Abschrift
des Karl Christian Friedrich Krause's Buches
Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbrüderschaft
zusammengestellt, überarbeitet und ins Englische übersetzt
aus Google Books
von Bruder Vincent Lombardo
![]()
Bitte beachten Sie: diese Seite ist optimiert für die Darstellung in Google Chrome (Zoomfaktor 150%).
Please note: this page is best viewed in Google Chrome (zoomed to 150%)
![]()
a) Bis hierher ist der Vorbericht der ersten Ausgabe wörtlich treu abgedruckt worden. Da aber von Dem, was in der ersten Ausgabe auf S. LXI - XVIII unter IV steht, Vieles in die hier in der zweiten Ausgabe das Werk eröfnende Abhandlung über den Werth der drei ältesten Kunsturkunden (S. 3 ff.) aufgenommen worden ist: so folget hier das Übrige, gleichfalls unverändert. (Anmerkung vom J. 1818.)
Zwar liegt nun der Zweck und die Absicht meiner Schrift schon in dem Vorigen und in ihr selbst deutlich ausgesprochen; doch will ich mich hier uber einige wichtigere =LIX= Punkte noch bestimmter erklären, um allen Mißverständnissen vorzubeugen.
Ich brauche kaum zu bemerken, daß man von vorliegender Schrift keine zusammenhängende Geschichte der altenglischen Freimaurerei zu erwarten habe, da es mir hier bloß darauf ankam, den Geist derselben in ihren drei ältesten Urkunden darzustellen. Gleichwohl enthält meine Schrift viele Materialien und einzelne Thatsachen zu dieser Geschichte, welche ich, nebst den übrigen, die ich schon gesammelt habe und noch sammeln werde, vielleicht in Zukunft zu einem zusammenhangenden Ganzen verarbeiten könnte.
Es versteht sich, daß ich, sowie es bei allen geschichtlichen Untersuchungen nothwendig ist, auch bei den meinigen alle Vorarbeiten anderer Brüder benutzte, die sich mir darboten, und wozu diese Brüder mich selbst berechtigt hatten. Ich habe schon angeführt, wie viel ich hierin vorzüglich den Brüdern Feßler, Schneider und Moßsdorf verdanke. Unter allen mir bekannten Brüdern haben bisher die Brüder Feßler, Schröder, Schneider, Pierer, der, der Brüderschaft zu früh entrißne, hofnungvolle Bruder Mörlin, und Mossdorf den Werth dieser drei Urkunden am richtigsten erkannt, den Geist derselben selbst thätig erfaßt, und zur Veredlung des gegenwärtigen Zustandes der Brüderschaft am besten zu benutzen gesucht. Indem ich mich später, als diese achtungwürdigen Brüder, über jene Kunsturkunden verbreite, so war ich Verpflichtet, die Vorarbeiten derselben treu zu benutzen: allein ich habe Nichts von dem Empfangnen unverarbeitet, Nichts unvermehrt, und im Einzelnen unberechtigt, wiedergegeben, sondern viele neue, gleichwichtige, Resultate von dem Meinigen hinzugesetzt, und überhaupt den mir gegebnen und von mir schon vorgefundnen geschichtlichen Stoff, mit Freiheit des Geistes, nach meinen eignen Grundansichten, selbstständig bearbeitet.
Was endlich diese ganze Schrift betrifft, so betrachte die geliebte Brüderschaft dieselbe nur als einen Versuch, die drei ältesten Kunsturkunden der Brüderschaft als Ein Ganzes aufzustellen, sie philologisch-critisch zu bearbeiten, und nach dem Geiste der verfloßnen, gegenwärtigen und künftigen Zeiten im Lichte der höchsten Ideen zu würdigen; zugleich aber als einen Versuch, an diese Bearbeitung höhere Lehren andeutend anzuknüpfen, und meinen übrigen, im Vorigen erwähnten, das Wesen der =LX= Brüderschaft unmittelbar angehenden Schriften ein geschichtliches Fundament zu geben! – Ich sage mit Bedacht, nur als einen Versuch, weil ich selbst durch weitere Nachforschungen auch der vorliegenden Schrift immer mehr Vollendung zu geben hoffen darf, und weil ich schon jetzt der Brüderschaft noch Vieles über ihre älteste Geschichte mitzutheilen habe, was diese Schrift nicht fassen konnte; endlich aber, weil die äußerste Grenze der Vollendung dieses Theiles der Geschichtwissenschaft nur von geselligen planmäßigen Forschungen gelehrter Brüder, vorzüglich in den britischen Inseln selbst, erreicht werden kann.
Wer nun dieß mein Buch ungeprüft verdammt, Wer den Genuß der edelsten Kleinode unserer Brüderschaft, der ältesten Kunsturkunden, worauf ein jeder Bruder ein unveräußerliches Recht hat, und deren Mittheilung an alle Brüder Pflicht ist, seinen Brüdern vorenthält, Wer die Lehren, welche ich damit verbinde, seinen Brüdern verleidet, sie verläumdet und schmäht, – der bedenke, daß er Unrecht thut, und daß ihm Dieß keinen Segen bringen kann! – Wer aber mich und die Brüder, durch meine Schrift veranlaßt, belehrt, Wer meine Einsichten berichtigt und erweitert, Wer Wahrheit an die Stellen setzt, wo ich geirrt haben sollte, der handelt gerecht und pflichtmäßig gegen die Brüderschaft, und erwirbt sich auch meinen lebhaftesten Dank.
Ich habe geschrieben, Was ich als wahr, als gut und als heilsam erkenne; ich habe gehandelt, wie es recht und billig ist, wie es die klar erkannte Pflicht befiehlt.
Mit lebendigem Andenken an Gott habe ich diese Schrift angefangen und vollendet. Was mir auch in der Brüderschaft und durch sie begegne: es trifft ein liebevolles Herz. Die Freudigkeit des Gewissens ist mehr, als Menschenlob, und die Ehre vor Gott ist mehr, als alle Ehre und Herrlichkeit dieser Erde.
Ist in dieser Schrift Gutes enthalten, was dem Plane gemäß ist, wonach Gott diese Menschheit leitet, so wird es durchdringen, so wird es sich weder durch List, noch Ränke und Lüge, noch durch äußere Macht, unterdrükken lassen; es wird den Weg zu den Herzen finden, darin Wurzel schlagen, und Früchte des Lebens bringen. Wäre aber etwas nicht Gutes darin, so wünsche ich, daß es auf alle Weise verworfen, aus dem Gedächtnisse der Menschen vertilgt, und in Liebe vergessen werde. – Rede ich =LXI= Wahrheit, so wird diese noch stehen, wann ich längst nicht mehr auf dieser Erde bin. Irre ich wo, so mögen meine Worte ohne Spur verrinnen!
Wird die Wahrheit einmal wohl verstanden und zu Herzen genommen, dann steht sie unerschüttert, man lobe, man tadle, man liebe sie, man scheine, sie zu hassen, man suche oder man fliehe sie; man streitet doch für sie. Sie durchdringt, erwärmend und belebend, in geraden Stralen Alles um sich her: wo sie hervorbricht, da blüht ein Frühling schönen Menschheitlebens auf.
Einst wird auf Erden Licht! – Schon bricht das Morgenroth des neuen Tages an!
Dresden; am 6ten Mai 1810.
K. Chr. Fr. Krause.
![]()
Die Überzeugungen und Gesinnungen, die ich im Jahr 1810 aussprach, sind in mir auch heute dieselben; die folgende neue Bearbeitung dieser Schrift ist Zeuge davon.
Was der vorstehende Vorbericht über ewige und allgemeinwesenliche Wahrheiten, sowie über die Geschichte und Würdigung der ganzen Freimaurerbrüderschaft, enthält, ist jetzt noch ebenso Werth, von der Brüderschaft überlegt und beherziget zu werden; das mich selbst und diese meine Schrift betreffende Geschichtliche aber, was die Pflicht damals zu sagen gebot, wird noch jetzt den Zeitgenossen, und zum Theil auch einst den Nachkommen, als urkundliche Nachricht dienen.
Die Grundlehren über den Menschheitbund und das Verhältniß desselben zu der Freimaurerbrüderschaft, welche den vorstehenden Vorbericht (S. III - XXVIII) eröffnen, erscheinen zwar hier vollendeter gestaltet in dem ersten Abschnitte des Lehrfragstükkes über die Masonei und den Masonbund (S. LXXIII ff.): allein ich hielt es gleichwohl für zweckmäßig, jene frühere Darstellung dieses Gegenstandes im Vorberichte wieder mit abdrukken zu lassen; einmal, damit erhelle, wie diese Lehre, seitdem weiter ausgebildet, unverändert dieselbe geblieben, sodann, damit der Leser sich durch die ältere Darstellung zu der neueren vorbereite, welche tieferes Nachdenken fordert. =LXII=
Was ich der Bruderschaft noch weiter vorzutragen habe, das behalte ich mir bis dahin vor, wo ich es in dem höheren Zusammenhange einer Schrift thun kann, zu welcher dieses Werk über die drei ältesten Kunsturkunden eine Vorarbeit und ein einzelner Beleg ist.
Mögen die Mühen der vorliegenden Schrift Fruchte bringen; möge die darin geoffenbarte Wahrheit zu der Erhebung der Brüderschaft und zum Heil der Menschheit gedeihen.
Dresden, am 27ten Weinmonates
1818.
![]()
« Vorbericht der 1.ten Ausgabe - III.Lehrzeichen und Gebräuche »
![]()
« Einführung und Leitfaden zur ÜbersetzungIntroduction and Guide to the Translation »
« Zwekke dieses WerkesPurposes of this Book »
« Inhalt - 1ten Abtheilung des ersten BandesContents - Section 1 - Volume 1 »
« Inhalt - 2ten Abtheilung des ersten BandesContents - Section 2 - Volume 1 »
« Inhalt - 1ten Abtheilung des zweiten BandesContents - Section 1 - Volume 2 »
« Inhalt - 2ten Abtheilung des zweiten BandesContents - Section 2 - Volume 2 »
![]()
![]()