed only one, but its ideals are infinitely many, all of which are equally essential, equally sacred and venerable to mankind.
Thus marriage and friendship, the two most intimate social relationships of people, are based on personal love and bonds together the two most original opposites of human nature, without whose union human life could not be complete or truly healthy. The people united by them are like one person, like one life, in body and spirit, intellect and heart, inseparably united for work and rest, for joy and sorrow. Born in family and friendship, raised and nurtured within them, each person perfects himself as his own work of art in full of life and individuality. But as his own being becomes more intimate and original, so at the same time a delicate sense develops in him for every beautiful peculiarity that people present to him in countless contrasts and delicate transitions, scattered and harmonious, where he only encounters them in the community established by God on earth. The same respect, love, and kindness with which the well-educated person embraces his own individuality also arises in him when he looks at the peculiarities of others, both external and internal, physical and spiritual, and of harmonious life. Moved by the innermost drive of his nature, each person involuntarily presents himself to the other as his own work in his peculiarity, glorified in the mirror of his body, his speech, and all the external works of his art. Just as all people are essential members of the One Mankind, →

=94= The Ideal of Mankind
→ the feeling of this unity awakens in the presence of strange, living, more humane individuality. Full of this feeling, man longs to merge his own and other people's individuality in external, artistic representation and to live humanly in free companionship with all respectable and lovable people with whom his life brings him together.
Free Society
The inner free interaction of every human being with himself, in which he enjoys his own science and art instinctively, awakens the need for free sociability, makes him inwardly adept at it, enlivens and nourishes it. To really establish the longed-for free sociability is only possible if all people are similar, essential members of the One Mankind, and belong to the same reason and nature, that they develop their own lives through God's institution on the same earth, surrounded by beautiful nature. And the idea of this free sociability is: to artistically present the peculiarities of one's human life to one another, to organically unite them in the free interaction of forces in a sociable work of art, to enjoy one another and thereby refresh one's own life; it is this idea according to which the inner organization as well as the limits of free sociability must be determined.
In this area of human sociability, we now notice two spheres that are essentially separated by independent ideas. Firstly, people come together freely in society in order to organically unite their entire external individuality in free artistic activity, in order to forget all the worries and troubles of life and self-development in this free, mutual interactive life, in order to cheerfully and effortlessly enjoy the good and beautiful that they have achieved, and to constantly recreate it in a social works of art. Then people meet each other generally on the paths of life, brought together by the same, intimate and beautiful profession, and live freely in society, not as these individuals uniting their individuality, but in the interaction of the common individual life simply as members of the same mankind. The first free sociability, which we are accustomed to calling society, could be called individual or intimate free sociability; and the second, in which men meet as freely living members of the same highest moral person, may be called purely human free sociability.
The beginning of individual free sociability or the preferably so-called community is that the sociable people present themselves in their entire →

The Inner Sociability of Mankind =95=
→ individuality in a free, interactive life, each with an artistic regard for the mind and spirit of all the others. The area of their communication is the whole physical, spiritual and harmonious individuality; therefore, this intimate free society is as rich in inner structure and beauty as human individuality is. The emotional expression of the inner life of all members must harmoniously fit together to form an organic, artistic whole; all must develop their own individuality like the characteristics of a higher person; they must unite to represent a specific idea of life according to an organical and perfect ideal; in this community no person should appear accidental, superfluous or merely suffering. Only the intimate, free interaction of each person with himself is the sphere in which the members of an individual, free community communicate and permeate each other; everything that characterizes that free interaction with oneself is also inherent in this community. But there the whole person lives without effort within himself, he entertains himself with the beautiful fruits of his reflection and his artistic diligence; everything that is freely alive in him and is absorbed into his whole being, which then moves spontaneously and freely. Only in the beautiful moments of this comfortable and undivided interaction with oneself does man emerge into free sociability; then he would be fully present in the community, expressing himself freely and effortlessly in the beautiful skill of life, and he would voluntarily bring only the beautiful and free-living into the center, which everyone's mind and spirit can grasp. Because in the enjoyment of pure conviviality, all participants in the community only wish to be entertained and enlivened; they want to play freely with free energies, in beautiful harmony, not work, not educate and train each other, not assert and admire individual talents; they want to enjoy playing with each other as whole human beings, forgetting all actual work, and recovering from the effort with which natures finally have to achieve what is worthy and beautiful. And just as the human being, forgetting all the troubles of life, recovers in his inner, comfortable self-compassion: so too in a free community, everything should be removed that could disturb the joyful enjoyment of full human nature by remembering the transience and uncertainty of everything noble and beautiful on earth. Here everything that concerns one's own personality should be kept silent: every matter of the heart, if it is not essentially interwoven into the social life of community, if it could spoil the joy, should remain in one's own breast for love and friendship. Yet all members of the community take a deep, secret interest in the personal fate and affairs of each of their members: they are, with the most tender care of their noble self-esteem, busy, unnoticed, cheering, and, without letting the intention shine through, to comfort and help.

=96= The Ideal of Mankind
If it is essential and honorable for man to earn knowledge, art, and happiness through hard work: then it is no less natural, no less worthy of him, to enjoy what he has achieved through pleasant play. Mankind offers an equally beautiful and venerable sight in its work and in its beautiful social games and jests. The state of social free life, when it unfolds its most beautiful aspects through play, is truly divine: man is only capable of this if he has entered the sanctuary of his eternal being through constant work and now, contemplating all human excellence within and without himself without effort or suffering, is similar to God himself. Playing and joking are the elements of free sociability, in which all the beautiful talents of mankind can be freely developed without any external purpose, without any effort. This beautiful and free play of all the powers of the body, mind and soul begins with language, as the basis of all social conversation, as an organ of free sociability, it must be purely human, free of all one-sided terminology that betrays the one-sidedness of the speaker, disrupts the conversation, and brings with it annoyance and boredom; the beautiful, free society necessarily and involuntarily creates its own, purely living and human language. Next in rank after this is the freely and effortlessly expressed, intimate and beautiful art: to adorn one's person through form, movement, clothing and adornment of the body; to present oneself faithfully and truly, intimately, beautifully and gracefully through the tone of speech, through expression and look, so that everything that is beautiful and genuinely human in our individuality becomes present at the right time and in the right place, and we appear transparent and lovable to all members of society. Then music, song and dance are exquisitely consecrated artistic spheres for beautiful conviviality; for in them every beautiful peculiarity unfolds its most secret depth, every purely social affection and love its most tender and sweetest moments; in them the social people, bound by the scope and by the inner laws of life of the social work of art, really appear as one free-living person, as one organic life. These works of the Muses and Graces are followed by the colorful, endless series of actual social games. Each of them represents in its own way the inner life of the players, and symbolically the life of man and mankind in general, indeed the life of the world itself; they all need to be spiced up by all the fine arts, especially poetry, music, song and dance, and by beautiful moments of love and kindness. The more one-sided their territory, the more one-sided the activity they engage in, the less suitable they are to maintain the life of a beautiful society: because they divide it into individual unconnected groups and thus destroy unity, the first requirement of a good society. If, however, they occupy only a few, but entirely; if they are peculiar to only one sex, only one age, but develop its beautiful peculiarity, then they are apt to maintain the life of the whole in its well-ordered parts, →

The Inner Sociability of Mankind =97=
→ and to develop the inner wealth of society in individual, well-connected, charming parts.
He who knows how to deal with himself intimately and beautifully, in whom the idea of free, beautiful sociability has come alive, who has developed himself in the spirit of love and virtue and has thus achieved the beautiful skill of free social interaction: only such a person is capable of developing true social honor, of well-measured observation of what is appropriate, of free and beautiful social manners, and of breathing into himself that social grace which conquers all hearts. Only if it consists of such members can a society have true organic unity and develop a higher social beauty and grace in the free movement of all its beautiful parts. What the individual is as a whole human being, what people are as higher persons, as families, friends, nations and as mankind, is faithfully formed in the formation of their free sociability, in the choice of their social conversations.
Thus, free individual sociability reveals the common treasures of the pleasant, scientific and artistic undivided life, and unites and shapes them in sociable art. Therefore, nothing is as suitable as it is to provide a cheerful sphere of activity for every talent in science and art, as long as it has a general human and social interest. Above all, poets, orators, musicians, painters, sculptors, dancers, actors, architects and landscape artists, and their working groups, find here the opportunity to present their most beautiful works at appropriate moments when the community is in a good mood and receptive to external charm, certain of the applause that the artistic development of their talent can elicit from well-educated souls. A cheerful, beautiful community is the best audience for the arts, because it is a well-educated soul, open to everything good and beautiful. Thus, in rhythmically interactive performances, the artists create a beautiful external world around the community, like a higher nature, in which social conversation can move freely and always create new life, always new stimuli.

A free individual society is only complete when body and spirit are presented and maintained in a uniform manner, when all human faculties are harmoniously and uniformly animated in it; when men and women participate in it in an equally essential and beautiful way; when it lovingly embraces children, young people, adults and old people;
when all classes and peoples freely permeate each other in it. For only in this way is it a complete representation of all human individuality and a complete picture of the whole of human life. But each of the individual spheres, which contains a complete free sociability within itself, must also develop freely and independently on its own; so that they themselves are socially beautiful, and then also all in harmony →

=98= The Ideal of Mankind
→ and varied connections can form ever richer and more varied and, above all, a completely free sociability. Men and women both practice sociability with each other in the character of masculinity or femininity. This also applies to every age of life. The children unite in delightful games, the boys for themselves and the girls for themselves, or both in beautiful unity, and bring the heavenly games of lovely angels to earth. The more mature youth, young men and young women, alone and in a proper union, embrace each other in a sociable way to awaken and nourish the holy impulses that are to bind them together in families and friendships. Cheerful seriousness and intimate intimacy unite the adults, men and women, among themselves and in dignified harmony to share the joys of vigorous, clear-conscious old age. And the old people love to rejuvenate themselves in intimate conversations and in sweet peace, recreating their well-lived lives; they have become children again in order to recreate the childish games that they will play in the morning of the new life in the evening of the present one. Some societies are devoted predominantly to physical, others intellectual, others harmonious, entertainments and games; often a single social entertainment, such as dancing and singing, often a single social event, such as birth and marriage, the beginning of work and harvest, individual ages, genders and classes, often all at the same time, invite people to pure social pleasure and to happy festivities; and no less dignified are the festivities and the sweet enjoyment of social mourning.
A free society gains a new diversity through the bond that already unites sociable people as whole people or for common work. People who are deeply united in marriage and friendship, as well as people from a wide variety of nations, are able to interact freely and socially with each other. Families practice a peculiar free sociability, each united in itself and several in confidential family circles, which are only partially open to friends and strangers. In the same way, friendship connects only a few friends to confidential, free socializing, or many in free crossovers of their friendships; they form closed, free societies that are only open to strangers on a conditional basis, and at the same time offer friends a quiet meeting place for warm and confidential intimacy. Something similar also takes place with regard to the individual classes; because the peculiar, harmonious education of each person also creates a sociability that is unique to him and which can only be completely enjoyable and entertaining for him. The sociability of each class has its own charm and its own beauty; the simple pastoral festivals of patriarchal Alpine inhabitants, as well as the most splendid festivals of an august imperial court, are equally essential and beautiful parts of the whole picture of human free sociability. Then the inhabitants of the same place, the same region, the same province unite in general free sociability, and develop →

The Inner Sociability of Mankind =99=
→ a peculiar sociable character, in the mixture of which the nature surrounding them and the quiet power of the atmosphere that surrounds them flow harmoniously. The members of a nation create an even higher sphere of free sociability; for they are capable of intimate, free sociability through common education of mind and body, through common love of the native soil and the fatherland as a higher person. In folk games and folk festivals, every people plays their inner, free-social life. Even above this sphere, ever higher groups of people are being formed in freely ethnic groups. Free sociality finds its limit only in mankind,as the highest [legal] person on earth. Common games and festivals of all the peoples of the world, as the highest potency of those folk games and festivals of the Greek tribes, float before my enthusiastic eye a lovely image.
Just like family and friendship, intimate free sociability also requires its own natural possessions [real estates], ownership of external goods, and free, periodic use of time and energy; and each sphere of it in its own way. A worthy area of beautiful nature and art is dedicated to [this sociability] within the family estates and the property of friends. In every place, beautiful open spaces, buildings, gardens, walks and places of pleasure are sacred to it. When distributing its property and the periodic use of time, every people should also consider its inner, free sociable life, in which it glorifies itself and constantly regenerates itself. As essential and worthy as free individual sociability is for mankind, just as essential is the right to all external conditions of it, just as inviolable is the concern of all legal institutions of families and peoples in the state to establish this property and this free use of time and energy for free sociability, and to promote it externally with all their might.
The second sphere of free sociability has a completely different character, which arises everywhere, as if in passing, where people meet on all paths of life. In this free sociability, people prove themselves to be members of One Mankind; what is important here is not the social development of their individuality in certain social games and works of art, but only the calm presentation of one's own person and tender, all-round consideration for everyone, as an equal, equally lovable fellow human being. The soul of this purely human sociability is general love of mankind, whether it is further developed into love of the father nation and the fatherland or not. The object of purely human free sociability is every human being, not as this human being, but as a member of higher moral persons and, above all, of mankind; and the area of this is his individuality, insofar as he is a member of the higher common person and deserves respect and attention. This sociability is practiced by people who see each other for the first time, just as well as by the most intimate →

=100= The Ideal of Mankind
→ acquaintances, insofar as they also come into contact with each other as members of higher persons and, above all, of mankind. Nevertheless, this sociability is not a mere community, but rather it establishes the most delicate reciprocal determination of the whole of human life: that people everywhere meet as people, and are all one being, one mankind. This sociability is also intended by the individuals, it also provides its own entertainment and the purest human joys.
Where only people come into contact with each other in public places, on walks, in the hustle and bustle of communal life and in the open air; where they only come together to work together, whereby their common interest often only binds them together as individuals or in small, unconnected groups; where people also gather as a community, indeed as a people, in temples, at open state negotiations, and in the arenas to view social works of art, where only a temporary business or a common danger unites people as people: everywhere a rich sphere of this purely human sociability opens up. Everyone should show everyone constant attention, public respect, with a sensitive regard for status and character, which is expressed in their appearance. Everyone should show a willingness to serve and help everyone immediately, and genuine participation in everything that they encounter as a human being. All behavior expresses awareness of one's own human dignity in harmony with all genuinely human social feelings, and is ennobled by the expression of a pure, loving heart. Everyone should prove that he recognizes the personal worth of others, that he never prefers himself to others, and all this without in any way disturbing the free direction and movement of the other's energies and the other's good spirits. On this are based the social ideas of politeness, courtesy, noble and dignified public behavior, genuine, purely human service and hospitality; all of which social virtues, if one wants, can be described in their harmony under the name of humaneness. On this purely human free interaction of all with all rests the highest personality of people as one mankind; it is therefore essential to mankind and rich in beautiful and noble fruits. Therefore, the well-educated person devotes the same love and care to purely human social life as to the social life of family and friendship; he uses all the attention that higher duties allow him to appear as respectable and lovable to all people in free contact as he is capable of being. Purely human sociability unfolds before one's eyes the greatest phenomena of human life in an incalculable wealth of the individuality of single people, and keeps one's mind and spirit pure, unprejudiced, all-round, sympathetic, human. The way in which one presents oneself publicly as a human being to other people decides whether one will succeed in attracting good and noble people to closer love and →


The Inner Sociability of Mankind =101=
→ acquaintance and in finding the friends and loved ones without whom one's own life would only be dull and sad.
Purely human sociability also requires a sacred place within families and friendships, and it too rightly demands that the state provide it with external goods and a rich organism of public institutions so that it can flourish and move freely everywhere and at all times. And it is precisely in this concern that the state demonstrates its versatility and its sublime dignity.
This double free sociability is indeed the broadest sphere of human interaction, in which individuals lovingly permeate one another as individuals and as members of the entire hierarchy of higher human personality, and live in the spirit of mankind as free companions of the same human nature. Yet it is also independent, and requires to be practiced and developed purely and freely. In it, families and friendships open up their closely intertwined circles; in it, individuals from different countries and parts of the world unite, in it, families, friendships, tribes and peoples are rejuvenated; for in it, kindred spirits and minds freely attract one another, and strangers avoid the slightest voluntary contact in life. In free sociability, individuals approach one another, independent of the close bonds of family and friendship, so that general human love and a common sense of what is human unite them and elevate them to social activity in science and art. — Free sociability is based as directly on the fundamental essence of mankindas family life and friendship; but these three fundamental societies of mankind only thrive when they live as an organic whole in, with, and through each other. The family nurtures friendship and free sociability within itself; free social interaction cheers up and enlivens friendship; — in free sociability people recognize each other who are made to be friends and spouses, and even families as a whole are more closely connected through free sociability.
This is the ideal of the basic societies of the first order, which unite individuals as individuals in a living way by uniting the basic opposites of gender, of character, and of individuality in life. However, just as individuals in the family, in friendship and in free society achieve a higher unity of life and greater independence, so within the family, as whole persons, the same three basic opposites awaken in a new form and with an expanded scope, and demand to be united again so that the families too can merge into a higher whole of life. And when families have thus risen to higher personalities, these opposites also return again and again, to a greater →

=102= The Ideal of Mankind
→ extent and in a peculiar way, as the spiritual realm and the natural realm offer people ever higher spheres of community and interactive life, in which the basic societies to which they have already risen are to unite once again in a higher whole of life. Every even higher association of individuals reveals itself essentially through: that several truly opposite individuals of the next lower association actually live together as one person in a common higher area; that they have everything human in common; that they partake symmetrically and harmoniously in the entire destiny of mankind, and that in this association all subordinate ones live freely and independently and in harmonious interaction, governed and held by the higher one. The orders of these higher associations are as many as often such a true union to a higher person is formed in the universe. These higher basic societies find their immediate limit in the mankind of the earth, but their infinite limit in the mankind of the universe. They are what we first focus our minds on.
The inner basic societies of the higher orders
The basic conditions for new opposites to arise in several families living side by side and to be united in a higher life lie in reason and in nature. Because reason is One and contains within itself an infinite spiritual realm, whose One infinite purpose can be reached by every individual spirit, then, on a higher scale, by married, friendly and freely sociable spirits — but by all spirits only within the organic life of the one spiritual realm. In this relationship of the spirits to the determination of reason arise the opposites of the purely spiritual life, which also emerge in the spirits united to nature as humans. But nature also comes to the aid of mankind, which strives for a higher level of family sociability; for their one life unfolds in the harmonious structure of heaven on an infinite number of peculiar, freely and beautifully animated celestial bodies, each of which, shaped and formed like themselves in its interior, is a faithful image of their entire life. The original form of unity, of two opposites and, [by their union] a harmonious third, is also expressed on the earth in the shape and position of its solid land, inhabitable by mankind; the solid land consists first of all of One whole, in which two main parts of the earth are opposed to each other, which, where they are furthest apart from each other, spread out branches to each other in order to unite. Each of these main parts of the mainland is again divided by nature into two parts, which also connect mutually to form a third part from where they were formed the furthest apart from each other; and each of these parts of the second division again shows →


The Inner Sociability of Mankind =103=
→ a similar sectional structure, which closes in regular proportions of the heights and their network-like, multi-form branches into individual characteristic regions, which are created to accommodate the first higher social associations above the families. Thus the earth represents a whole of subordinate and subordinate natural areas of the solid land, which determine the natural relationships and boundaries of all higher human associations on earth, and according to which the people of this earth should perfect themselves into mankind. First, a common natural area holds the independently living individual families together and promotes the development of higher contrasts, as well as their harmonious union. The charm of the individual, beautiful natural life that spreads over a region artfully selected by nature itself, the similar interaction of several families with nature, and the common natural needs and natural goods to which they become receptive in the course of their lives, all this keeps families who inhabit the same region on the beloved soil and binds them to one another.
Free Sociability of Families, family Friendship, family Association
If we now want to understand the higher social relationships that families enter into among themselves, we must observe how higher Opposites of life arise in their common natural sphere, which they lovingly combine. These opposites are physical or spiritual, or affect the whole person; they occur individually and unitedly, and make families independent and lovable at the same time.
The more families move away from their common origin, the further the degrees of physical relationship become, the more the family resemblance of the bodies disappears: the family formation of individuals gradually becomes more and more opposed to each other, and precisely because of this it becomes peculiarly beautiful and charming, and in precisely these degrees the love of the sex takes the place of the love of the family. The idea of physical beauty encompasses an infinite number of ideals, which are different according to the different determination of the basic opposites of life and the resulting different formation and revitalization of the individual limbs and organs, each for itself and all in their mutual relationships; they are subordinate and coordinate to one another, and each has its own beauty, which must be judged directly in itself. The individual ideals of physical beauty of the individual family members are similar in the degree of descent and kinship, and as these degrees become more distant, →

=104= The Ideal of Mankind
→ that family resemblance also disappears and the families move away from each other towards ever more peculiar beauty. The perfection of an individual body, as a family member, can only be judged by whether it represents the family ideal completely and healthily, but in a peculiar way. The uniform influence of the great natural life on all, and the peculiar character of the self-contained region they inhabit, give all these families a common character in form, feeling and emotion; their entire physical formation follows a common ideal. But within this commonality, individual, decidedly opposing family ideals are now formed, which through their charming beauty unite the members of different families in deep love to form new families, and awaken and maintain friendship as well as free sociability.
A similar relationship develops in the minds of family members; as members of related families, they too receive a similar formation in thinking, feeling, wanting and acting, which corresponds to their physical family formation. However, just as families become more distant from one another in terms of descent, new opposites also develop in the spiritual life of their members, which encourage the new, budding sexual love. The one love with which nature embraces them all, the same peculiar life with which it appeals to everyone, brings about a common mood of spirit and mind in all of them; loved equally by nature, they also love nature in a similar way, and thereby become more receptive to seeing their opposite spiritual beauty and to lovingly marrying it. The peculiarity which family life impresses on every member, both in body and mind, and thereby makes them lovable to those who have the opposite culture, is shown especially in their household as their common work of art, in their most beloved occupations, in their festivals and joys, as well as in the whole personal life of each family member.
Within this contrast of the entire physical and spiritual life, also unfolds the special contrast of the family character, as the peculiar way of living humanly. The personal character of the father and mother of the house determines the common character of the family, as a higher person: for all family members, attracted by love for it [the family character] as their ideal, more or less adopt it, and the whole life of the family follows it. Families also have a strict, mild or harmonious character, and are therefore, according to the same laws, capable of uniting the contrast of characters as whole higher persons, just as individuals as individuals, in friendship.

The Inner Sociability of Mankind =105=
The human destiny is infinite in all directions; and even if every human being is destined to satisfy it in all directions in his own way, he is nevertheless not able to do this uniformly on his own; rather, a part of it predominates for him as a particular calling, while he develops the rest only in proportion to his main destiny and only through the social help of others with whom he is united in a higher whole of life. In a similar way, every family, as a social whole, relates to the whole human destiny. Indeed, people united in the family are able to be more all-rounded and to achieve their human destiny more uniformly through the systematic distribution of their powers in everything human: but even in these families the mind and body of all members are so closely related and so similar in their inclinations, strengths and occupations, and when several families live next to each other, each of them and the perfection of mankind gains so much from the distribution of powers: that whole families, like individuals, devote themselves to only some or only one part of the human destiny, but develop the rest only in proportion and in a social way with others. This contrast between the predominant profession and the predominant inclination related to it is shown in three ways, in relation to the main components of man, in relation to the basic works, and in relation to the external sphere of activity; in the union of these three subordinate opposites, it determines the entire external individuality of families, if we consider them as whole persons. For in a family either the physical or the intellectual life predominates, or both are cultivated in harmonious balance: however, the predominance of one life in itself does not result in disregard or neglect, but only in reduced and subordinate development of the opposite. In terms of basic works, a family either loves science predominantly, or art predominantly, or strives for a balanced harmony of both; and indeed science and art and their harmony are so infinite in many ways that an entire family, just like an individual, can devote themselves to a single science or art, or even just to a part of it. But even if a family devotes itself predominantly to science, it should not disregard art or leave it undeveloped, and conversely, it should not underestimate or neglect science in favor of art. Finally, the contrast in the area of their effectiveness is based on the contrast between the life of nature and the life of reason, and the harmony of both in general, as well as on the contrast and harmony of the love of nature and the love of reason. In every single human being the love of reason or the love of nature predominates, or the love of both is in balance: this love gives his entire being a peculiar color and animation, a peculiar direction towards science and art; among other reasons, it determines the choice of his friends, his spouse and →

=106= The Ideal of Mankind
→ his free society. Anyone who has a predominant love for nature, for its life and for its beauty, longs to look at it freely, to influence it with tender care, and to cultivate its creations; he strives to cultivate plants and [breed] animals around him and to become one with them in ever more profound natural science and natural art: — gardens and meadows and fields form around his home, and the dwellings of domestic animals: He appears as the father of the entire organic brotherhood, — as lord and master of creation. Out of love he influences nature according to its own laws and brings it closer to the spirit; under his care it blossoms more deeply, richly, and harmoniously;
it gratefully receives the gifts of the meaningful, free spirit and rewards its loving care with richer gifts that sustain, delight, and beautify human life. If the founders of a family dedicate themselves to this love, this activity, then the whole family is filled with this spirit, it lives in intimate intimacy with nature; together they practice the sacred calling of cultivating the land, tending plants and animals and gathering them around themselves, and using everything that nature produces in a divine way for the higher perfection of human life: and in this nature-like activity the whole family takes on a feminine and childlike character. Thus the love of nature that is rooted in every individual is more comprehensive and fruitful in the family, and then manifests itself in its full extent and in all its dignity in the even higher social associations. — On the other hand, in someone who is dominated by love of reason and spiritual life, he loves to look at and explore nature in its intimate and beautiful works, but he does not intervene in them in a formative way; the love of nature and the natural art that comes to life in it do not govern his entire life and work: he is more concerned with science and art, as the basic works of spiritual life: his house, yard and garden, everything that surrounds him becomes an expression of free rational ideas, a monument to the art of the spirit. The spiritual striving of the lover of reason is also reflected in nature; he grasps scientifically and artistically what nature around him completes in its form, and strives to develop it into a pure image of the living and beautiful in reason, in form and movement, in sound and color; and what nature offers he ingeniously processes for the preservation and beautification of life, and as a material and tool for science and art. In this endeavor the activity of the spirit predominates, and that of the body takes a back seat; the house becomes a workshop in the broadest, noblest sense, and becomes the most important asset for all family members who are animated by the same love of reason, and who devote themselves to its work in a social manner. — But if that love of nature and that love of reason are to flourish, if they are to bring forth fruits of life and beauty, both must be equally animated and effective in different individuals: hence individuals and families opposed to each other in this way →

The Inner Sociability of Mankind =107=
→ are destined to respect and love each other, to reciprocally rejoice in each other, to exchange the products of their activity in a social way, and to work together according to a common plan for the perfection and beautification of human life. — Finally, in someone who loves reason and nature in balance, his aspirations and his artistic zeal are spreads with equal care over reason and nature, his works bear the character of nature and reason in harmony at the same time; — he is destined to befriend the life of those who love nature and reason above all, and to facilitate their social union. Families that are permeated by this harmonious love reflect this and their social aspirations in their house, yard and garden in a peculiar, equally beautiful and harmonious way; they appear equally respectable and lovable to those who love reason as well as to those who love nature.
The higher sociability which unites families, as whole societies, in a higher life is based primarily on this threefold contrast. This family sociability is threefold, depending on whether they are connected through free sociability, or through the bonds of friendship, or with their whole life in one person, and just as the life of families far surpasses the life of individuals in scope and fullness, so too is this threefold sociability of families richer and greater than the similar one which unites individuals, and therefore provides a freer, richer area for the similar social relationships of individuals, as well as for the independent development of each individual.
Just as the entire individuality, which expresses itself in the whole of life and work, unites the individuals in free sociability, so too does the opposite family peculiarity invites its individual members to free sociability in science and art, to loving, purely human interaction; and so sociable love and joy spreads through entire families, so that they permeate each other like two persons in a higher free sociable life. The rhythm and harmonious music of the natural life that surrounds them uniformly, tunes their whole being in a similar way: the sun and the stars rise and set for them at the same time, the seasons bestow the same gifts on them all; they share joys and sorrows, work and dangers, in nature; they all feel equally awakened and animated for work and leisure, for free social celebrations and games; related thoughts and feelings resound in similar tones from the equally excited breast; shape, movement and gesture, as an expression of the equally moved spirit and mind, unite to form the higher work of art of free sociality. — In every family full of character, science and art, and their inner free social interaction, [they] gain a unique, fresh and vigorous life, which presents itself as original and unique in its own charm. — At least two families are necessary for families to socialize freely; →

=108= The Ideal of Mankind
→ but it only appears in its full splendor when several families unite freely, in which all the opposites of life are equally developed; because in them the idea of a free social human life can develop completely and harmoniously. Indeed, the free sociability of families lives in the free sociability of all their members, and includes it within itself: but in their own free sociability the families should present themselves as whole, higher, independent and freely united persons, and the individual members of them should be so sociable among themselves that they create and glorify this higher unity, for where individuals only socialize as individuals, where the circles of families are eradicated, there is only free sociability of individuals as individuals. The free sociability that embraces several families without destroying their differences, and that always represents the independent, self-satisfied whole, but glorified in free sociability, is richer in life and beauty, in greatness and strength, than the free sociability of individuals. If this free sociability of families is to blossom in common work, as well as in social joy and celebration, then an organism of external goods — house, yard and garden — must be dedicated to it as exclusive property outside of each individual family, outside of the sanctuaries of each of them, and the entire individual life of the socially united families and their members must be formed in such a way that it is in harmony in time and place and in all expressions of strength for the practice of free sociability. Then, in this higher realm, all sciences, all intimate and beautiful arts, gain a richer life and greater perfection; all social games and festivals become more sublime, more lively, more joyful; free sociability becomes a more beautiful image of the free sociability of all mankind. Finally, just as every individual strives to present himself as a pure, respectable and lovable whole person in purely human relationships, so every family should strive to be a higher whole person, beautiful and lovable and to appear to all other families in this way, so that in their higher personality they can honor mankind in a higher way and intimate, free sociability can be brought to life among them. However, the members of different families should not only respect and love each other as people, but also as members of equally free, opposite families.
The peculiar contrast of the family character, which we recognized earlier, opens the families to each other in a more intimate association of family friendship. Even the individuals of opposing families are capable of and in need of personal friendship; the sanctuary of their families opens up to them mutually; and as several friendships of individuals then join together, they spread the feelings of friendship throughout their entire families, each member of each friendly family is bound to every other member in friendship; this same friendship links →

The Inner Sociability of Mankind =109=
→ everyone with everyone; the entire families work together as higher persons with a higher social character; united in personal love, they form higher friendly people — a friendship of a higher order. This divine relationship pours into them indescribable bliss and eternally young life; and if the friendship of several individuals has already shown itself to be admirably rich in individual friendships, we cannot look without joyful admiration at the abundance of friendly relationships which intimately bind whole friendly families.
If several families, of common origin, have lovingly united in a common natural area for free sociability and intimate friendship, so they become mature enough to form a true union of their whole life and their whole persons, in which they are and live no longer as several, but as only one higher human being; a blissful relationship which is equal to marriage in intimacy, dignity and beauty, and which elevates the families to families of the next higher order. Free-sociable and friendly families mutually open themselves up to a close and constant contemplation of their entire uniqueness, their entire spiritual, physical and human life; the sight of opposing free and beautiful lives, the feeling of one's own individuality, the contemplation of the higher idea of a social union, which should unite the opposing individuality into a higher life full of character, awakens the longing to unite each other into a higher whole of human life, into a more perfect image of God, into a higher human being. The contemplation of the opposing beauty of life ignites the divine flame of higher love in every breast, and this love marries the families in a higher marriage, in which all individuals, intimately united, form a higher social life in one person of connected families, without violating or dissolving the most intimate circles of chaste physical and spiritual love, in which each family has its own unique life. Each family association is therefore a self-satisfied, independent, organic whole of several families, in which they are a higher natural, rational and human life. — At least two families with separate family properties are essential to a family association. It grows in perfection with the number of families until the common natural area is symmetrically fulfilled and until all parts of the human destiny are evenly distributed among the united families. But a union consisting of several families is most perfect when each family is united with each other in a free and friendly way, but at the same time is intimately united throughout their life; But every family that is to belong to the association must be in an intimate union with at least one of the united ones. But here, where we consider mankind as it is eternally perfected in individual beauty in the universe as a whole and on every celestial body during its mature age, we must assume that all families →


=110= The Ideal of Mankind
→ of the same family union are in unity with all of them throughout their life. A family union is also complete when it contains three families that represent the eternal structure of the world itself in a rejuvenated image, one being opposite to the other in terms of the family ideal, character, and predominant profession, and the third, which unites them both, is of a completely harmonious nature in itself.
The families of the family association and all members of the individual families form one higher living being; they therefore have everything human, everything spiritual and everything physical in common; they are one spirit, one mind, one heart and one will. They inhabit the same place according to a plan drawn up together and according to a fair, loving distribution. According to this higher plan, every family receives its family property, house, yard and garden; but a common piece of land is set aside for the family association, as a higher person, and dedicated to the all-round representation of their higher social life, like a higher house, like a common yard and garden, which surpass every individual family property in size and beauty, as the family association is larger and more beautiful in comparison with every individual family. Thus, the people living in the family association become residents of the same locality, which, depending on the nature of the area and the administrative profession of the entire community, either maintains an unchanged location or is changed according to certain laws. — In this coexistence they form a common world of symbols, as their common language for the eye and ear, through sound and writing and gesture, as a reflection of their common personality: through this and through the intimate cultivation of social life, the higher individuality of the whole association is formed by each individual family and each individual member, and in this common individuality, as on the common basis, the individual ideals of all individual family members are formed. The members of the association work artfully on nature according to a common plan, and through the equal distribution of forces and works they gain more heartfelt love and many times richer, more beautiful gifts from nature than they would gain together if they each worked on nature alone, alongside one another. The community of the family association has everything that is human in common; it therefore strives socially as one person, for inner moral perfection, for justice, for intimacy and beauty: the active diligence of each family association will appear to us, when we subsequently consider the active associations for these basic forms of all life, as a free, independent partial whole in the one working association of all mankind. The community lives according to a social plan for science and art and their harmony; it distributes its forces among all of its individual branches, in accordance with the free calling of the individual families and the individual people, so that these basic works are ever more magnificently perfected by them as One Organic Whole, as by →

The Inner Sociability of Mankind =111=
→ One Person: and in this too they achieve many times more as a community than they could all do together, just working alongside one another. In the same way, every family association is an organic whole of self-activity, in which mankind in its new-born members, educating and training them, constantly rejuvenates itself: the community forms itself, as a whole, in social interaction with God, with reason, with nature and with the higher whole of mankind; it educates the individual families that arise and live within it and forms them from the individual and according to the social ideal of the entire family association: Indeed, it educates and trains each individual member directly as a member of the whole association, and ensures that as a family member within his family he receives the peculiar education which he deserves as a human being, as a member of the family association, and as a member of this family, from the latter. The united families also jointly develop their external sociability with reason, with nature and with God, and enter into the life of these higher beings and, most of all, into the One Life of God as One Human Being.
If the individual human being is to be perfected as a whole human being, he must recognize and develop himself as a whole human being; he must always think, feel and want with artistic prudence as an undivided being, and in the harmonious use of all his equally animated powers fulfill the whole human destiny in a unique way. Mankind makes the same demand of the family; the family too should unite, in social diligence, in a union of all its members for everything human and for all of mankind, so that it too can live as a higher, whole, complete and healthy human "person". All the more intimately and artfully, therefore, every family association, as the next higher human being above the families, should perfect the purely manind within itself, bring forth with prudent self-confidence the view of its entire being, its entire purpose, and lead its life wisely and artfully as a whole, pure and complete human life: the family association thus unites all its members [families] in a union for mankind, in which they are and live as a higher, whole human "person."
Now, within the family association, as the higher whole, every subordinate life, every subordinate power and activity moves purely, freely and socially; the life of individuals, their friendships, their free sociability, their associations in families through marriage, the free sociability and the friendship of the families themselves, they all celebrate a freer, more beautiful life in it, and draw nourishment for it from the life of the community. All these spheres of life are subordinate to the family association, are formed according to the entire social life plan of the association, and are thereby limited in a certain →

=112= The Ideal of Mankind
→ way to a higher life; yet each of them maintains intact its own freedom, its free interaction also in the higher one; because higher sanctuaries of mankind are only built from the flourishing subordinate sanctuaries, and the dignity and beauty of the higher whole is only possible in the higher perfection of the dignity and beauty of all its organic parts. Every intelligent and emotional person gains a higher life in his family, every family in a family association, and every individual can become all the more individual, all the more excellent in its kind, as the higher social life presents everything human in higher excellence.
Thus families unite to form a higher life, intertwined in all directions like a net; the bonds of free sociability, friendship and the whole of life pass through each other freely in all directions; and the closer bonds of blood ties make this wonderful net more intimate and stronger. However, wherever and however a finite number of people unite in a higher life in the universe and gain greater independence, they still do not reach the pinnacle of life; they are capable and in need of forming a higher whole, a higher basic society, with parts that are both similar and opposite to them. The same opposites of life return for them; connected in free sociability and in friendship with similar societies, they rise to the next higher life association of mankind in the universe. — Every family association, the more perfect it is, forms a more definite characteristic of the whole of life and of all its members and powers; it too predominantly encompasses only a part of the human destiny, and longs to marry the characteristic of its own life with the life of others, and to complete, beautify and refresh its one-sidedness through the all-sidedness of a higher whole of life.
Free Sociability of family Associations, Friendship of family Associations, Tribe
Just as individuals emerge from families, so families emerge from family associations, and according to the law of the growth of mankind, more and more of them are formed than are dissolved by the death of their members; consequently, so long as mankind grows in a heavenly place of residence in order to fill it all-round and uniformly, more young families are formed in family associations than the specific natural area and the social plan of their life can contain; these then build themselves around the association from which they emerged, if nature has prepared places of residence for them, or allows them to be prepared by art. But if the earth is already relatively inhabited, it is certain for eternal reasons that the natural fertility of the highest organic →

The Inner Sociability of Mankind =113=
→ species with its next higher organic whole, the life of the earth, will then remain in the right proportion, and thus decrease, will gradually decrease with the habitability of this celestial body in due time, and will finally disappear completely. Since we now recognize mankind in its eternal perfection, we presuppose the most flourishing state of an independent celestial body and its perfect population through a harmonious human race; and although there is no standstill in life itself, we are still captivated by it, as the meaningful artist does by the life he creates, in this moment of its highest blossoming. We think that the highest perfection of sociability has already been achieved on the heavenly body, and in the subordinate basic societies we see perfected parts of a perfected organic whole.
We have seen every family association rise to a perfect individuality of life; when several independent family associations, each of which inhabits an area formed by nature, are found within the same higher natural area, which is delimited by sea shores, mountain heights, lakes and rivers, in a specific combination of these, they present themselves to each other in the individuality of their whole life. The common higher natural life alone gives all family associations living in the higher area a common formation, mood and character, and calls them from all sides to higher sociability; but all the inner contradictions of human life are also developed in these different family associations, and are powerfully drawn to one another in mutual personal love. Each family association acquires a unique formation in body and mind and in its whole life, which harmoniously encompasses the unique formation of the families of which it consists. The common character of its place of residence, combined with the inner opposites of all the members and forces of life, determines its peculiarity within the commonality, which impresses on it the same descent and the uniqueness of the next higher natural region. This opposing characteristic of the whole of life is the condition that different family associations appear lovable to each other and that they mutually direct their longing to be united with the opposite in a higher life towards each other. In the whole way of living humanly, independent family associations are just as opposed to each other as individuals and families. The all-round infinity of human destiny causes in itself that every family association, although encompassing the entire destiny, is predominantly dedicated to only a part of it. In one family association, therefore, physical life prevails, in another, spiritual life, and a third strives for a harmonious balance of the two. One finds himself driven by a deep love of art, another of science, and a third to a uniform harmony of both. One person has a stronger inclination to know nature →

=114= The Ideal of Mankind
→ and a deeper artistic drive to live in union with nature and to shape nature around him as a friend of reason, as an organ of mankind; another feels more strongly driven to pure rational science and to pure rational art; and a third loves to develop the dignity of mankind in the balance of both activities. Indeed, the whole human destiny can be achieved in a more uniform, beautiful and sublime way, the more people unite in one life in a larger and richer area of nature, the more decisively and systematically they distribute themselves into all parts of it; only in this way can everyone offer more to the whole and receive from the whole that which they themselves are not able to form creatively. Just as uniquely formed family associations are found in common natural areas, just as everyone sees his own and everyone sees the uniqueness of everyone else, so the joy of the uniqueness of others must meet with the longing to marry one's own with it in a higher whole, in order to be able to develop one's own uniqueness in this association even more decisively, richly and deeply, and thereby raise it to the all-roundness of a higher life. If family associations recognize each other in admiration and love, then a life of mutual interplay arises in free sociability, in friendship and in the association of their whole life; which relates to the family associations in the same way as these relate to the families. In this higher sociability of family associations, the fundamental contrasts of life are then formed more purely and decisively, of which the contrast between life in nature, life in reason and the life harmonious with both deserves our attention here; because the complete separation and unification of the members of this opposition becomes the essential characteristic of the higher whole of life which the family associations form.

The art of living with nature, of forming its works, of lovingly cultivating its plants and [breed its] animals, and of piously perfecting and using them for the higher purposes of human life, is more beneficial when it is practiced in a social setting, when several families, who are predominantly devoted to the life of nature, united in a family association, cultivate the same area with common love and diligence, according to a common plan. Where nature now shapes its life more freely and richly, in richly watered plains and valleys open to the rays of the sun and on gentle slopes, there live families, driven by a common love, whose calling it is to cultivate the land; united in a family association, they share their strengths and work in a social manner to the greatest possible success, and thus form a place of residence for rural life. The people who cultivate the land wish to have gardens, fields and meadows and trees in a circle around the house, in a stimulating proximity, and thus to represent a complete picture of the earth and its fertility on a small scale with family characteristics. Thus the houses →

The Inner Sociability of Mankind =115=
→ of the country dwellers, surrounded by gardens and meadows, move further away from each other, and all the dwellings of the rural family association are surrounded by fields cultivated together in a sociable art, a touching witness to their deep love of nature and their tireless diligence. The rural dwellings are decorated simply and in a childlike manner; because the farmer's heart and mind do not dwell in them, but in the busy fields. The life of nature is feminine and childlike in its beauty — and so is the life of the country dwellers; their work is simple and powerful, their customs venerable and honest, their mind is harmonious and pure-hearted as nature. But love of nature and natural art are infinitely diverse and rich in design; — as inexhaustible as the life of nature and the spirit itself: here the lovers and artists are subordinated and associated with each other in a long series of stages, just as the education and forces of nature itself are, to which they relate, and the intellectual and physical forces with which they influence nature. If land cultivation is to be successful, if nature is to reward the diligence of the farmers most richly, then all rural families united in one place of residence must unite closely, as in One artist, who is intimately familiar with nature, and divide themselves symmetrically and harmoniously into all branches of natural art. — In the same way, on the other hand, families who devote themselves predominantly to the life of reason and the art of reason unite in One place of residence to form a social whole. Here the care and cultivation of nature takes a back seat and, among all family assets, the house becomes the most important thing for these families. The field of the art of reason is infinitely diverse; it requires a social association of artists in close proximity, mutual assistance and the separation of artists in closed work areas, removed from the disruptive influences of natural life: therefore, the homes are crowded together in the residential areas of family associations in which intellectual activity predominates; courtyards and gardens are drawn together, the houses are rising higher and with free beauty, both as beautiful and intimate works of art: they form a city, which, as the most intimate and beautiful work of art of the family association, is itself a venerable and greater monument to the art of reason. Thus, city and country life become decidedly opposed to each other as soon as several family groups come together in society. They are opposed to each other like reason and nature, like male and female, like spirit and body: they can therefore only succeed if they are united as intimately as spirit and body. The city, as the common seat of all families in which spiritual life predominates, is destined to occupy the center of the entire area of the family association, and around it the villages should spread out systematically, like moons around the earth, so that the entire area of the united natural life can be harmoniously developed. City dwellers and country people are destined to respect and love one another in their equally worthy, equally essentially opposite professions, and to lovingly unite one another in free sociability, in friendship and in an intimate union for the whole of life.

=116= The Ideal of Mankind
This contrast between country life and city life is first of all mediated by families who, full of a uniform love of nature and reason, devote themselves equally to the cultivation of the land and the intellectual arts. They build their homes around the city when their particular harmonious profession and their love requires more of city life, and their homes then express both the rural and urban character. And in the same way, nature-loving urban families build themselves in beautiful nature near the villages; country houses and country estates rise up under the harmonious character of the rational life within the natural life. In these two elements, which unite the contrast between country life and city life, the urban combined with the rural predominates in various ways, and vice versa, or both are in perfect balance; in them, city life and country life are mutually present; the rational character of city life has an ennobling and uplifting effect on the surrounding villages; and the simple, pure-hearted sense of nature of country life gives city life a new charm and grace. A city and the villages surrounding it, which fill the same area, are, when they flourish to perfection, cultivated and formed in accordance with the laws of nature and of the spirit, the location of each is determined by nature and the spiritual life of the inhabitants, and access to free communal life is provided for all localities.
Thus, in three opposite ways, family associations are capable of being united, just like families, in free sociability, in friendship and in the unity of the whole life. Free sociability begins its interaction, friendship then forms its closer bonds, and only then do they mutually embrace their whole life, only then do they unite in One higher person. Conversely, however, free sociability and the friendship of family associations only achieve their greatest intimacy and perfection when the family associations are truly united in One higher person. What has been said about free sociability and friendship of families also applies, albeit on a higher scale, to family associations; and in particular the interaction of the now decidedly separate city life and country life brings new charm and intimacy to the free sociability and friendship of entire family associations. We therefore immediately turn our attention to the intimate union of the entire life of several family associations.
If several family associations unite their whole life, their entire individuality in personal love, if they are One higher life, a true higher person, then they form the next higher basic society above themselves, which we can, not inconsistently with the use of language, designate with the name of a tribe. A tribe is therefore a self-satisfied, independent organic whole of free, independent family associations united in personal love, →

The Inner Sociability of Mankind =117=
→ which in this respect are only one being. For the existence of a tribe, at least two family groups are necessary, whose family assets are separate and whose education and predominant occupation are opposite to each other; but the tribe becomes complete through three family associations, when the third, harmoniously formed in all human aspects, mediates the union of the other two opposing ones. But the life of a tribe grows with the number of its family groups, or communities inhabiting its individual localities, until the common natural area is uniformly filled by them, and the human purpose is uniformly taken care of in all its parts; until city life and country life have fully developed their contrast and harmoniously united.
The family groups that form a tribe are truly in mankind One higher person than the next highest person above the family associations; all the family groups, families, and individuals gathered in it as members of the tribe have, therefore, everything human in common. This true unity of life is demonstrated first of all by the fact that they inhabit the same natural area, assigned by nature itself, as a spatial whole, according to a social plan, as their social natural property. In the perfected mankind, the contrast between country life and city life and the harmonious union of the two is essential to every tribe; the places of residence of the rural communities and those of the urban communities must therefore be designed justly and lovingly as a planned whole and united on all sides, each community receives its free and independent natural area, its own share of all natural goods; but a part of the whole area and natural goods is set apart as common tribal property and sanctified for the higher social life of the whole tribe. Just as the villages surround the city in a circle, and just as the common higher demands its place in the middle of the whole in order to be accessible to all, so the sacred common tribal area, on which all social sanctuaries of mankind rise, should occupy the middle of the tribal area, that is, the middle of the city; namely, the center, which it is in terms of strength and individual natural position, which cannot always be judged solely by the same distance. This common ancestral property is for the tribe what the house, farm and garden are for the individual families; it is arranged in a completely similar way and should exceed the landed property of each individual family group in size, dignity and beauty, even more so as the tribe includes several individual family groups. However, all natural assets and the entire life of the tribe should be arranged spatially in such a way that all the inner sociability of the tribe can be free and undisturbed, that every family association, every family and every individual person can live and flourish freely and beautifully within themselves; that all relationships of free sociability, friendship and marriage throughout life can develop independently and in all-round harmony.


=118= The Ideal of Mankind
In their common life in the same natural area, the family groups united in the tribe create a common world of symbols, a common language for the eye and ear, as a true expression of their tribal peculiarities, as a true image of their way of thinking and feeling, as well as of the common treasures of science and art, of the mind and the soul; within this language of the tribe, the dialects of the country people and the city people are formed in clear contrast, the harmony of which is expressed in the sociable tribal language; primarily through the common language, the sociable ideal of the tribe is formed for each of its subordinate groups, indeed for each individual person within it, which then is the common basis on which the subordinate individual ideals of the family associations, of the families and o each individual person are happily formed. All individuals united in a tribe act as One Higher Human Being in nature according to a social plan, and shape it according to the laws of natural art with social diligence; through the life of the tribe, nature gains in the plant world and in the animal world far more in harmony, uniformity and beauty in all its life; Nature and Reason live together in each tribe far more intimately than can happen in individual family groups, far more than if just as many family associations simply worked alongside each other in nature with the same diligence.
Furthermore, since everything human is common to the tribe, it also forms one work activity and one external sociability. The tribe, as one mind and one will, dedicates social striving to inner moral perfection; its virtue develops as the virtue of a higher human being, and its moral peculiarity is reflected in its public customs and in the social practices of its entire life. The tribe, as one legal entity, creates a higher legal life in a higher state, above family associations, individual families and individual people; in which, in accordance with the ideal of the legal life of mankind, which we will soon identify, all subordinate legal spheres of family associations, families and individuals are organically preserved. All members of the tribe also unite in social love and intimacy towards God, towards reason and nature; they present themselves to them in a way that is lovable as One Higher Human Being, and acquire their higher communications.
As if with one understanding and one artistic sense, the members of the tribe develop science and art and their harmony all-round; they distribute themselves evenly and harmoniously throughout their entire area, and thus, united, achieve many times more than the same number of family associations put together could if they researched and developed with the same diligence, just alongside each other, because what one invents and creates is shared by all, and what →

The Inner Sociability of Mankind =119=
→ everyone researches and completes together, delights, enlivens each individual and raises his or her own uniqueness to all-round, uniform perfection. The tribe is also a higher whole of self-activity or self-development; for it educates and trains itself, as a whole tribe, according to its individual ideal with conscious art, then it also practices the education and training of all subordinate persons according to a higher plan: it ensures that every family group, as a member of the tribe, is constantly rejuvenated in its individuals, and that even every family, and every individual within the family group is educated and trained as a member of the tribe.
All people united in the tribe become conscious of the social ideal of the tribe, its peculiar life and profession; and just as every individual, every family, every family association can only live a perfect life if they act as whole people, in harmony with all their strengths and members, so too should every tribe devote itself to these views and to this social diligence of its entire life in the spirit of humaneness and mankind; as a whole tribe should constantly outline its entire life plan, form and govern everything in its life according to the one undivided idea of mankind, and watch over it so that all members and persons, all active endeavors, and all subordinate social associations are pure, independent, free, in accordance with their ideas and in universal social harmony, are held sacred and beautifully perfected. Living in this way within itself, each tribe then forms an independent sphere of outwardly intercourse with God, reason and nature, for which it prepares itself through social divinity. Within the tribe, friendship and the free sociality of family groups now gain a freer, larger domain; the family groups become visible to one another as a whole and unite to form all-round free social representations, which are far richer and more comprehensive than those of families, and which the tribe has ensured when distributing its property. Indeed, even each individual gains a wider, more beautiful area of activity within the tribe, a wider circle for friendship and for free social interaction; he can live for the whole tribe and become its benefactor and lover. The free sociability and friendships of individuals, as well as those of families, appear as subordinate groups within the free sociability and friendship of family associations; their life becomes richer, each individual excellence more varied, the social works more diverse and complex — the whole life of mankind as a whole and in each of its parts becomes more comprehensive, more intimate and more beautiful.

=120= The Ideal of Mankind
Free sociability and friendship of tribes and
tribe groups
So, united by reason and nature and originally by God, tribes live next to tribes: free, independent and satisfied within themselves in a certain natural area, each develops its own particular characteristics, in terms of intellectual, physical and human education, in character and in the predominant calling of life. The nature of its place of residence alone gives its life a certain direction and adjusts the spirit and mood of all its members in their own way. Whether a tribe lives on a coast or in the middle of the country, whether it lives in a mountain or a valley or a plain, this is decisive for its peculiarity in all things human, for its social customs and for its predominant profession. And so those three basic opposites which unite individuals in families, in friendships and in free sociability also recur in tribes as higher individuals, and awaken in them the ability and need to unite with one another in that threefold sociability and to form the next higher basic society of mankind. We call "related" tribes [those] tribes which, having a common origin, develop independently alongside one another, which inhabit one and the same higher natural region, and which, despite general similarity, nevertheless bear distinct contrast within them. They are called upon by reason, nature and God to form a higher unity of life, and in it to complete themselves as organic parts, and even to bring their opposite individuality to the highest maturity. If they inhabit the same river, the same mountain, on both sides, the shores of the same lake, sea or gulf, if they are enclosed within the same small mountain ranges, live their own lives on a larger island, or on a group of relatively large and distant islands: then nature has secured their independence, placed in them the need for a higher life association, and has willed and prepared this higher life on their part.

Now, where two or more related tribes of opposite individuality, brought together by God, nature and reason, meet; where they recognise their similarity and their contrast, they value each other, grow fond of each other and long for a union on all sides in order to form one life according to the higher social idea to which their opposite characteristics point out. A threefold love and a threefold sociability of the tribes awakens; the love of the whole human individuality unites them in free social interaction; the love, which is based on the contrast of their character, creates an indissoluble friendship between them; and finally the love of their whole personality unites them in One living being, →

The Inner Sociability of Mankind =121=
→ in One higher human being, in the next higher basic society, which we call a tribal association or a tribe. If we consider this threefold union of tribes in its development, free sociability comes first, which itself begins with the free interaction of individuals, families and family groups; friendship follows, and the union of their entire being, their fusion into a tribal association, crowns the union. However, the free interaction and friendship of the tribes is only fully perfected and raised to the highest intimacy and beauty in their entire life union: just as their opposing individuality can only express itself completely and decisively and attain the highest amiability when they live as a tribal community. We will therefore immediately outline the entire life of a tribal association in its first basic features, in order to then also recognize the friendship and free sociability of the tribes united in it.
The essence of every tribal association is that the tribes united in it behave like opposing, equally essential parts of a higher whole, in which their opposing characteristics are harmoniously married; as many tribes should therefore unite in this higher whole as nature and the spiritual development of life have formed into complementary, essential parts of a higher whole of life. The united tribes should be One Being in all that is human. Therefore, the natural area that they inhabit must first be considered and formed by all of them as a whole, as their common property, in accordance with nature and reason; each associated tribe should receive its own tribal area, but a part of it, located in the middle of all, should be set apart for the whole life of the tribal association, whereupon all the common sanctuaries of human life will then arise, and where the associated tribes will live as One higher, universally healthy human being above their inner basic persons and in interaction with them. Although the common sanctuary of the tribal association does not belong to any single associated tribe, but rather requires to be independent and formed, the concern for the external conditions that are required for the tribes to gather here and for the people dedicated to the whole life of the tribal association to be able to work socially is still important. One of the associated tribes is given this [right to speak of it] as its specific profession, and its city thereby becomes the capital of the tribal association. In this higher level of coexistence between tribes, their related dialects also develop into a common language that is understandable to all of them and which harmoniously unites the peculiarities of the individual tribal languages.

=122= The Ideal of Mankind
The tribes united in a tribal association carry out all their work as a whole in organic sociability, they make the whole idea of virtue a reality in common free will; they bring the one right in a state to life as an organic right life; they devote themselves to sociable devotion to God; and together they form their whole life according to the archetype of beauty. They live for science and art according to a sociable plan, divide themselves equally into all branches of these two basic works, and form the higher harmony of both. The tribal association also shows itself to be greater and more successful in the art of shaping natural life and cultivating the land; because in a larger, more diverse area they are able to gain more variety and in greater quantity, goodness and uniformity from nature. The art of self-education also benefits from the social diligence of the united tribes, because the area of life as a whole has expanded, the life of the whole has become richer, and the life of each tribe, each family and each individual can therefore develop more uniquely and at the same time more multifaceted and all-encompassing in a higher way. The tribe association takes care of the education and training of all its inner persons as a social work according to One plan. And just as each individual person must devote constant attention and constant striving to his life as a whole, so too should the tribe association rise to the self-awareness of its entire higher personality, recognize its entire destiny, design its entire life plan in this view, and complete everything individual in the One whole of its all-healthy life. Thus intimately united, the tribes connected by nature, by reason and by God present themselves as One living, god-like being, and receive new influences from their higher life.
Free sociability and friendship of the Tribe Association, and its unification into One People
The areas of the individual tribes are formed by nature in the layout of all solid land as equally opposed parts of a higher whole; the natural life that develops on them is destined for higher union, but above all the life of the highest organic body should gain strength and beauty in higher union. But their spiritual nature also calls on the tribes to unite socially in a higher whole of life, to marry the opposites of their individuality harmoniously, and to perfect themselves even more excellently in this higher unity. Tribal communities that live around the same main stream or several tributaries that originate on a common mountain peak; which spread on either side of a main mountain range, over a hill or a wide valley; →

The Inner Sociability of Mankind =123=
→ Tribal communities that are surrounded by a ring of mountains, which are connected by the same inland sea, or are taken up by the coasts of the same ocean, and finally tribal communities that inhabit a large island or live separately and connected on several relatively large islands; all of them are especially called upon to unite in a living whole and, while maintaining their independence, to glorify themselves in higher harmony, strength and beauty.
Now, wherever neighboring tribes on earth meet and observe their opposing characteristics, they respect one another and grow fond of one another, and that threefold sociability which unites all lower basic persons also spreads through them all from the borders of their territories. The contrast of their individuality in all expressions of their lives unites them in free sociability; the contrast of character invites them to close friendship; and after free social interaction and friendship have brought the tribes closer together, their life merges into a higher whole, which we, in accordance with linguistic usage, designate by the name of "People." The people, as an organic, free, independent, self-sufficient whole of several tribes which have joined together in personal love in one life, is the next basic "person," the next basic society above the tribe.
The true personality of a people consists in the fact that "sub-tribes," in all their individuality, in all their physical, spiritual and human life, behave like opposing, complementary parts of the same higher idea; because only in this way is it possible for them to form a complete higher life, for the individual tribes to develop their opposites more and more decisively in their coexistence, for each to glorify the whole, the whole to each, and each to glorify each other in all-round interaction. In order for a people to exist, at least two tribes must marry in their entire personality without flowing into one another; but for a people to be complete, three tribes are needed, two of which are essentially opposed to one another and the third comes between the first as a harmonious link; but if a people is to be perfect, it must absorb as many and such tribes into the unity of its life as nature and reason have called them to be organic, complementary parts of themselves, as one higher whole.
If tribal associations are to form a people [a nation], they must have everything human in common, without dissolving any subordinate sphere of life. This unity of life is first shown in the fact that the associated tribal associations inhabit the same natural area as a self-contained whole, →

=124= The Ideal of Mankind
→ and cultivate and develop it according to the idea of their social life, in justice and love. — Nature is extremely diverse in the layout of the settlements suitable for peoples, as well as in the internal division of these into subordinate wholes, for tribal associations, tribes, family associations and families: and we cannot attempt here to describe the richness of this structure in detail. The people's territories are spread out as coastal countries on the sea, or in the middle of the country, as mountainous countries, or as large, elevated plains and widespread valleys; or they are an island, or a group of island [archipelago]; but particularly fortunate are those countries which are amphitheatrically surrounded by mountain rages, from which rich springs flow, which, collected in fertile rivers, ultimately form a main stream which flows through the middle of the country and joins a navigable sea towards the south or east, where the entire national territory opens up with a flat, safe coast.
However, whatever the nature of the natural territory of a people, the people should regard and cultivate it as a whole in accordance with the determinations of nature and reason; it should divide this whole among all tribes, and further among all family groups and families, in accordance with the idea of its total life and the ideas of all these subordinate wholes, so that the entire national territory consists of as many subordinate main regions as it contains tribal groups; each main region should further be divided into as many regions as the tribal association has tribes in it, and that region should finally be divided into as many localities as each tribe contains family groups.
The uniqueness of each tribal association is demonstrated in the uniqueness of its territory and its cultivation, in the opposing predominance of rural life and city life, in the individuality of its villages and towns and in their harmonious interconnection. The land should therefore be distributed by the people in the way that the individuality of their tribal group demands: so that, in their part, they maintain their independence and amiability and be able to glorify the higher whole of the people. But so that the higher life of the people, as a whole life, can unfold and develop above the life of its tribal groups, the people set aside their own sanctuary throughout their entire territory, in which, supported by the natural resources that the whole people appropriates, its whole life is presented as a great spectacle in which all its social activity is practiced in a manner worthy of its greatness. The area dedicated to the life of the people and its sanctuaries should, since it includes all the tribal groups, be in their center, in a place that is suitable to accommodate many people and to entertain them physically and spiritually. The area which represents the centre of the country, that is, the most accessible place to all the others and the most important in the life of the whole, is intended to contain the common sanctuary of the people and the whole life of the people; and in its centre rises the capital of the whole people, the people's city, as the place of residence of all families and individuals who are entrusted with the care of the common →

The Inner Sociability of Mankind =125=
→ life of the people: at the same time it becomes the sacred place where the whole people gather for social activity, for free socialising and for festive celebrations. In the sacred space where the whole life of the people unfolds, the houses, courtyards and gardens, which are dedicated to the individual functions of the people's life, rise in a certain order and evenness the image of which will appear more clearly before our eyes when we look from a higher perspective at the life of mankind as One Organic Whole. In its capital, the people represent the entire uniqueness of its life, it becomes its center of power and its noblest organ, as it were the heart and head of the nation; it preserves within itself the highest in science and art, from it spreads in a thousand streams everything good and beautiful, everything noble and sublime, everything truly human, simultaneously and evenly, over the whole country: in it, the people becomes present and visible to every tribal group, every tribe, every family group, every family, indeed to every individual member of the nation as one person, in all its dignity and fullness of life; the individual capitals of the tribal groups are arranged in a circle around it, and receive from it higher light and more intimate warmth. The all-round coexistence of the tribes of a nation unites the different languages of the tribes into a higher common world of symbols, into one language for the eye and ear, which is the external image and at the same time the external organ of the entire life of the nation; this national language is harmoniously formed from the languages of the individual tribal groups, it contains the most beautiful of each, formed into a whole according to a higher ideal; the richness and beautiful liveliness of the language is a sure witness to the health and fullness of life of the nation.
Thus united in a common language on the same beloved soil, all tribal associations have an artistic influence on nature according to a social plan and strive to raise their land in strength, abundance and beauty to a worthy image of the entire life of the earth, indeed of nature itself; through the appropriate distribution of forces and works, they are more powerful in nature than if the tribal associations individually just cultivated the land next to each other: they receive richer and more wonderful gifts from it. The tribal associations living as a people devote themselves, like a higher human being, to the entire human activity; they form a union for virtue, for justice, for devotion to God and beauty, which we will look at more closely when we consider the working societies. The area of these efforts expands in the people, just as all social relationships and goods increase. The people further form science and art and their harmony as an organic whole, in which the independent efforts of the individual tribes are vividly incorporated as subordinate parts; and here too the people achieve a higher individuality in terms of content and in terms of artistic design; and just as language is the image of the whole spiritual →

=126= The Ideal of Mankind
→ and physical life, so it should also preserve the science and art peculiar to the people in beautiful monuments, preserve these for future generations, and thus vividly link the efforts of all previous times with those of all future ones.
A people appears to be particularly great in its self-activity, in its self-education; for it can only maintain and increase the health and fullness of its own life if all its internal societies, if all its members are in accordance with the ideal of the people and their own ideals and grow; but this can only happen if all newborns, men and women, if the constantly rejuvenating tribal associations, tribes, family associations and families are educated and trained by the people with prudent, systematic art. Therefore it is the people's duty to educate and train itself as a whole and all its organic parts according to one plan.
Thus enlivened in itself as One Being, the people also present themselves as One Being to the higher life of God, to reason and to nature, which influences them; it [the people] receives their higher influences as One Person and responds to them in One social Activity, for which it makes itself worthy and capable in its social divinity.
Just as all individuals and basic societies, right up to the people, should finally achieve full self-awareness and live as whole people, so too the people are called to live as truly one human being in complete health, before and beyond the separation into their inner members and powers. The people should, through social diligence, create a clear awareness of mankind, of the entire human destiny, of the ideal of every people, and of their individual ideal in particular, and design their entire life plan in this view: so that each of their members, each of their powers, each of their works, is completed uniformly and harmoniously as part of an organic whole. Everything human should be cared for uniformly and distributed equally among all individuals and higher persons, in harmony with the natural disposition of the country and with the demands of reason. This social whole life of the people for everything human ensures that the individuals, that the basic societies, the workers and the self-employed, the internal and external societies, each live freely and independently and at the same time thrive as One interactive Life in love and beauty and come together to form a personal excellence of the people, as a worthy image of all mankind, that virtue and justice, that intimacy and beauty bloom and mature uniformly and freely throughout the country. Only in this whole life of the people is it possible for the people to gain true individuality; that one spirit and character inspires all its →

The Inner Sociability of Mankind =127=
→ members, down to each individual, that everyone lives according to a common ideal; that everyone is in all-round communication with everyone else, in organic interaction; that the individual works in the whole and the whole in the individual. In this whole life, the people can deal with all of its members, and all of its members with it, so that they become mutually present to one another and, in full interaction, are One life.
We are filled with joy by the thought that in the people, as the highest "fundamental person" that we have recognized up to now, no subordinate person is dissolved or weakened or corrupted in their life, but how each one emerges from the uplifting life of the people freer, richer, more beautiful and happier. Every individual becomes, so to speak, a multifaceted person; because, by absorbing the life of his family, his friendship, his free society, his family group, his tribe, his tribal association and of his people, he becomes stronger than any number of people working individually, just alongside each other, could ever become; and he is able to have a significant, uplifting and ennobling effect on the life of all higher wholes. Friendship always gains new strength and freer, more beautiful effectiveness in the higher national life that surrounds it and with which it is intimately connected. The male and female mankind, whose characterful, unique development constantly rejuvenates marriage and the family as the most intimate sanctuary of society, blossoms ever more beautifully and full of life from the higher life of families, of family associations, of tribes, of tribal groups, and of the nation; and every age of life, children, adults and old people, become ever more unique, ever more beautiful and more lovable in these higher interactions.
Free sociability, as the sociable and comfortable representation of the entire individuality, is particularly glorified in the life of the nation; even in the larger number of individuals, but even more because of the general growth of higher spirit and pure, heartfelt receptivity, every science and every art finds its devotees, its numerous admirers, its worthy, grateful audience among the people: the most excellent people of every kind also crowd around the center of the people's life in the capital and the rural towns; for here they can become present to the tribes, indeed to the whole nation, and unfold their full excellence in pure, humane pleasure. The higher art of living of free sociability spreads with all its joys from the capital to the rural towns, and the traces of the higher and nobler popular sociability can be found even in the quiet, simple dwellings of the country people.
Purely human interaction also gains in intimacy, tenderness and beauty, particularly within the national life. Because, the more intimate and varied the life →

=128= The Ideal of Mankind
→ of a nation, the more joyfully all its internal social associations have blossomed, the nobler, more tender and more beautiful the public customs of purely human interaction develop within it; the more completely the character of the whole nation, as well as of the region, the family association and the family, is reflected in this. The generally human, free sociability of a people is the most delicate blossom of its life; and its own customs in clothing, in the general social language, and in all social behavior deserve pure respect and artful care from everyone in the nation. The universal human participation in all public, large and small, phenomena of human life; the sight of the inexhaustible wealth of individuality, which presents itself to the person again and again in the form, expression, movement, clothing and open interaction of countless people, whenever he steps out into public life; all this is instructive, heart-uplifting and essential for every harmoniously educated person in order to ennoble and strengthen his own life, to increase his love and zeal for all human affairs; in order to keep reason and understanding, inclination and will effective and strong in all directions.
Free sociability of peoples, friendship between peoples and association of peoples
Every people can and should, each in its own way, embrace the entire destiny of mankind and be a faithful, complete image of all mankind. Nevertheless, it also has a unique calling, a unique talent, or at least a certain range of talents, and everything else that is human develops in a decreasing proportion as it moves away from that dominant calling. Nature itself awakens a certain predominant aspiration in every people through the unique disposition of the people's territory, through its goods and the needs it creates, through the peculiarity of the climate and the physical structure. Indeed, the distribution of the entire calling of mankind on an earth among its individual peoples is essential to its highest and richest perfection.
This contrast between peoples becomes ever more pronounced the more people interact with each other. Each people can devote itself to its predominant calling more exclusively and become more excellent in it the more perfectly other peoples that surround it develop the opposing excellences, which are complementary parts of the whole of human perfection, and the more closely these peoples, which are destined for each other, unite. One people is great in the corporeal and natural, the other in the spiritual and rational; one predominates in science, the other in art: and in a third these things are in balance. Between →

The Inner Sociability of Mankind =129=
→ several peoples, however, which fully express all these contrasts in life, there comes a people who mediate, who are equally strongly attracted to everything human in pure love, are equally great in all aspects of human destiny, and are a uniformly similar and complete image of mankind. Peoples that nature has destined for different vocations are inclined and able to unite into a higher whole. The peoples of the Mediterranean are more called to spread the blessings of nature and art to their neighbouring peoples through agriculture and rich industrial activity, while the coastal peoples are more suited to trade and are destined to forge the bond between peoples across the sea; But those peoples who live in a circle around the same inland sea, which fill several inland lands that form a single whole, or who develop their lives on neighboring islands, which are united rather than separated by the sea, are particularly adept at higher unification.
So we see the opposites which form the basis of all subordinate societies recurring again among peoples, and this threefold sociability itself unites peoples. For they too, as peoples, form free society, friendship and a marriage of their entire being and life when they look at and love each other in their opposite characteristics in neighboring natural areas. Free sociability begins, friendship follows, and the universal union of life is completed; but friendship and free sociability of peoples only attain their highest development and dignity within the entire union of life. The beginning and development of all these relationships of peoples is influenced by their common descent, their composition from related tribes, and the common but essentially opposite nature of their natural area.
The relationship of free sociability spreads from the borders and from the acquaintances of individual people and families, to the next tribes, then through the individual tribe associations, and finally across the entire country; and in a similar way friendship also spreads to the nations. The free sociability and friendship of nations is related in size and vitality to that which unites tribal associations, as nations relate to tribal associations. What is particularly important to us, however, is that complete union of several nations in One Being and Life, in which they form the next higher basic "person" and basic society of mankind above the people, which is just as closer to all mankind on earth as their place of residence is to the solid ground of the earth.
If peoples who are in a uniform opposition to one another are to permeate each other in their entire being so that they really form One Higher Person, then →

=130= The Ideal of Mankind
→ their places of residence must also correspond in a similar way; their countries must, according to their position in relation to the sun and their entire nature, be designated by nature itself as One Higher Whole, which consists of the countries of the peoples to be united as their complementary parts. For the general world law also applies to nations: the more essential, uniform, diverse and developed the contrast of life, the more intimate and harmonious is its union. Peoples that are united in One Union of nations should be like One Person, like One Spirit, One Body, One Mind, One Understanding, One Will, One Power; they must therefore have everything human in common, and everything human must become more pure, more harmonious, more sublime, and more perfect in their union. Their individual ethnic areas constitute, from a natural point of view, a whole which is more self-sufficient than any individual ethnic area on its own; the united peoples recognize and form this common, higher area as a whole, as the property of all united peoples. Tribal groups, tribes, family groups, families and individuals who are part of the great union of nations — all have equal rights to it, all devote equal effort and love to it. According to the idea of the whole life of the united peoples, and according to the subordinate ideas of each of them, according to the needs of the whole, as well as of each of its organic parts, the whole area is distributed among the united peoples: and although each united people remains an independent whole in this respect, the land and soil of all united peoples is accessible to each of them and to each of their individuals for all-round community life, and made suitable for all-round life intercourse. However, not the entire area is divided among the individual peoples; rather, a worthy part of it is set apart so that it remains the common property of all, as of the union of peoples itself, and so that the united peoples present themselves on it as One Higher Person in all-round social intercourse. This place, dedicated to the life of the associated peoples, is larger, more sublime and more beautiful than any individual people's shrine, and the social life that develops on it is all the richer as the people's association is more comprehensive in terms of individuals than any individual people, and all the more intimate as the contrasts of life that form the basis of the sociability of peoples are more clearly expressed in natural and spiritual life. On this place, dedicated to the whole union of nations, rise all the common sanctuaries of activity for virtue, justice, intimacy and beauty, for science and art and self-education, for external sociability, and for everything human as a whole: all these sanctuaries are formed as a well-ordered structure, the ideal of which will appear more clearly to us when we have reached the location of all mankind on one earth. The common dwelling place of the united peoples is cultivated by them as One Whole in a social art; the gifts of the benevolent nature, the products of human art are received and acquired as One whole; →

The Inner Sociability of Mankind =131=
→ each subordinate whole receives its fair share of this and works in its place in a peculiar, well-calculated way to preserve and produce the goods of nature. Since the regions of the individual peoples, like the peoples themselves, are opposed to one another in character and talent, the products of nature in their united region are also more varied and, taken together, more complete and satisfying, and the products of art are more varied and unique; an exchange of natural goods and products of art begins in the association of nations, which delights, completes and makes the life of all happy. In this intimate, artistic marriage of life, in this wonderful cycle of forces and goods, everyone receives far more, greater and more beautiful gifts from nature, with less expenditure of time and nobler powers than they would receive if they simply worked the land side by side without a social plan and devoted themselves to artistic diligence. A portion of all external goods and works of art are set aside as the property of the entire association of nations, as a whole association, and are consecrated for the dignity and beauty of its social life.
In order to form an association of peoples, at least two peoples with opposite characters are required, each of which finds its complement to perfect mankind in the other. But the union of three peoples, of which the third claims a harmonious character, is more perfect and complete, and since the contrasts of human life are multifaceted in various respects, since nature, in constant ascent, has determined several peoples' regions to become One, since reason and nature offer the greatest diversity in this, then as many neighboring peoples as are necessary should unite everywhere, in accordance with their natural determination and reason, to form a complete, human race on earth and, above all, being and living corresponding to the mankind in the universe. The more and more clearly expressed the opposites are, and the more uniformly they are united within it, the richer a union of nations becomes in life and beauty, the more exhaustively and successfully its peoples can share themselves in the overall destiny of mankind, and the more happily and completely can they exploit all individual human excellences; the more freely can each of the united nations devote itself to the development of its very specific profession and talent, and the more unique, charming and beautiful its social works can be.
No matter how many peoples may be united in one life, their common sanctuary must be located in the center of power of their entire territory; i.e. within the national territory that maintains this center. In the all-round representations of social life, for which all allied peoples gather here, their physical and spiritual needs should be taken care of, so that →

=132= The Ideal of Mankind
→ natural beauty and rational beauty glorify this sacred place, so that all natural goods are found here in abundance. Therefore, a city of the union of peoples is formed around this people's shrine, which, when mankind is in a subordinate state, can at the same time be the capital of the people whose territory surrounds the people's shrine, but is independent according to the laws of the perfect organism and does not belong exclusively to any of the united peoples. All peoples of the union are completely equal in dignity and life, no one is preferred over the other in their entire life; they all take an equal part in the higher whole life, although the people who have the sanctuary of the union in their midst are closer to the whole life of the latter and are therefore called upon to take care of the external conditions of this in space and time. What applies to the capital of each people applies to a greater extent to the capital of the union; in it all the contradictions of the individual people's life permeate into One Harmony which spreads back to each of the individual united peoples.
The contrast between languages also reaches a higher level of development in the union of nations; the languages of the united nations also permeate one another without dissolving into one another. Each of them is familiar with the language of every other, and they exchange thoughts and feelings through the languages, and share their own peculiarities with one another. But insofar as they live a higher life in their union, they also develop a language common to all of them in social art, which, uniting the perfection of all the languages of the united nations, is a true reflection of their higher social life.
All peoples of the union form one social activity; they strive in a social way to lead their lives according to the ideal forms of virtue, justice, sincerity and beauty. In true personality they are One higher moral Being, they form One higher Will and determine their life according to the eternal laws of inner human perfection. The legal life of each individual people forms only an organically subordinate whole in the legal life of the union of nations, which enlivens all the laws of all subordinate persons as One Law in One social work of art, in the One state of the entire union of nations. The social practice of devotion to God attains a higher sphere in the union of nations, a higher, more dignified character, a richer and more beautiful individuality; God, Reason and Nature reveal themselves greater and more gloriously in the higher life of the united peoples, and become present to each individual people, indeed, to each individual human being, for clearer vision and more intimate love; the united nations present themselves to them as One higher human Being, they bestow richer and more beautiful gifts on the nations, so that they become a purer mirror, a more complete image of the universal life in God. And just as the united peoples come to see a more comprehensive and sublime beauty in their higher sphere of life, so too they are now able, through →

The Inner Sociability of Mankind =133=
→ social art, to impart the dignity of higher beauty to their whole life and to every part of it. —
The fundamental works of mankind, science and art, and their harmonious unity, emerge ever more magnificently as a larger and richer whole from the life of the association of nations; the field of experience and the circle of artistic life expand, and the seeds of ever higher and richer harmonies live in ever higher and more varied contrasts. What each individual people scientifically researches and artistically develops is united in One higher Whole, according to whose laws the plan of research and the artistic life of each united people is designed; whose wealth pours over each of them and complements their individuality to a higher all-roundness. And just as every people becomes present to itself as an object of constant self-education, so too in the association of nations a higher self-confidence arises, a higher sociable striving to develop the association of nations, as One higher Being, with conscious art, to become ever more pure, full of life and more beautiful. In this higher self-work activity now lives the self-work activity of every individual of the associated nations; in this higher education and training, the education of each subordinate whole gains greater unity, diversity and harmony, more powerful strength and firmer attitude; every subordinate person, down to each individual human being, is directly connected to the association of nations as a pupil; The association of nations is its higher teacher, educator, and trainer, which, like a higher father and guardian, artfully ensures that its peoples, its tribes, its family associations, and its families educate and form their individuals in accordance with the idea of mankind and the individual ideal of the entire association, and that their self-activity corresponds to the higher organic whole of them in the association of nations.
The peoples united in a union of nations are in truth One person, one spirit, one mind, one understanding and will, one higher body, one higher human being: they should therefore not only have everything human in common, but also attain the full consciousness of this higher personality and live as one higher, whole, all-healthy human being; they should dedicate themselves to the human in them, as one organic whole, and perfect all individual parts of the human destiny in this whole in the right measure and proportion, harmoniously among themselves and with the whole, ever more magnificently. They form One higher whole life in the spirit of mankind in the universe, as part and member of it, for everything human, they are a higher human union. In the social, higher and purer view of mankind in the universe and the inner life of God, the individual ideal of their association becomes clear to the united peoples, in it they divinely design the great plan of their universal social activity and distribute persons and forces and goods, →

=134= The Ideal of Mankind
→ well measured according to place and time, among all the individual parts and activities of their united life; they judge and form every subordinate life in the idea of their whole life, according to their higher social ideal. In this total life of the association of nations, its ideal becomes clear and sacred to each individual of its peoples, tribes, family associations, each individual family, as well as to each individual human being; they all embrace it with love and zeal, and develop their own life in, with and through the total life of the union of nations, harmonizing in a joyful harmony. In their coexistence, all subordinate opposites are more decisively developed, and the individuality and independence, as well as all subordinate interaction, are confirmed, strengthened and perfected; everything subordinate gains a higher sphere of unique life and activity; the subordinate spheres of social virtue, law, intimacy, beauty, science, art and self-education live their independent lives more freely and harmoniously in the total life of the association of nations for all these eternal ideas without self-interest, without envy and jealousy, in love and blissful satisfaction, as in a higher family, all subordinate basic persons blossom ever more beautifully; their friendship and free sociability, and their all-round unity of life become all the more intimate, sublime and beautiful, as the association of nations surpasses every individual people in fullness of life, in social interaction and in beauty.
Mankind can only unite in harmony with nature to form ever higher social wholes, and where a union of nations is to arise, nature has also prepared it. The eternal law of the world, according to which the highest spheres of the world are born in God, just as every last partial being, the law that two uniformly opposites unite in a higher one to form a harmonious third, in, with, and through that higher one, — must also be repeated in the formation of the solid land, which each celestial body intended for this purpose, offers to mankind to blossom on it. One whole of the land separates and distances itself into two halves, which cover the globe equally, are similar, and yet opposite on all sides, as continents of the first order; they offer mankind the highest opposite places of residence, the highest scenes of characteristically opposite human life, and from each of these highest parts of the earth a main branch extends towards the opposite main branch of the other, forming a third land of harmonious natural character, in which the two highest opposite wholes of mankind also meet in One harmonious interactive life as the One mankind of this entire celestial body. This law of the division into three parts is then repeated in each of the first parts of the earth, and forms in them parts of the earth of the second descending order, which imitate the shape and all living conditions of the first parts in a peculiar limitation, on which the →

The Inner Sociability of Mankind =135=
→ life of the entire mankind of the heavenly body is also repeated in a rejuvenated, faithful, but peculiar image. These parts of the second order also follow the same law; indeed, we see nature following this eternally identical archetype right down to the formation of every single mountain and valley. Thus we see the law of the formation and internal division of mankind already expressed in nature, and essentially ordered according to the numbers three, nine and those in this series. The number of peoples on a continent is therefore not arbitrary, but determined by the structure of the world itself; the number and connection of the stages on which the individual people inhabiting a heavenly body gather in families, family associations, tribes, nations and associations of nations into the mankind of One earth, are prefigured by the stages according to which nature prepares dwelling places for these basic persons. — And just as nature combines unity with diversity and harmony, eternal uniformity with fullness of life and individuality in everything, so its heavenly bodies in their mainlands present the greatest wealth of form in all their parts according to that general division into three, so that such a structure exists only once in the universe, and each in its own life and beauty. The spiritual realm also follows the same laws of all life in its independent formation, and a completely similar division of the spiritual realm corresponds to the natural divisions of the organic species. Therefore, the number of peoples who unite in an association of nations is not arbitrary on any celestial body or on any of its parts; rather, reason and nature, in, with, and through God, according to general, eternally consistent laws, also exhaust the infinite wealth of individual formation.
If we consider the mankind of the universe as One eternal Whole, as One time-eternal Life, then its eternal idea is completely identical with itself as the One Individual of its kind; Universal Mankind is its own, entire idea. Yet, eternally equal in itself, it unfolds itself in the circling life of its infinitely many individual people, it eternally rejuvenates itself, unites the individuals into ever higher wholes, and takes them back into itself. Just as the individual emerges from the intimate life union of man and woman, so every higher social whole, although formed ascendingly through the union of individuals, is nevertheless maintained and perfected in higher wholes and in their interactive life. Families, tribes, tribe associations, peoples, associations of peoples, peoples of the earth, mankinds of individual heavenly bodies are also born, raised, grow, blossom, mature, and die, like individual people; and no subordinate association, no individual person can enjoy its highest perfection on an earth until mankind is born on it as one organic whole and has developed harmoniously and God-fearingly, in life union with the higher wholes of world life in God; until then, subordinate life only thrives in ever more subordinate, more active →

=136= The Ideal of Mankind
→ world limitation, which is in every respect similar to the entire world limitation by which the emerging mankind of a heavenly body is surrounded.
Before mankind fills the earth with its individuals in a uniform, harmonious and distinctive manner, as long as new places of residence are still being offered to emerging associations of peoples, nations, tribes, family groups and families; as long as new peoples are created from peoples and tribes and accepted into the lives of those around them; as long as individual peoples and continents are subject to the terrible fate of succumbing in the struggle of life as children and in the prime of old age; so long this earth presents the unpleasant spectacle of strife and genocide between nations, and all stages of the partial union of life; there are peoples on it who are just beginning to come into contact with one another in a free social way, peoples who are already united in friendship, peoples who are already forming individual union of a lifetime; — until all misunderstandings are removed, until all struggles are resolved, until a bond of love and life wraps around all peoples of the earth, and they all live as one in full harmony and beauty to the praise of God.
Now then, when we consider the mankind of an entire earth in its maturity, we assume that the entire earth is inhabited by people in a uniform and proportionate manner, and that the higher basic persons have developed according to the natural disposition of their places of residence. The number of basic persons of the mankind on an earth, which are contained in stages within one another, is not accidental, but, as we saw before, is prepared by nature and reason. Let us now take our earth, which as a member of the eternal natural whole also expresses the general laws of the world in the formation of its partly still developing solid land, as an example, not as a proof; we find that nature has intended a tenfold gradation of basic persons on our earth, which we have already partly recognized here, and partly still want to consider. If we allocate to the individual, the families, the family associations, the tribes, the parent associations and the nations their corresponding territory on our earth, then each association of nations is assigned an area which, together with the territories of its subsidiary associations of nations, makes up a part of the earth of the second division, as Europe, Asia, Africa, North America, the West Indies, South America, and the three parts of the South Island world, which are not yet so clearly expressed by nature. We therefore have three higher basic persons to consider, the mankind of a continent of the second division, the mankind of a continent of the first division, and the [whole] mankind of the earth.

 The Inner Sociability of Mankind =137=
Free sociability and friendship of the associations of nations and their unification in the Mankind of the continent of the second division
As basic societies expand in the number of individuals and the size of their living space, so their life gains in scope, uniformity, richness and beauty on all sides. The perfection of life does not only grow in the same proportion as the number of people and the size of their living space, but in a much greater proportion and one that is completely different from the above-mentioned proportions. For nature develops not only more, but also more diverse powers and works in a wider area; and among the more individuals there is a greater wealth of spiritual and physical characteristics, which, united according to a social plan and distributed among all branches of human destiny, achieve more, more complete and more beautiful things than their mere number suggests. With every expansion of the sphere of life, the basic contrasts between spiritual and physical life emerge even more clearly, in even greater, more eloquent features. The place of residence of every group of peoples already covers a significant part of the curve of the globe; there is therefore a significant contrast between several of them in terms of heat and cold, the change of seasons, the position in relation to the oceans, and therefore also in the whole of organic creation; and they are therefore all the more called upon to unite in such a higher social whole, which fulfills a next higher independent whole of the solid land; and we assume that this higher area is a next part of a main part of the earth's surface, thus one of the nine supplementary parts of it, which are formed by a new division of the first parts of the earth. Each of these parts of the second division is surrounded by the large, interconnected ocean of the earth and encloses an inland sea of the first order, and a main mountain range determines its subordinate parts and the shape of its coasts in its network-like subordinate branches; the main direction of its mountain range in relation to the regions of the world largely determines its physical climate; and if the mountainous heights keep the groups of nations, peoples, tribal groups and tribes more separated and at a distance from each other, they are all separated by the ocean that surrounds the entire continent, by the adjacent main inland sea and by the subordinate inland seas, as well as by the vein-like labyrinths of the rivers, among themselves and with the higher wholes of mankind, which has perfected the art of navigating the air as well as sailing on the seas, and the heights and mountains also cease to be such difficult-to-conquer national boundaries. 
Neighbouring associations of peoples, which are called by nature and reason to form an even higher association, form bonds of free →

=138= The Ideal of Mankind
→ sociability and friendship among themselves and finally unite their whole life into one independent, higher person, into One higher human Person. In the developing mankind, which gradually populates the earth in a uniform manner, a higher life union of several associations of peoples is preceded by a struggle for independence; this struggle then alternates with free social relationships, then friendly ones form, and only then, when all strife has dried up in its inner sources, do they unite their whole life into One higher Person, and in this their free sociability and friendship also achieve the highest perfection. Everything that applies to the association of peoples, as well as to every subordinate association as an independent and sociable person, also proves itself in the mankind of a subordinate part of the world. The reciprocal permeating associations of peoples have everything human in common; they live like a healthy, harmoniously formed "person." They recognize and cultivate the entire continent that they inhabit as an independent whole, well connected to the whole earth; it is their common land property, which is distributed among the individual associations of peoples according to the laws of nature and reason, fairly and for the general good. A landscape, however, is set aside as a permanent common property and dedicated to the entire life of the people on earth. As the mankind of this continent relates to the association of peoples, so the sanctuary of its whole life relates to the sanctuary of every association of peoples; it should occupy the center of power of the continent, thus be located in the middle of the middle association of peoples, and in it the whole social life of the continent should freely develop as a whole life; for their social life is indeed present everywhere in their entire area, but that sanctuary is the center from which it originates, where it forms as a whole, and where all the people who are familiar with the organization, government, and the highest functions of the social life of the entire continent's mankind live. In terms of languages too, not only do all the associations of peoples on the same continent have a similar character, but they also permeate each other to form a higher whole, which unites all the good and beautiful of the individual languages in a social and harmonious way. The active diligence for virtue, for justice, for intimacy and beauty gains a higher sphere in the life of every continent's mankind; it lives as if according to One Moral Will, freely and beautifully, according to One Social Life Plan; it determines its life according to the eternal world idea of law as an organic whole, in which the law of every association of nations, every people, every subordinate basic society, as well as the law of every individual human being, is determined, formed and maintained as a subordinate, independent but well-connected part of the whole; in one social intimacy it forms itself into a higher all-round life union with reason, nature and God: and in one love and care it shapes its whole life according to the eternal idea of beauty. Science and art and their harmony emerge as a higher, more characterful, richer and more beautiful whole from the social diligence of the mankind of an entire continent; the individual knows and creates in →

 The Inner Sociability of Mankind =139=
→ the strength and in the spirit of the entire continent's mankind, and the latter gratefully appropriates everything that the individual, what subordinate societies, offer that is true, good and beautiful for the glorification of the whole. The entire human population of the earth practices education and training on itself and on each of its organic parts, down to the individual human being, according to a social plan, and also takes back into itself the educational and formative influences of all subordinate societies and of each individual. Just as every individual and every association should first become aware of itself as a whole, undivided being, recognize its entire destiny, and live as a whole and harmonious being in the spirit of mankind, so too the union of peoples in the mankind of a subordinate continent is based on them living together as one higher, all-healthy human being. The mankind of every continent of the second division should therefore recognize the nature and purpose of all mankind, and see in it its own calling, its own ideal; it should distribute all its persons and powers equally into all branches of human destiny, and ensure that its whole life unfolds as one organic whole; every subordinate society, indeed every individual human being, should live in the spirit of this higher whole, acquire a comprehensive view of the continent and the whole life of the peoples united on it in proportion to their individual calling, and as the whole becomes vividly present to all its parts, and all parts become vividly present to each other and to the whole, the whole and in it each of its parts blossoms ever more magnificently and beautifully. In this higher life, the independence of every subordinate person and every subordinate harmony of life is not abolished, no inner contradiction is destroyed; but everything subordinate is placed in its own sphere, confirmed, secured, and all its harmonies with all the subsidiary parts in the whole are formed and cultivated with equal care. The greater and more sublime and beautiful the whole is in which all subordinate persons live, the more they can devote themselves to the development of their own talents without the danger of becoming one-sided and becoming ill and losing anything human; because every other individual excellence presents itself to them in an equally highly developed form in the whole life of the united associations of peoples, in which all individual persons and forces are distributed symmetrically above all human things, and everything individual is harmoniously combined in a characterful, individual life, which far surpasses all the forces and societies united in it, as individuals. A more uniform and, therefore, more characterful formation spreads through all parts of this great whole of life down to the individual human being; because, the more completely the whole of human life is presented to man, the more he can receive from outside what he cannot produce himself, the richer and healthier his own life of character flourishes, the purer and more complete an image of all mankind he becomes. →

=140= The Ideal of Mankind
→ All free social relationships and friendship in this higher life as a whole also gain in intimacy and provide greater joy; for not only do the groups of people united to form the mankind of a continent embrace each other with the sublime love of friendship and free sociability, but from the whole, life and joy pour out over the sociability of all peoples, tribes, families and individuals living in it; the increased production and the universally fair distribution of all natural goods already increases the joys, but even more so internally the higher unity of the whole of life, in which they are like one heart and one soul.
Free sociability and friendship of the mankinds on continents of the second division, and their association in mankinds on continents of the first division, or on the main continents
Each part of the earth [continent] in the second division is a self-contained, independent whole, and the mankind that inhabits it is a comprehensive, all-round formed life; nevertheless, the fundamental opposites which give nature and reason their own individuality, fullness of character and amiability are formed in them anew, to a greater extent and more decisively, and they thereby become receptive and in need of a higher level of interactive life. Nature gives each continent of the second division its own, unique character, and this, due to the spherical shape and the oblique inclination of the earth's axis to the plane of its orbit around the sun, is so complete that in the picture of all possible contrasts and harmonious intermediate links of the climates, the shape and position of the countries in relation to the poles, the earth's equinox and the atmosphere and the ocean, not a single link, not a single feature is missing. Our earth can serve us here in these general basic features as a model for the formation of the solid land; without prejudice to the infinite variety of formation that unfolds on all other celestial bodies. On our earth we see three parts of the solid land uniting in a similar way to form three parts of the first division, which form a solid land that is evenly and sensibly laid out over the entire sphere, in uniform contrast to the earth's ocean and atmosphere. Each of these three main parts of the earth is determined by a main mountain range. Two main mountain ranges, which run in an oblique arc from pole to pole, but connect their upper and lower halves near the earth's equinox and allow the sea freer access, form the two opposing main parts of the earth. These two great arches of the land heights are united around the North Pole, from there they move away from each other, turn their hollows, their two corresponding main arches, which are hollow on the same →

 The Inner Sociability of Mankind =141=
→ side, towards each other, and unfold, in corresponding branching of the heights within the hollows of their arches, two halves each, like two large leaves, of similar formation with similarly opposite coasts, and thus form a smaller earth sea between them where they approach each other and the corresponding branches turn towards each other, and a larger one on the other side of the globe, where they turn away from each other, the raised sides of the arches of their main heights turn towards each other and, moving away from each other the most, each appears self-contained. Because they surround the North Pole, which their main mountain ranges outflank and surround amphitheatrically, within the ocean in which their main slopes, facing each other, lean together, both prove to be one whole; as a result, the point of the first division of each of them into two halves falls above the Earth's level up to the north, as a result of which the northern hemisphere has more land than the southern one, and the southern hemisphere, where the points of land of these two main parts of the Earth extend into the open sea at a distance of almost only a quarter of the globe's circumference from each other, is an open area of water. The two parts of each of these two main parts of the Earth, within the hollow sides of their main heights, send out two subordinate mountain ranges towards each other, which, meeting each other, form their third part, uniting the two first ones; its natural character is a harmonious mixture of the natural character of the two former, its form is more complex, and it links the life of the two former, which are essentially opposed to each other, especially through the inland sea divided into two parts, which, as the center of the life of the entire main continent, is surrounded by the coasts of each of its three main parts. Thus each of the original main parts of the mainland is a complete three-part whole in itself. However, they form a decisive contrast to each other in all natural determinations; one is richer in land, the main direction of its elevation is more from east to west, narrower from north to south, longer from east to west, poorer in water, older and more developed; the other, on the other hand, has the main direction of its height more from north to south, is narrower between east and west, longer between north and south, poorer on land, richer in water, younger and not yet developed in all subordinate parts: each of the two is peculiar in its pre-organic formations, as in the plant and animal kingdoms: both are therefore destined by nature to unite their opposing lives, to exchange their natural products, and encouraged to do so by the position of their parts and coasts; both are an independent scene of characteristic human life, which, opposed to one another like male and female, is called upon to unite into One whole human life on earth, to gather all people into One human being, and, as in the highest Union, to form the highest families on earth. Mankind is also called to this highest union of life by nature, which has prepared for them a third place of residence in the third main part of the earth, equally close to the two opposite →

=142= The Ideal of Mankind
→ main parts of the mainland. Because, precisely on the sides where the two main parts are the most distant from each other and, by turning the elevated side of the main line of their mountain range towards each other, are the most facing away from each other, each of them sends a subordinate mountain range between east and west towards the other, both of which turn their hollow sides towards each other and upwards towards the north, and unfold their land in the harmoniously beautiful tropical region on both sides of the earth's surface, most of it in the southern one. By thus establishing the balance of land and water in the southern hemisphere, their land is accessible from the two opposite main continents from two sides; firstly from the smaller ocean, which, as the largest inland sea on earth, connects their facing and mutually opening sides, around their southern land ends; then directly from all the coasts of both, which, separated by a wide sea, find their life union in this third main part. If in one main part of the earth the cycle of water predominates, while in the other the dry land predominates, in the third part both are in complete equilibrium; even in the plant and animal world, especially in the already mature formations peculiar to these main parts, the harmonious union of all the opposites of the land is evident. — This third harmonious part of the earth is destined to one day contain the entire life of nature and mankind in full, all-harmonious, uniform harmony on a paradisiacal island world. The upper part of the great ocean is surrounded on all sides by the far-off coasts of the first two main parts and the beautiful belt of the third part of the earth, and will one day unite all three main parts of the earth into one blissful harmony of life. This largest ocean on Earth is the only correct location from which the life of the Earth and of mankind appears as one organic whole; — from it we see the old earth. Asia, Africa and Europe towards the west, America towards the east; and Australia towards the south, and we see the solid land of the earth consisting of a western land, an eastern land and a southern land. — If on our earth the second main part, which extends more from north to south and expresses the predominance of water over land, is visibly the younger one and is not yet fully developed in all its parts, then this third part is still in the process of forming its entire life, which has only happily been preserved in its main island groups. In this, nature follows the eternal universal law of all life, that in one, two members of the uniform opposition first develop one after the other, and then, as their life grows, they unite to form a third, and only then complete the harmony of the entire living being. Thus the earth, in its three main parts, also represents all the ages of its life; in one, youth, in the other, childhood, in the third, the early period of life, and in the whole, the beginning of youth in an earthly life. 

 The Inner Sociability of Mankind =143=
The life of nature unfolds in a lawful gradation: first the pre-organic is developed; after its sublime opposites and their warring primal forces have been appeased, the quiet, cheerful plant life arises at the bottom of the sea and on the sea-born land in the harmonious play of colors; then the free life of the animal world stirs, and adds to the colorful adornment of the plants the universal movement of the limbs and the life of sensitive tones; and man, the innermost sanctuary of the world, the most complete image of God, nature and reason, finally enters the scene of life as a friend and favorite of God, as a friend and master of all living things. When the life of the earth has one day completed the construction of the solid land, and the development of the plant and animal world has been harmoniously and uniformly completed, then people, too, in full awareness of their nature and their destiny, gathered in pure love in a God-fearing mankind, will crown and complete the work of reason and nature on earth, and in blissful harmony with God's higher influences, will begin an age that is not golden, but truly human and divine, and will live happily as long as the age of this earth's formation lasts according to the laws of nature and reason; and this, their mature, adult age, in which they enjoy the harmonious, free play of all their powers, as a human being intimately united with God, reason and nature, will last longer than the time of their childhood and youth. Then the center of their life will be the third harmonious continent, and the life of the two opposite continents will be in full bloom; the upper half of the larger Earth's ocean then connects the three main parts of the Earth's land to create an all-round harmonious interaction.
Since we are considering here the mankind of the earth in its perfected development, we assume that its three mainlands are already uniformly populated and filled with a peculiar human life, and we describe the independent and social life that develops on them. How, from the western mainland, in constant progress of development, all the mainlands of the earth are populated, how the human tribes spreading in a circle from the center of the former to all parts of the world first meet in the eastern mainland in opposite directions, and how, when human life on the latter has matured relatively well, the mankinds of the western and eastern mainlands unite, how, finally, this development of mankind in number, distribution and fullness of life progresses uniformly and in corresponding periods with the continuous development of the entire earth by nature, so that the perfection of the human race occurs at the same time as the perfection of its place of residence: all this is a worthy contrast of scientific consideration, it is the task of the history of the mankind of one earth.

=144= The Ideal of Mankind
We have risen to the view of mankind of a main part of the earth or a mainland of the earth, and the general laws of the world, as well as the view of our earth as a living example, have taught us that, according to the natural disposition of the solid land, mankind on earth is destined to consist of three highest parts, which, developing their own characteristic, peculiar life in an independent area, are destined to form One complete, higher Life Whole.
On each of the three main continents there live three groups of peoples who inhabit the continents of the second division and are made up of several associations of peoples. All the opposites of life exist between the three continental mankinds of the second division and call them to free sociability, to friendship and to all-round union in a higher whole of life, in which they are the mankind of a main continent. Everything we recognized about every subordinate part of the earth's mankind applies to their penetration of life into a higher person, only to a higher degree; because with the all-round expansion of the territory, life itself also grows in fullness, strength and health. The mankinds of the initially subordinate continents united in one mankind of a main continent live like one higher person; they divide and form their territory as One whole among themselves as under One person, and sanctify a worthy place in the middle of it for the development of their whole life; the union of peoples of the middle continent encompasses the higher, more sublime sanctuary of the entire main continent, and from here the unity, harmony and fullness of character of their entire life spreads over all subordinated continents, unions of peoples, peoples, tribal associations, tribes, family associations, families and individuals; here the life of All is formed as One, they become like One spirit, like One body, One mind, One will, One artist of life, One heart and One soul. Their higher unity of life is faithfully reflected in the language of the main continent, for not only do the individual languages of all subordinate persons form an all-member, complete whole with a common character, but the mankind of each main continent is called upon to develop a language which is its own, as the highest person, as an expression of its entire life, which unites the essential perfections of all its subordinate languages and is familiar to all united peoples. — Nature offers unique, rich gifts in exhaustive completeness on every continent; for every continent contains all climates; therefore it has a higher independence and self-sufficiency in respect of natural goods than any subordinate part of the earth. Nevertheless, in this exhaustive natural wealth of every continent, such a unique character unfolds in all forms of pre-organic and organic life that the task of higher life association, the communication of natural life and natural goods, to nature and mankind is renewed, for the in itself →

 The Inner Sociability of Mankind =145=
→ worthy, uniform and harmonious perfection of natural life and of rational life on the whole earth, and indirectly also for the higher satisfaction of external life needs.
The mankind of every mainland of the earth forms it like a great natural artist according to a social plan, designed in virtue, justice, intimacy and beauty, which is constantly rejuvenating, so that the life of nature, the life of reason, and the life of mankind are perfected in a divine and unique way as a harmonious whole. The mankind of every mainland of the earth forms a higher union for the basic forms of human life, One higher union of virtue, a higher union for law as a higher state, a higher union of divine intimacy, a higher union for beauty, science and art and self-education gain in scope, in depth, in dignity and in beauty of form; for the mankind of every mainland of the earth also devotes social diligence to these basic works, as One human being. In it arises a higher self-consciousness of all the people united in it, as One higher Person. In the contemplation of the eternal nature of mankind and its eternal destiny, in the constant view of mankind in the universe and on the whole earth, the mankind of every major country on earth also becomes clear about its own life calling, it embraces it with love, completely and undivided, and forms itself as One whole, harmonious, all-healthy human being; it dedicates its social power to everything human, constantly designs its entire life plan, distributes all its persons and powers equally among all branches of human destiny, the life of all subordinate spheres joyfully and beautifully comes together in One complete Life, over which its entire life presides over in a governing and formative manner. Every subordinate person gains strength and dignity and joy, each lives freely and independently in his sphere, justly and lovingly connected with all secondary and higher spheres. The free sociability and friendship of all with all gains a higher realm, a freer, more blissful life. And so the mankind of every major part of the earth presents itself to nature and reason and to God above them as One harmonious Life, worthy, through higher influences of eternal love, as a whole being, to be received into the higher whole of life in God. 
Free sociability and friendships of the mankinds of the main continents; and mankind of Earth
The three main parts of the earth develop a unique natural life, each of them has a higher degree of autonomy, independence and self-sufficiency than the parts of the earth in the second division; but at the same time a →

=146= The Ideal of Mankind
→ more decided contrast, a more characteristic peculiarity; they are animated by nature in One whole, as One Whole, full of character, a true likeness of the eternal structure of the world. In a similar way, the mankinds living on them are formed and determined to unite and artistically shape the opposites of their lives in free sociability, in friendship, and in perfect unity as One Higher Person. As the One organic mankind of the earth, they should attain the highest independence and harmony of life, which is essential within this heavenly abode, and within these limits represents the complete idea of mankind in the universe. Just as the earth only develops its great natural life in progressive growth, and in certain periods develops into an all-sufficient dwelling place for an organic mankind, so the people on it only gradually, in similar periods, achieve their highest personality, only gradually unite and progressively towards an organic mankind, in harmony with God, reason and nature. In this development of the highest social relationship of all people, free sociability first emerges from tremendous struggles for independence, paving the way for friendship and the intimate union of all life; and only then can people unite into one mankind, declare themselves to be One Mankind, and organize themselves as such, when all subordinate basic societies up to the mankinds of the three main parts of the earth are already as perfected as they are capable of, without being held and governed by the organic whole of yhe earthly mankind. This historical development of mankind is the worthy subject of historical research, according to the ideas of eternal life in God, according to the living experience that reveals itself to us, and according to the harmony of the eternal idea of history with individual life itself. But here, where we consider the mankind of the earth at its mature age, where it fully represents its eternal idea, we presuppose that the people of one earth have already passed from struggle to love on all sides, that the mankinds of the three main parts of the earth have already been formed as true Persons, and, passing through free sociability and friendship, are universally united in One higher Life, in One higher mankind on earth.
All people of one celestial body should be united in One living Being, in One Mankind; they should, as One Person on the whole of the earth, encompass in social diligence everything human as One Whole; as One whole life, as a complete Partial life, and as both in harmony. They should form everything that is human as One Person, be and live in every single part of the human destiny as the whole of mankind — have everything human in common. The life of mankind should be One, Diverse and Harmonious, whole, complete, uniform and even. Therefore, the physical life of mankind should be developed to be as independent, pure and harmonious in itself as its spiritual life, and both kinds of life should →

 The Inner Sociability of Mankind =147=
→ permeate all sides into the harmony of a complete, all-healthy human life, what the inner rational world of ideas and the individual in fantasy, as One spirit, is to it the life of the earth in the face of heaven, as One body. In the One mankind of the earth, the female sex is as perfect, as well-rounded, evenly and harmoniously formed as the male one, and only both in their harmonious interplay are the One all-perfected, greatest Human Being on earth. — In the perfected mankind even every age of life, the age of the infant, the child, the youth, the adult, and the old man, each unfolds its own peculiar goodness and beauty.
The true unity of life of all people as one mankind is demonstrated externally in the fact that they, as a whole, view the earth as their common dwelling place, cultivate it as such, and distribute it among all the inner persons, powers, and works of mankind according to the laws of virtue, justice, love, and beauty. The earth is already a true whole in its pure natural existence, but in order to be perfected as such, freely according to the laws of reason, man is also taken into account; only mankind, if it works with conscious art of living on the surface of the earth according to the ideas of natural life and rational life, can also give natural life on earth the highest perfection. The limits that nature must impose on itself with regard to climates, seasons and even higher periods of life are wisely and beautifully fulfilled by mankind and made harmless to life: every region of the sky shares with every other part of the sky what the ideal of the same and the ideal of the whole earth demands in terms of plants and animals, beautiful and useful products; a universal, uniform interaction of all natural life on earth with itself begins; nature bestows its gifts on mankind more richly and securely, and every person receives his fair share of her love and her help. In the middle of the main land, on the main southern part, mankind dedicates a beautiful, harmoniously formed land to its life as a whole mankind; here the sanctuary of the whole of human life, as a whole of life, is formed; from here it spreads out over all inner persons and members; here the sanctuaries of the One virtue, of the One earthly state, of the One divinity and beauty, the Highest temples of science and art, gather in harmonious order, as in One house of all mankind. The unity of the whole of human life on earth is then also reflected in the One language, which is common to the whole earth, does not eradicate the peculiar languages of the subordinate persons, but harmoniously unites their beauty within itself and is the work of the social artistic diligence of all mankind.
Mankind, as truly One Person, should develop and live as One human being in all individual human matters, and be organized in all human matters similarly to the individual →

=148= The Ideal of Mankind
→ healthy human being. Therefore, it should constitute One Life for virtue, One Life for justice, and for intimacy and beauty; indeed, only in this all-embracing striving of all mankind for these eternal basic forms of all life can virtue, justice, intimacy and beauty blossom fully and completely. All people united in the One Earth Mankind live like One morally beautiful Person; a pure primal drive for the primal good moves them to One free Common Will, to One systematic moral Action, in which the moral life of every subordinate whole and of every individual person only moves truly freely and successfully; with socially united forces they conquer the external limitations of the world and the internal obstacles to goodness that exist therein, and fulfill the limits of their nature in a morally beautiful life. Law is eternally One in the universe; and in this One realm of the One Law, every heavenly body is formed as a subordinate, independent, but organically connected area; all human beings united in One human being, are the One highest legal Person in this area in the mankind of the universe; and only then can the One Right of this area be brought to life in all directions and in harmony if all of mankind devotes itself to its formation in One State on earth; only in this One legal life can every subordinate society, indeed even every individual human being, be granted his full, equal right. Determined to unite in One Mankind by the primal essence within them, all people of the same heavenly body are also called to be One godly Being and to live as such, and in this highest divineness of the greatest human being on earth, the divine life of every subordinate society and of every individual human being also attains the highest clarity, fullness, beauty and joy. Even the highest beauty can only adorn the life of mankind if they are All united in One life, inspired by One love of beauty, and strive with social care to live and imitate the ideal of eternal beauty. Even the fundamental works of Mankind, science and art and their living harmony can only achieve their highest unity, comprehensiveness, inner organic formation, clarity and depth in the life of the whole of mankind; only in this life can all sources of knowledge and power be opened up and drawn from all of them in a uniform manner; only in this life can science and art and their harmony be perfected in a unique way as One organic, harmonious structure, as a faithful counterpart of God and his world; only in this highest social life can research and artistic development move rhythmically and harmoniously according to One Plan to ever greater success, and mankind can live more godlike as an ever greater wise man and artist. And just as each individual person can only fully and powerfully practice the art of self-development when he has achieved the free use of all his organs and powers in full self-consciousness: so too mankind only attains the practice of the highest art in the unity of its life, to develop itself in all respects in prudent →


 The Inner Sociability of Mankind =149=
→ consciousness, in harmony with God and the world, ever more freely and beautifully.
But this perfection of msnkind in everything that is human is only possible if and only if all people united in One Mankind become clearly aware of their entire undivided, harmonious human nature, that they clearly recognize the idea of the universal mankind in the universe as a whole and in its infinite structure, in the contemplation of the natural life that surrounds them and the influences of the highest life of God, to develop their individual ideal for this earth, and strive in social unity to represent and express it in life. In this highest consciousness and striving, all people united in One Mankind are One Union for everything human, One Human Alliance, in, with and through which, as through the whole life, the life of mankind can only be perfected in its inner as well as in its external circumstances. In this self-consciousness and in this highest social whole life for everything human, mankind ensures that it distributes all its "persons" and powers, well ordered in time and space, among all branches of its destiny, that the whole life within itself freely designs each partial life, that each Partial life is harmoniously connected with the whole life to the right extent in One structural system; that the spiritual and physical life, that the female and the male mankind, that every stage of life is formed uniformly and connected to one universally healthy life, that inner and outer sociability is taken care of as a whole, and that all subordinate basic societies, working societies, and all individual people are and live as free members and organic parts of the whole of mankind.
As the whole of mankind lives in unity, diversity and harmony, in virtue, justice, intimacy and beauty of its entire destiny, every subordinate person also takes part in this excellence and lives according to its individuality and according to the measure of its strength, whole, completely, all-encompassing, all-healthy; they all live not just alongside, but in, with and through each other in the One Mankind. For just as every higher human personality does not dissolve all subordinate ones of a smaller scope, but absorbs them all into itself, ensuring their independence and harmony with everything external, so this applies to every heavenly body to the highest degree of all people, insofar as they live united in One Mankind as One highest Person on earth. Mankind includes within itself all of the earth's mankinds, people's associations, peoples, tribe associations, tribes, family associations, families and every individual human being as One organic Whole, it includes all of these with equal justice, love and care; it offers them all the complete, higher conditions of true self-fulfillment and all-round external sociability. Every individual person gains a higher →

=150= The Ideal of Mankind
→ self in the family; a higher self in the family association, in the tribe, in the nation; but he only gains the highest [self] on earth in the whole of mankind. A similar happiness is bestowed on families and all higher basic persons in mankind. In the One Whole of human life, free sociability, friendship and the whole life association of all subordinate persons develops in harmony on all sides; they all now live according to the ideal of the mankind of this earth, in the spirit of the mankind of the universe.
Thus, One in itself, God-loving mankind presents itself before God, reason and nature as the most lovable being, which holds the harmonies of all beings within itself and dedicates equal love to all of them, and is worthy of ever higher love, ever higher revelations, ever more intimate interplay of life from God, reason and nature; it lives with them in intimate love as if with friends; the earth becomes a stage, a complete, pure image of the universal life in God.
Human Societies of higher Orders, and Mankind of the Universe
Everything individual in the world is full of character and peculiar; this is the expression of its individual essence, the reason why it exists as this essence, and the inner guarantee of its life; for the eternal Creator reveals himself only in ever new, never-before-seen creations, in infinitely many likenesses of his eternal essence, which are only once in all eternity. This earth of ours also has its peculiarities, heaven is also in it; the universe and all time cannot contain the same natural life, the same mankind. If our gaze could now, rising above the limits of our present field of vision, survey the mankinds of other heavenly bodies, then the peculiarity and the very specific character of this earth and this mankind would become clear to us in comparison with them.
No living being remains alone in the eternal kingdom of God, for this would be a separation of God within himself; the harmony and the interplay of beings is all the more intimate, the richer they themselves are within themselves, and the more spheres they belong to at the same time as organic parts. Therefore, the inner and outer harmony of human life, the inner and outer sociability of mankind, is the most intimate and richest, the most sublime and most beautiful, indeed among all created things the only all-encompassing, complete, uniformly organic and god-like. If we now find the celestial bodies related to ours around the sun, as a common higher source of life, →

 The Inner Sociability of Mankind =151=
→ harmoniously distributed and rhythmically moving: if we see them proving themselves more and more as one organism in all life relationships to the sun and to each other, the more astronomy, carried on the wings of the idea, expands its external field of vision and its external art of vision, then in these views the inner, hopeful certainty arises that the mankinds on all these sister earths are also destined to be One higher individual Life Whole, a mankind of this solar structure, that they, formed in an eternally essential whole, also gather all individuals back into it; that at the time when this solar structure is ripe for life, mankind will also be mature, have formed all of its organic members on all of its individual celestial bodies joyfully and independently, and have united them in free sociability and friendship in One individual Life. In this uplifting thought we sense that the mankind of this earth is already living, unconsciously to us, as an organic part of the mankind of our sun, being educated and developing as such: that its individuals already originate from this higher whole, that more highly educated spirits float down to this sun valley according to organic laws, guided by God as eternal love, in order to unfold their excellence here and to adorn and ennoble the human life of this earth. From this arises the firm trust in God's eternal power, wisdom and love, that he will also educate and perfect our mankind as a worthy member of this higher mankind, and, according to the stages of its ever-growing refinement, bring it into ever closer reciprocal relationships with the mankind of this solar structure and with the mankind of our sister earths that are subordinate to it, which, like children of one large family, will one day blossom and perfect themselves in close union. If we could, while alive, spread such a view over this entire solar structure as we will probably have in the light moment of death, our feelings would be mixed with joy and sorrow; we would be filled with adoration of God and admiration of nature and mankind.
Where the eye of the body no longer reaches, far beyond the circle of all sensory experience, the spirit still rises on the wings of the eternal primal idea, in supersensory perception. The external eye, armed by the intelligently formed crystal, still recognizes, incomprehensibly far away, in cloudy mists the highest wholes of physical creation that are visible to it. In the holy light of the primal idea, science dissolves these light mists into solar hosts; the life of the stars, which the imagination of childish primitive peoples called the Milky Way, recognizes them as one of these innumerable solar hosts, and our sun lets us see them in the center of their life, with their still uncounted earths, moons, comets, — One organic being among hundreds of thousands of sister suns. The eternal idea of God as the original being and the highest laws of the creation of the world, without the knowledge of which man →

=152= The Ideal of Mankind
→ is unable to think, feel and live in a god-like manner, this archetype of all life, which is reflected in nature and reason and mankind, in solar hosts as well as on every earth, in a multitude of original counterparts, this archetype lets us know that nature, in the creation and animating of its highest heavenly bodies, is an organic whole; that a similar structure as is shown in the firmament is also eternally alive in reason and in its spiritual realm, according to its own peculiarity; and that mankind should unite this corresponding eternal structure, this equal divine life of reason and nature, in space and in all time, as One being, formed similarly to God, of reason and nature, free and independent, in pure virtue, eternally just, godly and beautiful, in one harmonious life, and perfect the love and life of all things in God, as the innermost being of the world, as God who has become perfected equal to himself in the creature itself, as one mankind in the universe. From the individual human being, from the families, peoples, and earthly mankind, an eternal chain of higher persons, higher basic societies, eternally strong and intimate according to the same eternal law, reaches up to the One Mankind of the universe; each individual should feel close to God, exalted and blessed as a link in this chain, as an organ of this highest life, and live his own life in the spirit of the mankind of the universe. Just as God himself, just as reason and nature, as a whole, in space and in all time, are eternally equal to themselves, equally perfect and beautiful, so too is mankind in the universe an eternally perfect and free life in itself, equally great, equally unique and beautiful in every moment, an eternally new image of the original being. And just as in it there are always infinitely many mankinds of individual earths, just as on all earths individual people form, blossom and perish, so it nevertheless represents in all its infinitely many finite mankinds at every moment all stages of human development in its world limitation, each with its own peculiar form and beauty, all ages of life at the same time equally perfect, and its infinite countenance remains unchanging. 
In this view, every person, every family, every people, every mankind gains its higher independence, its true sense of self, its true fullness of power; only in this view does true wisdom and the art of living develop. However limited the sphere of life of the individual and of every finite society may be, they are all organic, essential, not accidental parts, intimately connected to the highest whole; within their limits they are capable of a true and beautiful expression and image of the whole, the measure of which is not size, but its inner goodness and beauty. And if this knowledge grants man blessed peace, keeps him upright in the storms of life, strengthens the bond of his love with God, reason and nature, then it also steels him with invincible energy, for he sees himself worthy of the divine image within the limits of his nature.

 The inner working societies, as the One Work Federation =153=
With this insight we have completed our consideration of the basic human societies. We considered the individual human being in his entire being, we recognized how individuals, marrying [by joining together into a close union] the basic opposites of their lives, form free societies, friendships and families; and how this threefold change of life, recurring in every higher person, only finds its true wholeness in the mankind of the universe. All basic societies appeared to be similarly formed according to the same basic laws; in all of them we saw the unchanging essence of mamkind fully developed, and becoming ever greater, freer and more beautiful, the higher the order of the society in which it is brought to life; only in the health and fullness of the whole of human life did we see every single person, every single force, every single work perfected. But in order to fully and well-orderly recognize the life of mankind, in its individuality and in all basic societies, in its inner structure, we must first direct our gaze to the other sphere of inner human sociability, in which mankind with its individual and united life forces forms all the works of life and thus fulfills its inner life.
The entire activity of mankind falls within its basic "persons," within the life sphere of the individual and all basic societies; nevertheless, the active sociability is independent and free, and formed purely according to the laws of forces and work. If we have then recognized how all basic societies promote the One Work of mankind; if we have finally also seen the interactive life in which mankind is intimately connected with God, with reason, and with nature; then we return to the contemplation of the life of mankind as One all-encompassing Organic Whole.
The inner Working Societies, as the One Werkbund [Work Covenant]
Every human being strives, by virtue of his nature, for virtue and justice, for change and beauty; with constant diligence he promotes the fundamental works of his life, science and art and their harmony, and with prudent art he educates and trains himself for everything human.
— Every family, every people, every higher person should fulfil this requirement more and more beautifully. However, the individual, as every higher human being, cannot accomplish any of the works mentioned unilaterally, individually and alone, without the cooperation of all mental and emotional forces; rather, only in the constant organic Lebenspiele [Life-play] of all members and powers is each one simultaneously →

=154= The Ideal of Mankind
→ independent and organically connected with each other, and each work can only be worthily successful in harmony with all the others. We therefore speak of individual works of mankind in no other sense than in which the physiologist speaks of the individual functions and formations of individual members and powers of the body, which likewise can only exist and live in perfection when the entire vitality of the body is healthy, when all the individual powers and members are in even and harmonious bloom. Indeed, human activity cannot even be completed purely and solely by mankind, apart from the inter-existence with God, reason and nature. Nevertheless, we must first focus exclusively on the inner, free use of strength of mankind itself: for without inner, free independence, no interactive life is possible, and from the standpoint of mankind, the pure, independent life of mankind itself is closest, although to the essence and, according to eternal causation, the life of God, reason and nature are higher and more likely. Inner perfection and external, higher influences are mutually dependent and continue to rise and fall side by side in the development of mankind on an earth; even God reveals himself more clearly and more magnificently only to people who strive higher inwardly, from their innate strengths, in union with him; and with the increasing inner development of their members and strengths, mankind becomes capable, in need and worthy of an ever more intimate interactive life with nature, reason, and God.
The same sphere of activity that the individual encompasses should also fill every basic society with increased power and beauty, in its own field and with all external sociality. Every individual human endeavor and work demands the diligence of all mankind on earth if it is to achieve the perfection possible here; it demands that the external sociability of mankind also be at its highest bloom. How much more glorious and beautiful would the whole of human life appear to us if we could survey the basic societies, the active associations and the external interplay of mankind with God, reason and nature at the same time, as it is and becomes in, with and through each other at the same time. Yet such knowledge exists only in God, but it is only granted to us that, in the contemplation of the universal essence of the idea, we can reproduce the eternal order of what simultaneously exists in temporal order, and only after considering all the individual elements simultaneously contained in the eternal idea can we enjoy a final overview of the entire area of human life.
The idea of the whole is always greater than that of the parts, and the parts can only be completed in, with, and through the whole; therefore the idea of the whole human activity is also greater and higher than the ideas of its individual inner parts, and all individual human activities and works are in an unalterable subordination and secondary order-like essential Parts of the One Whole. →

 The inner working societies, as the One Work Federation =155=
→ Therefore, the working human being must first grasp this one idea of his entire activity and his entire work in his mind, heart and soul, keep it always present, and design and accomplish everything in it according to its law. And since human activity encompasses all individual people, as well as all individual basic societies up to the mankind of the universe, the members of families, friends, tribes, peoples, the mankind of the main parts of the earth, and the mankind of an entire heavenly body must unite socially in order to dedicate their entire activity to the One Work of Mankind, as a whole work, and to complete each individual activity and each individual work in a well-ordered and beautiful manner according to time and place as a whole. So now, all individual people and all individual basic societies appear to us as the One Werkbund [Work Federation] of the mankind of this earth. Just as we, starting from the eternal, fundamental unity of all people in the universe, grasped the individual human being and rose to the point of the unification of all people in One Mankind, so here too we want to consider all individual social associations for all individual works in the idea of the entire Werkbund, and then return to a fuller view of this One Work Federation of mankind.
If we now look at the object of work activity, which is the idea of the work to be produced socially, then the work effort goes either to the forms of life itself and all its works as to general world forms, which mankind should also develop in its own unique way; or it is directed at the inner and outer works of mnkind itself. Since the eternal forms of all life recur in all work activity and in every work, the work activity dedicated to them deserves to be considered here first. These eternal forms are for every being: inner moral perfection, according to its own law of life, as its virtue, and justice, intimacy and beauty. In the work activity sacred to these eternal basic forms, people form One Fourfold Covenant for the basic forms, a covenant for virtue, a covenant for justice, a covenant for intimacy, and a covenant for beauty. But the work activity, which is directed towards the basic works themselves, unites people in One Threefold Covenant for the basic works; in a covenant for science, as the faithful reflection of God in man, in a covenant for art, as a free, peculiar representation of God in the living; and in a alliance for the harmony of science and art. Finally, that work activity that returns to mankind itself, as a living being, as its own work, gathers people into a great educational alliance, which in turn holds within itself the alliance for the harmony of education and training. This shows us the path for the next consideration; following it, we recognize work activity as the basic form of all life, and first of all the covenant for the moral perfection of mankind.

=156= The Ideal of Mankind
The Inner Werkbund for the Basic Forms of Life
The Virtue Alliance
That the spirit recognizes the highest law of freedom of reason, that is, of pure, free creation according to eternal ideas, as the general form of its life, and thus, ruling in pure will over sense and mind, over all individual life forces, lives as a whole spirit and creates everything according to that law in harmony with God, with reason and with nature according to its own personal ideal, this is the virtue of the spirit, is moral goodness and beauty. Furthermore, the fact that the life of the body follows the highest organic law of nature, the individual assembly of all parts at the same time in, with, and through the whole, faithfully, in the pure primal instinct of the body, and accordingly shapes its own life in an artistic way, that is the Tugend des Leibes [the virtue of the body]. But to wed this physical and that spiritual perfection into one, and to complete both in, with, and through each other, is human virtue, human moral beauty. The human being can also achieve the moral perfection of the body in its inner and outer life, like everything intimate, only through free, conscious striving; the clear view of the law of reason as well as the law of nature and the harmony of both precedes in man the pure enthusiasm for it and the morally beautiful will and action. Therefore, each individual human being must reflect on his moral perfection and devote constant artistic attention throughout his entire life.
The moral life of every human society also requires the same reflection and attention. Because every society forms a higher human being, their life also follows the same eternal moral law, which encompasses all of mankind. This eternal law therefore demands to be applied in clear perception to the basic idea of every society and to the entire sphere of its coexistence; social people should unite and lead their entire social life in accordance with it. It is therefore essential that every human society, be it an internal or external one, a basic society or a working society, should devote united effort to the general observation of the moral law, to the recognition of morality for its specific social task; and that it organizes and governs its social life in a morally beautiful manner with prudent art. Every higher person of mankind, from the family up to the mankind of the earth and higher still, even every working society should unite within itself in a certain constitution and activity for the art of practicing virtue; they should all, united in the mankind of the earth, establish the One Virtue Alliance on earth. This Virtue Alliance is essential to mankind for its perfection; it establishes unity, harmony, strength and beauty →

 The inner working societies, as the One Work Federation =157=
→ of all human powers; only when it is concluded on earth does a truly human life of virtue begin; it strengthens mankind so that it can complete its whole life beautifully in clear self-consciousness: in it the individual moral person also finds the external condition of his own moral life; then the obstacles to virtue, the incentives to vice, which the individual encounters in his higher moral aspirations in the still unfinished society, have disappeared; public moral life is the model and nourishment of his own moral development. All people are destined to be members of the Virtue Alliance of mankind in every sphere of social association and to take an active part in its social moral life. But since the scope of their moral appreciation and development also increases with the expansion of the social sphere of life; since all people live according to their own individual predominant profession; since, finally, the area of morality is also infinite, since it demands the whole person in order to be worthily contemplated and developed and demands to be raised to the predominant calling of life: so in the community of the Virtue Alliance, enthusiastic people will stand out who devote their whole lives to the investigation of morality in all human things and social relationships and are therefore called upon, as chosen members of the Covenant, to lead and govern its activities with the free cooperation of the community.
Just as every society, the Virtue Alliance too needs a certain social constitution, which, in accordance with the general model of every social constitution, must be further defined according to the particular idea of this [virtuous] society. The social constitution should therefore itself be harmonious with the moral law, as well as in accordance with the right to intimacy and beauty, and should be formed in such a way that the moral life of mankind develops within it as One organic Whole. Therefore, the moral conduct of every society is public within its own sphere, so that everyone can take a free part in it. Only personal love opens the heart of the individual to a family member or friend so that he can trust him with his innermost moral striving in his own life; but just as every individual must deal openly and without reservation with himself if he is to hear the voice of the moral within him clearly and purely and follow it unconditionally, every society must deal with its moral affairs just as openly with its members. 
The working activity of the Virtue Alliance is a rich organic whole, its main parts being: knowledge, enthusiasm, decision and execution. The knowledge peculiar to the Virtue Alliance includes first of all the eternal idea of the moral perfection of all mankind, and of every single person, of every single sphere of life within it, then the individual knowledge of the actual →

=158= The Ideal of Mankind
→ life of mankind in all its inner parts, the historical evaluation of its past, present, and future according to the eternal idea. In this it forms the blueprint for the moral perfection of the life plan of all mankind and all its persons and powers. The socially uniformly spread view of morality in itself awakens pure enthusiasm for virtue; but to arouse this enthusiasm and to strengthen it is a second main part of the work of the Virtue Alliance; in free social harmony, the members celebrate the communication of moral views and feelings and designs, supported by all beautiful, heartfelt and harmonious arts; and the life of God, reason, nature and mankind itself that surrounds them, in its rhythmic and periodic movement, offers them external reason for a circular series of festivals and sacred acts of the moral sense. Enlightened by that knowledge, driven by this pure enthusiasm, the Virtue Alliance constantly develops the common moral will of mankind as One Human Being at all times; the formulation of the moral decision is accompanied by a constant examination of the present, of the entire state of life at hand, which evaluates all human things strictly and impartially according to the idea of the One Virtue. If the whole strength of mankind is now directed towards the good in a purely moral will, the decision taken is continuously followed by the artistic implementation so that all parts of human life are in equal perfection in keeping with the moral beauty of the whole, that male and female mankinds, that physical and spiritual life, that every age of life, that all social associations, that science and art and their harmony, that the self-education of mankind, that the interaction of life with God, reason and nature enjoy an equal moral dignity and beauty. The moral striving of the whole Virtue Alliance contains the moral striving of all its individual members, including that of every single person, as free but organically connected parts of the whole; and just as every subordinate moral striving is in accordance with that of all mankind, so too the moral life of every subordinate society and of every individual person moves purely and freely and strengthened in the moral life of the whole. The life plan of the whole leaves complete freedom for the individual determination of the life plan of each individual member of mankind; the higher social will does not restrict the freedom of the subordinate one, but rather offers it a pure, sacred area in which the moral life of each individual can develop in a pure, free, and beautiful way. 
Mankind is constantly rejuvenating itself in its newborns; it is essential to educate its children to be human beings in all human aspects, and to raise them to the view of the destiny of mankind and its very specific calling on this earth, but above all to cultivate the individuality of each individual and bring it to maturity with tender care, so that each person, in his own way, according to the life plan of the whole, draws up the plan of his own life →

 The inner working societies, as the One Work Federation =159=
→ and, perfecting himself, glorifies the whole. The Virtue Alliance is therefore responsible for the moral education of all newborns; it must ensure that every individual in the family, tribe, people, and all active associations receives a purely moral education; that he develops his own moral aspirations freely and dedicates them to the higher social moral aspirations of his family, his people, and, above all, of all mankind. The development of the moral life is an endless task; all adults, as members of the Virtue Alliance, are therefore called upon to continually educate themselves in morality. The Virtue Alliance is also intended to be an educational association for virtue, which includes the education and training of all individuals and human associations to lead a purely moral life.
Now, just as essential as the inner perfection of all beings according to their own law is the perfection of all their relationships according to the idea of law, which God and all the worlds make real in One Existence. If the moral perfection of every individual human being and of every society of people requires social diligence, then this is essential in a more specific respect for the development of life according to the idea of law, since law demands a mutual determination of the relationships of beings: for which, therefore, all members of these relationships must always work together. This opens up to us the next sphere of human activity in the One Legal Alliance of all people on earth.
The Law Alliance
All people on earth are in themselves, both in body and spirit, originally One Being, and it is determined that each one should unite his own life with the own lives of others in the basic societies, in ever higher persons, and that all people should thereby be, at the highest level, a well-structured and harmoniously lively Mankind. The Demand for the One Eternal Right is therefore directed at the individual human being as well as at all basic societies: every individual, every family, every friendship, up to the mankind of every heavenly body, and, at the highest level, to all mankind, should provide all beings, including themselves, with due justice, and receive from all beings their own justice; and this providing and receiving should be considered in itself One organic Work. Mankind as a whole and its life as a whole life is in its essence prior and higher than all individual and all individual life in it: something similar applies to the rights of mankind in relation to the rights of all its individual members and parts, down to the individual human being; the mankind of the earth is One legal Person and its rights are One Right. Furthermore, just as mankind is One rich Inner Life of Members, →

=160= The Ideal of Mankind
→ and just as within it its inner persons and societies are subordinated and associated to one another, so too is the One Human Right to be brought to life as one structural system of law, which, imitating the structural system of mankind itself, contains within itself the subordinate legal spheres of all persons and societies of mankind, down to each individual human being, as its organic parts. Human law therefore contains, both in respect of what it has to achieve and what it has to receive in the universe through God, all subordinate spheres of law, which are subordinate and co-ordinate to one another both in terms of "Persons" and in terms of the "Inner Parts" of human nature itself, and which are to be brought to life in One Work of Art, as One Whole, so that the whole life of mankind as a whole and in all its inner parts is in accordance with the eternal idea of law in itself and in all its relationships to nature, to reason, and to God, so that it forms itself in One perfect Legal State, as One Legal Life. — So, if we call this all-round perfect legal life of mankind a State: then there should also be One State on every earth at the time of maturity of its mankind, and within it an organism of subordinate states, and it is a fundamentally essential part of their destiny that they develop into the unity of the state.
Every being in the universe shares with all the divine calling of making the law real in its own sphere and in its own way; to work so that it and all the beings with whom it is connected in life receive the full justice from itself and from all beings — so that its own life and all the life with which it is connected becomes a just life, and indeed a harmonious part of the One legal life in God. The legal state of all things, the One God-State and World-State, must itself emerge livingly in the life of God and of all things; his formative drive aimed at the establishment of justice is essential to God, to the world, and to each of its beings; all relationships of all beings towards one another must therefore be determined in such a way that they can satisfy this divine demand to form a lawful life. But the One Right demands that all relationships of all beings be determined in such a way that each of them, and that they all fulfill their purpose in all-round interaction, but that the formation of the legal life also shows itself as part of the determination of all beings: the law thus returns organically into itself and demands to be applied to itself; there is a right to make the One Right real, to form the One Right. This right to form the legal life itself is a right of a higher order in relation to the original rights, but it is itself a subordinate part of the One law, which can only become real as an organic whole. Mankind, as a whole being, for the sake of justice also has this right, as the right to form its legal life, its state. This state law of mankind is One, just as its work is the state, but →

 The inner working societies, as the One Work Federation =161=
→ it itself contains within itself a structure of individual rights, which corresponds exactly to the structure of the original human rights.
When we looked at the eternal idea of law, we found that man, as the most complete and essential being in God, has the most intimate and multifaceted share in God's administration of justice in the universe. Therefore, mankind's active activity for the enlivening of law is the most artistic, versatile and delicate, just as its legal life, or its state, as the living work of that activity, is all-encompassing and uniformly harmonious. The total strength of mankind therefore legitimately takes the individual direction in which it forms the state; the state is an essential and legitimate work of mankind, but only an individual one, subordinate to its entire existence. As we have seen, the individual human being should be just as active in establishing law as every family and every tribe, and even every active society of people; each in its own sphere, each free and independent; but in this endeavor, all should be socially united and subordinate to the higher personal whole, above all to mankind itself. And in the emerging state of mankind and of the state, every individual, as well as every higher subordinate person of mankind, has the right, in every way that is consistent with the organism of the One Right, to work towards the unity of men in order to complete the One Earth State in social art.
The One Law is in perfect harmony with the eternal and temporal essence of all things, and only in this way can and should all beings work to create the legal status, as is in keeping with their eternal and temporal peculiarities; they are therefore only bound to create all legal relationships in their entire sphere of life according to their own forms of life and laws of life, only in a natural way. Therefore, man and mankind should and can only create law according to the general laws of their inner life, which is virtuous in moral goodness and beauty. The establishment of the state of law is an essential part of human destiny, and virtue encompasses the entire destiny of mankind as a duty to carry it out in moral goodness; therefore, every well-ordered mind recognizes and feels it as a duty to be just and to devote all effort to ensuring that justice is realized everywhere, that what is right is done everywhere. But on the other hand, moral perfection is essential for the fulfillment of the law, and therefore there is a right to morality, namely that every human being, and most of all mankind, is placed in the conditions that enable them to perfect themselves morally. Moral striving also includes legal striving as an individual part of its domain; the one virtue also contains justice as a subordinate part; and the One legal life in God forms, as an individual part of its entire organism, the external conditions so that every →

=162= The Ideal of Mankind
→ person and every society of people, indeed all beings in God, in One life, can perfect themselves morally beautifully, according to the own legislation of their life. Whatever rights the law in general and the state law in particular contain in detail, they also contain the rights for morality, as for the perfection of the inner life, and are generally harmonious with the moral life of all things. The path to pure, perfect law never goes along the path of vice, but only along the path of virtue. And in exactly the same way, the work activity for the law is in balance and harmony with all other forces of mankind, with their aspirations for all other parts of their eternal destiny.
The artistic task of law, as we have seen, is addressed to every individual and to all basic societies, indeed even to every working community, and can only be solved in its entirety through general sociability. Just as law itself extends over the entire life of mankind, so too the life of law, that is, the state, on earth is only the work of socially united mankind. All people on a heavenly body should therefore unite in One Alliance for Justice, in One Covenant of Law, in which they should form the one earthly state, as one legal life on this heavenly habitation, in a sociable, morally free and beautiful way. This covenant and its work, the Earth State, are now the next subject of our consideration. And since we are considering the mankind of the earth in its eternal perfection, in its fully mature age, we want to first recognize the entire Covenant of Law and the Earth State in their essence, and indicate the knowledge of the individual parts of it as a whole.
We have clearly recognized the purpose of the Covenant of Law; it is that mankind receives and performs its internal and external rights, and organizes its entire internal and social life in accordance with the eternal world idea of the Covenant of Law. Everything human should encompass the care of the legal covenant, everything should be related to that idea and, as far as this relationship extends, should be formed in accordance with it. In order to clearly understand this definition of the Covenant of Law, we would have to set up its organism in all its inner parts according to the divine organism of the world and of mankind, unless this explanation would exceed the scope of our considerations. — The essence of law does not rest on the arbitrary will of mankind, of individual people, or of any other being, but rather on the unchanging nature of God, in the nature of things, and in the laws of life; the will of man is therefore not concerned with making anything into law, but rather with recognizing and implementing what is eternally and temporally right. The eternal idea of law is neither changed, confirmed, nor weakened by whether it is recognized or not, whether one person or millions view it; →

 The inner working societies, as the One Work Federation =163=
→ Individuals can surpass millions in their insight into the organism of law and, by communicating this, become its benefactors.
All individuals are members of mankind and, above all, of the One Kingdom of God, and so they are also members of the One God-state and the One Covenant of Law on Earth; they have a right to be so, and to participate in the administration of justice for mankind in a unique, just way; — all people therefore form the One Law Community on Earth. Everyone should know what is right, every person should be inspired by pure justice, everyone should work together in society to build the earthly state. However, the formation of the legal system in the state is a multifaceted work of art, which includes intimate knowledge of the essence and life of all things and of the entire life of mankind and all their interrelations. Consequently, the perfection of the legal life on earth presupposes a specific and multifaceted development of the intellect and of all spiritual and physical powers. It demands the blossoming of all social relationships of mankind with God, reason, and nature, and, based on this, requires a specific artistic practice and skill. It is therefore essential that the community should confer on a proportionate number of people the right to devote themselves exclusively to the formation of the state, to recognize the organism of law and to apply it to all aspects of human life. Those who have been entrusted with this venerable calling can be called chosen members of the legal association, state artists or state builders. Just as their work is unique, they must themselves form a whole, a well-organized society within the entire legal community of the earth, which spreads in individual, organically connected branches over all countries and peoples of the earth. The society of state-builders must not act arbitrarily, any more than the entire community, but it must represent the law of the community that it recognizes as necessary, and the community must freely recognize it and make it its own, and the state artists must then, in free artistic association with the entire community, organize and shape the entire life of mankind according to the eternal idea of law and according to the individual ideal of the mankind of this heavenly body, of this part of the world, of this people, of this tribe, of this family. The One Legal Community contains, in the natural gradations of the basic persons, the legal communities of all individual peoples, tribes, localities and families, which, although free and independent in their own territory, are nevertheless subordinate to all higher wholes of the Covenant of Law, in the higher areas of law, and follow their higher legal laws.
We must first consider the forms of legal formation or legal life in general, both those which belong to law in itself and those which are based on the nature of mankind as such. We recognized the idea of law in its sublime universality, as it is eternally founded in the nature of God and of all things, and thus asserts universal validity and →

=164= The Ideal of Mankind
→ all-encompassing necessity and independence. The rights of a being are based on its essence, on the laws of its life, on its entire position in the universe and, most of all, on God; on the fact that each being's own perfection depends not only on the perfection of its legal sphere, but also indirectly and partly on the perfection of all beings which are in a life union with it. This is the basis of the unique, universally binding power of law, which, independently of the individual life of each being, demands that each individual being receive and exercise its rights, for the sake of the harmony of the world and, above all, for the sake of the perfection of universal life itself. And precisely from this arises the right that all beings have on everyone else, that they compel one another to live a lawful life, and, as concerns humans in particular, the right to instruct those who are ignorant in the area of law, to patronize them in a just manner until they have attained knowledge and a pure, just will to grant them their rights at all times and in full, independently of their own insight, and to compel them to live a lawful life in a just manner, that is, in accordance with the organism of law and the entire life of mankind itself. This right to compel people to live in accordance with the law by legal means applies to every individual, to families, tribes and peoples, and to all mankinds of the heavenly bodies, so that they exercise this right and that it is exercised over them. This coercive right rests supremely in the "Person" of mankind, as the highest legal person in its sphere; but it is no more attained and confirmed by the majority and its arbitrariness than all law and every right in general; rather, it is absolutely independent of all personality, as such, and every subordinate person takes a proportionate, peculiar and essential part in it in his own area, but subordinate to the whole. But this coercion must be in accordance with all aspects of the law, as well as with the morality, the intimacy and beauty of all things and with the whole of human life in particular. For those who recognize and love what is right, this coercion ceases to be perceived as coercion, because such a person obeys the law as an essential duty with free will.

The necessity of law also extends equally to all beings. Insofar as beings are equal and in the same situation, they have equal rights; but insofar as they are unequal and in unequal situation, they have unequal rights; Everyone should receive their right, which is due to them by virtue of their eternally lasting essence, in a completely equal way, and according to their individuality and their individual situation compared to all other beings. Therefore, the law is also completely equal for all people, insofar as they are human beings at all, that is, insofar as they are and have in themselves the enduring essence of mankind at all times; but insofar as the universal human element is determined in a specific way in each person, then the law, which is generally the same for all, →

 The inner working societies, as the One Work Federation =165=
→ experiences peculiar determinations. The law is thus determined according to age, sex and status, according to the different situations of people in nature and in reason, according to the different social relationships which unite people at the highest level to the mankind of the same heavenly body and with the even higher whole of mankind.
— Just as the law is necessary in itself, so the people united in the Covenant of Law should keep themselves completely free from the influence of selfish inclinations, personal preferences, and all arbitrariness in the formation of the legal life: and just as the law in itself is open, pure truth, so too should the administration of justice be open, pure, free from deceit, lies, and fraud, and preserve the sanctity of the law unsullied.
From this also arises the Constitution which binds men into the One legal Union. It should correspond perfectly to the legal life itself and to the essential forms of law: it should be so determined that the One legal Life becomes a reality in free and beautiful social art, and that all the individual functions of this artistic practice move evenly and uniformly, harmoniously and beautifully, and at the same time unselfishly, truly and openly, as One powerful Whole.
On the basis of the eternal idea of law, the activity of the Covenant of Law in its individual branches can now be recognized. The first requirement, if law is to live on earth, is knowledge of it. Knowledge of the pure idea of the whole of law, and of the human law in particular, which can only be based on knowledge of the whole of human life on earth; indeed, since a real legal life is to be formed, this general knowledge also requires individual knowledge of every single person who lives there and his individual legal claims. From the general knowledge of law arises the general legal legislation, and from the individual knowledge, the individual distribution of rights to individual people and societies according to the organism of the legal law. — Life is constantly developing, mankind is constantly rejuvenating itself in its members; therefore this knowledge and the legal legislation and distribution of rights based on it must also be further defined in constant research and constantly applied anew to the living mankind. It is the responsibility of the elected members of the Covenant of Law to form this whole body of legal knowledge, to use the information provided by the entire community and to make this knowledge known to the entire community. However, this is not just about knowledge, but about bringing the law itself to life and establishing it by the entire community; the community therefore also has the right to constantly implement the recognized law and to carry out all actions aimed at this, and the Covenant of Law is at the same time a power that executes and exercises the law with compelling necessity, →

=166= The Ideal of Mankind
→ which in itself and originally belongs to the entire legal community. At the same time, this exercise, like the investigation of law, must be entrusted to the chosen members of the Covenant of Law, while each individual remains legally bound to promote the exercise of law in his place in a legal manner. In order to exercise the law in this way, not only constant knowledge of the progress of life is required, but also constant supervision of it in the area of the idea of law, and insofar as it is a legal life; therefore, the right to supervise the implementation of law, which, like the whole of law itself, extends to the whole of human life, essentially belongs to the Covenant of Law as the executive power. — Only those with a skill in the art [of law] have the right to exercise justice, and only they can attain this right in the Covenant of Law for the sake of the whole of the law, but in a legal manner. Because the community does not create the right to create the law, and hence also the right of the executive power, but because this right exists independently of all personality, it allows it to be exercised by experts, and is legally bound to allow it to be exercised only by experts — and although the community has the greatest natural powwr in its hands, invincible to any individual, God still rules over mankind, over every people, as well as over every individual, as the infallible judge, as the infinite, primordial just power, in whose eyes power as such gives no right to anything, justifies nothing unjust: because eternal law, like every eternal truth, is completely independent of arbitrariness and violence.
Furthermore, since the law should become a reality in a reasonable and natural way in moral goodness and beauty through an inner, free, just will, which is at the same time stronger than any individual external coercion, an important part of the work of the Covenant of Law is to socially inspire the eternal and holy law, to make the mind and heart receptive to it, and to sanctify the will to the law. The Covenant of Law must therefore work in this direction and form a well-ordered whole of customs, holy acts, and artistic representations of the law, in teaching and example as a social art exercise. In the meetings dedicated to this lofty purpose, all the fine arts should unite to form a living work of art, in which clear vision, inspiration, and pure will for the law are ignited and nourished. — Finally, so that mankind can continually develop its legal life, it is essential that the Covenant of Law educates the children for the legal life and wins their minds and hearts for the law in artistic educational institutions dedicated to the law, and also ensures that adults continually educate themselves in the knowledge of the law and in its practice. 

 The inner working societies, as the One Work Federation =167=
If the Covenant of Law is to achieve all of this, a whole range of goods must be left to it in its own right; all powers, all internal and all external conditions of its artistic life must be at its disposal, it must be able to move freely, beautifully and with dignity in time and place. Since without these conditions the right to form legal life cannot be exercised, the Covenant of Law itself has an indirect right to have these conditions granted to it; consequently, the needs of the state must be taken into account equally in the general legal distribution of goods among individuals and among all human societies.
Up to this point we have recognized the earth state as One Whole, without considering the internal organism of its individual parts, but this can now be easily presented to us in general terms. Because, in the unity of the earth state there are as many subordinate states and legal Covenants as mankind includes basic societies and working societies. The main parts of the solid land, as defined by nature, also designate the highest wholes of legal life and legal union, subordinate to the earthly state; but these in turn also include the individual states of peoples, tribes, and family associations, and although in our current usage the administration of justice within families is not called a state, it nonetheless forms an independent whole, subordinate to the higher legal spheres, and therefore deserves to be designated by the same name as those. The Rechtbund [legal union] of families is the firm foundation on which the entire higher edifice of higher states rests and gains strength; their legal life is the source of all higher states in the developing mankind, and in which the most precious rights of the individual are maintained and secured, whereby the individual is won to love and to the service of eternal justice. And so we have arrived at the individual human being's own inner administration of justice, which is in accordance with the higher administration of justice, of the family, of the family association, of the tribe, of the nation, of the league of nations, and of mankind, but is nevertheless free, independent and peculiar, because the law also permeates his entire individual, independent, free life, to which social legislation can never reach.
Thus we see mankind as a just citizen in the God-state, as a free artist of law who, in the spirit of God and in accordance with his eternal world order, makes law on earth a reality, so that it itself may also be worthy from this point of view of being accepted by God, reason and nature into ever higher wholes of world life, of becoming ever more intimately involved in it. — We already recognized justice as a prior general condition of love and of interactive life. Just as justice led us to love, so here the consideration of the Covenant of Law leads us to the view of sociability, in which mankind dedicates itself to love and to the interactive life with →

=168= The Ideal of Mankind
→ all beings, and through which it dignifies and sanctifies itself to be loved by God, by reason, and by nature.
The Devotion to God Covenant
Among the eternal inner forms of God and his world we also recognized the interactive life of all beings and the inner striving — love — for him. If all beings were not formed in the likeness of God, so that one is essentially present to the other; if each being were not conscious of its own limitations and at the same time of what is and lives above, beside and within it; if every being were not given its own sense of the external life of all beings; if there were not that inner direction of the whole being towards everything outside itself, from which love and interaction eternally arise, then all beings would be desolately closed in on themselves, and even God would not be able to unite their interactive lives. — This living state of every being, in which it as a whole being and in individual members and powers is internally directed towards external beings, especially towards God, feels love for them, and is in an interactive life with them, is what I mean by the name of Intimacy of a Being, and it is this state in which we now consider man.
Human intimacy bears the character of reason and nature at the same time; it is the state in which man recognizes his true nature, his true place and destiny in God; in which he sees his essential unity with God, with reason, and with nature, opens his understanding and his heart to the expressions of life of all beings, and prepares himself inwardly so that he becomes worthy of their love and capable of entering into a lasting union with them. The essential intimacy of man is his being and life in God and in all beings as organs of God, in which he strives to perfect himself and all beings as One Member of God's life, so that God and all beings become present to him and he reciprocally to them in every way: it is the drive to marry his innermost being with the innermost being of all beings in every way, full of heartfelt joy in the life and beauty of God and of the whole world, full of heartfelt sorrow at the incompleteness of finite things. Intimacy also encompasses the whole inner life, the whole inner self-formation, insofar as it is related to other beings. Only in God and his world are all things unique and powerful, and essential intimacy is therefore a source of constant self-strengthening. Thus love is a single expression of intimacy and its essential part, but it is preceded by the earliest acts of intimacy, that inner looking and seeing, that inner opening to external life; for love is the real striving to live together in one life with the being already intimately embraced, but first the loved being must be intimately present in the idea before its life can be lovingly accepted. Since intimacy moves the whole human being, →

 The inner working societies, as the One Work Federation =169=
→ it lives uniformly in the spirit and in the mind, in knowledge and feeling, in will and action; it is a peculiar animation and mood of all the organs and powers of human nature. Without knowledge of God and the world, there is only a dull longing in man; without a comfortable feeling, only cold enlightenment; without a strong will, only enthusiastic striving; without external action, only an inner, self-consuming fire. The whole man, spirit and body, with everything in them, must be equally directed towards God and the world if intimacy is to blossom. This blessed state, in which man vitally enjoys himself, God and all beings and heals in them, becomes more and more a state of intimate connection with God and with all beings, which equally encompasses spirit and mind, knowledge and feeling, will and action. Because intimacy, and the love born in it, is the inner condition under which God unites all beings with one another and with himself; it is therefore the inner condition of the union of beings and their interactive life itself; it continues throughout the individual's interactive life, causes it and maintains it in its part. We must therefore first recognize the intimacy of mankind and its inner sociability for intimacy in order to look at the place that mankind is constantly preparing for external beings to have social influences. Although intimacy is the inner life of a being with external beings, it is nevertheless based on independence, on the free development of one's own inner life, and constantly presupposes this; independence is in every social being, as in God himself, eternally the most precious, abiding in all time; it is not abolished by intimacy and in interactive life, but is confirmed, strengthened, harmoniously developed and perfected with all beings.
The eternal basis of the general intimacy of beings is God, and the intimacy of all beings is in itself, and for God, only the One Independence of God; the intimacy of all beings, including human ones, is and lives in God's presiding intimacy and love, which works from above through all his beings in all directions; the One Eternal Love of God is all love and animates it in itself, so that God may be One inner Life and the world One harmoniously beautiful Creation. But mankind, as the innermost being in God, which enjoys the complete image of God and holds within itself the harmony of all beings, is as a whole, and in each of its members, even in its indivisible members, in all individual people, capable of all-round and uniform essential intimacy: it opens itself upwards into God just as it does into reason and nature; spirit and body, individually and in their united life, are God-intimate, reason-intimate, nature-intimate and mankind-intimate; mankind, every one of its subordinate society, and every individual human being should embrace themselves and all beings in pure intimacy, each according to the level of their existence and life, and according to the relationship in which they stand with Him in the eternal essence and life of God. Human intimacy towards God, →

=170= The Ideal of Mankind
→ towards reason, nature, mankind, and towards all beings in them, is One Whole; no intimacy weakens or excludes the other, but all challenge, elevate, moderate, and enhance each other. The truly essentially inward-thinking human being recognizes and loves all things in every single aspect of their life, as members of the One Original Being and original life; his open mind is directed just as much towards the eternal as towards individual life; just as towards that which remains in all time as towards that which reveals the Eternal in time; he recognizes and loves everything as one being in God, and lives with everything as with a secondary being in God. All intimacy of man and mankind is intimacy with God, because everything that is, is in God, and because only God exists; yet, without breaking up this unity, we distinguish between intimacy with God, intimacy with reason, with nature, and with mankind as independent, as harmonious parts contained in the One Whole. For God is everything, as the one original being; he is the highest in himself, distinct above and eternally before all beings in him; furthermore, he is himself all beings, which he, as a whole primordial being, eternally creates in contrast to the highest, indistinguishable, within him; and indeed God is all his inner beings, insofar as they are independent and insofar as they are united among themselves; but finally, God is also the eternal union of himself, insofar as he is and lives above all beings, with all beings, in which coexistence of God and his world the life union of all subordinate beings among themselves is eternally and temporally founded. Therefore, in this fourfold relationship, the God-loving human being and the God-loving mankind are directed towards God: towards him as the whole, one, eternal, original being; towards him as the supreme being opposed to the world eternally created within himself; towards him insofar as he is his inner worlds or beings in their independent existence and life subordinate to the whole of God; finally, supremely towards him insofar as he himself, as the supreme being, is united with himself, insofar as he is all his inner beings, forever and constantly united in One life. So diverse are the knowledge, the feeling, the drive, the will, and the life of the God-loving and all-essentially-loving man and of mankind. The intimacy of nature, the intimacy of reason, and the intimacy of mankind together form a subordinate sphere of the one intimacy of God in man, which exists and lives not only in its individual parts, but first and foremost as one intimacy of God without and before the opposition of the whole and the parts of the divine being. Through this One, inner, harmoniously, rhythmically and organically enlivened devotion to God, man and mankind live in eternally predetermined periods of time into higher, indeed in all orders of temporal and eternal things, just as they become mature for this through God's loving cooperation.
But this blessed state, like everything that human life encompasses, is only acquired and developed by man in a human way, that is, through free inner growth, through thoughtful, powerful will, through conscious, beautiful art; soul and body, spirit and mind, intellect and heart, knowledge and feeling, all the organs and powers of man, →

 The inner working societies, as the One Work Federation =171=
→ must work together in a harmonious and melodious manner in order to give man and mankind the consecration and perfection of godliness. Only through man does the free human being reach God: his own life forces involuntarily drive and awaken him to form himself, to see himself, to gain himself, and then to grasp the world and God within himself, to lovingly dedicate himself to himself, God, and the world. God has given the divine to every being, especially to man as his most complete image, so that all beings find him in themselves as soon as they have penetrated to the clarity and fullness of power of their own life. Indeed, it would be against God's essence and eternal omnipotence if his beings did not rise to God through the inner life of power that God has given them, and in pure intimacy were not able to purify and offer themselves as a pure sacrifice to him and his loving influences from above. Every being's own essential is closest to itself, and its independent life is for itself, not for God, seen from its own standpoint, not from God's perspective, which is conditionally superior; its social life, however, is second to every being, and is conditioned by its own life; therefore man's devotion to God can only emerge from the ever-increasing perfection of his own, free inner life, first of all within himself; therefore man can only raise himself to God through himself and strive to live in God. If his life, with divine care and cooperation, has been so successful that he has found God within himself, if he has turned his own sphere out of his innate strength and in his original inner drive towards God as the eternal primordial light, then a higher revelation begins in him, eternal love works in him anew, God rises to him as the sun of his life and of all life.
Man's devotion to God is friendly and uplifting to his whole destiny; it pours joy and love and energy into his whole life; it is a blessed state, a constant force that permeates and beautifies the whole of man's life. But man is finite in his perception, in his inclination, in his will and in his action, and to this extent it is impossible for him to surrender himself completely to his devotion to God at every moment, in the same fullness, and with the same clarity of consciousness; it is, as it were, the higher soul of his life, his joy, his strength; he devotes to it periodically, and as often as his mind and heart prompt him, holy moments in which he, free from all individual actions, free from all one-sided strivings, raises his whole being to God, in order to see him and all beings in him, to love him, to examine his own life in the general harmony of the life of God and the life of all things in, with and through God, and to design his life plan in the perception of God and the universe. These exercises of devotion to God make God, nature, reason, and mankind present in man; in them the art is formed that he also makes himself present to God, reason, nature, and mankind →

=172= The Ideal of Mankind
→ in a god-like life and becomes worthy of being accepted by them into higher orders of life; the hours of prayer and blessed devotion become the birth hours of great, good and beautiful thoughts and actions; through them is perfected a pure, all-round, harmonious human life.
The devotion to God of every human being and its practice, his entire inner life in God, reason, nature and mankind is as unique as his purely human life; in it is reflected the the original nature of his thoughts, feelings, and will. — If people are now united through personal love in free sociability, in friendship, and in the union of their whole life, then the beautiful peculiarity of their intimacy with God is revealed to them mutually, they are permeated by pure love for one another, and the heartfelt striving arises to share themselves with one another as people who are devoted to God, to practice their devotion to God in a social, constant work of art. The family and friendship are the most original sanctuaries of social devotion to God; becase personal love opens up the innermost parts of the spirits and the hearts, and unites the living people as in One God-loving human being; they love God and all beings with One love, and together they receive the beautiful gifts of God's love in return, and in this higher life of love their mutual love is transfigured, made more beautiful, and strengthened, and every social bond wraps itself ever more intimately and firmly around them.
Just as several family associations of common origin in the tribe, several tribal associations in the people, several ethnic associations in the mankind of the earth form an ever higher human being with an ever higher, richer personality, as a creator of an ever higher, original life, so too are all these higher persons of mankind called to dedicate themselves to God and all beings in a unique devotion to God, to socially enliven their love for God, reason, nature, and mankind, and to make themselves worthy, as these higher persons, to enter into ever higher relationships of external sociability and interactive life with God and with all beings. God is reflected in the life of every single person, and how much more and how much more gloriously in the life and fate of the higher people, of the families, of tribes, of he nations, of the national associations and of earth's mankinds. All people, therefore, whose socially united life forms these higher persons, are called to unite in social devotion to God and, above all, to found One devotion to God Covenant on earth. Every village, every tribe, every people, every association of nations, every human population on earth should gather in common sanctuaries; present themselves as One human Being before God, before reason, before nature and before the mankind in the universe; they should see God together, inspire each other to love God and imitate God, and they should examine their social human life in the eyes of God and his world and arrange it in a way that pleases God.→

 The inner working societies, as the One Work Federation =173=
→ Just as periodic exercises of devotion to God are essential for the individual, families and friendships for their external and internal social perfection, so they are also essential for tribes, peoples and earthly mankinds; the devotion to God of these higher people is the place of their life union with the higher wholes of the world and with God: in it their inner and outer sociability becomes ever freer, more powerful, more beautiful, ever richer in the fruits of a perfect life. The higher bonds of devotion to God have a strengthening and beautifying effect on the social devotion to God of all subordinate persons and of every individual human being; the people's sanctuary of devotion to God offers a higher holy place for the devotion to God of tribes and families, and for the quiet devotion to God of every individual human being, so that in tribal and national devotion to God the devotion to God of families and individuals blossoms ever more beautifully and full of life. Yet the individual God-lover, as well as individual God-loving friendships and families, also have an upward, ennobling and beautifying effect on the God-lover of the tribes of the peoples and of all mankind. — The devotion to God Covenant of mankind is the most beautiful and firmest bond that keeps the whole of human life, which includes peoples, tribes, families, friendships and individuals, intertwined in One living Whole. — The practice of devotion to God is free, like man; pure contemplation of ideas, pure feeling, free holy will creates and maintains it, and forms the bonds of social devotion to God; and just as the life of mankind includes the life of the people, that is, the tribal life, family life, and the life of friendship and of each individual human being as a free, independent whole, so too in the One devotion to God Covenant of mankind the devotion to God of all its subordinate persons is formed in free, independent spheres, from the free social God festivals of the peoples down to the solitary prayer of the pious man in his quiet chamber.
All people are destined to be members of the Devotion to God Covenant of mankind, who live on earth and wherever they live together, indeed even all who have lived and will still live, are to be regarded and loved as members of a community of those who are devoted to God on this earth, as a member of the One eternal kingdom of God, because they are members of One God-devoted mankind. When the gaze of the intelligent human being rises to the mankinds of other heavenly bodies, to ever higher wholes of earthly mankinds and penetrates through all the heavens to the mankind of the universe, he is moved even more powerfully by the Devotion to God, the inner eye becomes clearer, the mind becomes purer and more sensitive to God and all beings in it, the God-fearing person lives in the contemplation of God as the One original Being, as the one love, power and wisdom, as the One original Life; and even if he is not yet granted a view into the real life of the higher whole of mankind, he nevertheless sees in the pure ideal of God the eternal essence of all orders of life in God and of mankind in the universe; he still knows and feels that the ways of God in the smallest as well as →

=174= The Ideal of Mankind
→ in the infinite, in the part as well as in the original whole, are equally wise, loving, beautiful and harmonious; he has the joyful insight that God is not educating and forming this earthly mankind as a solitary citizen of heaven, but that he will lead them into ever more intimate, more varied, higher and more blessed social associations with himself, with the spirit world, with the natural world and with the mankind of the universe, according to the measure of their ever-increasing inner fullness of life and godliness, and according to the peculiar form of their life. The society of all the people who live on earth and will live until the last day does not appear to him to be only on this earth, not just closed for this life, the memory of this earthly life is not chained to the annals and monuments of this earth, the bond of social life is not broken with this death: mankind appears to him rather as a free-living member of the kingdom of God. In every highly educated, vitally alive, God-inspired human being he recognizes the citizen of a higher world, given by God, not without a wise plan, from higher wholes of life to this mankind; and he hopes for a higher unity of life with good, virtuous people in a higher transfiguration beyond [the grave].
But the social life of those who love God on earth is already rich and intimately beautiful. In free, righteous association they see, love, and worship God, reason, nature, and mankind. A part [some of the members] of the association, following the innermost call of the heart, dedicate their whole life to the devotion to God, to divine contemplation, to the constant contemplation of human life in the light of God, in the light of eternal reason and of eternal nature. The community of God-lovers entrusts them with the beautiful calling of making God present to them, of forming and governing the social work of their God-lovers, with their own free participation, of ordering and directing the entire God-lovers' activity of the community. The bond that binds these chosen ones of the Devotion to God covenant with the whole community is free justice, reverence and love; they have and desire no other power than that of the true, the good and the godlike; they only act freely and openly on the spirit and mind of the community. The entire activity of the covenant works to ensure that God, reason, nature and all mankind become present to the mankind of the earth in their entire being in their independent life and social life, and that the latter develops its entire life according to the archetype of God and his life and kingdom, in the spirit of God, and in turn makes itself present to God, reason, nature and universal mankind for a higher love. First of all, therefore, the chosen ones of the Devotion to God covenant generate and bring to life the all-round knowledge of God, as well as of reason, nature and of the universal mankind as the highest world beings in God; knowledge of their eternal nature and life, in primordial intuition; knowledge of their real whole life, as it reveals itself in its reality in the senses of the spirit and body: — the covenant teaches the primordial whole and all of its parts, everything eternal and temporal, past, →

 The inner working societies, as the One Work Federation =175=
→ present, and future, in the light of God as God, as God's eternal and temporal self-revelation: everything that happens appears to it [covenant] as a part and event of the One divine life; it values and presents the own life of every individual human being and of the higher persons of mankind, and the history of all mankind on earth as a subordinate part of the life and history of the universe, and in it, it makes the ways of divine love and education clear. The artful presentation of these insights and beliefs is a major part of the social exercise of godliness; it is the essential basis of a life of devotion to God. With these views, the whole mind is filled with pure love for God, with a holy longing to live in him with heartfelt veneration and adoration, and the life of feeling presents itself free and beautiful, in the guise of all the arts, as One divine artistic Life of those gathered God-loving congregation, as a pure sacrifice of intimate love and joy. In the greater and lesser periods of earthly life, in nature, reason and mankind, the eternal love, power, and wisdom of God unfolds in the spirit and mind of those who are devoted to God in thousands of years, in years, months and parts of the month in human ages; the present God reveals himself in the periods of life of individuals, families, tribes, peoples and of the whole of earthly mankind; the rhythm of life awakens the mind and soul to divine admiration and joy, it draws people to God, to convivial, joyful worship and rejuvenation of life in God, and so, in accordance with the many intertwined circles of universal life, a well-structured, beautiful circle of God festivals and festive and holy acts is formed as the celebration of devotion to God, which opens and closes in periods that correspond to those of life itself, returning into itself; these are the days of joy and the hours of joy in which mankind gains greater knowledge, a more intimate love of God, and greater power and beauty. Yet, it is not this divine knowledge, not this celebration of divinity alone that fulfills the entire work of the Devotion to God Covenant: worthy and beautiful in themselves, they lead man and mankind to the divine perfection of life. When the eye of the mind sees God, when the heart, raised to God, is conscious of its purity, then man becomes present to himself in his divine dignity, then he examines his life before God, examines whether he has lived it in a way that pleases God up to this hour, and recognizes what he should do now in the divine spirit, in harmony with God and God's life, how he should organize and lead his life in himself and in all his relationships with mankind, reason, nature and God, in a way that pleases God, is like God, is morally free, just and beautiful. In sacred moments of divine celebration, the higher self-consciousness of the individual, as well as of families, tribes, peoples and mankind awakens; in these moments God's love creates purity, strength and harmony within the human being; in them God's individual life penetrates into the life of mankind, in them they become citizens of a higher world.

=176= The Ideal of Mankind
The life of mankind is a constantly growing whole, constantly regenerating itself in the individual human being; the devotion to God of mankind also develops on earth from its first germs to its highest fullness and clarity; the memory and the fruits of the devotion to God of the departed generations refreshes and inspires all those to come, and so devotion to God and the Covenant that is holy to it grow ever stronger, richer and more beautiful. For this to happen, the work activity of the Covenant has the sacred duty to educate every child from the tenderest age to pure devotion to God, and to establish institutions so that all devotion to God may mutually develop in society towards devotion to God, so that the blossom of the past may be preserved and handed down to posterity in an even more beautiful form. Above all, however, parental love ensures that the beloved children are brought up for God in the quiet, intimate circle of the family, and that they are won over to the Kingdom of God by setting an example of a life of devotion to God. For even the tenderest children are capable of true devotion to God; the expression of their divine mind and spirit has a peculiar dignity and beauty, and the social sharing of devotional teachings and feelings refreshes their innermost life, like the first rays of sunshine refresh the flower that opens before it. The tender seed of devotion to God, awakened by parental love, is then nurtured by the close friendship of the children, as well as of children and adults, and finally attains full strength and life in the sight of the devotion to God of the tribe, of the people, and of mankind.
Thus, mankind is destined to develop and live on earth as One Citizen of the eternal kingdom of God, and to be accepted into ever higher wholes of world life. However, the covenant with God is not made for this earth alone; its origin is higher than the earth, its fulfillment in periods of time which can only be measured by the lifetimes of the mankinds of entire earths and entire solar systems. And if we have not yet had the good fortune to see the higher whole of God-fearing life beyond this earth, then the God-fearing person still has the hope that one day this mankind on earth, and he himself over the grave, will receive the consecration of this higher life, and that God-fearing people from higher orders of world life have also entered and will enter through the gates of this earthly life.
If mankind is God-fervent and mindful of the universal essence in everyhing, if it leads its life in the spirit of God, then it will also receive the reward of the highest beauty, which is the divine image in the finiteness of every being. All creation of beauty is the fruit of God-fervent vision and creation, and we will now recognize mankind all the more clearly in its social striving, in which it strives to perfect its life according to the eternal ideal of beauty, so that the good, the just and the intimate may also become beautiful.

 The inner working societies, as the One Work Federation =177=
The Beauty Covenant
We recognized beauty as the universal, essential form of all living things in God, as well as inner perfection, justice and fervency; we found that all beauty is part of the One Original Beauty that is in God; we saw that man, as the most full-of-life being in God, is also capable of the richest, most versatile beauty. Within the limits of his being, man sees the eternal, pure idea of beauty as the finite, which imitates God and his eternal world order; he recognizes the relationship of the idea of beauty to all other ideas, and is animated by a pure longing to shape himself and all things freely according to the ideal of beauty. Everything that is God-befitting and perfect agrees harmoniously: the true with the good and the lawful, and both with the beautiful; but in order for man and mankind to perfect themselves in all respects, they must constantly devote artistic effort to the representation of each of these ideas and their harmony in life. Only in truth, in justice, in virtue does the beauty of life blossom, and what is contrary to the beauty of life is also at odds with what is true, just and good; even without the inner law of life being recognized, where it is found, contrariety of beauty indicates a deficiency, an error in inner life. Just as nature completes the human body according to all its laws and forms of life, so man should also develop his life according to the ideas of the true, the just, the moral and the beautiful, without dividing its unity, so that he embraces each of them with conscious, separate and at the same time harmoniously united efforts. Nature forms everything according to its laws, including its most intimate and beautiful work, the human body. Man receives it from her hands, his intelligent spirit raises it to spiritual beauty, and cultivates the pure natural beauty of the body himself; because the law of life of reason and nature is revealed to him, and the powers of the body are entrusted to his spirit by God, so that he can perfect the body according to the laws of reason and nature at the same time, and in this double perfection at the same time imbue it with the dignity of divine beauty. And the spirit of man also partakes of a similar double excellence, a similar peculiar beauty, in union with the body. Above all, however, man should bestow this highest perfection on his entire being and life, and the whole man should always hold his own life to the eternal model of beauty, examine it purely according to its basic features and laws, and develop it further, so that the beauty of his body and spirit unites in the beauty of the whole man. Man should view everything in the light of beauty, feel beauty in all beings purely and intimately, bring his life into harmony with the beauty of all things and with the harmonious beauty of the world, →

=178= The Ideal of Mankind
→ and perform it artfully, as a part of the One Inner Beauty of God.
Just as every individual human being, as such, is capable of creating all-round beauty in his life with conscious art, so this ability grows in all basic associations and in all working societies with the number of people who join together and with the number and variety of opposites which they unite in higher persons by wedding them together; but with this ability also grows the obligation that they strive to live in a free association in harmony with divine beauty. Mankind is richest in beauty, and therefore the most important is its general, free association for the beauty of life, which encompasses all people and societies. This independent association, which, as its inner members includes the beauty associations of peoples, tribes, families and friendships, as well as the aspirations of all individual people for the beauty of life, has the purpose of perfecting the whole of human life purely according to the ideal of beauty, as a beautiful work of art; its constitution is also in accordance with the forms of moral freedom and openness, justice, intimacy, and beauty itself. Just as the idea of moral goodness, justice and intimacy is infinite, so is the idea of beauty, and requires that a proportionate number of people, according to the distribution of people into all branches of human destiny, dedicate their lives primarily to beauty and make it their predominant calling to explore the idea of beauty, to consider God and the world, nature, reason and mankind in their light, and to evaluate human life in accordance with this eternal idea and, in this respect, to help perfect it in the area of this idea. These people dedicated to beauty are called to be the chosen ones of the Beauty Covenant; they are destined to be chosen by the community as leaders and rulers of all their social work for beauty.
Here, as with the working covenant previously considered, we see a similar picture of the entire working activity of this covenant. The first task of the Beauty Covenant is the social, ongoing research into the knowledge of beauty, its eternal idea, and its living individual appearance in the life of all beings, in the entire life of the earth, but especially in the life of mankind. Man should periodically devote himself to the pure contemplation of beauty and express the pure enthusiasm with which it fills him in a social way: therefore the Beauty Covenant should freely gather in dignified, uniformly spread over the whole earth, in which all kinds of beauty shines harmoniously towards him, to contemplate beauty, to proclaim it in free, pure enthusiasm — even in a well-ordered art life in the spirit of beauty. But the main task of its meetings is to awaken the individual, as well as all societies, to lead their lives according to the →

 The inner working societies, as the One Work Federation =179=
→ model of beauty. Therefore, the whole association must watch over the whole of human life — the people's association, the tribal association, the family and friends' association — to ensure beauty, so that the people's life, the tribal life, the family and friends' life is clothed in its own beauty. The Covenant of Beauty, like every individual, should examine everything that represents real life according to the ideal of beauty, design the life plan for the future in harmony with beauty, and guide the conduct of life according to the idea of beauty. Finally, since mankind is constantly revitalizing itself in its individuals, since it must also grow continuously in its sense of beauty and art, as well as in everything human, the Beauty Covenant as a whole and in all its branches must ensure that beautiful artistic skills and the monuments thereof are preserved for the descendants, that children are well-educated, and educated in terms of beauty, in terms of sense, understanding and temperament, and that adults mutually develop themselves socially in the art of living beauty. Finally, since the Beauty Covenant is an essential part of human destiny, every individual, every society and all of mankind has the right that the Beauty Covenant is also taken into account when all people, as well as all natural goods, are distributed within the whole of human destiny: the state, however, has to ensure that this Covenant also receives and maintains its social rights in the organism of legal life.
The Covenant of Virtue, the Covenant of Justice, the Devotion to God Covenant, and the Covenant of Beauty in their union
Each of the four basic forms of all life demands to be formed as an independent idea purely according to its own law, and to each of them mankind devotes independent effort in a union determined exclusively for it. Nevertheless, these forms can only be perfected simultaneously, only in, with, and through each other, only in mutual union, and only in their harmonious development is life perfect in form. These basic forms mutually presuppose each other in the same essence and are already in predetermined harmony. The moral perfection of man and mankind, if it is to succeed, requires a completely perfect legal state; it itself contains justice as a single moral disposition; the whole of moral life moves according to the legal law, and the constitution of the virtue covenant is itself a single subordinate legal sphere. On the other hand, the formation of a completely legal state presupposes a purely moral disposition; for whatever is to be achieved by people, they can only complete from within, according to the inner law of moral freedom; and although the idea of law →

=180= The Ideal of Mankind
→ carries with it a necessity which justifies external coercion in the still imperfect conditions of individuals and societies, a perfect state can only succeed if, in pure morality, law has become an inner disposition and its citizens dedicate themselves to justice with voluntary, pure love.
Virtue and devotion to God are in a similar relationship. Only when man embraces God, reason, nature, and mankind in pure vision and in deep love can he also recognise himself in his inner essence and in his inner independent work, to feel his dignity in God and to lead his life morally; for he recognises that in the law of his own life he imitates the eternal law according to which God himself eternally forms his inner life. In the same way, devotion to God is only possible in a morally pure heart; for only the virtuous person is similar to God in his own life: only in the sight of his own divine image is love and joy for God enlivened: and only the person who develops himself inwardly in a life of free strength experiences the effects of divine love in himself.
Equally related are the moral perfection and the formation of life, and of all things, according to the idea of beauty. If man follows the law of moral freedom, he forms himself inwardly in a godlike manner and thus takes on a unique beauty which is based on the godlikeness of forms; the moral sense is therefore in its essence a sense for the unique beauty of human life, and this sense cannot be animated except in a mind which embraces everything beautiful with pure love. — Beautiful in itself and related to all that is beautiful, the general moral life of mankind can only flourish if beauty pours out harmoniously over everything it encompasses, over nature and over the life of reason. On the other hand, if the creation of everything beautiful is to succeed, if man is to be a free and beautiful artist, it is required that he first proves his sense of beauty in his entire own being and life in moral beauty, and that the whole life of mankind moves towards beauty in accordance with the moral law.
If mankind is to form One legal life, it must live in harmonious devotion to God, to nature and reason. For God forms the One legal life of the world in himself; he is the highest legal person, the highest lawgiver and judge, from him comes all legal power, in his spirit alone, and in the spirit of the mankind of the universe living in him, law can blossom even in the limited legal sphere of each individual legal person. And the life of mankind devoted to God is in turn only possible at the same time as the perfected legal life on earth, which forms the external conditions of social devotion to God and makes of the life of mankind → 

 The inner working societies, as the One Work Federation =181=
→ the One life of all things in God harmonious in the realm of law.
The righteous life is also closely connected with the beautiful life. For in the perfected mankind, the whole righteous life is harmonious with the beautiful one; and the righteous one is only at odds with the beautiful one as long as it refers to a mankind that has not yet achieved moral beauty in its entire life. For justice is a single, eternal feature of the beauty of all life in God. The fine arts, in particular, are therefore called upon to glorify the human righteous life. On the other hand, the life of mankind can only take on universal beauty if it is perfected according to the idea of law, for law forms and maintains the health of all beings within their interaction.
Finally, the devotion to God is in just as essential harmony with beauty. Beauty is the likeness of form to God; devotion to God awakens and nourishes the sense of beauty, as of the God present in the forms of finite things; and where the sense of beauty lives in man, there it is of a divine sense. The Devotion to God is expressed in the adornment of beauty; the formation of all beauty is only possible in the spirit and mind of man who lives intimately in and with God; and devotion to God bestows the highest perfection and dignity on all beauty.
Life is so intimately linked to virtue, justice, devotion to God and beauty that this fourfold perfection of human life can only succeed in, with and through each other. Therefore, the four associations [covenants] dedicated to the basic forms should harmoniously unite their entire work activity, they should unite as if in One act, and should always be present to each other for advice and assistance; without giving up their independence, they should celebrate a true life association in a certain free-society state, in common assemblies, common festivals, common customs and sacred practices, and in all their free-social work activity. Each of the four basic form associations should examine the life of each other according to its own idea and help each other to achieve perfection in their field; mutual assessors should maintain this unity of life even in their separate, independent work: so that a harmonious enthusiasm of people for virtue and justice, for intimacy and beauty lives and works everywhere. — They also have, as a whole, branches of their whole reciprocally intertwined with each other: the Virtue Covenant has its internal legal society, which is a part of the Covenant of Justice, its internal exercise of devotion to God, and its internal beauty formation. Thus, each basic form covenant is a part of each other; and they all live a harmonious life united as One whole.

=182= The Ideal of Mankind
The whole Covenant for the Basic Forms
This interactive union of the basic form covenant is held within a common higher whole. For the basic forms of life are harmonious, complementary parts of the One God-likeness of form all life; they are the One godlikeness of all beings, in their essence and in their peculiar forms. They therefore also demand to be understood as One form, as One whole, and therefore to be formed also by mankind. Therefore, above the individual covenants for Virtue, Justice, intimacy and beauty, there is and lives a higher covenant for the One original form of life than their whole covenant, in which they are formed as its individual inner parts according to the same law. Every human being should rise to the point where he embraces the entire god-like form of his life with One love, with One diligence; and all human societies, and the mankind of the whole earth, should unite socially in a bond for the original form of human life, as the whole covenant for all its individual basic forms, so that virtue, justice, devotion and beauty are completed as One perfection, according to One Plan.
This covenant also encompasses the whole of mankind, because every human being should dedicate himself to the original form of life and harmoniously perfect himself in all individual forms of life. But it also demands that those who form it make it the predominant calling of their whole life and dedicate their mind and heart to it; this covenant also has its chosen ones, who uniformly embrace virtue, justice, devotion and beauty in One higher insight and love.
The working activity of the whole Covenant for the basic forms of life is primarily directed towards the knowledge of its own idea and its own history, and towards the uniform knowledge of all subordinate ideas of virtue, right, intimacy and beauty; each of these ideas is to be recognized by it in its own particular nature, in its independent dignity, and in its social relationship to the others. Then this knowledge is to be communicated to all people and all their societies in every way, and through a cycle of festivals and sacred customs and actions the mind and spirit of all is to be awakened and strengthened for the uniform completion of the one original form of life. Then the whole covenant for the basic forms should ensure that the entire life of mankind corresponds to its original form universally, that the entire life plan of mankind is designed according to it, that each of the individual covenants for the basic forms lives purely in its idea, recognizes each other in their own dignity and freedom, and, according to the higher law pronounced by the whole covenant, unites with everyone to form the harmonious interactive life, of which we →

 The inner working societies, as the One Work Federation =183=
→ recognized that it is essential to the inner perfection of each and every one of them. Therefore, the whole covenant should be in uninterrupted interaction with the covenant of virtue, the covenant of justice, the covenant of devotion to God, and the covenant of beauty: they should be mutually present to one another in all their work activity; the whole Covenant should have permanent assessors in each individual covenant, and each individual covenant has its own in the whole Covenant, who also conclude and maintain this unity of life for the independent activity of each of these covenants.
Just as the individual human being needs an education and continuous training of his mind and of his entire life, also in the area of the original form of life, so that he lovingly embraces virtue, justice, devotion and beauty as a harmonious whole; so, this requirement is also increasingly directed at every human society. The whole covenant for the Basic Forms is therefore at the same time an educational institution in its own field; it ensures the education of people and all human societies for love and the perfection of the original form of life, so that mankind may also be rejuvenated in its pure, harmonious love of virtue, justice, devotion and beauty, and may ever more intimately and beautifully absorb the divine image into the form of its life.
Thus, we have recognized the social activity of mankind, which is dedicated to the eternal forms of all life in God, to inner moral perfection, to justice, to devotion, and to beauty. Now the second sphere of the Work Covenant presents itself: that the society for science, for art, and their harmony, which is to be completed as a single structure, as for the basic works of mankind. This triad could be called the Basic Work Covenant, which therefore includes the Science Covenant, the Art Covenant and the Covenant for the Harmony of Science and Art, which we will consider first.
The Science Covenant
Science is the presence of God and the world in consciousness, as in a second creation of the mind; dignified and beautiful in itself, it is at the same time a holy force of all life that the mind creates, a primal force of the historical development of all things; its divine light illuminates the paths of life, and nothing has entered human life through the mind that was not there before and at the same time in scientific knowledge. Therefore, it is the sacred duty of the individual, as well as of every society up to mankind, to dedicate pure diligence to science and to complete it as the one fundamental work of its purpose.

=184= The Ideal of Mankind
We have already recognized the idea of science as a whole and in its main inner parts. It is one, like God: its infinite structure faithfully imitates the inner, eternal structure of God and his eternal life. Just as God is supreme as the One Primordial Being, at the same time as a whole above his inner worlds and as these worlds themselves; just as he unites the worlds and is the united worlds themselves: just as he is the One and All, eternal: so too is the highest part of the One Science, in which the individual sciences, like the worlds in God, are contained, the primordial intuition or primordial knowledge of the primordial Being as such; this knowledge is as little founded on any other knowledge as the primordial Being is on any being, or stands in a relationship of cause and effect with any external being, and can therefore be called primordial science. Then the eternal original opposites in God, in terms of content and form, can be recognized in the general theory of essence, in the general theory of form or mathematics, and in the science which considers essence and form in union; this second part of science therefore recognizes God as one, as many and many-one, or as the creator of the world, as the world itself, and as the mediator of the world; it is a rich area of the most profound knowledge, which is indispensable for the organic development of all subordinate sciences as their common basic science. Just as in God's eternal essence, nature, reason and their life sphere are the three highest spheres in God, so the One Science also contains three main sciences which complement its inner being equally essential and worthy: natural science, rational science, and rational natural science. Each of these three is itself organized in a completely similar way to the whole of the One Science, because its spheres themselves are formed in a god-like manner. The science, which considers nature and reason in union, contains as its innermost sphere of union the science of mankind. Furthermore, since nature and reason are not only in eternal life among themselves, but also with God, as above them, between these sciences there are also the science of the life union of God with nature, the science of the life union of God with reason, and the science of the life union of God with nature and reason united under themselves. Thus science, like the original being, returns to itself in all its aspects and celebrates in its own way the eternal unity and the infinite fullness of the original being. The object of the one science, as well as of every inner part of it, is further grasped in its eternal existence, then in its temporal, or temporally living, and finally in its eternal existence, and all of this again in a primal, eternal or ideal, and temporal or real intuition. Furthermore, the opposition between essence and form and their union, which was already evident in the original science, returns for each individual science, so that in this respect the one science encompasses the entire theory of essence, the entire theory of form, and the entire theory of formal essence. The all-encompassing theory of form or mathesis [science or learning] →

 The inner working societies, as the One Work Federation =185=
→ permeates the entire structure of science as an essential part and organ and sends individual branches to all of its members and organs, as it were like an individual vascular system. Science is just as diverse in its internal and external form. For it either progresses from the whole to the parts, or from the parts to the whole, or it combines both directions harmoniously; in which case the transition from the unconditional to the conditioned, as well as from the conditioned to the unconditional, from the temporal to the eternal as well as from the eternal to the temporal is possible and essential for the all-round perfection of science; and this determines its internal form. Its external form, however, is twofold, depending on the way in which it is represented and the means by which this is done; for it can be represented either as a purely objective, finished work of art, purely plastic and objective, without regard to the mind that creates or learns it; or as a work of art in the making, so that one can see how and by what means it comes into being and must be learned; or both forms are finally harmoniously united, penetrating each other; and in this threefold execution consists the all-round perfection of the essential external form of science. Science is just as infinite in terms of the means of representation. This is language in general: pure sign language for the eye, pure sign language for the ear; figurative language that imitates the sounds in writing, tonal language that imitates the lines of writing; finally, language for the eye and ear in union. The presentation of science is either bound or free, or both combined, that is, it is either ideal or real, or ideal-real, as it were, either plastic or musical, or both at the same time. Finally, if we look at the spiritual power that forms science, science is created as the work of one person, or of several, or both at the same time, and if as the work of several, its form is either epic or dramatic and dialogical, or again both in harmony. All this, however, determines the external, general form of science. The science presented reflects both the individuality of the creator and of his objective perception, which gives it an infinite charm, an eternally fresh beauty that reconciles us with the finiteness of human knowledge; for the finite mind is capable of knowing organically, progressing evenly in all directions, and of knowing what it knows with complete certainty, but only God can see the infinite infinity of the One Science. The more a person knows, the more clearly he discovers what is hidden from him and what he can and should first investigate. And what cannot be seen with clarity and undoubted certainty in itself, either for eternity or for a certain period in the course of life, dawns in a gentle, heart-uplifting light before the eye of the mind, like misty stars in the clear sky.

=186= The Ideal of Mankind
Science is the One infinite fundamental work of the One reason: which it develops through the infinite spiritual world in its eternal life. In pure reason too, science, as the work of pure spirits, encompasses all beings and their lives, including nature; however, pure reason cannot look into the individual life of nature unless God unites spirit and body with the bonds of life. Just as all things become present to the pure spirit in inner consciousness as knowledge, so too all beings, God, reason and nature, are reflected in the senses of the body and become present to the natural force that forms the body, just as they are present to the spirit in conscious knowledge. Only mankind stands in the blessed midst of beings and powers, raising the senses of the spirit to the inner life of pure reason and up to God, peering through the depths of the heavenly structure with the senses of its body and seeing God in it; and that everything that the senses of the spirit and the body perceive is reflected and penetrates intimately in one another, so that man can draw the One science, according to One idea, from all sources of knowledge, and see the entire being and life of God in the interior of all beings. All people in the universe are truly One being in spirit and body, which is united and held together from reason and nature by the One power of God, with One love. Every independent individual life, which eternally precedes all life in time and remains eternally through all time, all indivisible spirits and bodies and people, which are destined to unite in free, beautiful sociability into One life-rich being, and to represent this original unity in individual life as well, is first formed in this primordial unity. Everything that contains within itself the life of the One, whole of reason and nature and forms it for eternity can only be achieved in its entirety, in perfection and in its original beauty through the social striving of mankind in the universe and speaks to every human heart as an essential task of the original striving. Therefore, science also announces itself to every human mind as a worthy object of pure effort, and every human being who has achieved a clear awareness of his eternal nature and of his eternal destiny sees and feels that his own striving for knowledge, even considered as an individual one, can only succeed if he unites socially with the members of his family, his peers, his tribe, his nation, his mankind to develop science, and thus absorbs, within the limits of his nature, all knowledge that is the work of the God who is active in all people around him and of the nature and reason that live in all of them. Now, if in the harmoniously united striving of all individual people, whom God unites in the same heavenly abode, ever higher scientific researching people are formed; if these higher people unite in scientific research at the highest level into One whole mankind on earth; when this human society of the One heavenly dwelling place is refreshed, strengthened and elevated in its constant rejuvenation by primordial living spirits, which were great and divine in →

 The inner working societies, as the One Work Federation =187=
→ the mankind of other heavenly bodies: only then can science on one earth attain the height, fullness and clarity of which it is capable according to God's plan for the world — only then can it become a faithful counterpart of God and his life.
All people can and should strive in their ever higher basic societies to develop science and to perfect science as a work of this earthly mankind; — everyone, whatever the main occupation of each person may be. Everyone should participate in the research itself, but even more in the results of social research. This opens up the idea of One Science Covenant on earth, in which all people develop the whole of science harmoniously, so that it is perfected in content and form as a single structure. In this one union, which encompasses all people, all the scientific endeavors of all subordinate basic societies are contained in an equal and well-ordered manner, right down to the scientific life of each individual; in it, as a whole, even individual endeavors gain depth, fruitfulness, poise, and all-round uniform perfection.
All people are members of the Science Covenant and take part in its work, each in his own way and according to the needs of his life. However, in order for science to flourish in all its power and beauty, a relatively large number of people must devote themselves predominantly to the development of science, so that it becomes the first vocation of their whole life. These science-formers, themselves part of the entire community, are in contrast with the rest of the community, which only needs to know what has already been researched, because they devote themselves predominantly to science. Their deeper and richer insight, in terms of knowledge, puts them above all other people and human associations. They are therefore called upon internally and externally to lead the Science Covenant as its chosen ones, to devise its constitution and to lead and govern its entire life, its entire activity. The activity of the chosen ones and the activity of the entire community are intimately connected with one another and work towards the great goal of completing the One Science, of making the Primordial Being and its worlds present to all mankind, and of making the light of knowledge illuminating the path of life for all people.
The Science Covenant has its own peculiar constitution, which is based partly on the nature of its work, of science, and — partly on the laws of human powers, through whose social activity science is to be formed and introduced into the life of mankind, of nature, of reason and God. Therefore, in addition to the general forms according to which every universal human society →

=188= The Ideal of Mankind
→ is formed, there is here in particular the law of free research, free communication, examination and acceptance of what is communicated, which is an indispensable condition for science to flourish happily and bring forth the fruits of life. Every individual should be able to think freely and freely communicate his thoughts through any legitimate means of expression. Everyone should be able to freely express themselves about what is communicated, to freely deliberate, to freely accept or reject it, and no other active society, neither the Covenant of Justice nor the Devotion to God Covenant, should restrict or rob the Science Covenant of this right. The nature of science itself demands that it be formed according to its inner laws, which are the laws of God and of the world itself reflected in knowledge; and that in its construction, where it is concerned, all arbitrariness disappears. And since science is infinitely infinite in content and form, not everyone whose first calling in life is science can explore it completely, in all its parts, in an original and creative way, but even the members of the science covenant can only hope to develop it uniformly and adequately in a sociable, uniform distribution of all those who create science into all its inner members. Every person who has created science has freely chosen to take on a clearly defined part of science for his own cultivation: but it is precisely from this that he has a duty to fulfil this calling, so that through him the whole may be formed, maintained and promoted, which is more glorious than his individual part; but society thereby receives the right to insist that everyone fulfils the scientific calling he has chosen for himself; the society of the chosen is obliged to teach each individual from among its members, to place him in his scientific calling, and also to promote the free development of his own individual effectiveness: and the individual feels the sacred duty to share with the union, out of his own free will, what he has first learned as a ray sprung from the general source of light for common property, so that the kingdom of truth, and thereby the kingdom of mankind and the kingdom of God on earth, may increase and be strengthened. The whole activity of the scientific community is aimed at developing science, at making its idea complete, uniform, universal, and real in consciousness as the work of mankind. For this to happen, the idea of science must hover before those who form science; their inclination and their basic drive must be directed towards this idea, and they must actually carry it out with social diligence; mind, heart and energy must be completely devoted to science. The idea of science is, like science itself, infinite and an object of constant research; it is presupposed when science is to be formed, although it is itself only a subordinate part of the whole of science. The thorough and complete knowledge of the essence of science is therefore in itself and in the knower not the first knowledge in time, but the self-certain knowledge of the original essence is the first knowledge in which all other genuine →

 The inner working societies, as the One Work Federation =189=
→ knowledge is formed: yet for the spirit forming science, as such, the knowledge of its idea is the most important; the clearer and more completely this idea is seen, the more comprehensive, uniform, richer and more beautiful the science flourishes. Now, the idea of science itself, combined with the knowledge of the spirit that forms it and its laws of life, forms for the researcher One Higher Whole of knowledge, in which both the plan of the structure of science itself and the plan of research are designed according to its general laws and rules of art in its individual progress. Without this science about science, the structure will be uncertain and inadequate, and research will swarm lawlessly; but in, with and through this scientific doctrine, the architecture of science will also flourish, and its structure will rise on solid ground, complete, harmonious and beautiful. But science can only be successfully developed if the whole person, with all his soul and all his mind, is directed towards it; those who research science should therefore always maintain themselves and the whole community in that deep enthusiasm directed only towards the truth, in that selfless longing through which man alone becomes capable of researching truth and of absorbing the communicated truth into himself. Therefore, social enthusiasm for the truth and for the investigation of it is essential for the Science Covenant: the meetings of the Covenant should resound with the praise of science and the pursuit of it; and all the fine arts should unite in a pleasant and intellectual artistic life in order to present to all members the truth, formed as science, in its dignity and beauty, and to ignite a pure, powerful enthusiasm for it in all hearts. The rhythmic periods of the life of nature, of the life of reason, and of mankind, as it unfolds on this earth, in the face of the universe; the various ages of life of individuals, families, tribes, peoples, and mankind, united with the memory of all to whom science owes its higher development, all this and more, calls on the Covenant for a periodic set of festivals of science, or of truth, which always win all men in love and joy for science, and unite the mind and spirit of those called to the development of the One Science.
The innermost area of activity to which the Science Covenant is dedicated is research, collecting, shaping, preserving, communicating and applying science. Research develops and progresses according to a plan that is socially designed in the view of the idea of science and its parts and is freely accepted and constantly continued. Insofar as people unite in the Science Covenant, as a whole, or in its individual parts, as individuals, families, tribes and peoples, in order to form the One Science, they must first allow themselves to be guided purely and simply by the objective organic principles of science and →

=190= The Ideal of Mankind
→ by the eternal order of ideas and of life; science must always be before everyone's eyes as an organic whole. Every science should be formed in the right place as a whole, independently and in harmony with all others; the eternally identical archetype of science meets us in each individual in an individual form, and the basic laws of the structure of the whole of science apply to each individual with further provisions; the scientific formation of science itself follows the eternal order of ideas and life precisely, uninterruptedly, without distortion; it draws from all sources of knowledge, without confusing them or allowing them to flow through each other without character, and unites them according to harmonious laws. All those elected to the Covenant divide themselves into the entire field of science with free choice of profession, and now research, each individually for himself, as well as all in a social union as family members, as friends, as tribesmen and peoples, and as members of the Science Covenant, legally united in its assemblies. But everyone presents to the association publicly for free examination and acceptance what has been researched in isolation. Everything that results from solitary and social research is constantly and periodically brought together into a whole, in that it is valued in content and form according to the idea of science and the essential necessary progress of its development. However, what has been collected now needs to be combined and shaped in a specific, correct and beautiful form in a social structure, so that the entire result of human research can be viewed as a whole at a glance. Only in this way will it be possible to find the next essential and indispensable tasks, to plan the next research at any time, and to distribute the next tasks evenly and uniformly among the workers. It is also important to preserve the knowledge acquired in writing and images, and to spread it harmoniously across the whole world. Science should then be presented periodically, so that it penetrates every person. In the assemblies of the Covenant, all-encompassing, consistent and periodic presentations of all kinds of everything worth knowing should be given, with the Covenant's elected representatives being the performing artists. However, those insights which are essential to every human being, as a human being, and indispensable for a perfect life, and which can therefore be called universal human truths, should be presented generally, and indeed most often and most emphatically in every way in the Covenant's assemblies, so that they can illuminate the lives of all. On the other hand, the insights which are particularly important to both sexes, the different ages, classes, peoples, tribes, families, friends and individuals must also be impressed on the right people at the right time and in the right place. All should share in the fruits of scientific research as everyone else, and each in his own way. A love of science, a scientific spirit should inspire all.

 The inner working societies, as the One Work Federation =191=
The whole of real life is the essential object of scientific knowledge, which, in the whole of the One Science, looks at all things in their nature and in their place in the world as a whole — and therefore, also the life of mankind. This deserves to be fully researched in its entire temporal development, as part of the One Science, from a purely scientific perspective; for this reason alone, the Science Covenant, and especially its chosen members, should research the entire life of mankind, as it was and is. But this life develops through the free work of people, according to the ideas of work and the understanding of purpose, according to which the will directs the free power of action. But the freedom of man consists in the fact that he sees the eternal essence of things as their archetype and, starting from each moment of time, creates reality according to it. Man determines his activity according to the knowledge of the work to be produced through it; just as knowledge is a mirror of the world, so the life and work of man and mankind is a mirror of their knowledge; and knowledge therefore confirms itself to us as an essential, creative primal force of all human life. — This insight also falls within the whole of the One Science, with it science receives a new healing, the creator of science a new consecration, and the scientific association [the Science Covenant] a new calling: science becomes venerable as the light of life, the scientific researcher consecrates himself to the art of living, and the scientific association takes up the calling to radiate the light of science into all paths of life. The scientific assessment of everything real according to eternal archetypes and the scientific insight into what is to be done now in order to satisfy the eternal nature and the life laws of all things is Wisdom, which is therefore an essential and sacred part of the One Science. The Scientific Association [the Science Covenant] must therefore work in all its subordinate parts and persons so that the eternal idea of mankind and its life as a whole and in the general structure of its parts is recognized by people as far as possible, so that pure love warms people in the light of this knowledge and powerfully drives them to temporally express the eternal dignity of these ideas in living beauty. Furthermore, the attention of the members of the Covenant, especially the chosen ones, must be directed, as if with an unblinking gaze, to the entire development of human life, to everything that happens, in order to recognize what is real, to judge it freely according to eternal ideas and the inner laws of life, as well as according to the artistic laws of individual development; in order to recognize where the real is still incomplete, flawed, impure, unformed, deformed, and therefore contrary to human nature, and where it is in accordance with the complete, perfect, pure, developed, well-formed, that is, with what is worthy of man. The result of this examination, however, deserves to be continuously formed as part of the One Science, incorporated into its whole and openly communicated to the common people of the covenant, but especially →

=192= The Ideal of Mankind
→ to those who are directly concerned as acting persons, and to be made known in every way. But if the scientific community is scientifically familiar with the eternal and the temporal, and has formed a correct appreciation of the present by comparing the two, then a new, double knowledge opens up to it, as it does to every individual who is native to this level of science, which appears as the highest peak for life itself and as the most glorious prize of all science: it recognizes what is to be done in the whole and in all parts of human life in all places, and in the whole sequence of the future, by mankind walking in the light of eternal and historical knowledge; but for the not yet mature ages of mankind, it also recognizes what it will probably do and not do in the world limitation that encompasses this human life individually and which can only be resolved gradually according to divine laws, with the cooperation of God and all beings, and how, accordingly, with regard to this still ongoing limitation, the present plan of life must already be designed and maintained. Just as science encompasses eternity and all time in one, so it also gives its devotees the ability to advise, which, while respecting freedom, drives people to good, and to predict, which, while illuminating the future paths of life with the light of science, is conscious of human limitations and, in pious love and modesty, fully recognizes God's love and omnipotence. And indeed, this holy office of the science covenant of mankind to advise and prophesy cannot and should not be limited to general matters, but should penetrate into the full, fresh individuality of life; it should extend to all peoples, tribes and classes, to families and friendships, in general and in specific matters, down to the individual human being, whom it should always encourage to investigate his whole being and life according to the teachings of wisdom, according to the situation of his friends, his family, his people and his mankind; and in specific cases to give him advice and prophecy about his future. This wise advice and prediction, however, does not intervene violently in the workings of forces, but gives free cause to open the eyes of truth, and calmly awaits whether the eternal power of truth in man will work its way through into life; it protects freedom, and indeed makes true freedom possible through the perception of ideas, of reality and the laws of life. Thus, the Science Covenant should reflect God and his world in the consciousness of mankind, as One human being, and refresh the life of mankind itself with eternally young knowledge.
The activity of the Science Covenant finally comes to an end and returns to itself in the education of young people in science and in the constant, all-round training of adults in it. Indeed, the art of educating mankind, as well as of the individual, has this Covenant to thank for the most essential thing, →

 The inner working societies, as the One Work Federation =193=
→ the science of education, which can only be developed within the organically developed whole of science. Instructed in the monuments of scientific past and present with systematic art by the Science Covenant, the living generation strives ever higher in higher love and in increasing enthusiasm: science flourishes and life reaps its ripe, beautiful fruits.
The time, the place, and the goods which the Science Covenant needs for its entire activity, it is entitled to receive for itself, in the general distribution among all branches of human destiny, in proportion to all other human things. But among the external goods, worthy places of assembly, as temples of truth and dwellings of science rhythmically and symmetrically distributed over the whole earth, collections of scientific monuments of all times, and the external conditions of scientific education and training, are the most important.
Thus united, the mankind of every earth can fathom the highest and deepest things in God and the world, to draw lessons and previews of their life in the fullness of knowledge of the universal life in God; thus the individual can also penetrate to the pure light, to infinite fullness, to the uniform and beautiful formation of true knowledge, in which his spirit is transfigured into the image of the divine spirit, his life into the likeness of the divine life. Mankind and man continually receive new, intimate opportunities for more faithful, higher knowledge of the love and life of God, reason, nature and extraterrestrial mankind; thus, human science blossoms simultaneously as the work of God, of reason, of nature and of the higher mankind, and mankind freely and lovingly accepts the revelation of higher life with growing prudence in ever clearer, inner vision.
This is the social work on the One fundamental work of mankind, on science; but equally essential, sacred and great is the social diligence in art, which, united with science, completes the fundamental work of mankind; therefore, the Art Covenant now demands that we consider it with the same care.
The Art Covenant
Just as man is eternally striving to make God and the world present to himself through thought in scientific knowledge, he also loves to create poetry for everything individually according to eternal ideals, according to ideas, and to shape them freely in an all-encompassing art. It is the One rational activity, the One free action, which unites the ideal and the real into knowledge and works of art; →

=194= The Ideal of Mankind
→ therefore, science and the world of art, like reason and nature, stand opposite each other, determined and ready to unite their essential opposite into One life. Every artistic endeavor, every work of art born from it, has eternal value in itself; but just as science returns to life, so too does art influence life on all sides, as a holy power, to shape it in a godlike manner and to perfect it as One work of art. To elevate art, to cultivate the sense of art, to work with all our strength so that the One all-encompassing art, as a healthy limb of all the individual arts, creates the One art life, the One art world, this is the sacred duty of every individual, of every basic society; it is therefore essential for the perfection of human life that everyone unites in One Art Covenant on earth.
We have also previously recognized the idea of art as a whole and in its main parts. The art that mankind practices is One, just as the entire area of its existence is only One; but it is an infinite structure of individual spheres of art, infinite in its subject matter, in the way in which the ideal and the real are wedded in it, infinite in its inner and outer form. The world of ideas reflects God and the world in their entire existence; and rays of the entire life of God, reason, nature and mankind shine into the senses of the spirit and body. The poetic spirit relates this entire world of the living, which it reveals to man physically and spiritually, to the world of ideas, breathes its free life into the individual, and forms everything around it, as far as its life forces reach, into a human work of art, not without harmonious cooperation with God, reason and nature, and with the greater mankind. If the living thing to be formed is contained in pure reason, then it is a work of pure rational art, in the world of pure poetry: if, on the other hand, a purely natural living thing is the object of artistic endeavor, and the spirit, united with the body to form an artist, forms it into a work of art, then a work of natural art arises; Finally, if what is to be artistically created is taken from the sphere of union of nature and reason, a work of rational natural art is created. When the whole of natural life is reflected in the spirit, and then the free imagination of the spirit is directed towards it, it is reborn in the spirit as a work of free poetry. On the other hand, the whole of rational life is reflected in nature in a similar way: the whole inner, pure and free rational art becomes an external one; the purely spiritual inner works of art emerge into the physical world. These two spheres of art are also reciprocally absorbed into one another and reborn through one another. In general, each of the art spheres considered shows itself in its being and activity to be both pure and independent, as well as sociable with every other, and at the same time in common activity with all the others.

 The inner working societies, as the One Work Federation =195=
If we look at the way in which the real is wedded to the ideal in all these spheres, we notice the contrast we have already recognized above, which we previously described with the names of intimate and beautiful, real and ideal art, and which we saw united in the intimately beautiful or harmonious arts. Beauty is the form of God, the image of God in finite form; it is part of every life and is at the same time the object of free, independent striving; every work of art, both ideal and real art, is capable of beauty according to the level of its being and life, and should be created according to the laws of beauty; where the law of beauty freely governs the work and everything is subordinated to it, then art is primarily beautiful art. Another contrast appears when we consider the work in terms of its external purposefulness: if it is created purely for its own sake, so that it is free in itself, then the art that creates it is free, and it is itself a free work of art; if, on the other hand, it exists only for the sake of something external to it, not so that it is part of it, but so that it serves the life of others as something external, then the art that creates it is not free, namely bound to the fulfillment of use, and it is itself a useful work of art; the needs to which the useful arts relate, however, are based partly on the permanent nature of man in all time, or on his temporal state, which is changeable and transitory according to the ages of the individual, of every basic society, and most of all of mankind; finally, if a work exists both for its own sake and as something useful, then the art that creates it is free and bound at the same time, and the work of art is a freely useful one. That subordinate beings serve higher beings, sustaining and giving life — that they are useful, in this they themselves are transfigured, raised higher, and their essentiality in the whole is confirmed; that things of equal rank mutually promote life without giving up their free independence, which is higher and more important to them than their usefulness — in this way they prove their higher origin in a common higher whole and approach loving union; that finally higher beings serve lower ones, in this way they recognize the lower as being of the same essence as themselves in the eternal primal being, and draw the lower up into higher harmonies of the world; that finally all beings are useful to all, that they mutually serve and promote their lives, this is a venerable monument to the eternal wisdom and love of God. Everything useful is sacred, because it promotes life and order in the kingdom of God. But the usefulness of things should not lead us to forget their intrinsic value, nor should the useful be confused with that which merely promotes the unjust, selfish ends of individual beings, nor should something be called useful because it creates pleasure. The striving to perfect the useful art in the broadest sense as One Art is therefore venerable, divinely essential to mankind; to be useful is everywhere a beautiful glory. Yes, utility is in itself in eternal harmony with beauty and with independent life; the more independent, the more beautiful a work, the more useful it can be. →

=196= The Ideal of Mankind
→ The useful does not consist in the beautiful, the beautiful does not consist in the useful: they are both all-encompassing, free, independent world forms that unite in One Higher Harmony.
Art is just as infinite with regard to the internal and external form of its works, and its works are either the works of one individual or the social works of several people, so that this difference is either expressed in the work itself or not: finally, an infinite field of means of representation opens up for art, which the science of art has to measure precisely in detail. But we now consider the artist himself, the human being and mankind.
Even the individual sees himself called upon to create a wide range of art; he feels compelled to develop himself and his whole life according to the idea of a work of art: but this longing exceeds the limits of his personality, the work of this striving exceeds his strength, it is impossible for him to devote himself to even several, let alone all, arts with great success; the art he practices can only flourish in the perfection of all others; he therefore feels compelled to unite with others in a social way to practice art, so that a whole of art can emerge in which his works can be glorified as individual parts — so that his own sense of art can be formed and strengthened, his artistic diligence awakened, and his artistic skill increased. Thus, within families, friendships, and all higher basic societies, as soon as they have attained a true, higher personality, a common life and striving for art develops; each of them behaves like an artist. But just as the infinitely infinite art is too comprehensive for the individual, so it is also too comprehensive for every family and friendship, for every class, tribe, people, indeed for every mankind in each of the dwelling places of the universe. The more the number of individuals increases, the more it is possible to practice one art in a universal and uniform manner; every finite number of people will take on an individual artistic character, they will predominantly develop one art or several arts. Even the fundamental differences of gender, age, character, city and country life are reflected in the choice of arts and in the peculiarities of the execution. Artistic diligence has just as many free, independent, subordinate and auxiliary spheres of its effectiveness in individuals, in families, in friendships, in families living together in one town, in tribes, peoples and in all of mankind. But since the essence of art and its practice is independent of the contradictions of the basic societies, but rather follows its own nature and legislation, this gives rise to the requirement that all artists unite purely as artists within those basic societies and apply free, independent diligence to the perfection of their art, which follows only the laws of art that arise from the nature of the work, →

 The inner working societies, as the One Work Federation =197=
→ or from the forces that create it. The reason for the closer unification into an art society is the equality of art, which the members are concerned with, and the opposite in this equality, which the united ones harmoniously develop in their works and in their activities. Since the individual arts are subordinate parts of One and the same Art, since several are united in One higher whole, since each art should live together with its opposite in One harmonious art, since, furthermore, only all individual arts flourish in, with and through each other as One art, like members of one body, so all art societies, united among themselves according to the same laws in ever higher wholes, must be, above all, One Art Covenant that encompasses all people and in which mankind appears as a truly personal artist who, in an art that equally encompasses all individual arts, forms One Art World in and around itself and completes its own life, as well as every life with which it works together, according to the eternal idea of One Work of Art.
The Art Covenant includes all people, because a sense of art, artistic diligence, and artistic perception are essential to every person, in and of themselves, and to an artistic lifestyle. Those, however, who dedicate their lives predominantly to art belong to the Art Covenant as its chosen members; without separating themselves from mankind, as the entire art community, they form the entire world of art in One art, in social unity with it, as its members chosen for this purpose. Distributed according to a socially designed plan into all areas of art, they create and work, well-ordered in time and space and in the use of energy, in solitary and social workshops of free and unfree, beautiful and useful art, on all works which the whole of human life encompasses and which are necessary for its dignity, beauty and health. The community looks at the works of artists, educates its audience, derives intellectual and physical pleasure from the artistic world they have created, and all of mankind, throughout its entire life, gathers and enjoys the fruits of all their artistic endeavors; but they themselves find the worthy, sweet reward of their efforts in the approval, in the artistic sense of the community which they themselves have formed, in the universal human refinement, in the benefit and joy which they spread everywhere through their creations.
The constitution of the Art Covenant is also based partly on the nature of its work, partly on nature and the inner laws of the forces that are to produce it. First of all, it must be in accordance with the general world forms of independent existence and life, of law, intimacy, and beauty. Then every person freely chooses art in general and a specific area of it; each person is also free to choose the individual art objects within the specific art area. But if he has made the choice and has been confirmed in it by the association, →

=198= The Ideal of Mankind
→ then he enters into a twofold restriction of his freedom that is essential to the higher perfection of human art; for he is bound to work within the chosen area so that the common art life and the social art world are not deprived of the part on which he had expected; he is then obliged to act in accordance with the artistic laws that flow from the nature of his work and his own powers. The internal legislation of the association is different, according to the different parts of the One Art, and indeed according to the different grounds for its division. Thus, the liberal arts, in their own nature and in their relation to human life, are entirely free, whereas the useful arts are, in many ways, legally bound; because the latter presuppose the distribution of all material property that nature offers to mankind throughout the world, but this distribution lies for the most part outside the Art Covenant, since it must at the same time be carried out justly and with moral goodness, in accordance with all the needs of human life.
The work of the Art Covenant is solely aimed at ensuring that the One Art on Earth flourishes and lives, and the individual parts of this work are formed in a similar way to that of the Science Covenant. No work of mankind can succeed unless the idea of it and its history, insofar as it already exists, are clearly known to man; therefore the Art Covenant strives, as a whole and in all its parts, to bring the eternal ideal of art and the world of art into vivid view, to clearly recognize the eternal essence of art in general, the essence of every sphere of art, and of every individual art in particular, and to determine the laws of every work of art, as well as those that lie in the nature of the person creating art. Then the entire area that is presented to art in the real life of all things must be measured, and the history of previous artistic endeavors of mankind must be formed and constantly brought to mind, so that an art plan, and in it what each individual art now has to do, can be constantly drawn up and further determined as human life advances. But knowledge is not enough to create art; mind and soul, the whole person, must feel permeated by a deep artistic drive; indeed, even when works of art are to be viewed, appreciated, and made effective for the refinement of the whole person, constant activity of the artistic sense and constant stimulation of the artistic feeling is essential, so that the viewer can mentally reproduce the work and thus make it his own. In order to awaken and maintain this general enthusiasm for art, and at the same time to fuel the desire for social art education, the Art Covenant requires a social exercise in which the nature of art, the deep and beautiful, the free and the useful, as well as the art of living of man and mankind, is taught and praised, the most excellent works of all kinds are presented, and the → 

 The inner working societies, as the One Work Federation =199=
→ artists are educated, rewarded, and encouraged by the applause of the assembled community.
As far as the practice of art itself is concerned, the first task is the design of the constantly evolving work plan, the determination and arrangement of all kinds of artists, and the uniform distribution of all work according to time and place, and the use of strength among them throughout the world. In the arts themselves there is a hierarchy of dignity, which is based on the hierarchy of the richness of life that the work unfolds, and on the hierarchy of artistic forces, according to their type, variety, intensity and harmony, from the all-embracing works of free, beautiful poetry down to the smallest useful handicrafts; this hierarchy, founded in the nature of the arts themselves, determines a similar hierarchy of artists as such; which, however, is not to be confused with the hierarchy of dignity that every human being acquires as a human being; because the dignity of man as an artist is only a part of this. Nevertheless, every art, as an organic part of the one destiny of mankind, deserves respect and honor; and the sacrifice with which a multitude of people devote themselves to insignificant artistic pursuits for the benefit of all mankind deserves all the more the love and gratitude of the others, and the community of the art covenant should joyfully show this respect, love and gratitude to the useful professional workers in its most solemn meetings. — Just as important as the distribution of the artwork among the workers is its management according to a common law, in order to achieve their common purpose, the one harmonious art life of mankind on the whole earth, and in all subordinate persons. All should unite harmoniously to create social works; one art should prepare the way for another, support and elevate the other, and unite freely with it; everything that the individual creates and creates alone should emerge into the whole, should glorify the whole, and everything that is common, and above all the whole, should have an uplifting and transfiguring effect on each individual. All works of art should be united in One art world, every excellent work of art should be recognized, presented to those living at the time, and preserved for posterity; in the periodic cycle of art festivals, artists should present their works before the eyes of the assembled community, so that the whole of artistic life is reflected in it. And since the life of the individual human being, as well as of mankind itself, should be completed as a work of art, it is the duty of the Art Covenant to freely examine and judge everything that human life offers according to the idea of the work of art, according to the laws of the art of living, and to always express the demands that art makes on the present and future life of mankind. — Finally, the artistic activity of the Art Covenant also returns to itself, in which it practices the art of educating the ever-rejuvenating mankind in the art, and of further training those who have been educated in it; the Art Covenant therefore maintains →

=200= The Ideal of Mankind
→ a general institution for education and training in art, but also as many special educational and training institutions as there are individual independent arts contained in the One Art.
The Art Covenant requires a rich organism of diverse goods for its life and work: above all, time, place and people to work, the things to be worked on, meeting places and art sanctuaries. These goods, like any other part of human destiny, are to be provided to it in the legal distribution of all goods according to the laws of virtue, justice, love, and beauty.
This is the general essence of the Science Covenant and of the Art Covenant, as they confront each other as equally worthy working associations. But science and art are made for each other, to mutually penetrate each other into One Life. We have already recognized this harmonious union of science and art in general, but now the social striving of mankind for this union demands that we consider it.
The Association for Science and Art in Unity
Like every individual, every basic society, and above all mankind, should create a harmony of science and art completely, uniformly, and in all its aspects, and perfect the whole of human life itself in science and art. The uniform interplay between science and art is essential to each of them for their inner perfection; because science in general, but especially empirical science, presupposes the art of freely forming the objects of perception and treating them artistically, whereas art requires scientific perception of its entire idea and of the essence in every work, and in the creation and viewing of every work of art relates the individual to the idea in a thinking manner. Furthermore, the creators of science need the peculiar, infinitely versatile art of researching the truth and organizing the recognized truth into a scientific structure; this art, however, is a subordinate part of the One Art, can only be perfected in the whole of art, and can only be acquired by someone whose artistic sense has been nourished, purified and sharpened by multifaceted contemplation of the entire world of art, of the works of the most diverse arts, and whose mind has been formed to revere and love the living and the beautiful. On the other hand, however, art also needs the science of art: scientific perception of the idea of art, of artistic formation, of artistic practice, of the ideas of all individual arts, and scientific knowledge of the object to be artistically processed are essential to it. →

 The inner working societies, as the One Work Federation =201=
→ Science should present itself as a living work of art, and art should be the living truth itself. Both can only be perfected when they work so closely together, hand in hand, and only in equal progress: every new piece of knowledge leads to an expansion of art, every expansion of art leads to an increase in science. This harmonious reciprocal relationship between science and art alone makes it necessary that science creators and artists, that the science covenant and the art covenant, unite in society in order to create this reciprocal relationship and to fulfil its demands. The art covenant should share its entire world of art with the science covenant and direct its attention to what can serve to form scientific views and to represent the recognized truth; the science covenant, on the other hand, should make the art covenant acquainted with all previously scientifically formed or newly discovered truth, insofar as it can be useful to art as a new art object, as a tool or as a power. — The art covenant should help to educate those who teach science in art, to research and develop science, and to examine and judge their research and development according to the idea of a work of art that is familiar to them. In return, however, the science covenant should support the art covenant in the acquisition of the art science, and examine and judge the entire world of art according to the idea of science and truth. Finally, both should mutually communicate the scientific or artistic needs that arise with the progress of human life, so that both can strive together and help each other to achieve a higher life.
But in the harmony of science and art, which the Science and Art covenants should encompass, something higher is required than their mutual expediency and assistance, which we have just recognized. Because, just as science and art should be harmonious and uniform in every human being, and should live in free interaction, so too should every higher person of mankind attain this perfection. Some people devote themselves primarily to science, others to art, and still others strive for equal excellence in both; but the same applies to families, friendships, family associations, tribes, nations, and, above all, to mankind, which itself as a whole is only perfected in that it succeeds equally in science and art. Therefore, in order to form this higher unity, which is more than each of them individually, the Science Covenant and the Art Covenant should unite harmoniously in their entire life and work, as in one act of mankind, without, however, giving up their independence. Therefore, both should have common meetings, common consultations, work and festivals, develop common customs and artistic practices, in which that harmonious spirit and that deep love is awakened, which equally encompasses science and art, →

=202= The Ideal of Mankind
→ and thus strive hand in hand for higher perfection: therefore, they should unite their highest social representations in a scientific and artistic, sublimely beautiful and festive whole. In their independent meetings, mutual assessors should make them present to each other, they should both jointly judge the whole of human life according to the idea of the harmony of science and art, and help to design the plan of life for mankind. Then in every individual, as in all families and higher persons, and indeed most of all in all of mankind, that intellectual and comfortable, freely living floating above science and art, above truth and life, will become real, then that perfect free interaction with oneself and others will be brought to life, in which we already found the uniform inner perfection of people and mankind.
Quite similar to the Science Covenant and the Art Covenant, their association also has a similar social constitution, the legislation of which is harmoniously combined from the legislation of both. The joint meetings and work, well distributed according to time and place, should follow and precede the independent meetings of each community. The non-elected members of the community are common to both; the elected members, however, unite without eliminating their opposing character. This community also requires a separate institution for education and training, a similar combination of the two independent educational institutions. The community also requires new property, its own community shrines for its more numerous meetings, equipped with everything that the social presentation of its works and the practice of its work activity require.
The Whole Covenant for the Basic Works
All things that are truly opposed to one another are contained within One common Higher Whole, in whose power they are both held and united into One Harmonious third. So far, we have considered the Science Covenant and the Art Covenant in their independence and in their mutual association, and now the whole, in which both are opposed to one another and are again united, demands to be recognized and equally defined.
Science and art are the two fundamental works of mankind, in both of them the ideal and the real, the archetypal and the individual, the eternal and the living are united in themselves and in consciousness: they are considered in themselves a fundamental work, as the intermingling of the ideal and the real, and man becomes aware of this as a task of life: their opposition and their union is eternally established through and in their →

 The inner working societies, as the One Work Federation =203=
→ essential equality. The same faculties and powers are at work in the formation of science and art, and in accordance with the same general laws. In both are present the pure perception of the primal being, the suprasensible perception of the eternal and permanent, and the sensuous perception of the temporal and living; the imagination is active in both; in both, people think, imagine, will, and act; only all of this in opposite directions, which harmoniously penetrate each other in the harmony of science and art, without, however, erasing their differences. If science and art are in themselves only One basic work, they also require to be developed as One work and can only succeed in this way. Therefore, the individual, like all basic societies, should grasp the idea of both as One whole; and all individuals should unite in all basic societies in order to complete the entire basic work of mankind, and in it, science and art in contrast and in harmony. We have spoken of the social striving for science and art in opposition and harmony; all that remains is to speak of the union for the fundamental work of mankind as a whole, the general union for science and art. The effectiveness of the union of the ideal and the real, before and above the separation into opposing spheres, is higher and more effective than that of science and art and their harmony. The community of the whole association also includes all of mankind, because every person should have this view and general education; the chosen ones, however, should have a harmonious, equal education in science and art, and must not allow the contrast between science and art to emerge in all their work. According to knowledge, the constitution is the epitome of what is common to the constitution of the Science Covenant and the Art Covenant.
The work of the whole association for the basic work of mankind is primarily directed towards the knowledge of the archetype, of the history and of its plan of work. This association should recognize the basic ideas of science and art, their true opposite, their equal dignity and essence, and present them to all people in uninterrupted teaching; through a beautiful artistic exercise, which consists of meaningful practices and representations, the sense, imagination, spirit of observation, memory, understanding, inclination and will, and the entire power of reason that reigns over all of these, should be awakened, won, nourished and formed equally for science and art. In the assemblies of this general association, both the Science Covenant and the Art Covenant should give an account of their work and receive their judgment, as well as the instructions for their next activity, according to the idea of the entire basic work; the general association should ensure that the Science Covenant and the Art Covenant grow uniformly in a completely similar formation of members; For this purpose it is required that the →

=204= The Ideal of Mankind
→ Science Covenant, the Art Covenant and their association have permanent assessors in their general association, and this in each of them, so that their life-related activities are uninterrupted. Finally, however, this union should also recognize and value the entire life of the individual, of the basic societies and, above all, of mankind, according to the overall idea of the union of the ideal and the real and give free guidance on how it should be developed uniformly in science and art, as one eternal entity. Finally, if the Science Covenant, the Art Covenant and their association demanded a special educational institution, this also applies to their entire association, which presupposes an education that neither science nor art can provide, because it lives above both. The educational institution of this entire association trains all the powers of the mind and body equally, so that they are then able to receive the special education for science and art. This association also requires special goods for all its valuable work, which should be taken into account in the general distribution of goods.
So organic, rich and harmonious is the social activity of mankind for its basic work: but equally formed is that for the self-work of mankind, for the formation of man and mankind into a being in itself and socially perfected in God. In this, mankind becomes an object to itself, it becomes its own work, and grows through its own conscious artistic diligence to an ever richer, more intimate and more beautiful life. This self-active sociability also demands to be considered with care and uniformity.
The Covenant for the Education of Mankind
Education of a being in general is the artful guidance of its inner life so that it grows in strength, directs and uses it properly, and expresses its eternal nature in time. Every being that develops its life within the limitations of the world needs education, because it celebrates its germination, emergence, growth, its highest fullness of life, its maturity, decline and death in recurring periods that are lawfully interwoven with the general life of the world. Every living being must therefore be oriented, as it were, according to the regions of its life in God, so that it develops its own inner life in lawful sequence and enters into all-round interaction with all external life. However, the necessity of education is not based solely on the external limits of life, but primarily on the internal ones and on the general laws of growth. For man, as the most lively and sociable being in God, the most artistic and versatile education is also essential; and it is a great advantage of his nature that he can prudently set his own perfection as a human being as his own goal →

 The inner working societies, as the One Work Federation =205=
→ and work on it with conscious, liberal art. The inner and outer limitations of his life are twofold, physical and spiritual, and those which body and spirit mutually impose on each other; because both can only gradually become integrated into each other and take root in each other.
The requirement to educate oneself applies to every single person and to all individuals reciprocally, as well as to all higher persons of mankind, but above all at mankind itself, as a social whole. All individuals are, considered eternally in themselves, one being, and should return in all parts of life, even in time, to that original unity; and just as the individual human being, and every subordinate society, only exists and lives in the whole of mankind, so too can their education not be perfected through their own striving alone, but only in union with the manifold social efforts of others, most notably of mankind itself. The whole of mankind should unite in One Education Covenant, so that from the individual onwards, in all its members and persons, in the whole of life and in all its parts, it can perfect itself freely, wisely and artistically as One living Being, so that it can present its eternal idea in individual beauty within the limits of space, time and power. — This artistic endeavour to educate mankind is directed at the living being itself, as such, at its limbs and powers, not at its works; the powers of man should be so formed, exercised, and strengthened in accordance with his idea, that they are able to complete all the works that are part of his destiny. This education of mankind is a deep, beautiful and harmonious art, which presupposes at the same time a science of the idea and of history and their harmony. First of all, every human being has the ability and the duty to educate himself, to be at the same time his own work and his own master, and then he also feels the calling and obligation to work for the education of other people and human societies. This is repeated in every higher person of mankind with regard to themselves and all others; and ultimately all these efforts are in harmony with the One Self-education of mankind, in which all subordinate efforts receive their true direction, attitude, measure and proportion, and each person of mankind receives their true fullness and beauty of life.
Mankind is the organ of God and his universe, its life is a part of the universal life in God, it is eternally and essentially subject to the higher formative influences of nature, reason, and God; its self-development can therefore only succeed in harmony and in periodic connection with the inner self-development of nature and reason, and with all their influences on the formation of mankind. Just as every being is strengthened and enriched in fullness of life through the formative interactive life with the world and with God, so mankind, as the most intimate being in the world, gains the most from this, →

=206= The Ideal of Mankind
→ and God, who forms all his beings with one love, cannot leave his highest work, Mankind, unfinished.
Education is necessary for every being, especially mankind, especially at the beginning of the main periods of life and of new basic relationships with God and the world. Such are the birth, the choice of profession and the death of a person, the founding of a family, a tribe, a people, an earthly mankind. Then the being needs new strengths; new organs form within it, which require to be exercised; it encounters new, unfamiliar obstacles and powerful resistances from all sides, which are superior to its budding powers, unless external beings help to provide love, protection and formation. As long as a main period of life lasts, the idea of the living being is not yet fully expressed in it, and it is necessary for this art of education to accompany it constantly through life.
If we consider the essence of all education in general, we find in it an artistic aid to the growth of the independent life of the being to be educated. The main points of the art of education are therefore based on the representation of the inner and outer conditions of life in an organic whole. The presentation of the inner conditions is aimed primarily at the general perfection of the being as a whole being, but then at the unity, the multiplicity and the harmony of its members and powers, as a being of this species, as an individual with this peculiarity, and as a being living in intimate interaction with God and the world. But as far as the external conditions of life are concerned, those which affirm life are to be acquired, strengthened and maintained according to the various orders of their essentiality; but those which deny life, which inhibit, disturb, mislead, disrupt, weaken, overstretch, mutilate and distort its limbs and powers, are to be prevented, weakened and destroyed. In all artistic influences on the being to be formed, its laws of life and the entire position of its life in the universe, as well as the laws of life of the being to be formed, are to be held sacred, and the world laws of the good, the just, the heartfelt and the beautiful are never to be violated. These basic teachings about every education apply especially to the education of mankind, which is the most complicated and difficult of all.
The formation of human life encompasses two spheres; they are essentially opposed to one another by the relationship of the person to be formed to the one who is to form him, which arises from the inner state of both. For in the field of formation, the person to be formed relates to his formator either as a subordinate being or as an equal being. In the language of education, we shall refer to the former form of education as upbringing. People are, in their fundamental essence, never subordinate to one another, but completely equal and coordinated; however, everyone gradually forms his life from the first germ to the →

 The inner working societies, as the One Work Federation =207=
→ highest fullness attainable by him; and while in him the members and forces of life are just beginning to germinate, in others they are already in full bloom, in still others in perfect maturity. Whether a person is still a whole being, or whether individual members and powers are only just beginning to develop, he still needs upbringing. Several people can be educators and pupils in different respects, but not in the same respect. Therefore, children in particular, from the first traces of their lives, are in need of upbringing, just as everyone else, as long as and to the extent that they remain in the state of childhood; no less so families, tribes, peoples and, above all, all of mankind, as long as they are in their childhood state. In the reciprocal relationship of upbringing, the educator gives, and the pupil takes; the educator acts with freedom and with conscious skill, the pupil receives with free obedience and trust, even if at the beginning of the upbringing he does not even suspect the educator's intention, or at least does not understand it in detail. The peculiar character of upbringing is the formation of a subordinate being by a higher one in a specific area; the educator may, however, be a person who is fundamentally higher or equal to the pupil. Indeed, because the whole person, when he has achieved clear self-awareness, stands above himself as a whole person, insofar as he is his inner organism of individual limbs and parts, man can and should be his own educator; and every upbringing that man experiences from the outside is actually an unconscious self-upbringing, the consciousness and guiding force of which is external in the educator. An artistic educator must give the pupil instructions for self-upbringing, imparting to him his educational art using the pupil's own example, so that he learns to educate himself with awareness and freedom. If the pupil has achieved this art of self-upbringing, then his upbringing from the outside has ended, he becomes self-conscious, he becomes free, mature in this area, and ceases to be subordinate to the educator. If, on the other hand, the educator and the educated behave in the field of education as completely equal, they can mutually give and receive, do and accept, govern and obey each other; because every area of human destiny is infinite and capable of infinite development and expression of the life gained; we can therefore primarily call this sphere of education upbringing, because it already presupposes education, at least in part. Education is as essential to man as upbringing, and both at the same time make up the entire education that man and mankind should give and receive. A common art of education is practiced in both, so they have a common art theory, which then receives further definitions according to the different character of both, in order to become the art theory of upbringing and training as such. We therefore want to first turn our attention to the basic truths of Education of Mankind. 

=208= The Ideal of Mankind
In terms of its subject matter, education relates to the whole human being, to the body and to the spirit, and to the interaction of both. Just as unity, multiplicity and harmony are the basic forms of the world structure, so too should man and mankind be formed as One truly whole, indivisible being, and in this whole being, with equal care, body and spirit, each for itself, and the harmony of their interaction, so that a healthy and beautiful soul dwells in a healthy and beautiful body, and both live together in One all-healthy and beautiful human being, body and spirit and their interaction should be formed uniformly on all sides according to the eternal world forms of moral inner perfection, justice, intimacy and beauty, spirit and mind, inclination and will should be unchangeably directed towards them. And since in all beings the eternal or fundamentally essential is at the same time what remains in all time and on which their life is individually shaped, it is essential for general human, physical and spiritual education that mind and heart, inclination and will are uniformly won and formed for what is eternal and lasting and for what is individual and living. The essence of human nature is in every human being, and the individual life of all follows the same laws. These universal human laws should be brought into the consciousness of all through the art of human education, so that the will obeys them and the whole of individual life follows them. A basic education is essential for all people; and just as the individuality of each person develops in what is common to all, so too the art of educating every subordinate person of mankind and every single person as an individual can only arise within the general art of education, which is unchangeable for all people. Because, every human being is not just a human being, but a being whose very nature is unique in all the manifestations of life and in all the inner relationships of his limbs and powers; his life is shaped according to his own ideal, which is unique in the universe, and begins to blossom freely and confidently only from the moment he becomes conscious his own ideal. Therefore, the person who is educating human beings should look at this unique ideal of the person being educated and then further develop his general upbringing plan into a completely individual one, whereby the whole life of the person being educated is governed and completed according to that ideal. The individual should therefore first be educated in accordance with the general nature of the human species and then, at the same time, with his whole mind, his whole body and as a whole human being, in accordance with his individual ideal. But the whole destiny of man is infinite in every respect. The individual man is capable of uniform development in all human matters, but at the same time is called upon within the whole of mankind to recognize and develop a part of his destiny as the predominant one, and peculiar to him for a certain period of life, so that the whole of mankind may benefit and he himself may follow the innermost urge of his spirit and mind. If, therefore, the general human education makes him familiar with and receptive to all →

 The inner working societies, as the One Work Federation =209=
→ parts of human destiny, with all its works and relationships, then the special upbringing that concerns his particular profession finds him sufficiently prepared to produce excellence in the individual in a healthy whole. Here we encounter the fundamental contrasts we have recognized between male and female nature, between the difference in character, city and country life, scientific or artistic professions: all of these contrasts require equal attention to be given by every all-encompassing education that mankind should give itself in its entirety. Also emerges here the contrast between inner and outer life and demands that every human being and every person of mankind be educated uniformly as an independent being and as a social being with God and the world. If man is to live humanly, he must have correct knowledge, deep inclination, a free, strong will, and artistic power of action; these, then, indicate the main areas of man's nature where the art of education works through teaching, inspiration, instruction, and practice. From this arise the objective fundamental laws of the course of the whole education, and of the teaching method in particular. Education should lead from the whole to the parts, to their interaction with the whole and through the whole among itself, and vice versa, from the individual parts ascending to the whole; it should guide the mind and spirit from the eternal to the temporal and time-eternal, and vice versa from the time-eternal and time-eternal to the eternal; it should also pay attention to the general as well as the individual living things and lead them from one to the other. And in doing so it should grasp the highest and deepest, both from the one side the highest true, truly infinite whole, and from the other side the last individual parts or elements that can no longer be divided; and whether it ascends or descends on the ladder of beings, it should work in a way that connects everything, completely, symmetrically and harmoniously; but where, because of the individual calling of the child, one side is predominantly developed, it should be developed in a perspective attitude, as it were, it should proceed without a leap, without omitting a middle link, and in a uniform manner, so that the growth of the child and its mature life become a symbol of the fullness, order and beauty of the interactive life in God. The upbringing is directed equally at the stimulation and perfection of the pupil's powers, while at the same time striving to place him in all externally favorable circumstances and to bring the world's life before the eyes of the mind and body as comprehensively, intimately and multifacetedly as possible. The general laws of human life demand that all upbringing and training of man not only does not violate moral freedom, but calls it forth, awakens it, sharpens it, strengthens it, and actually lets the pupil educate himself through his own moral freedom; upbringing in particular awakens in the pupil self-activity, lets him create everything himself, it regulates his powers so that he learns to direct them himself, that his world arises before his eyes like his own well-known creation, →

=210= The Ideal of Mankind
→ that he becomes mature as soon as possible, truly free and independent, and precisely because of this truly lovable, intimate and sociable. The educator should ensure that the art of education addressed to the pupil becomes visible, comprehensible and edifying, both in terms of the artistic laws of the works and in terms of the artistic laws of the development of his own powers. The educator himself should be free of all selfishness, he should love himself and mankind in the pupil; he should not regard the pupil less than himself, reverently fearing that he may not encounter a more lively, more receptive human being in the pupil; he should strive with all his might to make him more excellent than he himself is; he should not demand any superiority over the pupil other than that which the pupil feels of his own accord; he should be inspired by love, sustained by patience, and the feeling of his god-like calling should enable him to conquer the difficulties of his work; he only uses noble, pure drives and means of education that are harmonious with the archetype of humanity, in which virtue, love, justice and beauty agree, so that the pupil in him adores the true human being and lovingly embraces the loving friend.
These are the foundations of all human education, upbringing and training; whoever builds on them, builds something indestructible. Every comprehensive theory of education must recognize this foundation and can only expand on it in order to unfold the entire infinite inner wealth of the educational science. Every person must also act strictly according to these principles until old age, if he wants to become more and more human, more and more godlike in life, more and more great in science and art, and more and more intimate and lovable in all social relationships. But what calls us now is the social striving of humanity as a whole, and of all its persons, in which it constantly accomplishes the One self-work of its self-education.
The education of mankind can only succeed as One organic Whole, which is created and maintained by One Union of all people. — There should be One institution for human education on earth which organically includes all subordinate educational institutions, down to self-education, with which every individual human being perfects himself. This One Covenant for the education of mankind should ensure upbringing and training in its entirety, and ultimately also for the harmony, for the coordination of upbringing and training according to One higher plan. Upbringing is, in its entire inner structure, a sacred matter for mankind: through it, it becomes possible for the whole of human life on earth to grow, for each future generation to receive the education of all previous ones, when, in the general upbringing covenant, mankind becomes clearly aware of its art of upbringing and begins to practice it skillfully. This covenant should be formed and enlivened as a whole, and according to the various divisions of education, in accordance with the organism of the destiny of mankind, it should include a structure of parts, as well as →

 The inner working societies, as the One Work Federation =211=
→ many individual educational institutions. Since universal sociability is vital for every part of humanity, every basic society and every working society also has its own educational institution. Therefore, we have already seen the need for every society we have considered so far to work for the education of mankind in its own field. But since education is a unique art that must work according to One common plan, all of these individual educational institutions belong to the One Education Covenant of mankind as a whole: it is necessary that they are all formed according to the plan of the whole, that they also have common meetings and work, and that the subordinate institutions remain responsible to the higher ones. The Education Covenant is therefore like an independent vascular system of the human body, which distributes its branches and twigs to all the other organs of the entire body without giving up its independent existence. For every part of human education there should be an educational institution in which free social interaction between adults for constant mutual education, free social interaction between adults and minors as educators and pupils, free social interaction between pupils for mutual education under the advice and guidance of educators, and finally free self-education of each individual, is simultaneously and organically enlivened. But each individual society first educates people in its own area, and thereby indirectly also the whole person from partially. From this arises an all-round network of educational institutions, which only together complete the education of every person and of mankind. All educational institutions must be free, independent, but harmonious, animated by a truly human spirit, and held in One whole, the highest sphere of which is the education of man as a whole man. Every individual should, in his time, be educated in all the institutions which his family, his place, his people, indeed all of mankind, offers for him as a human being and for his particular calling; and he should, in turn, actively participate in all these institutions, as far as this is possible in the context of his other work activities.
All people form the community of the education covenant, because all people have a constant need to be educated and to educate, and human education can only succeed as a general matter. However, the art of education, like all human arts, demands the whole person, and it too demands that its devotees make it the predominant profession of their lives; indeed, its field is so comprehensive and its work so varied that one person cannot take on its entire science, let alone its entire practice, but only a relatively large number of educational artists, who are systematically and uniformly distributed throughout their entire field, can satisfy the high demands of the education of mankind. Only when a relatively large group of elected members of the →

=212= The Ideal of Mankind
→ educational association, who devote their whole life or at least part of their life exclusively to the education of mankind, guides the efforts of the others, only then is it possible for all other members of the community who do not devote themselves predominantly to the art of education to have an educational and training effect on others as fathers, mothers, friends, tribesmen and fellow countrymen; for the art of human education must already be communicated to them in a ready-made form, since they do not have time to develop it themselves; they should therefore be guided and instructed by the elected members of the association, as by those who are experts in the art, during the practice.
The constitution of the educational association [Education Covenant] is moral, just, heartfelt, beautiful and entirely worthy of mankind. The elected members are made up of all other basic societies and working societies. With the free participation of the entire community, they draft a covenant legislation, then order the entire working activity of the covenant, then examine the actual practice and ensure that the art of education grows steadily with mankind. Therefore, the whole is headed by a selection of the elected members, with the participation of the community, as a general council of the education covenant. And although the individual educational institutions are divided into the basic societies and the working societies, the educational association still holds daily meetings at which representatives from all subordinate educational institutions appear, and in each subordinate educational institution appear representatives from the higher whole; indeed, at certain times all subordinate institutions should gather as One Whole and work together so that the organic life unity of the whole inspires all parts, so that one spirit and meaning permeates everything and mankind forms itself as One Work of Art, like One artist. The ennobling and blissful influences of the entire educational association extend even into families and into the self-education of individuals, without disturbing their independence and freedom of life. And in turn, every family, every individual can have an ennobling effect on higher educational institutions, and indeed, on the entire educational association.
The work activity of the entire Education Covenant is organized according to the same model that we have seen the work of every other association follow. The light of knowledge must also first shine upon the educational association, it too must kindle this divine light ever more deeply. The educational association, therefore, investigates the idea of human education as a whole and in all its parts and in its entire inner structure; it recognizes its work and the art of forming it; in the spirit of the idea it considers the real human education of this earth, as far as it is past and present, and, in this double insight, it constantly forms its own work plan. This knowledge, which is essential to the association, is spread systematically and artfully by its chosen members throughout the community, that is, throughout all people. In order to successfully educate people →

 The inner working societies, as the One Work Federation =213=
→ and mankind, a pure, holy love for this sublime art, a deep longing for the refinement of everything human, and an untiring zeal must be at work, and even in each person to be educated, there must be a loving, trusting, but free devotion to the Maker, and the conviction that it is essential and necessary to be educated. Therefore, the Education Association should, through meetings which, in heartfelt and beautiful customs, in wise teachings and in periodically recurring festivals, awaken and encourage this reverence and love for the sacred work of human education, this zeal for education and this devotion to the educator, so that a spirit of education inspires all people. These efforts of the association now form the basis of its main business, the exercise of the education of mankind as an organic whole over the entire earth, which can only succeed in free exchange with all basic societies, active associations, and with all individual people. Just as mankind returns to itself as an organic being in its entire life and work, so too does the art of education turn back to itself; the educational association also essentially needs its own educational institution, the artists must be educated according to its own laws, people must be educated and trained to be educators and trainers. Just as the heart drives the blood through all the veins, which themselves return to it in individual branches to nourish it through the blood, so the art of education returns to its own devotees, constantly educating them. To educate artists, to educate and train teachers and trainers is the most sublime and fruitful part of the entire art of education, and the pinnacle of the entire activity of the educational association; only in this way can the educational association, especially in its chosen ones, continually rejuvenate itself, constantly gain new strength, higher wisdom, and an ever deeper sense of art. In order for the educational association to live this life of its own, it needs a rich organism of external goods, which the state reverently presents to it in order to promote the artistic perfection of the whole of human life. General and special sanctuaries of human education rise up uniformly and evenly across the entire earth, and even every family and every individual is given what they need as external goods in order to educate and train themselves in a humane manner.
Thus, in the life of its Education Covenant, mankind celebrates its constant rejuvenation, thus it gains in its ever higher, more beautiful life; — and although the generations sink away like leaves, the tree of life still grows higher and more beautiful in its youthful educational power, and in increasing abundance it always shows blossoms and fruits at the same time.

=214= The Ideal of Mankind
Interaction of all individual working societies among themselves in One whole as in the One Work Federation
We have now recognized the ideas of all individual working societies; in all of them we noticed a completely similar structure in constitution and work activity; we saw them all united in three higher wholes, in the federation for the basic forms, the federation for the basic works, and the federation for the independent works. These three now stand opposite each other as individual associations, free and independent, capable and in need of entering into a higher association among themselves, as a whole and in all its parts. We already recognized earlier, when we began to consider working societies, the entire human activity as One whole, which unfolds in One inner structure of individual works and working associations. Now that the ideals of these individual associations are before our eyes, we are also able to recognize their unity and their organic union in One Whole of life.
The necessity of a mutual union of all working societies rests on the nature of the work and the works, and on the nature of the people and of the mankind that they are to form. Because the completion of one work is not possible without that of the other; the area of each includes, in its own way, all human things; and every human being, like every society of people, must be uniformly perfected in all parts of the human destiny. Just as the entire work activity must be animated in every individual human being, just as each being develops himself for all its parts uniformly, but according to the conditions that his profession directs him, and just as all activities must organically interpenetrate within him if he is to succeed in a single work and all works, and he himself; so these requirements also apply to families, friendships, localities, tribes, peoples and to all mankind.
All individual working societies should therefore vitally permeate one another as co-ordinate, equally free and independent associations, and also be held in One higher common Whole. We first consider their free interrelated associations and then rise to the idea of the whole union of all human activity. The interrelationship of the individual working societies consists of four highest spheres, each of which contains several individual branches. These four spheres are: the interaction of the association for the Basic Forms with the basic work covenant; its interaction with the independent-work association; the interaction of the basic work association with the independent-work association; and the interaction of all three with each other. Each of these associations is rich in →

 The inner working societies, as the One Work Federation =215=
→ inner life, each has its own idea, its own membership, constitution and activity, and is a worthy object of deep consideration. Here it is sufficient to speak of them all in general and to recognize their primary essentials.
The basic idea of each of these spheres of association is that the united societies are each internally formed according to the idea of the one united with it, and live in individual union of all their activity, while at the same time maintaining their independence and freedom and thus forming a higher life whole with the others. Their union should be an all-embracing one; the membership of each of them includes all of humanity, and in its subordinate parts all of its basic members: it is therefore necessary that the meetings and the work of all individual associations be well-ordered in time, place and strength, that everyone participates harmoniously in all, and that their lives are harmoniously coordinated in One uniform and rhythmic Whole, that all human endeavors are organically united as in One single, well-formed, harmonious person. But since the elected members of one union are not always elected members of the other, since the constant life-long association of their societies must nevertheless be established and maintained through them, and these associations must be present on all sides and without interruption, the elected members of the societies to be united should, with the consent of the community, provide each other with constant information on the state and individual effectiveness of their societies, and a proportionate number of their elected members should represent the societies to each other as permanent assessors. This makes free, mutual communication and consultation, joint decisions and implementation, in short, a true unity of life possible; in this way, each can examine the other according to their own ideas, and in this way, all can mutually perfect themselves according to their basic ideas. The Virtue Alliance ensures that all human activity develops in moral goodness in pure virtue; it forms morality in all. The Law Alliance values everything that people do according to the idea of law and demands that all working societies also comply with its general legal legislation and the special legal legislation that follows from the nature of each individual association and its external circumstances and concerns it alone. The Devotion to God Alliance awakens and maintains intrinsic intimacy and love in all working endeavors and ensures that everything happens in this spirit. The Beauty Alliance tests everything according to the world idea of beauty, so that all human activity takes shape in godlike forms. The fundamental Work Alliance gives light and life to all other endeavors through science and art; it watches over the fact that everything that people do is in accordance with eternal truth and the general laws of life. The Science Alliance and the Art Alliance have an uplifting and beautifying effect on the Alliance for Basic Forms and the Education Alliance.

=216= The Ideal of Mankind
Virtue, justice, intimacy and beauty awaken a peculiar inspiration in the scientific educator and the artist, so that they are present to all other active associations with individually beautiful works of science and art and their harmony, and participate in the inner artistic life of those associations according to the laws of those associations, in which, in the spirit of its idea, each of them strives to create pure inspiration for life. And finally, the educational association receives from the contemplation of the entire activity of mankind the clear awareness of what it has to do for every human association; it forms worthy members for each one, leads them skilfully into the freely chosen profession in life after they have completed their upbringing and matured training, and ensures that the entire activity of mankind moves harmoniously according to the eternal laws of human education, upbringing and training. And just as each working society acts individually upon all the others, ennobling and elevating them, so it also freely unites with every other society in order to perfect all the others in their common sphere.
So varied and so rich in life is the free interaction of individual and united working societies among themselves, in which they behave as free, self-governing and independent societies. But this organic interaction would not be possible if they did not all live as members of an organic whole, and if this whole did not really exist as a whole and really act organically on each of them and on all their associations. If human activity is to be perfected, mankind must unite in a working union and, within this social whole and its activity, form, govern, examine and unite everyone with everyone else according to higher laws of life.
The task of the Werkbund [Association of Craftsmen], as a whole association, is to ensure that the One Work of Mankind succeeds organically, as a well-structured whole, according to one plan, in One Spirit. It includes all people, because every person is destined for organic work activity: it demands its own chosen ones, because its activity requires a unique direction and formation of the spirit and mind. Its constitution should be in accordance with the eternal forms of the world and the nature of its work and the mankind that creates it: through it, it should be possible for the work and the activity that forms it to exist and live as a whole, for all parts to be formed in the whole and to live both independently and harmoniously united among themselves, for the whole to work in all parts and all parts in the whole. This organic perfection of the work and of the activity as One Whole can only be real where One enthusiasm, One heartfelt Endeavor inspires the individual human being and all human associations — the Whole of Mankind: this inspiration is maintained and spread through its artistically beautiful, freely social expression, through meaningful and beautiful customs and social actions, through open teachings, and through a →

 The inner working societies, as the One Work Federation =217=
→ well-ordered periodic cycle of association festivals. The activity of this collective work is rich and varied. First, he [the individual human being] should bring his own idea and his own history into consciousness, and, looking at the whole of human life, draw up his plan of work: in the idea of the collective work, the ideas of all individual collective work and their mutual associations should become clear to him, and in his plan of work, the plans of each individual association and their associations should become clear. He should spread this knowledge across all of humanity, especially by presenting to each individual internal association its idea and the idea of the individual association itself; by teaching it what the common plan of work requires of its individual plan of work. He should ensure that each individual association satisfies the idea of the whole and its own needs, that all individuals live independently and freely alongside one another in the whole, and in a morally just, loving and beautiful union among themselves and with the whole, and thus all work together towards One great Goal. The Ganzwerkbund [Whole Work Association] must, therefore, prescribe a general legislation for all individual working societies, which the independent and social life of all of them must follow. This legislation is a rich structure which finds its place in a detailed description of human life; it includes the general laws on the mutual rights, obligations and relationships of all professions, according to which mankind spreads itself out in a uniform manner over all parts of its work in proportion to the number of people, and all work is coordinated in One Work Plan. Here the full range and interconnection of all professions can be seen, for just as the One Work develops down to its indivisible parts as an organism of many subordinate wholes, so too an organism of corresponding work associations or work guilds is formed, which we have only exhaustively followed up to its highest parts. The correct and uniform constitution and training of the professions is a sacred matter for mankind, which is the primary responsibility of the Ganzwerkbunde, which we are now considering. The most important requirements for the organization of the Werkinnungen [trade guilds], down to their last parts, are the following. All trade guilds should form One freely living Whole, and each guild should also be a free and independent whole in itself, which lives justly and freely with all guilds next to and above it. Furthermore, they should all be spread over the whole earth, uniformly in time and space, according to the laws of reason and nature, and be operated by all basic societies. All trade guilds should be organized purely according to the laws of their work and the forces that produce them, and thus, although they operate within the basic societies, they should nevertheless be independent of the basic societies as such with regard to the selection, employment and assessment of their workers: that is, they should not be employed in this or that working profession because people belong to this family, this friendship, this town, this people, but because the work that is essential to mankind requires workers, and →

=218= The Ideal of Mankind
→ because these people have an inner calling and skill for precisely this type of work. God himself does not agree with the wicked division of professions into hereditary castes; for he distributes the gifts of spirit and body without regard to the status and profession of the parents, in order to preserve the divine freedom of all truly human life in science and art and in every part of human destiny.
Also, the work activity on earth should be equally spread uniformly across women and men, and across all ages. The woman and the man, both carry what is universally human within themselves, both have the same destiny, both should be uniform and completely and uniquely formed in themselves, equally perfect in everything human. Woman too is capable of her own virtue, justice, devotion, beauty, her own science and art; she can and should be as excellent in everything as man. The peculiarity of the whole being and of life, in which the woman is opposed to the man in body and spirit, is reflected intimately and beautifully in its all-round perfection, and spreads infinite charm and heavenly grace over all female life in science and art, in virtue, justice, devotion and beauty. Uniform and harmonious perfection of the male and female sexes in everything human, the uniformly progressive development of both alongside each other, and the socially beautiful union of their aspirations in a common life is essential if mankind on earth is to achieve its own highest fullness of life and beauty. According to these basic laws, the union of all human activity should also divide the entire work between the male and female sexes, so that the whole work and every part of it is promoted equally by both, and the character of the male and female and the purely human is fully developed in it. However, since the first fundamental society, the family, is based on the opposition of male and female; since this is the innermost sanctuary of the constantly rejuvenating mankind; since God, reason and nature have linked their innermost interactions with mankind to conjugal love, the work activity that is left to women must also be entirely in keeping with and, therefore, harmonious with the fullness of life, freedom and beauty of family life, and with the natural calling of women; rather, it should enhance, beautify and enliven the woman's family life and family career.
The Whole Work Association should finally embrace the different ages with equal care for both genders. Children, adults and the elderly are capable of and in need of their own work activity; the work of mankind requires the help of all of them, but in harmonious consideration of their strengths and their own needs.

 The inner working societies, as the One Work Federation =219=
If the whole Work Association is to live organically in its entirety and in its parts, it is necessary that it, as a whole association, be continuously present to all the parts, and that these, as a whole association, be mutually present to it, and that their lives are constantly united with it. The Whole Work Association communicates all its negotiations to all the parts, both verbally and in writing, and the subordinate Work Associations communicate theirs to it. And so that their unity is constant, representatives from each individual Work Association, and representatives from the Whole Work Association, as permanent assessors, should be continuously present at the meetings of the Whole Work Association.
So, we have now completed the outline of all social human activity as One Independent Whole. We saw that all social activity develops within basic societies, without losing its inherent freedom and independence. The active sociability is therefore in an essential and indissoluble connection with the original sociability from which the basic societies emerge. This mutual association also follows the general world laws of all life, it is essential to mankind; we must also consider it before we turn our attention to a new area.
Interaction of the Working societies and the Basic societies
In every individual and in every basic society, the whole human destiny returns in all its parts, and hence also all the tasks of human activity: where people unite as families, friendships, towns, tribes and peoples to form a true higher personality, there they should also, as One Person, in symmetrical and harmonious distribution, devote themselves to the whole of their activity. The boundaries which enclose the basic societies should also encompass a self-contained whole of the work activity, and the work activity which is animated within these boundaries should be completely in accordance with the life laws of the basic persons contained in them. But the working societies are, as such, independent, following purely the laws of the work and the forces that produce it: the subordinate social work activity that falls within the basic societies must therefore also conform to the objective laws of all human work activity and to its organic plan, which is animated in the work association. Since the basic societies in their work truly behave as One Person, the Work Association must also recognize them in this personality, →

=220= The Ideal of Mankind
→ and accept them as One working Person. As the basic societies and the working people approach each other with respect and love, they form a perfect mutual association, which we have to explain here in its main internal parts.
The first sphere of the union of the working and basic societies is shown in the family. The eternal ideas of morality, justice, intimacy and beauty find a sacred area in it. The family forms itself as One moral Person, its members have One social Will, One work Plan, they live One moral Life; each of its members extends the prudent artistic diligence with which it forms itself morally to the moral life of the whole family and to the part of the latter that belongs to it; the moral affairs of each individual member and of all become the concern of each of them, as well as the concern of all in personal, intimate confidence, so that they are like One heart and One soul. And just as the inner moral life of each individual is an independent sanctuary whose secret can only be solved by personal love, so too is the moral life of the family, as One human being, a closed temple to all those outside it, which only opens itself for respect and personal love. Just as every individual need conscious reflection on his moral perfection and calm deliberation, so too should the assembled family dedicate conscious reflection and free, artistic activity to its moral perfection in sacred moments, and thus form the first Virtuous Covenant of mankind. As this morally perfected "person," she [the family] then presents herself to the Higher "Persons" of mankind, her locality, her tribe, her people, and takes a free, artistic part in the higher social moral life, without, however, violating the chastity of her inner moral autonomy. But the chosen ones of the Virtue Covenant, who connect personal love with the family, chain the moral intimacy of the family with the higher persons of mankind.
In the same way, the independent and externally sociable life of each family forms an independent legal sphere that is self-contained but harmonious with the legal life of mankind as a whole. The family has its internal social law and its external law; the internal law refers to all the living conditions of the family members as such, the external law to all the living conditions in which the family, as One Person, and in which each of its members as such, stands in relation to every individual and every society outside of it. The legal life of mankind as a whole is an organic whole which includes the legal life of all its inner parts as an independent and all-harmonious life: the legal status of all humanity is therefore harmonious with the legal status of every people, every family, every friendship. The legal status of the family, of friendship, of the people and of every higher person is harmoniously subordinated to the legal status of the whole; →

 The inner working societies, as the One Work Federation =221=
→ it follows the higher, general legal laws and lives his own, just life within them, further determining them. The family is the first fundamental society: hence family law was first developed on earth; all higher legal institutions gradually attach themselves to the family state, gain life in it, and only gradually rise above it. The people's state and, above all, the human state recognize every family as the next higher Legal Person above the individual human being, subordinate to the family association, the tribe, the people, and mankind; as such, the family also presents itself to all higher legal associations and is in continuous interchange with them, which, however, does not abolish the direct legal relationships of the individual, as an individual, to the people's state and to the higher whole of legal life, with which the individual is directly and intimately connected to the latter; the higher legal associations above the family ensure that in the family and in its legal life all the rights of the individual are kept sacred, which are due to him as a human being, as a member of the people, as a member of the tribe, and generally in every relationship, quite apart from family life, as well as in their relationship to family life.
In the same way, the family also brings to life One common Devotion to God, and its members form the first legal covenant, as well as the first Devotion to God Covenant in mankind. The family presents itself to God, reason, nature, and mankind as one human being with a love of God and unites the unique love of God in each of its members into One beautiful, characterful, comfortable whole. Just as the individual, although devoted to God throughout his life, nevertheless in the more intimate moments of it, consecrates himself with awareness of essential intimacy, raises his whole being to God, to reason, to nature, to humanity, and gains the primal power of his own life in social contemplation; thus, harmonious, intimate contemplation and equal love of God, awakened by the divine in the life of each individual and in the whole life of the family, according to the periods of natural and rational life, unite the members of the family in social worship, in social, godly joy and sorrow, in heartfelt prayer, in the sanctuary of the house, which only personal love reveals to harmoniously attuned people. In God, in reason, in nature and in humanity they become aware of their unity, of the happiness of their mutual love: in the social exercise of their own divine love they unite, transfigured, in new love for a new, beautiful life. The Devotion to God Covenant of the people and of mankind recognizes in every family the next highest God-loving person above the individual, and accepts them as such into their social life of Godliness; in beautiful mutual union, the expressions and works of devotion to God of the families glorify each other with those of the higher Persons, and all people on earth constitute before God as One harmonious human being.

=222= The Ideal of Mankind
The social cultivation of beauty also finds its first temple in the family, above the mind of each individual. The members of the family unite in the effort to see the eternal archetype of beauty purely and in the depths of its interior, to understand it in pure love, and to imitate it in their entire family life, both internally and in its external interactions, so that the beauty of life of each individual family member gains greater dignity and transfiguration in the higher, richer beauty of the family, and family life itself is harmoniously united with the life of mankind in the spirit of beauty outside and above it, indeed, most of all with the primal beauty of the One Life in God, a beautiful part within the beautiful whole, and that the family is united with the Covenant of beauty that surrounds all of mankind, and lives its own peculiarly beautiful life.
In the same way, the first social workshop for basic works opens up in families; science and art and their harmony attain their first higher blossoming in them. Just as every individual, so every family should be well-ordered and evenly educated in science and art, and in both should embrace the whole as a whole, the parts as parts, as well as the whole in the parts, the parts in the whole, the parts in the parts, that is, the whole of science and art as One organism. However, just as individual limitations, as the essential condition of every true and unique personal life, compel the individual to raise a part of science or art, or their harmony, to the center of all his scientific and artistic life, and to form all the rest only in proportion to this center of symmetry, but uniformly, so this necessity also returns, only within significantly expanded limits, for every family. Every family, as such, is also dedicated either to science or to art, or to the harmony of both; be it that all its members devote themselves to the same profession, or different members to different professions that are closely connected with one another. This common life for the basic works does not abolish or weaken the unique life of each individual family member, as an individual human being; for them, rather, the individual striving gains, in the harmony of its next higher whole, in the family, a higher world, new strength and new success. Thus, the entire human activity for the basic works is distributed harmoniously and equally across all families; the General Covenant for the Basic Works recognizes every family that has formed itself for this purpose as One Worker: their work for the entire basic work plan of mankind does not disturb the life of their family love, does not abolish the freedom of choice of profession or of work, but unites all elements of free work activity in a freely living whole, well calculated according to higher laws. Since every work activity follows the laws of the work and the general work plan, which as such stand above and outside family life: and since, furthermore, →

 The inner working societies, as the One Work Federation =223=
→ most work is social by nature and requires constant togetherness in time and place and constant assistance, social work enriches every family dedicated to it by co-workers who are not yet bound to a family by marriage, but who are therefore freely bound to it as free people through the bonds of philanthropy or close friendship for common industriousness, and the household thus expands into a free work class. But also, independent of families, higher social workshops for all aspects of science, art and their harmony are being formed in houses and rooms specially dedicated to them, in which individuals and families also take part, purely according to the laws and requirements of the work, purely as local residents, as members of the tribe and people, and above all purely as human beings.
Finally, the family is also the basic sphere of original, intimate life for the development of mankind. The education that the developing human being receives from loving parents, siblings and friends of the house is, as the earliest and most constant, the most important; because it crucially affects the whole person, in body and spirit, in mind, temperament and character, and in all intents and purposes lays the foundation upon which every other and individual education and training must be built; and secondly because no external education can equal its fruitfulness, since in the family the most intimate and tender love embraces the creators and the children, and mutually opens up to them the innermost parts of their minds and hearts. The intimate, loving intimacy of all members of the family enlivens a continuous mutual education in all that is good and beautiful: the father and mother of the house awaken and maintain this social striving for all-round education, and shine a light on it with their own lives.
Next to family, friendship offers a holy, fertile ground for all human activity. True friends are and live as One person, and every friend emerges from friendship through every friend, always rejuvenated and doubled in strength and life; for in the friend, he gains himself outside himself, and more than himself, he gains what he lacks in order to rise to a higher unity and fullness of life. The social virtue, justice, intimacy and beauty of intimately united friends is a never-ending source of joy and life for the friends themselves and for all of mankind. Therefore, the Virtue Covenant, like the Covenant for Justice, for Intimacy and for Beauty, recognises friends as One person, as One human being, and thus reaps the fruits of their loving, social life. Whatever spirit and feeling drive harmonious friends to do in science and art, they carry it out with combined, more than twice as strong forces; where friend surpasses friend, he becomes his loving educator, and where friends live in the same clarity and fullness of science and art, they constantly educate each other, →

=224= The Ideal of Mankind
→ there the friend is reflected in the pure friend, they direct their sociable diligence towards the work they love together and towards themselves as their creator, so that their work and their strength may be like that of One higher human being. Solitary, independent research into truth and action in art is essential, is blissful; but the sociable diligence of harmonious friends is even more fruitful and beautiful, and brings even more profound bliss.
We have already recognized free sociality as a sphere of all human activity; for its essence is the free, comfortable expression of one's own individuality in an artistic play of life. Free communication of truth, of art, of convictions and feelings in virtue, in justice, in devotion and in beauty; social presentation of works of art which are created for social enjoyment, maintain and enliven every free society. On the other hand, all working societies also absorb free sociality, especially the purely human one; because this is the essential bond which freely unites people in each individual special activity and in social presentation and contemplation of all their works.
The working societies enter into even higher unions of life with the basic societies of the higher orders. Every family association, as an intimate structure of its families, forms One Whole of higher life, in which the life of the families and of each individual moves freely. A common natural environment, common influences from God and the world, which unite families in common places of residence, in villages and in towns, which in turn form One Whole, all this makes the members of the family association capable of carrying out social activity in all things human. Every family association therefore constitutes One working union, the whole of whose inner activity takes on the peculiar character of its entire life; the intimacy of personal life in the family, in friendship and free sociability, the close ties of blood relationships in the family association, and the common social customs, pour out a unique charm over the entire work of a family association, and the increase in the number of working people gives it a higher dignity. In every rural settlement that unites several families, as in every town, One Sanctuary for the entire working activity arises and is formed, which imitates the organism of the working activity itself in space, according to the number of families united, and according to the nature and laws of rural and urban life in size and shape, but formed according to the model of the higher sanctuary of the tribe, the people and humanity, in which the entire working life of humanity moves rhythmically in well-measured periods and in beautifully tuned harmony. Just as the tribe relates to its individual family associations, so too → 

 The inner working societies, as the One Work Federation =225=
→ the social activity of the tribe relates to that in individual family associations. It also forms One social work association with a higher power and dignity, for in it rural and urban life are harmoniously united; in the main town all family associations, which are destined to be One higher Person, permeate one another, and in it a higher sanctuary of the work association arises, which relates to the sanctuaries of the individual localities as their head and higher whole. In this higher workshop, the highest active life of the entire tribe unfolds as One Whole, and the active societies of the subordinate communities of the tribe, as well as their sanctuaries and all their active activities, are organic parts of it. In this social activity, the tribe is accepted as One whole person into the One Work Alliance of mankind; in it, it becomes present to the people, the People's Alliance, and the mankind of the whole earth as One Person in One Work, and is connected in a living way with their higher work activity. —
A completely similar thing applies to the peculiar activity of each Tribe association in its extended territory, and to its higher Capital city as the seat of its higher active life.
Now, what is true of every tribe and tribal association also applies to a greater extent to every people, whose work is related to that of the tribal associations, as the work of the tribes is related to the latter. Every people is One truly higher Person, a higher life for everything human; a common language and customs, and a higher common character of the nature that surrounds them, determine the peculiarity of every people. This unique national life should now prove its unity and fullness and beautifully develop itself as One Work Covenant. A capital city is the center of the life of the people: it also forms the center of its entire life; in it arises a sanctuary for all work, appropriate to the dignity of the people; this organically includes the sanctuaries of the social, moral, just, heartfelt and beautiful life of the people, its social science and art, and its human education; from it, unity of life and work flows out over all tribal associations, tribes, family associations, families and individuals of the people; in this sanctuary, the tribes, families, friends and individuals present themselves in their own unique personalities, as independent, free, active people, well-connected in justice and love. And if several peoples are then united in love and friendship to form One higher Folk, One higher Person, they also harmoniously unite all their work, so that it becomes a higher whole, with a higher social character; in the capital city common to the united peoples, their social union of all works is formed, and its highest sanctuary, from where unity, abundance and harmonious individuality spread over the opposing work activity of the united peoples, →

=226= The Ideal of Mankind
→ and proclaims the dignity of the higher person in higher social works.
Thus we have reached the unification which concludes the mankind of an entire heavenly abode as the highest basic society on it, with all of their own inner work activity. Human beings, firmly united in the universe by God, reason and nature, are called to freely form the highest possible organic unity in all that is human; One covenant should also unite them into One work activity, and One social sanctuary of the entire earth should glorify the unity of this covenant as One Whole Covenant. Work and artist can only achieve their highest greatness, fullness and beauty when the all-encompassing world ideas, for which work activity is sacred, are socially animated in the widest area that God, reason and nature open up to them. Virtue, justice, devotion, and beauty, science and art and their harmony, upbringing and training, can only reach their highest through mankind, as mankind, as One working person: to them mankind should consecrate One well-organized artistic Diligence that governs the subordinate aspirations of all subordinate persons according to One model and law, according to One working plan, that fires them all, purifies them, moderates them, and unites them harmoniously. Only in this way is it possible for every individual to reach his highest potential in his active endeavors; for each individual, independently of his friends, family, tribe and nation, to belong directly to mankind through the profession of his active work, to have an effect on mankind and to experience the most uplifting influences from it; only in this way can artists and scientific researchers and those who shape mankind be like One friendly Family across the whole earth, independent of all apparent divisions which the basic societies would create between professional workers as such. Only through the fact that mankind, as mankind, deeply grasps the infinite tasks of virtue, justice, devotion, beauty, science, art and the formation of mankind; only through the fact that it is One Covenant of Virtue, a State, One Covenant of godliness, One Covenant of beauty, a Covenant for science, art and the formation of mankind, only through this will people become able in their inner life and work to form themselves into One family of God on earth, into One true human being, in all respects, and thus to receive the highest beauty and dignity, in which a unique, harmoniously animated mankind of a whole heavenly dwelling place, the higher whole of mankind, and God himself, the eternal artist, is destined to appear and to become ever more intimately united. 
Indeed, who can now measure the limits within which, according to the eternal laws of universal life in God, higher wholes of the spiritual realm and of mankind in the universe can harmoniously penetrate into higher social work activity. Is the mankind of the earth more than a people of the world structure of our sun, is it now →
.
 The Outward Sociability of Mankind =227=
→ more than a child in the family of the mankind of this solar system? Does not the life of higher spheres flow into us in primeval spirits that are born to us, which form science and art, which make virtue, justice, intimacy and beauty higher and far surpass the most beautiful things of the past? Doesn't the life of higher spheres flow into us through them? Are we not already more intimately connected to God, to reason and nature, to a higher mankind through them? The limits of our present sphere of experience are not the limits of the higher spheres of life for which we are destined; the stage of life which mankind has now reached is not yet that of its mature, vigorous age, in which it will one day be admitted into the highest social relationships which unite worlds, and will blissfully perfect itself in peculiar beauty.
The Outward Sociability of Mankind
We now see more clearly and more intimately how human activity, like the basic societies, forms a free, independent organism, how its life harmoniously permeates the basic societies, and how the basic societies glorify themselves in all respects through social activity. With this we have now completed the consideration of inner societies and reached the height where we can survey mankind as One Whole created in its individuals, where we can survey its inner life as One Whole Life. But this One Life of mankind also includes in One Whole its external sociability and the interactive unity of the external with the internal and also unites this essential contrast of the internal and external in One Harmony. Before we can we look at mankind in its entirety, its external sociability, its interaction with God, with reason and with nature, still demands our full attention. — We are talking about an organic whole in which everything that develops its life at any time is simultaneously in, with and through each other, mutually challenging, awakening and sustaining each other. The very completion of basic societies and of working societies already presupposes the existence and inner life of every individual human being, and an intimate community of life with God, with reason and with nature, for man and mankind are eternally created in the interactive life of God, reason and nature, as the most intimate work of creation. Inner and outer sociability are mutually dependent, and progress uniformly alongside in and through each other. Each individual is capable of and in need of outer, independent sociability for himself, but even more so every higher Person, and most of all mankind as a whole. External sociability is also formed as One single organism according to the world ideas of self-lawfulness, rights, love and beauty. Yet, we can only devote ourselves to the contemplation of the external unions of life at this point, because man only through himself, only →

=228= The Ideal of Mankind
→ by seeing all things in himself, as in a faithful image, only through man, only from the human perspective, can he rise intimately to God, to reason, and to nature, and open himself to their higher influences; because inner social perfection of the inner, purely human life prepares a pure, sacred place for the intimate union of life of God, reason, and nature with mankind.
Interactive Life of Mankind with God
Above all, what deserves to be recognized and praised here is the relationship between the inner human being and the inner mankind with God. With its primordial essence, every being is completely equal to the essence of God; its life is, at a certain level and within certain limits, an image of the life of God, and by freely fulfilling these limits, in its own beauty it forms itself in a godlike manner. In every finite organism, on whose parts so many external influences act in many ways, every member is of the nature of the whole, and its life is intimately connected with the life of the whole; as is the case even more in God, the original being, the original organism, the original life, which is free and perfect, eternal in itself, and in which everything is. Everything in God, as a part of the whole, is finite, so that it is of a specific kind, but it is still infinite in its kind, as a whole of its kind; through the limit by which this being exists, it is different from God, and at the same time indissolubly united with God. The ideas of the infinite and the finite do not cancel each other out, but are inseparably one in the same being, which is a true whole that consists in its parts and proves its entire essentiality in them. Thus, finite beings are not ungodly due to their finiteness, are not alienated from God, but are divine within it and intimately connected with God — the primordial whole, — and in their own way, within their limits, in their inner being and life, they prove the whole of God. The formation of the divine, that is, of the essential, in time, is life; and just as every being is divine within certain limits, so it forms the divine in itself, in its own way, according to its own laws; it has its own life. This autonomy of every being is itself of divine origin; it does not alienate one from God, for it is in, with and through God, but rather it leads to God and takes God inwardly into every being; it is indeed essentially free and independent, but intimately connected with the life of all beings in God and with the whole life of God; for all beings permeate one another in their limits and in their formation, and a whole life of God permeates them all. To live joyfully and purely in oneself, to fulfill the limits of one's being virtuously and beautifully, is divine, makes one capable and worthy of being lovingly accepted by God into ever more intimate and higher conditions of life; only to not fulfill those limits, only to deviate from the law of one's own life, and thus to renounce the truly divine freedom of life, →

 The Outward Sociability of Mankind =229=
→ only this is ungodly and sinful. Free, primal, powerful autonomy is as essential in God as harmonious, interactive life; both are eternally present in him at the same time: but viewed in time, the development of free life in itself partially precedes harmonious interactive life in every being and accompanies each interactive life as its innermost condition in living things. God repeats his eternal creation in time infinitely and infinitely many times: he glorifies himself in the life formation of all his beings by allowing their life to blossom out of the limitations of the world and, as loving providence, perfecting them all in eternal youth and in a beautiful cycle, as his own image. Yet, the whole life of God is eternally the same, and eternally the same in the adornment of the individuality which he bestows on all things in every moment of his eternal inner life. In the life of God, his idea is one and, at the same time, the same as its existence; just as in the life of all things the whole idea of their life unfolds eternally, in periods which eternally return to themselves and into God. To think and feel all beings in God, to see their self-life and their interactive life among themselves and with God as equally divine, but to see God as the original whole and as the original life, to recognize and feel God in all things, all things in God, and all things in one another, and to live in this spirit, this is the blessed calling of the God-loving person. He [the God-loving person] also recognizes and feels the present God within himself; in the consciousness of his eternal dignity he is completely in God, he lives his whole life in harmony with the life of God and of all living things; he thinks, wills and acts in the divine spirit; he forms body and spirit and their interactive life into a temple, indeed, into an organ, into a partial life of God, similar to the eternal whole. Those who live in such a spirit will understand and welcome what we are saying here, with a deep sense of the union of all things life's union with God.
All beings are and live in God, including man and mankind; the richer a being is in its inner structure and in its inner contrasts of life, the more intimately it lives in, with, and through God, and in the most perfect likeness of God, in the mankind of the universe, as well as in every organic part of it, God reveals himself most richly, beautifully and sublimely. Mankind lives most intimately in and with God, and God in and with it, for in it the primary sources of the life of God in reason and nature flow harmoniously together, and, returning into itself, God's eternal creation is contained in this all-harmonious being. God has eternally founded the vital unity of reason and nature and is forever forming it; he works with individual power so that spiritual worlds and organic species, individual spirits and individual bodies, unite lovingly; he is present to every spirit and body formed into a human being as a higher individual power that unites them. Therefore, the way to God is open to mankind, as it is to every human being. First, he encounters God in the inner structure and life of himself and of mankind; →

=230= The Ideal of Mankind
→ through inner self-contemplation he becomes ever more mature in the contemplation of God as his eternal archetype; he finds God in the pure life of nature, which as an infinite is finally reflected in the senses of the body, which relates to nature, as the highest work and as the complete image of its entire life, just as man relates to God; and so the body itself becomes for him a pure organ of divine activity. He further sees God in the nature and life of the One Reason, as it is reflected in the depths of his spirit, which with its life and activity is related to reason as the body is to nature, as the whole human being is to God. Finally, God glorifies himself to man in the harmonious coexistence of spirit and body, as the innermost sphere of the eternal coexistence of nature and reason, and in the devoted-to-God mankind of the universe, man senses the most intimate, complete counterpart of the whole God in his inner structure and life. The human being and the mankind that have attained these insights, whose spirit is enlightened by divine knowledge, whose mind is filled with deep love for the God present in all things, whose body is as pure, full of life and harmonious as their spirit and themselves as whole people, whose inclination and will are pure and whose life is godlike — the human being and mankind who have thus attained pure devotion for God, make themselves worthy so that God's eternal love is always renewed for them, and that God himself works in them in an infinite way, that their living love for God is answered by a living, active love of God. If we previously recognized the devotion to God as the essential purpose of man and mankind, we now recognize it as the inner condition of a mutual life union of man and mankind with God. We saw that all individuals, all families, friendships and higher basic persons of mankind, and mankind itself, unite in One covenant of divine intimacy in order to make God present in life, to offer their social, pure love as a sacrifice to God, and to gain in him the perfection, strength and beauty of life: so now we recognize in this covenant, as in the body, spirit and mind of every God-loving person, the sacred sphere where God with eternal love vitally meets the pure devotion of mankind, makes himself present to them and works in them in an uplifting way. The Devotion for God Covenant expands into a covenant with God, into a blessed interactive life between God and mankind. But just as God is like himself in everything, so too is his devotion and his love for mankind and for every human being who is in love with God, in accordance with that universal devotion and primal love with which he encompasses all beings. — If we want to understand the main moments of the unity of life that connects God and mankind, then it is our duty to first and foremost think of God's devotion and love for all his beings in a complete and unlimited way.
God's eternal creation and his eternal interactive life with his eternal works are two infinite series of his activity. In the opposites →

 The Outward Sociability of Mankind =231=
→ and inner limitations that are eternally innate to every being in God lies the never-ending drive of their independent life and their interactive life, so that they form their divine essence within themselves in the whole, that is, in infinite time. Through their inner, independent life they prove their divine origin, imitate the eternal independence of God in their sphere, and become able and needy to unite their life with the life of all spheres that are above them and next to them in God. This union of life of all beings in God, as God's inner eternal part, is eternally essential to God himself, for he is One in himself and undivided. But the independent beings, as equally free and original in God, are able to penetrate each other livingly and lovingly, not by their own powers: rather, their initially higher, common sphere, in which they both and most supremely all are and live, brings their lives together and connects them; most supremely, therefore, they are connected by God as the original whole and the highest, in which all opposites are opposed and in which everything lives. The eternal causation of being and the temporal causation of life are one and equally essential in God, they are themselves the eternal effect of God as the One eternal Cause: God is therefore connected with his inner beings not only eternally, but also temporally, that is, livingly and individually. This individual influence and incorporation of God, as the Supreme Being, into all of his inner parts does not abolish his eternal act of creating the world. Every being in God lives freely and independently with the power that is eternally its own; in the interactive life with other beings, into which it is placed by God, its opposite is not destroyed but is filled with life, its free independence is not abolished but confirmed and increased, and even God's individual life influences on it presuppose free inner development and confirm and increase it. God, as he works in all beings in a living and individual way, does not change or destroy their nature, does not interfere with the free use of the powers which he himself has given them from eternity, but only works in them anew when and to the extent that they, using these inner powers freely, complete their inner life purely and chastely. This interactive life of God, as the primordial whole, with all of his inner beings, is, like God himself, in itself primordial, infinite, all-sided, even, equal to himself, equally perfect in an individual, beautiful way in every moment of eternity. The rays of divine life work in all directions through all beings, uniting them among themselves and with God as the original being; God works in every being directly and indirectly through all higher and equally high beings; for in God there is neither near nor far, in him the center of life is everywhere, and in man and mankind, in which all the individual lives of the world are harmoniously, rhythmically and evenly permeated, all the rays of God's eternal activity come together, which eternally connects his original life with the life of all his creatures. God works in every human being, in every social association, in the mankind of every →

=232= The Ideal of Mankind
→ heavenly body, directly and indirectly through spirit and body, through reason and nature; all the more intimately as the life of mankind and of man blossoms more freely and beautifully through the inner, free use of the power that is eternally inherent in them. In this interactive life with God, man and mankind do not dissolve, they do not disappear, they do not dissolve in God, but only then do they gain true joy and fullness of independent life, their inner powers become ever freer, act ever purer and more uniquely, they absorb ever higher beauty. This interactive life of man with God is in predetermined harmony with his whole being, with all his powers; and God is only ever more present individually to the man who is perfected as a whole man, whose spirit and body, each for itself and both with each other, are formed in all respects, harmoniously, whose reason and intellect and feeling are equally united and work together in equal penetration. It is not irrational belief, not senseless admiration, not dull brooding that unites us with God, but the free use of reason, in harmony with a keen, all-pervading understanding, and with pure, clear, enlightened feelings, that leads to Him; the more powerful, the more evenly balanced the harmony of all the inner powers of man, and the more perfect the independent life born of it, the more worthy and capable man and mankind become of having God ever more intimately present to them, of revealing himself to them ever more gloriously.
If we look more deeply at the unity of man and mankind with God, we find it enlivened in three spheres. Mankind is united with God insofar as he, as the eternal primordial being, exists and lives above his inner worlds; finally with God insofar as his life harmoniously permeates the life of all his worlds. Just as the entire devotion of mankind is the One Devotion for God, which encompasses all beings as in God: so too its real life unity with all external beings, longed for and striven for in that devotion, is in itself only One Life Unity with God, insofar as he is and lives outside and above mankind; and the entire external sociability of man and mankind is One life of change, One loving union of them with God. We therefore focus our attention on the three spheres that we have just recognized, as we undertake to draw a basic plan of the external sociability of people and of mankind.
In the most intimate moments of his free, independent life, the person who is devoted to God rises, with body and spirit, as a whole person, to God as the primordial being, who is independent and lives above all beings, who creates all things and rules lovingly over their life, to God when the whole God encounters him lovingly in his own life. Then he recognizes God and himself and all things in God, he offers himself, his whole being, as a sacrifice to God in heartfelt adoration and in pure love; in the blissful contemplation of God as the Supreme Being and his eternal love, he then gains himself in his true, →

 The Outward Sociability of Mankind =233=
→ primordial existence; his innermost thoughts and feelings awaken; he values his life as life in God, the primal drive becomes powerful in him to form his own life, as a part of the universal life of God, godlike, free and beautiful. Just as the earth only reveals itself in the rays of the sun, just as the body can only see itself when the light illuminates its eyes, so man and mankind only become fully aware of themselves and clearly recognizable when the primordial light of God completely penetrates them, and they see themselves completely in it. Then they examine their lives before God and, in the living vision of God, draw up a plan for the future according to his highest, eternal laws that encompass the whole world; the inner laws of human life become sacred to them as divine laws; they revere God's voice in the voice of conscience and see human virtue as an essential part of God's inner self-perfection. The person who is deeply devoted to God recognizes that God, as the primordial being, is constantly present in life; the thought of God and the feeling of his presence always accompanies him and lights up his path to higher self-perfection and harmonious sociability; this life in God increases his strength, strengthens his courage, and is a source of inexhaustible joy.
If the vision of God as the original being is alive in man, he recognizes all things in God as God's eternal works, and their life as part of God's life; the thought of God as the original being leads him down to divine contemplation of nature, reason and mankind, awakens pure love for them, and brings to maturity the decision to live with them, as with beings in God, in loving society, according to the eternal laws of God. In the birth of a star world, as in the creation of the worm, in the formation of a spiritual realm, as in the germination of the slightest thought, he encounters the same God; all beings become holy to him, he recognizes them all in their independence and social harmony established by God; he protects every living thing, strives to preserve the life of all things, to beautify it and to help perfect it in God-fearing justice and love, he becomes worthy of their love in return, he becomes ripe for God to unite him ever more intimately with nature and reason.
Just as reason, nature and mankind of the universe are the three highest spheres in God, so they also open up to man and every subordinate mankind as the three highest spheres of godly external sociability, which his spirit and his mind embrace with uniform love in order to unite his life with their life ever more intimately. Nature, reason and mankind are in God as the organism of the divine being itself, and each of them is a peculiar likeness and image of God; the external sociability of mankind with them therefore forms the second sphere of their life unity with God, just as we recognized the devotion related to them as a part of the One devotion with God.

=234= The Ideal of Mankind
The external Sociability of Mankind with Nature
The God-fervent person lives in the contemplation of nature as a truly whole being, infinite in its kind, which in eternity imitates the original being itself freely and independently in its inner, primal life, is eternally the same as itself in the richness of its inner life, and yet, eternally new and youthful in its own beauty, creates in every moment everything that its eternal being contains, as infinitely many supreme wholes, its own self in the structure of the heavens, as artfully and profoundly ordered star worlds — and on every heavenly body its whole life unfolds in a true image, forming and preserving everything with One eternally equal power, with One love. To the God-fervent person, every single living thing that nature presents to him appears, in its independence and harmony, as One great natural thought, as One great natural life, which nature in its way designs within itself so original, so free, so beautiful, as reason designs its inner worlds; he recognizes nature as a dignified and high subsidiary sphere in God, as a free entity, as a lovable friend of reason; he recognizes nature as a dignified and high subsidiary sphere in God, as a free entity, as a lovable friend of reason; he recognizes that reason should not subjugate nature, but unite itself with it in justice and love for a higher life in God, so that both serve each other without depriving themselves of their equal freedom and dignity. Thus, the God-fervent person has equal love and reverence for nature and reason, for body and spirit, and strives to enliven and develop both harmoniously. These views awaken and maintain the closeness to nature in every God-loving person, in which he dedicates pure love to the whole of nature as One life, and to all individual living things in it, as parts of its One life, and strives in heartfelt longing to establish an all-round union of life with nature and to penetrate it ever higher, deeper and more extensively in harmonious interaction. The human being with a deep love of nature strives to know nature, to work in it with art, and to receive the counteractions of its life in constant, intimate interaction. The knowledge of nature becomes a holy, beautiful calling of God-loving humanity; it strives to open up to itself all sources of knowledge of nature, to make itself worthy and capable of its communications, and, drawing from them all, to perfect natural science as One whole. In the depths of the spirit man encounters the pure archetype of nature and its life, as a sphere in God; this archetype of natural science requires to be developed purely and independently in pure reason, so that the eye of the spirit can then understand the representation which nature itself entrusts to it of its universal life in the senses of the body, and in this body as in its most intimate and beautiful work itself. Purely rational natural science and the pure knowledge of the eternal natural forms of space, time and movement help the spirit to unravel the structure of the heavens, so that its gaze may rise above this earth and this sun to the highest whole of natural life; →

 The Outward Sociability of Mankind =235=
→ so that it may learn to recognize and appreciate the earth and its life as One whole, and recognize in it a free, complete image of nature, in which nature reveals itself lovingly. The person who is close to nature strives at every moment to see in a clear and complete picture the life of his solar system, the interaction and peculiarity of all the heavenly bodies in it, their mutual position and all their life relationships, as far as his field of vision extends. Only when man has strengthened his view of the universal life of nature, when he has recognized the higher wholes of heaven, does he enthusiastically return to the earth as to a beautiful child of nature: its life becomes clear to him, holy and dear, for he recognizes how nature is in heaven and heaven is partly in it. If this insight, this attitude, has become more general, then mankind will also develop the knowledge of natural life on earth as a complete, well-structured science, supported by artistic observations, experiments, and scientific collections: then it will profoundly appreciate all real life on earth, every individual work of nature, and the social relationships of all living things, according to the idea of nature, and according to the ideas of every individual in it that rest therein; The artistic sense of those who are close to nature awakens, their range of power expands with knowledge: they become capable of influencing the life of the earth in all directions in a great natural art with the powers of the body, which they freely control according to ideas, and of enhancing and perfecting it according to its own pure archetype, but then also according to the archetype of purely rational life and purely rational beauty. As the knowledge of the general laws of nature and the laws of life of all living things grows, richer sources of strength open up to the spirits who have become accustomed to nature as human beings; mature knowledge arms the most delicate, all-encompassing natural power of the entire human race, and this then becomes master of all natural forces, so that it unites and perfects the pure life and the pure beauty of nature with the life and beauty of the spirit.
The life of the earth manifests itself in two spheres, an all-encompassing one, — the superorganic and pre-organic, which includes the second, — the organic one, narrower and more intimate. But organic, in the general understanding of this word, is everything that exists, God, nature, reason and mankind: for the primordial being itself is One eternal member structure, One time-eternal member life: nevertheless, the inner harmonious sphere of nature, which unfolds in the plant and animal worlds, has been given the name of organic nature. If we understand, without wanting to disentangle the language of natural science, which is still undeveloped here ,by the superorganic and pre-organic everything that contains and forms natural life on earth and in all the heavens above and before the organic life of the plant world and of the animal world, then we recognize in the superorganic natural life the higher sphere, whose opposing forces and works are newly and most intimately animated through the new influence of the whole of nature into →

=236= The Ideal of Mankind
→ a complete unity, as the predominantly organic nature; and at the same time, we find in the pre-organic one the sacred ground on which plants and animals are formed and live. Thus, superorganic nature deserves to be recognized by God-loving man in all its works and powers; without knowing its laws of life, organic life also remains hidden from him, and without measuring its interaction with organic nature, the creation, nourishment, life and death of organic bodies is an impenetrable mystery; finally, without artistically influencing the pre-organic nature of the earth, mankind would not be able to bring greater life to the realm of organization on earth, nor to make the earth a faithful image of the inner free rational life, and to depict the free rational beauty in beautiful natural art. Mankind should artistically live in the superorganic and pre-organic nature, through free art promote, maintain and increase the conditions for the more beautiful flourishing of the whole organic creation, and keep the whole relationship of life of the organic and of the superorganic healthy, as far as the sphere of power extends which nature itself has given mankind in the natural forces of the organic species. But organic creation awakens man to even more heartfelt love, to even more tender, more beautiful artistic endeavor in the most intimate familiarity with all natural forces and spiritual powers. The human being with a deep understanding of nature sees only One organic individual in the organic kingdoms on earth, in which the One harmonious natural life unfolds in infinitely many individuals, essential to the whole, in all possible interrelations of the life forces; he recognizes in all kingdoms, classes, orders, genera, species and ever more divisible subspecies of organisms the One Spirit of all nature, which manifests itself in each one, completely and undivided, within its own limits; he recognizes in the life on earth the striving of nature to spread this One organism in all its parts evenly and well-ordered, but in characteristic contrasts of the continents and climates, and it is the highest task of the natural art of mankind to support nature in this striving, to influence it freely in nature's own spirit according to its own laws, to give the harmonious spread of organic creation over the whole earth the high character of rational freedom, and thus to organically unite natural life and spiritual life, natural beauty and rational beauty. Nature itself, in the original formation of the solid land, has prepared a beautiful network of unique habitats for man and the whole of organic nature around him; according to its nature, mankind should fill whole parts of the earth, continents, countries and regions down to every hill and every valley, with organic life full of character. The most organic species is determined by nature itself, in union with the spirits that inhabit it, to influence all other spheres of the animal world and of the plant worlds →

 The Outward Sociability of Mankind =237=
→ in an educational and formative way, to place them all in relationships of law, love and interaction with each other, to distribute them all harmoniously over the whole earth, to unite their lives, to share in their sufferings and joys, to heal their illnesses and to complete their lives artistically. The quiet, cheerful charm of plants deserves no less love and care than the freely moving life of animals. Nevertheless, we recognize in the animal world the natural sphere closest to man. For what is alive in the human body as a system of limbs and powers, in full proportion to harmonious equality, emerges individually, freely, independently, apart from one another in the multifaceted kingdom of animals, and presents itself to the human race as its individual parts' living likeness for loving interaction. The godlike perfection of mankind is reflected in the artistic breeding and refinement of the animal world, in tender participation in its sufferings and joys, in pure, unselfish love for them. The animals, depending on their proximity or distance from the human race, should gather around loving, parentally caring humanity, as if they were minors, so to speak, so that they can receive from them the benefits of higher life. The same immortal nature's spirit lives in all plants and animals that also builds the human body; and just as the visible structure of the individual sinks in the interplay with the superorganic nature, and then, following the pre-organic laws, returns again to the higher whole of earthly life, so the imperishable ray of the nature's spirit that built its organic body lives freely in nature, in order to reveal itself in a new form elsewhere. If, therefore, plants and animals appear to God-loving mankind as the works of the same immortal life force of nature which also gave birth to the human body in the primeval times of its love on earth, not without God; if it recognizes with admiration how nature, rising from its earlier subordinate formations, reached the highest organic form in the human body, then it feels justified by God, nature and reason to use all organic life on earth, the life of plants and animals, for the upbringing, formation and refinement of the human species and of the whole of human life, in a holy and pious way, with reverence and gratitude towards the all-creating nature, and with loving compassion towards the subordinate life which, in serving the higher, is sacrificed to nature itself; — mankind, close to nature, is free from the wicked and impudent destruction of the works of nature in the service of unbridled lust. The interaction of nature and mankind is destined to be universal and uniform: we must therefore not judge its limits by those which now surround us on this earth, where mankind is still in early childhood, where even the organic life of the earth has not yet fully developed, indeed where even the already real life is only recognized to a very small extent by the mankind studying nature. One half of organic creation lies almost entirely hidden from our eyes in the depths of the sea, while the dry land still contains →

=238= The Ideal of Mankind
→ vast, fertile regions into whose life no scientific eye has yet penetrated. — If man and mankind are to live ever more intimately in nature, this can only happen through a new influence of the whole of nature, with the cooperation of God, on the human body, which has become worthy of it, and through a more intimate, free and uniform interaction of spirit and body. Man and mankind can only make themselves worthy of this happiness through purity of heart, through deep reverence, through pure love of nature, through intelligent and profound continued education in natural science and natural art. How we see the physical and spiritual sphere of the senses opening up and expanding in the phenomena of higher life and the more intimate interpenetration of spirit and body, the first glimmer of which we greet with the name of animal magnetism: what an interchange of nature and reason will also begin in our mankind when the higher conditions of life, to which those only germinating experiences now still mysteriously point, then become more general. People who love God and nature are firmly convinced that mankind, which is living ever higher and more deeply, will also become ever more intimately, freely and beautifully united with nature; it will offer ever nobler and more beautiful gifts to nature and receive them from it, until nature and reason will one day unite in a completely uniform, harmonious, interdependent life in this mankind that completely permeates both.
The external Sociability of Mankind with Reason
Just as man, through the body as an organic part of nature, is granted a higher interactive existence with nature, insofar as nature is outside and above the body; in the same way reason opens itself to man in the spirit as in its organic part. Reason eternally designs and forms spiritual worlds, spiritual realms, just as nature does its starry worlds, and unites and beautifies their lives. Every spirit is an independent, inherently powerful being, as a part of the One Power of reason, the world of ideas and reality, that is, of the archetype and the antitype in it, united. All spirits in this One whole are essentially one, undivided, inseparable from it; and in every spirit, as a whole spirit, reason is revealed above it. Just as reason eternally holds within itself its two highest inner spheres before they are united by it as the world of spirits, so it also constantly works on both of them as opposites; on the eternal ideas in an eternal way, but on the eternal world of reality in a temporal way. Therefore, both appear to the spirit as something given, and the world of reality lives before its eyes, in the power and interaction of the whole of reason, its independent life, in which it works, uniting them both as the power of reason. It is difficult to transform what the pure idea teaches in this area into individual perception, since we, → 

 The Outward Sociability of Mankind =239=
→ as human beings, according to the level of education of this mankind, caught up in the interaction of the spirit with nature, have not yet penetrated to the pure and completely clear consciousness of our purely spiritual being and life; the purely spiritual life without the physical one is therefore a little-known territory for us at this time. Our bodies communicate with each other directly, in a physical way, without needing the spirit as a means of communication; but we are not yet capable of dealing with each other in a purely spiritual way without needing the body. Nevertheless, it is just as wonderful how the physical is directly reflected in the physical as it would be if we could recognize and love each other directly as spirits and work together as such. But our present sphere of experience is not the whole of experience, the present level of education of mankind is not its highest; I am calmly expressing here what the original idea of God applied to mankind teaches me. The perfect, godlike, uniform symmetry of beings and of life requires that the relationship of bodies and spirits among themselves, and of both to each other, be completely mutually equal: just as bodies unite directly with bodies and reflect each other, so too in the universe spirits unite purely as spirits for mutual perception and social life; and since in man body and spirit are harmoniously and uniformly united without abolishing their independence and their opposition, the perfected life of mankind in its most mature age must encompass all these social relationships purely and in all their connections; people must be able to perceive each other purely as spirits and purely as bodies and be open to mutual influences; just as the spirits of men in our present experience recognize each other indirectly through their bodies and unite lovingly, so too should the bodies become indirectly able to perceive each other and socially through the spirits. Indeed, since the whole One Spirit World must live both an independent, purely spiritual life and, harmoniously united with nature, a purely human life, and no spheres in the world are opposed to one another without being united again, we have a happy feeling of a social, conscious cooperation between the purely living spirits and spirit societies and those who, married with nature, live as humans. In this latter relationship, the range of all interactions that unite people and mankind with reason as a whole sphere is completed: reason works directly on the spirit of every human being when he rises to its contemplation and love; and the human spirit, on the other hand, striving upwards, weds the natural life reflected in it and artfully formed by it according to the laws of reason with the whole of reason; the influences of reason on the spirit come across into nature through the activity of its body, and what the whole reason creates and forms in the pure spiritual realm, this too is presented to man and mankind and, through them, in an artistic way in nature; just as, finally, the purely living spirit realm also →

=240= The Ideal of Mankind
→ makes the individual life of nature visible and accessible to indirect influences in the infinite number of images of it which are drawn in the minds of men. The fact that our present experience on this earth does not yet represent these social relationships as realized, that spirits only reflect and recognize themselves directly in the bodies of spirits, is understandable because every harmonious union of beings requires a certain inner maturity of these beings, and that, in our mankind in particular, the intimate reciprocal relationship of bodies and spirits, of the entire organic species, and the spirit society dwelling in it, is still far from being fully and intimately perfected, as the vital manifestations of animal magnetism, as well as several phenomena of pathological life, teach us with serious dignity even in experience, where external objects become sensually present to man in a higher way than through the usual paths of the sense organs, where people are immediately intimately and uniformly perceptible as spirit and body. Once the mutual integration of spirits and bodies has been achieved in a more complete, intimate, even, free and beautiful way, then eternal love will also make this mankind happy and beautiful through higher life unions with reason and nature; only then will mankind also gain its pure, free life in, with, and through all reason and everything that is in reason. But I have openly proclaimed what I see in the spirit, and I am certain within myself that future experience will confirm what I have drawn from the fountain of eternal truth. 
The external Sociability of Mankind with Nature and Reason united
Nature, reason, and reason and nature in union, are the three highest spheres in God; man and mankind should be in intimate communion with each of them, so that they are united with the whole of God, insofar as he is his inner worlds. We have intuitionally recognized the external sociability of man and mankind with reason and with nature, each considered for itself, and therefore the sociable interaction of man and mankind with reason and nature, insofar as they are a third harmoniously united being, also demands our attention first.
Nature and reason, originally of the same essence as God, but essentially opposed in Him, permeate each other, united by God, in their One essence and in the same One infinite, entire space, into One harmonious life. The innermost and richest area of this mutual permeation of nature and reason is the mankind of the universe; but the entire area of the permeation of reason and nature is infinitely wider and more comprehensive: for nature and reason permeate each other supremely as whole, undivided beings →

 The Outward Sociability of Mankind =241=
→ with all their power, as it were before the inner creation of their inner worlds, and within this general union also in each of these inner worlds with their mutual inner spheres of association, that is, with the spiritual realm and the highest organic species. It is only from this final sphere of mutual permeation of reason and nature that mankind is the most intimate, and the all-round complete, all-living member. Even if the limitations of our view, caught up in this mankind, and the holy fear of the eternal truth, once clearly seen, prevent us from speaking in more detail about what we only suspect about these higher orders of events, we cannot suppress the statement that the mankind of the universe, that also the mankind of this earth, is destined to be absorbed into higher and more general spheres of association of reason and nature, which exists above mankind. Throughout the whole realm of natural organizations, we see unmistakable traces of spiritual life emerging, according to the different receptivity of each of them, corresponding to the stage of their life. And just as the human body encompasses all organizations in one, complete and balanced, so too is man the embodiment of all individual permeation of the spiritual life of reason with the organic life of nature. But insofar as mankind is spiritually united through the body with organic and superorganic life and with nature, as pure natural life, it artistically forms it more intimately and more beautifully according to the laws of nature and reason at the same time, and in this respect looks forward to an ever higher and more fruitful union of life with nature. Nature also has an equally intimate, uplifting and beautifying effect on the whole of reason through its infinite reflection in the spirits through the bodies, and thus brings the higher state of all-round life harmony, according to eternal laws, closer to this mankind.
In the whole of this sociability of mankind with the united nature and reason, we again encounter, as the most intimate link, the sociability of mankind with mankind itself, hence that area of human sociability which we previously contrasted with external sociability as inner sociability and have already attempted to describe in its organism. This is in accordance with the spherical and organic whole of the world in God, as well as with science, in which all beings live in harmony with all beings, and thus also with themselves in their own inner being and are thus known. The contrast between inner and outer human sociability was revealed in the position of mankind as One world being in God, from where we in this writing consider God and all beings. Yet, since we encounter the mankind in the universe in all its infinity and eternity and as a higher sphere, whose life is to be individually connected with the life of the mankind of individual heavenly bodies, we rejoice at this point in the divine conviction that the mankind of the universe is also →

=242= The Ideal of Mankind
→ One harmonious whole of life, with all its inner members and powers, intimately connected down to the individual human being; and that the mankind of this earth, too, with the growing fullness of its own life through God, reason, nature and through higher wholes of mankind in the universe itself, will be vitally united with ever higher wholes of mankind in the structure of heaven. Purely spiritual interaction is not bound to the spatial and natural law conditions to which bodily life obeys; and even the laws of physical sensory communication and their extreme limits in nature are still too little known to us; we can hardly dare to guess the laws according to which spirits and bodies live within themselves; the holy, God-fearing moment of death, a moment of higher light, is still a complete mystery to us. How should we dare to transfer the impossibility of inter-existence with higher wholes of mankind in the universe, which imprisons us in the circle of our present experience, to the world itself; since the eternal idea of the primordial being demands that every higher whole in God be connected in an interactive way with all its inner members. What science asserts with eternal certainty in the light of the primordial idea is met with comforting intuition and unchangeable hope in the innermost sanctuary of the spirit and mind; and both admonish us to the beautiful, blessed duty that every human being, that the whole of Mankind on this earth, should rise to the archetypal vision of higher wholes of mankind on the higher wholes of the heavenly structure, and highest of all to the God-fearing mankind in the universe, should rise to it with inward spirit and mind, should think, feel and will in its spirit, according to its eternal laws; that through this spiritual vision it strengthens itself to a higher self-vivification, unfolds its individuality ever more fully and beautifully, and thus makes itself ever more worthy of being lovingly accepted into higher orders of life with higher wholes of mankind in the universe.
Humanity's interactive Life with God as the Primal Being united with his Inner Beings
Thus, we have recognized the interactive life of mankind with God, insofar as he is above his inner worlds, and insofar as he is these inner worlds himself; there is still left to us the third sphere of the interactive life of mankind with God, insofar as he himself, as above his worlds, is eternally united with them in one interactive life, and this unity unfolds eternally into One Eternal Life. Just as God, as the One Eternal Cause, creates all worlds in himself, as the primordial whole, in one organism of eternal effects, and each of them with itself, all of them with one another, and all of them, as united, eternally united with himself: so too, as the One Temporal Cause, in one organism of temporal effects, is present in all things and unites their life eternally with his total life, connecting them all →

 The Outward Sociability of Mankind =243=
→ with himself, and thus united with himself. All life is One life, the life of the One God: as of the entire original being: that is, the total life of God: stands in opposition to the life of all individual and united worlds in him, and unites itself essentially, completely and eternally equally with the life of all worlds. God unites nature and reason in One eternal action, which develops into an organism of God's eternal influence on both of them: he unites them so that they freely and independently permeate each other in their whole life to a higher social life, the innermost sphere of which is the mankind of the universe and its life; the whole life of God also has an educative and forming effect in this, their united life, most intimately in its innermost being, in the life of mankind: and just as God is livingly present in reason and nature, in the spiritual realm and in the highest organic species, as independent beings, so he also reveals himself anew to their most intimately interactive life, the life of mankind, and takes his own influences, with which he works in spirit and body, as in individual beings, into his own eternal whole life harmoniously. We recognize inner perfection, justice, intimacy and beauty as the all-encompassing forms of the One Life of God. The Kingdom of God appears to us as the One Kingdom of Virtue in its highest dignity; for God himself is eternal and eternally perfected in himself; and according to the same laws of this divine self-perfection, the life of every being should be perfected in itself in its own virtue, in harmony with the life of all beings and with God's One Life; the moral perfection of mankind is also a faithful imitation of God's eternal self-formation. The One Right is real in the life of God as the One Right Life, as the One God-State: in harmony with it, as part of it, the right life of mankind in the universe, of the mankind of every heavenly body, as well as the right life of every individual human being is to be formed. The interactive life of all beings is the One interactive life of God in and with himself, the intimacy of all beings is the One intimacy of God. And all beauty of all beings is a harmonious part of the One inner beauty of God's life. All knowledge as One knowledge is in God: the knowledge of mankind, and of every individual human being, imitates the divine knowledge, which is eternally perfect, and without time, in all time, at the same time, within all-round limits, becoming, imitating; and the artistic life of mankind is a finite counterpart of the One artistic life of God. In the One Life, God appears to us as the educator and creator of all beings; in him the limitations of the world of all beings are formed; in him they are released in every moment to create a general harmony of life. According to eternal laws, all beings begin and complete their lives in God; and as they progress with their inner perfection, God reveals his higher life to them and lovingly takes them into himself. The divine life as a whole is eternally equal to itself; it begins in every moment, is perfected in every moment in its own beauty, and returns in the periodic life of all its beings, in their periodic rejuvenation, in their birth, in their growth and death into itself; →
.
=244= The Ideal of Mankind
→ in it, as a whole, there is no evil, no misfortune; in him, idea and reality are one, undivided, and essentially united in time-eternal creation. In this view of all life as the One life of God, in the conviction that the life of man and of mankind is the most intimate and beautiful part of life, in which God lives in individual finite beings; in that God-inspired mind that recognizes in the life of all things, as in one's own life, expressions of the one divine life — only in this does love and joy blossom in man, only in this does he become aware of the sacred duty to lead his life harmoniously within himself and with the universal life of God, so that it develops freely and beautifully, in the right measure of all its parts, as a finite likeness of the divine life, and becomes worthy of divine love. — Indeed, the mankind of this earth will also rise to these views, to this art of living in the spirit of God; in this a more beautiful future will blossom for them too, God will also reveal himself to them ever more intimately.
Such a rich whole, harmonious in all its parts, forms external sociability; thus God himself and all beings in him approach mankind lovingly in an intimate union of life; thus they respond to the all-round intimacy which mankind dedicates to God and all beings through higher influences, and take up the life of mankind as an organic part in the One life of God; and mankind lives freely in alliance with God, with reason and with nature — in the threefold alliance with God as the original being and original life. The organism of external human sociability, pure and independent in itself, formed according to the eternal world laws of harmonious interaction, corresponds exactly to the organism of internal sociability; and just as everything that is truly opposed to one another harmoniously permeates and unites, so too do internal and external sociability unite into One living whole. Before we rise to the view of the whole union of mankind, which lives and forms above all the contradictions of life, including those of the inner and the outer, we must first sketch out the mutual union of the inner and outer human sociability.
Interactive Union of inner and outer Human Sociability
The external life of mankind, its harmonious inter-existence with God, is indeed the opposite of its internal, independent life, and its independent life is for itself, viewed from the standpoint of its being, more important than its external life; but that opposition is only possible because the external and the internal life are simultaneously at all times, in and through each other; →

 Interaction of inner and outer human sociability =245=
→ and that earlier existence of the internal life shows itself in time in no other way than that the internal, independent perfection of mankind is the internal and, in respect of God, the lower condition according to which it can be taken up into a higher and more intimate interaction with the spheres external to it in terms of boundaries, so that, in accordance with the progress of the inner self-development, the love and the power of God can also reveal themselves to mankind ever more intimately and beautifully. The external and internal life of all beings in God is itself vitally connected, constant at the same time, constantly mutually conditioning and elevating one another; indeed, this contrast of the internal and the external is in itself an internal in the One original Being, and all life is an internal life in the One Life of God. The whole of mankind, in all its members, persons, powers and works, should live as One Being united with God, reason and nature; its whole being and life should be present in the whole being and life of God, and the whole being and life of God in the whole being and life of mankind, as far as the peculiar limits of mankind are able to grasp the divine. Now, the entire inner human sociability is the inner interchange of all members and persons of mankind, in which they represent their eternal, essential unity while living: hence, the outer sociability is entirely in the inner, and we have to recognize the double interchange now in general and then in its individual members.
The external sociability of mankind is absorbed into the internal sociability insofar as the people who are united in internal societies devote themselves to it in a social way, so that the external sociability has an effect on the internal sociability. Because the demand to unite one's own life with all external beings, which every single person already fully and undividedly perceives and strives to fulfill, returns in a strengthened and expanded form for every higher person, for all members, for all active associations of people, and indeed in a peculiar way. Every inner sociability forms an organic sphere of higher life according to One social idea; it therefore also offers God, reason and nature a self-contained, characterful sphere for mutual influence, in order to form with them a true unity of life according to a social ideal. Therefore, all people united in a particular society should become clearly aware of their social calling for external, interactive life, and as One human Being, as One Union for external sociability, should lead this higher, interactive life and develop it artfully, insofar as God, reason, and nature lovingly open themselves up to them in their sphere. This is what the basic societies, the working and the self-working societies, each for itself, and all of them in their ever higher associations, up to their all-round social life should do as One mankind. If, therefore, every individual human society simultaneously forms a covenant for external sociability, a covenant with God, with reason and with nature, then all these individual covenants unite in the One Covenant of Mankind →

=246= The Ideal of Mankind
→ for external sociability, in the One covenant of Mankind with God, with reason and with nature, which in itself, since God organically holds reason and nature within himself, is One Life Covenant of mankind with God. Just as every union must be formed purely and independently according to its own idea, so too should the One Covenant of Mankind with God, as a whole and in the rich organism of all its parts, be formed freely according to its idea, according to the idea of the interactive life of free, independent beings. Thus, in its entire structure, it follows a twofold law, first the life laws of God, nature and reason, and then at the same time the inner laws, thought of in their interaction. That beings that are to be united are first present to one another inwardly and ideally, that they respect one another, desire their union and love one another, we recognized this as the condition of every interactive life, both of higher and subordinate beings, as well as of beings subordinate to one another; we recognized the love of all beings as the One Inner Love of God; we called the whole inner vitality for the union of life with external beings the intimacy of a being; in the reciprocal intimacy of all beings we recognized the One self-intimacy of God, and saw how mankind unites socially in order to develop its devotion to God in all aspects and in harmony, and to make itself worthy of the love of God, reason and nature, so that it may be accepted with them into a higher union of life. In the bond of intimacy of mankind, and in the bond of intimacy of every subordinate society, as well as in the intimacy of every individual human being, we saw the inner preparation for external sociability: and in the intimate mood of the spirit and the feeling and of the whole human being, the consecrated place, the innermost center, for the beginning, development, and completion of the outer sociability of mankind. Therefore, intimacy and bond form a true whole for truly animated external sociability, and all the higher influences of God, reason and nature are linked to the intimacy in every person and in every society; most freely, most sublimely and most intimately, therefore, to the intimacy that mankind as a whole practices in the bond of intimacy. The intimacy of God and his highest spheres eternally precedes the intimacy of mankind, accompanies it, and is reciprocally the eternal essence in which their union of life begins and is completed; in the real life of change, however, intimacy and love grow, and with it man becomes ever more capable and worthy of ever more intimate union of life.
The independent life of mankind, which it leads as a free, independent being in God, is not abolished in its interactive life with God; rather, its freedom and independence are strengthened, affirmed and beautified. For God, reason and nature reveal themselves ever more clearly and harmoniously in their interrelations with mankind in a peculiar way to every single, intimate person, to every friendship and family, to every tribe and people, to every active association;→

 Interaction of inner and outer human sociability =247=
→ the knowledge and love of God and of all beings grows in them, and in the life of the whole they recognize their own nature, their own dignified destiny ever more clearly and in many more ways; they recognize the limitations of their nature, but these become dear to them because in them they form themselves into God's likeness; the effort to fulfill them freely and beautifully grows, since they see their free, god-like independent life ever more intimately united with the exaltation of God. The life of God has an uplifting and beautifying, strengthening and formative effect on every inner life of God-loving mankind; its external sociability completes the life, dignity and beauty of the inner life; and worthy and beautiful in itself, the interaction with God is at the same time the most healing for the inner independent life of mankind, which, forming itself in the whole, can only be perfected in all-round interaction with Him.
Thus, external sociability unites with internal sociability; but external sociability also absorbs internal sociability just as intimately: for every individual human being and every human association, as well as all of humanity, presents itself to reason, nature and God as living, organic wholes for intimate influence, and makes itself present to the inner life of these higher beings; therefore, all individuals and all societies of humanity also take part in the social intercourse with those higher beings as independent persons; just as we saw that every person, as such, is effective in the social exercise of intimacy. The outer sociability has an educating and forming effect on the inner sociability, and the inner sociability transfigures, expands and beautifies the outer one in turn; because, the more closely people are united with one another, the more perfect they are in science and art, in virtue, justice, intimacy, and beauty, the more worthy and capable they are of celebrating the interactive life with reason, nature, and God in harmonious sociability. — Thus, the external life of mankind affects the internal, and the internal on the external one: they penetrate, elevate, and beautify one another in constant interaction, and perfect mankind as an all-social, all-loving being in God.
It is beautiful and gratifying to recognize this interaction of external and internal human sociability in its inner structure; but our purpose requires only to recall the most important aspects of this interaction. — The inner basic societies gain in inner and outer life in, with, and through the interaction with reason, with nature and with God, and become rich in the fruits of joy and beauty; because, connected in a higher life with God and his world in an all-essentially intimate way, they now reach up to God in a constantly ascending higher personality: and each of them sees in God and his primordial life its own infinite model: the individual recognizes and loves in God the unique, primordial self-being and self-life, and imitates him in purity →

=248= The Ideal of Mankind
→ and innocence of heart with all his strength within the limits of his own life; families see and love all beings as One infinite family, whose head is God; friends recognize and honor the friendship of all good beings in the interaction of the world, but in God they love the friend of all that is good and beautiful; and the mankind of the earth sees in God and in the life of God, as it becomes known to them in reason, nature, and in their own inner being, the eternal ideal, according to which they recognize and feel that they are destined to develop themselves in a unique way, with God's help. — The original form unity and all its parts, for themselves and in their harmonious interaction, gain in the interaction of mankind with God and with the world a higher, more extensive area and higher unity of life, and thereby strength and harmony of their peculiar activity; because, inner goodness according to the law of the most personal life, justice, intimacy and beauty are inner forms of God, which encompass all beings in God and all life. Just as God's life is only One, just as all beings are One organic being in God, so too is the inner perfection, justice, intimacy and beauty of all beings One whole; the whole world is One kingdom of virtue, One righteous life, One intimacy, One beautiful life in God. In looking up to reason, to nature and to God, and in the unity of life with them, the original form of mankind as a whole, as well as in all its inner parts, rises to its original whole; and sees itself in its pure dignity as an organic part of the One world institution of God for the representation of the original forms in all its beings; only in this unity of knowledge and life does virtue, the righteous life, the intimacy of mankind and its life gain beauty, light, warmth and power; only in this way can it complete itself in all respects and uniformly as an organ of God in itself, as a citizen of the One God-city, as an intimate being in the life of the One eternal love, and as a harmonious part of the original beauty of God. — But we saw the Devotion covenant as essentially united with the entire external sociability of mankind; we saw it as the chosen, actual place where the life of mankind and the higher life of God permeate one another, and from where mankind, united in One covenant with God, in clear consciousness and with true, purely moral freedom, effectively spreads this external sociability throughout its entire inner life. The Devotion to God Covenant prepares mankind to become a temple of God, and God then reveals himself to it in individual influences; the devotion covenant is raised through God's cooperation to a covenant of life with God, to a covenant with God, from which the life and love of God spreads over all parts of human life. The Covenant of Devotion with nature consecrates the mind to pure love, to free, beautiful interaction with nature, with all of its life, as far as it opens itself to the life of the organic species; it teaches to respect nature as the sister of reason in God, as worthy and beautiful in itself, equal to reason, and leads mankind towards nature as a worthy companion of its innermost life, → 

 Interaction of inner and outer human sociability =249=
→ it awakens research, fires artistic diligence; mankind, thus educated by nature, is worthy of ever more intimate love and revelation, of ever higher power. Mankind rises to the point of beholding the individual ideal of the natural life of this earth, and of surveying it at every moment as One whole life of its members in its individual beauty, as well as in the individual whole of this solar system and this solar structure; with conscious art it then works all-round and harmoniously into the whole of natural life on earth, in order to perfect the earth as One harmonious whole according to its own law, and at the same time free according to ideas of reason; it strives to harmoniously resolve the discords of the previous uncontrolled abundance of power in the pre-organic nature on this earth, and to create peace between it and organic life; with the help of loving mankind, the earth is inhabited by plants, animals and people in a uniformly beautiful and harmonious way; an all-encompassing art of natural cultivation perfects the sphere of life of individuals, families, friendships and free sociability in beautiful gardens; [it perfects] the seats of the tribes in individual mountain and valley regions; in countries that are more satisfied in themselves, [it perfects] the scene of life of the peoples, and in the whole habitable land a house of mankind, a holy dwelling of God; the whole of mankind concludes a covenant of love and life with nature, the earth becomes an Eden, and men its angels.
Finally, the Werkbund [Work Covenant] and independent-work alliance of mankind also receives something equally good and beautiful from its interaction with the entire external society of mankind in God. In its creations, science imitates God and his world structure; God is its foundation, its beginning, its infinite middle, its end, God is its object, God is its source of knowledge; where science blossoms pure and in a divine form, it consecrates the whole human being to beautiful intimacy and makes him worthy of God, revealing himself to him clearly and vividly. Love for God is the primal drive of science, love for God is its ever-growing effect. True science recognizes that in God alone, as the primordial being, all infinite knowledge, eternal at the same time and at once, and all knowledge of finite beings is a faithful likeness of divine omniscience within the limits of their nature and temporal formation. In pure, godlike striving, in the beauty of artistic development, in the certainty and organic perfection of its knowledge, the spirit reconciles itself with its finiteness; and with blissful pleasure God recognizes in all finite spirits, in each individual and in their social research, a beautiful, finite image of himself and his world, emerging in eternal youth. God opens and expands the sphere of their inner and outer experience for spirits who are deeply searching for God; the world of ideas becomes clear to them in the light of reason, nature unfolds ever higher, richer wonders, and the mankind of the universe also becomes closer and more vividly connected to them. Thus, the ever-growing science favors the interactive existence of mankind →

=250= The Ideal of Mankind
→ with God, and it then appears in its eternal dignity and the formation of science in its holiness, the science of mankind develops in harmoniously beautiful, thoughtful enthusiasm and in well-ordered, wise movement, in the likeness of divine knowledge.
The artistic community also experiences a similar transfiguration through external sociability: for it lives in it as an organic part of the One inner artistic life of God; the area of its activity expands; and in the interactive life with God, everything beautiful attains its highest dignity. God is the One artist of the world, who completes everything in him in One life, adorning it with One original beauty; the finite artist, however, is God's finite likeness; his striving and his activity are godlike, and the beauty of his works is a limited image of the eternal original beauty. Blissfully within himself, the eternal artist sees the artistic endeavors of all his beings, the emerging beauty of their works and their imagery, and lovingly absorbs them as living beauty into the primal beauty of his eternal life, in which he, eternally satisfied, uniquely reveals the whole of God in every moment.
The educational association also receives new and higher life in external sociability. All education that mankind practices, upbringing and training, is part of the One education of God, with which he lovingly educates and trains all beings; in the interrelationship with God, with reason and with nature, mankind absorbs all the higher, upbringing and training influences of God, of reason and of nature, and its self-education unfolds in artistic harmony with the upbringing and training that God himself, reason, and nature give it. According to the same laws by which God upbrings and trains the world, the individual also educates himself, societies educate the individual, the individual educates societies, and societies in turn educate each other. And just as the self-education and training of mankind gains strength and life through external sociability, so too does the educational association, for its part, educate mankind with thoughtful art to ever more intimate and harmonious external sociability.
So, we have now considered the inner structure of human society in a uniform manner. First, we recognized the eternal, fundamental unity of mankind in God, as the One, individual being, in which God eternally unites the One reason and the One nature in harmonious life. We saw that the countless free individuals of the One organic species are constantly united by God in loving influence with the countless free individuals of the One spiritual realm in One life as an infinite number of individual people, into whom the One humanity of the universe is divided in God, but not divided. In this eternal, fundamentally essential unity of all beings we recognized the basis of the essential inner equality of all →

 Interaction of inner and outer human sociability =251=
→ individual people, the basis of their differences and peculiarities, as well as the basis of their love, their community and their social life. In that eternal unity we saw the necessity that each individual could only develop the individuality of his life in society, even as an individual: in society we saw the eternal drive that moves the heart of every individual human being, in his whole being and in all parts of his destiny, to form a true life-union with other people. Hence the task arose for us to recognize in the organization of all human societies how individuals, in harmony with the life spheres and periods of nature and reason, also represent that eternal, fundamental unity in the social unity of their temporal life. We then considered how the innermost fundamental contradictions of mankind are first united in One life in basic societies, and how people, starting from the indivisible personality of each individual, unite into ever higher persons, until they rise to the representation of their eternal, fundamentally essential unity in One highest person on every heavenly body and on ever higher wholes of the heavenly structure. We then investigated how these basic persons of mankind in One working society, as One Person, accomplish their lives in the original forms of life, in the union of virtue, justice, devotion and beauty, how they encompass the basic works of mankind, science, art and their harmony, and the Education of Humanity in One Work Activity, and organically develop this entire activity as a Werkbund [Association of Craftsmen]. Our consideration of the inner human sociability was then concluded by the insight into how the entire working activity is organically distributed into the basic persons, and how the basic societies and the working societies mutually live in one another and glorify one another. Then we turned our attention to the social living conditions which unite mankind, thus organized within itself, with God, with reason, and with nature, and which eternally confirm the eternal, fundamental unity of mankind with God in life. The entire external sociability of mankind transfigured itself to us as One life-long covenant with God, which we recognized as permeating basic societies and working societies and being permeated by them; Finally, we explored how external and internal sociability form a true unity in essential, organic interaction.
Thus, after we had recognized the eternal origin of all individual men in the Eternal Unity of all, we rose from individual men and their individual lives to the social unity of the mankind of the universe, always ascending from the individual to the socially united, from the union of the subordinate opposite to that of the higher one. In this we followed the order of universal life itself, which on every heavenly body in a →

=252= The Ideal of Mankind
→ similar sequence, in a similar parallel progression, according to unchangeable laws, develops from individual human beings an organically perfect social mankind. But every temporal development imitates the eternal order of things in reverse order. The fundamental essence of the living being is what remains in its temporal life; in it, what is lowest and outermost in the eternal order first emerges in constant life formation, and progresses in time from the lowest to the highest, from the simplest to the complete, from the individual to the whole, from partial life to organic whole life. But when a being has reached this organic whole life in its own form, then its life is at its peak, its maturity begins, and when it has stood in it for the predetermined time and has glorified God within itself, then the loving influence of the universal life, according to God's laws of life, dissolves the bonds of its life; this circle of life opens up; Freed from it, it then, led through death into a new area of life, forms a new one in which it once again unfolds its primal essence with new strength and beauty. So the individual human being, so humanity on every celestial body, on every higher whole of the heavenly structure.
In all societies that act as uniformly opposing members or as members that are interrelated, we recognized above them and above their mutual union a higher member in which their opposition is originally formed and their life, uniting this opposition, unfolds according to a uniform law. Thus we rose from the individual human being to mankind as the One highest basic Person, which encompasses all individual basic societies within itself; thus above all working associations we saw the One universal union for all Working Activity, which organically contains the working societies for the basic forms and for the basic works, as well as the educational union; and thus every external sociality of mankind proved to us to be part of the One life-long Union of mankind with God. We have also recognized the mutual union of basic societies with the union of work, as well as that of external sociability with internal sociability. But even above these two opposing members, the law of all being and life still requires a higher social whole, which, above its opposites and before them in terms of dignity, develops the opposite life according to an ideal and law within itself. Thus, we have come to recognize mankind as One social whole, above and before all its internal contradictions, before and above all its internal divisions into members, persons and powers, how it encompasses in One whole life every individual and all higher basic persons, the activity of the individual and of themselves as a whole, their inner and outer sociability; how all individuals are called to unite in One universal union of life, in One union of mankind, and thus to represent the eternally →
.
 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =253=
→ essential unity of mankind in time in a truly organic life.
We now direct the gaze of the spirit to this highest, all-encompassing life-union of all people. Strengthened by the contemplation of the individual, we will still clearly and brightly recognize in purely ideal perception what our experience in the life of this mankind does not yet represent, to which it must only rise freely in the contemplation of the eternal archetype. It is all the more important that we strive for clarity and completeness of view in this most important part of our consideration. I am happy to sacrifice the ornamentation of speech for the sake of clarity and comprehensibility. Just as the union that we are now considering encompasses everything human that we have recognized in detail up to this point, I am not intentionally avoiding repeating some of the thoughts contained in the previous section; for it is good that the essential repeatedly comes before the mind's eye when it is to summarize it into One whole, and honest misunderstandings cannot be prevented in any other way. So we begin this consideration, remembering the eternal fundamental truths about mankind.
The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind
The mankind of the universe is One organic Being in God, as the One Union of reason and nature, eternally created by God. It is eternally the highest whole of its kind, which has nothing similar outside of itself; in it are the mankinds, the highest living wholes in the universe, the mankinds of every solar system, of every individual celestial body, of every part of the earth; in it are eternally contained as independent members, according to their eternal essence and their life, every national association, every people, every tribe, every family, every individual human being. Only from the idea of universal mankind does light stream upon every individual in it; only in rising to it does every subordinate life in it gain wholeness, symmetry, posture and beauty; only in the life of the whole can it exist, grow and be perfected. All individual people, as the last indivisible parts of all mankind, are completely equal among themselves in their eternal essence, as well as in what remains in time and in the laws of their life; they have the same limb structure, the same powers, the same calling, they enjoy the same relationships to God, to reason, to nature and to the mankind of the universe. Every individual human being, indeed every part and every power of it, is free and independent within its own sphere, alone, and at the same time united with every higher whole of mankind, and with mankind itself: they are only healthy and beautiful when their life is held in the life of the whole, →

=254= The Ideal of Mankind
→ and is intimately connected with it. The fundamental unity of all people is eternal, in essence, not in time, before and above all life; mankind, as the fundamental unity of its sphere, eternally creates within itself all individual people, with the eternal fullness of each person's individuality; it is, in eternal being, the condition, the source, indeed the fundamental force of all their inner life. Therefore, this fundamental unity is also the source of love, the creator of community and of the association of life within the limits of individuality.
We recognized it as a universal law of the world in God that the eternal unity of every being unfolds in a timeless life of its organic interior, that this unity is what creates, binds, and maintains the entire inner life; further, that it presents itself in time by combining all the indivisible parts of the interior with itself, and ascending with all higher parts and, most of all, with itself, returning to itself in a perfected form of its eternal being and preserving itself in its inner multiplicity. We also recognized this law for mankind. The previous considerations have shown how it expresses itself as it rises from the individual to ever higher social associations; and as we now rise above everything individual and above all opposites, we will recognize how finally the eternal unity of mankind, which reigns over and before all divisions and opposites of existence and life, attains its full transfiguration in the life of all individual people in the time when it unites all, purely as people, socially for the development of the human life of all as One organic Whole.
Now then, that fundamental unity of mankind is the unity of the highest sphere of association in God, the unity of reason and nature, vitally united by God; therefore, the highest social association of people, insofar as this fundamentally essential unity drives people to form it, is also a harmonious work of reason and nature; but most of all, it is God's, insofar as it unites reason and nature into mankind, and is present in all of nature, reason and mankind, as well as in every individual human being. The temporal unity, too, as a perfect likeness of the eternal, is eternally essential, eternally equal and imperishable in the universe; hence, in every temporally forming part of mankind, and still in every human being, there is a common striving to gather together in One Mankind, and to unite all members, persons and powers, as they are eternally united in One eternal Whole of being, also in One temporal Whole of power. This union, which deserves the name of the Human Covenant, is the union of all persons and forces of mankind in One Whole of reason and nature, body and spirit, mankind in itself, and in loving union with God, nature and reason. Just as reason and nature are originally One Being in God, but at the same time, as opposing beings living eternally, without →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =255=
→ destroying their free independence, they also prove their original eternal unity in their temporal interactive life as One Being: so too should all people in the Human Covenant, intimately united, assert their independence and develop it harmoniously; not destroy the opposites of their nature, but fill them in all forms, and thus live together in One Person, under the constant revitalizing influences of God, reason, and nature. All people should, above and before the division into individual people and into male and female mankind, above the opposition of basic societies and working and independent-working associations, as far as the boundaries of the community drawn by God, reason, and nature extend, unite purely as human beings, living in mutual interaction with the eternal essence which they all have in common as the basic component of their life, in order to complete their life as One Organic Whole life. This endeavour, therefore, encompasses the life of mankind as a whole and everything individual in it, insofar as it is a part and member of this whole, as such emerges in and from the whole according to the idea of the whole, and insofar as it is to be completed in interaction with all secondary parts, and can only be completed in this way. The human Covenant is, therefore, not equal to the whole of human life, which consists of all its inner parts, but it is the highest part of this life, insofar as it is, as a whole, before and above all its inner parts. In this Covenant, people, as individual people, return to that eternal unity of being in which they originally stand; in it, as in the total union of its life, mankind celebrates its eternal primal unity in the eternal life of its individuals. Since it is based on the eternal state in which reason and nature are One United Being in and through God, it stands as a higher whole above and before the opposition between basic societies and active associations; it shows itself to be simultaneously the highest basic society and the highest union of work and independent-work; as the whole-life association, in which and through which every individual life association is formed, it rules over the opposition of the active and the basic associations. Furthermore, his striving also encompasses the physical, the spiritual, and the divine in man equally. He unites all people in the entire area of their spiritual, physical, and divine community, purely as people, as whole people, as members of the whole mankind, whole in spirit and mind, in inclination, and in will, so that they live their lives, as One Whole life, in the spirit of the whole mankind. If, therefore, every individual human being and every social association that we have recognized only encompasses a part of the whole of human life and appropriates all other parts only in a perspectively decreasing relationship, then above and before them all the human union encompasses the eternal being and the temporal life of mankind as a whole, insofar as it is a whole and an organic, limb-living whole, which contains everything that is individual as its inner parts, whatever is real in the individual human beings and in their individual endeavors and social associations. In the union of →

=256= The Ideal of Mankind
→ inner and outer sociability, all subordinate opposites are united, but in the union of humanity, people rise above these opposites and form something truly higher and highest in this sphere.
The purpose of the human covenant is, therefore, that mankind, in every area of its existence, in all its individual persons, members and powers, should act as One living Being with all its undivided power in order to develop and present its entire eternal essence, as a whole and in all its parts, as an independent being in harmony with God, reason, and nature.
In this union, mankind, as a whole Person, and thereby in all its subordinate persons and members, becomes fully and completely conscious of itself, mature, and free. Insofar as it lives in it as a whole, it is higher and higher than every individual within it; higher than every person, higher than every individual expression of life, higher than every active association. In the human union, people unite into One harmonious mind, they become like One body and One soul, like One person, they work in One will that equally encompasses everything human; therefore, when the human union is fully developed on one earth, it animates and governs all the inner persons of humanity, all individual forces and works, all individual basic societies and active associations; but to it, everything individual in mankind, every person, every force, every association that is directed towards something truly human, is sacred; it guarantees its freedom and independence, brings everything individual into the right measure and relationship to everything else and to mankind as a whole; it creates peaceful community, loving harmony, and joyful cooperation between all individual human beings. It gives everyone free opportunity to develop themselves in everything human, in the spirit of mankind, from inner forces, and at the same time in a strengthening union of forces with all beings. This creative, sustaining and vitalising influence of the human Covenant on every individual human being is similar to the influence of conscience on the life of every human being: it works solely through the inner free powers of the spirit and mind, through the eternal primal power of the true, the good and the beautiful; it never intervenes violently with merely indirect and external forces in subordinate spheres of life; it does not awaken and educate through fear and hope, but through insight and love, for it is free of fear and full of hope. The human Covenant would hinder and destroy itself and mankind if it tried to have a hindering and destructive effect on any individual human being, which can only flourish in a free life of its members; it would degrade itself if it tried to use anything inhuman in its educational means; then it would itself sink like the structure of the body, whose →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =257=
→ whole life force hinders and spoils the free life play of its subordinate organs.
We recognized it as essential for each individual human being to become clearly aware of their entire mankind and to live as a whole, undivided, harmonious being; that he should rise to the view of this entire earth and all of its mankind, indeed to the view of the universe and all of mankind, and live his own life in a spirit of Godliness, in the spirit of universal life in God, in its own fullness and beauty. We saw this requirement recur for families, for friendships, and for free societies, and then also for all higher societies, which, in accordance with the increasing proportion of their size, should live in increasing abundance and beauty like One harmonious Human Being, and should shape this eternal essence of mankind as the highest sphere of association in God, ever more worthily over time. The purpose of the human Covenant therefore includes the individual as well as the whole of mankind. The individual can and should live in the spirit of the whole mankind, and mankind as a whole should work for the free and harmonious perfection of each individual. The human Covenant is contained in part in all basic persons and in mankind as a whole, just as it includes each individual, all basic persons, and all of mankind in its own particular area. The individual can and should begin the work of this covenant, but only the whole of mankind, not as a mere crowd next to one another, but as a free organic society, in, with, and through one another, according to a common plan of people living and working in accordance with the same original model, is capable of developing and carrying out this work completely and uniformly in the entire area of life on earth. By its very nature and purpose, the human covenant is the most essential and first society among men; and this dignity is then proven by the fact that only the whole of mankind, with the cooperation of every individual human being, in all-round sociability, can satisfy the purpose of this union. In the order of eternal things, the human Covenant is, therefore, earlier and higher than any individual human being, than any individual social association; and in the formation of all things in the One life of God, it is eternally unchanging, equally perfect in every moment: only in every subordinate whole of mankind does it show itself in time as the last, all-encompassing link in the entire development of human life. Because, every subordinate whole of mankind follows the general law of life: that in the eternal primal whole of this kind, in that which remains eternally throughout all time, in every primeval, growing germ of this whole, the members and powers unfold individually, one after the other, fighting against the limitations of the world, and only in the maturity of life do each one, in the right measure and perfect form, intimately united with everything else and with the whole, gain a truly organic and complete life. Thus the universe →

=258= The Ideal of Mankind
→ contains an infinite number of subordinate wholes of mankind, whose life is revealed in nature in just as many subordinate wholes of the heavenly bodies; among them an infinite number of every stage of human life, and each of them is animated at every moment freely and peculiarly, in harmony with the life of the universe. Although each subordinate whole of mankind describes the same path of life in its own way, the mankind in the universe is nevertheless completely equal to itself in every moment of time; in every moment it encompasses individually beautiful perfection in all possible states of its life; in every moment God, in its life uniting reason and nature, is equally perfect. Without thereby depriving anything of the eternal perfection of the universal life in God, mankind develops in every individual heavenly dwelling place, through the primal drive that animates all individuals and is held in its eternal, fundamental unity, from individuals and families into ever higher basic societies, from individual branches of work activity up to the all-embracing work union [Werkbunde]; only later does it rise to independent-work activity, to conscious self-education; only then can the first beginnings of the human Covenant germinate in individual God-inspired people, rise from families and from the friendships of individuals to family associations and to ever higher basic societies, and at the same time the individual working and independent-working societies can gradually be won over to the life circle of the human Covenant; until finally, as their whole life begins to mature, the entire mankind of one heavenly dwelling place is united in One human union. Only through the fundamental, essential unity of mankind, which remains constant throughout all time and stimulates all life, is it possible for life to unfold to its harmonious maturity in constant development, rising from the individual to the whole, and to present in itself that eternal, primal unity as the eternal likeness of it.
To observe mankind in its emergence and gradual development on an independent heavenly abode and, in the whole of this observation, to follow the human covenant in its first germ up to its maturity, which includes all people, in constant development, so that no stage of life is overlooked — this is an essential part of science; but it exceeds the limits of our project, which is limited to observing mankind in the general essence of its life in an archetypal manner, and thus to obtaining the pure model image which may shine before it in an uplifting and comforting way in still more imperfect states, and which it can only represent in a single heavenly habitation in the maturity of its life in a uniquely beautiful way, although always limited. When we speak of something real, as we did of so many other things before, and here of the human Covenant, which may already be germinating on our earth but will only blossom fully in the distant future and make mankind happy, → 

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =259=
→ we are speaking of its eternally essential, constant reality in the universe, which will also come about on this earth in a peculiar way when the time is right. In the future, I hope to show in another place how the whole of human life, and as its highest part also the human Covenant, develops in constant transition over time when people have only become capable of the highest sociability for individual parts of the human destiny through social life, both in an archetypal way, according to the general laws that encompass the universe, and in an antitypical way, in the actual life history of this mankind; and from this twofold knowledge it will then also emerge with full clarity what every individual, what every society, and every working, but especially every independent-working association, has to do in our present and in every future, in its part, so that the human Covenant is also founded for this mankind and one day in joyful prosperity encompasses this whole earth. But now the focus is purely on the ideal perfection of the human Covenant, which only an already mature mankind can absorb within itself.
Thus, the human Covenant appears to us at the same time as the highest social work of art that people develop on earth with God's cooperation. Its laws are to be determined partly by the essence of the work to be created, that is, of human life itself insofar as it is the work of mankind, partly by the essence of the inner forces of mankind that produce it, and finally by the cooperating power of God, reason and nature, insofar as these are above and outside of mankind. The human Covenant practices the art of living for all of mankind, whereby it develops itself in itself and in all its relationships with God and the world from inner forces and perfects itself purely according to the laws of God's universal life in its finite but beautifully fulfilled sphere. The fullness of life of mankind in the universe is inexhaustible, endlessly new in every part of time: its powers are eternally youthful, it itself and each of its works are always receptive to new beauty. This essential, primordial wholeness or infinity of the life of all mankind proves itself in the subordinate infinity of each of its members and works; even the unique ideal of each people, each family, each individual human being still encompasses the eternity of time. The realm of recognizable truth for science, and the realm of all that is alive and beautiful that can be represented by art is infinite and inexhaustible for any finite number of people and human societies, even in an infinite time, and with the best, harmoniously sociable diligence. In this way, mankind would be able to develop itself in a godlike manner in what is genuine and purely human, with pure goodness, justice, devotion and beauty, and with ever-increasing self-development, without ever needing to fill time with what is inhuman, with error, with ugliness, or with anything evil. →

=260= The Ideal of Mankind
→ The higher its life developed, the higher it would strive; the more it succeeded, the more and the more glorious things it would see before it. What is eternally essential and perfect, what is morally good, what is just, what is intimate and beautiful, what is true and what is full of life, that is, what is human, lives in itself and shows itself without needing what is contrary to its essence and imperfect, that is, what is inhuman, as a stimulus or as a fright. The mankind of every heavenly dwelling place must, through the fear and terror of evil and misfortune, prove its own primal power and fullness of life, eternally created for it by God, and fight its way up to human dignity, to the harmonious fullness of its life. But after it has demonstrated its own strength through suffering and struggle, then its pure, unclouded life begins; only then can it no longer recognize and develop itself in destructive conflict, but in constructive love, with complete worthiness; only then does its human Covenant also gain its balanced form, its full life, in which it directs all its forces purely and directly towards what is essential and perfect. If this covenant had already been the only sufficient means of purifying the mankind of an earth in earlier, still impure conditions, it has only become completely essential and all the more blessed as life has matured. His sources of life will never dry up again as long as this mankind lives, and from the high point of its life it can grow in God according to the laws of universal life, and be taken up into the higher whole of life, in a blessed, beautiful death, but it can never sink back to what is contrary to humanity, to evil, in this life.
Although the human Covenant, as the first essential society, only came late among men, growing only gradually from several scattered germs to a definite form and a peculiar life, it nevertheless recognizes in its first development, as well as in its highest maturity, all people who live in its heavenly abode, from the first couple to the last, as essential parts and organs of one mankind, indeed as its own preparatory members. And even if thousands of millions of people died before its independent emergence, they also contributed to the structure of human life, they also prepared its emergence and its effectiveness; — in the imperfect conditions of this mankind in a fateful present they offered their higher existence and life as a venerable sacrifice for a more salutary future. The God-devoted, scientifically educated person does not see in death an eternal, indissoluble separation of individual people, but the beginnings of their higher unions in purer, freer realms, in a comforting, reconciling reunion, if they are worthy of it; a divine premonition tells him that those who die immaturely here, even those who have sunk and been desecrated in the limitations of the world, will be educated to a higher level in appropriate spheres in the beyond, improved, purified and given back to human dignity. →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =261=
→ In this view, in this pure love, the human Covenant also regards all previous generations, from the first man to the last, as One organic Whole, and everything good and beautiful as an organic part of this peculiar human life; on the other hand, he recognizes everything inhuman that distorts the previous life, all the wounds that mankind previously inflicted on itself, as sacrifice in the fight for free independence; and he finds himself as the godlike power which is to protect mankind from that self-desecration for its entire future, to heal from those wounds, and to ensure the health and purity of its life until the end of its days.
Mankind itself exists and lives in all its inner persons, and therefore also in all its individual, indivisible elements, that is, in all individual people. All of them, without the exception of a single one, are completely equal beings; as completely equal people, they should therefore be united in One life in the human Covenant. Despite all differences in age, gender, profession, way of life, nation, and era, there is nevertheless in all people the same fundamental and primary essence, the same eternal basic being, the same thing that remains in all time, the same mankind. All these differences are only possible in and through this fundamental, unchanging equality of all, as different, uniquely animated and beautiful developments of the same eternal essence, the same unchanging mankind in all its inner parts. Even if all these differences and opposing developments in still more imperfect states of mankind differ more through their opposing defects and perversity than through their peculiar goodness and beauty, nevertheless, despite all the deformity, the inner, eternal, fundamental basis of human dignity remains untouched, and the primal drive for pure fullness and beauty of life does not rest; it breaks out at the appointed time in order to remove these defects, to purify itself of what is contrary to mankind, so that from now on all people in all things human in the common area of the human Covenant are purely united as human beings, merely through the opposing, equally worthy and excellent development of their eternal humanity, as the eternal essential common to all, differing in peculiar goodness and beauty as intimately united members of the same being, without therefore distancing themselves from one another. Because everything individually human, on which the essential opposites of people are based, which in the unfinished state of mankind hardly allows them to be recognized by the uneducated mind and the cold heart as beings of the same kind, everything that is individually human, in its own essential nature, does not directly concern the whole person as a whole. Although essential to the whole, as a part of it, everything individual that distinguishes people is not the primary essential, but is contained in the primary essential as an essential of a lower order. →

=262= The Ideal of Mankind
→ Indeed, since the first essential, the eternal in man, remains unchangeable in all times, it unfolds in itself and in itself in an eternal primal drive an infinite fullness of form of life and beauty of all individual parts, limbs and powers; and since this "first essential" demands its own fullness of life and beauty in every moment, everything in him constantly changes its form. Not only is the immaturity and inhumanity in all individual people and human things transitory, but also the genuine, pure and beautiful form, insofar as it is temporal, changes with the times, and each individual human being in a single heavenly dwelling place lives until the fullness of the eternally essential has fully and harmoniously unfolded in their life. To be human is, therefore, more than just being such a human being, than just being this human being: for in the eternal and universally human, which is completely the same in all, and through it, unfolds the intrinsic excellence, the beautiful individual way of life of every human being, every family, every people, every mankind. With this insight into the eternal, primal equality of all, when it passes into life as wisdom, the foundation of the structure that the human Covenant is to complete is laid; complete equality purely as human beings with each individual's own way of life is the first social jewel of all its members. This equality does not abolish the inexhaustible, lively diversity of people according to their own, equally worthy development in everything human, so that they envy and misunderstand it: rather, in all, however different, original forms, they seek and find the good and the beautiful, as what is truly human, they recognize, appreciate and love it, and develop all those differences of individual life with virtue, justice and devotion in a uniform and ever higher manner according to the archetype of One harmonious, original human life.
The universality of the human Covenant is eternally founded on this. According to its idea, it includes the mankind of the universe, and also, in every subordinate heavenly dwelling place where it has matured all people as real members. The idea of human life, in which mankind lives as One organic being with undivided power, is essential first and foremost to every individual human being; every individual human being can and should live freely and independently within the limits of his own person in the spirit of mankind and of the human community, and link his free, inner contribution to the life of mankind to the efforts of the entire human community. He must think, feel, will and act in this idea if he is to fulfil his destiny as part of the whole, if he is to be perfected in himself and in all his external circumstances. This life in the idea of the mankind of the universe, which is directed towards all basic societies, towards all working and independent-working associations, towards independent and social life, and in which man recognizes and educates himself as a whole human being, purely as a member of all mankind, this life is for every individual, →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =263=
→ as well as for every social association, the highest, the most essential, and in terms of dignity, the original one; because, without it, nothing human can flourish and be brought to maturity in the individual. Because the individual can live independently and freely in the spirit of mankind and its Covenant at any time, as long as the idea of it enlightens and warms him, it becomes possible that even before the social emergence of the human Covenant in still immature states, individual human qualities can flourish in the individual, insofar as it depends on the individual people who are ahead of the whole race in purely human development; indeed, it is precisely on this that the possibility rests that people, as a whole species, gradually, guided by those individuals, rise to pure humanity and to the whole union of an organic human life. — Just as the human Covenant encompasses all individual people and is encompassed by them, the same also applies to all basic societies, to all working and independent-working associations: they can and should all rise to the idea of mankind and its entire life, as well as to the historical overview of the mankind living on this earth, to appreciate and examine themselves in this higher whole, and accordingly design their own life plan, and thus, with their own artistic diligence, to live humanly as members of mankind, and to strive with their own powers to form and promote everything human in the sphere of life. Just as the devotion to God has its own, independent shrines for individuals, for families, for friends, for local peoples, for nations and for entire mankinds of heavenly bodies, accessible only to their members, so the devotion to mankind, which is practiced in the human Covenant, should also receive similar shrines in it; and just as all those exercises of God devotion in limited circles are nevertheless internal parts of the general God devotion covenant of all mankind, so all separate and independent expressions and exercises of mankind are nevertheless internal, subordinate, organic parts of the inner life of the human Covenant of the entire earth; they must be formed according to the idea of this whole and stand in all-round, harmonious inter-existence with this whole itself. And even if, as far as our experience now extends, we see the human Covenant on this earth as being limited to its highest region, pure, archetypal science nevertheless recognizes it as an eternal, eternally identical bond of mankind in the universe. Already a happy presentiment, the reasons for which we indicated earlier, expands this union to a higher whole of mankind; and just as divine intuition carried us up from the mankind of this earth to the mankind of this solar structure, this solar whole, and to the mankind of the universe, so here in spirit we also see the former whole-life union of the mankind of this earth contained in the ever-widening circles in the human Covenant of the universe.

=264= The Ideal of Mankind
Like all individuals and all societies, the human Covenant equally includes men and women, children, adults and the elderly. We already recognized earlier that childishness itself has dignity, a peculiar liveliness and beauty, and that it should not be viewed merely as preparation and means for mature age. All stages of life need the human Covenant just as much as this, viewed as a society, requires each stage of life to be fully effective and beautiful. Even as an infant, man is recognized and cared for as a member of mankind, and even as an old man he glorifies the entire activity of the human Covenant; and when mankind has returned in its old age to that lovely childlikeness and angelic innocence, then its social life in the human Covenant will lead it into the new sphere of life prepared for it by God. — The female half of mankind is perfectly equal to the male one in dignity, in its own fullness of life and beauty; it is also just as essential to the human Covenant as the male; and just as the whole of mankind only attains its own perfection in the uniform, opposing, peculiar perfection of the two sexes, so too the whole life and work of the human Covenant is only fully effective when it equally encompasses the female and the male mankind.
The human Covenant, therefore, takes into itself every single person, all subordinate persons, and active associations, both individually and all united with all. It recognizes them all, each in its own way, as essential organic parts of mankind, and as free and independent partial wholes similar to the whole in their area; it takes part in their entire inner life, moderates it, and strengthens it. Every individual and all human associations must therefore become present to the human Covenant as a whole, present themselves in its meetings as One person in a unique way, and contribute as a whole to the entire life of the Covenant; indeed, even the inner efforts of each of them for the development of mankind and their inner exercises of human intimacy should be intimately and beautifully connected with the life of the human Covenant as a whole. And so the human Covenant should also live reciprocally united with all individuals of mankind and make itself equally present to them.
In order to penetrate more deeply into the organization of the human Covenant, let us once again look at the specific area which, in terms of its object, distinguishes it from all other solitary and social endeavors. We found that this peculiar area is the life of mankind as a whole, how it rules over its members and parts as a unity, how it carries, animates and forms everything individual within itself, establishes and strengthens the independence of each individual, and initiates and promotes its organic interaction with all other parts of human life, and thus absorbs everything individual in perfection according to the measure and plan of the whole. →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =265=
→ The entire structure and activity of the human Covenant is designed for this purpose; in order to achieve this specific purpose of the Covenant, all members of the Covenant must work together harmoniously. In order for this to be possible, is required a unique direction, mood and development of the whole human being, in spirit and mind, a unique dedication of his whole life, his own sense of art, his own artistic education and artistic practice. But the individual limitations of each individual, which we recognized in our earlier consideration as essential to mankind, only permits him to devote his self-generative activity predominantly to a certain part of the human destiny, and even then only in the company of several people, but to develop everything else human in decreasing strength from the middle of his calling onwards, and to behave more gratefully with regard to what lies outside his calling, so that everyone receives everything else from the productive activity of the whole of mankind for his own productive cooperation in his individual calling. We therefore recognized that the idea of mankind can only be developed internally through the just and harmonious distribution of all its individual expressions of life among all its persons, and can only be fully represented in time; the difference between classes, which, however, is not or does not constitute a difference between people in the purely and universally human, is therefore essentially permanent in mankind, and is only evenly and completely developed in the mature state of the whole of human life. Although all people and social associations are, with equal rights, as completely equal beings, real members of the human association and participate in all its activities, this association, like every other association considered up to this point, requires for its internal structure, constitution and all internal and external activities, as a special class, those members who dedicate their lives primarily to the knowledge and artistic skills essential to the life of the association, as well as to all its activities, whether completely or only partially in proportion to their participation, whether for life or only for a time. The society of these covenanters should be a complete image and likeness of mankind itself, and should therefore consist of men, women, children, adults and old people, and the elect from all classes and human societies. Some of the ordained are uniformly and harmoniously educated in all human matters, including science and art; others are from the ranks of scientific researchers, others from the ranks of artists, some from the inhabitants of cities, others from the villages. Some devote themselves to the Covenant and consecrate their own personal life to it without expressing that of another person and presenting it to the Covenant; others, on the other hand, belong to the Covenant as representatives who make higher persons and social associations present to it without interruption and are chosen from the most excellent people of the social whole whose place they represent in the Human Covenant; →

=266= The Ideal of Mankind
→ still other Covenant-dedicated members are mutual representatives of the Covenant itself, who make it present to all other basic human societies and active associations, and thus establish and maintain the intimate, free life unity of the Covenant with all individual human beings. — But all those consecrated and wedded to the Covenant taken together with all the other members of the Covenant who have chosen a particular part of human destiny as their predominant calling are the whole community of the Covenant; they do not stand in opposition to the whole as a whole, but they are one with it, as the whole and its individual part; they are members of the Covenant in the same way and have the same rights as all the others; they essentially have no priority over them. The whole community is above its ordained members, it is before and higher than them, just as it is with regard to every other member. The contrast between the ordained members and the far more numerous other members therefore goes no further than that for the former, the work of the human Covenant is their peculiar and predominant calling in life, while in the lives of the other members, some other calling predominates. The covenanted persons therefore behave in the area of the human Covenant, according to their purpose or their essence, in a self-generating and giving manner, whereas all other members of the covenant, as such, are more understanding and developing, but without excluding the free self-generating cooperation of every member of the covenant who is capable of doing so, even without having made the cause of the covenant their predominant life calling; also the grateful reception of those consecrated to the Covenant when any members of the community offer something genuinely human. The constitution of the covenant must, therefore, be determined in such a way that everyone who is able to give can give in his territory, and everyone who is able to receive can receive: so that every good thing is inalienable to the covenant and bears fruit. The number of the elect, or rather the relationship of their number to the rest of the community, is not arbitrary, but arises for the whole earth, as well as for every subordinate part of the earth, down to every local community, from the law of the equal distribution of all branches of human destiny among all members of the basic society, which is a part of the human Covenant of this earth, but above all from the distribution of these among the whole of mankind of the earth, which holds its human Covenant entirely within itself.
In considering the purpose of the human Covenant, we can now also recognize its constitution. Every society must unite its members in a certain form, so that they live together in time and place and in the distribution of strength for the work to be produced socially. Both forms, both the connection of the members and that of the social activity itself, taken together, make up the One constitution of society. The constitution of every society must in general conform to the laws of morality, →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =267=
→ of law, of intimacy and of interactive life, of beauty, as well as to the laws of self-development, which is constantly progressing or changing in the flow of life; but in particular every constitution only becomes the constitution of this society when the general provisions are further determined according to those universal laws common to all constitutions, according to the peculiar idea of this society and all its relationships to all beings and societies that affect it in a living way, so that they fully satisfy both the idea of the persons united in this society and the idea of the work they are to produce socially. The peculiar constitution of the human Covenant must therefore, according to its purpose, really unite all people, purely and completely as human beings, and as completely equal human beings, truly in One person, so that they work together with all their undivided, free powers for the One whole life of mankind, in all places and at all times, in an equal and circular distribution over the whole earth.
If the constitution of any society is to be established in its essence, the members of the association must first freely unite to realize one and the same idea. This can only happen if they agree on the idea to be presented socially, if they develop this idea into an ideal and undertake to implement this ideal according to a plan that is in keeping with the state of human life. Then they are united on the nature, purpose and extent of their higher social life, then a common will of the whole association is formed, which is certain of its success, since it is based on the eternal nature and on the historical situation of mankind itself. This general, truly social will should then be carried out everywhere and always in a healthy and beautiful relationship of forces and works, so that the work of the entire association unfolds like a free work of art by an individual person, without the original will and cooperation of the individual members of the association being blurred or erased. Through this general will, the entire social life of every association should first be distributed among all members in time, place and power, in a fair and beautiful balance and in natural time periods, and this is followed by the administration of the association's funds and the arrangement of all external relationships of each association with all other social associations and human things. All of this is therefore also essential for the prosperity of the human Covenant and deserves to be applied to it and further defined according to its idea.
The forms of the union of the human Covenant, as well as of the distribution and organization of all its activity, are freedom, openness, →

=268= The Ideal of Mankind
→ justice, and general love of mankind. The bond and the work activity of the members of the alliance are free if each person as a whole person, with a clear view of the eternal ideas, the ideals formed according to them, and of real life, determines his will, out of pure love for the good, in the way that the individual work of art of his own and that of every external life with which he cooperates, longing according to the demands of justice, love and beauty. Now, the work of the human Covenant, that is, human life itself as a whole, is the highest and first of all; therefore, the general will of its members has arisen purely from the primal drive and in accordance with the idea of human life itself, and insofar as it is this, it must also be recognized by every other social association. It is therefore free within its own sphere, both internally and externally, independent of the arbitrary will of its members and of any other social association, as long as it is true and just to its idea and conscientiously refrains from any violent interference in the independent life of its members and all other institutions and persons of mankind.
The human covenant includes the life of mankind as a whole, all people, as whole people, all human powers and works, insofar as they are in the whole and interact with the whole. Therefore, the freedom of the covenant is essentially connected with openness, complete openness in the strictest sense, without any exception. For in the perfected life the whole is intimately united with its parts, it permeates everything within it, is omnipresent and open in itself. Only in this way do both the whole and all parts reveal themselves in their true and full essence. If the life of mankind is to succeed, then everything purely and universally human must be open to the spirit and mind of every individual, the powers of all must unite openly in this area without reservation. Knowledge of mankind and its life, heartfelt participation in everything human, cannot be awakened early enough in the individual and in all human societies, and if this knowledge is formed according to the law, that is, if and insofar as it is actually there in truth, then it can never do harm, but is purely beneficial, it develops to the point of a historical, archetypal appreciation of all human things, and thus becomes a pure source of true life. As far as it extends, there is life; where it is not, there is illness and violent death. 
— By virtue of this open knowledge, the human covenant is like a higher eye, and by uniting this knowledge with its pure, open love for everything human, it is the conscience of mankind. Therefore, its whole life is open, its voice is heard everywhere and by all people, its power is unbrokenly present in all people. It is further the life of mankind as one supreme person on earth, which includes all individual →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =269=
→ societies and individual people as subordinate persons, and which, through its entire power, is to form them purely as people, as harmonious parts of the whole; therefore, it must always be openly present to all and work under the eyes of all people; its sanctuary is always open to all, all its research, all its artistic practice, all its thinking and doing in all human affairs, everyone who wants to sees and hears it, everyone takes the part that its own power and pure will assigns to him. If, on the other hand, the Union wanted to conceal any part of its universal human activity from any individual or human society, it would be acting against its own idea and destroying its own activity; it would be like a mute conscience, a sun that is supposed to warm and shine, but conceals itself. But if it is true to that openness, then it enlightens, warms, and enlivens everything, spreading health and blessing over the whole earth. Everything that is essential to mankind as a whole, what concerns it as a whole, what is contained within the pure, whole, general human nature or relates to it, everything that concerns the individual human being and every social association insofar as they are human beings at all and take part in human life: all of this is by its nature public and cannot be concealed without injustice, unkindness, and presumption. On the other hand, everything in the inner life of the individual human being concerns him as an individual, insofar as he is precisely this human being, who in the universe and in all eternity is and lives only once; everything, furthermore, which belongs essentially to the peculiar life of any social association, as this association, should, insofar as it is not essentially individually connected with external life, be kept chastely and modestly secret from the outside and only revealed through personal love, so that the beings can intimately wed their independent life into a higher unity. Even general human love cannot resolve the limits of the life of the personality externally, not arbitrarily, but only through free reciprocal love. In its own area, insofar as it operates within itself, the human covenant is completely open, but at the same time it recognizes the free independence of every individual human being and of every higher person of mankind in the area of their personality; and therefore also their right to be secret within this personal area, insofar as this is not essentially intertwined with external life. But what of all individual human things in which sphere, to what extent, for how long and under what circumstances it may and should be kept secret, this must itself be recognized and determined in the light of all mankind and its entire life. Therefore, the human covenant, which exercises the life of mankind as a whole, is called upon to be the legislator and preserver of both the personal, independent secrecy and the social openness of all inner persons and social associations; and to protect the rights of secrecy within every sphere of independent personality. The quiet, secret life of every individual, of families and of → 

=270= The Ideal of Mankind
→ friendship is sacred to it; it itself educates and trains the youth to be chaste in physical and spiritual modesty, to have holy reverence for these most intimate fundamental relationships of mankind. And since the social life of the human covenant, as the life of mankind as a whole, is more comprehensive and higher than the life of each individual and of every other individual association, these, if they wish to be harmonious with the life of mankind as a whole and to be perfected within themselves, will open up everything that is universally human, everything with which they express the universal human in their own life, everything with which they personally influence the life of mankind as a whole, freely and openly before the eyes of mankind in the human covenant, without being moved to do so by any other power than the eternal power of the true, the good and the beautiful, which drives them from within. How individual people and individual associations open up the sanctuaries of their personality to the human covenant, where they need the voice of wisdom and love, and receive strength and new life from it, to even hint at this hinders the scale of our consideration. But the covenant also observes the pure openness towards each individual, even in the intimate area of personality, which is essential to all its work. The Human Covenant itself creates loving, free and chaste sociability between all individuals and all subordinate persons and associations of mankind, so that free, pure love loosens the bonds of chastity, and does not sacrilegiously tear them apart by lust and self-interest.
Through trusting openness in all general and purely human matters, through calm presentation of the essential in word and deed, the human covenant, similar in this to God himself, reason, nature, the sun and all the good forces of the universe, gains and maintains the highest power on earth, that is, the power of the true, the good and the beautiful, which is stronger than the power of pain, more powerful than the power of hurled metal; the god-like power to which every other power must submit, serve, and unite. By clever concealment, on the other hand, the Covenant itself would disgrace mankind, paralyze its own powers; it would thereby force itself to degrade itself to the weapons of deceit and trickery, to the sacrilegious use of hope and fear, to the brutal force of the desecrated human arm, to the torments of physical pain, and would shatter the mankind it is meant to form at its core. Clever concealment is the triumph of evil, while free, pure openness in the universal human realm is an outflow of God, a rock against which all inhumanity ultimately fails.
Just as essential as openness is justice in the constitution of the covenant. This is, as we recognized earlier, a general original form of the universal life in God, and thus also of the whole life of mankind. Insofar as the human covenant is itself an →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =271=
→ organic whole which develops as One life in its inner structure, it has an inner right, as its own inner social right, which is fully applied to the members of the covenant and to the entire activity of their union. But insofar as it stands in opposition to all other individual parts of mankind, to all other beings, to all individual expressions of the One universal life in God, and to God himself as the original being, as an individual, free, independent whole, in order to live purely in itself and then to enter into all communities and interactive lives with them, insofar as an organic circle of external law belongs to it and relates to it, both of what it itself has to do for other beings, and of what other beings have to do for it. The internal social law of the human covenant is the organic whole of the determinations which each internal, organic part of it expresses according to its own essence, that is, according to its own idea, according to the essence of its whole, that every mutual union of all parts, and in all parts together the whole, is perfect, that is, in which time expresses its eternal essence. First of all, therefore, the inner life of every part of the human covenant should be legally determined in harmony with the rights of reason, of nature and of mankind; but then also in such a way that the inner, individual life of each part, within the circle assigned to it by the general social will, moves harmoniously with the life of the whole and of all the subsidiary parts of this whole, yet freely and in its own peculiar way. Since the human covenant is all about the free production of good, and its entire activity is based on free insight and love, and everything that is true, good and beautiful is in harmony, in the mature state of the human covenant all its members freely and independently adopt its internal social law and follow it without coercion: indeed, even in the developing state, it is the law of the human covenant that every person makes its internal federal law his own simply by understanding the reasons: but insofar as its conviction deviates from that of the Covenant, it has the right to openly present the reasons for its differing conviction to all members, and if agreement cannot be reached, to withdraw from the work of the Covenant to that extent, just as during this state the community has the right to exclude any member from its social working activity, as far as the area of the differing conviction extends, after the reasons for it have been heard, considered and rejected in a lawful manner. The human covenant, similar to the conscience in every individual human being, has no other power, neither in its development nor in its maturity, to compel people to do the right, other than forcing them to freely understand and recognize the right by presenting the reasons and through humane, continuous instruction. But it also demands this right for itself from all its parts and members within its own areas. — The external right of the human covenant demands that it itself recognizes every member and →

=272= The Ideal of Mankind
→ every social association, every individual of mankind, as independent and free in its own area; that every individual human being also considers it in the same way; and that it and every individual human being reciprocally enter into all living conditions which are essential to the harmonious perfection of the whole of human life, in order to work together harmoniously as One being for the perfection of the whole. The specific areas of the external legal regulations of the human covenant are governed by the laws according to which the members and social associations of mankind are subordinate and co-ordinate to one another. Here too, it is of decisive importance that the human covenant is the highest sociality of all people for the highest possible all-embracing social purpose, for human life itself as a whole. We will speak further of the external law of the covenant when we have clearly surveyed it in its social relationship to everything else human; but in general the symmetry of our consideration prohibits us from unfolding its internal and external legal constitution, according to the principles just laid down, in its internal structure.
This freedom, openness and justice is accompanied by purely human intimacy and love, which strives to form a harmonious whole of higher life with all people and social associations; a love that recognizes and treats all people on earth as completely equal brothers and sisters of the same family in God, and respects and honors the human being, the dignity and majesty of human nature in every possible external form. The love of the human Covenant embraces every person as if with One faithful heart, helps the needs of every suffering person, satisfies the purely human needs of each person before they are even known to them, before they can even ask; the rights of the infant are as sacred to it as those of the adult who is able to fight for them himself. This pure love of mankind is shared by the Covenant from each member of the covenant; it is the ether in which all personal love lives and takes shape; it still unites hearts even when personal love has died out. The entire internal and external constitution of the Covenant is founded on it; every member, permeated by it, participates freely and joyfully in the entire life of the covenant and willingly obeys the law out of inner drive, for only this general love of mankind is the beautiful mood that unites people, as people, into mankind.
In order that the entire activity of the covenant may be formed according to these basic forms of freedom, openness, justice and love, so that the covenant may maintain its constitution, the persons who make it up must evaluate all parts of the covenant's activity in the idea according to these eternal original forms, then clearly and completely understand the peculiar life that is now taking shape on this dwelling place of the heaven; correctly apply that which is generally recognized →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =273=
→ to what is given in time and place; then determine the entire life plan of the covenant according to those original forms; and act faithfully to this plan. In this way they form a general covenant legislation; a covenant judgment in accordance with this law, and an execution in accordance with both. The law of the Covenant is, like mankind itself, only one; but it contains within itself a structure of life. Just as the entire membership of the covenant lives as One person, so it also gives itself its law as One person, and judges and executes as such. Furthermore, since these three main functions are only possible because they are developed, moderated and harmoniously united by One higher activity according to One higher idea, the entire legislation also lives above its judgment and its execution.
But the constitution is also a social work. Originally, the whole covenant, that is, its entire membership as One person, has the sole right to make the law, to judge and implement everything accordingly, and to govern itself in this threefold task. Nevertheless, this also requires a particular direction of mind and spirit; the constitution can therefore only be formed and brought to life in these basic functions as a work of art by a society dedicated to it and empowered to do so by the community. This society which is responsible for the constitution is a part of the elected members of the covenant, it derives its power only from the community; its entire activity, all its individual decisions, only have legal force when the community freely transfers to it the right to issue the constitution; and for this very reason it remains responsible to the community itself. This society dedicated to the constitution must also be organized according to the essence of its work, that is, according to the ideal of the covenant constitution and according to the idea of the entire covenant itself: it too must have a social constitution. And since the right to provide the covenant constitution originally lies with the community, the constitution of this partial society that is responsible for the entire covenant constitution is also to be determined originally by the community. For this very reason, the constitution of the society responsible for the entire Covenant constitution must be determined in such a way that it is completely open and accessible to every member of the covenant, so that every member of the covenant can freely judge it, and also judge the entire work of those responsible for the constitution, i.e. legislation, assessment and implementation, develop the reasons for this judgment, and be heard by the entire covenant on this matter.
After we have recognized the internal conditions of the life of the human Covenant, we can also survey the scope of the external conditions of its life. The external conditions of every life are created for the living being by other beings, partly according to the idea of law, partly according to the idea of free interaction, and partly according to both at the same time. The idea of law encompasses everything that is required of all beings, so that they →

=274= The Ideal of Mankind
→ all exist together as independent and free beings; therefore, everything that every being must provide to everyone according to the idea of the independent life of the one to whom it is provided. First of all, it is necessary to recognize what the human Covenant, as its external right, should be provided by the whole life of mankind, insofar as it consists of a structure of internal parts, so that it can flourish in itself and in free reciprocal union with everything human. The general legal basis is the eternal essentiality of the covenant in itself in the life of mankind and, above all, in God: but the reason for every individual claim to justice is that this is precisely what is required for that perfection. However, as for all individual spheres of the One Right, and therefore also for the law of the human covenant, the limited law applies in general both with regard to each of its rights: that what is required should be provided in such a way and to the extent that it is associated with the uniform satisfaction of all other parts of the One Right, as the organism of the One Right Life in God allows. Furthermore, since every legal relationship is reciprocal, the covenant should also provide human life in all its internal parts with everything that is necessary as an external condition for its independent and social perfection. Therefore, it also recognizes the legal Covenant, as we have described it in its place, as the highest independent whole in the area of law; the legal covenant, however, has the obligation to provide the human covenant with its entire right, as part of the One Right. The human Covenant, as the total life of mankind, sees the state, insofar as it is a work of mankind, as an internal part of the whole life of mankind, and therefore has the authority to always keep the idea of law and its entire purpose present to the legal covenant, without, however, intervening in the life of the state in any way that would hinder it, with external force. On the other hand, the legal covenant also has the right to ensure that the human covenant also lives in accordance with the law in all respects and that all beings are granted their rights. Therefore, the human covenant is subordinate to the legal covenant in the area of law and is rightly responsible to it, insofar as the legal covenant itself is consistent with law and does not exceed the area of the legal idea.
The whole of the rights to be granted to the covenant also includes an organic sphere of external goods or external property, which must be formed according to the laws stated above. These goods consist in the material possession of natural beings and in the free use of them, but above all in the free use of the physical and spiritual powers of the members, which are essential to the purpose of the covenant, so that they, harmoniously in time and place and distribution of strength, can carry out everything that legitimately belongs to the life of the covenant. Just as a house, yard and garden with free access and an undisturbed independent life in this area is essential for the individual, the family, friends and every social association, so the human covenant also demands something completely similar for itself →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =275=
→ and in a way that is appropriate to its life and dignity. When we looked at the basic societies, we already saw the ideal of a covenant sanctuary for the whole life of mankind, at the same time in its living relationship with the life sanctuaries of all its other persons: and even if it is not the place to describe the sphere of covenant property in detail, we will nevertheless see it in its main parts, where the whole life of the covenant itself will appear before us in complete clarity.
In that constitution worthy of mankind and in this sphere of external goods, the entire activity of the covenant now moves freely, evenly and beautifully; it encompasses its entire purpose, all persons and members, all societies and all endeavours of mankind with One love, with One diligence; and just as all life is continuous and unbroken, so must the life, that is, the activity, of the human Covenant be. Let us now allow our gaze to linger relatively on its individual parts, and then return to the sanctuary in which it unfolds evenly.
Knowledge shines before all human things, and therefore also before the whole life of mankind. The knowledge of mankind and its whole life is therefore, by definition, the first concern of the Covenant; and it is sought both for its own sake, as an independent and self-worthy part of the whole life of mankind, and then also as a condition and means of all other activity and the success of all individual persons and works of mankind. This knowledge, which is essential to the human Covenant, can indeed only be gained in the One whole of science which the scientific Covenant strives to form; but it is precisely from this all-member structure of science that a perspective, as it were, yet complete and organic whole of knowledge is to be formed for the purpose of the human Covenant, which represents all truth in its relation to the whole life of mankind; this whole, therefore, contains knowledge of God, of reason and of nature from the standpoint of mankind and in relation to its life, and the knowledge of mankind itself. Therefore, part of the members of the covenant are scientific researchers who also belong to the scientific Covenant and constantly relate everything that can be known to the life of mankind as a harmonious whole. This knowledge of mankind, which is essential to the covenant, must be complete and perfected according to the sources of knowledge. First, it should exhaust the essence of mankind in terms of the idea; then, historically, it should recognize the real mankind as it was and is. Furthermore, this knowledge should fully represent the earth as One whole of life, not only as the scene, but as the sphere in which this mankind, in the interaction of God, reason and nature, lives as a member of all mankind. Finally, it should also evaluate the real → 

=276= The Ideal of Mankind
→ mankind according to its original ideal for all time, that is, judge whether it was and is what it is in itself and what it should and could be at this time and in this situation; it should evaluate all human things as a whole, as a whole of the idea and their real life, in order to determine to what extent they are perfect or imperfect, and how they can be purified, improved, shaped, supplemented and made perfect with wisdom. Thus, the knowledge of the covenant should result in a plan for the life of mankind, which the general will of the covenant should then grasp and the art of living of mankind should carry out. This fruitful treasure of knowledge can only flourish through social research; the members of the Covenant should therefore constantly think it through, expand it, develop it further, and thus preserve it as an ever more perfect book of mankind. Only those elected to the Covenant can produce this knowledge through genuine instruction and constant, sociable diligence; its content alone is essential for the entire Covenant and for every member to know. Therefore, it is an essential task of the Covenant to present the Book of Mankind in all its contents to all members in every way, and to consolidate it in their perception and memory, so that each member of the Covenant can truly understand the whole of human life, but especially its current concerns, work and hopes, so that his individual life can harmoniously connect with the whole life of mankind and with all its inner parts, and can contribute to this whole in the spirit of the whole. And since the powers, needs and intellectual development of the various persons and members of mankind differ according to their predominant calling in life, it is essential that the entire content of the book be made visible to mankind in every way according to this diversity, to the child, the adult and the old man, the man and the woman, to the country dweller and the city dweller, to the scientific researcher and the artist, to the chosen ones of the basic form covenant and of the God covenant, each in his own way, according to his own particular needs; and this both in short, powerful sayings and in detailed treatises, in both questionable and conversational form, as an artistic speech and as a poem; and in such a way that each of these forms of presentation is essentially the same, but different according to age, gender, society and class. But in all knowledge, perception, and indeed all kinds of perception, is the first essential thing; therefore, it is not just the representation through the language of sound and writing, but also in the case of spatial and temporal things, particularly the representation through the senses. Therefore, the Human Covenant ensures that the whole of human life, as far as it appears to the senses on the whole earth, is represented in paintings and true-to-life depictions, in all kinds of works of the visual and drawing arts, beautiful, intimate and harmonious. Allegorical and antitypical representations are also essential; because, although these are only of value when unimaginative, immediate knowledge has already become native to man, they nevertheless captivate the knowledge in the spirit through the perception of the similarity →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =277=
→ with other things, and, by reflecting the universal harmony of things in God, provide it with a cheerful awakening. All these pictorial and antitypical representations should be placed primarily in the sanctuaries of the Covenant in a suitable order for the entire membership to see at all times; but each society, each family, each individual should also surround themselves with them in their own beautiful way.
Thus, the human Covenant learns through constant research how mankind has lived and lives, how it lives now, what it should do and what it should create. If this knowledge is clear, it automatically awakens good will, inspires wise decisions, and strengthens the power to carry out what has been learned. But to be able to increase this enthusiasm in clear consciousness and to spread and strengthen it in social, artistic expression is a great advantage of man. It is therefore an essential part of the activity of the Human Covenant to express the enthusiasm for humanity and mankind in a social way, in the outpouring of beautiful speech, in music, in the works of poetry, painting, architecture, garden art, in the joyful but dignified celebration of the dance and the convivial meals, in a wise and beautiful whole of genuinely human customs and sacred actions, which everything, well ordered according to time and place and power, the inner periods of the spirit, the times of the highest periods of the life of the earth, the year, the months, and the day, imitating in a circular manner, unfolding periodically as an artistically beautiful whole, in the entire human society of the earth and in every individual sanctuary of it, in its own beauty and dignity. Thus, a freely social, deeply beautiful artistic life blossoms in the Covenant, which, in harmony with the periods of universal life in God, as far as mankind is able to understand them, and in harmony with the entire work of the Covenant itself, becomes a festival that encompasses the whole of human life, in which the whole spirit of mankind, in joy and in sorrow, in serious work and in free sociability, freely develops and contemplates itself; so that the enthusiasm for everything human is awakened, strengthened, and everywhere tuned and united for social activity.
In this harmonious enthusiasm for the clearly seen life of mankind, and for everything that is human, the social will of the Covenant is formed, according to which the equal and harmonious distribution of the entire work activity among the members develops in wise respect of times, places and strengths. All resolutions should be taken publicly in the covenant sanctuary, and the work should be distributed in beautiful celebration. This venerable task should be accompanied by a constant scrutiny of the completed work and of the artistic connection of the work to come with the previous one, as well as the rendering of the account which each member, but especially the members of the covenant, is constantly obliged to render to the whole community.

=278= The Ideal of Mankind
We recognized that the human Covenant rules over every individual human being like a higher eye and conscience, so that human life develops on earth as an organic whole, uniformly perfected in its inner being. Therefore, the Covenant should periodically and in every way present the idea of all human things, their history, and the appreciation of history for the past and present, and finally also the life plan for the future based on this, and accompany the life of every individual human being by examining, advising and helping; it should examine everything individual that the present contains in relation to the overall idea of mankind, to its own idea contained in this as its part, and to the ideas of its subsidiary parts, and thus present to every individual in mankind, all ages, both sexes, all professions, and all social associations their entire purpose for free, comfortable contemplation. Because all the influences of the human Covenant are only free causes, they do not disturb the independent development of the individual human being through his own power; it forms clear knowledge and thus indirectly awakens only a free, pure will to good, based on clear insight; similar in this to the organic total force of the body, which permeates all of its organs and limbs, forming, guiding and preserving them, without in any way hindering or disturbing their free, independent life and movement. — Furthermore, if the Covenant is to fulfil this high calling, as the total power of mankind is to complete its life as an organic unity, it must place itself with all individual human beings in an all-embracing, uniform and reciprocal unity of life, which is perfectly in keeping with the original forms of virtue, justice, change and beauty. It must be constantly present to all human societies through its chosen ones, and each society must be present to it reciprocally through its own, and must dedicate to this part of its activity a sociality well-ordered according to time, place and power, which to describe further exceeds the scope of this discussion.
However, an important part of the Covenant's work deserves to be mentioned: the education it provides to its members in its field. It should provide that general and purely human education and training through which man becomes truly and completely human, through which he attains the balanced, harmonious and truly organic excellence of his whole being, on which alone individual excellence, high, innate development of the individual, and in individual parts of the destiny of mankind can be founded, through which alone it becomes possible for people to unite intimately into mankind and, harmoniously distributed in its entire destiny, to complete it as One life whole. Contemplation of the idea of mankind and of the individual human being, of the eternal essence in one's own person; awakening of the purely moral primal drive →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =279=
→ to represent the eternal essence in temporal life in one's own right and through harmonious cooperation in higher persons and in all of mankind: enthusiasm for the purely human art of living, and constant instruction, practice and wise assistance in this; — These are the main subjects of education which the Human Covenant must bring to maturity in its members. Just the sight of the inspiring artistic practice and the entire work of the Covenant, which is open even to children, gives the blossoming human being free opportunities for purely human self-education, by making mankind and every person of mankind present to each person in thoughts, words and works. However, if this high educational goal is to be achieved, the covenant must devote special artistic effort to this purely human education and training. At each of its sanctuaries there is an independent educational institution, intimately connected with the entire life of the Covenant, in which it continually emerges anew from itself, in which mankind itself, as a whole, is constantly rejuvenated. Just as the human Covenant, as the total force of mankind, relates to all individual human things, so too does the general human education which every individual person and every individual social association imparts in their own area. The educational Covenant of the human covenant is, therefore, the highest and all-animating part of the One whole educational Covenant, the structure of which we have described in its place according to the scale of our consideration. However, the purely human educational covenant is in organic life union with all individual parts of the whole educational Covenant.
Finally, since the covenant is to form a well-distributed and well-connected member-whole across the globe according to the individual basic societies, the residential areas, villages, towns, tribal areas, peoples' countries and continents, every individual family, every local community, every society of individual local communities, every tribe, every people, every continent's mankind, up to the mankind of the whole earth, must, in the described constitution, live according to the same model of the whole covenant, and every individual activity must be united in intimate interchange with every other and with the whole covenant according to the ideal of the One member's Life; for every individual member of the covenant should relate to the Whole Covenant in its entire life like a member and organ of One body. Therefore, all the members should organize their entire work according to the life plan of the whole, communicate their work to each other and to the whole association, and be open to free visits by all members; keep no secrets from each other without exception, and work together as a community on common projects. Mutual periodic visits and the constant presence of mutual assessors, regular exchange of reports between individual parts of the covenant →

=280= The Ideal of Mankind
→ and between each part and the whole, and a general covenant newspaper of human life, which is formed from the individual covenant newspapers of the individual parts and is intended for all members, all this enlivens and maintains the free, all-sociable, internal interaction and strength association of the entire human covenant.
The whole life of the Covenant consists in these main parts, which should unfold on earth in a well-ordered, even, harmonious, free and beautiful way. Work and artistic life are organized according to time, place, strength and people in such a way that everything works together intimately, peacefully, lovingly and beautifully, and that to an eye that surveys the whole, all people would appear as One whole, harmonious human being. This life of the covenant includes persons and societies of mankind, it must therefore have its sacred place in the home life of every individual, every family, every friendship, in the meeting places of every working and independent-working society: but for this very reason, a place exclusively sacred to the life of the human covenant, where people gather purely as people for a whole life as One Mankind, should be chosen as the sanctuary of mankind in every residential center of power, in every village, in every city, in the capital of every people, every national association, every continent and the whole earth. It includes a house rising majestically in the middle of the entire complex, with a wide, open courtyard, surrounded by a beautiful garden that exemplifies the dignity of nature and mankind, with uniform, well-ordered, open access from all sides. These sanctuaries are to be arranged according to the size of the community, according to their rural or urban, local, tribal, national character: and although all are essentially formed according to the same model, nevertheless with all the different individual characteristics and the scale of the size, so that people's love and artistic sense can also be revealed here freely and in their own right. The fundamental essence of a sanctuary of the human covenant is so simple that it can be expressed in its primary essence even in the open air, without any further arrangement, just through the position of the community, and is therefore attainable even in the first emergence of the human covenant in the most limited circumstances, and that the same pattern is nevertheless recognized in the highest splendor and beauty of that covenant sanctuary which absorbs the life of the mature covenant of the whole earth. Finally, just as the entire life of the covenant is pure and open, so each of its sanctuaries is open to the entire community day and night, and nothing in it is or happens secretly, except what relates to each person's individual life as such. Everyone should visit the sanctuary of his place freely according to the urge of his spirit and heart, for voluntary contemplation. But even in circularly recurring free sociability, all members of the association unite in well-ordered →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =281=
→ work activity; in it the covenanted are constantly gathered for social work, accessible to all. But I am speaking here of perfected mankind as it is and lives, when it has grown up and reached that complete maturity and uniform development of all its limbs and powers, which glorifies the high point of its life. Just as every organic being requires a time to mature, measured according to its fullness of life, so mankind, as the most God-devoted, most life-rich being on earth, requires the longest time. Their progressive growth is not only their own work, but also the work of the loving, formative influences of God, reason, nature, and of the higher whole of mankind in the universe. Only when the human race on earth has fully developed its life is it in a satisfactory harmony with its world limitations, and when it is all-essentially united with God, reason, nature and with the higher whole of mankind, then the human covenant can blossom according to the ideal of its maturity that we have described here. Then, truly One and complete in itself, mankind presents itself ever more beautifully to God, reason, nature and to the higher whole of mankind and more worthy of their higher love and ever more intimate union with them. However, how the Covenant of Mankind was set up in a way worthy of its ideal when it first came into being, and according to which laws it can be gradually brought towards its higher perfection, requires a separate consideration. Here we can only show the guarantee of its emergence in the lives of individual people and their associations.
Since every individual person carries the entire general essence of mankind within himself in his own way, he can also independently raise himself to mankind, independently perfect himself in the spirit of mankind, and influence all people, indeed all beings that touch his life, and in spirit and mind lovingly embrace the mankind of the earth and of the universe. In this way, every person who has achieved awareness of his own essence is a living germ of the human covenant. He is able to distinguish its ideal and, whatever his surroundings, to live freely according to its teachings and laws. The same applies to families, insofar as they form a social whole; the first social beginnings of this covenant, as of all other human things, germinate within them. In the same way, the purely human activity of the human covenant described above is a free area of original activity for every friendship. In this way, the emergence of the human covenant in every heavenly dwelling place is prepared and secured. Only from this point is the social cooperation of an entire community as a part of the union encompassing the entire heavenly habitation possible, under the character of free, purely human sociability, so that it then spreads over entire tribes, peoples, continental mankinds, and finally over the entire →

=282= The Ideal of Mankind
→ heavenly abode. But even if a human covenant that completely encompasses it is not yet founded on a celestial body, every individual, every family, every local community, and every higher basic society can rise to the view of the example of the all-encompassing covenant and make the resolution to work in their place, according to the measure of their strength, to make it real one day, and to live in the way that this covenant, if it were real, would prescribe to them.
All living things of the same species, even if it is essentially the same, are capable of infinite, original formation; and so is the human Covenant. The general human life of every individual is already formed in a unique way, according to his own personal ideal; even more so the similar activity of every family, every friendship. In every local community, in every tribe, and in every higher basic society, the human covenant grows in scope, in wealth of powers and works, and thus in original individuality. The human covenant of every people is therefore essentially the same as that of every other people, and at the same time a true reflection of the original characteristics of that people, its spirit and character, as well as of the natural life that surrounds it; and the higher union of entire associations of peoples, up to the human Covenant of the entire heavenly body, freely absorbs all these individual unions as its organic parts with all their original characteristics, so that in its whole life it glorifies this whole of mankind in a unique way. The same boundaries of the universe that enclose the basic persons of mankind also determine the human covenant. But when we considered the basic societies, we sensed above the mankind of one earth social life associations of the mankinds of several earths, indeed of entire solar systems, and higher solar wholes, up to the one mankind of the universe. In this intuition we also see the human covenant as an eternal social work of all mankind; we recognize that in the universe as a whole, through God's cooperation, it is eternally equal to itself and in every moment is as uniquely perfect as all mankind itself. Nature forms and maintains our earth and its sister earths, as organic parts of this solar structure, in number and peculiarity, and essentially connected in their whole life, a similar unity of life in a similar limb structure connects, as we suspect, also the individual societies of the realm of spirits, which correspond to this solar whole in the inner limb structure of reason, and are united with nature, as humans, by God, in this solar structure, destined to know, love and artistically glorify nature. However this may appear to each individual, independently of this, the voice of God, of reason, of nature and of mankind commands him in his breast that he should live in his place in the spirit of mankind and, as far as the sphere of his activity extends, actively embrace all people as One person in → 

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =283=
→ pure love and unite with them in purely human activity in as wide a sphere as has been granted to him by God.
The idea of mankind as an organic whole is what people on this earth should now recognize and strive to make real in a higher sense. We already acknowledged this earlier when we opened our consideration; and the calling to present this eternal idea, as far as we can see it, to our fellow-members of mankind is based on this historical truth. But in the idea of mankind, of pure life in the spirit of mankind is recognized as the supreme main part of all solitary and social striving of mankind, and the idea of the human Covenant is found, without which the entire idea of mankind can never and nowhere become real. And on this rests the hope that this presentation will not be in vain; the noblest people of the present and the future will grasp the idea of the human covenant with clear insight and strive to implement it in their own lives with pure love and goodness and in a sociable manner: thus the human covenant will first be founded in the sanctuary of pure hearts, then rise to families and friendships, and from there encompass entire towns, peoples and parts of the world, but after thousands of years mankind will be perfected as one family of God in peace and love, in joy and beauty, pleasing to God.
From the temple of virtue, justice, love and beauty we came to the structure of human society; guided by the original idea of God and mankind, we have now walked through it in all its corridors and viewed it in all its parts. The consideration of each of its subordinate parts led us back to the unity of mankind and of all things in God, in which we began and developed our entire consideration, and had already heard the general call that the people of this earth were also destined to gather together in One mankind. Admittedly, we could not present here all the members of the human society, nor all their interrelations, since we restricted ourselves to the individual parts and their two-part connections, but left untouched all the multi-part ones, which are all simultaneously real in the life of mankind. Nevertheless, we have fully and evenly recognized the main parts and their connections; and what is still missing is only a further elaboration and inner design of what has been expressed here, in which this wonderfully beautiful limb structure reveals itself ever more intimately to the deeper observer. Now that we had recognized the sociability of mankind in its entirety, we also considered its highest member, the human Covenant, which represents its eternal unity in the people united in One person. Although this union is the total life of mankind as such, it is nevertheless itself, as an individual, opposed to all the inner individualities of mankind, as a mankind conscious of its total life in its individual peoples →

=284= The Ideal of Mankind
→ and acting as a total life on all its inner individualities. The life of mankind itself, however, involves its life, in which it lives as a whole, then each of its inner partial lives as such, and finally also the harmony of its entire life in the human Covenant with each of its inner partial lives. Now that all the inner parts are before our eyes in their essence and in their interrelations, it is possible to see the life of mankind as One whole in all its inner member life, and to summarize all the individual things that we have already recognized in this highest unity, in which mankind appears as the most complete image of God, which contains the harmonies of all beings within itself, and as One highest whole is immediately subordinate to the One divine life, the One kingdom of God. Everything that has gone before is a preparation for this vision; and what has proved itself in each individual deserves to be summarized in its highest whole and expressed generally in a higher contemplation.
We wanted to describe the ideal of mankind, in the view of its eternal, fundamental unity, in all its inner parts: with the knowledge of the human Covenant, our consideration is therefore complete. But to look at mankind as One whole in being and life, is now the next and, in this area, the highest task, to whose future solution we kindly invite the reader. In order to prepare for this higher view, and to let the basis be known in advance on which we will base this higher view, we want to close the present one by linking it to that higher one by remembering the basic laws according to which the structure of mankind is organized, and at the same time, according to these very basic laws, sketching out the structure of the doctrine of mankind, the part of which is both what we have recognized up to this point, as well as that higher one, whose representation we intend to make. But so that we can look with calm clarity into this high area of science, we want to prepare our minds and hearts by a glimpse of the fundamental laws of all being and life in God, as far as they are recognizable to human eyes.
Because the laws according to which all mankind in the universe, and in a certain finite sphere the mankind of every place of residence in heaven, is and lives, are the laws of the One being and universal life of God himself, only further defined and limited according to the inherent essence of mankind in general, and each of its limited spheres of life in particular: One scientific general doctrine of the life of mankind, therefore, presupposes a scientific view of the eternal life laws of God, and can only be formed as an internal, individual part of it. The general doctrine of the fundamental laws of the universal life in God is part of the primal science, as the science of God: this is therefore, as a foundation, essential to the science of mankind, to the doctrine of mankind. →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =285=
→ Here, where the general structure of science itself was not to be presented, we contented ourselves with opening our reflection with a look up to God and hinting at the eternal basic truths of all being and life in him; and also here, where our view has already expanded and strengthened, we can, further developing our earlier views of God, consider the eternal basic forms of the being and life of all things only in general, insofar as this is necessary in order to apply them to the structure of mankind, so that we can recognize it in essence and form, as a whole and in its parts, with equal clarity.
The pure intuition of the essential, that is, of the essentiality, both originally of God and of every finite being, before and above time and space and every inner opposition, is the essential, the simplest and first of all intuitions, as their primary content. But the essential cannot be seen without the perception of similarity and wholeness; only the pure eternal essentiality hovers at least dimly before the mind in every cognition, even when it pretends to fight against it and denies it. Since the essential in God, and similarly in every being, is further defined in itself and, thereby involves several individual spheres of the essential, it can be called the whole essential, the primal essential or first essential, in contrast to the inner individual essential, and the eternal essential, in contrast to the essential of temporal life. Therefore, if any being is to be known, it must first be known in its simple, eternal, fundamental essence; and if a finite being is to be known, its fundamental essence is also finite, as a more limited partial essence in the fundamental essence of God, and at the same time the inherent fundamental essence, according to which the finite being to be known exists as a fundamental whole and as something equal to itself in its kind.
In the knowledge of the primal essentiality, wholeness and self-sameness of every being, the intuition of the inner parts that are essential to it, of the inherent essence of each of them, and of their relationships among themselves and to the whole is then formed through a new action of the spirit. The parts appear as the inner many, as the inner dissimilarity and partial essentiality of every being: the original forms of partial essentiality, of self-dissimilarity, and of partial wholeness emerge together. Multiplicity presupposes opposition in the essential, that is, the opposite determination of the primal essential as the whole, in which multiplicity is contained as the form of its parts. But the opposition consists in the fact that the same and the different are simultaneously posited in the essentially similar; which is only eternal because the parts have a common limit within their whole: the intuition of the common limitation is thus attached to the intuition of the opposition.

=286= The Ideal of Mankind
Now then, the following principles about these original forms appear to the scientific researcher to be true. The limit, like the opposition according to which the whole has its parts within itself, is not in the whole, but in it, and in all the parts which they exclude from it as separate beings. The parts are in the whole, not outside the whole: in their limits they are indeed separated or essentially divided from the whole, as a whole, and among themselves, but not separated or torn away from the whole, nor from one another; the whole is internally divided within them, not separated. The parts themselves are the whole and are essential to the whole; they only complement it insofar as it is its inner parts and has them within itself: the whole, however, is not only its parts, but also that which is above its parts, in which they are; it is above and before its parts, opposed to the parts, insofar as it is more and higher than all its parts taken together. The parts themselves are essentially opposed to one another in the whole, different, but not divided, not disintegrated; rather, their opposition is only in the same primary essential of their whole, only in, in and through their dissimilarity. All parts, with their common primary essential, are similar to the whole and to one another; but the reason for their opposition is itself contained in the primary essential of their higher whole. A mind that is able to rise above space and time, and above their relationships to things, will recognize the truth: that all parts of the same whole with their primary essence, insofar as they are similar in the whole and with it, exist in and with one another, not outside and without one another, in an eternal primal unity before and beyond time and space. Only with that which is inherently essential to each of them as a part are the original parts of every whole outside of each other, but not outside of the whole. The riddle of their opposites and independence, and their interactive association as opposites is only solved in the primal unity of beings in One primal being. — The part is further limited in the whole, but its independence is eternal, that is, it exists before and in all time; for only in this way is the part similar to the whole. Through its limitation, the part is opposed to the whole and, as a whole, is dissimilar, but within its limit it is of the same kind as the whole, and therefore similar. Therefore, being finite is not being bad, being small is not being accidental, but it is being essential within a certain limit, which limit itself is essential in the whole in which the finite exists as a part of it. Based on this, after the essential nature of the eternal limits of space, time and movement has been recognized, the insight is formed that even the fact that things are separate from one another, even when there are dissimilarities between them, that does not separate things from one another in their primary essence, in their being and power; that the One unity of the essential and the power, as that which remains in all time, exists above and in all temporal change, and makes every temporal cooperation and interaction possible.

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =287=
The opposing original parts of every whole are equal to one another as parts of the same whole in their common essentials, and also in that they have a common boundary within this whole; but they are different in that, by which they oppose one another as beings of equal essentiality, equal independence, and subordinate to one another. Their original equality within the whole establishes their communion within the higher whole, in which they are its parts. But, similar to the higher whole, they also express its inner similarity in that, even as opposites, without giving up their opposition, and hence their existence as these partial beings, they are united both with the whole and with all of them in their essentials, and that the whole then unites them, as united among themselves, with itself, as something higher. Equality in inner opposition and multiplicity are therefore eternal inner forms of every being. The observation of the human body, its limbs, forces and systems can explain the truth of these concepts to every human being, but only in the primary view of the primal being can we recognize their necessity. If a being is to be recognized in its inner being, then first of all the opposing parts within it must be recognized, each in its own essential nature, then all in their communion with the whole and among themselves, and finally in their essential union with the whole and among themselves. Every being, therefore, presents itself to the scientist as One, Many, and many-One; as a whole, as its inner parts and as a unified whole; as similar, as diverse and as similar in its inner diversity. These primal forms are essential or infinite in the primal being, but only partially in each part within it, only in its limited sphere, that is, finite. And through this, the structure of science as a whole, and each of its inner parts according to its content or what is known, and even its form, is determined, that is: science itself appears and forms itself as Unity, Multiplicity and multi-Unity, in accordance with the eternal essential structure in God himself; and the doctrine of mankind can arise only according to this model.
The primordial, eternal unity of the whole and its parts, the fundamental relationship of their eternal existence itself, is that of the cause and the caused, or of the beings in the cause through the beings, hence the relationship of causality. Originally, the whole itself is conceived with each of its parts, separated and united, in the relation of causality in which the parts are dependent on the whole, but not the whole on the parts; but then also the parts among themselves, as beings similar to the whole, insofar as they already exist as a whole through the eternal cause, and as opposites in one another. Causation therefore applies to every part, and causation to every whole as such. The original being, as the original whole, is at the same time the one cause, and because it is not in turn part of another whole, it is not caused by anything. But every partial being in it is uniquely →

=288= The Ideal of Mankind
→ caused, or brought about, in the original whole, it has the entire, sole reason for its essence in the original being, and only in its interior, in its limited sphere, insofar as it is a whole of its kind, is it itself the finite cause of its internal parts. The relationship of causality is an eternal relationship, independent of time and space; it relates originally to the intrinsic essence of things, and only then to their life, to their existence in space, time and movement: for space, time, movement, life, are themselves caused in God, are themselves eternal effects of the eternal cause. Without having recognized the relationship of causality as eternal, it is impossible to understand and appreciate the relationship of temporal causality. Insofar as the part in the whole is opposed to the whole, the part appears to be causally separated from the whole, the whole considered as a whole; but nevertheless in the whole, since it is part of the whole itself; the effect never coincides with the whole, but is eternally subordinate to it and dependent on it, even if it is in the whole. In the relationship of mutual causality or reciprocal action, however, two or more beings that are independent of one another, mutually influence one another, so that both or all, acting and suffering, freely absorb and respond to the effect. In the relationship of descending causality, the effect is within the cause, but in that of reciprocal action, it is outside of it insofar as the interacting beings are independent. In reciprocal causality, beings prove their fundamentally essential unity and similarity in the original being and with it. Reciprocal causality is therefore itself caused within the eternal causality; it is a subordinate relationship, founded on the eternal communion of all things in the original being; it contains, above all, the reciprocal action of the whole and its parts, that of the parts of the same whole among themselves, and that of the united parts and their whole. The beings that oppose each other in the eternal relationship of cause and object, as well as in the subordinate relationship of interaction, the active and that in which the former's action produces the effect, are not thereby separated in their eternal essence and existence, but everything is in the primordial being as the eternal cause.
The primal being itself, and everything in it, is with its primal essential, as it were, before and above all time; it is whole and eternal. There is no change in the primal being itself, as the whole; its existence is infinite. But every finite being, as a whole, is within a certain limit and in its essence there are eternally different determinations which, although equally essential to it, are nevertheless essentially exclusive of one another, so that they cannot be in the same being at the same time, and yet only when united are its entire essence. The finite being, as the primal force of its sphere, unfolds in itself, in cooperation with its higher beings and secondary beings, the entire fullness of these opposing, equally essential determinations one after the other in →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =289=
→ continuous sequence — it lives in order to be its entire essentiality. The pure form of life, however, is time, as the form of the succession of opposing essential determinations of beings. Here we are presented with the highest truths about life and time, which we already recognized earlier in our considerations. There is only one life in God, and just as all beings are in God, so in God's life there is life for all beings. Life in itself is eternal and eternally the same: because life and time as its pure form are eternally caused in God. Just as God is eternally the same as himself, so is his life, that is God himself as life. Only the all-time or whole time, which never began in time and never ends in time, therefore contains the whole life of God: yet in every part of time the life of God is the same, but is unique. The original essence of God, and the original essence of every being in him, insofar as it is unchangeable, is that which remains in all time; and the order according to which the opposing determinations, as One form, follow in him and in him in time, is eternally caused in God. The universally essential element in animation or formation is the law of life. There is therefore One law of life in God, and every subordinate law of life is similar to this within certain limits. The One life has One fundamental law, which all its parts follow; but according to this One fundamental law, all life is peculiar to each part of time; however, the peculiarity of each part of time does not arise from the lawfulness, but from the primal drive of the living being itself through its temporal causality. From this, the opposites of the eternal, the temporal, and the temporally eternal are also recognizable, which we also saw earlier in their fundamental essence.
Furthermore, in the eternal everything is whole and at once, but in the temporal everything is partial and successive, although not separated from one another or isolated. In the eternal, therefore, there is no opposition between the necessary, the actual and the possible, which is only found in the temporal and in its relationship to the eternal. Because the temporal is actual insofar as it exists at all in a specific time; possible insofar as it exists in a specific time as a result of specific causal conditions; necessarily finite insofar as these causal conditions are one with the eternal, primal essence of the living being. In itself, actuality, possibility and necessity are indeed distinct, but at the same time in every part of time in every living being; only in the knowledge of the spirit, insofar as it is still incomplete, does possibility alone, or reality and possibility alone, emerge; but necessity also contains possibility and actuality in knowledge: yet all three are in themselves and grounded in knowledge and contained in the eternal, primal essentiality of every living being itself. Now every being, as a primal essence, strives in an eternal way in One primal drive and acts as One primal force of its kind to shape everything that is eternally essential in its permanent nature in time as One life: it is itself, as something that is constantly being formed, [that] is, its purpose or destiny, and it →

=290= The Ideal of Mankind
→ constantly determines its entire expression of power in such a way that this purpose is achieved in its entirety and in all its parts, that its life is completely perfected. Thus, it becomes itself the cause of the earth: for its entire temporal causality is directed towards itself, as towards its purpose, that is, it is earth-causal. The purpose of a being is, therefore, the whole of temporal existence itself in its fullness, from the first germ to full maturity; it is life itself, insofar as it is to be created in the permanent with the primal power of the living being in all time. The reason for being an end in itself is eternally present in the primal essence of every being; the end is itself the eternal effect of the being as the eternal cause; and the living being, as primal essence, determines its entire temporal activity before and beyond all time in accordance with its entire essence, as this should be expressed in all time; it, therefore, determines itself in every part of time, in accordance with its entire past and its entire future as the One present in which its life should become real. Just as the whole purpose of life is an essential thing and has dignity in itself, so every essential part of it is eternally caused in the whole purpose of life and is essential in itself. But since all parts of the one purpose of life relate to one another and to the whole according to the eternal laws of a limb structure, they are mutual conditions of their temporal existence: the one is so that the other is, and everything individual is so that the whole is. Every being is, therefore, in its primal drive, directed towards the whole purpose of life, and for that very reason towards all of its individual parts, first and foremost as self-essential and self-worthy parts of the whole purpose, but also, at the same time, because they are mutual conditions of their existence and of the attainment of the whole purpose, that is, because and insofar as they are means. Every inner part of itself and its life, and all beings that are in communion and interaction with the living being, in their being and life, are essential in themselves, but at the same time are also mutual conditions of their life formation, they are means to each other's ends: but according to the eternal order of things, they exist first in themselves, for their own sake, and then also as means, insofar as their self-purpose and the harmony of all partial life in the One divine Life allows and requires this. Since there is only One original being and only One life in it, it is eternally the One original purpose for itself, and all final causality is One in it; but in its original purpose for life the life purposes of all its inner beings are contained as subordinate parts. These are similar to the whole, in themselves essential as means to the One primary Purpose of the original being. No being is and lives, therefore, merely or primarily as a means for another, that is, merely as something useful, but in the harmony of all things in God it is at the same time a means and useful to all external life with which it cooperates; and here it becomes clear what we said earlier about the primal value of the useful in useful art. Every being, in that it constantly strives in its primal drive as a self-power to achieve the purpose or destiny of its life, is similar to the primal being itself in a limited sphere. →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =291=
→ This is for him the model of his entire life, and at the same time the primary purpose to which he subordinates his life as a partial purpose, and strives to shape it accordingly. The purpose of all temporal activity, that is, life itself, is the primary good of every being, towards which it is directed in all time; but God, as the primordial being, is the primordial good of all beings as the essential, albeit finite, part of which every being strives towards its own primordial good. God alone is his own highest good; every being in him, however, is itself a primal good, but only as subordinate to the life of God, as the One highest Good for all finite beings. Every being is good insofar as it is directed in pure primal drive towards itself, as towards its own good, as a subordinate part of the highest good. God alone, however, is primal good, that is, essentially, completely and eternally good; and every finite being is only finitely good in its limited sphere of life, when it imitates the primal goodness of God as its model of its own power. Thus we are able to recognize the temporal, final causal activity of all beings in its unity with their eternal causality and with the One eternal and temporal, final causal activity of God, and in this knowledge to see the highest laws of the inner self-perfection of life, which in man is called moral perfection, and insofar as the acting man constantly lives according to them, is his virtue. — In this insight into the life unity of God and all finite beings in him, we also recognized, in addition to the inner goodness, or the pure self-lawful inner perfection of every being, also the right, the intimacy and the interacting life, and the beauty as eternal original forms of all life, which contain within themselves a structure of eternal subordinate forms, the representation of which is forbidden by the symmetry of this writing. The laws of eternal being are also the laws of temporal life. The unity, multiplicity and polyunity, — their similarity, diversity and harmony, — the descending and reciprocal causality, which we recognized as the original forms of the original essence, are also the original forms of all life. And just as these original forms were thought of as infinite, and were recognized as essential to the original being itself in its interior, so they apply in the entire universal structure of all finite things in God, for the being and life of all beings, and show themselves as the laws of their eternal and temporal subordination and co-ordination in their independent being and life, as well as their mutual union. These insights are then followed by a whole series of doctrines in the original science, in which the eternal perfection and the eternal cycle of the one life and all partial life in it, the original law of birth and death as inner manifestations of the universal life, the origin and the limit of the limitation of the world, of misfortune and happiness, of evil, illness, deformity and the lack of sin, and of purification and sanctification, — in which God is clearly recognized as the only all-holy and primal good, as the eternal love and the eternally just, and his life in him as One, as something always perfect and in every part of time intrinsically beautiful, as far as man →

=292= The Ideal of Mankind
→ is receptive to these views in his essential limits. Here, however, we must leave it to the sensible reader to delve into these highest scientific views for himself.
But insofar as I have done so, I have had to point out the basic forms and fundamental laws of being and life, so that it would be clear on what basis the science of mankind rests and must be built, and so that the plan according to which I intend to present mankind as One organic whole could be understood and appreciated in general. I have indeed been able to extract these theories from the treasure of primitive science, rather than from the idea of the primal being, as the basis and content of all science and certainty, in a scientific context; nevertheless, I hope that I have spoken comprehensibly enough to the reader, whose mind is generally at home in the supernatural, and that I have encouraged everyone who eagerly pursues these insights with a God-devoted heart to carry out their own deeper research. The truth of these teachings is proven just as much in the formation of the earth and in the waves of the waters as in the structure of the heavens and in the life of the stars; in the life of the simplest animal as in the life of the human body; in reason and nature as in the life of mankind. However, in order to secure these sayings against any possible harmful misunderstanding, I add here the declaration that it is neither the content nor the intention of what has been said here and throughout this work: that God is or appears to be the same as his creatures, or is in any way confused with them; that furthermore, the finite, evil, sinful and imperfect nature of all finite beings is erroneously attributed to God himself, or attributed to him as the cause of it, thus sacrilegiously obscuring the knowledge of God's holiness. Rather, it is the epitome of the teachings presented: that God, infinite and holy, exists above all beings, purely for himself and in himself; that evil and imperfection do not arise from God's will, but from finitude and from the universal coexistence of imperfect beings themselves, that is, in the limitations of the world, but are abolished by God as the original good, as the eternally just love. But if any reader should find anything that has been said in this text to conflict with these basic truths, then my presentation has not been successful to that extent, or the reason for this misunderstanding does not lie in me. I personally clearly recognize how everything that I observe agrees with these basic truths, how it makes them appear in their own harmony, and how only in them arises that to God-devoted and joyful hope which we acknowledged at the beginning of this text as the truly human one, and through whose description we prepare ourselves to see mankind and its destiny. But now we apply these general insights to the existence and life of humanity in the universe, so that the entire destiny of our humanity on this →

 The Human Covenant, as the Covenant for the Whole Life of Mankind =293=
→ earth may be clear to us, and we ourselves may be won over to eager participation in its life.
Just as these eternal laws of being and life prove themselves in everything, so too is the mankind in the universe ordered according to them, and the structure of the doctrine of mankind follows them. First of all, the truth that emerges from these views is that the mankind in the universe, following God's example, is One, One self-being in God, as is the infinite spiritual realm, insofar as it is vitally connected with the highest organic body realm through the power of God, which eternally unites both reason and nature. In the organic species of the human body, nature has become completely equal to itself; it is completely present therein as in its complete counterpart. The organic species of the highest body is a complete representation of the eternal, whole, infinite nature within all its inner limits, as nature that has become free within itself. The primal force of nature, which creates the highest organic species wherever an earth has matured for it in the universe, is eternally One and constant in time, as the innermost part of the One power that creates the universal kingdom of organizations; and all the forces that form the individual human bodies are imperishable rays of that One power, and the human species of this earth is also like One body, as a subordinate part of that original power. And in the same way, from the other side, the spiritual realm is the one, most intimate power of reason, as which it unites its two highest, innermost spheres, that of ideas and that of the individual, for all time. Finally, the primal power of God, which lovingly unites reason and nature, is eternally One, before and above the spiritual realm and the highest organic realm of nature that are to be united; it is all-lovingly present in all of mankind, as in every human being. The eternal dignity of mankind and of every single person rests on this eternal origin in God and on the true life-unity with God; just as it is the highest dignity of the spirit in man to recognize this and to form oneself and one's body worthy of the higher Divine that unites both, and to live united with it as a harmonious human being. Because every individual human being appears in the highest whole of mankind as an independent part, similar to the whole, eternally and vitally connected with it, as a spiritual body united by God. If this primal knowledge of mankind is scientifically developed according to the model of the primal idea of the primal being, then the idea of the kingdom of mankind on earth, that is, of its inner and outer life, appears as part of the One idea of human rights in the universe, which is itself the most intimate and essential part of the One kingdom of God; and is transfigured in the harmonious light of its subsidiary ideas of the One kingdom of reason and the One kingdom of nature.
If, according to this outline, the view of mankind as One self-being [independent being], as the original unity of its sphere, has been completed, then →

=294= The Ideal of Mankind
→ the second part of the doctrine of mankind follows the knowledge of it in its inner multi-unity, that is, the unity of its inner multi-unity in its original unity and through it. And since mankind lives independently but in essential unity with God, reason, and nature, it must be recognized as unity, as multiplicity and as multi-unity, first as self-being and self-life, then as an essential being, that is, as an organ of the Kingdom of God in its unity with God and reason and nature, and finally also in the unity of its self-life and its external social life. Furthermore, since the unity of human life with God, reason and nature is based on its original similarity to God in the First Essential, we see how the eternal original forms of independence, community and interactive life enter into the structure of the doctrine of mankind, and result in a general doctrine of the laws of life of mankind; and from our earlier considerations we know how freedom and virtue, respect and justice, love and social life correspond to these original forms, and how beauty and self-development are connected to them as essential forms of life. What a wealth and depth of knowledge the doctrine of mankind encompasses, and how it essentially presupposes the fundamental knowledge of God, reason and nature, will be clear to every reader who has followed us with spirit and heart in our reflections on the inner fullness of life of mankind.
The consideration of mankind as unity, as multiplicity and as multi-unity, that is, as a whole being, as a member being and as a universal being of its sphere, determines the highest division of the doctrine of mankind. The inner development of these parts, however, is based on the contrasts of essence and form, of [what is] the inner and the outer, of the eternal and the temporal. In each of these three parts, the area of life and the means of social interaction in this common area are an essential part of the study, to which the doctrine of language in the broadest sense also belongs. In the consideration of mankind in its inner diversity, it is recognized in the basic parts of its being, as the spiritual realm and the physical realm, and as the unification of both through God. This is followed by the representation of the physical and spiritual contrast between male and female mankind and the unification of this contrast. Furthermore, this is essentially connected with the consideration of the powers of mankind, its spiritual, physical and collective powers; as well as the presentation of its works, its fundamental works and its independent works, which are also partly spiritual, partly physical and partly collective works. The doctrine of its inner members and persons is then linked to these parts of the doctrine of mankind: descending from the mankind of the universe to the individual human beings and ascending from these back to mankind as a whole. Mankind is viewed as One social whole of life: it is recognized how the individuals in the One whole union of life return to the eternal original unity of mankind, and how this whole union, the ideal of which we have described, →
.
 Addendum =295=
→ relates to every individual in mankind, and every single individual to it. However, all these parts of the doctrine of mankind are not to be thought of as merely following one another, but as being connected with and through one another in all directions and should be scientifically designed in such a way that they are eternal in mankind itself, so that the science of mankind is a structure similar to mankind itself. If the doctrine of mankind is formed in this way, then mankind appears in it as One truly God-like being, and its life as One whole that is eternally the same in the universe, but that develops harmoniously in time, space and power in every heavenly place. Thus deeply founded, uniformly and harmoniously carried out, the pure ideal teaching of mankind will become the light of our life and the life of all mankind; in its light we will understand and appreciate the history of this mankind and its present life; and according to the ideal which it sets up, we will then be able to design the plan for our own life and for all mankind on this earth.
The aim of this book was to develop this ideal of mankind in its basic features, to prepare the receptive person for a deep, scientific understanding of it, to inspire in him the love of mankind itself and the desire to see its ideal in its entirety, and to imitate it in life, to awaken and bring it to life. May we have succeeded in reaching it. But like the traveller who walks through a valley full of life in the bright light of heaven, the higher he climbs, the wider the view becomes, and on the summit of the surrounding mountains the whole abundance and beauty of the land appears to him in one glance: so we explored mankind and its life in the light of God; rising step by step from the individual, we reached the heights. We part with loving greetings and promise from here to one day convivially survey the whole and the beauty of life in all its parts.
Addendum
German translation of the foreign language expressions found in the above text. (For the benefit of those who are unfamiliar with them, or in order to determine the meaning associated with them precisely).6)
 6) In this section, Krause intended to explain the foreign words he used. The references to page numbers given in the original have been omitted here.

=296= The Ideal of Mankind
The author has translated most of the foreign words into German anyway. However, this has happened less in the first five pages, which were printed in the spring and summer of 1808; more in the following pages, and most of all in the second half of the text, which only left the press in the last two years. The foreign words that can still be found can be replaced by the following, or better, German ones.
Moment, part of time. Charaktervoll, characterful, original, living in its own way. Harmonie, harmony, collective sound, unison, club life; harmoniously unifying, in unison. Weltharmonie world harmony, universal life, dissonant, resonant. Symphonie, Symphony, consonance of sounds. Sphäre sphere, circle, circle of life. Organisch organic, living organically, structured. Resultat result, end result. Metaphysik metaphysics, primal science. Phantasie, imagination, the archetypal power (the archetypes, the images). Hemisphäre, hemisphere, semicircle, primal half. Idee, idea, primal concept, primal being. Das Individuelle, the individual, the single, the primal individual, the primally determined. Individualität, individuality, primal singularity, primal peculiarity, living in its own way. Organismus, organism, limb structure, limb formation, limb whole, limb life. Poesie, poetry, poetic. Organisation, organization, limb formation, limb animation, limb structure. Konstruktion, construction, the building, the structure, life education/formation. Konstruktion einer Idee, construction of an idea, the representation (formation of meaning), of a primal concept. Substanz, substance, self-being. Symmetrisch, symmetrical, even, proportionate. Eurhythmisch, eurhythmic, well-ordered, harmonious, proportionate. Proportional, proportionate, well-proportionate, equal.
Organ, limb, life-member, life part. Structur, structure, building. Infusionthier infusion animal, small animal. Das Sonnensystem, the solar system (when speaking of a sun), the sun's structure, the sun's whole, the sun's life.
Firmament, the heavenly vestige, the heavenly whole. Parallelismus, parallelism, parallel formation. Individuen individuals, single beings, primal parts. Planetarisch, planetary, terrestrial. constituiren, to constitute, to set up, to explain, to form. Humanität, human dignity, humaneness. rhytmisch, rhythmic, behavioral. Musikalisch, musical, tonal, beautifully toned. Die Klimate, the climates, the land positions, the sun positions (positions against the sun), sky inclination. klimatisch, climatic, sun-positioned, inclined to the sky. Producte products, works, life's works, works of art, achievements. Genius, primordial spirit, original spirit, primordial life spirit (the opposite is an aboriginal spirit or imitation spirit). Ein Paradies, a paradise, a beautiful place. paradiesisch, paradisiacal, beautiful field. Concentrisch, concentric, even-centred, self-centred, in even-centred circles. tragisch, tragic, primal, fateful, world-struggle-related. Experiment, attempt, experimental research. Psychologisches Phänomen, psychological phenomenon, soul-teaching phenomenon, spiritual-teaching expression of life. Sympathie, sympathy, compassion. Myriaden, myriads, thousands. Ideale oder philosophische Erkenntniss, ideal or philosophical knowledge, primordial concepts, primal essential knowledge, primal doctrine. Reale Erkenntniss, Real knowledge, real life, historical, inherent knowledge; or knowledge. Harmonische*) Erkenntniss, harmonic knowledge, prehistoric, primal, primal-essential knowledge. Mathematik, mathematics, theory of form, theory of wholeness. Politik, politics, theory of state life. Theodicee, theodicy, justification of God. — Der Horizont, the horizon, correct horizon, field of vision. →

 Addendum =297=
→ Individualisirt, individualized, partially formed, partially animated, individually formed. mechanische Künste, mechanical arts, arts of movement. Potenz, potency, level of being, order of being, (the higher being or lower being), increase, level. Kolonisirung, colonization, land reclamation, land use planning. Die Perspective, the perspective, the single appearance, the distant appearance, the distant appearance form; perspective, distant appearance. Das Kolorit, the coloring, the color peculiarity, the colorness, the beauty of colors, play of colors. melodisch, melodious, tone-consistent, beautifully tonal, tonal-fluid. Lebenprincip, life principle, cause of life, life basis (that is: the self, as the basis of its life). Die Individualität the individuality of the virtuous spirit, the intrinsic goodness, the virtuous intrinsic beauty of the spirit. Charakter, character, way of life. Heroismus, heroism, bravery. 64) originell, original, very own, very own. Die ideale Liebe, the ideal love, archetypal love. Genien, Geniuses, pure spirits, primordial spirits. Nationalliebe, national love, homeland love. Grazie, grace, graceful beauty, delicate beauty, delicate behavior beauty. Monogamisch, monogamous, single, polygamous, multi-married, either polyandrous or polygyny. Akt , act, action. national und klimatisch, national and climatic, popular and regional. Familie, family, marriage. Periodisch, periodic, temporal, circular. 91) Elemente, elements, original parts, original individuals, original substances. Höflichkeit und Artigkeit, politeness and civility,**) sociable tenderness, grace and friendliness, tender sociability, graceful friendliness. Ideal, Urbild, Musterbild, ideal, archetype, model. Enthusiasmus, enthusiasm, fiery life, fiery striving. Lehrmethode, teaching method, teaching path, course of study. Publikum, audience, reception area, receptivity. — Äther, ether, solar air, heavenly air, world air.

*) In the absence of existing expressions, the word harmonious has always been used where one is talking about a uniting element of two essentially opposite things. For example, for intellectually reasonable and rationally intelligible and more harmonious for physically spiritual, that is, where body and spirit work together.
**) Although German, it is of foreign origin and inappropriate.
.
Literature
List of Krause's most important writings
These were published during the author's lifetime:
(1) Philosophical-mathematical dissertation on the notion of Philosophy and Mathematics and their intimate conjunction. Jena, published by Voigtius, 1802 (see No. 53).
(2) Foundation of natural law, or philosophical outline of the ideal of law. First section. Jena, Gabler (Cnobloch), 1803 (see No. 53).
(3) Outline of historical logic for lectures, together with two copper plates on which the relationships between concepts and conclusions are fully presented in a combinatorial manner. Jena, Gabler (Cnobloch), 1803.
(4) Foundations of a philosophical system of mathematics, first part, containing a treatise on the concept and division of mathematics and arithmetic, first section; for self-instruction and for use in lectures, with 2 copper plates. Jena and Leipzig, Gabler (Cnobloch), 1804.
(5) Factor and prime number tables, newly calculated and appropriately arranged from 1 to 100,000, together with an instruction manual and a treatise on the theory of factors and prime numbers, in which this theory is treated according to a new method and the question of the law of the prime number series is decided. Jena and Leipzig, Gabler (Cnobloch), 1804.
(6) Outline of the system of philosophy; first section, containing general philosophy, together with an introduction to natural philosophy. For lectures. Jena and Leipzig, Cnobloch, 1804. (The second division was to contain the philosophy of reason or spirit, the third the philosophy of mankind.)
(7) System of Ethics; Volume I, scientific foundation of (doctrine of) ethics. Leipzig, Reclam, 1810 (cf. No. 40).
(8) Journal of Human Life; first quarterly volume 1811, Dresden in the Arnold's bookshop and from the editor D. Krause. With 26 copies of a literary newspaper. (Contains several scientific treatises by the editor on mathematics, natural law, history, geography, music.) See numbers 35, 40 and 43.
(9) The Ideal of Mankind an Essay, Dresden, Arnold, 1811. — Second edition Göttingen, on commission from Dieterich Bookstore, 1851.
(10) Textbook of combination theory and arithmetic as a basis for lectures and self-instruction, together with a new and comprehensible presentation of the theory of the infinite and the finite, and an elementary proof of the binomial polynomial theorem, edited by L. Jos. Fischer and D. Krause, according to the plan and with a preface and introduction of the latter. First volume. Dresden, Arnold'sche Buchhandlung, 1812.
(11) Oration on human knowledge and the way to reach it, given in Berlin in 1814 (cf. No. 43).
(12) On the dignity of the German language and its higher development in general, and as a scientific language in particular. Dresden, 1816.
(13) Detailed announcement of a new, complete dictionary or original vocabulary of the German vernacular. Dresden, Arnold, 1816.
(14) Philosophical Theses XXV, Gottingen, 1824 (cf No. 43).
(15) Outline of the System of Philosophy, First Section. For his listeners, 1825. Available in bookstores: Göttingen, on commission from the Dieterich Bookstore, 1828 (see No. 38).
(16) Presentations on the History of Music, including Preparatory Lessons on the Theory of Music. Göttingen, Dieterich Bookstore, 1827.
(17) Outline of the System of Logic for his Audience, 1825. Second edition, enlarged with the metaphysical foundations of logic and a third lithographic plate. Ibid., in commission, 1828.
(18) Outline of the System of Philosophy of Law or Natural Law. Ibid., in Commission, 1828.
(19) Lectures on the System of Philosophy. Ibid., in Commission, 1828 (cf. nos. 44 and 69).
(20) Lectures on the Fundamental Truths of Science, and their Relation to Life. Along with a brief presentation and evaluation of previous Systems of Philosophy, particularly the most recent by Kant, Fichte, Schelling, Hegel, and the Teachings of Jacobi. For educated people of all classes. Id. in commission, 1829 (cf. 29).
(21) (Anonymous) Spirit of the Teachings of Immanuel Swedenborg. From his writings. With a catechetical overview and complete subject index. Edited by Dr. I. M. C. G. Vorherr. Munich, E. A. Fleischmann, 1832.
Publications from the manuscript estate:
(22) Theory of Cognition and Knowledge, or Lectures on Analytical Logic and an Encyclopedia of Philosophy for Beginners in Philosophical Thought. Edited by H. K. von Leonhardi. With three lithographed plates. 8. Göttingen, on commission from the Dieterich Bookstore, 1836.
(23) Lectures on Psychical Anthropology.. Edited by Dr. H. Ahrens. 8vo. Ibid., 1848.
(24) The Absolute Philosophy of Religion in Relation to Emotional Theism, and after a Mediation of Supernaturalism and Rationalism. Presented in a philosophically critical examination and evaluation of the religious-philosophical teachings of Jacobi, Bouterwek, and Schleiermacher. Edited by H. K. von Leonhardi. Two volumes in three sections. 8th edition. 1834-1843.
(25) New theories of linear curves, specimens V, ed. H. Schroeder, Professor. (With figures and tables XV.) 4to. Ibid., as well as in Munich in Commission with E. A. Fleischmann, 1835.
(26) Outline of Aesthetics or the Philosophy of Beauty and Fine Art. Edited by Dr. J. Leuchtbecher. 8th. Göttingen, on commission from the Dieterich Bookstore, 1837.
(27) Principles of the Theory of Music, according to the Principles of Essence. Lectures for Educated People of All Classes. Edited by V. Strauss. 8vo Ibid., 1838.
(28) Spirit of the History of Mankind, Volume One; or: Lectures on the Pure, i.e., General Theory of Life and the Philosophy of History, as a Foundation of the Science of the Art of Life. (With an explanatory lithograph and a portrait of the author.) In one volume. For educated people of all classes. Edited by H. K. von Leonhardi. 8vo. Ibid., 1843.
(29) Lectures on the Fundamental Truths of Science, and their Relation to Life. Volume 1. Also under the title: Renewed Critique of Reason. Second, enlarged edition, Prague, F. Tempsky, 1868 (see No. 20).
(29a) The Part of Philosophy Leading to the Certainty of the Knowledge of God as the Highest Scientific Principle. Second, enlarged edition, Prague, F. Tempsky, 1869 (cf. No. 44).
(30) Lectures on the Philosophy of Law Edited by K. D. A. Röder. Leipzig, F. A. Brockhaus, 1874.
(31) Lectures on Aesthetics or on the Philosophy of Beauty and Fine Art. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1882.
(32) System of Aesthetics or on the Philosophy of Beauty and Fine Art. (On the Theory of Art, Section I.) Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1882.
(33) Lectures on Synthetic Logic based on the Principles of the Author's System of Philosophy. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1884.
(34) Introduction to the Science of Knowledge. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1884.
(35) Lectures on the Applied Philosophy of History. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1885.
(36) The Analytical-Inductive Part of the System of Philosophy. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1885.
(37) Pure General Science of Reason or Preparatory School for the Analytical Main Part of Scientific Structure. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1886.
(38) Outline of the System of Philosophy. Sections 1 and 2. (For Section 1, see No. 15.) Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1886.
(39) Outline of the History of Philosophy. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1887.
(40) System of Moral Theory. I. Attempt at a Scientific Foundation of Moral Theory. Second, enlarged, and improved edition (see No. 7). II. Essays and Individual Thoughts on Moral Theory. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1888.
(41) On the History of Modern Philosophical Systems Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1889.
(42) Outline of the Philosophy of History. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1889.
(43) Philosophical Treatises. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1889.
(44) Lectures on the System of Philosophy. 2 volumes. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber. Vol. 1: The Part Leading to the Certainty of the Knowledge of God as the Highest Scientific Principle. 2nd edition, probably 1889. Vol. 2: The Part Deriving in the Light of the Knowledge of God as the Highest Scientific Principle. 2nd edition, probably 1889 (cf. No. 19). Index to the complete work by M. Trömel. 1891.
(45) The peculiarity of the theory of essence, along with information on the history of its reception, primarily by German philosophers. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1890.
(46) Views or Teachings and Projects for the Higher Education of Mankind. Vol. 1, 1890, Vol. 2, 1891, Vol. 3, 1892, Vol. 4, 1902. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber.
(47) Principles of the theory of knowledge. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1892.
(48) An Outline of the History of Greek Philosophy. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1892.
(49) On the Philosophy of Religion and Speculative Theology. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1893.
(50) Aphorisms on Moral Teaching. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1893.
(51) The Concept of Philosophy. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1893.
(52) A Guide to Natural Philosophy. Edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1894. 2nd, greatly enlarged edition (see No. 6).
(53) Foundations of Natural Law or Philosophical Outlines of the Ideal of Law. Edited by Dr. G. Mollat. Weimar, Emil Felber. Section 1: Cosmopolitan Rights for the Sake of Wisdom, Love, and Art. 2nd, enlarged edition. 1890 (cf. No. 2). Section 2: Cosmopolitan Rights for the Sake of Virtue, Religion, the Alliance for Beautiful Individuality of Reason, and Finitude. 1890.
(54) Explanatory Remarks and Commentaries on J. G. Fichte's Foundation of Natural Law. Edited by Dr. G. Mollat. Weimar, Emil Felber, 1893.
(55) On the Philosophy of Language. Edited by Prof. Dr. theol. et phil. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1891.
(56) Lectures on Natural Law. Edited by Prof. Dr. Richard Mucke. Weimar, Emil Felber, 1892.
(57) The Earth's Covenant in Itself and in Its Relationship to the Whole and to All Individual Parts of Human Life. Edited by Dr. G. Mollat. Weimar, Emil Felber, 1893.
(58) Treatises and individual sentences about education and teaching. Volume I. Edited by Richard Vetter, Senior Seminar Teacher. Weimar, Emil Felber, 1894.
(59) Ibidem, Volume II. Fundamentals of Science for Teaching. Edited by Richard Vetter, senior seminar teacher. Weimar, Emil Felber, 1894.
(60) Aphorisms on historiographic geography. Edited by Richard Vetter, senior teacher. Weimar, Emil Felber, 1894.
(61) On the Theory of Music. Edited by Richard Vetter, senior teacher. Weimar, Emil Felber, 1894.
(62) Fragments and Aphorisms on the Analytical Part of the System of Philosophy. By Karl Christian Friedrich Krause. From the author's manuscript papers, edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Weimar, Emil Felber, 1897.
(63) The Human Covenant. With appendix and supplements from the handwritten legacy of Karl Chr. Fr. Krause, edited by Richard Vetter, school principal in Dresden-Löbtau. Berlin, Emil Felber, 1900.
(64) Linguistic treatises by Karl C. F. Krause. From the author's handwritten papers, edited by Paul Hohlfeld and August Wünsche. Leipzig, Dieterich, 1901.
(65) Theory of Life or the Philosophy of History as a Foundation for the Science of the Art of Living. Lectures given at the University of Göttingen by Karl C. F. Krause. Republished by Paul Hohlfeld and August Wünsche. Second edition. Leipzig, Dieterich, 1904 (see No. 28).
(66) The Correspondence of K. Chr. Fr. Krause, edited by Dr. Paul Hohlfeld and Dr. August Wünsche. Berlin, Emil Felber, Vol. 1, 1903, Vol. 2, 1907.
(67) Draft of a European Union of States as the Basis of General Peace and as a Legal Means Against Any Attack on the Internal and External Freedom of Europe (1814). Reedited and introduced by Hans Reichel: The Philosophical Library, Volume 98. Leipzig, F. Meiner, 1920.[Also this]
(68) Faith in Mankind. Illustrated by a Didactic Question Piece. Edited by Alfred Unger. Second and third editions. Berlin, Unger, 1929.
(69) Lectures on the System of Philosophy. Unaltered reprint of the Göttingen 1828 edition with a new preface and notes. Edited by Siegfried Pflegerl, 1981.
(70) On the History of the New Philosophical Systems. Reprint of the Leipzig 1889 edition (see no. 41) by Andras Roser. Passauer Texte zur Philosophie, 1996.
(71) The Ideal of Mankind. 1851 edition. Edited by Siegfried Pflegerl. Annotated original text and current world systems analysis. Peter Lang Verlag. Frankfurt, Berlin, Bern, Brussels, New York, Oxford, Vienna. 2003.
|