Abschrift

des Karl Christian Friedrich Krause's Buches

Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbrüderschaft

zusammengestellt, überarbeitet und ins Englische übersetzt

aus Google Books

von Bruder Vincent Lombardo

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Zweite Kunsturkunde

Hauptinhalt des ältesten Lehrfragstükkes der Freimaurerei.

    Die Freimaurerei ist ein Geheimniß (1,2, 3) wozu die Brüder und Mitglieder (4, 18, 24, 28) in gesetzlicher Form, welche durch die ganze Handlung der Aufnahme ausgesprochen wird, aufnehmen nur freigeborne Männer (5) von gutem Rufe, (13) welche zuerst im Herzen (6 und das Gebet vor der Aufnahme) vorbereitet sind, und sich den Gebräuchen der Aufnahme vertraunvoll unterziehen. (8 - 32.)

    Die Freimaurerbrüderschaft nimmt in jedem Bruder nur den Menschen, (8) entkleidet von allem Eigentümlichen des Volkes, (Gebet, 92) der Geburt, des Standes und des Geschäftes, (8) in sich auf. Die geheime Kunst, (im Eide ausdrücklich so genannt) welche die Brüderschaft übt, soll sorgfältig verschwiegen werden, (2, Eid, 15, 30 - 33, 57, 58, 65, 42 - 46, 75) weil die Welt, =132= das ist, die Mehrzahl der Menschen, und der menschlichen Gesellschaften und Verhältnisse, dazu noch nicht reif ist, ("Verderben in der Welt durch die Lust" und 59) und die zu jener Kunst vorausgesetzten lichtvollen Erkenntnisse noch nicht tragen kann. Diese Kunst ist friedlich und schuldlos. (Im Gebete heißt es: "Laß Gnade und Friede" usw., 51, 60.) Der Maurerbruder liebt und unterstützt alle Menschen aus reiner Menschenliebe, (Gebet, 38) besonders aber die Brüder, (38) auch arme und geldlose Brüder, (56, 61,) nach den besten Kräften.

    Damit nun ein Freigeborner aufgenommen werden konne, dazu wird erfordert, daß er sich selbthätig in seinem eignen Gemüthe vorbereite, (6, 30, 63, 64) daß er seinen aufrichtigen Wunsch, zum Maurer aufgenommen zu werden, der Loge durch einen Freund, der Mitglied derselben ist, zu erkennen gebe, (64) und dann diesen Wunsch der versammelten Loge, wohin ihn sein Freund einführt, (8) wiederholt vortrage. (12, 24 - 28.)

    Soll er dann von den wesenlichen Beamten (18, 19) einer gesetzmäßigen Loge in Gegenwart der Brüder, und mit Hülfe der Letzteren, (35) zum lichtvollen Schauen des Geheimnisses der Brüderschaft geleitet werden: so wird ihm Dasselbe zuerst gottinnig (religiös) angedeutet, (im Gebete und er sodann gefragt, ob er sein Vertrauen auf Gott setze? (20, 21) worauf sich alle Brüder selbst augenscheinlich überzeugen müssen, daß er gesetzmäßig und vollständig zur Aufnahme vorbereitet sei (22, 23, 66). Hierauf meldet er sich, so, daß es sämmtliche Brüder sehen und hören, bei den drei wesenlichen Beamten der Loge zur Aufnahme (24 - 28.). Dann muß er auf seine Frömmigkeit und auf sein Gewissen feierlich geloben, das ihm mitzutheilende Geheimniß, die geheime Kunst der Brüderschaft, vor allen nicht gesetzlich Aufgenommenen zu verheimlichen. (32.)

    Nun eröfnen ihm der Meister der Loge und die übrigen Brüder, (35) auf sein nochmaliges Verlangen, (33) das Wesenliche der geheimen Kunst, welche bisjetzt nur in der Freimaurerbrüderschaft geübt wird, (36 - 39) aber eigenlich von allen Menschen verstanden und geübt werden sollte, (Gebet, 9) und einst von allen Menschen verstanden und geübt werden wird. (Ebendaselbst, 92.) Die Wesenheit dieser Kunst besteht in der einklangigen (harmonischen) Vereinigung eines wahren, vernunftgemäßen (s. das Gebet) Glaubens an Gott, mit innerer sittlicher Vollendung und mit gerechter und liebevoller Geselligkeit. (36 - 38, =133= und die Anführung der Stelle ans dem 2ten Briefe Petri I, 5 - 7.) Die Freimaurerei vereint alle ihre Mitglieder, — und alle Menschen sollen einst Mitglieder sein, (Gebet 19 und 92) — wie Einen Menschen, (im Gebete steht: "Alle vereinigt wie Einer") zu reiner, und zugleich gottinniger (religiöser) sittlicher Würde und zu vereinklangiger (harmonischer) Vollendung der ganzen Wesenheit des einselnen Menschen (36 - 38) und der Menschheit. (Im Gebete: "Alle vereinigt wie Einer;" in 38: "in gehörigen Grenzen mit allen Menschen verbunden;" und 92.)

    Die Freimaurer, welche schon jetzt nicht Alle arbeitende Maurer und Baukünstler sind, (55) haben also, außer der Baukunst, und den zu ihr nöthigen Wissenschaften und Künsten, noch eine allen ihren Mitbrüdern, ja allen Menschen, (Gebet 19 und 92) eigenthümliche und wesenliche Kunst inne, welche dem ganzen Menschen und der ganzen Menschheit wesenlich ist. Diese zu versinnbilden, werden Gegenstände der Baukunst als Lehrzeichen (Symbole) und Lehrgebräuche angewandt. (55.)

    Die Ausübung dieser unschuldigen und ehrwürdigen (51) Kunst, welche eine geistige, des inneren Lebens, (eine moralische,) im Gegensatz der leiblich - ausübenden (physischen) Baukunst, genannt wird, und, ihrem vollständigen und klar entfalteten, hier nur in einselnen Grunddingen (Elementen) gegebnen und angedeuteten, Urbegriffe (Idee) nach, die Kunst der Menschlichkeit und Menschheit, oder des ganzen, ungetheilten Menschheitlebens, ist, soll der Neuaufgenommene sogleich selbst antreten; er soll zuförderst sich selbst bearbeiten, von allem Überflüssigen, das ist von allem Unmenschlichen, Menschheitwidrigen und Ungesetzmäßigen, reinigen, sich dahin ausbilden, daß er vollkommen menschheitwürdig, gesetzmäßig, gerecht und liebevoll gegen alle Menschen denke und handle, und seine Zeit gleichförmig unter alle seine Pflichten und Berufgeschäfte austheile. (52 - 56.)

    Eine Gesellschaft so vieler, die geheime Kunst gemeinschaftlich ausübender, Brüder Maurer, als erforderlich sind, das Wesenliche der Freimaurerei allseitig und gleichförmig gesellig darzustellen, heißt eine Loge (Halle, Theilmasonei. *)) Drei sind hierzu die geringste wesenliche Anzahl; (68) doch können es unbestimmt Mehre **) sein; (68 - 86) aber =134= an sich ist auf Erden nur Eine, allgemeine Loge (92) (auch ist überhaupt, wo in dieser Urkunde von der Freimaurerei im Allgemeinen geredet wird, nur Eine Loge erwähnt) der ganzen Menschheit.

Coat of Arms

*) Siehe das Sachverzeichniß unter: Mason und Masonei!

**) Nach andern Urkunden ursprünglich nicht mehre, als sechzig. S. das Sachverzeichniß unter: Schnur!


    Die in eine Loge vereinten Freimaurerbrüder ehren und lieben Gott als den Schöpfer und Regierer der Welt, (Gebet; 20, 21, 38, vorzüglich 70) und als Urheber und Erzieher des Menschen (70) und der Menschheit, als seines, ihm ähnlichen, vollwesenlichen (vollkommensten) Werkes. Sie ehren ferner den menschlichen Leib als ein vollkommnes und schönes Werk Gottes, und als das äußere Band der Brüder; (im Gebet: "daß er [der Mensch] wie ein Tempel sei;" 70 und 72 - 75) sie achten die freien Künste und Wissenschaften (76 - 84) und die Geschichte. (71,82, 85,86.)

    Die Freimaurerei, das ist die Kunst, welche die Freimaurerbrüder üben, ist allgemein, (Gebet, und 92) und die Arbeiten der Einen Loge auf Erden sollen in Weisheit, Stärke und Schönheit fortgeführt werden; (95 - 104) ihre gesellige Verfassung soll frei, auf Liebe, Gerechtigkeit und auf die gemeinsame Einsicht des Guten und Menschlichen gegründet, und, sowie alle Werke der Maurer, auf Weisheit, Stärke und Schönheit gestützt werden. (95 - 104.) Die Einer Loge gehörenden Freimaurerbrüder üben ihre Kunst in geselligem, stetem Fleiße zu allen Jahrzeiten unter jedem Himmelstriche; (105 - 106) ihre Kunst hat sich mit dem Menschengeschlechte, und mit der Frohkunde (Evangelium) Jesu vom Reiche Gottes, (93, 94) von Osten nach Westen verbreitet, und soll sich auch in Zukunft, mit Gottes Hülfe, (Gebet, und 20, 21) ebenso im Geiste der Menschheit und ihrer Ausbildung, weiter verbreiten, (106) bis sie einst auf Erden wirklich allgemein sein wird. (Siehe das Gebet!) Diese Hoffnung wird am stärksten dadurch ausgedrückt, daß nur Eine Loge erwähnt, und Das, was erst nach vielen Jahrhunderten werden kann, und bisjetzt in Bezug auf die ganze Menschheit dieser Erde, und nach seiner ganzen Wesenheit, nur erst urwesenlich und ewig, das ist, als Urbegriff und als Urbild (als Idee und als Ideal), da ist, schon als in der Zeit wirklich angenommen wird, indem es (in der 92ten Antwort) heißt: die Loge ist *) allgemein.

Coat of Arms

*) Es ist jedoch nicht unmöglich, daß dieses "ist" auch das urwesenliche, ewige und zeitliche Sein zugleich umfasse.



=135=

===

Urtext der zweiten Kunsturkunde



The

Entered Apprentice's 1)

Lecture a) b) c)

1. Master - Brother, is there any Thing between you and I? *) 2)

   Ans. - There is, Worshipful. **) 3)

2. Mas. - What is it, Brother? ***)

   Ans. - A Secret. 4)

3. Mas. - What is that Secret, Brother?

   Ans. - Masonry, 5)

4. Mas. - Then I presume, yon are a Mason?

   Ans. - I am so taken and accepted amongst Brothers and Fellows. 6)

5. Mas. - Pray, what Sort of Man ought a Mason to be? (*)

   Ans. - A Man that is born of a Free Woman. 7)


 

Des

angetretenen Lehrlings 1) Lehrstück

(Lection) a) b) c)

1. Meister - Bruder, ist (hier) Etwas zwischen Euch und mir? 2)

   Antwort - Ja, Ehrwürdiger. 3)

2. M. - Was ist es, Bruder?

   A. - Ein Geheimniß. 4)

3. M. - Was ist dieß Geheimniß, Bruder?

   A. - Maurerei. 5)

4. M. - Also seid Ihr, wie ich vermuthe, ein Maurer?

   A. - Dazu bin ich unter Brüdern und Genossen 6) auf- und angenommen worden.

5. M. - Ich bitte, was für ein Mann muß ein Maurer sein?


   A. - Ein Mann, von einem freien Weibe geboren. 7)

a) In JB. steht hier folgende Anmerkung unter dem Texte: "The Reader is desired to observe, that here I give the Whole of the Lectures, as delivered in the primitive Time; but the modern Masons leave out at least one Half." "Der Leser wird zu bemerken gebeten, daß ich hier das Ganze der Lectionen gebe, so wie es in der ursprünglichen Zeit (durch Hersagen) überliefert wurde; aber die modernen Maurer lassen davon wenigstens die Hälfte weg." Diese Anmerkung muß man wohl bedenken, um das alte Lehrfragstück, sowie es hier mitgetheilt wird, gehörig zu würdigen, und darin das Alte vom Neuen zu scheiden. Modern Masons heißen hier die Maurer, die zudem, im Jahr 1717 entstandnen, englischen Großmeisterthume in London gehören, welches nach und nach das alte Gebrauchthum (Ritual), das man dem nachherigen sogenannten Lehrlinggrade zutheilte, verließ, oder dasselbe wenigstens durch Weglaß, Zusatz und Umordnung unkenntlich machte, besonders dadurch, daß man mehre wesenliche Lehrzeichen (Symbole) und Gebräuche daraus wegnahm, und in den sogenannten zweiten und dritten Grad verlegte, welche man, in Folge einer unverständigen Nachahmung der damals ausgebildeten städtischen, der alten Masonei geschichtlich geradezu entgegengesetzten, Zunftmaurerei, den Gesellen- und Meistergrad nannte; (vergl. meine früheren Bemerkungen hierüber auf S. 116 ff.) wie das neue Gebrauchthum, wonach dieß Großmeisterthum bis zum J. 1813 arbeitete, dessen neuste Gestalt Browne's Master - Key enthält, deutlich zeigt, auch Preston und Lawrie ausdrücklich bestätigen. Die in Ansehung der echten, jetzt im sogenannten Lehrlinggrade vollständig enthaltenen, überlieferten Freimaurerei völlig fremdartigen und unechten Rituale des sogenannten Gesellen- und Meistergrade, welche ebendaher, mit Ausnahme Dessen, was man aus dem Lehrlinggrade in dieselben verpflanzt hat, ganz außerhalb des Kreises dieser Schrift liegen, haben alle einselne Zweige (Systeme) der Brüderschaft, in und außer England, mit wenigen unwesenlichen Abänderungen gemeinsam. — Das Lehrlingritual der neuenglischen Großloge zu London habe ich in der zweiten Abtheilung des ersten Bandes dieser Schrift nun vollständig, und so, wie die zweite Kunsturkunde, bearbeitet, aufgestellt. Dasselbe ist in seiner zweiten Gestalt, welche Prichard (s. das Sachverzeichniß!) enthüllte, mit dem Systeme und den Grundgesetzen dieser Großloge am allgemeinsten verbreitet, mit Ausnahme der Logen, die in oder außer England dem Systeme der alten Maurer (old Masons, s. das Sachverzeichniß!) folgen, welche, mit verschiedenen unbedeutenderen Abänderungen und Zusätzen im Einselnen, nach dieser zweiten Kunsturkunde arbeiten.   H.

b) In K. findet sich S. 68 folgende, hieher gehörige Anmerkung: "The Master always sits in the East, or stands with the Bible before him; and if it is the Apprentice's Lecture, he opens it about the second Epistle of Peter, with the Compasses laid thereon, etc."   "Der Meister sitzt oder steht allezeit in Osten, die Bibel vor ihm; und bei der Lehrlinglection schlägt er die Bibel auf bei dem zweiten Briefe Petri, und legt den Zirkel darauf usw." Dieß bezieht sich, wie gezeigt werden wird, auf die im folgenden Gebete angezogene, das Wesen der Maurerei aussprechende, Hauptstelle jenes Briefes.   H.

c) Hieher gehört auch die Note, welche sich in JB. S. 8. unter'm Texte findet: "It is here to be unterstood, that in different Lodges this Speech varies; as also do the Forms of Making in some Respects, which may bo seen in the Entered Apprentice's Lecture; where the only proper and ancient Method is clearly pointed out."   "Man muß hier wohl bemerken, daß diese Anrede" (eines Bruders an den Aufnahmling [Candidaten], ehe er zum Eide niederkniet,) "in verschiedenen Logen verschieden ist; so auch die Gebräuche der Aufnahme in einigen Rücksichten, wie man in des aufgenommenen Lehrlings Lection sehen kann, wo die einzig richtige und alte Methode deutlich und pünktlich angezeigt ist."   H.

*) and I, JB. ; and me, K.

**) Worshipful, K.; Right Worshipful, JB.

***) Brother? K.; Brother, pray? JB.

(*) So hat JB.; Pray what manner of Man ought a Mason Man to be? K.



6. Mas. - Where was you first prepared to be made a Mason?

   Ans. - In my Heart. 8)

7. Mas. - Where was you next prepared? =139=

   Ans. - In a Room adjoining to the Lodge, 9)

8. Mas. - How was you prepared, Brother?

   Ans. - I was neither naked nor cloathed; barefoot nor shod, deprived of all Metal; hood-winked, with a Cable Tow about my Neck, 10) where I was led to the Door of the Lodge, in a halting moving 11) Posture, by the Hand of a Friend, whom I afterwards found to be a Brother. 12)


9. Mas. - How did *) you know it to be a Door, you being blinded?


   Ans. - By finding a Stoppage, and afterwards an Entrance **) or Admittance.

10. Mas. - How got you Admittance?

   Ans. - By three distinct1 13) Knocks. ***) =141=


 

6. M. - Wo wurdet Ihr zuerst vorbereitet, um zum Maurer gemacht zu werden?

   A. - In meinem Herzen. 8)

7. M. - Wo wurdet Ihr dann zunächst vorbereitet?

   A. - In einem Zimmer nahe an der Loge. 9)

8. M. - Wie wurdet Ihr vorbereitet, Bruder?

   A. - Ich war weder nakkend, noch bekleidet, weder barfuß noch beschuhet; alles Metalls beraubt; mit verbundenen Augen; mit einem Strick um den Nakken, 10) woran ich zur Thüre der Loge geleitet wurde, in einer haltend-beweglichen 11) Stellung; an der Hand eines Freundes, den ich in der Folge für einen Bruder 12) erkannte.

9. M. - Wie konntet Ihr wissen, daß es eine Thüre war, da Euch die Augen verbunden waren?

   A. - Weil ich ein Hinderniß, und hernach Zutritt, oder Einlaß, (Zulaß,) fand.


10. M. - Wie erlangtet Ihr Einlaß?

   A. - Durch drei deutliche 13) Schläge.


*) did K.; do, JB.     **) Entrance, JB.; Enterance, K.

***) by three distinct Knocks, K.; by three Knocks, JB.



11. Mas. - What was said to you within?

   Ans. - Who comes there?

12. Mas. - Your Answer, Brother?

   Ans. - One who begs to have and receive Part of the Benefit 14) of this Right Worshipful Lodge, dedicated to St. John, 15) as many =142= Brothers and Fellows have done before me.

13. Mas. - How do *) you expect to obtain it?

   Ans. - By being free born, and well reported.


14. Mas. - What was said to you then?

   Ans. - Enter.

15. Mas. - How did you enter, and upon 16) what?

   Ans. - Upon the Point of a Sword 17) or Spear, or some warlike Instrument, presented to my naked Left Breast.


 

11. M. - Was wurde Euch von innen gesagt?

   A. - Wer kommt da?

12. M. - Und Ihr antwortetet, Bruder?

   A. - Einer, der Theil zu haben und zu erhalten bittet an der Wohlthat 14) dieser sehr ehrwürdigen, dem heiligen Johannes 15) gewidmeten Loge; wie viele Brüder und Genossen vor mir gethan haben.

13. M. - Wie (wodurch) hoffet Ihr Dieß zu erlangen?

   A. - Dadurch, daß ich frei geboren bin, und einen guten Ruf habe.

14. M. - Was wurde hierauf zu Euch gesagt?

   A. - Tretet herein!

15. M. - Wie tratet Ihr herein, und woran? 16)

   A. - An der Spitze eines Schwerdts, 17) oder Speers, oder sonst eines kriegerischen Werkzeuges (Instrumentes), das man auf meine entblößte linke Brust setzte.


*) Vielleicht ist zu lesen: did, wo nicht etwa absichtlich die Nunzeit do deßhalb gesetzt ist, weil diese Wohlthat nur nach und nach erlangt werden kann, und während der ganzen Lebzeit.



16. Mas. - What was said to you then? =143=

   Ans. - I was asked if I felt any thing.

17. Mas. - What was your Answer?

   Ans. - I did, but I could see nothing. 18)

18. Mas. - You have told me how you was received, pray who received you?

   Ans. - The Junior Warden. 19)

19. Mas. - How did he dispose of you?

   Ans. - He delivered me to the Master, who ordered me to kneel down and receive the Benefit 20) of a Prayer.


    Brethren, let *) us pray ! 21)

    O Lord God, thou great =144= und universal Mason of the World, and first Builder of Man. 22) as it were a Temple; 23) be with us, o Lord, as thou hast promised, when two or three are gathered together in thy Name, thou wilt be in the Midst of them: 24) Be with us, o Lord, and bless all our Undertakings, 25) and grant that this our Friend 26) may become a faithful 27) Brother. Let Grace and Peace be multiplied unto him, through the Knowledge of our Lord Jesus Christ: And grant, o Lord, as he putteth forth his Hand to thy Holy Word, that he may also put forth his Hand to serve a Brother, [but not to hurt himself or his Family 28)]; that whereby may be given to us great and precious Promises, that by this we may be Partakers of Thy Divine Nature, 29) *) having escaped the Corruption that is in the World through Lust. 30) =149=



    O lord, add to our Faith Virtue, and to Virtue Knowledge, and to Knowledge Temperance, and to Temperance Prudence, and to Prudence Patience, and to Patience Godliness, and to Godliness Brotherly Love, and to Brotherly Love Charity; 31) and grant, o Lord, that Masonry may be blest throughout 32) the World, and thy Peace 33) be upon us, o Lord: and grant that we may be all united as one, 34) through our Lord Jesus Christ, who liveth and reigneth for ever and ever, Amen. 35)


 

16. M. - Was wurde hierauf zu Euch gesagt?

   A. - Ich wurde gefragt, ob ich Etwas fühle?

17. M. - Was war Eure Antwort?

   A. - Ich fühle wohl Etwas, könne aber Nichts sehen. 18)

18. M. - Ihr habt mir erzählt, wie Ihr empfangen wurdet: sagt mir, Wer empfing Euch?

   A. - Der jüngere Aufseher (Pfleger). 19)

19. M. - Was nahm er mit Euch vor?

   A. - Er übergab mich dem Meister, der mir hieß, niederzuknien und die Wohlthat 20) eines Gebetes zu empfangen.

    Brüder, laßt uns beten! 21)

    O Herr Gott, du großer und allgemeiner Mason (Baumeister) der Welt, du erster Bildner des Menschen, 22) daß er wie ein Tempel 23) sei; sei mit uns, o Herr, wie du versprochen hast, wenn Zwei oder Drei in deinem Namen versammelt sind, so wollest du mitten unter ihnen sein. 24) Sei mit uns, o Herr, und segne alle unsere Unternehmungen, 25) und verleihe, daß dieser unser Freund 26) ein treuer 27) Bruder werden möge! Laß Gnade und Friede an ihm vervielfältiger sein, durch die Erkenntniß unseres Herrn Jesus Christus: und verleihe, o Herr, daß, sowie er die Hand ausstreckt nach deinem heiligen Worte, er sie auch ausstrekken möge, um einem Bruder zu dienen, [wenn es nicht ihm selbst oder seiner Familie verderblich ist; 28)] damit wir,vermöge der großen und werthvollen (theuren) Verheißungen, die du uns gemacht hast, Theilhaber deiner göttlichen Wesenheit 29) werden, wann wir der Verderbniß entgangen sind, die durch die Lust 30) in die Welt gekommen ist.

    O Herr Gott, gib zu unserem Glaub Tugend, zur Tugend Erkenntniß, zur Erkenntniß Mäßigung, zur Mäßigung Klugheit, zur Klugheit Geduld, zur Geduld Frömmigkeit, zur Frömmigkeit Bruderliebe, and zur Bruderliebe allgemeine Liebe; 31) und verleihe, o Herr, daß Maurerei gesegnet sei dusch alle Welt 32) und dein Friede 33)über uns sei, o Herr; und verleihe, daß wir Alle vereint sein (vereinleben) mögen wie Einer, 34)durch unsern Herrn Jesus Christus; der da lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 35)


*) us JB.; let Pray, K.     *) having, Jß. ; and having, K.



20. Mas. - After you had received this Prayer (*) what was said to you?

   Ans. - I was asked who I put my Trust in?

21. Mas. - Your Answer, Brother?

   Ans. - In God. 36) =152=

22. Mas. - What was the next Thing said to you?

   Ans. - I was taken by the Right Hand, and a Brother (*) said, Rise up, and follow your Leader, and fear no Danger. 37)

23. Mas. - Atter all this, how was you disposed of?


   Ans. - I was led Three Times round the Lodge. 38)

24. Mas. - Where did yon meet with the first Opposition?

   Ans. - At the Back of the Junior Warden in the South, where I gave the same three Knocks as at the Door.


25. Mas. - What Answer did he give you?

   Ans. - He said, Who comes there?

26. Mas. - Your Answer?

   Ans. - The same as at the Door, One who begs to have and receive Part of the Benefit of this Right Worshipful Lodge, dedicated to St. John, as many Brothers and Fellows have done before me.


27. Mas. - Where did you meet with the second Opposition?

   Ans. - At the Back of the Senior Warden in the West, where I made the same Repetition as at the Door. He said, Who comes there? One who begs to have and receive Part of the Benefit of this Right Worshipful Lodge, dedicated to St. John, as many Brothers and Fellows have done before me.

28. Mas. - Where did you meet with the third Opposition?

   Ans. - At the Back of the Master in the East, 39) where I made the Repetition as before. 40)

29. Mas. - What did the Master do with you?

   Ans. - He ordered me back to the Senior Warden in the West to receive Instructions.


30. Mas. - What were *) the Instructions he gave you?


   Ans. - He taught me to take one Step upon the first Step **) of a right Angle oblong Square 41) with my Left Knee bare bent, my Body upright, my Right Foot forming a Square, my naked Right Hand upon the Holy Bible, with the Square and Compaß thereon, my Left Hand supporting the same; 42) where I took that solemn Obligation [or Oath *)] of a Mason. 43) =157=


 

20. M. - Nachdem Ihr dieß Gebet empfangen hattet, was wurde dann zu Euch gesagt?

   A. - Ich wurde gefragt, auf Wen ich mein Vertrauen setze.

21. M. - Und Ihr antwortetet, Bruder?

   A. - In Gott. 36)

22. M. - Was wurde zunächst zu Euch gesagt?

   A. - Ich wurde bei der rechten Hand genommen, und ein Bruder sagte: Steht auf, und folgt Eurem Führer, und fürchtet keine Gefahr! 37)

23. M. - Was wurde nach diesem Allen mit Euch vorgenommen?

   A. - Ich wurde dreimal rund um die Loge geführt. 38)

24. M. - Wo traft Ihr auf den ersten Widerstand?


   A. - An dem Rükken des jungem Aufsehers (Pflegers) in Süden, woran ich ebenso mit drei Schlägen anklopfte, als an die Thüre.

25. M. - Welche Antwort gab er Euch?

   A. - Er sagte: Wer kommt da?

26. M. - Eure Antwort?

   A. - Dieselbe, wie an der Thüre: Einer, der Theil zu haben und zu erhalten bittet an der Wohlthat dieser sehr ehrwürdigen, dem heiligen Johannes gewidmeten Loge; wie viele Brüder und Genossen vor mir gethan haben.

27. M. - Wo traft Ihr auf den zweiten Widerstand?


   A. - An dem Rükken des älteren Aufsehers in Westen, wo ich Dasselbe, wie an der Thüre, wiederholte. Er sagte: Wer kommt da? Einer, der Theil zu haben und zu erhalten bittet an der Wohlthat dieser sehr ehrwürdigen, dem heiligen Johannes gewidmeten Loge; wie viele Brüder und Genossen vor mir gethan haben.

28. M. - Wo traft Ihr auf den dritten Widerstand?


   A. - An dem Rükken des Meisters in Osten, 39) wo ich Dasselbe wiederholte, was zuvor. 40)

29. M. - Was machte der Meister mit Euch?


   A. - Er schickte mich zuruck zum altern Aufseher in Westen, um Unterweisungen zu empfangen.

30. M. - Welches waren die Unterweisungen, die er Euch gab?

   A. - Er ließ mich einen Schritt auf die erste Stufe eines rechtwinkligen länglichen Vierekkes thun, 41) das linke Knie bloß und gebogen, meinen Leib aufrecht, indem mein rechter Fuß einen rechten Winkel bildete, meine entblößte rechte Hand auf der heiligen Bibel ruhte, worauf das Winkelmaaß und der Zirkel lagen, und meine linke Hand dieselbe unterstützte; 42) wo ich dann die feierliche Verpflichtung [oder den Eid *)] des Maurers ablegte. 43)


(*) So hat K.; After this Prayer, JB.        (*) a Brother, JB.; he, K.

*) were, JB.; was, K.

**) Die Worte: upon the first step, — vielleicht das Ganze: take one Step upon the first Step of, sind wahrscheinlich ein neuerer Zusatz aus der jüngeren Zeit, in welcher man, der Wesenheit der Masonei zuwider, in diese den derselben fremdartigen und widerstrebenden Begriff: Grade, gebracht, und die drei angeblichen Grade des Lehrlinges, Gesellen und Meisters eingeführt hatte. (Siehe vorhin S. 116). — Vielleicht hieß es: to stand upon a right Angle oblong Square, er hieß mir, mich auf ein rechtwinkeliges längliches Viereck zu stellen.

*) Die Worte: or Oath, sehen ganz wie ein späterer Zusatz aus; denn Niemand wird sie vermissen. Wenn dagegen diese Worte echt dagestanden hätten, so wäre kein Grund abzusehen, warum das Wort: Obligation, davor gesetzt worden wäre. Die in den Anmerkungen hier unten bemerkten Gründe geben ohnehin diese Worte als unecht zu erkennen.



31. Mas. - Brother, can yon Repeat that Obligation? =158=

   Ans. - I will do my Endeavour, with your Assistance, Worshipful.

32. Mas. - Stand up, and begin.

   Ans. - I — A. B. *) of my own Free Will and Accord, and in the Presence of Almighty God, **) and this Right Worshipful Lodge, dedicated to St. John, do hereby and hereon ***) most solemnly and sincerely swear, 44) that I will always hale, (*) conceal, and never will reveal (**) any of the secret Mysteries (*) 45) of Free Masonry, that shall be delivered to me now, or at any (**) Time hereafter, except it be to a true and lawful Brother, or in =162= a just and lawful Lodge of Brothers and Fellows, him or them whom I shall find to be such, after just Trial and due Examination.


 

31. M. - Könnt Ihr mir diese Verpflichtung hersagen?


   A. - Ich will es mit Eurer Hülfe versuchen, Ehrwürdiger.


32. M. - . Steht auf und beginnt!

   A. - Ich, A. B., nach meinem eignen freien Willen und Einstimmung, und in Gegenwart des allmächtigen Gottes **) und dieser sehr ehrwürdigen, dem heiligen Johannes gewidmeten Loge, schwöre 44) hierdurch und hiermit feierlich und aufrichtig, daß ich in alle Wege hehlen, verbergen und nimmer entdekken will irgend Eine von den geheimen Mysterien 45) der Freimaurerei, welche mir jetzt oder irgend einmal in Zukunft anvertraut warden mag, ausgenommen an einen treuen und gesetzmäßigen Bruder, oder in einer gerechten und gesetzmäßigen Loge von Brüdern und Kunstgenossen, den oder die ich als solche befinde, nach gehöriger Prüfung und Ausforschung.


*) I — A. B., JB.;   I. W … … V … …;, K.

**) The Form of the Oath differs in many Lodges, tho' this is the strictest in Use; and in some Societies, instead of saying, "in the Presence of Almighty God," it runs thus: "I promise before the Great Architecte of the Universe," etc. Anmerkung in JB. p. 9. (Das ist: Die Form des Eides ist in vielen Logen verschieden; doch ist dieses die strengste unter allen gebräuchlichen; und in einigen Gesellschaften sagt man, anstatt: "in Gegenwart des allmächtigen Gottes," wie folgt: "ich verspreche vor dem großen Baumeister des Weltall" usw.)

***) hereon, K.; herein, JB.

(*) hale, JB.; hail, K.;        (**) will reveal, K.; reveal, JB.

(*) the secret Mysteries, K.; Secrets of Mysteries , JB.        (**) or at any, JB.; or any, K.



I furthermore do swear, that I will not write it, print it, cut it, paint it, or stint *) mark it, stain 46) **) or engrave it, or cause it so to be ***) done, upon any thing moveable or immoveable, under the Canopy of Heaven, whereby it may become legible or intelligible, or the least Appearance of the Character of a Letter, whereby the secret Art may be unlawfully obtained. All this I swear, with a strong and steady Resolution to perform the same, without any Hesitation, mental Reservation, or Self-Evasion of Mind in me whatsoever; under no less Penalty than to have my Throat cut across, my Tongue torn out by the Root, and that to ****) be buried in the Sands of the Sea, at Low - Water Mark, a Cable's Length from the Shore, where the Tide ebbs and flows twice in twenty-four Hours. So help me God, and keep =163= me steadfast in this my Entered Apprentice's Obligation.

[He kisses the Book.]


    Funde merum Genio! *) 47)

    N. B. After **) this Obligation =164= they drink a Toast to the Heart that conceals, and to the Tongue that never reveals. The Master in the Chair gives it, and they all say Ditto, and they (*) draw the Glasses across their Throats, as aforesaid. (viz. p. 4. in K. and p. 10. in JB.)


 

Weiter schwöre ich, daß ich dasselbe nicht schreiben, drukken, schneiden, mahlen, färben 46) oder stechen will, noch Ursache sein, daß es geschehe, auf irgend ein bewegliches oder unbewegliches Ding unter dem Gewölbe des Himmels, wodurch es könnte lesbar oder verständlich werden, oder durch den geringsten Schein des Zugs eines Buchstabens, wodurch die geheime Kunst ungesetzlich erlangt werden könnte. Alles Dieß schwöre ich mit dem festen und unerschütterlichen Entschluß, es zu halten, ohne allen Wankelmuth, inneren Vorbehalt, oder was immer für eine selbstersonnene Ausflucht; unter keiner geringeren Strafe, als daß mir mein Hals durchschnitten, meine Zunge bei der Wurzel ausgerissen, und diese vergraben werde im Sande des Meeres bei niedrigem Wasserstande, ein Cabeltau weit vom Ufer, wo Ebbe und Fluth zweimal in 24 Stunden darüber gebt. So helfe mir Gott, und erhalte mich standhaft in dieser meiner Lebrlingverpflichtung!

[Er küsst das Buch.]

    Spende dem Genius Wein! 47)

    NB. Nach dieser Verpflichtung trinken sie einen Toast dem Herzen, das verhehlt, und der Zunge, die nimmer erzählt (entdeckt). Der Meister im Stuhle bringt ihn aus, und sie Alle sprechen Dieß nach, und ziehen ihre Gläser an ihren Hälsen Vorbei, wie zuvor gesagt. (Nehmlich S. 4. in K. und S. 10. in JB. )


*) or stint, K.;   stint, JB.     **) stain or, JB.;   stain it or, K.     ***) so to be, JB.;   so be, K.

****) to be, K.,   it be, JB;   in der altern Ausgabe von JB. v. J. 1776 steht aber auch to be.

*) Funde merum Genio, K.;   fehlt in JB.: vermuthlich weil dessen Verfasser es nicht verstand.

**) After, K.;   After repeating, JB.

(*) and they, K.;   and draw, JB.



33. Mas. - Now, Brother, after you received this **) Obligation, what was the first that ***) was said to you?

   Ans. - I was asked what I most desired? 48)

34. Mas. - What was your Answer?

   Ans. - To be brought to Light. 49)

35. Mas. - Who brought you to Light?

   Ans. - The master and the rest of the Brethren. 50)

36. Mas. - When you was thus brought to Light, what were the first Things you saw?

   Ans. - The Bible, (*) Square, and Compass. 51) =166=

37. Mas. - What was it they told you they signified? 52)

   Ans. - Three great Lights in Masonry. 53)

38. Mas. - Explain them, Brother.

   Ans. - The Bible, to rule and govern 54) our Faith; the Square, to square 55) our Actions; the Compass *) to keep **) us within Bounds with all Men, particularly 56) with a Brother. 57) =170=

**

39. Mas. - What were the next Things that were shewn to you?

   Ans. - Three Candles, which I was told were three lesser Lights in Masonry.

40. Mas. - What do they represent?

   Ans. - The Sun, Moon, and Master-Mason.


 

33. M. - Nun, Bruder, als Ihr diese Verpflichtung übernommen hattet, Was wurde Euch dann zuerst gesagt?

   A. - Ich ward gefragt, Was ich am meisten verlangte. 48)

34. M. - Was war Eure Antwort?

   A. - Zum Lichte gebracht zu werden. 49)

35. M. - Wer brachte Euch zum Lichte?

   A. - Der Meister und die übrigen Brüder. 50)

36. M. - Als Ihr nun so zum Lichte gebracht worden waret, welches waren die ersten Dinge, die Ihr sahet?

   A. - Die Bibel, das Winkelmaaß und der Zirkel. 51)

37. M. - Was sagte man Euch, daß sie bedeuen? 52)

   A. - Drei große Lichter (Großlichter) in der Maurerei. 53)

38. M. - Erkläret sie, Bruder!

   A. - Die Bibel, um unsern Glauben zu regieren und zu leiten; 54) das Winkelmaaß, um unsere Handlungen gesetzmäßig 55) zu machen; der Zirkel, um uns innerhalb der gehörigen Grenzen mit allen Menschen, insonderheit 56) mit einem Bruder, verbunden zu erhalten. 57)

39. M. - Was waren die nächsten Dinge, die Euch gezeigt wurden?

   A. - Drei Kerzen, von denen man sagte, sie wären drei kleinere Lichter (Kleinlichter) in der Maurerei.

40. M. - Was stellen sie vor?

   A. - Die Sonne, den Mond und den Meister-Maurer.


(*) The Bible, JB.;   Bible, K.

*) Compass, JB.;  Compasses, K.     **) to keep, JB.;   is to keep, K.



41. Mas. - Why so, Brother?

   Ans. - There is the Sun to rule the Day, the Moon to rule the Night, 58) and the =171= Master-Mason his Lodge, *) or at least ought so to do. 59)

42. Mas. - What was then done to you?

   Ans. - The Master took me by the Right-hand, and gave me the Grip **) and Word of an Entered Apprentice, and said, Rise, my Brother JACHIN. ***)

    N.B. Sometimes they shew you the Sign before the Grip****) and Word is giveh, which is JACHIN: *****) It is the Entered Apprentice's Word, and the Grip thereto belonging is to pinch with your Right Thumb Nail upon the first Joint of your Brothers Right-hand.

43. Mas. - Have you got this Grip and Word, Brother?


   Ans. - I have Worshippful. †)

44. Mas. - Give it to your next Brother. ††)

    N.B. Then he takes his next Brother by the Right-hand, and gives him the Grip and Word, as before described, =172= he tells *) the Master, that is right.


 

41. M. - Warum Dieß, Bruder?

   A. - Die Sonne regiert den Tag, der Mond regiert die Nacht, 58) und der Meister Maurer seine Loge, oder soll es wenigstens. 59)

42. M. - Was wurde dann mit Euch vorgenommen?

   A. - Der Meister nahm mich bei der rechten Hand und gab mir den Griff und das Wort eines neuaufgenommenen Lehrlings, und sprach: Stehet auf, mein Bruder JACHIN!

    NB. Zuweilen zeigen sie Euch das Zeichen, ehe sie den Griff und das Wort geben; dieß ist JACHIN: es ist des angetretenen Lehrlings Wort, und der Griff, der dazu gehört, ist folgender. — Man drückt mit dem Nagel des Daumen der rechten Hand auf das erste Gelenk der rechten Hand des Bruders.

43. M. - Habt Ihr diesen Griff und dieses Wort erhalten, Bruder?

   A. - Ja, ich habe es erhalten, Ehrwürdiger.

44. M. - Gebt es Eurem nächsten Bruder!

    NB. Dann nimmt er seinen nächsten Bruder bei der rechten Hand und giebt ihm Griff und Wort, wie zuvor beschrieben; dann sagt dieser zum Meister: Es ist richtig.


*) The Master-Mason his Lodge, JB.;   the Master-Mason's Lodge, K.

**) Grip, JB.;   Gripe, K. und so jedesmal, so oft dieß Wort vorkommt.

***) Rise, my Brother Jachin, JB.;   Rise up Brother BOAZ, K.

****) the Grip, JB.;   this Gripe, K.       *****) Jachin, JB.;  BOAZ. K.

†) Worshipful, K.;   Right Worshipful, JB.

††) to your next Brother, K.;   to your Brother, JB.

*) he tells — Proof, K.;   fehlt ganz in JB.



According to the following Proof.

The 1st. Brother gives him the Grip.

The 2d. Brother says, What's this?

1st. Bro. The Grip of an Entered Apprentice.

2d. Bro. Has it got a Name?

1st. Bro. It has.

2d. Bro. Will you give it me?

1st. Bro. I'll letter it with you, or halve it.


2d. Bro. I'll halve it with you.

1st. Bro. Begin.

2d. Bro. No, you begin first.

1st. Bro. JA — **)

2d. Bro. CHIN. ***)

1st. Bro. JACHIN. †) 60) =173=

2d. Bro. It is right, Worshipful Master.


 

Nach folgender Probe.

Der 1ste Bruder giebt ihm den Griff.

Der 2te Bruder sagt: Was ist das?

Der 1st Br. Der Griff eines angetretnen Lehrlings.

Der 2te Br. Hat er einen Namen erhalten?

Der 1st Br. Ja.

Der 2te Br. Wollt Ihr mir ihn geben?

Der 1st Br. Ich will ihn mit Euch buchstabenweis ansagen, oder ihn halbiren.

Der 2te Br. Ich will ihn mit Euch halbiren.

Der 1st Br. Beginnet!

Der 2te Br. Nein, beginnt Ihr zuerst (zuvor)!

Der 1st Br. JA —

Der 2te Br. CHIN.

Der 1st Br. JACHIN. 60)

Der 2te Br. Es ist richtig, Ehrwürdiger Meister.


**) JA —, JB.;   BO —, K.       ***) CHIN, JB.;   AZ, K.

†) JACHIN, JB.;   BOAZ, K.



45. Mas. - What was the next Thing that was shewn to you?

   Ans. - The Guard *) or Sign of an Entered Apprentice.

   N.B. The Guard or Sign, as they call it, is by drawing your Right Hand across your Throat edgeways; which is to remind you of the Penalty of your Obligation, that you would sooner have your Throat cut across, than discover the Secrets of Masonry. **) =174=


 

45. M. - Was war das Nächste, was man Euch zeigte?


   A. - Das Merkmal oder Zeichen eines Lehrlings.

    NB. Das Merkmal oder Zeichen, wie sie es nennen, wird gemacht, indem man die rechte Hand am Halse horizontal vorbeizieht, um an die bei der Verpflichtung übernommene Strafe zu erinnern, sich lieber den Hals abschneiden zu lassen, als die Geheimnisse der Maurerei zu verrathen. **)


*) Guard, JB.; — due Guard ("das gehörige Merkmal oder Merkzeichen"). K.

**) Diese Anmerkung ist aus JB. genommen; K. laßt sich hierüber so vernehmen. —   "N.B. The due Guard or Sign, as they call it, is by drawing your Right-hand a-cross your Throat edgeways, which is to put you in mind of the Penalty of your Obligation; that you would sooner have your Throat cut a-cross, than discover the Secrets of Masonry: Which I call mere Nonsense, and all that peruse this will say the same, when they are =174= convinc'd that this is the whole Thing; which they soon will find out, only by talking out of this Book to some that you know to be Masons; but not to let them know that you have read it: You may say that you was made at some Lodge in the Country, and then shew them the Signs and Gripes, and the Words thereunto belonging; all which are fully describ'd in this Book: Then he will soon own you for one of the Fraternity, and take you to his Lodge, as they did me." Das ist: "Das gehörige Merkmal oder Zeichen, wie sie es nennen, wird gemacht, indem man die rechte Hand an dem Halse querüber vorbeizieht, um an die bei der Verpflichtung übernommene Strafe zu erinnern, sich lieber den Hals abschneiden zu lassen, als die Geheimnisse der Maurerei zu entdekken. Das nenne ich reinen Unsinn, und alle Leser werden Dasselbe sagen, wenn sie sich erst überzeugt haben, daß Dieß die ganze Sache ist; und Das werden sie bald erfahren, wenn sie nur aus diesem Buche mit Einigen, die ihnen als Maurer bekannt sind, reden wollen; doch ohne es Diese wissen zu lassen, daß ihr dieß Buch gelesen habt. Ihr möget sagen, daß ihr in irgend einer Loge im Lande aufgenommen worden wäret, und ihnen dann die Zeichen, und Griffe, und die dazu gehörigen Worte zeigen, Alle so, wie sie in diesem Buche vollständig beschrieben sind. Dann werden sie euch bald für Einen von der Brüderschaft halten, und euch mit in ihre Loge nehmen, wie sie es mit mir gethan haben." K. — (Jeder Mensch von unverdorbenem Gefühle wird es empfinden, wie unrechtmäßig die Absicht des Herausgebers von K., an sich betrachtet, ist: daß er seine Leser in den Stand setzen will, und dazu ermahnt, sich, ohne gesetzmäßig aufgenommen zu sein, in eine Gesellschaft einzuschleichen. Allein ihm ist es übrigens so hoch nicht anzurechnen, da er den Freimaurern den "Spaß" der ihm ganz lächerlich und eines freien Mannes unwürdig erscheinenden Aufnahme, nach seiner Art zu denken mit Recht, verderben wollte. Und es ist nicht zu leugnen, daß der Strick um den Hals, das Verbinden der Augen, die Eidformel, und einiges Andere, abgeschaft werden müssen. Der Buchstabe tötet; aber der Geist belebt. An das Wesesenliche der in diesem alten Gebrauchthume (Rituale) vorgetragnen Lehre müssen wir uns halten; nicht weil es alt, sondern weil es wahr, gut und schön ist; nicht aber bloß oder vorzüglich an Worte, Lehrzeichen und Gebräuche, als solche. Dieser Geist ist lebendig; und wenn wir unschöne, unfreisinnige (illiberale), verbrauchte und nicht mehr zeitgemäße äußere Formen wegwerfen, umbilden, und neue an ihre Stelle setzen, so verfahren wir selbst nach dem Geiste und im Sinne Derer, die die drei großen Lichter aufstellten. Ebendeßhalb, weil geheime Worte, Zeichen und Griffe so leicht verrathen, als gelernt werden, hat sie die Brüderschaft bald unzulänglich befunden; und alle Logen verlangen mit Recht, daß Der, welcher sich als Maurer nachweisen (legitimiren) will, die einzelnen Umstände seiner Aufnahme wisse; da aber auch diese so oft verrathen sind, auch die Logenbeamten als solche dem =175= Publicum bekannt werden, so ist es nöthig geworden, in der Regel nur Den für einen Freimaurer - Bruder zu erkennen, der Dieß durch einen Amtschein (Certificat) der Loge beweisen kann, deren Mitglied er war oder ist. Manche Logen verlangen sogar, daß Jeder, den sie zulassen sollen, Einem aus ihrer Mitte persönlich bekannt sei.   H.



46. Mas. - Have you got the Guard, *) or Sign, of an Entered Apprentice? =175=

   N.B. He draws his Right hand across his Throat (as aforesaid), to shew the Master that he has.


47. Mas. - After all this, *) what was said to you?

   Ans. - I was ordered to be taken, back, and invested **) with what I had been divested of; and to be brought again ***) to return Thanks, and to receive the Benefit of a Lecture, if Time would permit. 61)



48. Mas. - After you was invested of what you had been divested of, what was done do you? ****)


   Ans. - I was brought †) to the North-West Corner 62) of the Lodge, in order to return Thanks.

49. Mas. - How did you return Thanks?

   Ans. - I stood in the North-West Corner of the Lodge, and, with the Instruction of a Brother, I said, Master, Senior and Junior Wardens, Senior and Junior Deacons, and the rest of the Brethren of this Lodge, I retourn you Thanks for the Honour you have done me, in making me a Mason, and admitting me a Member of this worthy Society. 63) =177=


 

46. M. - Habt Ihr das Merkmal oder Zeichen des angetretenen Lehrlings erhalten?

    NB. Er zieht seine rechte Hand gerade an seinem Halse vorbei, (wie vorhin gesagt,) um dem Meister zu zeigen, daß er es hat.

47. M. - Was wurde nach diesem Allem zu Euch gesagt?

   A. - Man ließ mich zurückführen und mich wieder mit Dem bekleiden, wovon ich entkleidet worden war; sodann sollte ich zurückgebracht werden, um meinen Dank abzustatten, und, wenn es die Zeit erlaubte, die Wohlthat einer Lection zu empfangen. 61)

48. M. - Nachdem Ihr nun wieder mit Dem bekleidet worden wäret, wovon man Euch entkleidet hatte, was wurde dann mit Euch vorgenommen?

   A. - Ich ward an die Nordwestekke 62) der Loge geführt, um meinen Dank abzustatten.

49. M. - Wie stattetet Ihr Euren Dank ab?

   A. - Ich stand in der Nordwestekke der Loge und sagte, nach der Anweisung eines Bruders: Meister, älterer und jüngerer Aufseher, älterer und jüngerer Schaffner und alle übrige Brüder dieser Loge, ich statte Euch meinen Dank ab für die Ehre, die Ihr mir angethan, daß Ihr mich zu einem Maurer gemacht und mich dieser würdigen Gesellschaft 63) als Mitglied zugelassen (aufgenommen) habt.


*) the Guard, JB.;   that due Guard, K.

*) all this, K.;   this, JB.     **) invested, JB.;   vested, K.     ***) again, JB.;   back, K.

****) So K.;   der nach Eleganz strebende Herausgeber von JB. hat dafür zierlicher gesetzt: After what you had been divested of was restored , what was next done to you?

†) brought, JB.;   brought back, K.



50. Mas. - What was said to you then? *)

   Ans. - The Master called me up to the North-East Corner of the Lodge, or **) at his Right-hand.

51. Mas. - Did he present you with any Thing?

   Ans. - He presented me with an Apron, which he put on me; he told me it was a Badge of Innocency, ***) 64) more ancient than =178= the Golden Fleece or the Roman Eagle; more honoured than the Star and Garter, or any other 65) Order under the Sun, that could be conferred upon me at that Time, or any Time hereafter.

52. Mas. - What were the next Things that were shewn to (*) you?

   Ans. - I was set down by the Master's Right-hand, who (**) shewed me the working Tools of an Entered Apprentice.

53. Mas. - What were they?

   Ans. - The 24 Inch Gauge, the Square, 66) and common Gavel, or Setting Maul.

54. Mas. - What are their Uses?

   Ans. - The Square to square my Work, the 24 Inch Gauge to measure my Work, the common Gavel to knock off all superfluous Matter, ((*)) 67) whereby the Square may set ((**)) easy and just.


 

50. M. - Was wurde dann, zu Euch gesagt?

   A. - Der Meister berief mich hinauf zur Nordostekke der Loge, das ist zu seiner Rechten.

51. M. - Schenkte er Euch Etwas?

   A. - Er beschenkte mich mit einem Schurzfell und legte mir es an; er sagte mir, es sei ein Zeichen der Unschuld, 64) älter, als das goldne Vließ und der römische Adler, ehrenvoller, als Stern und Hosenband, oder irgend ein anderer Orden 65) unter der Sonne, der mir jetzt oder irgend einmal ertheilt werden könne.

52. M. - Was war das Nächste, was Euch gezeigt wurde?

   A. - Es wurde mir ein Sitz zur Rechten des Meisters angewiesen, der mir die Werkzeuge des aufgenommenen Lehrlinges zeigte.

53. M. - Welche waren es?

   A. - Der 24zollige Maaßstab, das Winkelmaaß 66) und der Spitzhammer, oder Setzhammer.

54. M. - Welches ist ihr Gebrauch?

   A. - Das Winkelmaaß, um mein Werk rechtwinkelig zu machen, der 24zollige Maaßstab, um mein Werk abzumessen, der Spitzhammer, um allen überflüssigen Stoff 67) davon abzuhauen, damit das Winkelmaaß leicht und genau anpassend angelegt werden könne.


*) So K.;   What was then said to you? JB.

**) or at, K.;   at, JB.     ***) Innocency, K.;   Innocence, JB.

(*) to you, K.,   you, JB.     (**) who, JB.;   and he, K.

((*)) Matter, JB.:   matters, K. Ich habe Matter aufgenommen, weil am Steine nur das Gleichartige abgehauen wird.

((**)) set, ansitzen , K.;   fit, anpassen, JB.



55. Mas. - Brother, as we are not all working Masons, 68) we apply them to our *) =181= Morals, 69) which we call spiritualizing: explain them.



   Ans. - The 24 inch Gauge represents the 24 Hours of the Day.

56. Mas. - How do you spend them, Brother?

   Ans. - Six Hours do work in, Six Hours to serve God, and Six to serve a Friend or a Brother, as far as lies in my Power, without being detrimental to myself or Family: 70) and Six Hours to Sleep in. (*) 71)


 

55. M. - Bruder, da wir nicht Alle arbeitende Maurer 68) sind, so beziehen wir diese Werkzeuge auf unsern sittlichen Lebenwandel; 69) Welches wir vergeistigen nennen: erklärt mir also dieselben!

   A. - Der 24zollige Maaßstab stellt die 24 Stunden des Tags vor.

56. M. - Wie theilt Ihr sie ein?

   A. - Sechs Stunden zur Arbeit, sechs Stunden, um Gott zu dienen, sechs, um einem Freunde oder Bruder zu dienen, soweit es in meinen Kräften steht, und ohne mir selbst oder meiner Familie 70) nachtheilig zu sein, und sechs Stunden zum Schlafe. 71)


*) our, K.;   your, JB. Die zweite Lesart giebt zwar auch einen richtigen, aber nicht einen gleich guten Sinn; denn die Anwendung auf den Lebenwandel geht alle Brüder fortwährend an. "Wir wenden es zu eurer moralischen Belehrung an," kann nicht übersetzt werden, weil Morals moralischer Wandel heißt.

(*) and six — in, K.;   fehlt in JB., aus bloßer Unachtsamkeit.



[I come now to the Entered Apprentice's Reasons; but as the Ceremony of drinking Healths 72) among the Masons takes up much of their Time, we must stop a little, in order to introduce some of them. The =183= first, is, "To the Heart that conceals, and the Tongue that never reveals;" Then "The King and Royal Family;" and "To all Brethren wheresoever dispersed." *) The Pleasures they enjoy, the Purity of their Sentiments, and the Uniformity that always reign in their Assemblies, is far from being tiresome or insipid. I next proceed to the Entered Apprentice's Reasons. **) ***)






Coat of Arms

*) "These Toasts or "to Health!" are all drank with Three Times Three, which is performed in a most regular Manner, and a Huzza at the End of each, as described before (p. 10)."   JB. — These toasts are compared with those contained in G M., Prichard, and Browne! By the latter, the first uttered Toast: "To the King and the Craft with three;"   (dem König und der Zunft mit Drei,) is not: with three times three, (mit dreimal Drei.)   About the count Three Times Three (dreimal Drei), K., at page 68, line 19, makes the following remark:

"The Reason of their drinking Three Times Three is, because there were antiently but Three Words, Three Signs and Three Gripes; but there have been Three added, viz. The Grand Sign of a Master, the Pass Gripe of a Fellow-Craft, and Pass-Word, which is Twelve in all for you to remember, viz. The Word, Sign and Gripe of an enter'd Apprentice is Three: The Word, Sign, Gripe, Pass-Gripe and Pass-Word of a Fellow-Craft is Five: and the Master hath Four, viz. The Sign, the Grand Sign, the Gripe and Word, which is Twelve, as aforesaid."


**) "This in fact is only a Continuation of the Lecture."

***) [This addition of: I come - - - Reasons is from JB, the author of which is well-disposed and reasonable towards the fraternity. The author of K., on the other hand, is more severe, violent and coarse, as it can be perceived principally in his Notabenes, and also in this passage.   The authenticity of his transcript of the act of admission (initiation) given here is only more so corroborated by the mere fact that the copyists has no full scholarly knowledge of the fraternity, has no historical mind, and has no fairness in judgment; that he hardly perceives the beauty of this document, and immediately calls foolish (närrisch) all that remains incomprehensible to him.   In order to more accurately gauge this man, let his here-annexed "Notabene" stand.   He says:

   "This is the whole Enter'd Apprentice's Lecture, which gives the complete description of his making,

(It contains genuinely all the original and significant practices of the actual ceremony of initiation, as a self-contained, well-described effective whole, and only what is expressly stated in the lesson can be regarded as essential custom.   H.)

and is enough for an Apprentice to to learn to get Admittance into a Lodge; but there are some foolish Reasons why a Man should be serv'd so, which I shall shew you hereafter.   But methinks I hear some say, I am surpriz'd that Gentlemen of good Sense and Reason would suffer themselves to be us'd so; to be robb'd of all their Money, and all Manner of Metal, and almost strip'd naked, and blinded, with a Halter about his Neck! so say, I.   But the Reason is, no Man ever was made a Mason, but has some Friends there that were Masons already, and perhaps under some Obligation, who will say, we were serv'd so before, and were not afraid, but you will hear the Reason for it all, then you will be satisfied, and say our Meaning is good.   I myself have seen several that would not go through it, 'till their Friends have preached the aforesaid Doctrine.   I know several that have receiv'd the first Step and would go no farther; for there was one Mr. T - - - - s, a Clergyman, and Curate, of St. Mary Over's, in Southwark, so angry and surpriz'd, that he would have been glad to have made his Escape from them, provided it had been in his Power; but they would not permit him 'till he had received the Apprentice's Obligations, which the call the first Pill, that you shant discover what you have seen; but when he got away, he never came near them more, and thought himself very ill us'd.   Two or three more were surpriz'd in that Manner at the same Lodge, viz. at Number II. hald then at T - - - - s, at the Mitre on the Broad Wall, Christ Church in Surrey, and several other Lodges that I have heard of, but this I know to be a fact.   Also the Master of a Lodge, who had made a great many Fools, by getting One Pound Five Shillings from each of them: There was half the Money spent, and the other half kept in the Box for Charitable Uses; but when they hat got to the amount of many Pounds, the Master in the Chair, who is sworn most wickedly not to rob the Lodge, but to serve it, which he did by carrying it all off, and said he wanted Charity, therefore he would keep it, and they might do their worst and be d ---n'd; and several more that I have known to do such Tricks, but I don't care to mention their Names, having said enough to be understood.   I think the above Number confirms the Character; before they would serve a Brother, they would rob him, or take away his Character, whereby he may lose his Business.   I could tell you a great many bad Things they have done one to another, although they are sworn so bitterly to the contrary: But it would swell my Pamphlet into a large Volume: =185=Therefore, I shall say no more, because I would not be too severe; tho' I have said enough to display their Villainy, which I hope will be a Caution to all others.








     (By this the author proves nothing more than the then deep decay of the lodge existence.  H.)

— I shall now proceed to the Apprentice's Reasons, as I promis'd you." —

 

[Ich komme nun zu den Gründen oder Beweisen eines angetretenen Lehrlings; da indeß mit dem Gebrauche, Gesundheiten 72) zu trinken; bei den Maurern ein großer Theil der Zeit hingebracht wird, so muß ich hier ein wenig verweilen, um einige derselben anzuführen. Die erste, ist: "Dem Herzen, das verhehlt, und der Zunge, die nimmer erzählt;" dann"dem König und der königlichen Familie;" ferner: "allen wo nur immer zerstreuten Brürdern!" *) Die Vergnügungen, deren sie sich freuen, die Reinheit ihrer Empfindungen, und die Gleichförmigkeit, die jederzeit in ihren Versammlungen herrscht, bleibt fern vom Langweiligen und Faden. — Ich komme nun zunächst zu den Gründen **) ***) (Beweisen, Beweisthümern) eines aufgenommen Lehrlings.


Coat of Arms

"Diese Toasts oder Gesundheiten werden alle getrunken durch dreimal Drei; Welches sehr regelmäßig ausgeführt wird; und ein Hussa beendigt jede, wie zuvor (in JB. S. 10) beschrieben ist."   JB. — Man vergleiche diese Toasts mit den in G M., Prichard, und Browne enthaltenen! Bei Letzterem ist der zuerst ausgebrachte Toast: "To the King and the Craft with three;"   "dem König und der Zunft mit Drei," nicht: with three times three, mit dreimal Drei. — Über die Anzahl Three Times Three, dreimal Drei, macht K. p. 68, Z. 19, folgende Bemerkung:

"Der Grund, daß sie mit dreimal Drei trinken, ist, weil man vor Alters nur 3 Worte, 3 Zeichen und 3 Griffe hatte; aber man hat noch 3 hinzu gethan, nehmlich: das Großzeichen eines Meisters, den Passgriff und das Passwort eines Gesellen; das sind in Allem zwölf, die ihr zu merken habt; als: das Wort, Zeichen und Griff des Lehrlings sind drei; das Wort, Zeichen und Griff, Passgriff und Passwort des Gesellen sind fünf; und der Meister hat vier, nehmlich: das Zeichen, das Großzeichen, den Griff und das Wort; das sind 12, wie zuvor gesagt."


**) "Dieß ist eigenlich bloß eine Fortsetzung der Lection." JB.

***) Dieser Zusatz von: I come - - - Reasons, ist aus JB., =184= dessen Verfasser gegen die Bruderschaft wohlgesinnt und billig ist.  Desto strenger, heftiger und derber läßt sich dagegen der Verfasser von K., wie überaupt in seinem Notabenes, so auch an dieser Stelle vernehmen. Allein die Echtheit seiner Abschrift der hier mitgetheilten Aufnahmacte wird dadurch nur umsomehr bekräftigt, daß der Abschreiber ohne alle gelehrte Kenntniß der brüderschaft, ohne geschichtlichen Geist, und ohne Billigkeit im Urtheilen ist; daß er die Schönheit dieser Urkunde kaum ahnet, und Alles, was ihm unverständlich bleibt, sofort närrisch (foolish) nennt. Um diesem Mann genauer zu kennzeichen, möge sein hier beigefügtes "Notabene" dastehen. Er sagt:

   "Dieß ist die ganze Lehrlinglection, welche eine vollständige Beschreibung seiner Aufnahme giebt." (Sie enthält wirklich alle ursprüngliche und wesenliche Gebräuche der eigenlichen Aufnahme, als ein in sich geschloßnes, zu Einer Wirkung wohlberechnetes Ganzes, und nur Das, was in der Lection ausdrücklich angegeben wird, kann als wesenlicher Gebrauch angesehen werden.   H.)

    "Dieß gelernt zu haben, ist hinlänglich, um als Lehrling Zutritt in eine Loge zu finden; doch giebt es nun noch einige ungereimte Gründe, weßhalb ein Mann so behandelt wird, die ich hernach anführen will. Schon glaube ich Diesen und Jenen sagen zu hören: ""Ich bin erstaunt, daß vornehme Leute (Gentlemen) von gutem Verstände und gesunder Vernunft sich eine solche Behandlung gefallen lassen; alles ihres baaren Geldes und alles Metallischen beraubt zu werden, sich fast nakkend ausziehen, sich blenden zu lassen, mit einem Strick um ihren Nakken!""   Der Meinung bin ich selbst. Aber der Grund davon ist folgender. — Niemand wurdet je zum Maurer gemacht, der nicht dort einige Freunde hatte, die schon Maurer waren, und gegen die er vielleicht Verbindlichkeiten hatte; Diese werden denn sagen: ""Wir sind ehedem ebenso behandelt worden, und geriethen darüber nicht in Schrekken; wenn Ihr aber von dem Allen den Grund hören werdet, dann werdet Ihr vollkommen beruhigt sein und es selbst sagen, daß unsere Meinung gut ist.""   Ich selbst habe Mehre gekannt, welche sich den Gebräuchen der Aufnahme nicht unterziehen wollten, bis endlich ihre Freunde ihnen die erwähnte Lehre predigten. Ich kenne Mehre, die den ersten Grad erhalten hatten und nicht weiter gehen wollten. So war einmal ein gewisser Herr T— s, ein Geistlicher und Pfarrer an St. Marie's Over's in Southwark: Dieser gerieth in solche Angst und Erstaunen, daß er froh gewesen wäre, ihnen entwischen zu können, wenn es noch in seiner Macht gestanden hätte; aber sie wollten ihm Dieß nicht gestatten, bevor er die Verpflichtung eines Lehrlings übernommen hatte; Welches sie die erste Pille nennen, daß man nicht verrathen soll, Was man gesehen hat; da er aber einmal weg war, kam er ihnen nie wieder nahe, und hielt sich für sehr übel behandelt. Ebenso wurden noch zwei oder drei Andere in derselben Loge abgeschreckt; ich meine die Loge Numer II, die damals zu T — s im Mitre am Broad Wall, Christ Church in Surry, gehalten wurde; und so ging es in mehren andern Logen, wie ich gehört habe; Was ich aber hier erzähle, weiß ich gewiß, daß es geschehen ist. Ebenso trieb es ein Logenmeister, der sehr Viele zu Narren gemacht hatte, nachdem er Jedem von ihnen Ein Pfund 5 Schillinge abgenommen: die Hälfte des Geldes wurde ausgegeben, und die andere Hälfte in die Büchse zu wohlthätigem Gebrauche gethan. Als es nun zum Betrag vieler Pfunde angewachsen war, so erfüllte der Meister vom Stuhl, der sich hoch verschworen hatte, die Loge nicht zu berauben, sondern auf ihren Vortheil zu sehen, diese seine Pflicht dadurch, daß er Alles heraus und davon nahm und sagte: er bedürfe selbst mildthätiger Unterstützung; also wolle er es nur behalten; =186= und sie möchten thun, Was sie wollten, und verdammt sein. Noch mehre Andere habe ich solche Streiche machen sehen; aber es liegt mir Nichts daran, ihre Namen zu nennen; denn ich habe genug gesagt, um verstanden zu werden. Ich denke, das Erwähnte bestätigt ihren Character hinlänglich: daß, ehe sie einem Bruder dienen, sie ihn lieber berauben, oder um seinen guten Namen bringen, wodurch er seine Geschäfte verlieren kann. Ich könnte eine große Menge übler Dinge erzählen, die sie einander angethan halben, ob sie gleich Stein und Bein geschworen, das Gegentheil zu thun, da müßte ich aber mein Schriftchen zu einem dikken Bande anschwellen lassen: deßhalb will ich Nichts weiter sagen; denn ich wollte doch nicht gern allzu streng sein; doch habe ich genug gesagt, um ihre Schelmerei zu entlarven, und Das wird allen Andern zur Warnung dienen." (Hierdurch beweist der Verfasser Nichts weiter, als den damaligen tiefen Verfall des Logenwesens. H.)

    "Ich gehe nun versprochenermaßen zu den Gründen (Reasons) des Lehrlings fort."


Entered
Apprentice's
Reasons
*) 73) 74)

57. Mas. - Why was you neither naked nor clothed, **) barefoot nor shod, with a Cable-Tow (or Halter) about your Neck?

   Ans. - If I had recanted, and ran out in the Street, the People would have said I was mad; but if a Brother had seen me, he would have brought me back, and seen me done Justice by. *) 75) =188=


 

Des
angetretenen Lehrlings Gründe

(oder Beweise.) 73) 74)

57. M. - M. Warum wäret Ihr weder nakkend, noch bekleidet, weder barfuß, noch beschuhet, mit einem Cabeltau (oder Strick) um Euern Nakken?

   A. - Wenn ich mich anders besonnen hätte, und hinaus auf die Straße gelaufen wäre, so würden die Leute mich für wahnsinnig erklärt haben; hätte aber ein Bruder mich erblickt, so würde er mich zurückgebracht und dafür gesorgt haben, daß mir mein Recht damit gethan worden wäre. 75)


*) So JB.; the Entend Apprentice's Reasons, K.

**) clothed, JB. 1793; cloath'd K. und JB. 1776.

*) "N.B.  What a foolish Reason is this, for Men of Understanding to dispute about!" "Was für ein närrischer Grund ist Das, daß Männer von Verstand darüber disputiren!" Anmerkung des Verfassers von K.



58. Mas. - Why was you hood - wink'd?

   Ans. - That my Heart might *) conceive, **) before my Eyes did discover. 76) =189=

59. Mas. - The second Reason, Brother.

   Ans. - As I was in Darkness at that Time, I should keep all the World in Darkness. 77)

60. Mas. - Why was you deprived of all Metal?

 Ans. - That I should bring nothing offensive or defensive into the Lodge. 78)

61. Mas. - Give me the Third (*)79)) Reason, Brother.

   Ans. - As I was poor and pennyless when I was made a Mason, it informed me that I should assist all poor and pennyless Brethren, as far as lay in my Power.


62. Mas. - Brother, you told me you gave three distinct Knocks at the Door: Pray what do they signify?

   Ans. - A certain Text in Scripture.

63. Mas. - What is that Text, Brother? (**)

   Ans. - "Ask, and you shall have; seek, and you shall find; knock, and it shall be opened unto you."

64. Mas. - How do you apply this Text in Masonry?



   Ans. - I sought in my mind; I asked of my Friend; I); knocked, and the Door of Masonry became open unto me. 80) =193=


 

58. M. - Warum wurden Euch die Augen verbunden?

   A. - Damit mein Herz fassen möchte, ehe meine Augen entdecken könnten. 76)

59. M. - Der zweite Grund, Bruder?

   A. - Sowie ich mich damals in Finsterniß befand, so sollte ich alle Welt in Finsterniß erhalten. 77)

60. M. - Warum wurdet Ihr alles Metalls beraubt?

   A. - Damit ich Nichts zum Angriff noch zur Vertheidigung mit in die Loge 78) brächte.

61. M. - Gebt mir den dritten 79) Grund an, Bruder!

   A. - Daß ich arm und geldlos war, als ich zum Maurer gemacht wurde, belehrte mich, daß ich allen armen und geldlosen Brüdern beistehen solle, soweit es in meinen Vermögen steht.

62. M. - Bruder, Ihr sagtet mir, daß Ihr drei deutliche Schläge an die Thür thatet: Was bedeuten sie?

   A. - Einen gewissen Spruch der Schrift.

63. M. - Welcher Spruch ist es, Bruder?

   A. - "Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgethan."

64. M. - Wie wendet Ihr diesen Spruch auf die Maurerei an?

   A. - Ich suchte in meinem Gemüthe (in meiner Seele); ich bat (fragte) meinen Freund; ich klopfte an; und das Thor der Freimaurerei wurde mir aufgethan. 80)


*) might, K.;   may, JB.

**) conceive, M. und Browne's Master - Key; conceal, JB. und K. Die Rechtfertigung dieser Lesart siehe unten in der 76sten Note!

(*) the second Reason, JB.; the third Reason, K. Der Verfasser von K. nennt Dieß den dritten Grund, obgleich er selbst keinen anführt; es kann indeß wohl noch einen zweiten gegeben haben, den er aber, weil er ihm vielleicht allzu närrisch (too foolish) vorgekommen sein kann, weggelassen hat. Man sehe sein N.B. zur 67sten Frage! Deßhalb habe ich das third stehen lassen, um an diese mögliche Auslassung zu erinnern. In Browne's Master-Key werden wirklich drei Gründe angeführt. Die beiden ersten sind ganz die hier gedachten; der dritte ist vom Salomon'schen Tempelbau entlehnt, und kann, da er frei von Hindeutung auf einen höhern Grad ist, auch im alten Rituale selbst (siehe hier unten die 71ste Frage!) der Salomon'sche Tempelbau erwähnt wird, wohl echt sein. Man sehe hierüber Browne in der 49sten bis 51sten Frage nach! Da aber, Was Browne giebt, gewiß viele Erweiterungen des Ursprünglichen enthält, so habe ich nicht gewagt, diese dritte Reason oben in den Text aufzunehmen. — Aus diesem Zuge könnte man übrigens eine einzelne Bestätigung der Versuchannahme (Hypothese) herleiten, der Verfasser von JB. habe K. benutzt.   H.

(*) Brother, steht in K., fehlt in JB.



65. Mas. - Why had you a Sword, Spear, [or some other warlike 81) Instrument] *) presented to your naked Left-Breast particularly?

   Ans. - Because the Left Breast is the nearest the Heart, that it might be the more a Prick 82) to my =194= Conscience, as it pricked my Flesh at that Time.

66. Mas. - Why was you led ThreeTimes round the Lodge?

   Ans. - That all the Brethren might see 83) I was duly prepared. 84)

67. Mas. - When you was made an Apprentice, why was your Left - Knee bare bent?

   Ans. - Because the Left - Knee is the weakest Part of my Body, and an Entered Apprentice is the weakest Part of Masonry, which I was then entering into. (*) 85)

   [Here the Brethren resume their Glasses, and drink a Health, sometimes to the Grand Master; 86) at other times to the Wardens, or other Officers, and then proced. *)]


 

65. M. - Warum wurde Euch ein Schwerdt, Speer, [oder sonst ein kriegerisches 81) Werkzeug, (Geräth, Instrument)] *) gerade auf die entblöße linke Brust gesetzt?

   A. - Weil die linke Brust die nächste am Herzen ist, damit Dieß umsomehr ein Stich 82) in mein Gewissen sein möchte, sowie es damals meine Haut stichelte.

66. M. - Warum wurdet Ihr dreimal rund um die Loge geführt?

   A. - Damit alle Brüder sehen 83) möchten, daß ich gehörig vorbereitet wäre. 84)

67. M. - Da Ihr zum Lehrling aufgenommen wurdet, warum war da Euer linkes Knie entblößt und gebogen?

   A. - Weil das linke Knie der schwächste Theil meines Leibes ist, sowie auch ein angetretener Lehrling der schwächste Theil der Maurerei ist, in welche ich damals eintrat. 85)

    [Hier ergreifen die Brüder auf's Neue die Gläser, und trinken eine Gesundheit, zuweilen die des Großmeisters; 86) zuweilen auch die Gesundheit der Aufseher, und anderen Beamten; und dann fahren sie weiter fort. *)]


*) or some other warlike Instrument, oder sonst ein kriegerisches Werkzeug Diese Worte sind wahrscheinlich ein unechter, jüngerer Zusatz.

(*) which I was then, entering into, K.; into which Degree I was then entering, JB.

*) Anmerkung aus M. : "Hier wird wiederum Gesundheit getrunken. Die erste zu Ehren des Meister der Loge; die zweite zu Ehren Vorsteher derselben, und die dritte zu Ehren sämmtlicher Brüder unserer Loge. Da die Belehrung oder Anweisung zur Arbeit des Lehrlings eigenlich am nothwendigsten, und gleichsam der Schlüssel zu den übrigen Geheimnissen und Verhältnissen der andern Grade in der Freimaurerei: so fragt der Meister den Lehrling weiter (wie oben)." — (der Verfasser von M. bewährt durch vorstehende Bemerkung seine richtige Einsicht in die Freimaurerei. H.
       In K. hingegen findet sich folgendes N.B. "There are some more Reasons, but they are so foolish that they are not worth mentioning; so I shall proceed to the Form of the lodge, as follows." Das ist: "Es gibt noch mehrere solche Gründe (reasons); aber sie sind so ungereimt, daß sie keine Erwähnung verdienen. So gehe ich denn zur Gestalt der Loge fort, wie folget."



The Form of a Lodge. 87)

68. Mas. - Brother, we have been talking a great while =196= about a Lodge; *) pray, what makes a Lodge?

   Ans. - A certain **) Number of Masons met together to work.

69. Mas. - Pray what Number makes a Lodge?

   Ans. - Three, Five, Seven, or Eleven.

70. Mas. - Why do Three make a Lodge, Brother?

   Ans. - ***) Because there were Three 88)Grand Masons in the building of the world, and also that noble Piece of Architecture, Man; which are so complete in Proportion, that the Ancients began their Architecture by the same Rules. 89)

71. Mas. - The second Reason, Brother?

   Ans. - There were three Grand Masons at the building of Solomon's Temple. 90) =201=


 

Die Gestalt einer Loge. 87)

68. M. - Bruder, wir haben lange von einer Loge gesprochen; sagt, Was macht eine Loge?

   A. - Eine bestimmte Anzahl von Maurern, welche miteinander zur Arbeit vereinigt sind.

69. M. - Ich bitte, welche Zahl macht eine Loge?

   A. - Drei, Fünf, Sieben, oder Eilf.

70. M. - Warum machen Drei eine Loge, Bruder?

   A. - Weil drei 88) große Maurer (Groß-Maurer) die Welt, und so auch dieß edle Werk der Architectur, den Menschen, erbaut haben; welche in ihren Verhältnissen so vollkommen sind, daß die Alten ihrer Baukunst dieselben Regeln zum Grunde legten. 89)

71. M. - Der zweite Grund, Bruder?

   A. - Drei große Maurer (Groß - Maurer ) waren am Bau des Salomon'schen Tempels. 90)


*) we haveLodge steht in K.; fehlt aber in JB.; vielleicht weil er diesen Übergang für einen spätern oder unnöthigen Zusatz hielt.

**) A certain, K.; Right Worshipful, a certain, JB.

***) Diese Antwort scheint ursprünglich einfacher gewesen, und durch mehre jüngere Zusätze entstellt worden zu sein. Siehe unten Fr. 82!)



72. Mas. - Why do Five make a Lodge?

   Ans. - Because every Man is endued *) with Five Senses.

73. Mas. - What are the Five Senses?

   Ans. - Hearing, Seeing, Smelling, Tasting, and Feeling.

74. Mas. - What Use are those Five Senses to you in Masonry?

   Ans. - Three are of great Use to me, viz. Hearing, Seeing, and Feeling.

75. Mas. - What Use are they, Brother?

   Ans. - Hearing is to hear the Word; Seeing is to see the Sign; Feeling is to feel the Grip; that I may know a Brother, as well in the Dark as in the Light.


76. Mas. - Why should Seven make a Lodge?

   Ans. - Because there are Seven liberal Sciences. 91)

77. Mas. - Will you name them, Brother?

   Ans. - Grammar, Rhetoric, =202= Logic, Arithmetic, Geometry, Music, and Astronomy. 92)


 

72. M. - Warum machen Fünf eine Loge?

   A. - Weil jeder Mensch mit fünf Sinnen begabt ist.


73. M. - Welches sind diese fünf Sinne?

   A. - Hören, Sehen, Schmekken, Riechen und Fühlen.

74. M. - Von welchem Gebrauche sind diese fünf Sinne für Euch in der Maurerei?

   A. - Drei sind von großem Gebrauche für mich; nehmlich: Hören, Sehen und Fühlen.

75. M. - Von welchem Gebrauche sind sie, Bruder?

   A. - Das Gehör dient, um das Wort zu hören; das Gesicht dient, um das Zeichen zu sehen; das Gefühl dient, um den Griff zu fühlen; daß ich einen Bruder erkennen kann ebenso gut im Finstern, als im Lichten.

76. M. - Warum sollen Sieben eine Loge machen?

   A. - Weil es sieben freie Wissenschaften gibt. 91)

77. M. - Wollt Ihr sie nennen, Bruder?

   A. - Grammatik, Rhetorik, Logik, Arithmethik, Geometrie, Musik und Astronomie. 92)


*) endued, K.;   endowed, JB.



78. Mas. - Brother, what *) do those Sciences teach you?

   Ans. - Grammar teaches the Art of writing and speaking the Language wherein I learn **) according to the First, Second, and Third Concord. 93)

79. Mas. - What doth Rhetoric teach you?

   Ans. - The Art of speaking ***) upon any Topic whatsoever.

80. Mas. - What doth Logic teach you?

   Ans. - The Art of reasoning well, whereby you may find out Truth from Falsehood. ****) †)

81. Mas. - Whath doth Arithmetic teach you?

   Ans. - The Virtue (*) of Numbers. 94) =204=


 

78. M. - Bruder, Was lehren Euch diese Wissenschaften?


   A. - Die Sprachlehre (Grammmatik) lehrt mich die Sprache, worin ich Unterricht erhalte, schreiben und sprechen nach der ersten, zweiten und dritten Zusammenfügung. 93)

79. M. - Was lehrt Euch die Rhetorik (Redekunstlehre)?

   A. - Die Kunst, (wohlgeordnet) über jeden Gegenstand zu sprechen.

80. M. - Was lehrt Euch die Logik (Denklehre)?

   A. - Die Kunst, die Vernunft wohl zu brauchen, um dadurch die Wahrheit vom Irrthume zu unterscheiden. †)

81. M. - Was lehrt Euch die Arithmetik (Zahllehre)?

   A. - Die Eigenschaft 94) der Zahlen.


*) Brother, what, JB.;   What, K.

**) wherein I learn, K.;   taught me, (die man mich eben gelehrt,) JB. M. hat: "die Grammatik lehrt mich die Kunst, zu schreiben und zu lesen die oder jene Sprache, nach ihrer ersten, zweiten und dritten Zusammenfügung."

***) Speaking, JB.;   speaking and discoursing, K. M. hat; "Die Kunst, meine Rede in Ordnung zu führen."

****) Falsehood, JB.;   Falshood, K.

†) M. sagt: "die Kunst, zu urtheilen, zu begreifen, einen Schluß zu machen, das Wahre vom Falschen zu unterscheiden."

(*) Virtue, K.;   Use, JB.



82. Mas. - What doth Geometry teach you? =205=

   Ans. - The Art of measuring, [whereby the Egyptians found out their own Land, or the same Quantity which they had before the Overflowing of the River Nile, that *) frequently used to water **) their Country; at which Time they fled to the Mountains till it went off again, and this made them have continual Quarrels about their Lands; ***) for every Man thought be was robb'd, and had not his Right, till Euclid found out Geometry, and measur'd every Man his Due, and gave them Plans, of each Man's Ground, with the just Quantity that belong'd to him; then they were all satisfied, and the same Rule is continu'd in all Nations to this Day.]


 

82. M. - Was lehrt Euch die Geometrie (Raumlehre)?

   A. - Die Kunst, zu messen; [wodurch die Egypter ihre Ländereien wieder ausfindig machten, nehmlich, ebenso große Stükken derselben, als sie vor der Überschwemmung des Nilstroms gehabt hatten, welcher ihr Land oft unter Wasser setzte; wo sie dann in die Gebirge flohen, bis das Wasser abgelaufen war; und Dieß verursachte unter ihnen beständige Streitigkeiten über ihre Ländereien. Denn Jeder glaubte, er werde verkürzt, und erhielte nicht sein Recht, bis Euclid die Geometrie erfand, und Jedem das Seine zumaß, und ihnen Grundrisse von Jedermanns Besitzungen gab, worauf die Größe Dessen, was Jedem gehörte, genau angegeben war; dann waren sie Alle zufrieden gestellt; und ebendiese Regel (Verfahren) ist dann bei allen Völkern bis auf den heutigen Tag beibehalten worden.]


*) that, JB.;   which, K.       **) to water, JB.;  to flow to water, K.

***) The Art — Lands. Diese Stelle befindet sich sowohl in K., als in JB.; dagegen fehlt in JB. Alles, was nach "Lands" noch ferner stellt. In M. findet sich diese Stelle so: "Die Kunst, zu messen, wie die Egypter zuerst in ihrem Lande erfunden haben bei Ergießung des Nilflusses, der die ganze Gegend oft überschwemmte und die Menschen auf die Berge nöthigte, bis daß die Gewässer sich wieder verloren hatten, und ein fruchtbares Land offen ließ, das hernach die Menschen, zur Vermeidung aller Gezänke, unter sich eintheilten und bebauten." — In dieser letzten Gestalt ist die Antwort der Geschichte noch am ersten gemäß. Wahrscheinlich standen zu allererst nur die Worte da: The Art of measuring, die Kunst des Messens; sowie zuvor ganz kurz geantwortet wurde: die Eigenschaften der Zahlen; und das Übrige ist eine der Kunstüberlieferung gemäße Erläuterung. (Daher oben die [ ] !) Allerdings spielt Euclides in den Kunstüberlieferungen eine Rolle, nur in den ältesten eine völlig geschichtgemäße; in den neuern aber eine allegorische, verschiedendeutige. Denen, die hinter diesen geschichtwidrigen Dingen, wie es späterhin so oft geschehen ist, gewisse Begebenheiten der englischen freimaurerischen oder politischen Geschichte verstekken wollten, welche auch der Gegenstand des Gesellen- und des Meistergrades waren, mußte dieser Zusatz sehr willkommen sein; wenn er nicht etwa in dieser Stelle selbst von ihnen herrührt. Von des Euclides Lebenumständen ist fast gar Nichts bekannt, doch soviel gewiß, daß er fast 100 Jahr nach Platon lebte; also weder die Geometrie erfunden, noch sie den Egyptern zuerst gelehrt haben konnte. Auch Das ist eine geschichtwidrige Sage, daß die Egypter, die, noch ehe sie in die sumpfigen Gegenden Niederegyptens herabkamen, in Oberegypten die größten Werke der Baukunst aufführten, und schon gute himmelkundliche Kenntnisse innehatten, durch die Überschwemmungen des Nils genöthigt, die Geometrie erfunden haben sollen; höchstens konnte Dieß mit der Erdmeßkunst (Geodäsie) der Fall sein. An den Sinn, worin Geometrie vom Bruder Anderson gebraucht worden, ist in unserer Stelle nicht zu denken. (S. das Sachverzeichniß unter: Geometrie! )



83. Mas. - What doth Music teach you, Brother?


   Ans. - The Virtue of Sounds. *) =208=


84. Mas. - What doth Astronomy teach you?


   Ans. - The Knowledge of the heavenly Bodies. (*) 95)


 

83. M. - Was lehrt Euch die Musik (Tonkunstlehre), Bruder?

   A. - Die Eigenschaft der Töne. *)

84. M. - Was lehrt Euch die Astronomie (Himmelbaulehre)?

   A. - Die Kenntniß der Himmelkörper. (*) 95)


*) M. übersetzt: "Die Kraft des Tones."

(*) Hier findet sich in K. folgendes NB. : "See Brandt's Astronomical Tables, and you will have a full Description of the last Science. But I believe you may content yourself without any other Authors upon this Head, for I go as far as any of the tree Masons do in their Lectures, and rather further, which I am obliged to do to make it plain, that it may be understood to the meanest Capacity. That which is not in the Lecture is marked thus, N.B." "Seht Brandt's astronomiesche Tafeln, wo Ihr eine vollständige Beschreibung der letzten Wissenschaft findet! Doch glaube ich, Ihr könnt Euch ohne irgend einen Autor in Ansehung dieses Gegenstandes selbst behelfen; denn ich gehe soweit, als es die Freimaurer irgend in ihren Lectionen thun; denn ich muß Dieß thun, um Alles für die geringste Fassungkraft verständlich zu machen. Das, was nicht in der Lection selbst steht, ist mit NB. bezeichnet." (Hieraus sieht man, daß das Original, wonach K. die Lection mittheilt, keine weiteren Anmerkungen hatte. H.)



85. Mas. - Why should Eleven make a Lodge, Brother?

   Ans. - There were Eleven Patriarchs, when Joseph was sold into Egypt, and supposed to be lost. *)

86. Mas. - The second Reason, Brother?

   Ans. - There were but Eleven Apostles, when Judas had betray'd **) Christ. 96)

87. Mas. - What Form is your Lodge? 97) =210=

   Ans. - An oblong Square.

88. Mas. - How long, Brother?

   Ans. - From East to West.

89. Mas. - How wide, Brother?

   Ans. - Between North and South.


90. Mas. - How high, Brother?

   Ans. - From the Earth to the Heavens.

91. Mas. - How deep, Brother?

   Ans. - From the Surface of Earth to the Center.



92. Mas. - Why is your Lodge said to be from the Surface to the Center of the Earth?

   Ans. - Because that Masonry is universal. 98)

93. Mas. - Why is your Lodge situate (*) East and West?


   Ans. - Because all Churches or Chapels are, or ought to be so.

94. Mas. - Why so, Brother?

   Ans. - Because the Gospel was first preached in the East, and extended itself to the West.

95. Mas. - What supports your Lodge?

   Ans. - Three great Pillars. 99)

96. Mas. - What are their Names.

   Ans. - Wisdom, Strength, end Beauty. 100) =213=


 

85. M. - Warum sollen Eilf eine Loge machen, Bruder?

   A. - Es waren eilf Patriarchen, als Joseph nach Egypten verkauft und für verloren geachtet wurde. *)

86. M. - Der zweite Grund, Bruder?

   A. - Es waren nur eilf Apostel, als Judas Christum verrathen hatte. 96)

87. M. - Von welcher Gestalt ist Eure Loge? 97)

   A. - Ein längliches, rechtwinkliges Viereck.

88. M. - Wie lang, Bruder?

   A. - Von Osten nach Westen.

89. M. - Wie breit (weit), Bruder?

   A. - Zwischen (binnen) Norden und Süden.

90. M. - Wie hoch, Bruder?

   A. - Von der Erde (bis) zum Himmel.


91. M. - Wie tief, Bruder?

   A. - Von der Oberfläche der Erde (bis) zu dem Mittelpunkte.

92. M. - Warum wird gesagt, Eure Loge reiche von der Oberfläche der Erde bis zu dem Mittepunkte?

   A. - Deßhalb, weil die Maurerei allgemein ist. 98)

93. M. - Warum is Eure Loge von Osten nach Westen gelegen?

   A. - Weil alle Kirchen und Capellen so liegen, oder so liegen sollten.

94. M. - Warum Dieß, Bruder?

   A. - Weil das Evangelium zuerst in Osten verkündigt ward, und sich von da nach Westen ausbreitete.

95. M. - Was unterstützt Eure Loge?

   A. - Drei große Pfeiler. 99)


96. M. - Welches sind ihre Namen?

   A. - Weisheit, Stärke (Kraft) und Schönheit. 100)


*) M. zitirt Geneseos 36, v. 18 - 36, und Psalm 10, v. 4 -17.

**) had betray'd, K.;   betrayed, JB.

(*) situate, JB.. 1793;   situated, K. und JB. 1776.



97. Mas. - Who doth the Pillar of Wisdom represent?

   Ans. - The Master in the East, 101)

98. Mas. - Who doth the Pillar of Strength 102) represent?

   Ans. - The Senior Warden in the West. *)

99. Mas. - Who doth the =214= Pillar of Beauty 103) represent?

   Ans. - The Junior Warden in the South.

100. Mas. - Why should the Master represent the Pillar of Wisdom?

   Ans. - Because he gives Instructions to the Crafts, 104) to carry on 105) their Work in a proper Manner, 106) with good Harmony.

101. Mas. - Why should the Senior Warden represent the Pillar of Strength?

   Ans. - As the Sun sets do finish the Day, so the Senior Warden stands in the West to pay the Hirelings 107) their Wages; which is the Strength and Support of all Business, 108)

102. Mas. - Why should the Junior Warden represent the Pillar of Beauty?

   Ans. - Because he stands in the South at high Twelve at Noon, which is the Beauty of the Day, to call the Men off from Work to Refreshment, and to see that they come on again in due Time, that the Master 109) may have Pleasure and Profit therein. 110) 111)

103. Mas. - Why is it said that your Lodge is supported by those (*) three great Pillars, Wisdom, Strength and Beauty?

   Ans. - Because Wisdom, Strength and Beauly is the Finisher of all Works, and nothing can be carried on 112) without them.

104. Mas. - Why so, Brother?

   Ans. - Because there is Wisdom to contrive, Strength to support, and Beauty to adorn. 113)


 

97. M. - Wer stellt den Pfeiler der Weisheit vor?

   A. - Der Meister in Osten. 101)

98. M. - Wer stellt den Pfeiler der Stärke 102) vor?


   A. - Der ältere Aufseher in Westen.

99. M. - Wer stellt den Pfeiler der Schönheit 103) vor?

   A. - Der jüngere Aufseher in Süden.


100. M. - Warum soll der Meister den Pfeiler der Weisheit vorstellen?

   A. - Weil er den Arbeitern 104) Unterricht giebt, ihr Werk in gehöriger form 105) und in (mit) gutem Einverständniße (Harmonie) fortzuführen. 106)

101. M. - Warum soll der ältere Aufseher den Pfeiler der Stärke vorstellen?

   A. - So wie die Sonne untergeht, und den Tag endet, so steht der ältere Aufseher in Westen, und bezahlt den Lohnarbeitern 107) ihren Lohn; Welches die Stärke und die Stütze jedes Geschäftes (aller Arbeit) ist. 108)

102. M. - Warum soll der jüngere Aufseher den Pfeiler der Schönheit vorstellen?

   A. - Weil er in Süden steht, genau um Zwölf des Mittags, welches (wann) die Schönheit des Tags ist, um die Arbeiter von der Arbeit zur Erholung abzurufen, und zu sehen, daß sie zu rechter Zeit wieder an die Arbeit gehen, damit der Meister 109) Vergnügen und Vortheil davon haben möge. 110) 111)

103. M. - Warum wird gesagt, daß Eure Loge vom jenen 3 großen Pfeilern, Weisheit, Stärke und Schönheit, unterstützt (getragen) werde?

   A. - Weil Weisheit, Stärke und Schönheit aller Werke Vollender sind, und Nichts ohne sie fortgeführt (ausgeführt ) 112) werden kann.

104. M. - Wie so, Bruder?

   A. - Weil Weisheit entwirft, Stärke unterstützt, und Schönheit ziert. 113)


*) Diese 98ste Frage und Antwort steht nur in K.;   in JB. ist sie, vermuthlich bloß aus Übereilung, weggelassen; sie fehlt in beiden Ausgaben, die ich vor mir habe.

(*) those, JB.;   these, K.



105. Mas. - Had you any Covering to your Lodge? 114)


   Ans. - Yes, a cloudy *) Canopy, of divers Colours. 115) **)

106. Mas. - How blows a Mason's Wind, Brother? 116) =218=

   Ans. - Due East and West. (*)

107. Mas. - What is it o'Clock, Brother?

   Ans. - High Twelve.

108. Mas. - Call the Men off from Work to Refreshment, and see that they come on again in due Time.

[The End of the enter'd Apprentice's Lecture. *)]


 

105. M. - Hatte Eure Loge irgend eine Bedekkung (Dekke)? 114)

   A. - Ja, einen wolkigen Thronhimmel von verschiedenen Farben. 115)

106. M. - Woher (Wie) bläs't eines Maurers Wind, Bruder? 116)

   A. - Genau von Osten nach Westen.

107. M. - Welch' Zeit ist's, Bruder?

   A. - Hoch Zwölf (Mittag).

108. M. - Rufet die Männer von der Arbeit zur Erholung, und seht zu, daß sie bei rechter Zeit wieder zur Arbeit kommen!

[Ende der Lection des angetretenen Lehrlings. *)]


*) cloudy, K.;   clouded ("bewölkten"), JB.

**) Hier steht noch in K.: or the clouds," oder die Wolken." Da Dieß wie eine später hinzugesetzte Erklärung aussieht, so habe ich es nicht in den Text aufnehmen mögen.

(*) Hier schaltet M. noch einige, wahrscheinlich aus Prichard's zergliederter Maurerei genommene, Fragen und Antworten ein, welche ich weiter unten mittheilen werde, wovon ich hier aber nur die Numern der Fragen in Prichard's Werke, sowie in der aus der Schrift: the grand Mystery etc., mitzutheilenden Urkunde, die hier mit GM. bezeichnet wird, anmerke, damit sie der Leser vergleichen könne. Sie sind: Prich. 60, 61 , 62, 63, 64; GM. 21; Prich. 67; GM. 23; Prich. 68; GM. 25; Prich. 71 , 88, 89, 90.
      Nun folgt die obige 107te und 108te Frage; worauf dann die Lecture, wie oben, mit den Worten geschlossen wird: "Da sagt nun der Meister zu dem jüngern Aufseher: ""Ruft die Arbeiter vom Werke zur Erquikkung, und seht hernach, daß Jeder wiederum zu rechter Zeit an die Arbeit gestellt werde!""
      Es fällt in die Augen, daß diese in M. eingeschalteten Fragen und Antworten insgesammt nicht hätten aufgenommen werden sollen; sie sind der ganzen hier mitgetheilten Lecture fremdartig und widerklangig; obgleich dennoch ihr Alter, wie ich weiter unten zeigen werde, mehre Jahrhunderte zu übersteigen scheint. Der Wohlmeinende, mit vielen, vorzüglich damals (im Jahr 1784) in Deutschland seltnen, und noch seltner in ihrer Wichtigkeit anerkannten Hülfmitteln versehne Zusammenschreiber der bisher mit M. bezeichneten Urkunde hatte vielleicht das Ritual einer nach dem alten System arbeitenden Loge zur Hand, worein diese Fragen schon aufgenommen waren, und wagte nun, allzugewissenhaft, nicht, sie wegzulassen.

(*)] Diese Schlußformel in K. läßt vermuthen, daß der Verfasser von K. eine Handschrift Abgeschrieben hat aus den Zeiten, wo alle Schriften so geschlossen wurden. In JB. und in M. fehlen diese Schlußworte. Der Verfasser von JB. fahrt unmittelbar so fort: "The Entered Apprentice's Lecture being finished, it is customary for the Master to call upon one of the Brethren, who can best acquit himself, for the following Song, which is always readily complied with." — "Wenn des angetretnen Lehrlings Lection zu Ende ist: so ist's gewöhnlich, daß der Meister einen Bruder, der sich dazu am besten schiekt, zu dem folgenden Gesänge auffordert; Welches allemal mit Freuden geschiehet." Nun folgt der Gesang, den ich weiter unten mittheilen werde: "Come, let us prepare etc." — M. läßt diesen Gesang vom jüngern Vorsteher oder Aufseher anstimmen.


Coat of Arms

« Vorerinnerung zur zweiten KunsturkundeJB. und K. Schriften »



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Haupt-Inhaltsverzeichnis

Main Table of Contents

« Einführung und Leitfaden zur ÜbersetzungIntroduction and Guide to the Translation »



« Zwekke dieses WerkesKrause's Purpose and Main Index »



« Inhalt - 1ten Abtheilung des ersten BandesContents - Section 1 - Volume 1 »



« Inhalt - 2ten Abtheilung des ersten BandesContents - Section 2 - Volume 1 »



« Inhalt - 1ten Abtheilung des zweiten BandesContents - Section 1 - Volume 2 »



« Inhalt - 2ten Abtheilung des zweiten BandesContents - Section 2 - Volume 2 »