Abschrift
des Karl Christian Friedrich Krause's Buches
Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbrüderschaft
zusammengestellt, überarbeitet und ins Englische übersetzt
aus Google Books
von Bruder Vincent Lombardo
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a) In der Lecture wird das längliche Viereck als Gestalt der Loge angegeben und erläutert; aus K. und aus JB. erfahren wir, daß die Logen von Alters her und noch zu ihrer Zeit kein sogenanntes Tapis oder Teppichzeichnung hatten, sondern in jeder Versammlung bloß ein, längliches Viereck, ohne Thore, und Mauer, und Werkzeuge usw., auf den Fußboden der Loge zeichneten. Nicolai in seinen Bemerkungen usw. (1806.) S. 133 sagt: "Ehe die Teppiche aufkamen, war es in den meisten Logen gewöhnlich, die Figuren bei jeder Versammlung mit Kreide auf den Fußboden zu zeichnen. Ich kenne noch alte Freimaurer, die dieß sahen, und Einen, dessen Amt es war, jedesmal die Figuren zu zeichnen." — Ich lasse beide Verfasser diesen Gebrauch mit ihren eignen Worten beschreiben, und füge auch die Figuren bei, um ihn anschaulicher zu machen.
In K. beginnt das ganze Werk mit der Erklärung der Figur des länglichen Vierekkes. Auf der 1sten bis 4ten Seite, (worauf dann erst eine neue Seitenzahl 1 bis 84 folgt,) heißt es:
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The Explanation of the following Figure, *) which is all the Drawing that is used in this Sort of Masonry, called, the =237= most antient by the Irishmen. It is generally done with Calk, or Charcoal, on the Floor; that is the Reason that they want a Mop and Pail so often as they do: before when a Man has been made a Mason, they wash it out: but People have taken Notice, and made Game of them about the Mop and Pail: So some Lodges use Tape and little Nails to form the same Thing, and so keep the World more ignorant of the Matter. |
Die Erklärung der folgenden Figur, *) welche die ganze Zeichnung ausmacht, die in dieser Art Maurerei gebräuchlich ist, die =237= von den Irländern die älteste genannt wird. Sie wird allgemein mit Kreide oder Holzkohle auf den Fußboden gemacht; daher sie einen Kehrwisch und Eimer brauchen, so oft sie dieselbe machen: denn wenn Jemandes Aufnahme zum Maurer vollendet ist, so waschen sie die Figur wieder weg. Das haben die Leute erfahren, und spotten nun über sie wegen des Kehrwisches und Eimers: daher bedienen sich einige Logen schmalen Bandes und kleiner Nägel, um sie abzubilden, und so die Welt desto unwissender darüber zu erhalten. |
*) Die weiter unten in zwei Holzschnitten mitgetheilt werden wird. H.
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Note. This Plan is drawn on the Floor, East and West: The Master stands in the East, with the Square about his Neck, and the Bible before him, which be takes up and walks forward to the West, near the first Step of an oblong Square; where he kneels down, in order to give that solemn Obligation to him that has already knelt down, with his Left-knee bare, bent upon the first Step; his Right-foot forms a Square, with his naked Right-hand upon the holy Bible, etc. And so to the Second and Third Degree of Masonry; is shewn upon the Steps. =238= Second Note. *) This whole Figure is washed out with a Mop, as aforesaid, as soon as he has received the Obligation. |
Anmerkung. Dieser Umriß wird auf den Fuß boden von Osten nach Westen gezeichnet: der Meister steht in Osten, das Winkelmaaß um seinen Hals, und die Bibel vor ihm; diese hebt er auf und geht vorwärts nach Westen, bis nahe an die erste Stufe eines länglichen rechtwinkligen Vierekkes; wo er niederkniet, um Dem die feierliche Verpflichtung abzunehmen, der schon mit entblößtem linken Knie an der ersten Stufe niedergekniet ist, so daß sein rechter Fuß einen rechten Winkel bildet, seine entblößte rechte Hand auf die heilige Bibel gelegt usw. Ebenso auch im zweiten und dritten Grade der Maurerei, wie =238= Dieß bei den Stufen angezeigt ist. Zweite Anmerkung. *) Diese ganze Figur wird, wie zuvor schon gesagt worden, mit einem Kehrwische weggewaschen, sobald er (des Aufzunehmende) die "Verpflichtung übernommen hat. |
*) Diese Note steht in K. hinter dem Umrisse auf S.5 f. H.
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Then a Table is put in the Place where this Figure was, and they all sit round it; but every Man sitteth in the same Place as he stood before the Figure was washed out, viz. the Master in the East, the Senior Warden in the West etc. Every Man has a Glass set before him, and a large Bowl of Punch, or what they like, is set in the Center of the Table; and the Senior Deacon charges (as they call it) in the North and East, and the Junior Deacon in the South and West; for it is their Duty so to do, i. e. to fill all the Glasses. Then the Master takes up his Glass, and gives a Toast to the King and the Craft, with Three Times Three in the Prentice's; and they all say Ditto, and drink all together, minding the Master's Motion: They do the same with the empty Glass, that he doth; that is, he draws it a-cross his Throat Three Times (which =239= is the Penalty of the Obligation of your Throat being cut a-cross), and then makes Three Offers to put it down: At the Third, they all set their Glasses down together, which they call firing: Then they hold the Left-hand-Breast high, and clap Nine Times with the Right, their Foot going at the same Time: When this done, they all sit down. |
Dann wird an die Stelle, wo zuvor die Figur war, eine Tafel gesetzt, woran sie sich Alle rund herum setzen; und zwar sitzt Jeder an derselben Stelle, wo er zuvor stand, ehe die Figur weggewaschen wurde, das ist, der Meister in Osten, der ältere Aufseher in Westen usw. Jeder hat ein Glas vor sich, und ein großer Napf Punsch, oder Was sie sonst belieben, wird mitten auf die Tafel gesetzt; der ältere Schaffner ladet, (wie sie Das nennen,) in Norden und Osten, und der jüngere Schaffner in Süden und Westen; denn es ist ihre Pflicht, Dieß zu thun, nehmlich alle Gläser zu füllen. Nun nimmt der Meister sein Glas zur Hand, and bringt einen Trinkspruch (einen Toast) aus für den König und die Zunft, mit dreimal Drei, wenn es eine Lehrlingloge ist; sie Alle sagen es ihm nach, und trinken Alle zugleich nach des Meisters Bewegung: dann machen sie mit dem leeren Glase Dasselbe, was er damit macht; das ist, =239= er zieht es dreimal queer am Halse vorbei, (Welchen die Strafe der Verpflichtung ist, daß euch der Hals queerdurch geschnitten warden soll;) dann setzt er dreimal an, um es niederzusetzen: und bei'm dritten Male setzen sie Alle zugleich ihre Gläser nieder; Welches sie feuern nennen; dann erheben sie die linke Hand bis in die Gegend, der Brust, und klatschen, neunmal mit der Rechten darauf, indem sie zu gleicher Zeit mit den Füßen auftreten. Dann setzen sie sich Alle nieder. |
Ich bemerke zu dieser Stelle, daß ich in der Übersetzung den Ton der Urschrift, und deren ganze unordentliche Schreibart, nachzuahmen gesucht habe. *) Sodann muß ich erinnern, daß mir zwar das Trinken, auch das nach Einem Zeitmaaße Trinken nach der Angabe des Meisters, nicht aber die Ausdrükke: Laden, Feuern, und dergleichen, (welche noch vor dem Jahre 1717 aus Frankreich nach England gekommen sein sollen,) ein alter Gebrauch zu sein scheint.
An dieser Stelle kann ich auch am schicklichsten die in JB. auf Seite V. und VI. stehende Beschreibung der Ehrenzeichen und bildlichen Figuren mittheilen. Sie beziehen sich auf das in JB. vor dem Titel stehende Frontispiece, welches ich hier ebenfalls in einer getreuen Abbildung beifüge, und zugleich das etwas veränderte Frontispiece der zuvor (S. 223 f.) erwähnten Ausgabe von JB. vom Jahr 1800, zu besserer Vergleichung, daneben setze. — Auch vergleiche der Leser die den Auszug aus dem Statutenbuche der Loge zu Essingen beschließende Beschreibung der "Regalia oder sinnbilderischen Figuren."
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*) Der Verf. fügt selbst nach der Vorrede dieß N. B. bei: "Der Stil dieser und der folgenden Schutzreden mag nicht so fein sein, als er sollte; doch ich hoffe, der Leser wird mich entschuldigen, da ich kein Engländer bin; doch versichere ich Euch, meine Meinung ist Wahrheit und Redlichkeit, und ich hoffe, man wird mich verstehen." H.
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Description of the Regalia and Emblematical Figures used in Masonry, represented in the Frontispiece.1. The two Pillars called Jachin and Boaz, the First signifying strength, the Second to establish in the Lord.
*) 3. From this we see also that above (p. 168 f.) I properly translated the words "the Compasses, to keep us within due bounds with all men." Because here the author of JB, or the brethren, whose composition he copied here, held eminently the requirement: in all acts, not to exceed the limits of justice, equity and love, in a word, of humaneness. H. **) 10. See Browne's Master Key in section 2. H. ***) 24. In the English system of the "Moderns" these spheres are set on the pillars J. and B., in order to suggest the universality of Masonry. See Browne's Master Key in second section of Volume 1. H. |
Beschreibung der Ehrenzeichen und emblematischen (sinnbildlichen) Figuren, die in der Maurerei gebräuchlich sind, welche das Titelkupfer darstellt.1. Die beiden Pfeiler, genannt Jachin und Boaz; der erste bedeutet Stärke, der zweite: aufrichten in dem Herrn.
*) 3. Hieraus sieht man ebenfalls, daß ich oben (S. 168 f.) die Worte: "the Compass, to keep us within Bounds with all Men," richtig übersetzte: "der Zirkel, um uns innerhalb der gehörigen Grenzen mit allen Menschen verbunden zu erhalten." Denn hier hat der Verf. von JB., oder die Brüder, deren Aufsatz er hier abschrieb, sich vorzüglich an die Forderung gehalten: in allen Handlungen die Grenzen der Gerechtigkeit, Billigkeit und Liebe, mit einem Worte, der Menschlichkeit, nicht zu überschreiten. H. **) 10. Siehe Browne's Master-Key im 2ten Abschnitte. H. ***) 24. Diese werden im neuenglischen Systeme auf die Säulen J. und B. gesetzt, um die Allgemeinheit der Maurerei anzudeuten. Siehe in der zweiten Abth. Des ersten Bandes Browne's Master-Key. H. |
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The Frontispiece is a Medallion, in Imitation of those Medals, or Plates that are common among the Brotherhood. These Medals are usually of Silver, and some of them highly finished and ornamented, so as to be worth ten or twenty Guineas. They are suspended round the Neck with Ribbons of various Colours, and worn on their Public Days of Meeting, at Funeral Processions, etc. in Honour of the Craft. On the Reverse of these Medals it is usual to put the Owner's Coat of Arms, or Cypher, or any other Device that the Owner fancies, and some even add to the Emblems other Fancy Things that bear some Analogy to Masonry. =244= The Candlesticks, etc. in many Lodges are curiously wrought, the Chair in which the Grand Master sits, as well as those of the Masters of inferior Lodges, are richly carved with Emblematical Figures; their Aprons are bound with Ribbons of various Colours; and, in short, every Thing belonging to them is finished in the most elegant Taste. |
Das Titelkupfer ist ein Schaustück, den Schaumünzen oder Platten nachgeahmt, welche unter der Brüderschaft gewöhnlich sind. Diese Schaustükken (Schautafeln) sind gewöhnlich von Silber, und einige von ihnen trefflich gearbeitet und geziert, so daß sie zehn bis zwanzig Guineen werth sind. Sie werden an verschiedenfarbigen Bändern um den Hals gehängt, und an ihren öffentlichen Versammeltagen, bei Leichenaufzügen usw. zur Ehre der Zunft getragen. Auf die Rückseite dieser Schaustükken ist's gebrauchlich, des Eigenthümers Wappen oder Namenzug, oder sonst ein demselben gefälliges Merkzeichen (Devise), zu setzen, und Einige fügen selbst zu den Emblemen andere beliebige =244= Dinge hinzu, welche mit der Maurerei einige Verwandtschaft haben. Die Leuchter usw. sind in einigen Logen kunstreich gearbeitet; der Stuhl, worin, der Großmeister sitzt, so gut als die der Meister von untergeordneten Logen, sind reichlich mit lehrbildlichen Zeichnungen (emblematischen Figuren) in erhabner Arbeit,) versehn; ihre Schurzfelle sind mit Bändern von verschiedenen Farben *) umgebunden; kurz, Alles, was sie um sich haben, ist im feinsten Geschmack gearbeitet. |
*) Nehmlich jeder Loge nur von Einer Farbe, aber verschiedene Logen mit verschiedenen Farben; wie Br. Houseal berichtet. H.
Die auf diesen Schaustükken abgebildeten Werkzeuge sind nicht insgesammt eigenliche Maurer-, sondern manche sind Steinmetzwerkzeuge. Mason heißt auch eigenlich nicht ein Maurer, sondern ursprünglich ein erfindsamer Künstler; dann verengte sich der Sinn dieses Worts auf Baukünstler, (mit Inbegriff aller Gewerbe, die zum Bau beitragen; siehe die in Lawrie's Geschichte, Freiberg, 1810, befindlichen, hier in der ersten Abth. des 2ten Bandes abgedruckten zwei Urkunden!) hernach auf Steinmetzen und Maurer; denn diese waren anfangs ungetrennt, sowie sie sich auch noch heute hin und wieder ungetrennt in Deutschland finden. — Nr. 9 ist keine Maurerkelle, sondern eine Kelle der Stukkaturarbeiter. Nr. 10 ist kein Maurerhammer, (der schwere eiserne Maurerhammer hat eine senkrechte scharfe, und eine ebne vierekkige Fläche und heißt Börel:) so wenig als Nr. 12, welchen letzteren die Steinmetzen führen. Nr. 15 wird auch nicht von Maurern gebraucht, und mit einem unten breiten, dreiekkigen Lothe, welches hier wohl eine lehrbildliche Bedeutung hat, gar nicht. Die Maurer brauchen das Schußloth. Nr. 25. ist auch kein Maurerwerkzeug. Das in Nr. 11 erwähnte, mit einem Bleiloth versehene Richtscheid ist wirklich bei den Maurern gebrauchlich. Das Richtscheid in Nr. 4 (Rule) ist ein 2 - 4 Ellen langes, 4 - 6 Zoll breites =245= und ½ - 1 Zoll dikkes Bret, was man braucht, um zu sehen, ob Steine gehörig eben (nicht windschief) sind, oder auch ob sie gehörig lothrecht stehen. (Diese Prüfung nimmt der Großmeister der Freimaurer bei Legung eines Grundsteines mit letzterem wirklich vor, indem er das Richtscheid anlegt. Siehe in Lawrie's Geschichte und in Preston's Illustrations die Beschreibung dieses Feierlichkeit!) Ist aber dieses Bret 6 bis 8 Ellen lang, und verhältnißmäßig breiter und dikker, so nennen es die Maurer ein Wagescheid; und ein solches ist vielleicht hier Nr. 26 gemeint. Wenn man nun eine Fläche prüfen will, ob sie eben und zugleich wasserrecht (horizontal) ist, so legt man das Richtscheid auf die hohe Seite an, und setzt auf dasselbe die Bleiwage, welche auch Setzwage (Level) heißt; dergleichen eine in Figur 4 und, 11, doch mit einer unter den Maurern nicht gewöhnlichen Construction, dargestellt wird. Obgleich Level sich in mehren Wörterbüchern durch Richtscheid erklärt findet, so sieht man doch aus unserer 4ten und 11ten Figur deutlich, daß es Bleiwage oder Setzwage heißt. Der 24zollige Maaßstab heißt bei den Maurern die Schmiege.
b) Um den Eindruck des Aufnahmlehrstücks (Lecture) rein zu erhalten, und dasselbe als selbständiges Ganzes darzustellen, konnte ich die in JB. befindliche, diese Schrift eröfnende, Einleitung über den Ursprung und die Verfassung der Brüderschaft, über die Eröfnung der Loge und die weitere Beschreibung der Aufnahmhandlung nicht voransetzen. Gleichwohl ist dieser Aufsatz so lehrreich, und so angenehm, daß ich meinen Brüdern, welche dieß in Deutschland seltne und unübersetzte Buch nicht eigen haben, gefällig zu sein hoffe, wenn ich Alles, was JB. über den Lehrlinggrad enthält, vollständig hersetze, und alles Dieß von Wort zu Wort treu übersetzt gebe. Zuerst stehe hier also dessen 1ste bis 10te Seite! (Auf der 11ten geht die schon mitgetheilte Lecture selbst an.) Diejenigen Anmerkungen unter dem Texte, welche von mir selbst herrühren, habe ich, wie zuvor, durch H. bezeichnet; alle übrige sind aus den übersetzten Werken selbst.
An authentic Key to the
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Ein echter (authentischer) Schlüssel zum
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(*) An dieser Behauptung kann höchstens nur soviel wahr sein, daß die allen Bauleute vom Pabste mit den Erbauern des Salomon'schen Tempels in den ihnen ertheilten Freibriefen verglichen wurden. (Siehe die in der ersten Abth. des 2ten Bandes abgedruckte Abhandlung aus der britischen Archaeologia! ) Die Lecture des Meistergrads ist, wie dieser Grad, wenigstens in dieser Gestalt, selbst, weit jünger, und hat einen, den Kennern der Geschichte der Maurerei bekannten, ganz andern, unmaurerischen Ursprung. H.
(**) Dieß ist der Ausdruck der Wesenheit und des geselligen Zwekkes der Brüderschaft, sowie er von den im Jahr 1717 in London sich zu einer Größloge vereinigenden 4 Johannislogen bestimmt, und in Anderson's Constitutionenbuche deutlich ausgesprochen wurde, und stimmt völlig mit dem Urbegriff überein, den sich Lawrie davon bildete, und, mit Billigung der Größloge von Schottland, in seiner Geschichte, vorzüglich in der Vorrede S. 5 - 7, S. 145 und S. 296, zum Schluß seines Werkes, ausgesprochen hat. Ebenso stimmen hier Preston und Hutchinson in den mehrerwähnten Schriften ein. H.
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In all Countries where Masonry is practised, or established at this time, there is a Grand Master but formerly there was only one Grand Master, and he was an Englishman. Lord Petre is the Person on whom the Dignity is now bestowed, who governs all the Lodges in Great Britain, and has the power of delivering the Constitutions and Laws of the Society to the Masters who preside over the subordinate Assemblies: which Constitutions always be signed by the Grand Secretary of the Order. — The Grand Master =249= can hold a Meeting or Lodge when be thinks proper, which is generally the second Saturday in every Month in the Summer; but oftener in the Winter. |
In allen Ländern, wo bis jetzt Maurerei geübt wird oder eingeführt ist, befindet sich ein Großmeister; aber ursprünglich gab es nur einen Großmeister, und dieser was ein Engländer. Lord Petre ist's, dem man jetzt diese Würde verliehen hat, welcher alle Logen in Großbritanien regiert, und die Macht hat, die Constitutionen und Gesetze der Gesellschaft den Meistern, die den untergeordneten Versammlungen vorsitzen, auszuhändigen, welche Constitutionen jederzeit von dem Großsecretair des Ordens unterzeichnet sein müssen. *) =249= — Der Großmeister kann eine Versammlung oder Loge halten, wenn er es für gut findet; Welches gewöhnlich der zweite Sonnabend jedes Monats im Sommer ist; im Winter aber öfter. |
*) Der Verfasser redet hier offenbar dem erst im Jahr 1717 gegründeten Londoner Großmeisterthume zu Gunsten; aber nicht der Wahrheit, noch dem Rechte, gemäß; denn niemals haben alle Logen in England, geschweige in Schottland und Irland, sich dem im J. 1717 in London gestifteten neuenglischen Großmeisterthume als höherer Behörde unterworfen. Es liegt zwar allerdings in dem Urbegriffe der Freimaurerei, daß die Brüderschaft Ein großes Ganze ausmache; allein erstlich kann und soll Dieß nur durch freiwillige Unterordnung der einzelnen Logen, nicht durch unduldsamen Zwang, oder durch Überredung Unwissender, erreicht werden, und sodann war auch dazu im vorigen Jahrhunderte noch die rechte Zeit nicht, sowie diese auch heute noch nicht gekommen ist; weil es noch immer im Allgemeinen an dem hierzu erforderlichen guten, freien Willen mangelt, der nur bei geschichtlicher und urbegrifflicher Einsicht, und bei reinmenschlicher Gesinnung, entstehen kann. Daher ist auch die Verfassung aller bisjetzt bestehenden Großlogen dem Urbegriffe und dem Urbilde der Freimaurerei und der Freimaurerbrüderschaft im Erstwesenlichen zuwider, und dem wahren Gedeihen der Brüderschaft so hinderlich, als das Pabstthum dem Gedeihen der Gottinnigkeit in Geist und Wahrheit.— Die im Jahr 1717 errichtete Londoner große Loge ist späterhin von ihrer widerrechtlichen und unausführbaren Anmaßung, die allgemeine oberste maurerische Behörde sein und werden zu wollen, selbst zurückgekommen, und hat auch andere Großmeisterthümer neben sich anerkannt, weil sie es nicht vermeiden konnte. Doch hat sich genannte große Loge gegen die unter ihr arbeitenden Logen im Auslande in mancher Hinsicht als eine freisinnige Behörde bewiesen, viele hundert =249= neue Logen in allen Erdtheilen gestiftet, und sich das Verdienst erworben, die Freimaurerbrüderschaft am weitesten in kurzer Zeit ausgebreitet zu haben. Ihr Verdienst würde aber noch größer sein, wenn sie nicht im Stillen dennoch sogenannten höheren Graden, besonders der Royal - Arch - Maurerei, gehuldigt hätte, und noch jetzt huldigte. H.
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The other Lodges meet regularly twice a Month in the Winter Half-Year, and once a Month in the Summer; and the Members of each Lodge pay Quarterly, from 3s. 6d. to 5s. into the Hands of the Treasurer; and this generally defrays the Expence of their Meetings. There are also Quarterly Communications, or Meetings, held, at which are present the Master and Wardens of every Regular Constitution in and near London, where the several Lodges send, by the said Wardens, different Sums of Money to be paid into the Hands of the Treasurer General, and appropriated to such charitable Uses as the Grand Master, and the Masters of the different Lodges unter him, think proper; but these Charities are chiefly confined to Masons =250= only. Such as have good Recommendations as to their Behaviour and Character, will be assisted with Five, Ten, or Twenty Pounds; and less Sums are distributed to the indigent Brethren, in Proportion to their Wants, and the Number of Years they have been Members. At these Quarterly Communications, large Sums are likewise sent from Lodges in the most remote Parts of the World, viz. in the East and West Indies, and Accounts transmitted of the Growth of Masonry there. The State of the Funds of the Society are likewise communicated to the Company, and the Deliberations of the Meeting taken down by the Secretary, who lays them before the Grand Master at the yearly Meeting. The Number of Members which compose a Lodge is indeterminate; but it is no Lodge except there are present one Master, three Fellow-Crafts, and two Apprentices. When a Lodge is met, there are two principal Officers under the Master, called Senior and Junior Wardens =251= whose Business it is to see the Laws of the Society strictly adhered to, and the Word of Command given by the Grand Master regularly followed. It must be remarked, that the Authority of a Master, though Chief of the Lodge, reaches no farther than he is himself an Observer of the Laws; should he infringe them, the Brethren never fail to censure him; and if this has no Effect, they have a Power of deposing him, on appealing to the Grand Master, and giving their reasons for it; but they seldom proceed to this Extremity. As no doubt the Reader chuses to be made acquainted with every Circumstance of the Ceremony of making a Mason, I shall begin with the following Directions, and proceed regularly in the Description of what further concerns Masonry. A man desirous of becoming a Free-Mason, should endeavour to get acquainted with a Member of some good Lodge, who will propose him as a Candidate for Admission the next =252= Lodge-Night. The Brother who proposes a New Member, is likewise obliged to inform the Brethren of the Qualifications of the Candidate. * Upon this it debated whether or not he shall be admitted; and it being carried in the Affirmative, the next Step is to go with the Proposer the ensuing Lodge-Night.
*For the Good of this, and all other Societies, it were to be wished a more strict Regard was paid, on the Part of the Proposers, to the Character and Morals of every Candidate. |
Die andern Logen versammeln sich, der Regel nach, zweimal des Monats im Winterhalbjahre, und einmal des Monats im Sommerhalbjahre; und die Mitglieder jeder Loge bezahlen quartalweise von 3 Schillings 6 Pence bis 5 Schillings (1 Thlr. 4 Gr. bis 1Thlr. 16 Gr.) an den Schatzmeister; und damit werden insgemein die Kosten ihrer Versammlungen bestritten. Es werden auch vierteljährige gemeinsame Berathschlagungen oder Zusammenkünfte gehalten, bei welchen der Meister und die Aufseher jeder regelmäßig eingesetzten (constituirten) Loge in und nahe bei London zugegen sind, wo die einzelnen Logen durch die erwähnten Aufseher verschiedene Geldsummen an den Generalschatzmeister zahlen lassen, welche zu irgend einem mildthätigen Gebrauche bestimmt werden, den der Großmeister und die Meister der einzelnen unter ihm: stehenden Logen für gut =250= befinden; aber diese Wohlthaten beschränken sich hauptsächlich bloß auf Maurer. Solche, welche gute Empfehlungen in Ansehung ihres Betragens und ihrer Denk- und Sinnesart haben, werden mit 5, 10 oder 20 Pfund unterstützt: auch werden kleinere Summen an bedürftige Brüder vertheilt, nach Verhältniß ihres Bedürfnisses und der Anzahl Jahre, welche sie Mitglieder gewesen sind. An diese vierteljährigen Zusammenkünfte (Quartalversammlungen) werden gleichfalls bedeutende Summen von Logen der entferntesten Länder der Erde gesendet, z. B. aus Ost- und Westindien, und Nachrichten über das dortige Wachsthum der Maurerei eingeschickt. Auch wird der Zustand der Fonds der Gesellschaft dieser Versammlung vorgelegt, und die Berathschlagungen jeder Zusammenkunft vom Secretair niedergeschrieben, welcher sie dann bei der jährlichen Zusammenkunft dem Großmeister vorlegt. Die Anzahl der Brüder, welche eine Loge ausmachen, ist unbestimmt; aber es wird keine Loge gehalten, wenn nicht ein Meister, drei Gesellen und zwei Lehrlinge zugegen sind. Wenn eine Loge versammelt ist, so sind es zwei oberste Beamte unter dem Meister, der ältere und der =251= jüngere Aufseher (Pfleger) genannt, deren Geschäft es ist, darauf zu sehen, daß man sich streng an die Gesetze der Gesellschaft halte, und daß die vom Großmeister ertheilten Befehle regelmäßig befolgt werden. Es muß bemerkt werden, daß das Ansehen eines Meisters, obgleich des Ersten in der Loge, doch nicht weiter reicht, als er selbst ein Beobachter der Gesetze ist; sollte er sie verletzen, so ermangeln die Brüder nicht, ihm deßhalb einen Verweis zu geben; und wenn Dieß ohne Wirkung bleibt, so haben sie die Macht, ihn abzusetzen, wenn sie zuvor an den Großmeister appellirt, und die Gründe ihres Verfahren angezeigt haben; doch schreiten sie selten zu diesem Außersten. Ohne Zweifel wünscht der Leser, mit jedem Umstände der Feierlichkeit (Ceremonie) der Aufnahme zum Maurer bekannt zu werden; daher will ich mit folgenden Nachweisungen den Anfang machen und dann regelmäßig in Beschreibung alles Dessen fortfahren, was noch weiter die Maurerei angeht. Wer Verlangen trägt, Freimaurer zu werden, muß sich mit einem Mitgliede irgend einer guten Loge bekannt zu machen suchen, der ihn als Suchenden (Candidaten) zur Aufnahme für den nächsten =252= Abend, an dem Loge gehalten wird, vorschlagen könne. Der Brüder, der ein neues Mitglied vorschlägt, ist seinerseits verpflichtet, die Brüder davon zu unterrichten, daß der Suchende (Candidat) die erforderlichen Eigenschaften habe. * Dann wird berathschlaget, ob er aufgenommen werden soll, oder nichts. Wenn es nun bewilligt wird, so ist der nächste Schritt, der zu thun ist, den kommenden Logenabend mit Dem (hin)zu gehen, von dem man vorgeschlagen worden.
* "Zum Besten dieser und aller andern Gesellschaften wäre zu wünschen, daß von Seiten Dessen, der ein neues Mitglied vorschlägt, eine größere Sorgfalt darauf gewendet würde, die Denkart und die Lebenweise jedes Suchenden kennen zu lernen." |
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The Evening being come when a Lodge is to be held, which generally begins about Seven in the Winter, and Nine in the Summer, as previous Notices are sent to the Members for this Purpose; the Masons are punctual to time, and it frequently happens, that, in half an Hour, the whole Lodge, to the Number of Fifty or Sixty, are assembled. The Master, the two Assistants, Secretary, and Treasurer, begin with putting over their Necks a blue Ribbon of a triangular Shape; to the Master's Ribbon hangs =253= a Rule and Compass, which is in some Lodges made of Gold, though in others only gilt: the Assistants, Senior Wardens, and the other Officers, carry the Compass alone. |
Wenn der Abend gekommen ist, an dem Loge gehalten werden soll, welche gewöhnlich des Winters um sieben und des Sommers um neun Uhr beginnt, sowie es den Brüdern zuvor angesagt worden: so sind die Maurer pünktlich bei rechter Zeit da, und es trift sehr oft, daß die ganze Loge, von 50 bis 60 Personen, in einer halben Stunde versammelt ist. Der Meister, seine beiden Beistände, der Schreiber (Secretair) und der Schatzmeister machen damit den Anfang, daß sie ein blaues Band, in Gestalt eines Dreiekkes, um =253= ihren Hals hängen. An dem Bande des Meisters hängt ein Riechtscheid und ein Zirkel, der in einigen Logen von Gold ist, in andern aber bloß vergoldet: die Beistände, der ältere und, jüngere *) Aufseher, und die übrigen Beamten tragen allein den Zirkel. |
*) Im Englischen (auch in der Ausgabe vom J. 1800) steht zwar nur Senior Wardens; allein es muß wohl Senior and Junior Wardens heißen; sonst müßte the Senior Warden stehen. H.
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The Candles are placed upon the Table in the Form of a Triangle; and in the best Lodges the Candlesticks are finely carved with emblematical Figures. Every Brother has an Apron made of white Skin, and the Strings are also of Skin; though some of them chuse to ornament them with Ribbons of various Colours. On the Grand Days, such as Quarterly Communications, or General Meetings, the Grand Officers' Aprons are finely decorated, and they carry the Rule and Compass, the Emblems of the Order. When they sit down to Table, the Master's Place is on the East Side, the Bible being opened before him, with the Compass laid thereon, and the Points of them covered with a Lignum Vitae or Box Square; and the Senior and Junior =254= Wardens opposite to him on the West and South. On the Table is likewise †) Wine, Punch, etc. to regale the Brethren, who take their Places according to their Seniority. Being thus seated, after a lew Minutes, the Master proceeds to * Open the Lodge in the following Manner. |
Die Kerzen werden, in Gestalt eines Dreiekkes, auf die Tafel gesetzt: und in den besten Logen sind die Leuchter mit lehrzeichenlichen Darstellungen (emblematischen Figuren) in feiner erhabner Arbeit verziert. Jeder Bruder hat einen Schurz von weißem Leder um, und die Bänder sind auch von Leder, obgleich Einige vorziehen, sie mit Bändern von verschiedenen Farben zu schmükken. An feierlichen Tagen, z. ß. bei den vierteljährigen Berathschlagungen, oder bei all gemeinen Versammlungen, sind die Schurzfelle der Großbeamten fein verziert; auch tragen sie dann Zirkel und Richtscheid als die Kennsinnbilder (Embleme) des Ordens. Wenn sie sich an die Tafel setzen: so ist des Meisters Platz in Osten; die Bibel liegt offen vor ihm, auf ihr der Zirkel, dessen Spitzen mit einem Winkelmaaß aus Franzosenholz oder Buxbaum ben deckt sind; und der ältere und jüngere Aufseher ihm =254= gegenüber in Westen und Suden. Auf der Tafel steht auch Wein, Punsch usw., um die Brüder damit zu bewirthen, die ihre Plätze nach ihrem Alter einnehmen. Wenn sie sich also gesetzt haben: so schreitet der Meister wenige Minuten darauf zur Eröfnung der Loge, (*) auf folgende Weise. |
†) In der Ausgabe von 1776 steht: likewise placed Wine.
* To open a Lodge, in Masonry, signifies, that it is allowed to speak freely among one another of the Mysteries of the Order.
(*) Eine Loge eröfnen heißt in der Maurerei, daß es nun erlaubt ist, offen miteinander über die Mysterien des Ordens zu sprechen.
(Diese Ceremonie stellt auch K. mit denselben Worten gleich nach der Vorrede S. 9 - 11 dar. Ich will also sogleich die sich findenden verschiedenen Lesarten hier unter dem Texte anmerken. Er überschreibt diesen Abschnitt: "How to open the Lodge, to set the Men to work;" das ist: "wie die Loge zu öfnen ist, um die Männer an die Arbeit zu stellen." H.)
Manner of Opening a Lodge, and
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Die Art und Weise, eine Loge zu öfnen,
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(*) Warum es ein hölzerner Hammer sein soll, davon wird ein angeblicher Grund in Browne's Master-Key angeführt. H.
* In some Lodges they are so particular, that the Candidate's Clothes are taken off, if there be Lace on them. In einigen Logen ist man so eigen, daß man selbst die Kleider dem Candidaten abnimmt, wenn Tressen daran sind.
** This is not practised in every Lodge; some only slipping the Heel of the Shoe down. Dieß geschieht nicht in allen Logen; einige lassen bloß das Fersenleder des Schuhes niedertreten.
†) In den Zeiten, wo, ein Schwerdt tragen zu dürfen, ein Zeichen der bürgerlichen Freiheit war, kann es wohl sein, daß die Brüder, ohne darum für Ritter gelten zu wollen, Schwerdter trugen; selbst in der Loge, wo sie als freie Manner erschienen, die ihre eigne Gerichtbarkeit hatten. (Siehe das Altenburger Constitutionenbuch S. 142 - 143!) Ich bin zwar, bis auf Gegenbeweis, der Meinung, das Schwerdttragen, wenigstens das Schwerdttragen Derer, die vor der Logenthüre stehen, und das auf die Brust gesetzte Schwerdt, sei ein alter, echter Gebrauch. — Er kann sogar von den römischen Baucorporationen herrühren; wie ich aus einigen Umständen vermuthe. Für unsere Zeiten indeß ist dagegen gar kein Grund vorhanden, in der Loge Degen zu tragen. Im Gegentheil erinnert jetzt das Degentragen an persönliche Auszeichnung, welche mit Recht von den Logen entfernt gehalten werden sollte. Jeder Gebrauch, der Anspruch macht, für einen wesenlichen Gebrauch der Freimaurerei zu gelten, muß überall, ohne weitere Umstände, ausführbar und alles dazu Erforderliche muß vorhanden sein, wo nur Menschen leben; auch muß er mit der Wesenheit des Bundes selbst in inniger Beziehung stehen. (Vergleiche die im Sachverzeichnisse unter Schwerdt und Degen angeführten Stellen!) H.
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During this Silence, and while the Candidate is preparing, the Brethren in the Lodge are putting every thing in order for his Reception there; such as drawing the annexed Figure on the Floor at the upper Part of the Room; which is generally done with Chalk and Charcoal intermixed; though some Lodges use Tape and little Nails to form it; which prevents any Mark or Stain on the Floor. It is drawn East and West. The Master stands in the East, with the Square hanging at his Breast, the Holy Bible opened at the Gospel of St. John, and three lighted Tapers are =261= placed in the Form of a Triangle in the midst of the Drawing on the Floor. *) |
Während dieser Stille, und indeß der Suchende sich vorbereitet, bringen die Brüder alles zu seiner Aufnahme Erforderliche in der Loge in Ordnung; sie zeichnen, zum Beispiel, nachstehende Figur an den Fußboden in dem obern Theile des Zimmers. Dieß geschieht gemeiniglich mit Kreide, die mit Holzkohle vermischt ist; doch bedienen sich auch einige Logen schmalen Bandes und kleiner Nägel, um die Figur zu bilden; wodurch man jede Spur und allen Schmutz am Fußboden verhütet. Sie wird von Osten nach Westen gezeichnet. Der Meister steht in Osten; das Winkelmaaß hängt auf seiner Brust herab; =261= die heilige Bibel ist bei dem Evangelium St. Johannis eröfnet, und drei brennende Kerzen werden in Gestalt eines Dreiekkes hinein in die Zeichnung am Fußboden gesetzt. *) |
*) Da die in JB. und K. gegebnen Abbildungen, obzwar im Wesenlichen übereinstimmend, doch in manchen Punkten voneinander abweichen; so habe ich sie hier, nebeneinander gestellt, treu nachbilden lassen. Der englische Setzer der Figur in JB. hat, anstatt bloße Linien, bei der innern Figur einen verzierten Rand gewählt, wie es gerade sein Vorrath von solchen Zierathen gestattete. Da hierauf gar Nichts ankommt, so haben wir bloß eine ähnliche Verzierung genommen. Die sich in der Mitte des Vierekkes schneidenden Linien in der aus K. entlehnten Figur sind vielleicht bloß deßhalb gezogen, damit man durch Verlängerung derselben die unten angefügten Stufen ohne Mühe symmetrisch zeichnen könne. Doch möchte man auch hierin eine Darstellung des Andreaskreuzes und eine Hindeutung auf schottische Maurerei finden. In K. ist sonst freilich keine ausdrückliche Spur davon; auch sucht der Verfasser derselben die Maurerei absichtlich in ihrer alten Reinheit darzustellen, ob er wohl die neuenglische Maurerei genau kannte (wie man aus der Vorrede sieht). Daher müßte wenigstens dieser Verfasser den Sinn des hier dargestellten Andreaskreuzes nicht gekannt haben, weil er ihn sonst bemerkt haben würde. Da aber auch schon der in K. mitgetheilte Meistergrad, vielleicht dem Verfasser von K. unbewußt, eben dahin weiset: so will ich es nicht für ganz unmöglich erklären, daß nicht hier dennoch vielleicht mit Absicht ein Andreaskreuz gebildet worden sein könne. Man vergleiche übrigens mit diesen beiden Figuren die weiter unten aus M. abgebildete ähnliche Figur! — H.

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The Oblong Square, from the "Three Knocks". (See the explanation of the letters annotated here at p. 264!) Explanation of the letters A, B, C, found in the figure shown at p. 262 of the three Knocks. A. The Pass-Master hath the Compasses and Sun, with a Line of Cords, about his Neck, viz. 60 Degrees. *) B. Secretary's Place with the Cross-Pens about his Neck. C. Junior Warden's Place. With the Plumb-Rule about his Neck. |
Das längliche Viereck, aus den "three Knocks". (Die Erklärung der hier angemerkten Buchstaben siehe S. 264!) Erklärung der Buchstaben A, B, C, welche in der auf S. 262. aus den three Knocks abgebildeten Figur vorkommen. A. Der gewesene Meister hat Zirkel und Sonne, mit einem Gebundstarker Fäden, um den Hals: nehmlich 60 Abteilungen. *) B. Platz des Secretairs, mit den Schreibfedern um den Hals. C. Platz des jüngern Aufsehers, mit dem Bleiloth um den Hals. |
*) Dieses Bund Strikke, welches durch eine mehrfach geflochtene Schnur vorgestellt wird, und woran der nach unten geöfnete, den Kern der strahlenden Sonne umspannende Zirkel mit seinem Knopf oder Gewerbe herabhangend befestigt ist, soll eigenlich aus 60 Fäden bestehen. Sowie es schön ist, die gewesenen wesenlichen Beamten, das ist den Meister und die Vorsteher oder Aufseher der Loge, zu ehren und sie in die Bundinnigung geschäftig zu verflechten, so ist besonders vorliegendes Sinnbild (Emblem) des gewesenen Meisters schön und bedeutsam. Schon in den drei kleinen Lichtern wird der Meister mit der Sonne verglichen; und die vom Zirkel umspannte Sonne bedeutet die gesetzmäßige, wohlthätige Regierung des Meisters. Die aus 60 Fäden bestehende Schnur weist auf die aus 60 innig und brüderlich verbundnen Mitgliedern bestehende Loge hin, von welcher, als Gesellschaft, der sie regierende Meister abhangt. Diese Deutung ist nicht willkührlich, weil unter Numer 4 der, während der Regierung Königs Wilhelm III. im Jahr 1694 gesammelten, aber schon seit längerer Zeit vorhandenen, (zu der Urschrift der Yorker Constitution, die zu York selbst bei der großen Loge aufbewahrt wird, beigeschriebnen, auch hier nach der Y. C. mit abgedruckten,) Logenverordnungen sich auch die findet, daß jede Loge aus 50 bis 60 Mitgliedern bestehen solle. Auch JB. erwähnt dieses Gebund starker Fäden als Zierath (Ornament) des gewesenen Meisters (in der weiter unten folgenden Beschreibung der Zierathen der verschiedenen Beamten), ohne jedoch der Zahl 60 dabei zu gedenken.
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Plan of the Drawing on the Floor at the making of a Mason, from "Jachin and Boaz" Explanation. A. Senior Deacon, with a black Rod. B. Past-Master, with the Sun and Compasses, and a String of Cords. C. Senior Warden, with the Level, and a Column in his Hand. D. Junior Deacon, with a black Rod. E. Junior Warden, with a Column in his Hand. F. The Secretary, with Cross Pens. G. H. I. Candles. * Masons standing round at the Ceremony. Erklärung. A. Der altere Schaffner, mit einem schwarzen Maaßstabe. B. Der vorige Meister, mit der Sonne und dem Zirkel und einem Gebund Stricke (Schnuren). C. Der ältere Aufseher, mit der Wasserwaage, und einer Säule in der Hand. D. Der jüngere Schaffner, mit einem schwarzen Maaßstabe. E. Der jüngere Aufseher, mit einer Säule in der Hand. F. Der Secretair, mit den über's Kreuz gelegten Federn. G. H. I. Kerzen. * Maurer, welche bei der Ceremonie rings umher stehen. |
Umriß der Zeichnung am Fußboden bei der Aufnahme eines Maurers, aus "Jachin and Boaz".
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Now JB. describes the Initiation
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Nun beschreibt JB. die Aufnahme
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(Hier steht der Eid, sowie ich ihn auf S. 158 - 163. in die Lecture aufgenommen habe. H.
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The new-made Member is then taught the Sign, Grip, and Pass-word of the Entered Apprentice, which will be seen more clearly in the following †) Lecture =270= belonging to that Part of Masonry.
†) (hier als zweiter Kunsturkunde mitgetheilter) H. He is also learnt the Step, or how to advance to the Master upon the Drawing on the Floor, which in some Lodges resembles the Grand Building, termed a Mosaic *) Palace, and is described with the utmost Exactness. They also draw other Figures, one of which is called the Laced Tuft, and the other, the Throne beset with Stars. There is also represented a perpendicular Line in the Form a Mason's Instrument, commonly called the Plumb-Line; and another Figure which represents the Thomb of Hiram, the first Grand Master, who has been dead almost Three Thousand Years. These are all explained to him in the most accurate Manner, and the Ornaments or Emblems of the Order are described with great Facility. The Ceremony being now ended, the new-made Member is obliged to take a Mop out of a Pail of Water brought for that Purpose, and rub out the Drawing on the Floor, if it is done with Chalk and Charcoal. Then he is conducted back, and every Thing that he was divested of is restored, and he takes his Seat on the Right Hand of the Master. =271= He also receives an Apron, which he puts on, and the List of the Lodges is likewise given him.
*) Das ist: der Palast mit Mosaik-Arbeit. H. The Brethren now congratulate the new-made Member, and all return to the Table to regale themselves; when the Master proposes a Health to the young Brother, which is drank with the greatest Applause by the whole Body, the new Mason sitting all the while. After which he, instructed by a Brother, takes a Bumper, and drinks "To the Worshipful Grand Master, the Senior and Junior Wardens, the rest of the Officers, and Members of the Lodge, wishing them Success in all their public and private Undertakings, to Masonry in general, and that Lodge in particular, craving their Assistance." To which they answer, "they will assist him." And after he has drank, he throws his Glass from him, and brings it back three Times, and then sets it down on the Table, the rest doing the same in exact Order. This they call Firing: Then they clap their Hands Nine Times divided into Three, and stop between each, keeping true Time. The Reader having been led thus far, it is high Time to introduce the Apprentice's Lecture, which is intended not only to amuse, but likewise to instruct him in the Part he is entered into. The Readiness of many of the Brethren in answering the Questions, adds a Lustre to the Order, the Members vying with each other, who shall most contribute to the Edification of their new Brother.
The Entered Apprentice's
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Das neu aufgenommene Mitglied wird nun in Zeichen, Griff und Paßwort des Lehrlings unterrichtet; Welches man deutlicher in folgender †) Lection, die zu dieser Abtheilung =270= der Maurerei gehört, erklärt finden wird. Auch lehrt man ihn den Schritt, oder wie er sich dem Meister nahen soll, über die Zeichnung am Fußboden weg, die in einigen Logen einem großen Gebäude gleicht, welches der Mosaikpalast *) genannt, und mit der größten Genauigkeit entworfen wird. Auch zeichnen sie noch andere Figuren; eine davon wird die geschnürte Franze, und die andere der mit Sternen besetzte Thron genannt. Auch ist darauf eine senkrechte Linie, in Gestalt eines Maurer instruments, welches gewöhnlich das Bleiloth (Senkblei) heißt, vorgestellt; noch eine andere Figur stellt Hiram's Grab vor, des ersten Großmeisters, der vor beinahe 3000 Jahren gestorben ist. Diese Figuren erklärt man ihm alle auf's Genaueste, und die Zierathen oder Embleme des Ordens werden ihm mit großer Geläufigkeit beschrieben. Wenn nun so die Feierlichkeit beendigt ist; so ist der Neuaufgenommene verbunden, ejnen Kehrwisch aus einem zu dieser Absicht bereit gehaltnen Eimer mit Wasser zu nehmen, und die Zeichnung am Fußboden auszuwischen, im Fall sie mit Kreide und Kohle gemacht war. Nunmehr wird er zurückgeführt und mit Allem, wovon man ihn vorher entkleidet hatte, =271= wieder angethan; und er nimmt nun seinen Sitz zur rechten Hand des Meisters. Auch erhält er ein Schurzfell, das er anlegt, sowie ihm auch das Verzeichniß der Logen gegeben wird. Nun wünschen die Brüder dem neuaufgenommenen Mitgliede Glück, und Alle wenden sich wieder zur Tafel, um sich zu erquikken; worauf der Meister eine Gesundheit auf den jungen Bruder ausbringt, welche mit dem gröfsten Beifallklatschen von allen Anwesenden getrunken wird, während der neue Maurer sitzen bleibt. Sodann, ergreift er, nach der Anweisung eines Bruders, das volle Glas, und trinkt: "Auf das Wohlsein des ehrwürdigen Großmeisters, des älteren und jüngeren Aufsehers und aller übrigen Beamten und Mitglieder der Loge! Ich wünsche, daß ihnen alle ihre öffentlichen und eignen Unternehmungen für die Maurerei überhaupt, und für diese Loge insbesondere, wohl gelingen mögen, und bitte um ihren Beistand." Hierauf erwiedern sie, "sie wollen ihm beistehen." Nachdem er nun getrunken hat, zieht er das Glas von sich ab und bringt es dreimal zurück; dann setzt er es auf die Tafel nieder; und alle Übrige thun in genauester Ordnung Dasselbe. Dieß nennen sie Feuern. Dann =272= klatschen sie neunmal in die Hände in drei Absätzen, so daß sie eine kleine Weile zwischen jedem anhalten." Da nun der Leser so weit geführet worden ist; so ist es hohe Zeit, die Lehrlinglection hier beizubringen, welche nicht nur beabsichtiget, ihn angenehm zu unterhalten, sondern ihn auch über die Abtheilung, worein er eben getreten ist, zu belehren. Die Fertigkeit, womit viele Brüder die Fragen beantworten, giebt dem Orden einen neuen Glanz, indem die Brüder miteinander wetteifern, Wer von ihnen am meisten zur Unterweisung ihres neuen Bruders beitragen könne.
Des neuaufgenommenen Lehrlings
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Nachdem der Verfasser von JB. die Lehrlinglection mitgetheilt hat, so folgt (S. 19. f.,) wie ich oben [S. 219 in der Note] erwähnt habe, nachstehender Gesang, den ich, der Treue wegen, ohne Sylbenmaaß übersetze.
Song, at the Conclusion
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Gesang bei'm Schlusse der
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Diesen, an sich eben nicht dichterisch schönen, Gesang hat Anderson, nebst andern Gesängen, in die erste Ausgabe seines Constitutionenbuches von 1723 S. 84, doch ohne die 6ste Strophe, mit aufgenommen; er ist also gewiß nicht jünger, als 1723. Ich habe ihn mitgetheilt, weil er den damaligen Geist der Brüderschaft ausdruckvoll bezeichnet. In K. ist die 7te Strophe die 6te, und umgekehrt. Als Verfasser desselben nennt Anderson auf der obangeführten S. 84 "den verstorbenen Bruder Matthew Birkhead, und liefert am Schlusse der Seite 90 die Noten, zu der alten, echten Weise, wonach dieses Lied damals gesungen wurde."
Nach der letzten Zeile dieses Gesanges fährt der Verfasser von JB., den weitern Fortgang der Lehrlingloge beschreibend, also fort:
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While this Song is singing, they all stand round the Table, and when they come to the last Verse, they join Hands crossways in the following Manner: The Right-Hand Man takes hold of the Left-Hand of his Neighbour with his Right-Hand; and the Left-Hand Man takes hold of the Right-Hand of his next Brother =275= with his left-hand, so as to form a Chain by so many Links; *) and all join in the Chorus, jumping violently with their Feet on the Floor, and shaking their Hands up and down, linked together as above, keeping exact time with both. **) |
Während dieser Gesang gesungen wird, stehen sie Alle rund um die Tafel, und wann sie zu dem letzten Verse kommen, so verschränken sie ihre Hände kreuzweis auf folgende Art. Der Mann zur Rechten fasst die linke Hand seines Nachbars mit seiner rechten Hand, und der Nebenmann zur Linken fasst die rechte Hand seines nächsten =275= Bruders mit seiner linken Hand, so daß sie eine Kette von so vielen Gliedern bilden; *) Alle stimmen in den Chor, stampfen gewaltig mit den Füßen an den Boden, und schwenken ihre so verbundnen Hände auf und nieder, indem sie mit beiden ein genaues Zeitmaß (Tempo) halten. **) |
*) M. übersetzt diese Stelle so: "Der Bruder rechter Hand nimmt mit seiner rechten Hand des linkseitigen Bruders linke Hand, und der linkseitige Bruder nimmt des rechtseitigen Bruders linke Hand, wie eine Kette mit Gleichen," usw.
**) Diese maurerische Kette, (vergl. die im Sachverzeichnisse unter: Kette, erwähnten Stellen!) ein schönes, natürliches, Sprechendes Sinnbild der Eintracht und Bruderliebe, verdient es, in jeder Loge beibehalten zu werden. Einen schönen Gebrauch davon machen diejenigen deutschen Logen, welche dem Neuaufgenommenen, sobald ihm die Binde sinkt, zuerst die drei großen Lichter, und sich selbst in dieser Kette innig verbunden, zeigen. Der erste Eindruck ist an sich der stärkste; und zu ihm gehört wesenlich, daß dem Neuaufgenommenen die friedliche und feste Vereinigung der Brüder "in Einen Mann," wie das älteste Gebet sagt, anschaulich gemacht werde; Dieß aber geschieht durch die Kette. — Dieser alte Gebrauch ist echtmenschlich, und kann ohne alle äußere Anstalt überall und immer gefeiert werden; er verträgt sich daher mit allen, sonst noch so verschiedenen, Gebrauchthumen; — er möge so lange bestehen als Die Freimaurerei selbst in höherer Vollendung, ihrer Wesenheit nach, auf Erden blüht! — H.
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Every one now talkes of what he pleases; and as it is generally half an Hour before they proceed to Business, those who perhaps have ordered a Supper retire into another Room; but before they are permitted, the Master proceeds to call the Men off from Work, as it is termed, which is done in this Manner: The Master whispers to the Senior Deacon, who sits on his Right-Hand, and says, "It is high time to call the Men from Work =276= to refresh themselves:" The Senior Deacon whispers it to the Senior Warden; and it is communicated from him to the Junior Deacon, who carries it to the Junior Warden; he proclaims it openly to the Lodge, and sets his Column upright, * and the Senior Warden lays his down, which signifies that the Junior Warden is intrusted with the Care of the Lodge, while the Brethren refresh themselves.
* The Senior and Junior Warden's Columns are about twenty-five Inches long, and represent the Columns that support the Porch of Solomon's Temple; The Senior's is called Jachin, and signifies Strength: the Junior's Boaz, and signifies, to establish in the Lord. See the First Book of Kings, Chap. VII. In this Place it will be necessary to acquaint the Reader how he may discover an Entered Apprentice by drinking with him in Company. Take the Glass with your Right-Hand, and draw it across your Throat, either before or after you drink; and if an Apprentice is present, he will immediately take Notice of it, by asking you some Question in Masonry, which you will readily answer =277= from this Book. If he asks you the Meaning of your doing that, you may whisper to him, that it is the Penalty of the Obligation of an Entered Apprentice. From this Answer he will proceed farther in his Inquiry. The Brethren having now regaled themselves, they take their Seats, and the Master proceeds to set them on again, which is performed in the same Manner as the calling off; with this Difference, the Warden proclaims, "It is our Worshipful Master's Pleasure, that this Lodge is called from Refreshment to Work." The Junior Warden lays down his Column, and the Senior sets his up. But as it often happens, that the Time will not permit for the Fellow-Craft's Lecture, they close the Lodge, which is done after the same Manner as that of opening. *) The Senior Warden declares it in the following Words: "It is our Master's Will and Pleasure, that this Lodge stand closed till the First or Third Wednesday in next Month," according to the Night the Lodge is =278= held. Then the Master, Wardens, Deacons, Secretary, etc. take off the Ensigns and Ornaments from their Necks, and every one is at Liberty to depart or stay longer; every thing of Masonry is excluded; they talk of what they please, and sing various Songs for their Amusement. |
Nun redet Jeder, wovon ihm beliebt; und Diejenigen, welche etwa eine Abendmahlzeit veranstaltet haben, ziehen sich indeß in ein ander Zimmer zurück, während der halben Stunde, welche gemeiniglich verfließt, ehe sie wieder an die Arbeit gehen; ehe ihnen aber Dieß verstattet ist, schreitet der Meister dazu, die Männer von der Arbeit abzurufen, wie man es nennt; Welches auf folgende Art geschieht. — Der Meister flüstert dem älteren Schaffner, =276= der zu seiner rechten Hand sitzt, die Worte zu: "Es ist hohe Zeit, die Männer von der Arbeit abzurufen, damit sie sich erholen mögen." Der ältere Schaffner flüstert Dieß dem altern Aufseher zu; von Diesem wird es dem jüngern Schaffner mitgetheilt, der es dann dem jüngern Aufseher zubringt; Dieser erklärt es laut an die Loge, und stellt seine Säule aufrecht, * und der ältere Aufseher legt die seinige nieder; Welches bedeutet, daß dem jüngern Aufseher die Besorgung der Loge anvertraut ist, während die Brüder sich erholen.
* Die Säulen des ältern und des jüngem Aufsehers sind ungefähr 25 Zoll lang, und stellen die Säulen vor, welche die Halle des Salomon'schen Tempels tragen; die des altern wird J?chin genannt und heißt Stärke, die des jüngern Boaz und heißt: aufrichten in dem Herrn. Siehe im ersten Buche der Könige das siebente Kapitell! An dieser Stelle scheint es nothwendig, den Leser damit bekannt zu machen, wie er einen Lehrling entdekken kann, wenn er mit ihm in Gesellschaft trinkt. Nimm das Glas mit der rechten Hand, und ziehe es an deinem Halse vorbei, ehe du trinkst, oder nachher; wenn nun ein Lehrling zugegen ist, so wird er sogleich davon Kunde nehmen, und eine oder die andere maurerische Frage an dich thun, welche =277= du dann aus diesem Buche sehr leicht beantworten kannst. Wenn er dich fragt, warum du es so machst; so kannst du ihm zuflüstern, daß Dieß die Strafe der Lehrlingverpflichtung ist. Auf diese Antwort wird er seine Ausforschung weiter fortsetzen. Nachdem die Brüder Etwas genossen haben, nehmen sie ihre Sitze wieder ein, und der Meister schreitet dazu, sie wieder an die Arbeit zu stellen; Welches auf dieselbe Weise, wie das Abrufen, geschieht, nur mit dem Unterschiede, daß der Aufseher ausruft: "Es ist unsers ehrwürdigen Meisters Wohlgefallen, daß diese Loge von der Erholung zur Arbeit berufen werde." Der jüngere Aufseher legt seine Säule nieder, und der ältere richtet die seinige in die Höhe. Da es sich aber oft trift, daß die Zeit zur Gesellenlection nicht zureicht; so schließen sie die Loge; Welches nach derselben Vorschrift geschieht, wonach sie eröfnet wurde. *) Der ältere Aufseher erklärt Dieß mit folgenden Worten: "Es ist unsere Meisters Wille und Wohlgefallen, daß diese Loge geschlossen bleiben soll, bis den ersten (oder dritten) =278= Mittwoch des nächsten Monats," je nachdem nun die Loge gehalten wird. Dann nehmen die Meister, die Aufseher, die Schaffner, der Secretair usw. die Insignien und Verzierungen von ihrem Halse ab, und Jeder hat die Freiheit, zu gehen oder zu bleiben. Alles, was die Maurerei angeht, ist nun ausgeschlossen; sie sprechen, wozu sie Lust haben, und singen allerlei Gesänge zu ihrer Belustigung. |
*) Hier ist die für die wahre innere Freiheit und das Gedeihen der Brüderschaft wichtige Frage vergessen, welche Einer der Aufseher (Pfleger) mit den Worten thun soll: "Hat irgend Einer der Brüder Etwas zum Besten der Maurerei, oder dieser Loge insbesondere, zu erinnern?" Worauf sich, Wer Etwas zu erinnern hat, vom Meister das Wort erbittet, und erhält, und dann vortragen kann, Was ihm wichtig erscheint. H.
Nachdem der Verfasser von JB. den Gesellen- und Meistergrad von S.21 - 33 vollständig und genau abgehandelt hat, läßt er, von S. 33 an, einige, die Maurerei im Allgemeinen oder die drei Grade insbesondere angehende Abschnitte folgen, die ich hier mittheilen will; jedoch lasse ich Alles, was bloß den Gesellen- und Meistergrad, als solche, betrift, aus dem Grunde weg, weil es für die reine und ganze Freimaurerei keinen irgend wesenlichen Werth hat, zum großen Theile sogar derselben ganz unwürdig ist.
The Form observed at the Instalment
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Die Form, welche bei der Einsetzung
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(*) Die Meister der Logen durch ein allen übrigen Brüdern, selbst Meistern, zu verhehlendes Zeichen, Wort und Griff noch enger zu verbinden, mochte wohl zu den Zeiten, wo man die Brüderschaft durch politische Nebenzwekke sich selbst entfremdete, und sie verdarb, nöthig sein: allein es ist Dieß ganz wider den Geist der Freiheit und Gleichheit, der Liebe und der Offenheit, =281= der die Brüderschaft beseelen muß, wenn sie ihre Würde behaupten und ihre Bestimmung erfüllen soll. H.
*) Ein Kabeltau ist 3 Meilen (nehmlich englische, zu 1760 Yards oder 5280 Fuß, also 15840 Fuß) lang; so daß, wenn ein Gesell so weit von seiner Loge entfernt ist, er wegen seines Nichterscheinens nicht belangt werden kann." Anmerkung aus JB. S. 23, zum Gesellengrade.
†) Dasselbe, was ich oben in der Note 44 zu S. 158 bis 161 gesagt habe, gilt hier umsomehr, als bei einem aus Meistern Erwählten jede eidliche Verpflichtung umso überflüssiger sein sollte. Zu den Pflichten der Regierung einer der Menschlichkeit gewidmeten Brüderschaft macht sich der Erstmeister durch einen Eid verbindlich, vor dessen Inhalte die Menschlichkeit schaudert! — Soweit kann eine Gesellschaft sinken, wenn sie, ihres Zwekkes und ihrer Würde vergessend, sich mit Dingen befaßt, die außer ihrem Kreise liegen!
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The Past-Master raises him up, and takes off the Jewels and Ribbon from his own Neck, and puts it on the New Master, taking him at the same Time by the Master's Grip, and whispering in his Ear the Word Chibbelum; * after =283= which he slips his Hand from the Master's Grip to the Elbow, and presses his Nails in, as is done in the Grip of the Master under the Wrist.
* Chibbelum signifies a Worthy Mason. The Origin of the Words and Signs among Free Masons was on this account; Hiram, the Chief Architect of the Temple, had so great a Number of Workmen to pay, that he could not possibly know them all; he therefore gave each Degree, or Class, a particular Sign and Word, by which he could distinguish them more readily, in order to pay them their different Salaries. The Senior and Junior Warden, Secretary, etc. receive the Obligation as the Master, except the Grip and Word; there being none peculiar to them. Having now gone through the several Degrees and Lectures belonging to the Entered Apprentice, Fellow - Craft, Master, and the Manner of Instalment, I shall close the Work with a few general Directions, dividing them under the following Heads: |
Der gewesene Meister hebt ihn auf, nimmt die Kleinodien und das Band von seinem eignen Halse, nnd legt sie dem neuen Meister an, in dem er ihn zu gleicher Zeit mit dem Meister-Griff anfaßt, und ihm das Wort Chibbelum * in's Ohr flüstert: worauf =283= er seine Hand von dem Meistergriffe bis an den Ellbogen hinauf gleiten läßt und seine Nägel eindrückt, sowie es im Meistergriff unter dem Handgelenke geschieht.
* Chibbelum bedeutet einen würdigen Maurer. Der Ursprung der Worte und Zeichen unter den Freimaurern liegt in folgendein Umstände. — Hiram, der oberste Architect am Tempelbau, hatte eine so große Anzahl von Werkleuten zu bezahlen, daß es unmöglich war, sie Alle zu kennen; deßhalb gab er jedem Grade oder Klasse ein besonderes Zeichen und Wort, durch er sie leichter unterscheiden und ihnen dem gemäß ihre verschiedene Löhnung auszahlen konnte." JB. ††) Der ältere und jüngere Aufseher, Secretair usw. übernehmen nun ebenso, wie der Meister, ihre Verpflichtung, ausgenommen den Griff und das Wort, da sie keins dergleichen eigenthümlich haben. Da ich nun die verschiedenen Grade und Lectionen, die dem angetretnen Lehrlinge, Gesellen und Meister gehören, und die Art und Weise der Einsetzung der Beamten, durchgegangen bin; so will ich mein Werk mit einigen wenigen allgemeinen Anweisungen schließen, indem ich sie unter folgende Rubriken bringe. — |
††) M. hat diese Anmerkung aufgenommen, schreibt aber, für Chibbelum, Cibelum. — Diese, gewiß nicht aus des verfassers von JB. Kopfe geflossene Anmerkung ist wichtig; der Geschichtkenner ist im Stande, ihre Worte aus der bildlichen Sprache in die eigenlich geschichtliche zu übersetzen. Der Sinn ist: "als die Freimaurerbrüder die königliche Stuart'sche Familie wieder auf den Thron mit setzen helfen wollten, wurden verschiedene Stufen der Vertraulichkeit bei einem so halsbrechlichen Unternehmen nöthig, welche, bei der ziemlich großen Anzahl der Mitwissenden, durch Zeichen, Worte und Griffe auch äußerlich bezeichnet werden mußten." — Ein deutlicher Beweis, daß alle Zeichen, Worte und Griffe, als Merk- und Unterscheidezeichen von Graden, und insofern sie auf die menschheitwidrigen Strafen hindeuten, neueren, fremdartigen und unlautern Ursprungs sind. H.
I. A Description of the Ornaments worn by the different Officers when assembled in the Lodge, and their proper Places of sitting.The Master, who sits in the East of the Lodge, has the Rule and Compass, and Square hanging to a Ribbon round his Neck, and a black Rod in his Hand, when he opens the Lodge, near Seven Feet high. The Senior Warden sits in the West, with a =284= Level hanging by a Ribbon round his Neck, and a Column placed on the Table, about twenty-nine Inches long. The Junior Warden's Place is in the South, with the Plumb-Rule hanging by a Ribbon from his Neck, and a Column in his Hand. The Secretary wears the Cross-Pens, hanging in the same Manner. The Senior and Junior Deacons have each a black Rod, with the Compass hanging round their Necks; the Senior sits at the Back of the Master, or at his Right-Hand; the junior at the Senior Warden's Right-Hand. The Past-Master has the Compasses and Sun, with a Line of Cords *) about his Neck. The Treasurer has a Key hanging from his Neck.
*)See the note *) on page 264! II. The Manner of giving the Signs of each Degree, and the Word belonging to it, with the FellowCraft and Master's Clap.(Of this I give here only what regards the Entered Apprentice, and omit everything else that does not belong here. H.) The Entered Apprentice's
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I. Beschreibung der Zierathen, welche die verschiedenen Beamten in versammelter Loge tragen, und der ihnen zugehörigen Sitze.Der Meister, der im Osten der Loge sitzt, hat Richtscheid, Zirkel und Winkelnaaß an einem Bande um seinen Hals hangen, und einen schwarzen Stab, beinahe sieben Fuß lang, im seiner Hand, wenn er die Loge eröfnet. Der ältere Aufseher sitzt in Westen, mit einer =284= Bleiwage, die an einem Bande um seinen Hals hangt, und einer Säule, die auf der Tafel steht und gegen 29 Zoll lang ist. Des jüngern Aufsehers Platz ist in Süden, mit der Bleiwage, die an einem Bande um seinen Hals hangt, und einer Säule in seiner Hand. Der Secretair trägt die kreuzweis gelegten Federn, die ebenso hangen. Der ältere und der jüngere Schaffner haben Jeder einen schwarzen Stab, und den Zirkel um ihre Hälse hangend; der ältere sitzt hinter dem Rükken des Meisters oder zu seiner rechten Hand; der jüngere aber zur rechten Hand des älteren Aufsehers. Der gewesene Meister hat den Zirkel und eine Sonne, mit einem Gebunde Strikke *) um seinen Hals. Der Schatzmeister hat einen Schlüssel von seinem Halse herabhangen.
*) Siehe die Note *) zu Seite 264! II. Die Art und Weise, die Reichen jedes Grades zu geben, und das dazu gehörige Wort, nebst dem Gesellen- und Meister Schlage.(Hievon gebe ich nur Das, was den angetretnen Lehrling angeht, und lasse alles Übrige, als nicht hieher gehörig, weg. H.) Des angetretenen Lehrlings
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(*) Hierauf folgt, in 12 Zeilen, die Prüfung über Gesellen- und Meister-Zeichen, Wort und Griff. Dann geht der Text fort, wie oben. H.
*) Dieß ist sehr wahr; weil es schwer ist, vom Zusehen und Mitmachen Alles in gehöriger Ordnung zu behalten und niederzuschreiben. Es geht den Maurern mit ihrem Gebrauchthum insgemein, wie den Christen mit dem ihrigen. In welche Verlegenheit würden die Letzteren, im Durchschnitt, kommen, wenn sie über alle Gebräuche der kirchlichen Gottinnigung (Liturgie) Rechenschaft geben sollten! H.
Nun folgt noch die Beschreibung der Feierlichkeit bei der öffentlichen Beerdigung eines Freimaurers, dem alten Feiergebrauche zufolge. Wer sich überführen will, wie wenig geheimnißkrämerisch die alten und selbst die jetzigen Brüder in England mit der maurerischen Bekleidung, den maurerischen Sinnbildern und der Darstellung der Grundsätze der Maurerei sind, der lese die mit der hier in JB. stehenden völlig übereinstimmige Beschreibung der feierlichen Beerdigung in Preston's Illustrations, 1788, S. 122 - 137, und in den Ausgaben vom J. 1792, S. 118 - 132, und vom J. 1812, S. 98 - 109 sowie in Seebaß's Magazine für Freimaurer, St. 1, S. 103 - 115. Ferner findet man die Beschreibung der öffentlichen Feier bei Grundlegung öffentlicher Gebäude in Lawrie's History of Free Masonry, Edinburgh 1804, p. 166 - 183, 192 - 195 und 215 - 221, (oder in der bei dem Bruder Gerlach in Freiberg 1810 erschienenen Übersetzung dieses Werkes,) und in Preston's Illustr., 1788, p. 112 ff., 1792, p. 109 ff., und 1812, p. 92 ff.
Endlich schließt der Verfasser von JB. seine Anweisung (S. 40) mit folgenden Worten, —
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This is the whole of Masonry in all its Branches; and I defy any Mason to prove the contrary, being ready to answer any Question proposed, which must, be carefully sealed up, and directed for R. S. to be left with my Publisher, mentioning the Name and Residence =290= of every Person desiring any farther Information. And as to any anonymous Letters or Threatenings on Account of this Publication, they will be treated with Contempt, let them come from what Quarter they will. I also declare, that I will always attend and visit at the Lodges mentioned in the Introduction, or any others as I have done for some Years past.
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Dieß ist das Ganze der Maurerei in allen ihren Zweigen; ich fordere jeden Maurer heraus, das Gegentheil zu erweisen, und bin bereit, auf jede vorgelegte Frage zu antworten, welche, sorgfältig versiegelt, und an R. S. gerichtet, mit Angabe des Namens und Aufenthaltorts der =290= Person, die irgend eine fernere Belehrung verlangt, bei meinem Verleger abgegeben wird. Was etwanige Briefe oder Drohungen ohne Namennennung der Urheber wegen der Herausgabe dieser Schrift angeht, so werde ich sie mit Verachtung behandeln, sie mögen kommen, woher sie wollen. Auch erkläre ich, daß ich nach, wie vor, die in der Einleitung erwähnten Logen, oder auch andere, besuchen will, sowie ich es in einigen letztverflossenen Jahren gethan habe.
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So habe ich nun Alles mitgetheilt, was die Schrift: Jachin and Boaz etc., über die Maurerei im Allgemeinen, und über den Lehrlinggrad insbesondere, enthält. Die Beschreibung des Gesellen- und Meistergrades (S. 22 - 32), die Gesänge (S. 38 - 50), und die am Schluß auf 11 Seiten angehängte Logenliste habe ich, als in den Plan meiner Schrift nicht gehörig, nicht abdrukken lassen, obgleich auch dieser Theil von JB. ebenso echt, amtlich beglaubigt und vollständig ist, als das hier über den Lehrlinggrad daraus Mitgetheilte.
c) Es ist noch übrig, ebenso anzuführen, Was in den Three distinct Knocks etc. nach dem Gesänge: "Come, let us prepare" etc., über den sogenannten Lehrlinggrad gesagt wird. Es ist auf der 32 - 35ten Seite enthalten, und lautet so. —
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N.B. When they sing the aforesaid Song, they all stand round a great Table, and join Hands a-cross, that is, your Right-hand takes hold of your Left-hand Man's Left-hand; and your Left-hand Man, with his Right-hand, takes hold of his left Man's Left-hand, =291= and so crossing all round. But when they say the last Verse, they jump up all together, ready to shake the Floor down: I myself have been below, where there has been a Lodge, and have heard the People say, G — d d — mn their Bloods, what are they doing? They will shake the Place down, I'll stay here no longer. This they call driving of Piles, to amuse the world; but they shall not be amus'd any longer, but shall know every particular, and the foolish Reasons they give for them. How they call off the Men
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NB. Während sie vorstehenden Gesang singen, stehen sie Alle rund um eine große Tafel, und geben sich kreuzweis die Hände; das ist, eure rechte Hand faßt eures Nebenmanns zur Linken linke Hand; euer Nebenmann zur Linken faßt seines Nebenmanns zur Linken linke Hand; =291= und so krenzweis Alle in die Runde. Wenn sie dann den letzten Vers singen, so springen sie Allesammt auf, als wollten sie die Dekke eintreten. Ich selbst bin drunten gewesen, wann oben Loge gehalten wurde, und habe die Leute sagen gehört: ""Gott verdamme sie! Was haben sie denn vor? Sie werden noch die Dekke eintreten; ich mag hier nicht längerbleiben"" Das nennen sie Pfähle-Rammen, um die Welt zum Besten zu haben; doch sie sollen sie nicht länger zum Besten haben; sondern sie soll den kleinstenUmstand und die albernen Gründe erfahren, die sie dafür anführen. Wie die Männer von der Arbeit
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Nachdem der Verfasser von K. (S. 45 und 46) erklärt hat, wie man einen Maurer am Trinken erkennen kann, und den Grad, welchen er hat, auch wie sie in der Loge trinken, fügt er noch folgende satirische Bemerkungen hinzu. —
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=295= Thus they will many Times continue exercising till Morning, though their Family want them at home. Come, they will say, let us have the other Fire, then we will go! Says another, we can't; for our Bowl is out! Then says another, let's have it fill'd again. This has been the Ruin of Masonry, which was far from the first Design of it; *) but Liquor makes Men forget that they are Men, and makes all good things become corrupted and bad. Cura fugit multo diluiturque mero. Tunc Dolor et Curae rugaque Frontis abest." "Full Bowls, or chase, or else dissolve our Cares, Then far away are banish'd Griefs and Fears, Nor thoughtful Wrinkle in the Face appears." |
So fahren sie mit dieser Kunstübung (diesem Exercitium) oft bis an den Morgen fort, obgleich ihre Familie zu Hause ihrer nöthig hat. ""Kommt," werden sie sagen, "laßt uns noch einmal feuern; dann wollen wir gehn!"" Da sagt ein Anderer: ""Wir können nicht; denn unser Napf ist leer."" ""Nun," sagt wieder ein Anderer, "so laßt ihn euch auf's Neue füllen!"" Dieß hat zum Verderb (Untergang) der Maurerei gereichet, welche nach ihrer ersten Anlage *) hievon weit entfernt war; aber der Weingeist macht die Menschen vergessen, daß sie Menschen sind, und macht, daß alle gute Dinge verdorben und schlecht werden." Cura fugit multo diluiturque mero. Tunc Dolor et Curae rugaque Frontis abest." "Trinket nur! Reichlicher Wein treibet die Sorgen hinweg. Dann ist der Schmerz und die Sorge nicht mehr, noch die Runzel der Stirne." |
=294= *) Man sieht hieraus, daß der Verfasser von K. den Werth, welchen die Stiftung an sich und ursprünglich hat, nicht verkennt, und daß ihn bloß das Sittenverderbniß der mit ihm lebenden Maurer vermochte, sie dadurch an den Pranger zu stellen, daß er durch Mittheilung des echten Gebrauchthumes dem ganzen Volke zeigte, in welchem Widerspruche das Leben der meisten Maurer mit ihrer Verpflichtung stehe. H.
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Thus, a great many People think that it is a great Service for a Man to be made a Mason; so it is, to be his Ruin; and when he is in the greatest Distress they will talk against him, because he can't pay what they demand. I can't say that I ever knew any Mason of late Years, get any Thing by going to Lodges, without it is a Publican that keeps the House. Although they are sworn to serve a Brother, I never knew they did, but hurt him. I have known Masons to arrest a Brother, summon a Brother to the Court of Request, and seize a Brother's Goods, for less than Twenty Shillings. I have likewise known them put a Brother in Goal, and do him a great deal more Mischief, which I don't care to speak too plain to their Consciences, which I am in hopes to soften; for when it has been in their power to serve a Brother, they have, at the same Time, endeavoured to ruin him. Therefore, I hope this will be a Warning to all honest Men to keep from these Oaths, without they intend to perform them, for they are very solemn. =296= I think I have heard some say, it is surprizing that they all should be bad! No, God forbid they should, but I will tell you the Reason why they are so. There are a great many good Men, Members of Lodges, that little think of the Villainy that is carried on among some of them; but when he finds them out, he'll leave the Lodge, and be no more concerned with them, but he will not tell his Reasons to the World; if he did, he would be forsworn. I have known some young Brethren to have found them out a little after they were made, and have left the Lodge upon that Account. This is the Reason that they act so contrary to their Obligation, because honest Men can't bear it long, so the Scum of the Earth are left to be Masters of Lodges.
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So denken nun sehr viele Leute, daß es Einem von großem Nutzen ist, zum Maurer gemacht zu werden; so aber gereicht es ihm vielmehr zum Verderben; und wenn er in der größten Verlegenheit ist, werden sie doch übel von ihm reden, weil er nicht bezahlen kann, Was sie von ihm verlangen. Ich kann nicht sagen, daß ich in den letzten Jahren irgend einen Maurer gekannt hätte, der irgend Etwas durch den Logenbesuch gewonnen, wenn es nicht ein Gastwirth ist, der das Haus hält. Ob sie gleich geschworen haben, einem Bruder zu dienen, so habe ich doch nie gesehen, daß sie Etwas gethan hätten, als ihm zu schaden. Ich habe Maurer gekannt, die einen Bruder verhaften, vor das Schuldengericht fordern und eines Bruders Güter in Beschlag nehmen ließen, wegen weniger, als 20 Schillinge. Gleicherweise habe ich sie einen Bruder in einen Kerker werfen und ihm noch einen großen Theil mehr Unheil anthun sehen, wovon ich nicht noch deutlicher zu ihrem Gewissen sprechen will, welches ich zu erweichen hoffe; denn wenn es in ihrem Vermögen stand, einem Bruder zu dienen, so haben sie, zu derselben Zeit, ihn zu Grunde zu richten gesucht. Deßhalb hoffe ich, Dieß soll eine Warnung für alle Männer =296= von Ehre sein, sich jener Eidschwüre zu enthalten, wenn sie nicht den Vorsatz haben, sie in Erfüllung zu bringen; denn sie sind sehr feierlich." Ich denke, ich habe Einige sagen gehört: ""es wäre doch erstaunlich, wenn Alle schlecht sein sollten!"" — Nein, Gott bewahre; aber ich will Euch den Grund sagen, warum sie so sind. Es giebt eine große Menge guter Männer, die Mitglieder der Logen sind, und die Schelmerei, welche Einige von ihnen treiben, gering achten; aber, wenn sie dieselbe kennen lernen, so werden sie die Loge verlassen, und sich mit ihnen Nichts mehr zu schaffen machen; doch werden sie ihre Beweggründe der Welt nicht entdekken; denn wenn sie es thäten, würden sie meineidig werden. Ich habe einige junge Brüder gekannt, welche sie kurz nach ihrer Aufnahme kennen lernten, und desswegen die Loge verließen. Dieß ist der Grund, daß sie ihrer Verpflichtung so zuwider handeln; denn ein Mann von Ehre kann es nicht lange aushalten; und so bleibt der Abschaum der Menschheit zu Logenmeistern übrig.
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