Abschrift

des Karl Christian Friedrich Krause's Buches

Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbrüderschaft

zusammengestellt, überarbeitet und ins Englische übersetzt

aus Google Books

von Bruder Vincent Lombardo

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Zweite Kunsturkunde

Nachtrag zu der zweiten Kunsturkunde


B.  Alles, was die oben Seite 127 erwähnte, bisher durch M. bezeichnete,
Handschrift der Loge zu Eßingen außer der Lection
noch weiter über den Lehrlinggrad enthält.

=297=

  1)  Diese Handschrift führt den Titel:

"Statuten, oder Innungs-Gesetze der Besondern Freimaurer-Loge zur Freien Einigkeit. Nach dem Andersonischen Ängelländischen Konstitutionen-Buch vom 25ten Wintermondes 1723 und 24ten Hornungs 1734 — 35, besonders aber aus dem Jachin und Boaz, oder dem Authentischen Schlüssel zu dem Thor der Freimaurerei alt und neuer Zeiten vom Jar 1779, London, Printed for W. Nicoll" (usw.) "gezogen von dem Bruder Meistermaurer Gottlob Amand Freiherrn von und zu Dalberg, jetzigen Deputirtem Meister der Loge; bestätigt in der Loge vom 12ten Aprill 5784." (149 Seiten in Folio.)


  Es ist zum Theil von der Hand des Brs. Stüwinger, zum Theil, nehmlich die Aufnahme zum Meister, und Anderes, von der Hand des Brs. Sievert, geschrieben. Br. von Dalberg hat die ganze Abschrift durchgesehen und verbessert, wie man an seiner Handschrift erkennt. Jeder Bogen ist auf dem ersten Blatte, oben in der Mitte, mit dem Logenpetschafte gestempelt. Auf der vorletzten und letzten Seite findet sich nachstehende Beglaubigung. —

  "Das gegenwärtige Abschrift mit der Original Urkunde der Statuten und Innungs-Geseze, als dem virten Hauptbuch unsrer erwürdigen Freimaurerloge zur Freien Einigkeit und Zu den drei Dauben vollkomen übereinstimmig und gleichlautend von Wort zu Wort von fol. 1 bis 148 inclus. nach fleisiger Kollazioniren befunden worden ist, solches wird himit von unserm erwürdigen Stul, und Kraft unsere geheimen Logeinsigels himit bescheinigt und bekräftigt. Urkundlich unsrer eigenhändigen Unterschriften, So geschehen im Orient zu Eßingen den fünften des Heumondes im jar unser Königlichen Kunst Fünftausend sibenhundert vir und Achtzig, nach Profaner Zeitrechnung =298= Aber den fünften Heumondes Eintausend sibenhundert achtzig und vir.


"Gottlob Amand Freiherr von und zu Dalberg, ∴ †

(L.S.) *)                                                          als Deputirter und Substitut.

       Johann Christoph Sievert ∴ † als erster Vorsteher.**)

    Ludwig Stüwinger ∴ Als erster Gesell und "Secret."

Coat of Arms

*) Auf diesem in Siegellack abgedruckten Logenwapen ist vorbestellt: ein auf einem freistehenden Simse mit den Spitzen ruhender, halb ausgespannter Zirkel, an dessen beide Schenkel ein Winkelmaaß, mit den Enden aufwärts, von 2 aufrecht gegen einander über stehenden Schildhaltern, einem Löwen und einem Greife, gehalten wird. Oberhalb ist vor dem Kopfe des Löwen eine Sonne mit Stralen, vor dem Kopfe des Greifen aber ein halber Mond. Die Umschrift lautet so: "Sigillum Societatis Francae Vnionis. 1784."

**) Hier ist vom Br. Sievert beigeschrieben: "NB. Dieser hat die arbeit des driten Grads nicht sehen dürfen,"

  Diese Handschrift ist eine der Loge Royale York zu Berlin, welcher, nach dem S. 41 f. befindlichen Eide, Treue geschworen worden ist, vorgelegte Abschrift des im Logenarchive zu Eßingen aufbewahrten Ritualbuches; jetzt aber ist sie im Besitze des Bruders Moßdorf, der sie vom Br. Feßler, im Monat August 1809, zum Geschenk erhalten hat.

  Noch ehe ich diese Handschrift selbst erhielt, wurde mir, unter dem Titel einer Übersetzung des altenglischen Aufnahmerituales, ein Auszug Feßler's aus derselben mitgetheilt. Denn Br. Feßler legte dabei dieses Statutenbuch zum Grunde, und änderte nur Weniges, durch Weglaß, Berichtigung oder Ergänzung, nach Maßgabe von JB. und K.; weil es ihm nicht auf genaue Darstellung dieses Statutenbuches, sondern des altenglischen Gebrauchthumes selbst, ankam.

  2) Die Loge zur freien Einigkeit in Eßingen wurde im Jahr 1784 vorzüglich vom Br. Johannes Gasser und Br. von Dalberg gestiftet. Ersterer wurde Logenmeister, der Andere sein "Substitut und erster Vorsteher," wie aus ihrer Unterschrift der Constitution S. 140 der Handschrift hervorgeht. Der Br. Gasser war zuvor in London gewesen, hatte dort den Großmeister der zweiten Londoner großen Loge alter Maurer, den Herzog von Athol, kennen gelernt, und von Demselben für die Eßinger Loge ein "besonders kurz gestuztes sehr starkes Glas, worauf das Ehrenzeichen eines jeden der drei Grade nebst dem No. der Loge eingeschnitten ist," =299= geschenkt erhalten, welches die Loge in ihrem Schatzkasten verwahrte. (S. 105 der Handschrift, in der Note *.) Höchst wahrscheinlich hatte also Br. Gasser die altenglische Maurerei an der Quelle kennen gelernt, und war aus eigner Überzeugung, vielleicht nicht ohne Mitwirkung des Herzogs von Athol, für sie gewonnen, und bewogen worden, die neue Loge in Eßingen nach dem altenglischen Gebrauchthum arbeiten zu lassen. Br. Gasser konnte mithin auch die echten Quellen der altenglischen Maurerei in London kennen gelernt haben. Schon auf dem Titel fanden wir Jachin und Boaz als Hauptquelle genannt; und S. 139 f. wird noch zum Schluß der "Allmosen- und Schaffnerei - Verordnungen" gesagt: "Hibei wollen wir das in unserm Schazkasten befindliche Ängeländische Konstitutionen - Buch, the authentic - Key," (den echten Schlüssel) "sonderbar angeprisen haben, zu Eren, Glori, Rum und Lobe des Grosen Jehova. ∴ " Allein noch eine andere Quelle ist S. 9 f. erwähnt, wo es heißt: "Es wird eine besondre zur Aufbewarung des virten Haupt-Buches" (nehmlich der vorliegenden Handschrift; H.) "und des Ängeländischen Ritual-Buchs," (so wird mehrmals Jachin und Boaz angezeigt; H.) "desgleichen der allgemeinen Korrespondenz, (aus welchen zwo Büchern unsre gegenwärtigen Innungs-Geseze eigentlich meistens gezogen sind,) so wie auch des Loge-Geldes, bestimte "Kiste gehalten." — Die erwähnte allgemeine Korrespondenz ist mir bisjetzt unbekannt geblieben. Auch sieht man aus mehren Stellen der Handschrift, daß Br. von Dalberg auch die three distinct Knocks vor sich gehabt habe; und wenn nicht jene allgemeine Korrespondenz alle in unserer Handschrift sich findenden, in JB. und K. aber fehlenden, Stellen geliefert hat; so muß dieser Bruder noch andre seltne englische druckschriftliche Hülfmittel gehabt haben. — Der Br. von Dalberg war ein sehr eifriger und freigebiger Maurer; er reichte seiner Loge mehre kostbare Geschenke, und "machte auch zu einer kleinen auserlesnen Logen - Bibliothek auf seine eigne Kösten schon einen zimlichen Anfang, damit dadurch der Brudermaurer sich imer besser in der Freimaurerei beleren — — köne." (S. 139.) Sein vorliegendes Werk zeugt in mehren Stellen von hellen Einsichten, durchgängig aber von einem vortrefflichen =300= Herzen und von hohem Krafteifer für die Sache der Brüderschaft. *)

Coat of Arms

*) Er schließt die auf voriger Seite erwähnten Verordnungen mit folgender (hier nach der heutigen Schreibung abgeänderten) Herzergießung: "Jehova sei gepriesen, verehrt, höchsterhaben angebetet und erkannt, ganz allein und mit jedesmaligem Dreimaldrei, so lange nur eines Menschen Stimme in der Erd- und Himmelweiten allgemeinen Loge schallt, und so lange bis Ewigkeiten sich in Ewigkeiten verlieren." (S. 140.)

  Und so waren die verdienten Brüder Gasser und von Dalberg, um das Jahr 1784, bis auf weiteren Beweis noch früherer, die Ersten in Deutschland, welche die altengliscbe Maurerei und das Gebrauchthum derselben kennen und würdigen lernten, und sich entschlossen, eine Loge zu stiften, worin das altenglische Gebrauchthum ausgeübt werden sollte. **) Höchst wahrscheinlich wollten sie ihre Loge mit dem altenglischen Großmeisterthume in London, welches unter dem Großmeister Athol ***) im Jahr 1772 =301= entstand, (*) in Verbindung setzen: und ich kenne die Gründe nicht, welche dieß Vorhaben vereitelten, und die Loge in Eßingen bewogen, unter der Loge Royale York zur Freundschaft in Berlin zu arbeiten. Auch weiß ich nicht, wie lange diese Loge bestanden hat; denn jetzt ist sie nicht mehr da. Die Protocolle der Loge Royale York können hierüber Aufschluß geben.

Coat of Arms

**) Seite 11 der Handschrift heißt es: "Weit entfernt, den Irthümern so vieler falschen Logen, die nicht einmal den so ehrwürdigen Namen: Freimaurer, verdienen, zu folgen, sind wir vielmehr überzeugt, daß wir die wahre und echte Freimaurerei besitzen, und mithin von allen den so gegründeten Vorwürfen entledigt seien, die einer ganzen freimaurerischen Hauptversammlung zu Wilhelmsbad in der Oratio de conventu generali Latomorum †) gemacht worden sind; also, daß es uns zur ewigen Warnung dienen muß, keine kindischen Dinge, Allegorien, Hieroglyphen, und dergleichen lauter Geheimnisse bedeuten sollenden, aber Nichts sagen wollenden, Sinnbilder oder Sachen, sowohl bei der Annahme, als bei der Arbeit, zu gebrauchen. Deswegen verlangen wir von Jedem, der ein Freimaurer bei uns werden will, daß er ein solcher Mann sei, der im Stande ist, die so mannichfaltigen Schicksale der Menschen zu betrachten mit standhaftem Herzen, die widrigen Vorurtheile, besonders diejenigen, zu bekämpfen, welche den freien Menschen unterdrükken und ihn weit unter die Thiere herabwürdigen. Ein Mensch ist dem andern gleich; aber die Bedürfnisse des einen oder andern heben diese Gleichheit wieder auf. Tyrannei und Hoffarth haben sich dieses Umstandes trefflich zu bedienen gewußt und folglich das himmlische Geschenk entzogen, das uns sonst zu eingefleischten Engeln machen würde."

***) Der damals auch erwählter Großmeister v. Schottland war.   H.

†) Diese Schrift, ohne Druckort und Jahr, hat IV. und 256 SS. in 8. und ist in französischer Sprache geschrieben. Die deutsche Übersetzung von R. v. S. — d. i. Baron von Knigge — hat den Titel: Abhandlung über die allg. Zusammenkunft, der Freimaurer bei dem Gesundbrunnen in Wilhelmsbad. 1784. 276 SS. in 8.   H. =301=

(*) Vorher hatten die alten Maurerlogen, nach der alten Verfassung, als besondere Logen bestanden und sich auf die Yorker alte große Loge, die ebenfalls auf altenglische Weise arbeitete und noch arbeitet, bezogen. Siehe Lawrie's History of Masonry, p. 116 - 117, und Preston's Illustrations, 1788, p. 182 - 186 die Note; p. 276 - 278.; p. 304 - 305 den Logenbeschluß der neuenglischen großen Loge gegen die alten Maurer unter dem Herzog Athol; S.307 - 317 die merkwürdige Streitigkeit der neuenglischen großen Loge gegen die älteste, dieß Großmeisterthum selbst im Jahr 1717 mitstiftende Lodge of Antiquity. Diese für Jeden, der das wahre Verhältniß der altenglischen Maurerei zur neuenglischen richtig beurtheilen lernen will, gründlich belehrenden Stellen finden sich auch, wiewohl modificirt, in der Ausg. des Preston v. 1792, S. 174 - 178 die Note, S. 285 - 289; S. 294 - 295; S. 314 - 315, und S. 317 - 323; sowie in der Ausgabe vom J. 1812 S. 148 - 151, Note; S. 242 - 244; S. 277 u. S, 279 - 285. Der Duke of Athol war im Jahr 1778 zugleich Großmeister der alten Maurer in London und von Schottland. (Lawrie, S. 212.) Besonders ist hierüber die von Noorthouck besorgte Ausgabe des Anderson'schen Constitutionenbuches zu vergleichen. — Daß diese zweite Großloge alter Maurer nun mit der neuenglischen Großloge wiederum zu Einer Großloge alter Maurer von England verbunden fortbesteht, ist bereits oben S. 94 bemerkt worden.

  3) Diese unsre Handschrift ist aus folgenden Gründen wichtig. — a) Sie enthält erstlich eine vollständige Darstellung der altenglischen Aufnahmgebräuche, bis dahin, wo in der Loge die Lecture vorgenommen wird. Dieses Gebranchthum aber ist weder in K., noch in JB., vollständig enthalten; denn dem Verfasser von K. konnte daran, vermöge seines beschränkten Zwekkes, nicht viel liegen; und der Verfasser von JB. giebt es zwar, aber mit Weglassung manches alten, wesenlichen und lehrreichen Gebrauches, und durch neuere Zusätze verunstaltet, sowie er sie hin und wieder in den Logen, die er gerade besuchte, vorfand. Unsre Handschrift dagegen enthält viele unbezweifelbar echte Gebräuche und Gründe, (Reasons,) die sich in K. und JB. nicht finden. So schloß ich vorzüglich aus dem Zweigespräch im finstern Zimmer und aus dem des Meistere mit dem Aufnahmlinge, noch ehe ich die Handschrift selbst in die Hände bekam, bloß aus dem mir mitgetheilten, im =302= Wesenlichen vollständigen Auszüge, daß der Verfasser, der mir damals unbekannt war, außer K. und JB., im Besitze noch vieler seltnen englischen Bücher gewesen sein müsse, und bedauerte, sowie noch jetzt, daß diese Bücher mir noch nicht alle zu Gebote stehen, und daß unserer Handschrift nicht der englische Urtext beigefügt worden ist. b) Sodann bietet diese Handschrift selbst in vielen Stellen der Lecture, die sich in K. und JB. finden, eine Übersetzung dar, welche auf ausgesuchte und vorzüglichere Lesarten im englischen Urtexte schließen lassen, die in K. und JB. sich nicht finden, und anderswoher bestätigt werden. (Siehe z. B. oben S. 161 die 45te Note, und S. 188 Note **) und Note 76!)
        Aus diesen Gründen muß ich hier noch Alles, was unsere Handschrift über das Lehrlinggebrauchthum bis zur Lecture enthält, hersetzen, ohne irgend Etwas abzuändern, als daß ich für die Anrede mit "Sie" die alte mit "Ihr" beibehalte, und die nicht Jedem verständlichen, oder sprachwidrigen, Stammrednisse (Provinzialismen) in's Hochdeutsche übertrage.


Coat of Arms


Von der Annahme eines Lehrlings.

(S. 11 - 22. und S. 97 - 101.)

  Hat sich Jemand bei einem oder dem andern Brudermaurer zum Freimaurerwerden gemeldet, so soll Letzterer, wenn er den sich Meldenden nach unsern deßfalsigen beschwornen Verordnungen tauglich befindet, ihn in der nächsten Versammlung den Brüdern anzeigen, welche dann eine Zeit bestimmen, binnen welcher sie sich nach des Candidaten Eigenschaften näher erkundigen. "Bei unserer Loge bleibt es zum beständigen und ewigen Gesetz, daß wir keine Krüppel, keine nirgends eine Statt habende, sondern überall herumziehende Leute, keine Frauenzimmer, keine Kastraten und sonst Verstümmelten, keine Livrée-Bedienten, keine Narren und Blödsinnigen, keine Trunkenbolde, Säufer, oder Schlemmer, endlich keine Mönche, jemals zu Brudermaurern aufnehmen. *) Die Eigenschaften =303= eines wahren und echten Freimaurers bezielen sich zwar lediglich auf die Ausübung der Tugend; wir müssen diese aber wie eine große Kette betrachten, welche, wenn nur ein Gleich (Glied ) daran zerbrochen ist, nicht mehr zusammen hält. Es ist ein wahrer runder Umkreis, der sobald seine Rundung verliert, als er nur ein wenig aus oder eingebogen wird. Verwerfen wir also eine Tugend, so verwerfen wir sie alle. (De conventu Latomorum p. 225.) — Die Tugenden, welche einen Candidaten bei uns schätzbar machen, sind: ""Verschwiegen, nicht rachgierig, sondern verträglich, gutherzig, mitleidig und leutselig; kein Scheinheiliger; kein Abergläubler; kein Religionspötter, sondern ein milder Dulder aller Religionen; gastgebig, barmherzig; kein Schwätzer; in allen Sachen bescheiden und vorsichtig. Nächstenliebe; Wohlanständigkeit. Ein guter und und getreuer Bürger seines Staates; ein liebreicher und gerechter Vater; ein aufrichtiger Freund und ein eifriger Diener.""

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*) Wer den Urbegriff und das Urbild der Freimaurerei und der Freimaurerbrüderschaft schauet, wird dieses Ausschließunggesetz der Loge zu Eßingen würdigen können. Krüppel, Kastraten und sonst Verstümmelte wurden nach der Yorker Constitution, (S. dieselbe in der zweiten Abtheilung dieses Bandes!) und nach den daraus gebildeten Grundgesetzen der neuenglischen Londoner Großloge, (S. Band II, S. 29 f, und S. 50 f. !) =303= von der Brüderschaft ausgeschlossen, nach dem Beispiele der römischen Zünfte, und aller Zünfte des Mittelalters. Da aber die im Jahr 1717 gegründete neuenglische Großloge die Brüderschaft ausdrücklich zu einer geistigen oder "moralischen" und allgemeinmenschlichen Gesellschaft erheben Wollte, so hätte sie, ebenso, wie sie die Juden, Moslem, und Heiden fernerhin nicht von der Brüderschaft ausschloß, auch Krüppeln, Kastraten und sonst Verstümmelten, wenn sie sonst an Geist und Herzen der Aufnahme würdig sind, den Zutritt nicht versagen sollen. Mönche konnten nach der uralten Verfassung aufgenommen werden; Frauen aber nicht.

  Die Prüfung eines anzunehmenden und aufzudingenden Lehrlings muß nicht kindisch, sondern ein ernsthafter Versuch sein, ob derselbe auch wirklich fest entschlossen ist, ein Freimaurer zu werden. —

  Wird der Candidat durch die Mehrheit der Stimmen für fähig zur Aufdingung erkannt, so wird Dieß dessen Freunde, an den er sich gewendet hat, nebst der Zeit, angezeigt, wann sie Beide vor der Loge erscheinen sollen, gemeiniglich im Winter gegen sieben Uhr, im Sommer aber gegen neun Uhr des Abends. Da versammeln sich dann die Brüder zu gehöriger Zeit und in gehöriger Kleidung.

  Wenn sie nun Alle beisammen sind, "so setzt sich der Meister in seinen Stuhl gegen Osten. Die Bibel (*) liegt =304= vor ihm auf einem Kissen *) offen, und der Zirkel, nebst dem Winkelmaaße, so darauf, daß unter der rechten Seite des Winkelmaaßes der rechte Zirkelschenkel, auf der linken aber der linke Schenkel, oben zu liegen kommt. Er hat ferner den breiten Maaßstab, den Zirkel und das Winkelmaaß an einem grünen Band um den Hals hangen, und in der Rechten eine schwarze Ruthe **) von sieben Schuhen Länge, wann er die Loge eröfnet." — Die wirklichen Aufseher oder Vorsteher sitzen in der Loge so, daß sich der ältere, — das Richtbretchen an einem grünen Bande um den Hals, und die große rechte Säule Jachin, von 24 Zollen, in der Rechten, — in Westen vorwärts zur Linken des Meisters , und der jüngere, — das Wagerichtbretchen an einem grünen Bande um den Hals und die kleine linke Säule Boaz, von 20 Zollen, in der Rechten, in Süden vorwärts zur Linken des Meisters, befinden. — Jeder dieser 3 Beamten hat das Gesicht nach der Thür der Loge zu gekehrt und einen grün bedeckten Tisch vor sich, worauf 3 Lichtstökke mit Kerzen im Dreiangel stehen. Auf einem andern weißbedeckten Tische stehen Wein, Punsch, mit Biscuiten, Kuchen, zur Erquikkung der Brüder. — Der wirkliche Schaffner sitzt neben dem ältern wirklichen Vorsteher zur Rechten, mit dem Schlüssel an einem grünen Bande um den Hals. — Der Secretär sitzt an dem Tische der Loge, zur Linken des jüngeren wirklichen Aufsehers; das Logen- oder Protocollbuch vor sich, (worein nicht nur, Was in den Versammlungen vorfällt, sondern alles Merkwürdige, die Freimaurerei betreffend, was sich irgendwo zugetragen, genau aufgezeichnet werden soll, (S. 9 der Handschrift;) nebst Schreibgeräthen, und hat zwei kreuzweis gelegte Federn am Halse hangen.

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(*) Nach S. 9 der Handschrift liegen bei ofner Loge allemal zur Linken der Bibel die drei Hauptbücher der Loge, von denen das erste "die Geschichte der Freimaurerei," das zweite "die Formung der alten und neuen Verordnungen der Freimaurerei," und das dritte "das große Logenbuch," =304= oder die Protocolle des Secretärs, enthält. Diese Bücher und die Bibel, nebst den Logenzeichen und Sinnbildern, "werden von dem jedesmaligen Meister im (sogenannten) Hiram - Abiffs - Kasten aufbewahret." Über das vierte Hauptbuch s. oben S. 299 !   H.

*) auf einem Kissen. Die Lehrzeichen der drei großen Lichter auf ein Kissen zu legen, ist wohl ein neuerer Gebrauch; wenigstens ist er ohne Bedeutung, und der Einfachheit der ganzen Bundinnigung (Liturgie), z.B. dem Zeichnen des Vierekkes mit Kohle oder Kreide, nicht gemäß.   H.

**) Soll wohl heißen: Stab.   H.

  Von den vorigen Beamten sitzt der gewesene Meister neben dem wirklichen Schaffner, den Zirkel und die Sonne an einer grünen Schnur um den Hals, — der vorige =305= ältere Aufseher, einen Zirkel an einem grünen Bande um den Hals, neben dein Secretar, und der jüngere, eine schwarze Ruthe, von 5 Schuhen, in der rechten Hand und einen Zirkel an einem grünen Bande um den Hals, ganz unten in der Mitte zwischen den beiden letzten Brüdern etwas rückwärts, — der vorige Schaffner neben dem vorigen ältern Aufseher und der vorige Secretär neben dem vorigen Meister.

  Jeder Bruder nimmt seinen Platz in der Loge nach dem Alter seiner Aufdingung in dem oder jenem Grade mit bedecktem Haupt ein. Hierauf bestellt der gleichfalls den Hut aufhabende Meister, mit Genehmigung der Loge, einen vertrauten Bruder, (gemeiniglich den jüngsten,) zum Hüter, Wächter oder Ziegeldekker mit bloßem Degen *) und mit einem weißen Schurzfelle, bisweilen auch, nach Zeit und Umständen, ohne Beides, außen vor die Thür der Loge, um die Profanen **) und Horcher abzuhalten, und mit Klopfen an die Thür das Zeichen zu geben, wenn Etwas vorgeht, oder wenn ein Bruder, oder sonst Jemand, in die Loge verlangt. Die fremden, nach genugsamer Prüfung zum Besuche zugelassenen Brüdermaurer haben ihre angewiesenen Ehrenplätze in der Loge.

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*) mit bloßem Degen vor der Thür. Dieß kann wohl ein alter Gebrauch sein, und auf die eigne Gerichtbarkeit, vielleicht auch auf eine biblische Geschichte, hindeuten.   H.

**) Profane. Diese, dem reinen Geiste der Menschheit und der Menschlichkeit widersprechende, folglich unmaurerische (masoneiwidrige), Benennung ist, sofern man sich derselben in der Freimanrerbrüderschaft bedient, neuern Ursprungs, und aus Nachahmung der Mysterien der Alten entstanden. Die erste Kunsturkunde nennt die Uneingeweihten das übrige Menschengeschlecht, und die Lecture nennt sie die Welt. Zudem ist das Profane dem Religiösen, nicht dem Menschlichen, entgegengesetzt; also dieser Name für Nichtmaurer nicht passend. Eher könnte man sich des Namen: Fremde, bedienen; aber auch dieser Name enthält etwas Unmenschliches, da der Brüderschaft kein Mensch, als Mensch, fremd sein soll. Man sollte die Nichtmaurer noch Unverbrüderte, noch nicht mit uns Verbundne, äußere Brüder, und, wo es nur angeht, Menschen, Brüder, Erdgeschwister, ohne Beisatz, nennen.   H.

  Ist nun der Wächter bestellt, so öfnet der Meister die Loge mit folgenden Worten: "Jetzt, da ich die Loge öfne, und die Arbeiter in Arbeit setze, ist es erlaubt, zu sprechen. Mithin" —

(Meister zum jüngern Aufseher.) "Was ist des Meisters größte Sorgfalt?"

Antwort. "Umzusehen, daß die Loge gut bedeckt sei." =306=

Meister. "Ich bitte, thut Eure Pflicht!"

  Darauf geht der jüngere Aufseher zu der Thür und klopft mit dem Finger dreimal an dieselbe, und wenn der draußenstehende Wächter ihm mit ebenso Viel geantwortet hat, so sagt der wieder zurückkehrende jüngere Aufseher:

  "Ehrwürdiger Meister, die Loge ist wohl bedeckt;" und begiebt sich nun wieder auf seinen Platz. Alsdann fragt der Meister den gewesenen *) jüngeren Aufseher:

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*) den gewesenen jüngem Aufseher. Man bemerke, daß in JB. und K. die gewesenen Beamten nicht mit in die Bundinnigung verflochten sind!   H.

  "Wo ist Euer Platz in der Loge?"

Antw. Hinter dem Rükken des ältern Aufsehers, auf der rechten Hand; wie es sich gebühret.

Meist. Was sind dort Eure Geschäfte?

Antw. Die Befehle von dem älteren Aufseher dem jüngeren zu bringen, damit selbige rings um die Loge verkündet werden.

Meister zu dem gewesenen ältern Aufseher. Wo ist Euer Platz in der Loge?

Antw. Hinter dem Rükken des Meisters an seiner rechten Hand; wie es ihm gebühret.

Meist. Was sind dort Eure Geschäfte?

Antw. Die Befehle von dem Meister dem wirklichen älteren Aufseher zu bringen.

Meist. Wo ist des wirklichen jüngem Aufsehers Platz in der Loge?

Antw. In Süden.

Meister zu dem wirklichen jüngeren Aufseher. Warum in Süden?

Antw. Man kann die Sonne, wann sie im Mittag stehet, besser beobachten, um die Arbeiter von ihrer Arbeit zur Erquikkungstunde abzurufen, und sie hernach zu rechter Zeit wieder an die Arbeit gehen zu lassen, damit der Meister Freude und Gewinn davon habe.

Meist. Wo ist des wirklichen älteren Aufsehes Platz in der Loge?

Antw. In Westen.

Meister zu dem dem wirklichen älteren Aufseher. Warum in Westen?

Antw. Weil die Sonne in Westen untergehet und den Tag schließt, so stehet auch der wirkliche ältere Aufseher =307= in Westen, um die Loge zu schließen, und jeden Arbeiter, nachdem er ihn bezahlt hat, von der Arbeit dieses Tages ausruhn zu lassen.

Meist. Wo ist des Meisters Platz in der Loge?

Antw. In Osten.

Meist. Warum in Osten?

Antw. Weil die Sonne in Osten aufgehet, um den Tag zu öfnen, so stehet der Meister in Osten, um die Loge zu öfnen, und nachzusehen, ob seine Arbeiter gehörig zur Arbeit angestellt seien.

Meister. (welcher, sowie die übrigen Brüder, das Haupt entblößt). "Diese Loge ist im Namen des heil. Johannes des Täufers geöfnet, und Jedermann verboten, zu fluchen, zu lärmen, zu murmeln, allerhand profane, unehrbare Reden, oder böse Unordnungen, wie das Alles Namen haben möge, zu treiben, bei keiner geringern Strafe, als solcher, welche die Mehrheit der Stimmen nach Maßgabe der Umstände bestimmen wird."

  Der Meister setzt seinen Hut wieder auf; die Brüder aber bleiben unbedeckt; — und Dieß ist allemal die Art und Weise, wenn die Loge geöfnet wird.

  Ist nun ein Lehrling aufzudingen; so macht der Meister mit dem Hammer (Klüpel) drei Schläge auf den vor ihm stehenden Tisch und fragt den Secretär:

  "Hat sich Jemand in der Nacht der vorigen Loge zum Freimaurerwerden gemeldet?"

Antw. "Ja, es ist Einer (oder Mehre) vorhanden."

  (Wenn gleich Mehre vorhanden sind, so kann doch nur Einer auf Einmal aufgedungen werden.)

Darauf befiehlt der Meister dem wirklichen jüngern Aufseher: "Führet den Candidaten in die Finsterniß, (*) Bruder!" =308= "Der wirkliche jüngere Aufseher geht hinaus, führt den Candidaten, der mit seinem Freunde in einem besonderen, vom Logenzimmer abgelegenen, Zimmer gewartet hat, mit demselben in ein andres ganz finster gemachtes, welches sowohl innen, als außen, von zwei Brüdern mit bloßen Degen in der Hand bewacht wird, und fragt ihn ganz ernsthaft, nachdem ihn sein Freund schon vorher wegen der Antwort auf jede Frage hinlänglich belehrt hat: *)

Frage. Was wollet Ihr?

Antw. Das, was am nützlichsten ist. **)

Fr. Was ist am nützlichsten?

Antw. Freimaurerei.

Fr. Wie heißt Ihr? Was habt Ihr für eine Profession?

Antw. (Er sagt Vor - und Zunamen, Character, Profession.)

Fr. Habt Ihr es genugsam überlegt, daß Ihr Euch hieher wagtet?

Antw. Wer zu wahren Freunden ***) geht, der hat nicht zu befürchten. ****)

Fr. Seid Ihr denn furchtsam?

Antw. Vor nichts Ungerechtem. †)

Fr. Zaghaft?

Antw. Nur wenn ich mich schuldig weiß. † †) =309=

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(*) Finsterniß. Hiermit beginnt zweckmäßig die Anfnahmhandlung. Diese Finsterniß bereitet den Aufzunehmenden auf das zu ertheilende Licht sinnlich und lehrzeichenlich vor. Am meisten im Geiste der alten Bundinnigung ist dieß einfache: Finsterniß; das ist ein ganz gewöhnliches Zimmer, — ohne allen Zugang des Lichtes, nicht schwarz ausgeschlagen; kein schwach erhellendes Licht, kein memento mori. (Er soll ja in der Maurerei ein neues Leben gewinnen!) keine Handschrift zum Durchlesen. Das natürliche Dunkel spricht am vernehmlichsten zum Gemüthe, läßt den Gedanken und Gefühlen gemüthlichen, freien Lauf, und öfnet den Menschen allen guten und schönen Einflüssen. Den Aufzunehmenden in einem finstern Zimmer zu lassen, hält eher die Prüfung der Liebinnigkeit und des zarten Rechtsgefühles aus, als ihm die Augen zu verbinden.   H.

*) Es ist menschlich, recht und billig, den Aufzunehmenden auf eine so sanfte Art zum Voraus durch einen Freund zu belehren.   H.

**) Das Nützlichste. Das heißt: das dem Menschen Erstwesenliche, Nöthigste, Wohlthätigste. Unser heutiger Sprachgebrauch hat diesem edlen Worte seine wahre Bedeutung genommen oder wenigstens verdorben. Die Handschrift ist aus einer Zeit, wo man noch allgemein alles für Geist und Leib Heilsame und Belebende nützlich nannte. Wird einst Freimaurerei die Kunst, menschlich zu sein, und die Menschheit zu bauen, so wird sie in der That das Nützlichste, die erstwesenliche Angelegenheit der Menschheit sein.   H.

***) zu wahren Freunden geht. Dieser Ausdruck ist echt im Geiste der Maurerei, und paßt zu den Worten im Gebete: "Gieb, daß dieser unser Freund ein guter Bruder werde!"   H.

****) Soll wohl heißen: "der hat Nichts zu befürchten;" oder: der hat sich nicht zu fürchten.   H.

†) Vor nichts Ungerechtem. Der natürlichste Sinn scheint mir: Nur vor Unrecht würde ich mich fürchten; aber hier, bei wahren Freunden, habe ich nichts Unrechtes, oder Ungerechtes, zu befürchten.   H.

† †) mich schuldig weiß. Das Bewußtsein der Schuld ist das Einzige, was den wahren Menschen verzagt machen =309= kann; denn es ist das Bewußtsein der Selbstentkräftung, Selbstentweihung, Selbstentgöttlichung. Von dieser Verzagtheit befreit nur verbesserte Einsicht, Erkenntniß der Schuld, aufrichtige Reue, und neuerwachtes Bewußtsein der unvertilglichen Urkraft des Menschen zu dem Guten, in Gott.   H.

Fr. Gehorsam?

Antw. In allen Stükken. *)

Fr. Wie versichert Ihr Das?

Antw. Mit meinem Leben. **)

Fr. Ist es also Euer freier, ungedrungner Wille, ein Freimaurer zu sein?

Antw. Ich verlange Nichts sehnlicher.

Fr. Wollet Ihr also in die Brüderschaft aufgenommen werden?

Antw. Von ganzem Herzen.

Fr. Wollt ihr also aus der Finsterniß an's Licht gehen? ***)

Antw. Wenn Ihr mich dazu geeignet findet. ****) =310=

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*) in allen Stükken. Der vernünftige Sinn, nach dem vernünftigen Geiste des Ganzen, ist: ich bin bereit, den Gesetzen der Brüderschaft zu gehorchen; denn ich vertraue, daß sie nichts Rechtswidriges enthalten werden. Diese Versicherung läßt sich aber nach den Forderungen reingottinniger Sittlichkeit durchaus nicht rechtfertigen; wie ich in meinem die drei ältesten Kunsturkunden vergeistigenden Fragstükke gezeigt habe. Es sollte dabei stehen: zum Guten, wenn ich es so eben als meine Pflicht erkenne.   H.

**) Mit meinem Leben. Ist diese Antwort echt, so kann sie bloß auf die innigste Vereinigung und Brudertreue deuten. Es sollte wohl richtiger übersetzt werden: "So wahr ich lebe."   H.

***) an's Licht gehen. Dieß ist sehr gut gesagt. "Das Licht ist da; hast du ein Auge, so wirst du es sehen; wir können dich nur dahin führen, wo Licht ist; ein Licht, was nicht wir geschaffen oder erfunden haben, sondern was von Gott ausfließt und jedem Menschen leuchtet, der reines Herzens ist."   H.

****) Diese Lehrfragen haben alle Zeichen eines sehr hohen Alters; sie sind so rein im Geiste der alten Stiftung in jenen Zeiten, wo christliche Gottinnige die Lehre des Christenthums zu jener der alten römischen Baucorporationen hinzubrachten, und stimmen so mit der ersten Kunsturkunde (besonders mit der Frage: "Wollt Dir mich diese Künste lehren?" usw.) überein, daß ich sie für so alt, als das Lehrzeichen der drei großen Lichter, halte. Bruder Houseal bezeugte mir, daß noch jetzt folgende, jenen sehr ähnliche, Fragen, und keine weiter, an den Nachsuchenden gethan werden. — 1) What do you want? — Masonry. 2) What is your Name and Profession? — — 3) Have you duly and deliberately considered, why you have ventured hither?4) Is it of your own free Will, to become a Free-Mason?Yes, it is.5) Do you wish, to be received as such by the Brotherhood?Yes, I wish. 6) Will you therefore be brought from Darkness to Light?If found worthy thereof. 1) Was ist Ihr Begehren? (Was bedürfen Sie?) — Maurerei. 2) Welches ist Ihr Name und Berufstand? — — 3) Haben Sie es gehörig und bedächtig überleget, warum Sie Sich hieher gewagt haben? — 4) Ist es ihr eigner freier Wille, ein Freimaurer zu werden? — Ja. 5) Wünschen Sie von der Brüderschaft zu einem solchen aufgenommen zu werden? — Ja, ich wünsche es. 6) Wollen Sie zu dem Ende aus der Finsterniß zum Lichte gebracht werden? — Wenn ich dazu würdig befunden werde.   H.

  Wenn nun der jüngere Aufseher den Candidaten für tauglich gefunden hat, so geht er in das Logenzimmer wieder zurück, und nachdem er seinen Bericht abgestattet hat, daß er den Candidaten tauglich befunden, so richtet er mit den übrigen Brüdern Alles zurecht und in Ordnung, um den Candidaten zu empfangen. Es wird vornehmlich ein Dreiangel (*) (nach dem in der Handschrift =311= S. 7 unter den Buchstaben: a i *) erwähnten Formulare) auf dem Boden mit Kreide oder Kohlen von Osten gegen Westen gemacht, worauf der Candidat, wenn er zum Freimaurer gemacht wird, zu stehen kommt.

Coat of Arms

(*) Dort, im Verzeichnisse der Regalien und Embleme, steht: "Ein bei den Freimaurern gebräuchliches Lineal oder Formular, um einen Dreiangel zu machen;" und dabei wird auf obige Stelle des Gebrauchthumes verwiesen. Es ist dasselbe, was auf dem Titelkupfer zu JB. Unter Number 25. abgebildet steht.   H.

*) Pythagoras verband, wie man sagt, mit dem Buchstaben Y die sittenlehrliche Bedeutung: "Er zeige das Leben eines Menschen an, der im Anfange in der unschuldigen Kindheit einen ebnen, und geraden Weg vor sich habe; wenn er aber das verständige Alter erreicht, den Scheideweg der Tugend und des Lasters vor sich sehe, wo er alle Ursache habe, zu bedenken, welchen unter beiden er einschlagen wolle, weil sie zu einem gar ungleichen Ausgange führen." Und in solchem Sinne ist dieser Buchstabe der pythagorische Buchstabe genannt worden. Deßhalb sagt Persius (Sat. 3.):


"Et tibi quae Samios deduxit littera ramos,

Surgentem dextro monstravit limite callem."

Und ein dem Virgilius zugeschriebenes Epigramm lautet so:


"Littera Pythagorae discrimine secta bicorni

Humanae vitae spatium praeferre videtur."

Ferner Ausonius in seinem Epigramm auf die Buchstaben:


"Pythagorae bivium ramis pateo ambiguis Y."

Und Hieronymus in epist. 7. ad Laetam:


"Sapit ut parvulus, donec ad annos sapientiae veniat, et Pythagorae littera eum perducat ad bivium."


So schreibt auch Lactantius L. VI, e. 3: "Dicunt humanae vitae cursum Y lilterae similem: quod unusquisque hominum, cum primae adolescentiae limen attigerit, et in eum locum venerit, partes ubi se via findit in ambas, haereat mutabandus, ac nesciat, in quam se partem potius inclinet. — Nach Andern deutet Y auf die den Pythagoräern heilige Ureizahl (Trias); indem es andeutet, wie aus dem Einen Zwei hervorgehen.

Auch setzt man in der Emblematik das Y dem freien Willen auf sein Scepter. (Siehe Zedler's Universallexicon, woselbst noch viele Schriften hierüber angezogen sind!)

Pythagoras scheint den Grundsatz gehabt zu haben: zu bewirken, daß sich seine Schüler bei den gewöhnlichsten, im Leben sich am häufigsten darbietenden, scheinbar unbedeutendsten =311= Dingen an die erhabensten Wahrheiten, besonders der Lebenweisheit, erinnern möchten. Nach denselben Lebenkunstsatze ist das ganze obige altenglische Gebrauchthum gedacht und erfunden; also wirklich im Geiste des Pythagoras. Ich vermuthe demnach, daß dieser Dreiangel auch hier jenen pythagorischen Sinn habe; zumal da, wie es weiterhin heißt, der Aufnahmling , sehr bezeichnend, seine beiden Fuße auf die beiden Aste des Y stellen muß, — Bruder Schneider machte mich, sobald ich ihm die Figur zeigte, darauf merksam: daß dieß wohl der pythagorische Buchstabe sein könne.
        In dem Bruchstükke einer alten Lerlinglection, welches ich in der zweiten Abtheilung dieses ersten Bandes als ersten Keim des neuenglischen Gebrauchthumes aufstellen werde, findet sich ebenfalls eine Spur dieses Dreiangels; doch ist es daselbst nicht der pythagorische Buchstabe Y, sondern ein Δ. Siehe die Anmerkung am angeführten Orte!   H.


  Während dieser Vorbereitung entbloßet in dem finstern Zimmer der Freund-Maurer **) den Candidaten, mit welchem er weiter kein Wort spricht, bis auf's Hemde, so daß er weder Schnallen, Ringe, Knöpfe, Geld, noch sonstiges Metall, an sich hat; ohne Schuhe, jedoch in Strümpfen, und das linke Knie entblößt. Hierauf verfügt sich der eine Wachtbruder in das Logenzimmer, zum Zeichen, daß der Candidat fertig sei; worauf der in Osten sitzende, mit seinen Kleinodien behangene Meister die heilige Bibel bei des St. Johannis Evangelium: "im Anfang war das Wort," vor =312= dem Dreiangel, vor sich in Osten aufschlägt. Mittlerweile kommt der Candidat, die beiden Augen wohlverbunden, mit einem Strick um den Hals, und mit immer herunterhängenden Händen, nebst seinem Freund-Maurer, der dessen Kleidung hat, und dem andern Wachtbruder, vor die Thür des Logenzimmers, wo ihn der Hüter anruft:

Coat of Arms

**) Der Fruend-Maurer. Da der Ansuchende in eine geheime Gesellschaft unter befremdlichen gebräuchen aufgenommen warden soll, so ist es ein billiger und liebwürdiger Gebrauch, den Aufzunehmenden durch seinen eignen Freund einführen und zur Aufnahme vorbereiten zu lassen. Dadurch erhält Alles, was ihm jetzt Auffallendes begegnet, und die ganze Brüderschaft in Allem, was sie ihm versichert, eine vollgültige Bürgschaft für ihn; Alles geht ihm durch des Freundes Herz zu Herzen. Von Unbekannten sich entkleiden zu lassen, würde ihm widrig sein; allein von seinem Freunde läßt er Dieß willig geschehen und sich an die Thür der Loge führen. Aus des Freundes Händen empfangen ihn dann die dem Meister nächsten Beamten, um ihn in den Kreis der Arbeiter, deren geselligen Fleiß sie leiten, einzuführen und aufzunehmen.   H.

  "Wer kommt da?"

Antw. "Ich bitte, mich an die Thür klopfen zu lassen."

  Der Candidat thut hierauf mit den Fingerknöcheln 3 Klopfer an die Thür des Logenzimmers; Welches der Meister mit 3 Hammerschlägen an ebendieselbe inwendig wiederholet; und der neben ihm stehende jüngere Aufseher fragt:

  "Wer ist draußen?"

Antw. (auf des Freund-Maurers Belehrung.) "Einer, der da kommt und bittet, an dem Heil und dem Nutzen der ehrwürdigsten, dem heiligen Johannes dem Täufer gewidmeten Loge Theil zu haben, wie es schon vielen Brüdern vor mir geschehen ist."

  Da öfnet nun der jüngere Aufseher die Thür; der ältere Aufseher tritt ebenfalls herzu; sie lassen den Candidaten mit seinem Freund-Maurer und dem Wachtbruder ein, welche beide Letzteren sich zu ihren Plätzen verfügen, und die Kleider des Candidaten auf einen Stuhl bei der Thür legen; mittlerweile der Meister sich wieder auf seinen Stuhl begeben hat. Hernach bringen die beiden Aufseher, der ältere zur rechten, der jüngere zur linken Hand, den noch ganz blind verbundnen Candidaten vollends in das Logenzimmer, und führen ihn dreimal, (bisweilen auch neunmal, nachdem viele oder wenige Brüder da sind,) um die Tische und die Brüderschaft herum. Sie begleiten ihn hernach zu dem Dreiangel, auf welchen sie ihn mit beiden Füßen stellen, das Gesicht gegen den Meister. *)

Coat of Arms

*)   Hier stehen in der Handschrift noch folgende Worte: "Während dieses Umgangs machen die andern Brüder einen erschrekkenden Lärmen mit in Händen habenden Ketten; und einige Logen haben noch andere Schreckbilder, als: ausgestreutes Schießpulver, das sie anzünden, Phosphorus, Schwärmer, usw." — Da aber diese Gebräuche schwerlich englischen Ursprungs sind, und mit dem Geiste der alten Freimaurerei geradezu streiten, unser Br. von Dalberg aber diesen Geist zu dem seinigen macht, und alle nichtsbedeutende, unechte Lehrzeichen und Gebräuche, (S. 11 u. 109 der Handschrift,) auch ähnliche Mibräuche neuerer Logen, (S. 70 f.,) ausdrücklich verwirft, und am letztem Orte erklärt, daß seine Loge, anstatt gewisser gewaltsamer Prüfungen, "sich bloß mit sanften Zeremonien begnüge:" so glaubte ich es sowohl dem Andenken des ehrwürdigen Brs. von Dalberg, als auch der guten Sache, schuldig zu sein, diese Stelle aus dem Texte wegzulassen.   H.


aus dem Statutenbuche der Loge zu Eßingen.   =313=



Die ganze erleuchtete Loge hat folgende Gestalt auf dem Boden.



tafel 313

Coat of Arms

†) In Ansehung der Bibel wird S. 9. der Handschrift gesagt: "Es ist hauptsächlich dafür zu sorgen, daß drei Bibeln von Jeder der 3 tolerirten Religionen, (eine katholische, eine lutherische und eine reformirte,) vorhanden seien, damit kein Bruder Maurer von dieser oder jener Religion sich des Vorwands bedienen könne, daß er auf eine andre Bibel, als die von seiner Religion, geschworen habe. — Da aber in hiesigen Gegenden die Lutheraner und Reformirten einerlei Bibel haben, so wird nur der Ersteren ihre in der Loge gebraucht."   H.

*) Dieses Y steht ebenso zwischen den Sylben des Wortes: Dreiangel, in der Handschrift. Vergl. oben S. 310 f. Note *)!   H.


 

Erklärung.

A. Der vorige ältere Aufseher mit der schwarzen Ruthe.

B. Der vorige Meister mit der Sonne, dem Zirkel und dem Strick.

C. Der wirkliche ältere Aufseher mit dem Bleiwurf und der Säule Jachin *) in der rechten Hand.

D. Der vorige jüngere Aufseher mit der schwarzen Ruthe.

E. Der wirkliche jüngere Aufseher mit der Säule Boaz in der rechten Hand.

F. Der Secretär mit der Feder.

G., H. und I. Die Lichtstökke.

* Die Brüder rings um die Ceremonie.

tafel 313 Die Maurerkelle.







Coat of Arms

*) In der Abschrift stand erst hier Boaz und unter E Jachin; Dieß ist aber hernach gestrichen und selbst vom Sammler und Anordner dieser Urkunde dafür Jachin und Boaz geschrieben worden; vielleicht um hierin nicht von deutschen Maurern abzuweichen, oder auch auf Befehl der Loge Royale York in Berlin, unter welcher hernach die Eßinger Loge arbeitete.   H.



  Hierauf steht der Meister von seinem Stuhl auf, und begiebt sich auf die dritte Staffel, **) um den unten auf dem Dreiangel stehenden, noch blind verbundnen Candidaten zu befragen:

  "Habt Ihr noch Lust, und verlangt Ihr noch in Eurem Gewissen, ein Freimaurer zu werden?"

Antwort. Ja!

Fr. Ist es Euer eigner, ungedrungener Wille?

Antwort. Ja!

Fr. Es mag Euch geschehen, Was da will, beharret Ihr doch auf Eurem Vorsatz, ein Freimaurer zu werden, und ein solcher bis an den letzten Hauch eures Lebens zu bleiben?

Antw. Ja!

  Hierauf führt der jüngere Aufseher den Candidaten zu dem Meister; dieser befiehlt ihm, niederzuknien und den Nutzen des Gebets zu empfangen. Sodann kniet der Meister mit allen Brüdern ***) nieder und spricht: (Seite 26 der Handschrift.)

Coat of Arms

**) Da diese Stelle nicht in JB., wohl aber in K. , steht; so ist es möglich, daß sie aus dem Letzteren genommen ist; vielleicht aber auch aus der, vom Br. von Dalberg erwähnten, allgemeinen Correspondenz. (S. oben S. 237 und S. 267 Note †) .)   H.

***) JB. und K. sagen nicht, daß alle Brüder niederknien. Vielleicht war es in altern Zeiten so üblich.   H.

  "Brüder, laßt uns beten!"

  "O Herr Gott! Du großer und allgemeiner Maurer der ganzen Welt, und erster Bildner und Erschaffer des Menschen, =315= als er ein *) Tempel gewesen ist! Sei bei uns, o Herr! wie du es versprochen hast: wo Zwei oder Drei in Deinem Namen versammelt sind, da willst du in der Mitte derselben sein! **) Sei bei uns, o Herr! und segne alle unsere Unternehmungen, und gieb, daß dieser unser Freund ein aufrichtiger und getreuer Bruder-Maurer werden möge! Laß Gnade und Friede sich bei uns immerfort vermehren, und die Erkenntniß unsers Herrn Jesus Christus sich in unsre Herzen einprägen! Gieb auch, o Herr! daß wir dein heiliges, unverfälschtes Wort in der That erfüllen, und unsere Hände immer stärker werden, um einem Bruder-Maurer vorzüglich, hernach aber jedem Nebenmenschen, in der Noth zu dienen, ohne daß wir uns oder den Unsrigen dabei Schaden thun! Stärken uns ferner, o Herr! in allen guten Werken; mache uns zur Ausübung der Tugenden geschickt, fertig und bereit, nach deinen großen und theuren Verheißungen; damit dadurch dein hoher Name: Jehova, verehret, verherrlicht und gepriesen werde ewiglich; und damit dein Segen unter uns und in der ganzen Welt ausgebreitet werde."
   
      "O Herr Gott! höre unser Gebet! Füge zu unserm Glauben ***) die Tugend, zur Tugend die Wissenschaft und Erkenntniß, von dieser Erkenntniß zur Mäßigkeit, von der Mäßigkeit zur Klugheit, von der Klugheit zur Geduld, von der Geduld zur Gottesfurcht, von der Gottesfurcht zur Bruderliebe, und von der Bruderliebe zur Nächstenliebe! Und verleihe uns, o Herr! daß unsere Maurerei in allen Werken und Vorhaben immerfort gesegnet und dein Friede stets bei uns sei! O Herr! verleih' uns auch, daß wir mit Jedermann in Fried' und Eintracht stets leben können, durch Jesum Christum, der da lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Amen! Amen! "

Coat of Arms

*) In der Handschrift steht, vermuthlich durch einen Schreibfehler: "als er im Tempel gewesen ist."   H.

**) "Matth. 18, v. 20." — M.

***) Hier, sowie allemal, wo im Englischen das Wort: Faith, Glaube, steht, ist fälschlich Thaten übersetzt. Daß irgend ein englisches Buch die falsche Lesart: Feats (Thaten, Großthaten) gehabt haben solle, ist mir nicht wahrscheinlich, da auch das neuenglische Ritual den Glauben beibehält, — Übrigens ist Feat wirklich ein sehr altes, fast veraltetes, Wort.   H.

  Nach verrichtetem Gebete stehen Alle wieder auf, und der Meister fragt den Candidaten:

  "Was sagt das Gebet zu Dir, Bruder?"

Antw. Es sagt mir, auf Wen ich mein Vertrauen setzen solle.

Fr. Auf Wen hast Du Dein Vertrauen?

Antw. Auf Gott! Was in seinen Augen gut ist, das wird er thun. *)

  Ein Bruder nimmt ihn bei der rechten Hand und hebt ihn auf, **) und sagt:

  "Stehet auf, folget Euerm Führer und fürchtet keine Gefahr!"

  Hierauf wird der Candidat (von den beiden Aufsehern) dreimal um die Loge herum geführt. Bei dem ersten Umgange, wann sie in Süden auf des zweiten Aufsehers Platz kommen, sondert sich Dieser unvermerkt ab ***) und bleibt da stehen. Kommt nun der Candidat wieder gegen ihn, so stellt sich ihm der jüngere Aufseher rücklings entgegen; der Candidat, dessen rechte Hand der ältere Aufseher führet, Klopft mit dem rechten Fingerknöchel derselben dreimal auf den Rükken des jüngern Aufsehers; worauf der jüngere Aufseher fragt: "Wer ist draußen?" — "Einer, der da bittet usw.," antwortet der Candidat. Bei dem zweiten Umgange bleibt der ältere Aufseher stehen, und die nehmliche Ceremonie wird verrichtet. Hernach bringen die beiden Aufseher bei dem dritten Umgange den Candidaten gerade hinter den Stuhl des Meisters, wo sie seine beiden Hände nehmen ****) und ihn auf den Rükken des Meisters dreimal, aber sittlich und langsam, mit den zwei Fingerknöcheln anklopfen lassen. Der Meister fragt bei dent dritten Klopfen ebenfalls: "Wer ist draußen?" und wenn der Candidat geantwortet hat: "Einer, der da bittet usw.," so befiehlt der Meister: "Gehe hin zum Unterricht !"

Coat of Arms

*) 1 B. Sam. III, v. 18. (In M. wird fälschlich 1 Könige III, v. 18 zitirt.)   H.

**) Ein Bruder hebt ihn auf. Er kniete vor Gott; ein Bruder hebt ihn auf, reicht ihm die erste Bruderhülfe, kommt ihm das erste Mal in Gottes Augen liebevoll entgegen.   H.

***) Hier wird der in der Lecture bloß angedeutete sinnvolle Feiergebrauch vollständig beschrieben, und ohne alle neuere Zusätze rein ausgesprochen. Er kann seine Wirkung auf Geist und Gemüth nicht verfehlen.   H.

****) Dieser Gebrauch, die Hände des Ansuchenden zu nehmen, ist in JB. und K. nicht erwähnt; allein der Ansuchende kann das Anklopfen auf andere Art gar nicht verrichten, da er geblendet ist.   H.

  Hierauf †) setzt der zweite Aufseher dem Candidaten, =317= daß er es wohl fühlet, das Schwerdt auf die Brust, und sagt zu ihm: "Fühlst Du Etwas ?" Er antwortet: "Ja, aber ich kann Nichts sehen." Alsdann sagt Ersterer: "Steig auf!" Nun führt er ihn mit 3 Schritten auf die erste Lehrlingstaffel, wo der Candidat mit dem linken Knie niederkniet, bis der Meister sich hinter den Stuhl begeben hat. Sodann begleitet er ihn, neben den beiden andern Staffeln vorbei, mit dreimaldrei Schritten zu dem Stuhle des Meisters, auf welchem der Zirkel und das Wiakelmaaß liegt. Der Meister sagt:

Coat of Arms

†) Diese Stelle heißt eigenlich so: "So nimmt der jüngere Aufseher =317= die Binde ab; der Meister hält dem Candidates das blanke Schwerdt vor die Augen flach, und die übrigen Brüder mit dem Meister machen mit bloßen gegen den Candidaten gerichteten Degen allerlei schrekkende Bewegungen; der jüngere Aufseher setzt ihm aber das Schwerdt auf die Brust, daß er es wohl fühlet," usw. wie oben. Hier wird offenbar dem Aufnahmlinge das in einem neueren Systeme gebräuchliche, zweckwidrige, halbe Licht gegeben; allein, da Dieß dem altenglischen Gebrauchthume, sowie es doch hier selbst dargestellt wird, zuwider ist, auch der Br. von Dalberg sonst alle nichtssagende Gebräuche (S. 300 N. **), auch auf S. 11 und 109 der Handschrift) verwirft; endlich im §. III., oder der Lehrlinglection, die das Ritual berichtigen soll, (wie es ausdrücklich im Eingänge derselben S. 24 unserer Handschrift lautet,) nur das einmalige ganze Licht erwähnt wird: so hielt ich mich für berechtigt, diese Stelle, im Geiste des Bruders von Dalberg selbst, im Texte wegzulassen. Überhaupt stimmet die in §. II und §. III der Handschrift enthaltne Anordnung der Aufnahmgebräuche, in Hinsicht der Aufeinanderfolge, nicht ganz überein; ein Umstand, der schon in JB. bemerkbar ist.   H.

  "Schikke Dich an, mein Freund, in eine so ehrwürdige Gesellschaft einzutreten, welche weit ernsthafter und wichtiger ist, als Du Dir es jetzt vorstellst! Hier findest Du nicht das Mindeste, was gegen die Gesetze, Religionen und Sittenlehre ist. Du findest Alles, was nur groß, erhaben, herrlich und köstlich ist. Du hast hier keine andere Obrigkeit, als Gott und unsere Gesetze. Unterwirf Dich also diesem allerhöchsten Großmeister in der Noth und in allen Fällen, wo er Dich weiter belehren, Dich führen und Dir helfen wird! Alle andere Dinge sind unbeständig und nehmen ein Ende; aber Gott der Herr, Jehovah, bleibt ewiglich." *) =318=

Coat of Arms

*) Da hier, sowie vorher nach dem Gebete, auf einmal das "Ihr" in "Du" verwandelt wird, so schließe ich, daß diese ganze Stelle, sowohl die Anrede, als die folgenden Fragen, welche alle Kennzeichen eines hohen Alters hat, vielleicht sogar älter, als der Eid, (Siehe oben S. 158 - 161 die 44te Bemerkung, über den Eid im Texte der zweiten Kunsturkunde!) und aus einer andern Quelle, als aus JB. und K.., genommen ist, worin sie =318= fehlt. Vielleicht ist sie aus dem, als zweite Hauptquelle, unter dem unbestimmten Titel: "Die allgemeine Correspondenz," angeführten, oder noch aus einem andern, entlehnt. Da der damalige Meister selbst in London gewesen war, und daselbst die Bekanntschaft und Achtung des Großmeisters Athol (siehe oben S. 298!) gehabt hatte, auch wahrscheinlich schon den Vorsatz in London hegte, eine Loge zu stiften: so läßt sich denken, daß dieser Bruder sich in den Besitz vieler seltnen Hülfquellen gesetzt habe. Es giebt in England eine Menge von Maurerbüchern, die in Deutschland noch ganz unbekannt sind.   H.

  Nach dieser Anrede kniet der Candidat mit entblößtem linken Knie nieder, und der hinter dem Stuhle stehende Meister fragt ihn:

  "Sagst Du keinem Menschen, was Du diesen Abend gesehen hast?"

Antw. Keinem andern, als einem bewährt gefundenen Bruder.

Fr. Schreibest Du es auch Niemanden?

Antw. Mit keinem Buchstaben, Zifer oder sonst Etwas.

Fr. Öfnest Du es Niemanden?

Antw. Auf keine Weise.

Fr. Bist Du also getreu und verbleibest es ewiglich?

Antw. Bis an den letzten Hauch meines Lebens.

Fr. Verschwiegen? *)

Antw. Wie ein rechtschaffener Maurer.

  Hierauf wird die aufgeschlagene Bibel von dem älterten Aufseher auf das Kissen gelegt; der jüngere Aufseher setzt den linken Schenkel des Zirkels auf des Candidaten Brust; der Candidat hält diesen Zirkel mit der linken Hand; die rechte legt er auf das in der aufgeschlagenen =319= Bibel befindliche Evangelium Johannis bei der Stelle: "Im Anfange war das Wort;" und spricht den folgenden, vom Meister deutlich vorzulesenden Eid wörtlich nach; wobei ein Fenster aufgemacht wird. (Nun folgt der Eid, wie oben S. 158 ff. mit den ebendaselbst schon bemerkten Abweichungen.)

Coat of Arms

*) Ich finde es sehr zweckmäßig, den Aufzunehmenden erst genau mit dem Inhalte des Eides bekannt zu machen, ehe man ihn schwören läßt. Es ist aber die Frage, ob nicht dieses eindringliche Gespräch allein echt und alt, der Eid aber ein späterer Zusatz, ist. Diese Vermuthung wird durch den in dem Bruchstükke der Lection, welches ich als ältesten Keim der neuenglischen mittheilen werde, enthaltnen Eid bestätigt, der vielmehr ein Gelöbniß der Pflichterfüllung, als bloß der Verschwiegenheit, ist. Gewiß wird Niemand, der in den Geist dieser Liturgie und der Brüderschaft eingedrungen ist, nach diesen Fragen noch einen Eid vermissen. Er ist vollkommen überflüssig. Ich kann mich umso weniger von der Echtheit des Eides überzeugen, weil ein nicht von der Obrigkeit auferlegter Eid immer unchristlich bleibt, und unter guten Menschen eine Beschimpfung ist, da er Mißtrauen voraussetzt. — Ein feierliches Gelöbniß auf die Bibel kann indeß recht wohl statt gefunden haben.   H.

  Der Aufnahmling küßt das besagte heilige Evangelium, steht auf und geht mit dem jüngerern Aufseher in dreimaldrei Schritten rückwärts zu dem Dreiangel zurück. *) Der Meister fragt ihn dann: "Was er nun noch mehr verlange?" und wenn der Lehrling antwortet: "das Licht zu sehen;" so befiehlt der Meister dem jüngern Aufseher: "Laßt ihn das Licht sehen!" Der jüngere Aufseher nimmt ihm die Binde weg, und der Meister sagt, indem er auf die heilige Bibel, Zirkel und Winkelmaaß zeigt: **)

  "Dieß bedeutet ***) die drei großen Lichter in der Freimaurerei!" Sodann auf die kleineren im länglichen Viereck zeigend:

  "Und Dieß bedeutet die drei kleineren Lichter in der Freimaurerei!"

  Hierauf geht er mit dem jüngern Aufseher in dreimaldrei Schritten rückwärts zu dem gemachten Dreiangel zurück, und wäscht ihn mit einem in einen Kübel voll Wasser getauchten Schwamme wieder aus. Sein Freund-Maurer bekleidet ihn wieder vollends; darauf lehrt er ihm sowohl den Tritt, wie er zum Meister gehen solle, als er erklärt ihm noch kurz die Bedeutung der Zierathen und Sinnbilder, =320= soviel einem Neuangehenden davon zu wissen nöthig ist: den 24zolligen Maaßstab, das Schwerdt, den Strick oder die Hanfschnur, die Maurerkelle, den Dreispitzhammer, das Senkblei, den zunehmenden Mond, welcher die Nacht regiert, die drei Lichtstökke, welche die drei kleinen Lichter vorstellen, das breite Lineal, die Arbeit zu messen, das Schurzfell, nebst den gegeneinandergeschrägten weißen Handschuhen. Sodann aus der Lection die 35, 38 - 41, und die 53 - 56te Frage und Antwort.

Coat of Arms

*) Die alte, und echte, Feierrede: "funde merum Genio!" (siehe vorn S. 163 !) fehlt hier in unserer Handschrift.   H.

**) Diese beiden einfachen Erklärungen sind der wichtigste Theil der liturgische Belehrung. Gerade in dieser Kürze, ohne alle weitere Erklärung an diesem Orte, machen sie die Lehre, die ihm hernach in der Lecture ertheilt wird, eindringlicher und bleibender. Der Aufgenommene sollte nur Licht bekommen; daher nennt ihm der Meister bloß die Lichter in der Maurerei, ohne noch weiter Etwas vom Viereck und von den drei großen Pfeilern zu erwähnen.   H.

***) Es ist zwar vorn nicht ausdrücklich erwähnt, daß der Meister diese Worte spreche. Allein der §. III der Handschrift, "von der Lehrlingarbeit in der Loge," welcher so anhebt: "Dasjenige, was bei der Annahme des Lehrlings vergessen oder nicht gesagt worden ist, wird in diesem §. nachgeholt; weshalb solcher bei'm Lehrlingsmachen wohl beobachtet werden muß;" giebt die Lection, nebst mehren Bemerkungen. In diesem §. stehen nun p. 27 die oben S.316 und 317 angeführten Fragen und Gebräuche; woraus man sieht, daß ich obige Stelle hier mit Recht aus ebendiesem §. eingeschaltet habe.   H.

  Worauf der nunmehrige Lehrling von allen anwesenden Brüdern begrüßt, und ihm für sein Wohlverhalten, vom Meister gedankt wird, der ihm das Schurzfell überreicht, (siehe die Lection in der 51ten Frage!) *) und ihn neben sich niedersetzen, auch ihm vom jüngern Aufseher noch das Zeichen, den Griff und das Wort, wie in der 40ten und folg. Fragen der Lection gemeldet ist, lehren läßt.

  Wenn noch einige Zeit bis zur Gasterei übrig ist: so erklärt der Secretär, (nachdem er des Lehrlings Namen und Annahme sowohl in die Liste der Loge, als in das Logenprotocoll, welches der Lehrling eigenhändig unterschreibt, eingetragen hat,) die Geschichte der Freimaurerei bis zum zweiten Buche. Bei der Gasterei wird die Gesundheit des Lehrlings von dem Meister und den andern anwesenden Brüdern mit der größten Freude getrunken. Der Lehrling trinkt aber keine Gesundheit, bis alle Brüder getrunken haben; wonach er erst auf die Gesundheit des allgemeinen Großmeisters (am Rande steht von der Hand des Brs. von Dalberg: "und der hochwürdigsten großen Mutterloge Royale York zur Freundschaft in Berlin") und des Meisters der Loge, hernach zum steten Flor und Aufnahme der Brüder der Loge und der ganzen freimaurerischen Brüderschaft, trinkt, sofort sich zu allen Zeiten in die brüderliche Hülfe, Beistand und Rath empfiehlt; Welches ihm denn auch auf das Willigste zugesichert wird. Der Lehrling stellt alsdann sein Glas von sich, bringt es dreimal wieder zurück, bis er es bei dem dritten Male auf die Tafel setzt; die andern Brüder thun desgleichen in genauer Ordnung; so daß die Feuerung, wie sie es nennen, gut von statten gehe; worauf sie Alle mit dreimaldrei oder neunmal abgesetzter Weise in die Hände klatschen, wie in der Lection und im §. 9 gelehrt wird. =321=

Coat of Arms

*) "Der Candidat giebt dem Meister die Hand, und der Meister und die Brüder umarmen ihn." M.

  Anmerkung. Alles Übrige, was weiter vom Ritual erklärt wird, stimmt ganz mit JB. und K. uberein, und hat weiter nichts Eigentümliches. Die Loge wird zur Erholung berufen. Dann wird auf folgende Art wieder zur Arbeit geschritten. — Der Secretär fragt den Meister: "Ehrwürdiger Meister, befehlen Sie, den Lehrling das erste Mal zu seiner Belehrung arbeiten zu lassen?" Der Meister antwortet: "Wir sind Alle bereit, dem neuen Bruder alles Das mitzutheilen, was er jetzt wissen darf und muß."

  Hierauf versammeln sich die Brüder, wie zuvor; der Lehrling setzt sich abermals zur Rechten des Meisters, und der Meister fragt ihn nun, ohne daß irgend eine Frage oder Antwort übergangen werde, folgendermaßen:

Fr. Bruder! ist Etwas zwischen Dir und mir?

  Hier folgt nun die ganze Lection, wie oben S. 135 bis S. 219; wo ich auch alle Abweichungen der Eßinger Handschrift von dem Texte der zweiten Kunsturkunde bemerkt habe; und auf die Lection folgt Nichts, was nicht schon in JB. und K. enthalten und hier mitgetheilt ware, außer die oben S. 218 schon erwähnten, wahrscheinlich aus Prichard entlehnten, Fragen, welche folgendermaßen lauten:

39. Fr. Wie bläßt der Freimaurer Wind, Bruder?

Antw. Durch Osten und Westen.

40. Fr. Wo steht der ältere Lehrling?

Antw. In Süden.

41. Fr. Was ist seine Verrichtung?

Antw. Unterricht zu hören und zu empfangen, und fremde Brüder Lehrlinge zu bewillkommen.

42. Fr. Wo steht der jüngere Lehrling?

Antw. Er stehet so, daß er die Spötter und Horcher abhalten kann.

43. Fr. Wie wird ein ergriffener Spötter und Horcher bestraft?

Antw. Mit einem Kübel voll Wasser auf seinen Kopf gegossen, daß es von seinen Schultern hinab und in seine Schuhe laufe.

44. Fr. Hast Du einen Schlüssel, Bruder?

Antw. Ja, ehrwürdiger Meister!

45. Fr. Wo hast Du ihn?

Antw. In einer knöchernen Büchse, an einer Taulinie von ungefähr einer Spanne hangend.

46. Fr. Wie verstehst Du das, Bruder? =322=

Antw. Der Schlüssel ist meine Zunge; die knocherne Büchse meine Zahne; und die Taulinie der Gaumen meines Mundes, um die mir anvertrauten Geheimnisse zu bewahren.

47. Fr. Wie alt bist Du, Bruder?

Antw. Unter Sieben.

48. Fr. Wieso, Bruder?

Antw. Ich bin nur noch ein Lehrling.

49. Fr. Wozu ist der Tag?

Antw. Um zu sehen.

50. Fr. Wozu ist die Nacht?

Antw. Um zu hören.

51. Fr. Was ist die Glokke, Bruder?

Antw. Hochzwölfe.

  Hierauf sagt der Meister zu dem jüngern Aufseher: "Rufet die Arbeiter vom Werke zur Erquikkung, und seht hernach, daß Jeder wieder zur rechten Zeit an die Arbeit gestellt werde!" und Dieser stimmt nun den Lehrling-Gesang an, welcher eine freie Übersetzung des oben S. 272 ff. mitgetheilten englischen Lehrlinggesanges ist. Und so weiter, völlig einstimmig mit JB. und K.



Coat of Arms

  Ich schließe den Auszug aus diesem merkwerthen Statutenbuche mit der Angabe der sinnbilderischen Figuren, damit diese mit der oben S. 240 - 243 aus JB. mitgetheilten verglichen werden können.

  "Unsere Regalia und sinnbilderische Figuren" (heißt es in unserer Handschrift S. 5 - 8) "der man sich in der Freimaurerei gebrauchet, sind:

a) Zwo Säulen; die erste und größte ist nach toscanischer Ordnung und heißt Jachin, oder stark, und die zwote, oder kleinere, ist nach korinthischer Ordnung, und heißt Boaz, oder zum Bund mit dem Herrn.

b) Die heilige Bibel offen, als ein Sinnbild unserer Rechtschaffenheit und Fleißes im Arbeiten.

c) Der Zirkel und das Winkelmaaß, jener als ein Sinnbild unserer allezeit richtig abgemessen sein sollenden Handlungen, und das Winkelmaaß, um uns stets unseres Eides und Verbindung zu erinnern. Dieß sind auch des Meisters Zeichen oder Kleinode, die er an einem grünen Bande rund um den Hals herunter sowohl bei offner Loge, als bei andern feierlichen Versammlungen, trägt.

d) Das Richtbretchen mit der Bleikugel, als ein Zeichen des ältern Aufsehers. =323=

e) Der vierundzwanzigzollige Maaßstab, als ein Sinnbild der richtig abgemessenen Arbeit währendes ganzen Tages.

f) Der Schlüssel, als ein Zeichen des Schatzmeisters, oder Schaffners.

g) Das Schwerdt, um es dem Lehrling auf die bloße linke Brust zu setzen.

h) Der Strick, oder die hänfene Schnur, um des Lehrlings Hals.

i) Eine Maurerkelle, von großem Gebrauch bei der Freimaurererei.

k) Ein runder Klüpel von Holz, als ein gebrauchtes Werkzeug bei Erbauung des Tempels Salomon's, als des ersten großen Werkes der Freimaurerei.

l) Das Waagbretlein, sammt Zirkel und Schnurbretlein; ist des jüngern Aufsehers Zeichen, um die Ebne abzumessen.

m) Der Dreispitzhammer, um die überflüssigen Stükke abzuschlagen.

n) Zwo kreuzweis schräg übereinandergelegte Federn; des Secretärs Zeichen.

o) Eine Todenlade, mit weiß aufgezeichneten Todenkopfe, und unten ein Herz mit Achselbeinen, — den Hiram Abiff vorstellend, als ersten Großmeister, welcher von den drei Gesellen ermordet Worden ist.

p) Das Senkelblei mit einer Schnur, die Lebensordnung vorstellend.

q) Die aufgehende Sonne im Orient, als ein Sinnbild des in Osten stehenden Meisters, um auf die Arbeit achtzugeben.

r) Die sieben Sterne, als ein astronomisches, auf Metall gestochenes und von den Brüdermaurern oft getragnes Sinnbild.

s) Der zunehmende Mond, welcher die Nacht regiert.

t) Drei Lichtstökke mit Wachs- oder andern Kerzen, in der Form eines Dreiangels so gestellt, daß einer gegen des Meisters Stuhl, und zwo gegen die Thür, zu stehen kommen.

u) Zwo kleinere Säulen, als die vorerwähnten, (oben unter a,) jedoch ohne Kugel, und die eine nach zusammengesetzter oder römischer Ordnung, die andere aber nach ionischer Ordnung; jene ist für den ältern Aufseher, =324= diese aber für den jüngern; also gegen Süden und Westen.

w) Zwo schwarze Ruthen, oder Stäbe, gegen Süden und Westen. Es sind dieß die Zeichen der vorigen Aufseher.

x) Die drei Staffeln und der Boden, oder das gewürfelte (musivische) Estrich.

y) Der Eingang zur Pforte des Tempels Salomon's.

z) Zwo Kugeln (eine Welt- und eine Himmels-Kugel), oben auf die großen Säulen (oben a) !), als das Zeichen oder Sinnbild des großen Werkes der Erschaffung der Welten und Himmel.

aa) Ein bei den Freimaurern gebräuchliches Lineal, oder Formular, um einen Dreiangel zu machen.

bb) Der breite Maaßstab oder Lineal, die Arbeit zu messen.

cc) Die drei in der Maurerei gebräuchlichen Leitsaffeln.

dd) Die Zelte des Hiram.

ee) Das ausgebreitete und mit grünen Bändern gefaßte weiße Fell, und die gegeneinandergeschrägten weißen Handschuhe, als das Sinnbild der Unschuld.

ff) Das Auge der Vorsehung, als des größten Groß- und Baumeisters, und obersten Aufsehers über alle Werke der ganzen Welt; und die Freimaurerei stellt solchen unter einem so unmittelbaren Einflüsse vor."



Ende der ersten Abtheilung des ersten Bandes.


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