Abschrift
des Karl Christian Friedrich Krause's Buches
Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbrüderschaft
zusammengestellt, überarbeitet und ins Englische übersetzt
aus Google Books
von Bruder Vincent Lombardo
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Die merkwürdige und lehrreiche Urkunde, welche ich hier als die erste mittheile, ist, nach der Yorker Constitution (Gesetzurkunde), und nächst der ältesten Aufnahmacte (Aufnahmevorschrift), unter allen, die uns bekannt geworden, die älteste. Sie wird in England, soviel ich weiß, ohne daß dort eine einzige, mir bekannte, Stimme widerspräche, sowohl von den Gelehrten, als auch von der ganzen Freimaurerbrüderschaft (Masonei) selbst, sogar von mehren Großlogen, ausdrücklich für echtüberliefert (authentisch) erklärt. So hat, zum Beispiel, die neuenglische Großloge in London diese Urkunde förmlich in ihr Constitutionenbuch (Gesetzbuch) aufgenommen; und indem die Großloge in Schottland Lawrie's Geschichte der Freimaurerei im Jahr 1804 billigte, und deren Inhalt genehmigte, hat sie dieß Fragstück eben dadurch als echt anerkannt; denn Lawrie setzt die Echtheit desselben als erwiesen voraus, und unterstützt sie noch mit neuen Gründen.
Zwar ist, wie ich zeigen werde, diese Urkunde eigenlich ein Fragstück zur Belehrung Derer, die Brüder werden wollen, welches die Brüderschaft schon vor der Regierung des Königes Heinrich VI. in Gebrauch gehabt haben kann; doch war früherhin, durch die auch hier im Folgenden dargestellte Ansicht, welche Locke von dieser Urkunde faßte, veranlaßt, die Meinung allgemein herrschend, daß dieselbe ein Bericht über ein gerichtliches Verhör sei, welches ein englischer Gerichthof, in Auftrag des Parlamentes oder des Königes, über die Freimaurer abgehalten habe; und eben daher wurde diese Urkunde gewöhnlich das Freimaurerverhör oder das Freimaurerexamen genannt.
In England fand diese Handschrift zuerst Locke seiner Aufmerksamkeit werth; sie bewog ihn sogar, die Mitgliedschaft bei einer Londoner Loge zu suchen; wie man dieß Alles aus dem Folgenden ersehn wird. Sodann kam sie angeblich, unbekannt wie, nach Deutschland, erschien in Frankfurt, nebst Locke's Brief und Anmerkungen, und kehrte in dieser Gestalt nach England zurück, wo sie seit dem Jahr 1753 wiederholt abgedruckt wurde. Denn, =14= meines Wissens ist sie in England zuerst gedruckt erschienen in the Gentleman's Magazine, by Sylvanus Urban; (London, Edward Cave, in 4. min.) Vol. XXIII. (For the year MDCCLIII. For September.) p. 417 - 421; sodann,
2) in der von Entick besorgten, mit Sanction und Unterschrift der Beamten der Großloge zu London versehenen Ausgabe ihres Constitutionenbuches v. J. 1756;
3) mit dem Briefe, den Noten und dem Glossary, in the Free-Masons Pocket Companion; (the 2d Edition, Edinburgh 1763 in 8. p. 79 - 88; und: London 1764;)
4) in the Lives of John Leland, Thomas Hearne, and Anthony à Wood u.s.w. (2 Vols. in 8. Oxford, 1772) Vol. I., p. 96 - 103 (verbunden mit p. 66 - 68);
5) in Preston's (gewesenen Meisters der Loge of Antiquity, der ältesten bekannten Loge in England,) Illuststrations of Masonry, in der ersten Ausgabe von 1772 und in den 11 folgenden Ausgaben, wovon ich die vom Jahr 1788, die achte vom Jahr 1792 und die zwölfte vorn Jahr 1812 vor mir habe; dann auch:
6) in Hutchinson's Spirit of Masonry, London 1775, als Appendix. — Ferner ist sie auch, wie Lawrie in seiner Geschichte der Freimaurerei ( S. 95 der Urschrift und S. 87 der Übersetzung in der Note,) bezeugt, im London Magazine und in andern periodischen Blättern, z. B. in the Freemasons Magazine, for Aug. 1794, p. 79 - 84, abgedruckt worden. Auch enthält dieselbe die von John Noorthouck im Jahr 1784 besorgte Ausgabe des Coustitutionenbuches der Londoner neuenglischen Großloge, p. 108 - 113.
In Deutschland erschien sie nun wieder aus englischen Schriften, und, soviel ich weiß, zuerst, abgedruckt in der Übersetzung von Preston's Werke: Erläuterung der FMy. , von J. G. L. Meyer; (Stendal 1776, und zweite vermehrte Aufl. 1780;) mit Locke's und des Herausgebers Anmerkungen; dann 2) mit dem altenglischen Text und dem Glossary, doch ohne den Text zu Locke's Brief und Anmerkungen, in der 1780 in Berlin erschienenen Übersetzung des vorerwähnten Hutchinson'schen Werkes: der Geist der Maurerei, S. 199 - 218; sodann die deutsche Übersetzung, nebst vortrefflichen Bemerkungen und Erläuterungen, im dritten Bande von Feßler's Sämmtlichen Schriften über Freimaurerei; (Freiberg bei Gerlach, 1807.) S. 157 - 201. Auch findet sie sich, nebst Locke's Brief und =15= Anmerkungen, in dem vom Professor Seebaß herausgegebenen ersten Stücke des Magazins für Freimaurer; (Leipzig 1805.) S. 70 - 81.
Ich gebe sie hier wörtlich treu, sowie sie sich in the Gentleman's Magazine am angeführten Orte befindet, nebst Locke's Briefe, Anmerkungen und Glossary; ich füge eine deutsche Übersetzung hinzu, wobei ich alle, mir bekannten, früheren Verdeutschungen benutzt habe; lasse sodann alles Merkwürdige folgen, was sich bei den andern Abdrücken desselben befindet, nebst einem Auszuge aus Feßler's Bemerkungen, und beschließe das Ganze mit meinen eignen Anmerkungen. So ist hier die ganze Litteratur dieses Actenstükkes zusammengestellt worden, welches über den Urbegriff (die Idee) und das Urbild (das Ideal), die der Freimaurerbrüderschaft (der Masonei) gegen das Ende des Mittelalters überliefert worden waren, und die der Verfassung, den gesellschaftlichen Arbeiten und der Wirksamkeit des Bundes damals wirklich noch zum Grunde lagen, die einzige, und im Allgemeinen befriedigende, Auskunft giebt.
Der Zeitfolge gemäß sollte die älteste Yorker Constitution vom Jahr 926 an die Spitze der hier mitzutheilenden Urkunden gestellt werden. Da sie aber zunächst nur die Verfassung betrifft, und sich nicht füglich von den, ihr beigefügten, alten Pflichten und Verordnungen (old charges and regulations, das ist, den alten Grundgesetzen) trennen läßt, welche ich aus guten Gründen zuletzt mittheilen will; so bin ich von der Zeitordnung der Urkunden abgewichen, und habe diejenige vorangestellt, welche über die Wesenheit der Freimaurerei selbst einen allgemeinen, nicht in Bilder gehüllten, Aufschluß giebt. Als zweite Kunsturkunde werde ich den ältesten Lehrlingunterricht (die Lehrlinglection, the entered Apprentices Lecture) folgen lassen; da dieses, in seiner Art einzige, Denkmal gesellschaftlicher Wirksamkeit über die Einrichtung und Werkthätigkeit des Freimaurerbundes, worin derselbe die in der ersten Kunsturkunde enthaltene Bundlehre lebwirklich zu machen strebte, eine anschauliche Belehrung ertheilt.
Als Einleitung in die erste Kunsturkunde möge der folgende, von der bildlichen Sprache derselben entkleidete, Hauptinhalt dienen!
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der
Freimaurerei und der Freimaurerbrüderschaft oder der
Masonei,
zwar meist mit den Worten der Urkunde selbst, doch
mehr den Geist, als den Buchstaben, derselben
darstellend.
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Die Freimaurerei, oder, mit ihrem ältesten, wesenlichen Namen, die Masonei, ist einestheils die Kunst, Gebäude und Wohnungen, und alle andere äußere Dinge, nach dem Bedürfniß und für das Wohl des Menschen herzustellen und einzurichten, und zugleich der Inbegriff aller hierzu erforderlichen Wissenschaften, sowie die Kunst zu demselben Endzwecke neue Künste zu erfinden. Anderntheils aber umfaßt sie auch noch höher wesenliche, würdevollere Künste und noch tiefere, ja urwissenschaftliche, Weisheit, welche den Menschen und die Menschheit selbst angehen und bilden: die Religion, das ist, die Gottinnigkeit und das Vereinleben mit Gott, *) die Kunst, ohne Hülfe der Furcht und der Hoffnung gut und vollkommen, das ist, vollwesenlich im Leben, zu werden, und die Regierungkunst, --- =17=
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*) Was ich unter Innigkeit überhaupt, und Gottinnigeit insbesondere, verstehe, siehe in meiner Schrift: Tagblatt des Menschheitlebens, (Dresden 1811,) No. 19, S. 76. Wie ich Religion als Gottinnigkeit und als Vereinlebe mit Gott anschaue, habe ich ebendaselbst (in No. 3, S. 9 f.) ausgesprochen, und in wissenschaftlichem Zusammenhange ausführlich erklärt in der Schrift: das Urbild der Menschheit, (Dresden 1812.) S. 1- 55; ferner ebendaselbst in der Darstellung der Gottinnigkeit und des Gottinnigkeitbunde S. 305 - 321; dann in einer Abhandlung mit der Überschrift: Eine Gottinnigkeit und Ein Gottinnigkeitbund auf Erden, im Tageblatt d. M. No. 50 - 62, 198 - 208.
--- und die Regierungkunst, oder die Kunst, das Leben des Menschen und der Menschheit zu leiten und selbst zu beleben, (die Lebenleitkunst ) *); woran sich auch die Kunst schließt, die Zukunft zu bedenken und sie in der Gegenwart werkthätig (und lebwirkig, — practisch) vorzubereiten. Sie ist also die Kunst, den Menschen als Menschen, und die Menschheit als Menschheit, rein und allseitig zu erziehen, das ist, ihr Leben zu wekken, zu leiten und auszubilden, und die ganze Bestimmung des Menschen und der Menschheit zu erreichen, und zugleich der Inbegriff aller Erkenntnisse und Künste, die hierzu wesenlich gehören. **) Die Masonen (Masons), oder Freimaurer, als die brüderliche Gesellschaft, welche diese Masonei, oder Maurerei, ausübt, sind überzeugt, daß die Welt, das ist, die Mehrzahl der jetztlebenden Menschen, zur Mittheilung dieser Kunst und Wissenschaft noch nicht reif ist, und daß das Edelste derselben gemißbraucht, und ihr Heiligstes entkräftet und schädlich gemacht werden würde. - - →
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*) Diese drei entsprechen vollkommen den drei großen Lichtern des ältesten Aufnahmerituals (Gebrauchthumes); die Religion der Bibel, welche das große Licht bedeutet, das unseren Glauben leiten und regieren soll; die Kunst, ohne die Hülfe der Furcht und der Hoffnung gut und vollkommen zu werden, dem Winkelmaaße, als dem Bilde der gesetzlichen innern Selbstvollendung; und die Regierungkunst (Lebenleitkunst) dem Zirkel, der das dritte große Licht bedeutet, das uns mit allen Menschen, besonders mit unsern Brüdern, in den gehörigen Gränzen verbunden halten soll. Regierungkunst bezieht sich hier nicht bloß auf das Rechtsgesetz und auf Rechtsverhältnisse, sondern auf das ganze gesellige Leben. (Vergleiche die 36te bis 38te Frage der zweiten Kunsturkunde, und meine dort beigefügten Erläuterungen, so auch meine Schrift: Höhere Vergeistigung der echt überlieferten Grundsymbole der Freimaurerei, (Dresden 1811) S. 13 f. S. 20; 29; und die achte Rede: Vergeistigung der drei großen Lichter in der Freimaurerei, S. 55 ff.
**) Es kommt nicht darauf an, daß Dieß mit denselben Worten in der Urkunde stehe, sondern einzig darauf: daß Dieß der reine Geist und der ungezwungene, und zugleich geschichtlich bestätigte, Sinn derselben sei. Aber Religion, als das Vereinleben mit Gott, Regierungkunst, und die Kunst, ohne die Hülfe der Furcht und der Hoffnung gut und vollkommen zu werden, sind der Inbegriff alles Reinmenschlichen, des Lebens der Menschheit als Menschheit. Und da die Masonen Dieß den Menschen lehren, auch jeden Lernbegierigen aufnehmen wollen, so erklären sie sich selbst für Erzieher der Menschen und der Menschheit zu allein Menschlichen.
- - → gemacht werden würde. Sie theilen daher der Menschheit außer ihrer Brüderschaft von Zeit zu Zeit nur alles Das mit, was sie ihr für nützlich und heilsam halten, nehmen =18= unter sich nur würdige, lehrbegierige, lernsame und fleißige Männer auf, und verhehlen Alles sorgfältig, was zur Zeit noch zum Schaden gewandt und gemißbraucht werden könnte. *) Ihr Verein in eine Gesellschaft ist an die gesellige Ausübung der Baukunst, vorzüglich der höheren und Schönen geknüpft; folglich auch daran, daß sie Arbeit finden, und sich selbst und ihrer Kunst Ehre und Ansehn erhalten. Schon deßhalb müssen sie diejenigen Kunstgeheimnisse und Kunstvortheile verbergen, welche diese ihre äußere Kunst betreffen. **) - - →
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*) Dieser angeführte Grund stimmt ganz mit den Winken überein, welche hierüber in der ältesten Aufnahmurkunde gegeben werden. Sobald also heut zu Tage, nach Verfluß von fast vier Jahrhunderten, von irgend einem Theile der Wissenschaft und der Kunst, welche zur Maurerei, als wesenlicher innerer Theil ihrer Einen and ganzen Wesenheit, gehört, kein Mißbrauch mehr zu befürchten ist, und "die Welt," das ist die Menschheit außer der Masonei, Reife gewonnen hat, Das, was dieser Theil in sich halt, zu tragen und zum Guten zu verarbeiten, sobald müssen wir Dasselbe der Welt mittheilen, ja öffentlich lehren und üben; denn wenn wir es doch noch verhehlen wollten, so dürften wir uns nicht einmal rühmen, im Geiste unserer Vorfahren vor dreizehn Menschenaltern zu denken und zu handeln. Nicht zu erwähnen, daß die Bestimmung der Freimaurerei und der Freimaurerbrüderschaft, – allseitige, harmonische Vollendung der Menschheit auf Erden, als Eines Menschen, – nicht vollständig im Geheimen vorbereitet, geschweige erreicht werden kann. – Diese Stelle des Fragstükkes, und jene Winke in der ältesten Aufnahmurkunde, mag Jeder wohl überlegen, wem es ein Ernst ist, meine Lehre von dem Beginne der dritten Leben periode der Freimaurerbrüderschaft (der Masonei) als eines offenen Bundes für das ganze gottinnige Menschheitleben, als werdenden Menschheitbundes, nicht ungehört, nicht blind und ungeprüft zu verdammen, sondern Das, was ich in vorstehendem, den Inhalt der drei ältesten Kunsturkunden urvergeistigenden Fragstükke über die zukünftige, höchst wunschwerthe und, weil sie im Entfaltgange des Menschheitlebens liegt, unvermeidliche Offenheit der Freimaurerbrüderschaft gesagt habe, ruhig, unparteiisch, als ein freier Mensch und Maurer zu prüfen. (Siehe das Register dieser Schrift bei den Worten: geheim —, mystery, Eid, Verschwiegenheit.)
**) Diese Gründe der Geheimhaltung fallen weg, seit sich in den ersten Dezennien des 18ten Jahrhunderts die vergeistigenden Maurer von den wirklichen Zunftmaurern völlig getrennt haben, und auch da, wo sie noch allein mit denselben in einiger Gemeinschaft stehen, – in Schottland, wenigstens von ihnen unabhängig sind und dieselben überwiegen. Es ist ja ohnehin bekannt, daß die Freimaurerbrüderschaft jetzt weder im Besitze der Kunst, im Sinne dieser Urkunde Geheimnisse zu herfahren, noch der Kunst, Wunderwerke zu =19= verrichten, und zukünftige Dinge vorherzusagen, noch der Kunst der Verwandlungen, und der Kunst, die Kraft des Abrak zu gewinnen, noch auch in dem Besitze der allgemeinen Sprache, (wozu seitdem die geistreichsten Versuche durch Dalgarno, Wilkins und Leibnitz außerhalb der Brüderschaft gemacht worden sind,) sich befindet. – Möge sie in der wesenliches Kunst: gut und vollkommen ohne die Hülfe der Furcht und der Hoffnung zu werden, immer mehr Wesenliches und Gründliches leisten, und sich durch ein neues Leben, im Geiste und nach dem Urbilde der Menschheit, dazu immer fähiger machen!
- - → äußere Kunst betreffen. Doch halten sie außer Diesem nur =19= Das geheim, was, öffentlich mitgetheilt, zum Bösen gemißbraucht werden, und so dem allgemeinen Wohle und der Ausbildung der Menschheit hinderlich und verderblich sein könnte. Eben deßhalb verhehlen sie auch die Kunst, Geheimnisse zu bewahren; weil, wer diese Kunst besitzt, selbst alles Nöthige verbergen, vor ihm aber nicht leicht Jemand Etwas, das ihn angeht, verheimlichen kann; die Kunst, den bestehenden Aberglauben zum Guten zu wenden, *) sowie auch eine allgemeine, nur der Brüderschaft bekannte, Maurer-Sprache. Diese Kenntnisse und Künste des Maurers werden nur durch beharrlichen Fleiß erworben, und machen nur Den gut und vollkommen (vollwesenlich im Leben), der sie sich von ganzem Herzen und von ganzer Seele aneignet. Die Liebe und Treue, welche die Maurer gegenseitig empfinden und üben, gründet sich auf ihre wechselseits anerkannte Herzengüte, auf ihre reinsittliche Gesinnung, und auf ihre daher stammende reine Tugend und Rechtschaffenheit, und wird mit Diesen selbst immer inniger und fester. =20=
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*) So sind zuverlässig die verborgene Kunst der Wunderwerke, des Prophezeiens, der Astrologie, und des Abrak zu verstehen; wenn ich auch nicht läugnen will, daß sie vielleicht sehen zu Heinrich's des VIten Zeiten von den meisten Brüdern im wörtlichen und abergläubischen Sinne genommen worden sein können. Hier ist nur die Rede davon, was sie im Geiste und nach dem Sinne der Urkunde selbst bedeuten. – Ebenso ist die reine, urwissenschaftliche Lehre der hindustanischen Urkunden, – der brahmnanischen Vedam, (Wedang, d. i. Wifsthum) vielleicht schon vor mehren Jahrtause den zur Grundlage eines menschheitwidrigen Aberglaubens gemißbraucht worden; ebenso Zend - Avesta, und die christlichen Religionurkunden.
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Copy of small Pamphlet, consisting of 12 Pag. in Octavo, printed at Francfort, in Germany, in 1748, entitled,
That is: A letter of the famous Mr. John Locke, relating to Free-Masonry; found in the Desk or Scritoir of a deceased Brother. |
Eine alte Handschrift über Freimaurerei. Abschrift einer kleinen, aus zwölf Octavseiten bestehenden Schrift, gedruckt zu Frankfurt, in Deutschland, im Jahr 1748, betitelt:
Das ist: A Letter of the famous Mr John Locke, relating to Free - Masonry; found in the Desk or Scritoir of a deceased Brother. |
*) Die Engländer haben kein ü.
**) Auf englische Weise verwechselt. Wie sorglos die Engländer deutsche Worte abdrucken, ist bekannt. Es lautet z. B. obige Überschrift in dem Abdrukke in the lives of John Leland, Th. Hearne and Anth. à Wood, (Oxf. 1772,) =21= S. 96 des ersten Bandes, also: "Ein Brief Vondem Beruchmten Heren Heren JOHANN LOCKE, betrellend die Frey-Maureren. So auf einem Schrieb-Tisch eines verstorbnen Bruders ist gefunden worden." – Und doch ist Dieß aus The Gentleman's Magazine of Sept. 1753, wonach auch Obiges, abgedruckt.
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A Letter from the learned Mr John Locke to the Rt. Hon. *** Earl of ****, a) with an old Manuscript on the Subject of Free- Masonry. May 6, 1696. My Lord; I have at length by the help of Mr. C -- ns b) procured a Copy of that M. S. in the Bodleian Library, which you were so curious to see: and in obedience to your Lordship's commands, I herewith send it to you. Most of the Notes annex'd to it, are what I made Yesterday for the Reading of my Lady Masham, who is become so fond of masonry, as to say, that she now more than ever wishes herself a Man, that she might be capable of Admission into the Fraternity. The M. S. of which this is a Copy, appears to be about 160 Years old; Yet (as Your Lordship will observe by the Title) it is itself a Copy of one yet more Ancient by about 100 Years: For the Original is said to have been the Hand-writing of K. H. VI. Where that Prince had it is at present an Uncertainty: But it seems to me to be an =22= Examination (taken perhaps before the king) of some one of the Brotherhood of Masons; among whom he entred himself, as 'tis said, when he came out of his Minority, and thenceforth put a Stop to a Persecution that had been raised against them: But I must not detain Your Lordship longer by my Prefaces from the thing itself. |
Ein Brief des gelehrten Herrn Johann Locke an Se. Herrlichkeit *** Grafen von ****, nebst einer alten Handschrift, die Freimaurerei betreffend. Den 6ten Mai, 1696. My Lord; Endlich habe ich, mit Hülfe des Herrn C -- ns, eine Abschritt von der Handschrift in der Bodleianischen Bibliothek besorgt, welche Sie so gern sehen wollten: und, den Befehlen Eurer Herrlichkeit zufolge, schicke ich Ihnen beigehend dieselbe. Die meisten beigefügten Noten habe ich gestern niedergeschrieben, um sie die Lady Masham lesen zu lassen, welche für die Freimaurerei so eingenommen ist, daß sie sagte, sie wünsche jetzt mehr, als jemals, Mann zu sein, damit sie fähig wäre, in die Brüderschaft aufgenommen zu werden. Die Handschrift, wovon dieß eine Abschrift ist, scheint an 160 Jahre alt zu sein; jedoch ist jene selbst, (wie Eure Herrlichkeit aus dem Titel ersehen wird,) eine Abschrift von einer noch fast um 100 Jahre älteren Handschrift. Denn die Urschrift soll von der eignen Hand König Heinrich's des VI. gewesen sein. Wie der König dazu gekommen, ist jetzt ungewiß: aber es scheint mir ein (vielleicht =23= vor dem Könige gehalten) Verhör Eines von der Brüderschaft der Maurer zu sein, in welche er, wie erzählt wird, selbst, nach erlangter Mündigkeit, trat; von welcher Zeit an er der Verfolgung Einhalt that, die sich gegen dieselbe erhoben hatte. Doch ich darf Eure Herrlichkeit nicht länger durch meine Vorrede von der Sache selbst abhalten. |
a) In dem Pocket-Comp. steht: "Thomas Earl of Pembroke."
b) Ebendaselbst: "Collins." Vielleicht Anton Collins? – Auch Preston und Hutchinson geben Thomas Earl of Pembroke und Collins an.
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Certayne Questyons, wyth Awnsweres to the same, Concerniynge the Mystery of Maconrye; wryttenne by the Hande of Kynge Henrye the Sixths of the Name, and faythfullye copyed by me 1) Johan Leylande Antiquarius, by the Commaunde of His 2) Highnesse. They be as followethe: Quest. What mote ytt be? 3) Answ. Ytt beeth the Skylle of Nature, the under stondynge of the mygthe that ys hereynne, and its sondrye Werckynges; sonderlyche, the Skylle of Rectenyngs, of Waightes, and Merynges, and the treu manere of Faconnynge al thynges for Mannes Use, headlye, Dwellynges, and Bayldynges of alle Kindes, and al odher thynges that make Gudde to Manne. *) Quest. Where dyd itt begyne? Answ. Ytt dyd begynne with the 4) fyrste menne yn the Este, **) whych were before the 5) ffyrste Manne of the Weste, and comynge Westlye, ytt hathe brongthe herwyth alle Comfortes to the wylde and Confortlesse. Quest. Who dyd brynge ytt Westlye? Answ. The 6) Venetians, whoo beynge Grate Merchaundes, comed ffyrste ffromme the Este ynn Venetia, ffor the commodytye of Marchaundysynge beithe Este and Weste, bey the redde and Myddlelonde Sees. |
Einige Fragen, nebst den Antworten darauf, über das Gemheimniß (Mystery) der Maurerei (die Kunst der Maurerei), geschrieben von der Hand König Heinrich's des Sechsten dieses Namens, und getreulich abgeschrieben von mir 1) Johann Leylande, Antiquarius, auf Befehl Seiner Hoheit 2). Sie sind folgende: 1) Fr. Was mag (muß) es sein? 3) Antw. Es ist die Wissenschaft der Natur, das Verständniß der Kraft, die in ihr ist, und ihrer besonderen (einzelnen) Wirkungen, besonders die Wissenschaft von Zahlen (Größeverhältnissen), Gewichten und Maaßen, und die echte Art, alle Dinge zum Gebrauch des Menschen zu bilden und einzurichten, hauptsächlich Wohnungen und Gebäude aller Art, und alle andere Dinge, welche dem Menschen wohlthätig sind *) 2) Fr. Wo fing es an? Antw. Es fing an mit den 4) ersten Menschen in Osten, **) welche vor 5) dem ersten Menschen in Westen waren; es kam nach Westen, und brachte mit alle Hülfe und Trost (Unterstützung) für die Wilden und Hülflosen. 3) Fr. Wer brachte es nach Westen? Antw. Die 6) Venetianer, welche große Handelsleute waren, kamen zuerst Von Osten nach Venetia, damit sie bequem, beides nach Osten und Westen, auf dem rothen und auf dem mittelländischen Meere Handel treiben könnten. |
*) Es sind hier alle äußere Hauptbedingungen und Hülfmittel der ersten Entwilderung angegeben, wodurch der Mensch erst reinmenschlichen und gottinnigen Lebens, in Wissenschaft, Kunst und Geselligkeit, fähig wird, wovon in der 6ten bis 8ten Frage die inneren Bedingungen und Haupttheile bemerkt werden.
**) Da die Hauptlehren unserer Urkunde mit den Lehren der Vedams, oder der heiligen Bücher der Brahmanen, in Osten übereinstimmen, (wie die weiter unten angeführten Nebenstellen aus Oupnekhat beweisen,) so wird obige Aüßerung unserer Urkunde, zusammengenommen mit der in der zweiten, Kunsturkunde (in Fr. 88, 94, 106) behaupteten Herkunft der Maurerei (Masonei) aus Osten, und mit der ähnlichen Behauptung der Yorker Constitution, überaus wichtig. =23= — Ein Nachweis für weitere Forschung ist folgende Stelle aus: Oelsner, des effets de la religion de Mohammed, (Paris 1810) p. 15, Note 1. — "Hottinger hist. orient. p. 39 f. croit prouver la perversité de Mohammed en lui reprochant d'avoir à dessein, et pour brouiller les idées des Chretiens, appellé Hud le patriarche que nous appelions Héber. Il est probable que Mohammed a simplement suivi une tradition différente de la notre; de ce genre est celle que les Sabéens entretenoient d'Adam. Ils le font venir de l'Inde, muni de connoissance en histoire naturelle, débarquer à Aden et finir par quitter ce séjour délicieux pour se retirer dans le desert. (Hotting . hist. orient, p. 483.)"
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Quest. Howe comede ytt yn Engelonde? =24= Answ. Peter Gower 7) a Grecian, journeyedde ffor kunnynge yn Egypte, and yn Syria, and yn everyche Lond whereas tlie Venetians hadde plauntedde Maçonnye, *) and Wynnynge Entraunce yn al Lodges of Maconnes, **) he lerned muche, and retournedde, and woned yn Grecia Magna 8) wachsynge, and becommynge a myghtye 9) Wyseacre, and gratelyche renowned, and her he framed a grate Lodge at Groton 10) and maked many Maconnes, some whereoffe dyd journeye yn Fraunce, and maked manye Maconnes, wherefromme, yn Processe of Tyme, the Arte passed yn Engelonde. |
4) Fr. Wie kam es nach England? =25= Antw. Peter Gower 7) ein Grieche, reiste nach Kenntnissen in Egypten, in Syrien, und in jedes Land, wohin die Venetianer die Maurerei *) verpflanzt hatten, und nachdem er Zutritt in alle Logen der Maurer erlangt hatte, lernte er Viel, und reiste heim, und wohnte in Großgriechenland, 8) wuchs allda und wurde ein sehr weiser 9) Mann und sehr berühmt, und hier stiftete er eine große Loge in Groton, 10) und machte viele Maurer. Einige derselben reisten nach Frankreich, und machten viele Maurer: von wannen in der Folge der Zeit die Kunst nach England herüber kam. |
*) Hier steht Maçonrye, oben stand Maconrye, sowie kurz darauf Maconnes. Das ç scheint also ein Druckfehler des Gentleman's Magazine zu sein. Preston setzt allemal das ç.
**) Wie alt der bildliche Gebrauch der Wörter: Bauen, Baukunst, für: allgemeinmenschliche Kunst, Lebenkunst, Regiernugkunst, u.s.w., sei, davon führt Herr Professor Paulus in seinem Commentar über das neue Testament (Th. 3, 1802, S. 208) Beispiele an. Nach ihm werden Matth. 21, 42, oder eigenlich Psalm 118, 22 f., unter "Bauleuten" (οικοδομοΰντες) die vornehmsten Staatsbeamten verstanden, und Haus (οικος) bedeutet zugleich Familie, =25= Volk. — Über Hohelied I, 5 allegorisirt Schemot, R. 23, ne dicas filiae Hierosol; sed aedificatrices תוֹכב Hierosol., hoc est: Synedrium magnum Israelis. Gemara ad Schabbath. f.114: Quid intelligitur per Architectos? R. Joh. dixit: discipuli sapientium, sapientium, qui student in artificio mundi." [Gemara, ad Schabbath f. 114. "Was wird unter Architecten verstanden? Rabbi Joh. sagt: Schüler der Weisen, welche das Kunstwerk der Welt durchforschen." — Ganz übereinstimmend mit dem echten Wortsinne von Mason. [Siehe das Register!]
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Quest. Dothe Maconnes descouer here Artes unto Odhers? Answ. Peter Gower whenne he jonrneyedde to lernne, was ffyrste 11) made, and anonne techedde; evenne soe shulde all odhers be yn recht. Natheless 12) Maconnes hauethe alweys yn everyche Tyme from Tyme to Tyme communycatedde to Mannkynde soche of her Secrettes as generailyche myghte be usefulle; they haueth keped backe soche allein as shulde be harmefulle yff they commed yn euylle Haundes, oder soche as ne myghte be holpynge wythouten the Techynges to he joynedde herwythe in the Lodge, oder soche as do bynde the Freres more strongelyche togeder, bey the Proffytte, and commodytye comyuge to the Confrerie herfromme. Quest. Whatte Artes haueth the Maconnes techedde Mankynde? Answ. The Artes 13) Agricultura, Architectura, Astronomia, Geometria, Numeres, =26= Musica, Poesie, Kymistrye, Governmente, and Relygyonne. *) Quest. Howe commette Maconnes more teachers than odher Menne? Answ. They hemselfe haueth allein the 14) Arte of fyndynge neue Artes, whyche Art the ffyrste Maconnes receaued from Godde; by the whyche they fyndethe whatte Artes hem plesethe, and the treu Way of techynge the same. Whatt odher Menne doethe ffynde out, ys onelyche bey chaunce, and herfore but lytel I tro. **) |
5) Fr. Entdecken die Maurer Andern ihre Künste? Antw. Peter Gower, als er reiste, um zu lernen, ward erst 11) gemacht (aufgenommen), und darauf unterrichtet; so sollte es auch mit allen Andern von Rechts wegen gehalten warden. Nichtsdestoweniger 12) haben die Maurer, auf alle Weise und immer von Zeit zu Zeit, den Menschen Solche von ihren Geheimnissen mitgetheilt, welche allgemein nützlich sein konnten. Nur solche haben sie zurückbehalten, welche hätten schädlich werden können, wenn sie in üble Hände gekommen wären; oder solche, die ohne den Unterricht, der in der Loge damit zu verbinden ist, Nichts helfen würden; oder solche, welche die Brüder fester zusammen verbinden, durch den Nutzen und die Bequemlichkeit (den Vortheil), die der Brüderschaft daraus erwachsen. 6) Fr. Welche Künste haben die Maurer den Menschen gelehrt? Antw. Die Künste: 13) Ackerbau, Baukunst, Astronomie, Geometrie, Rechenkunst, =27= Tonkunst, Dichtkunst, Scheidekunst, Regierungkunst, und Religion. *) 7) Fr. Wie werden die Maurer mehr (bessere) Lehrer, als andere Menschen? Antw. Nur sie allein haben die Kunst, 14) neue Künste zu erfinden, welche Kunst die ersten Maurer von Gott empfingen; sie finden dadurch, welche Künste sie wollen, und den rechten Weg, eben dieselben zu lehren. Was andere Menschen ausfindig machen, kommt nur von ungefähr, und ist daher, denk' ich, nur gering. |
*) Daß hier Religion zuletzt genannt wird, geschieht deßhalb, weil der Verfasser der Urkunde hier offenbar vom Untergeordneten zum Übergeordneten, vom Aü ßeren (vergl. meine Bemerkung zur ersten Frage!) zum Inneren aufsteigt; gerade so wie er auch in Beantwortung der achten Frage verfährt und überhaupt das Wichtigste (wie z. B. in der Antwort auf die 12te Frage) zuletzt stellt.
**) Auf ähnliche Weise sagt Leibnitz in seiner noch ungedruckten Abhandlung über die zugleich zur Erfindungkunst führende scientia generalis: "Scientiam generalem intelligo, quae modum docet, omnes alias scientias ex datis sufficientibus inveniendi et demonstrandi; itaque illae cogitationes, quae casu tantum inveniri potuerunt, ab hac scientia non pendent," (v. g. magnetis inventio.) [In Dr. Schmeißer's Sammlung Leibnitzitcher noch ungedruckter Schriften.]
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Quest. Whatt dothe the Maconnes concele, and hyde? Answ. They concelethe the Arte of ffyndynge neue Artes, and thattys for here owne Proffytte, and 15) Preise: they concelethe the Arte of kepynge 16) Secrettes, thatt soe the Worlde mayeth nothinge concele from them. Thay concelethe the arte of Wunderwerckynge, end of fore sayinge thynges to comme, thatt so thay same artes may not be usedde of the wyckedde to an euylle Ende; thay also concelethe the 17) Arte of chaunges, the Wey of Wynnynge the Facultye 18) of Abrac, the Skylle of becommynge gude and parfyghte wythouten the Holpynges of Fere, and Hope ***); and the Universelle 19) Longage of Maconnes. |
8) Fr. Was verbergen und verhehlen die Maurer? Antw. Sie verbergen die Kunst, neue Künste zu erfinden, und das ist zu ihrem eignen Nutzen und 15) Ruhm. Sie verbergen die Kunst, Geheimnisse 16) zu bewahren, damit die Welt Nichts vor ihnen verbergen könne. Sie verbergen die Kunst, Wunderwerke zu thun und zukünftige Dinge vorherzusagen; und Dieß zwar, damit diese Künste nicht von bösen Menschen zu übeln Endzwekken gebraucht werden mögen. Auch verbergen sie die Kunst 17) der Verwandlungen; den Weg, die Kraft 18) des Abrak zu gewinnen; die Fertigkeit (Kunstfertigkeit, den Kunstbefleiß, den Kunstweg, die Kunstanweisung), gut und vollkommen zu werden, ohne die Hülfe (die Nachhülfe) der Furcht und der Hoffnung ***), und die allgemeine 19) Sprache der Maurer. |
***) Da die Facuitye of Abrac, die Kraft des Abrak, hier unmittelbar neben die Kunst, ohne alle äußere Beweggründe, Antriebe, Behelfe, und Anlokkungen reinsittlich zu leben, gestellt wird, so ist es möglich, daß die Erwähnung des Abrak "auf die in Oupnekhat gelehrte reine Anschauung Gottes, in dem Zustande reiner Weseninnigkeit, den die Braminen den vierten, höchsten Teriah, (siehe Oupnekhat T. I. p. 8; T. II. p. 412 ff.) nennen, sowie auf die, nach eben dieser Lehre, das Herz reinigende, innige Nennung des Wortes Oum, als des Namens Gottes," sich bezieht. Wenigstens scheint aus dem Misverstehen dieser altbraminischen Lehre, vielleicht vorzüglich durch das Glaubensystem der Magier hindurch, der aberglaubische Gebrauch des Namens Gottes, in mündlicher Nennung, und in schriftlichem Ansichtragen auf Abraxen und anderartigen Talismanen, entstanden zu sein. (Man sehe hierüber die weiter unten angeführten Bemerkungen Feßler's und Hutchinson's, sowie die Nebenstellen zu dieser ersten Kunsturkunde!
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Quest. Wylle he teche me thay same Artes? Answ. Ye shalle be techedde yff ye be werthye, and able to lerne. Quest. Dothe alle Maconnes kunne more then odher Menne? Answ. Not so. Thay onlyche haueth recht, and =28= Occasyonne more then odher Menne to kunne; butt many doeth fale yn Capacity, and manye more doth want industrye, thatt ys Pernecessarye for the gaynynge all Kunnynge. Quest. Are Maconnes gudder Menne then odhers? Answ. Some Maconnes are nott so Vertuons as some odher Menne; but yn the moste Parte, thay be more gude then thay woulde be yf thay war not Maconnes. Quest. Doth Maconnes love eidther odher myghtylye as beeth sayde? Answ. Yea verylyche, and yt may not odherwyse be: For gude Menne, and true, kennynge eidher odher to be soche, doeth always love the more as thay be more Gude. Here endethe the Questyonnes and Awnsweres. I know not what effect the sight of this old paper may have upon your Lordship; but for my own part I cannot deny, that it has so much raised my curiosity as to induce me to enter myself into the fraternity; which I am determined to do (if I may be admitted) the next time I go to London, (and that will be shortly). I am, my Lord, Your Lordship's most obedient, and most humble Servant, John Locke. |
9) Fr. Wollt ihr mir diese Künste lehren? Antw. Ihr sollt unterrichtet werden, wenn ihr deß würdig und zum Lernen geschickt seid. 10) Fr. Wissen alle Maurer mehr, als andere Menschen? Antw. Das nicht! Sie haben nur mehr Recht und =29= Gelegenheit zu Kenntnissen, als andere Menschen; aber manchen fehlt es an der Fähigkeit, noch mehreren an dem Fleiße, der zur Erwerbung aller Kenntnisse durchaus nothwendig ist. 11) Fr. Sind die Maurer bessere Menschen, als Andere? Antw. Einige Maurer sind nicht so tugendhaft, als einige andere Menschen; aber meistentheils sind sie doch besser, als sie sein würden, wenn sie nicht Maurer wären. 12) Fr. Lieben die Maurer einander so mächtig, als man sagt? Antw. Ja gewiß; und es kann nicht anders sein. Denn gute und rechtschaffene Menschen, die einander als solche kennen, lieben sich immer mehr, je mehr sie gut sind. Hier enden die Fragen und Antworten. Ich weiß nicht, welche Wirkung die Durchsicht dieses alten Aufsatzes auf Eure Herrlichkeit haben wird; aber ich für meinen Theil kann nicht leugnen, daß es meine Neugierde so gereizt hat, daß ich dadurch bewogen worden bin, selbst in die Brüderschaft zu treten. Dieß bin ich zu thun entschlossen, wenn ich anders zugelassen Werde, das Nächstemal, daß ich nach London gehe; und Das wird im Kurzen geschehen. Ich bin, Mylord, Eurer Herrlichkeit gehorsamster und unterthäniger Diener John Locke. |
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Allein, only. Alweys, always. Beithe, both. Commodytye, conveniency. Confrerie, Fraternity. Faconnynge, forming. Foresayinge, prophecying. Freres, brethren. Headlye, chiefly. Hem plesethe, they please. Hemselfe, themselves. Her, there, their. Hereynne, therein. Herwyth, with it. Holpynge, beneficial. Kunne, know. Kunnynge, knowledge. Make gudde, are beneficial. Merynge, measures. Mote, may. |
Myddlelonde, Mediterranean. Myghte, power. Occasionne, opportunity. Oder, or. Onelyche, only. Pernecessarye, absolutely necessary Preise, honour. Recht, right. Reckenyngs, numbers. Sonderlyche, particularly. Skylle, knowledge. Wacksiynge, growing. Werck, operation. Wey, way. Whereas, where. Woned, dwelt. Wunderwerkynge, working miracles. Wylde, savage. Wynnynge, gaining. Ynn, into. |
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Ein Deutscher bedarf hier keiner Erklärung veralteter Wörter (Glossarium ), da die alten Wörter deutschen Ursprungs sind, und völlig deutsche Bedeutung haben. Die englische Überschritt dieses, für einen Engländer nöthigen, Glossarium heißt deßhalb: Glossarium zur Erklärung der größer gedruckten Wörter, weil man alle alten Wörter in the Gentl. Magazine größer gedruckt hat; welches ich hier nicht thun ließ, um nicht im Lesen zu stören. Die einzige Bemerkung muß ich noch hinzufügen: daß viele eigenliche Kunstausdrücke offenbar aus dem Französischen entlehnt sind; wie Freres, freres; Lodge, Loge; Macon, maçon; Faconninge, façonner; ja, selbst die Verstümmelungen: Peter Gower und Venetians, sind aus französischer Aussprache zu erklären; Welches ganz mit der eignen Behauptung dieser Urkunde und mit den im Constitutionenbuche, und anderwärts, enthaltenen Nachrichten über die Herkunft eines Theiles der englischen Maurer aus Frankreich, wie die Yorker Constitution, und die Anmerkungen zu derselben zeigen, übereinstimmt.
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