Abschrift
des Karl Christian Friedrich Krause's Buches
Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbrüderschaft
zusammengestellt, überarbeitet und ins Englische übersetzt
aus Google Books
von Bruder Vincent Lombardo
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Schon in der Vorerinnerung zu der zweiten Kunsturkunde (B. I, Abth l, S. 119 und S. 128 ff.) habe ich gezeigt, daß es zum Verständniß und zur Würdigung des ältesten Aufnahmegebrauchthumes sehr nützlich sei, das damit ähnliche Lehrfragstück zu vergleichen, dessen sich das im Jahr 1717 zu London gestiftete Großmeisterthum der späterhin von ihren Gegnern neuformig genannten Maurer (of modern masons) seit seinem Entstehen bis zum Jahr 1813 als Lehrlingfragstück (the enter'd prentice's lecture) bedient hat.*) Ich habe mir daher vorgenommen, im Folgenden eine urwissenschaftlich prüfende (philosophisch-critische) Bearbeitung dieses neuenglischen Lehrfragstükkes, nach den drei Hauptgestalten, die es in seiner fortschreitenden Eutwikkelung angenommen, der Brüderschaft vorzulegen. Hiezu bewog mich besonders der Umstand, daß viele meiner =4= früheren, und noch mehre meiner weiter unten in einem besonderen Abschnitte folgenden Bemerkungen über die zweite Kunsturkunde unverständlich und in Hinsicht ihrer Beweisgründe unzulänglich bleiben müßten, wenn nicht damit Stellen des neuenglischen Lehrlingfragstükkes im ganzen Zusammenhange verglichen werden könnten, in denen gerade die Beweisgründe enthalten sind, worauf ich mich beziehen muß. — Damit nun diese Vergleichung möglich werde, und insonderheit, damit ich nicht versäume, mit gottinniger Treue Alles aufbewahren zu helfen, was die Freimaurerbrüderschaft Geschichtliches darbietet, und was ich, in Liebe zur Brüderschaft, mühsam erforscht habe, auf daß für die künftige neue Wiedergeburt des Bundes nichts Wesenliches verloren gehe, sei es nun, um bloß im Andenken der Menschen zu leben, oder um in reiferer, schönerer Gestalt in dem werdenden Menschheitbunde fortzudauern, ist es nöthig, der versprochenen Bearbeitung des neuenglischen Lehrlingfragstükkes einige allgemeine geschichtliche Kundnisse, und eine zum Verständnisse und der Würdigung desselben dienende einleitende Abhandlung, vorauszuschikken.
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*) Denn bei der im J. 1813 erfolgten Vereinigung der beiden Großlogen zu London wurde sofort beschlossen, auch das Gebrauchthum und die Lehrfragstükke umzugestalten; nicht sowohl, Neues hinzuzuthun, sondern mehr bloßdie alten Gebräuche in ihrer Reinheit wiederherzustellen; wie die Großloge sich selbst in ihrem Sendschreiben in der früher (B. I, Abth. 1, S, 121 Note) mitgetheilten Stelle erklärt. — Ich habe erfahren, daß diese Arbeit noch jetzt nicht vollendet sei; wenigstens habe ich über die Einführung des neuen Rituales noch keine Nachricht.
Daß unser ältestes Aufnahmgebrauchthum, sowie es in der zweiten Kunsturkunde erhalten worden ist, seinem erstwesenlichen Keime nach aus den römischen und mittelbar aus den griechischen Bauzünften stammt, und noch gegenwärtig einzelne Lehren und Gebräuche von jener Zeit her aufbewahrt, habe ich schon im Vorigen erwähnt,*) und im Folgenden ausführlich bewiesen;**) sowie ich auch bereits in mehren Stellen erwähnt habe,***) und im Folgenden darthun werde,****) daß dieser aus den römischen Zünften entsprungene Keim unseres ältesten Gebräuchthumes weiterhin von jenen apostolisch-evangelischen Geistlichen, Einsiedlern und Mönchen in England, Schottland und Irland, welche unter dem gemeinsamen Namen der Culdeer †) begriffen wurden, schon im J. 926, (wo die =5= York Constitution …
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*) S. 1.B. 1. Abth. S. 163 n. 47; vergl. S. 199 n. 89!
**) Siehe besonders in des 2ten Bandes erster Abtheilung die ausführliche Abhandlung über die römischen Zünfte überhaupt, und in Britanien insbesondere!
***) 1. B. 1. Abth. S. 99. ff. und S. 115 ff.
****) In mehren Stellen der ersten Abth. des 2ten Bs., welche das Sachverzeichniß unter Culdeer angiebt, und in einer Stellensammlung über die Culdeer, welche die zweite Abth, des 2ten Bs. enthalten wird.
†) Denn in den früheren Jahrhunderten vor der Ausbildung des Pabstthumes als einer kirchlichen Zwangherrschaft waren die Mönche auch in den abendlichen Ländern nur von Einem Orden, sowie sie in der griechisch-catholischen orthodoxen Kirche noch heute nur Einen Orden bilden. Der Name: Culdeer, ist eine Verlateinung aus dem galischen Ceili - de, Waldner, Waldbewohner, eine Benennung, die ihnen das Volk gegeben.
(… wo die Yorker Constitution durch Einen oder mehre Culdeer für die Brüderschaft auf Verlangen des Königes Athelstan und der Brüderschaft selbst verfaßt ward) und wahrscheinlich schon mehre Jahrhunderte früher,*) weiter ausgebildet, mit neuen Lehren vermehrt und vergeistigt worden ist.**) Zwar entstand ohne Zweifel seit der Bekehrung der angelsaxischen Könige durch päbstlich-hierarchisch gesinnte Geistliche auch aus jener ältesten echten Verfassung und aus dem ihr gemäßen Gebrauchthume, durch Umbildung für die Zwekke des Bischoffes von Rom und seiner Sendboten und Mönchorden, eine mit jener uralten streitende Masonei und masonische Verfassung, und ein entsprechendes Gebrauchthum der unter päbstlich gesinnten Bauherren und Architecten arbeitenden Baugesellschaften:***) allein dennoch scheint sich die alte, echte, =6= römisch-culdeische Masonei …
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*) Denn unter der römischen Herrschaft in Britanien war die christliche Kirche seit dem ersten Jahrhunderte blühend, und reich an kirchlichen Gebäuden. — Und in der von culdeischen Geistlichen verfaßten Yorker Constitution wird ausdrücklich erzählt, daß die Einrichtungen und Gebräuche der englischen Baulogen wirklich die römischen gewesen, und daß die Baumeister unter den zum Christenthume bekehrten saxischen Königen von dem wachsamen überreste der alten Baumeister unterrichtet wurden; welches Alles Anderson in den beiden ersten Ausgaben des Constitutionenbuches bestätigt, und mit noch anderen bestimmteren Nachrichten und Winken hierüber vermehret. Man findet hier alle diese Anderson'schen Stellen als Note unter'n Text zu der eben erwähnten Stelle der Yorker Constitution beigedruckt. — In der nach päbstlich-hierarchischen Grundsätzen umgearbeiteten Constitution, welche ich nach der Y. C. weiter unten aus dem 988ten Hefte der neuen Encyclopedia (S. 477 - 480) mittheilen werde, sind alle diese Nachrichten und Winke über den Einfluß der Culdeer auf die Masonei, als dem päbstlich-hierarchischen Zwekke zuwider, weggelassen worden.
**) Meine weitern Bemerke über die zweite Kunsturkunde, und die darauf folgende Würdigung des altenglischen Gebrauchthumes, werden hierüber das Nähere enthalten, und diese Behauptung an einzelnen Beispielen, besonders an dem Lehrzeichen der drei großen und der drei kleinen Lichter, erläutern und erweisen.
***) Ebendeßhalb werden wohl die alten der römischen Verfassung treugebliebenen Baumeister in der erwähnten Stelle der Y. C. die "wachsamen überreste" usw. genannt.
… sich die alte, echte, römisch-culdeische Masonei in Verfassung und Gebrauchthum (in Constitution, Ritual und Liturgie) bei denjenigen Baucorporationen, welche die päbstlich-hierarchische Verfassung und Denkart nicht angenommen hatten, mehr oder weniger rein erhalten zu haben bis zu den Zeiten der politischen Stürme im siebenzehnten Jahrhunderte in England, welche Anlaß gaben, dem Geiste der alten Stiftung zuwider, ein von den Ritterorden und von den neueren, städtischen Zünften entlehntes Gradwesen, zuerst in dem masoneiwidrigen Gesellen- und Meistergrade, dann in den, angeblich höheren, in der That aber die erhabene Masonei in den Kreis niederer, untergeordneter und einseitiger Bestrebungen herabziehenden, Graden, mit der Masonei in Verbindung zu bringen, deßhalb dem alten Gebrauchthume der Aufnahme zum Maurer, welche ein für allemal Alles mittheilte, viele einzelne schöne Gebräuche zu entreißen, um sie in jene sogenannten Grade zu verlegen, und dafür zu den Gebräuchen der Aufnahme einige neue Gebräuche und Redarten hinzuzusetzen, welche die Absicht hatten und noch haben, den sonst als Bruder und Genoß (as brother and Fellow) Neuaufgenommenen nunmehr bloß als angenommenen Lehrling zu kennzeichnen, ihn ihre sogenannten höheren, Aufschlüsse von fern her sehen zu lassen, und ihn, besonders durch den neuhinzugefügten vernunftwidrigen Eid, hinsichts dieser politischen Geheimnisse im Voraus in Furcht und Schrekken zu setzen.*) Diese Veränderung der Verfassung und des Gebrauchthumes zufolge des im siebenzehnten Jahrhunderte angenommenen politischen geheimen Planes wiederfuhr nicht nur der römisch-culdeischen Masonei, sondern auch der päbstlichhierarchischen, welche füglich späterhin die päbstlich-benedictinische genannt werden kann;**) und es hat sich glücklicherweise eine Abfassung der alten päbstlich-hierarchischen Constitution, sowie auch ein Bruchstück dieses alten päbstlich-hierarchischen Gebrauchthumes, erhalten, worin keine Spur des sogenannten Gesellen- und Meistergrades, =7= noch des Großmeisterthumes …
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*) Diese Absicht wird noch in Browne's neuenglischem Lehrlingfragstükke offen und ausdrücklich angegeben. (Siehe dort Fr. 69!)
**) Denn die benedictinischen Mönchgesellschaften wurden bald in England die zahlreichsten und begütertsten, und suchten sich vorzüglich durch prächtige Bauwerke mächtig und beliebt zu machen. Siehe hierüber das Monasticon anglicanum, und die in Grose's Antiquities of England befindliche Abhandlung über alle engländische Mönchorden!
… noch des Großmeisterthumes, sich findet; auch sind in beiderlei durch diese Umarbeitung verderbten Gebrauchthümern aus Unachtsamkeit Stellen stehen geblieben, welche die alte Einrichtung und den neuern Ursprung des Gesellen- und Meistergrades deutlich, verrathen.*) Die erwähnte päbstlich-hierarchische Constitution wurde in England in den Jahren 1815 - 1817 in mehren öffentlichen Blättern**) abgedruckt; und ich werde sie weiter unten als Gegenstück unserer dritten Kunsturkunde, der Yorker Constitution, mittheilen; das alte hierarchisch-masonische Gebrauchthum aber enthält die Schrift: the Grand Mystery of Free-Masons discover'd. Dieses ist die erste der drei Gestalten des Lehrlingfragstükkes des NE. Großmeisterthumes, welche ich hier werde abdrukken lassen. — Wann, wie und wo diese Misgestaltung der Masonei durch das Gradwesen in Verfassung und Gebrauchthum zuerst in England im siebenzehnter Jahrhunderte stattgefunden, wie sie sich nach und nach verbreitet hat, und wie lange sich vielleicht auch nach dem J. 1717 Logen erhalten haben mögen, die den Gesellen- und Meistergrad nicht annahmen,***) dazu mangelt es bisjetzt in Deutschland, und, wie es scheint, auch in England, Schottland und Irland, an bestimmten Nachrichten. Die weitere Forschung wird indeß auch Dieses noch aufklären; denn an urkundlichen Denkmalen mangelt es in England wohl nicht,****) nur daß sie noch nicht hervorgezogen sind. =8=
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*) Siehe in der zweiten Kunsturkunde Fr. 12, und bei Browne Fr. 181!
**) Zuerst erschien diese Constitution abgedruckt in the Gentleman's Magazine for June 1815, und dann in der neuen Encyclopedia am angeführten Orte.
***) Es ist merkwerth , daß die im J. 1717 in London gestiftete Großloge anfangs den Gesellen- und Meistergrad allein, und zwar bloß in Großlogenversammlungen, spendete (siehe den Beweis B. I, Abth. 1, S. 293 *)); daß jedoch die vier ältesten Logen, welche kurz nach dem Beginnen der von ihnen gestifteten und anfänglich bloß ans ihnen bestehenden Großloge "eine unterschiedene Partei" wider diese Großloge bildeten, (wie Preston in seinen Illustrations, 1812, S. 213 ausdrucklich sagt,) sich selbst allein "das von Alters her auf jedem Meistermaurer (Preston S. 210 Note *) ruhende Recht, Maurer zu machen, und zu Gesellen und Meistern zu befördern, nicht nehmen ließen;" wie Preston ebendaselbst, S. 216 unten in der Note, erzählt.
****) Denn Anderson sowohl, als Preston, erwähnen deren mehre, und geben zum Theil Auszüge daraus! besonders versichert Preston (Illustr., 1812, p. 215 Note, unter 1), daß die Lodge of Antiquity mehre gültige Urkunden und merkwürdige alte überbleibsale aufbewahre.
Um diese Schicksale der Masonei und ihrer Verfassung, sowie ihres Gebrauchthumes, begreiflich zu finden, muß man sich ferner erinnern, daß die uralte evangelisch-apostolische, sehr blühende, Kirche in England durch die Saxen vom J. 449 an verdrängt wurde; daß sich damals die landeingebornen Briten bloß in den gebirgigen Gegenden, besonders aber mit Erfolg in Wales, von den Saxen unabhängig erhalten konnten; und daß daher die Gesellschaften, Klöster und Schulen der früheren christlichen Kirche ebenfalls nur in diesen Gegenden länger bestehen konnten; weßhalb sich auch viele Briten, besonders die dem Christenthume treu bleiben wollten, sowie viele culdeische Geistliche, in ebendiese Gegenden, und auf die Insel Man und Anglesey, und nach Irland und Schottland, retteten;*) ferner, daß die culdeischen Geistlichen unablässige Versuche machten, die Saxen und ihre Könige zum Christenthume zu bekehren; Welches ihnen indeß mehr mit dem Volke, als mit den Königen, gelang;**) daß aber auch seit der Besitznahme Englands durch die Saxen der Bischoff in Rom und seine Sendboten und Mönchorden den Plan machten, die Saxen, und vorzüglich die saxischen Könige, zum Christenthume zu führen, und dadurch die Macht des römischen Bischoffes in England zu gründen, und die altbritische Kirche in England, Schottland und Irland durch =9= alle Mittel, …
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*) Dieses Alles bestätigen das Monasticon anglicanum; Henry's history of England, die beiden Ausgaben des Anderson'schen Constitutionenbuches, die von mir oft angeführten Schriften Ledwich's, Grose's, Cordiner's of Banff, und mehrer Anderen, woraus ich in der zweiten Abtheilung des zweiten Bandes in der Stellensammlung über die Culdeer das Wesenlichste zusammengetragen habe. Merkwerth ist, daß Anderson schon in der Ausgabe seines Constitutionenbuches vom Jahr 1723 Vieles, und in der vom J. 1738 weit Mehres und Gründlicheres, über die erste christliche Kirche, über die römischen Baukünstler, und die Culdeer, die in Wales übrig geblieben waren, und über deren Einfluß auf die Masonei, mittheilt; wobei Derselbe noch hinzusetzt, daß er noch Mehres wisse, allein nicht druckschriftlich mittheilen dürfe (Const. 1723, p. 29 Note). Hierüber ertheilt uns Preston in seinen Illustrations (1812, p. 225 f.) geschichtlichen Aufschluß, indem er erzählt, daß zuerst im J. 1726 unter dem Großmeister Inchiquin sich die Brüder in Wales zuerst unter dem Schutze der Großloge zu London in eine Provinzialgroßloge vereinten, wo dann auch ein Provinzialgroßmeister eingesetzt wurde.
**) Anders. Const., ed. 1738, p. 61, line. 10 ff.
… alle Mittel, selbst durch Feuer und Schwerdt, auszurotten;*) und daß es dem im J. 597 mit vierzig Mönchen nach England gekommenen päbstlichen Sendboten Augustinus wirklich gelang, zuerst den König Ethelbert von Kent, und binnen 60 Jahren alle Könige des saxischen Siebenreiches, zu taufen;**) wodurch sie die Macht des Pabstes in England für alle folgende Jahrhunderte, bis zum sechzehnten, gründeten; wogegen sie nur durch eine, mehre Jahrhunderte lang dauernde, blutige und unversöhnliche Verfolgung der Christen und Geistlichen des alten Bekenntnisses zur Alleinherrschaft gelangen konnten. Denn vorzüglich in Nordengland und in Wales, und auf der Insel Man, sowie in ganz Irland und Schottland, erhielten sich altglaubige Gemeinden und culdeische Mönchgesellschaften in großer Menge, welche sich unermüdet wider die eindringende Gewalt des Pabstes zu behaupten, und ihre Grundsätze und Lehren, zugleich mit echter Gelehrsamkeit, an den Höfen der Könige, von den Lehrstühlen der Klosterschulen herab, und in den Volkschulen, die sie besonders pflegten, aufzubewahren und zu verbreiten suchten. Dieser wohlthätige Einfluß der Culdeer auf die geistreichsten Könige Englands und Frankreichs, und auf alle öffentliche Lehranstalten, besonders auch auf alle Universitäten des Mittelalters, ist eine der erfreulichsten Erscheinungen jenes Zeitalters; und das Verdienst, welches sich diese culdeischen Geistlichen dadurch um die Menschheit erwarben, daß sie ihre wesenlichen Lehren auch der Masonei durch Umarbeitung und Vergeistigung der Verfassung und der Gebräuche derselben mittheilten und einpflanzten, ist nur Eins unter mehren. Denn sie erscheinen überhaupt als Retter, Erhalter und Fortpflanzer des wissenschaftlichen und des christlich-evangelischen Geistes und der reinmenschlichen und reinchristlichen Lehre, durch das ganze Mittelalter hindurch; indem sie sich, besonders in Schottland, bis zu den Zeiten der Kirchenverbesserung erhielten, und indem die Zeugen evangelischer Wahrheit und die ersten Wiederverkündiger derselben vor Luther, zum Beispiel Wiclef, von ihnen, und aus ihren =10= Schriften, ihre Belehrung empfingen. …
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*) Diese Mittel haben sie wirklich angewandt. Man lese z. B. nur, Was ich hierüber in der Stellensammlung über die Culdeer gesammelt habe, besonders die Geschichte der graunvollen Verwüstung des culdeischen Klosters zu Bangor, des größten vielleicht, was jemals im Norden da war.
**) Anderson 1. c.
… Schriften, ihre Belehrung empfingen.*) Ebenso waren jene culdeische Geistliche im J. 926, und schon früher, bestrebt, ihre reinchristlichen und reinsittlichen Grundsätze und Lehren, durch, Vergeistigung und Höherbildung der alten, Constitutionen und des Gebrauchthumes der alten Masonei in England, Schottland und Irland auch in diesem hochachtbaren Zweige menschlicher Geselligkeit, Wissenschaft und Kunst der besser belehrten Nachwelt aufzubehalten.
Wer nun im Allgemeinen den Entfaltgang menschlicher Einrichtungen und Angelegenheiten kennt; Wer insbesondere weiß, welche Mühe sich die päbstliche Partei, vor Allem aber deren zahlreiche, auf's Verschiedenartigste zu demselben Zweck hinarbeitende, Geistlichkeit und die Mönchgesellschaften derselben, zu allen Zeiten und in allen Ländern, vorzüglich aber und mit großem Glükke auch in England, gegeben haben, alle Einrichtungen ihrer Gegenparteien, durch alle nur erreichbare Mittel, unterandern durch nach ihrem hierarchischen Zwekke eingerichtete umgestaltende Nachahmungen derselben, zu untergraben; Wer sich erinnert, wie sie vornehmlich durch den Erbau prachtvoller Kirchen und Klöster die Völker, und deren Vormächtige, für sich und ihre Plane zu gewinnen suchten, mithin überall, also auch in Frankreich**) und England, =11= die Baumeister, Bauleute …
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*) Nur aus der absichtlichen Unterdrükkung und Verfälschung aller geschichtlichen urkundlichen Nachrichten über die Culdeer und die alte evangelische Kirche in England durch die päbstlichen Geistlichen und Mönche ist es, erklärlich, wie dieses wesenliche Mittelglied der Entfaltung der europischen Völker des Mittelalters im Christenthum, sowie in Wissenschaft und Kunst, so allgemein und so ganz allen Kirchengeschichtschreibern, auch den neusten und gründlichsten, hat verborgen bleiben können. — Ich freue mich daher umso mehr, durch meine geschichtlichen Untersuchungen über die Culdeer diesen wichtigen Theil der Geschichte an's Licht gezogen zu haben; wodurch die Entfaltung der europischen Völker zu gottinniger Menschlichkeit nun erst in höherem Zusammenhange begreiflich wird, und zugleich mit der Geschichte der Masonei, als des einzigen gesellschaftlichen Keimes reinmenschlicher Vereinigung in dem einstigen Menschheitbunde, in so wesenlicher Beziehung und in so engem Zusammenhange der Entwikkelung erscheint; der weit umfassenderen Beziehungen nicht zu gedenken, welche sich hierdurch über den Zusammenhang der Entfaltung des Menschengeschlechtes zu reingottinniger Menschlichkeit in Europa mit den uralten Bestrebungen und früheren Anfängen dieser Entfaltung in Indien, Persien, Egypten, im Mosesthume, sowie in Griechenland und in dem römischen Reiche, neu eröfnen.
**) Dieser Punkt ist für die Geschichte der Masonei wichtig, weil unter den angelsaxischen und normannischen Königen, =11= zu verschiedenen Zeiten, zu den größten Bauten französische Baumeister, Bauleute, und Baucorporationen aus Frankreich nach England berufen wurden, welche nur unter der Bedingung kamen, daß sie unter ihren eignen Constitutionen, und ihrer eignen Gerichtbarkeit, arbeiten dürften. Daher wurden denn auch, schon bei Abfassung der Yorker Constitution, (wie in dieser selbst erzählt wird,) die Constitutionurkunden, welche die französischen Maurer mitgebracht hatten, treulich benutzt; Welches, wie Anderson, und Preston, bestimmt und wiederholt versichern, bei jeder neuen Abfassung der masonischen Constitutionen, selbst noch bei der Abfassung des neuenglischen Constitutionenbuches vom J. 1723 und vom J. 1738, geschah. Es führt daher die zweite Abtheilung des im J. 1815 erschienenen zweiten Theiles des neusten Constitutionenbuches der vereinten, Großloge in England mit Recht den Titel: "The charges of a Free-Mason extracted front the ancient records of Lodges beyond Sea, and of those in England, Scotland and Ireland, for the use of Lodges etc. now republished by Order of the Grand Lodge." Das ist: "Die Gesetze (Pflichten) eines Freimaurers, ausgezogen aus den alten Urkunden der Logen über dem Meere, und der Logen in England, Schottland und Irland, zum Gebrauche der Logen, usw., nun wieder bekannt gemacht auf Befehl der Großloge." — Ich werde diesem Gegenstande (dessen Wichtigkeit auch Br. Schneider und Br. Feßler einsahen,) in der frühern Geschichte der Baukunst in Frankreich, besonders unter Martell, weiter nachforschen, und verspreche mir vondaher wesenliche geschichtliche Aufschlüsse.
… die Baumeister, Bauleute, und deren Zunftgesellschaften anlockten), beschäftigten und, unterstützten, und wie auf diesem Wege insbesondere meistens päbstlich-hierarchisch gesinnte Geistliche, am meisten Benedictiner, an die Spitze der Mehrzahl der Baucorporationen kamen, mithin die Letzteren von der päbstlichen Geistlichkeit in aller Hinsicht abhangig wurden, also auch in ihrer Verfassung und, ihrem Gebrauchthume dem Einflüsse des hierarchischen Systems unmöglich widerstehen konnten; — Wer alles Dieses anschaulich in genauer Geschichtforschung erkannt hat, der würde selbst in Mangel aller geschichtlichen Zeugnisse und Denkmale vermuthen, daß die päbstlich gesinnte, übermächtige Geistlichkeit seit der Zeit, wo die angelsaxischen Könige Christen wurden, und vonda an immer mehr und mit steigendem Gelingen, auch die Verfassung, die Zunftgesetze und das Gebrauchthum (die Constitutionen, das Ritual und die Liturgie) aller masonischen Gesellschaften, in die sie nur Einfluß gewinnen konnten, nach ihrem Sinn und Geiste werden umgeändert, also Alles, was die reinchristliche und reinmenschliche Lehre der Bruderliebe und Bruderhülfe, abgesehen von aller Verschiedenheit der =12= Religionbekenntnisse,*) anbefahl und andeutete, sowie alle dem römisch-catholischen Lehrbegriffe und hierarchischen Plane feindliche Grundsätze und Lehren, werden weggelassen, und statt Dessen von den Grundlehren ihrer eignen Partei so Vieles hineingelegt und hineingedeutet haben, als möglich; und daß sich auf diese Art eine päbstlich-hierarchische Masonei der den größeren päbstlichen Mönchorden dienenden zahlreichen und großen Baucorporationen in einer eignen Constitution und einem dieser entsprechenden Gebrauchthume nach und nach ausbildete, und im Kampfe wider die alte culdeisch-römische Masonei immer weiter ausbreitete. — Daß Dieses aber wirklich —
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*) Denn die christlichen Gebote "der Bruderliebe, Hülfe und Treue" selbst ließen sie wirklich stehen, und schärften sie auf alle Weise ein; sowie Dieses die römisch-catholische Kirche überhaupt stets gethan, und allgemeine Wohlthätigkeit jederzeit ihren Bekennern empfohlen hat.
… — Daß Dieses aber wirklich so geschehen, davon stelle ich in gegenwärtiger Schrift die geschichtlichen Beweise auf. Schon die Bruchstükke älterer Verfassung und Zunftgesetze (constitutions, charges, and regulations), welche ich aus Anderson's Constitutionenbuche und aus Preston's Illustrations zu Anfange der ersten Abtheilung des zweiten Bandes (S. 4 - 18) beigebracht habe, sind Theilbeweise dieser Umgestaltung der Yorker Constitution durch römisch-catholische Geistliche; noch mehr aber diejenige Abfassung einer maurerischen Constitution, die ich, wie vorhin erwähnt, aus der Encyclopedia, nach der Yorker Constitution mittheilen werde. Die Vergleichung der erwähnten Bruchstükke von Constitutionen, sowie der mitzutheilenden vollständigen Abfassung derselben, mit der ältesten Yorker Constitution selbst wird einen Jeden lehren, daß diese neueren Umgestaltungen von römisch-catholisch gesinnten Geistlichen und Architecten herrühren, und sämmtlich aus der Yorker Constitution durch mancherlei Umbildung und Zusätze entstanden sind, so daß bei aller Abänderung dennoch die Allen gemeinsame Quelle unverkennbar, ja sogar der Gang der Erzählung, in Allen im Wesenlichen derselbe geblieben ist, wenn man nur berücksichtiget, daß die Umgestaltner Alles wegließen oder anders einkleideten, was sie entweder nicht zu würdigen verstanden, oder für ihre Zwekke hinderlich oder undiensam fanden, insonderheit aber die alten Zunftgesetze (old charges) durch rohes Hinzusetzen und Weglassen verunstalteten. =13=
Die urkundlichen Beweise aber für die andere Behauptung, daß auch bereits seit vielen Jahrhunderten das alte und echte römisch-culdeische Gebrauchthum der Aufnahme, welches sich in unserer zweiten Kunsturkunde zum Theil erhalten hat, durch ebendiese päbstlich-hierarchischen Mönchgesellschaften, besonders durch die Benedictiner, für ihre Zwekke umgeformt, und auf abweichende Weise weiter ausgebildet worden sei, sind uns gerade durch die im J. 1717 in London gestiftete neuenglische Großloge selbst, unmittelbar oder mittelbar, aufbewahret worden. Unmittelbar, da die vier Londoner Logen,*) welche sich im J. 1717 in eine Großloge vereinten, selbst nicht die Verfassung und das Gebrauchthum der alten und echten römisch-culdeischen Masonei, sondern vielmehr die des entarteten römisch-catholischen Zweiges, sowie dieses Gebrauchthum, ebendadurch veranlaßt, in der Schrift: the Grand Mystery discover'd, erhalten worden ist, annahmen. **) Mittelbar aber verdanken wir die Kenntniß des zweiten =14= römisch-catholischen Gebrauchtbumes …
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*) Ihre Namen und Geschichte hat Preston in seinen Illustrations (besondere in der Ausg. vom J. 1812, S. 215 Note) genau angegeben. Nach wenigen Jahren bildeten sie selbst wider das NE. Großmeisterthum, und die dadurch entstandnen sehr zahlreichen Logen, eine "unterschiedne Partei," und widersetzten sich im Laufe des vorigen Jahrhunderts allen eigenmächtigen Neuerungen der Großloge, besonders in Hinsicht der Verfassung. Sie nannten sich Meisterlogen (Masterlodges). [Preston p. 216 Note.] Nur die Lodge of Antiquity, deren Meister Preston war, ist eigenlich von diesen vier Logen noch übrig. Ob dieselbe ihre Privilegien auch bei der im J. 1813 erfolgten änderung erhallen habe, oder nicht, ist mir unbekannt.
**) Ob sie gleich insofern der alten römisch-culdeischen Masonei in der Hauptsache treu blieben; wie das erste Altgesetz (old charge) aller Ausgaben dieses neuenglischen Großmeisterthumes hinlänglich beweiset: es sei nun, daß sie das alte echte Gebrauchthum wenig kannten, wie ihnen ihre Gegner schuldgeben, oder es verkannten, oder auch aus ganz anderen, äußeren Gründen dem anderen ihm entgegengesetzten den Vorzug gaben, welches wahrscheinlich schon seit mehren Jahrhunderten von einer vielleicht weit größern Menge Logen in Gebrauch genommen worden war.
Vielleicht war gerade das altenglische Gebranchthum bei vielen Logen in Ausübung, die nach Wiedereinsetzung der Stuart'schen Familie und Wiederherstellung des Catholicismus strebten, wovon man sich seit 1717 vornahm, jeden Schein zu vermeiden. Vielleicht war ihnen das altenglische Ritual auch darum unwillkommen, weil es mit der alten Yorker Verfassung, welche auch die dortigen Logen damals wirklich aufrecht erhielten, in allen genauer Beziehung steht.
… römish-catholischen Gebrauchtbumes dem Umstande, daß die NE. Großloge sogleich bei ihrem Entstehen eben durch die erwähnte Abweichung von der alten Verfassung und den alten Gebräuchen der Brüderschaft sich die Eifersucht und den Haß aller anderen Brüder und Logen zuzog. Dieses bewirkte sie noch mehr durch ihre unerträgliche Anmaßung, womit sie nur solche Brüder als regelmäßige Maurer (regular Masons) anerkennen wollte, die nach ihren Großgesetzen aufgenommen worden waren, sowie auch dadurch, daß sie nach der Zwangherrschaft über alle andere Logen und Großlogen in York, und in Schottland und Irland, strebte, die sie durch die äußere Hülfe vornehmer und königlicher Großmeister zu erlangen hoffte. Diesen Unwillen der übrigen Brüderschaft vermehrte sie noch durch die daraus fließende Unduldsamkeit, Verfolgungsucht und Rechtsbeleidigungen*) gegen anders gesinnte Brüder, Logen und Großlogen, und erregte dadurch den heftigsten Widerstand, den Haß, und die nothgedrungene Selbvertheidigung aller übrigen alten Brüder, Logen und Logenvereine in England, Schottland und Irland, welche insgesammt der alten Yorker Constitution, oder der ebendaher entsprungenen alten schottländischen Constitution, und wohl größtentheils auch dem echten römisch-culdeischen Gebrauchthume, anhingen; denn Diese hatten sich überhaupt mehr in den Logen des nördlichen Englandes, sowie in denen von Wales, Schottland und Irland erhalten, als in Südengland und zumal in der Hauptstadt, wo der Einfluß des Catholicismus in den früheren Jahrhunderten, und des städtischen Zunftwesens im sechszehnten und siebenzehnten, überwiegend gewesen war. An dieser Eifersucht nahmen jene vier Logen, woraus die Großloge entstand, bald selbst den lebhaftesten Antheil; wie ich schon vorhin erwähnt habe; weil die sich immer klarer entfaltenden Absichten der Großloge: aller einzelnen Logen selbständiges Dasein zu unterdrükken, und auch die im J. 1717 und 1723 diesen vier Logen vorbehaltenen Vorrechte derselben zu schmälern, — ihre Unzufriedenheit erweckten. Am nützlichsten für maurerische Belehrung, und am folgenreichsten, ist die, aus ähnlicher Unduldsamkeit im J. 1779 entstandene und erst im J. 1790 geschlichtete, =15= Verfassungstreitigkeit …
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*) Preston giebt über alle diese Umstände in seinen Illustrations hinlängliche Auskunft. Er erwähnt S. 219, 230, 235, die vorzüglichsten Beleidigungen, welche die NE. Großloge besonders der Yorker Großloge angethan hat.
… Verfassungstreitigkeit der NE. Großloge mit der Lodge of Antiquity, deren Geschichte Preston in den verschiedenen Ausgaben seiner Illustrations ausführlich erzählt, und welche nur dadurch geschlichtet werden konnte, daß die Großloge vollständig nachgab. — Aus diesem gespannten Verhältnisse der NE. Großloge gegen alle anders gesinnte und anders woher constituirte Brüder und Logen sind daher im vorigen Jahrhunderte eine ganze Reihe von wechselseitiger Streitschriften hervorgegangen, unter denen folgende die merkwürdigsten und lehrreichsten sind. —
1) The Grand Mystery of Freemasons discover'd, das große Geheimniß der Freimaurer entdeckt usw.; London, 1726. Sie enthält das NE. Gebrauchthum nach seiner ersten Gestalt, und außerdem zwei satirische Briefe mit manchen geschichtlichen Kundnissen. Da ich das NE. Aufnahmegebrauchthum in diesem Abschnitte aus dieser Schrift werde abdrukken lassen, so werde ich mich auch in der Vorerinnerung dazu, ausführlicher über dieselbe verbreiten.
2) Prichard's Masonry dissected, Prichard's zergliederte Freimaurerei. Die erste Ausgabe erschien zu London 1730. Da diese Schrift die damals bei der NE. Großloge gebräuchlichen Fragstükke (lectures ) des Lehrlinges, Gesellen und Meisters im Wesenlichen vollständig enthält, auch ebendeßhalb kurz hintereinander viele, nach und nach mehr als zwanzig, Auflagen erlebte, und vieles Aufsehen erregte: so fand die NE. Großloge sich gedrungen, dawider eine Vertheidigung drukken zu lassen, und in ihr Constitutionenbuch vom J. 1738, nebst einem diese Vertheidigung anpreisenden und ergänzenden Briefe, aufzunehmen. In dieser Verteidigung wird zugestanden, daß das Gebrauchthum, sowie es Prichard mittheilt, echt, nur nicht vollständig, sei; Welches nicht möglich war, da es dasselbe in der bis 1730 gebräuchlichen Gestalt mittheilt, und die Großloge ebendesswegen seit 1730 bis zum J. 1738 Manches geändert und hinzugesetzt haben konnte, wenn anders diese Versicherung wahrhaft ist. Daß die NE. Großloge das Prichard'sche Buch sogar den unter ihrer Constitution arbeitenden Logen als Musterbuch ihrer Arbeiten empfahl, davon werde ich bald ein urkundliches Zeugniß beifügen. — Prichard's Fragstükke geben das NE. Gebrauchthum in seiner zweiten Gestalt; ich werde daraus das Lehrlingfragstück, und Das, =16= was in dem Gesellen- und Meisterfragstükke lehrreich ist, in diesem Abschnitte abdrukken lassen, und in der Vorerinnerung dazu noch Einiges über diese Prichard'sche Schrift bemerken. Die erwähnte Vertheidigungschrift dawider werde ich in der zweiten Abtheilung des zweiten Bandes abdrukken lassen.
3) The three distinct Knocks, woraus ich schon in der ersten Abtheilung dieses Bandes einen vollständigen Auszug gegeben habe.
4) Ahiman Rezon, etc., by Laur. Dermott Esq. Was mir über die älteren Ausgaben dieser Schrift früher bekannt war, habe ich in des II. Bs erster Abth. S. 336 - 338 bereits mitgetheilt. Dieses Werk ist eigenlich eine Sammlung einzelner Abhandlungen, und im Ganzen nach allen Auflagen eine heftige Streitschrift wider die NE. Großloge. Der Verfasser, L. Dermott, hat sich um die Ausbildung der zweiten Londoner Großloge alter Maurer (of ancient Masons) sehr verdient gemacht, und im Vereine mit dem hochachtbaren Bruder Duke d' Athol gewirkt; er war mehrjähriger Großsecretär dieser Loge, und einige Zeit deputirter Großmeister derselben. Die neuste Ausgabe des Ahiman Rezon vom J. 1813 ist von dem Br. Harper besorgt, und beträchtlich vermehrt worden. Das Merkwürdigste in diesem Buche sind die LIV ersten Seiten, besonders die, von Dermott im J. 1774 ausgearbeitete, Address to the Gentlemen of the Fraternity, worin die streitigen Lehren beider Großlogen auseinandergesetzt, und viele einzelne, bisdahin ungedruckte, Nachrichten über die Stifter und die Stiftung der NE. Großloge enthalten sind. Ich werde das Lehrreichste aus dieser Schrift in der 2ten Abth. des zweiten Bandes in der Sammlung geschichtlicher Nachrichten über das NE. Großmeisterthum bis zum J. 1813 mittheilen.
5) Die für die Geschichte der altern Constitutionen und der Entstehung des NE. Großmeisterthumes wichtige Schrift: The Thinker upon Free-Masonry, London 1752, welche unter dem Titel: Über den Freimaurerorden, 1753 in's Deutsche übersetzt erschien. Ich habe diese Schrift selbst noch nicht erhalten können, und führe über dieselbe nur an,*) Was der Br. Schneider =17= darüber in dem von ihm verfaßten geschichtlichen Theile des Altenburger Const. Buchs mittbeilt. — Diese Schrift ist auf Urkunden gegründet, und aus ihrem Vorberichte erhellet, daß der Verfasser ein gelehrtes Mitglied der Loge Ben Johnson's Head in Pelham Street und, wie Br. Schröder bemerkt, wahrscheinlich Eins der damals excludirten Mitglieder, gewesen ist. Meinem Urtheile nach enthält keine mir bekannte Schrift genauere und zuverlässigere Aufschlüsse über die Geschichte der Entstehung und der Ausbildung und Abänderung der Pläne des NE. Großmeisterthumes; aus ihr wird völlig begreiflich, wie und warum, nach vielen frühere, noch gegen das Ende des siebzehnten Jahrhunderts gemachten Versuchen, im J. 1717 vier Londoner Logen zusammentraten, um eine sogenannte Große Loge zu bilden, welche die zeitherigen General Versammlungen und deren Großmeister, den zeitherigen jährlichen Präsidenten der Generalversammlung, und zugleich den vom Staate bestellten Patron der Brüderschaft, (Siehe Lawrie S. 89 bis 95, und vorzüglich die Urkunden, Appendix I. und II!) ersetzen sollten. Die im Altenb. Const. Buche S, 128 f. aus the Thinker angezogene, in der Vorerinnerung zu der Yorker Constitution auch hier Vollständig mitgetheilte, Stelle ist vorzüglich lehrreich, und stimmt mit allen anderen Quellen der Geschichte jener Zeit, unter andern mit der mehr erwähnten Schrift: the Grand Mystery discover'd, sowie mit Browne's Mastern Key, mit Preston's Nachrichten, und mit Anderson selbst, vollkommen zusammen.
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*) "Der Bruder Schneider hatte die deutsche übersetzung aus der Bibliothek des Bruders v. Schwarzenfels, welche dann Eigenthum des Bruders Herzog Ernst von Gotha und Altenburg wurde, und nach dessen Tode durch Vermächtniß in die Bibliothek der Großen Loge von Schweden kam, worin sich also wahrscheinlich dieß vom Br. Schneider benutzte Exemplar noch findet." (Aus einem Briefe des Brs. Schneider an mich vom Jahr 1809.)
6) Der geschichtliche Theil von Preston's ofterwähnten Illustrations of Masonry. Dieser enthält mehre urkundliche Nachrichten, sowie auch mehre sehr lehrreiche Stellen, aus Urkunden, die anderwärts noch nicht gedruckt waren, und giebt über die ursprüngliche Verfassung der Brüderschaft bis zum Jahre 1717, ingleichen über die geschichtlich erweisbaren Gesellschaftrechte aller Zweige der Freimaurerbrüderschaft, echten, mit Beweisen belegten Aufschluß, wie keine andere mir bekannte englische Schrift über Freimaurerei; und ich bekenne dankbar, daß dieses Werk auch mir bei meinen geschichtlichen Forschungen Vieles genutzt hat. =18=
So verdanken wir der Anmaßung und den Streitigkeiten der NE. Großloge mittelbar die Erhaltung und Vereinigung der Maurer und Logen alten Systèmes in England in eine Großloge unter dem Br. Duke d'Athol, und die weitere Verbreitung dieses Zweiges der Brüderschaft, und mit ihr der ältesten Verfassung und des ältesten Gebrauchthumes der Freimaurerbrüderschaft in England, Amerika, Deutschland, und andern Ländern der Erde.*)
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*) Durch die unter dem Duke d'Athol arbeitende Großloge alter Maurer erhielt die Loge zu Eßingen im Jahr 1784 Ihre Constitution und ihr altes echtes Ritual (s. Abth. 1, S. 297 ff.); ihr Logenbuch wurde in das Archiv der Großloge Royale York zur Freundschaft niedergelegt, woselbst es Br. Feßler im J. 1801 fand, und daraus die alte echte Verfassung und das alte echte Gebrauchthum kennen und würdigen lernte, (vergl. B. I, Abth.1, S. 127.) und den Entschluß faßte, dasselbe in angemeßner höherer Vergeistigung in den Logen wiederherzustellen, auf die er Einfluß gewinnen würde; wie er diese seine musterbildliche Anschauung einer Loge, wie sie sein sollte, in dem Bruchstükke eines Musterentwurfes gezeigt hat, der in Feßler's sämmtlichen Schriften über Freimaurerei B. 3, (Freyberg, 1807) S.65 - 93 abgedruckt ist. Durch Br. Feßler aber wurde Br. Schneider, und durch Beide und Br. Moßdorf auch ich, mit der echten Geschichte und den echten ältesten Kunsturkunden der Brüderschaft bekannt.
Von der andern Seite aber wurde diese Reibung und dieser Wetteifer mit den Brüdern und Logen der alten Maurer für das NE. Großmeisterthum der Anlaß, daß es sein Gebrauchthum vom J. 1717 bis 1813 von Zeit zu Zeit vervollkommnete; und so gab es, ohne zu dem altenglischen Gebrauchthume zurückzukehren, dem ebenfalls seit mehren Jahrhunderten überlieferten Gebrauchthume der Baucorporationen, die der catholischen Kirche und der Herrschaft des Pabstes zugethan waren, und sich dabei in ihren Einrichtungen mehr den städtischen Zünften näherten, nach und nach diejenige eigne, in sich abgeschloßne Vollendung, in der wir dasselbe in Browne's Master-Key selbst, in Verbindung mit Preston's Illustrations, dargestellt finden. In dieser dritten vollendetsten Gestalt werde ich es auch hier mittheilen; und die Lesung dieser Urkunde selbst, sowie meiner erklärenden Bemerkungen und beigefügten Würdigung, wird zeigen, daß jenes Gebrauchthum im Zusammenhange maurerischer Kunsturkunden mit aufgeführt zu werden verdient, obgleich die wesenlichen Unvollkommenheiten, die es durch hierarchischen Catholicismus und gewöhnliches Zunftwesen erhielt, auch in dieser seiner vergleichweis vollendetsten Gestalt noch =19= bemerkbar genug sind, und veranlassen, daß es, gegen das alte, echte Gebrauchthum gehalten, sehr entartet erscheint. Das Verdienst, welches sich Preston um die Verbesserung der Logenarbeiten des NE. Großmeisterthumes überhaupt, und um die Veredlung und weitere Ausbildung des Lehrlingfragstükkes insbesondere, erworben hat, ist ohne Zweifel sehr bedeutend. Denn er sagt ausdrücklich schon in der Einleitung zu der Ausgabe seiner Illustrations vom J. 1788, und wiederholt in den Einleitungen zu den von 1792 und 1812: "daß er sämmtliche Lectionen des NE. Gebrauchthumes in einem rohen und unvollkommenen Zustande gefunden," und daß es ihm, mit Hülfe einiger Freunde, gelungen sei, sie zweckmäßiger, und gehaltreicher, einzurichten.*) — Wieweit sich übrigens das =20= verbesserte NE. Gebrauchthum …
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*) Ich will hier Preston's eigne Erzählung seiner Bemühungen und ihrer Erfolge mittheilen, da sie noch in anderer Hinsicht lehrreich ist. Es ist folgende. —
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"When I first had the honour to be elected Master of the Lodge, I thought it proper to inform myself fully of the general rules of the Society, that I might be better enabled to execute my own duty, and officially inforce obedience in others. The methods which I adopted with this view, excited in some of superficial knowledge an absolute dislike of what they considered as innovations; and in others who were better informed, a jealousy of pre-eminence which the principles of Masonry ought to have checked. Notwithstanding these discouragements, however, I persevered in my intention of supporting the dignity of the Society, and of discharging with fidelity the duties of my office. |
"Als ich zuerst die Ehre hatte, zum Meister der Loge erwählt zu werden, so hielt ich es für angemessen, mich selbst vollkommen von den allgemeinen Regeln (Gesetzen) der Gesellschaft zu unterrichten, auf daß ich desto besser in den Stand gesetzt würde, meine eigne Pflicht zu erfüllen, und in meinem Amte Andern Gehorsam abzunöthigen. Die Mittel, welche ich, diesen Zweck im Auge, erwählte, erregten in Einigen, die nur oberflächliche Kenntnisse hatten, ein gänzliches Misfallen an Dom, was sie als Neuerungen betrachteten, in Andern aber, welche besser unterrichtet waren, eine Eifersucht auf überlegenheit, welche durch die Grundsätze der Maurerei hätten gedämpft werden sollen. Trotz dieser Entmuthigungen, beharrte ich gleichwohl in meinem Vorhaben, die Würde der Gesellschaft aufrecht zu erhalten, und die Pflichten meines Amtes getreulich zu erfüllen. |
… — Wieweit sich übrigens das =20= verbesserte NE. Gebrauchthum, in der Gestalt, wie es, mit Benutzung der Preston'schen Arbeiten, Browne =21= giebt, in und außer London wirklich in die Logen verbreitet habe, kann ich nicht bestimmen. Daß es aber in dieser =22= Gestalt bis zum J. 1813 von der NE. Großloge anerkannt wurde, Das ergiebt sich aus Preston's Vorrede zu seinen Illustrations, und geht schon aus der bereits früher (B. I, Abth. 1, S. 95) mitgetheilten Erklärung der Lodge of Antiquity hervor, welche ausdrücklich behauptet, daß diese Preston'sche Schrift die echten Grundsätze der Kunst enthalte. Die Inhaltangaben und weitern Erläuterungen, welche Preston in den Illustrations giebt, passen ganz genau, ihren Sectionen und einzelnen Angaben nach, auf das von Browne im Master-Key mitgetheilte Lehrlingfragstück; wovon sich jeder Leser überzeugen wird, wenn er sie mit den einzelnen Theilen des Brownischen Lehrfragstükkes vergleichen will.*) Ferner beweiset auch die Vorrede Browne's selbst, daß die Brüderschaft sein Werk, als echt, benutzet; und Bruder Houseal, mit dem ich im J. 1809 den ganzen Brownischen Master-Key, nachdem ich selbigen entziffert hatte, von Wort zu Wort durchgegangen bin, versicherte mich, daß er in London mehren Logenarbeiten beigewohnt, wo genau diesen Fragstükken gemäß gearbeitet würde; auch waren ihm beiweitem die meisten Fragen und Antworten im Gedächtniß geblieben, ob er gleich, als alter Maurer (s. B. I, Abth.1, S. 130; B. II, Abth. 1, S. 321) selbst niemals nach diesem Gebrauchthume als Logenmeister gearbeitet hatte.
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*) Ebendeßhalb, und noch mehr ihres lehrreichen Inhaltes wegen, habe ich diese Preston'schen Inhaltangaben dem Texte Browne's bei jedem einzelnen Abschnitte der Lection vordrukken lassen.
Aus dem Bisherigen erhellet zugleich, daß dieses so ausgebildete, bis zum J. 1813 gebräuchliche, NE. Gebrauchthum der Aufnahme zum Lehrlinge in dreifacher Hinsicht, im Vergleich mit der ältesten und echten Aufnahmurkunde, neu genannt werden kann. Zuerst nehmlich, weil schon seit dem zehnten Jahrhunderte, und wahrscheinlich noch früher, seit dem Erscheinen des päbstlichen Sendboten Augustinus,*) die päbstlich gesinnten Geistlichen und Mönchgesellschaften das älteste, und hernach das im J. 936 von culdeischen Geistlichen in York, umgearbeitete Aufnahmgebrauchthum, sowie zugleich die alte echte Constitution, durch allerlei Umarbeitung ihrem Zwekke gemäßer =23= zu machen suchten. … (Vergl. B.I, Abth. 1, S. 135 die Note!)
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*) Dieser Sendbote kam im J. 557 in England an. Siehe hierüber Preston's Illustr., 1812, p. 145 S. und vorhin S. 9 ingleichen ?. I, Abth. 1, S. 187 die Note!
… zu machen suchten. (Vergl. B.I, Abth. 1, S. 135 die Note!) Sodann zweitens, weil zu den Zeiten der politischen Stürme in England und Schottland, im siebenzehnten und noch zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts, der mit Wiederherstellung des Catholicismus engverbundne politische Zweck: die entthronte Stuart'sche Familie wieder einsetzen zu helfen, von einem großen Theile der Brüderschaft angenommen, und deßhalb das überlieferte Aufnahmgebrauchthum und Lehrfragstück, durch neue Sinnbilder, Kunstwörter und Redarten, und durch neue Ausdeutung der überlieferten, umgebildet wurde; in welchem Zustande sich dieses Gebrauchthum in seiner bisjetzt bekannten ersten Gestalt, nach der Schrift: The Grand Mystery etc., unverkennbar geigt. Aus demselben Grunde wurde im siebenzehnten Jahrhundert auch der sogenannte Gesellen- und Meistergrad ersonnen, und deßhalb die Aufnahme zum Maurer zu einer Lehrlingaufahme, sowie das alte überlieferte Aufnahmefragstück zu einem Lehrlingfragstück, herabgesetzt, dadurch aber noch mehr abgeändert, entstellt, vieler seiner Zierden beraubt, neugedeutet, und durch fremdartige, zum Theil höchst unwürdige, Zusätze (z. B. die bisher fälschlich für alt gehaltne Eidformel) entedelt. So umgeändert und in die fälschlich sogenannten drei Johannisgrade*) zertrennt, fanden die vier Logen, welche sich im J. 1717 in ein neues Großmeisterthum vereinten, die Brüderschaft; und auch das Gebrauchthum derselben, sowie die Lehrfragstükke, war schon damals dem gemäß in drei Theile zerspalten. Sowohl aber die von ihnen neugebildete Verfassung der Brüderschaft, als auch die veränderte und erweiterte Zweckbestimmung des Bundes, das Aufgeben =24= jenes gefährlichen und nunmehr unausführbaren politischen Planes, und die veränderten Religiongrundsätze, die dabei angenommen wurden, machten auf's neue wesenliche Veränderungen auch des Gebrauchthums, und der dasselbe enthaltenden Lehrfragstükke, unvermeidlich; und Dieses ist der dritte Grund, weßhalb das NE. Lehrlingfragstück, sowie es Prichard, und noch mehr wie es Browne giebt, neu zu nennen ist. Denn …
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*) Die Johannismaurerei, das heißt die alte echte Maurerei in der Freimaurerbrüderschaft, welche und solange sie Johannes dem Taufer (nicht aber dem heiligen Georg oder Andreas) gewidmet war, hatte niemals Grade, sowie niemals Lehrlinge als Mitglieder der Loge, sondern bestand blos aus Brüdern und Genossen (brothers and fellows), welche selbst wieder entweder arbeitende Künstler, oder angenommene Maurer (accepted Masons), waren, und denen ein Meister, und ein Patronus oder Mehre, vorstanden. Die Lehrlinge wurden erst in die Brüderschaft aufgenommen, nachdem sie sieben Jahre gelernet hatten. Dieses Alles beweiset die Yorker Constitution, und die zweite Kunsterkunde selbst, sowie alle echte Nachrichten über die Brüderschaft, die ich in des 2ten Bs. erster Abtheilung zusammengetragen habe.
… Denn das NE. Großmeisterthum hat wirklich seit dem J. 1717 stets wesenliche Änderungen und Umgestaltungen, besonders Änderungen in der Auslegung der Sinnbilder, und Vermehrungen, bis zum J. 1813 vorgenommen, welche der Kenner dieser großmeisterlichen Gesellschaft, sowie der älteren Masonei, schon nach Gründen der höheren Urkundenprüfung, noch mehr aber durch Vergleichung mit den altern überlieferten Abfassungen der Lehrfragstükke, sogleich herausfinden kann. Prichard stellt das Gebrauchthum der NE. Großloge in der Gestalt dar, die es um das J. 1730 gewonnen hatte, welche den vollendetsten, von Browne gegebnen, immer noch sehr ähnlich ist. Durch diese ihrer Verfassung und ihren Absichten gemäße Umgestaltung der Constitutionen, der Alten Gesetze und Vorschriften (old charges and regulations), und des Gebrauchthumes, hat sich die durch die NE. Großloge ausgebildete eigenlebliche Darstellung der Freimaurerei im vollen Sinne den Namen der neuformigen Maurerei (modern Masonry), im Gegensatze und Widersatze mit der altenglischen Maurerei (ancient Masonry), welche sich auf die alte Yorker Constitution stützt, und im Lehrlinggrade das alte Aufnahmgebrauchthum im Wesenlichen beibehalten hat, verdient; und es ist, an sich betrachtet, dieser Name kein Vorwurf oder Tadel; denn auch die äußere Darstellung der Freimaurerei durch das Logenwesen sollte eine stetig neue, verschiedenartige, und zum Theil bessere Ausbildung erfahren, damit sie weiter über die Erde ausgebreitet, und zum Beginnen ihres dritten Lebenalters vorbereitet, und nach und nach reif werden konnte. Und wenn gleich die Constitution und das Gebrauchthum der neuformigen Maurer (modern Masons) in vielen Hinsichten von dem besseren überlieferten abgewichen ist, und sich von dem Urbilde der Freimaurerei im Einzelnen wieder entfernt hat, so hat doch auch das NE. Großmeisterthum einen wesenlichen Fortschritt zu höherer und freierer Entfaltung dadurch gethan, daß es den Bund von der wirklichen, ausübenden =25= Baukunst mit bestimmter Verfassung für unabhängig erklärte, und ihn so zu einer rein- und allgemeinmenschlichen Gesellschaft erhob, worein gutgesinnte, im Erstwesenlichen einstimmige Menschen aus allen Völkern, von allen religiösen und politischen Secten und Lehrmeinungen aufgenommen werden könnten, endlich auch dadurch, daß es, indem es durch Anderson sein Constitutionenbuch in öffentlichen Druck gab, einen wesenlichen Schritt zu der Offenkundigkeit (Publicität) that, worin zum Theil die Würde der Masonei besteht, und worauf die heilbringende Wirksamkeit derselben größtentheils beruht. *)
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*) Die Beweise dieser Behauptung siehe in der Schrift: das Urbild der Menschheit, in dem Abschnitte über den Menschheitbund, und in der die zweite Abtheilung des zweiten Bandes der vorliegenden Schrift eröfnenden Abhandlung über Geheimsein und Offenkundigkeit.
Diese allgemeinen Bemerkungen, und Kundnisse werden für aufmerksame Leser, denen zugleich die zweite Kunsturkunde, nebst meiner Vorerinnerung und Anmerkungen, noch gegenwärtig ist, hinlänglich sein, um sie zu Lesung des Lehrlingfragstükkes der NE. Großloge nach seinen drei mir bekannt gewordnen, aufeinander folgenden, Gestalten vorzubereiten. Die Vorerinnerungen zu einer jeden dieser drei Abfassungen werden Dasjenige enthalten, was über eine jede derselben im Einzelnen zu wissen nöthig ist. Und so lade ich denn, zu genauem Erfleiße dieser Urkunden ein; damit sich Brüder, denen die Höherbildung unseres Bundes am Herzen liegt, in den Stand gesetzt sehen mögen, auch das bis zum J. 1813 bei dem NE. Großmeisterthume eingeführte Gebrauchthum in sich selbst und in Vergleich mit dem altenglischen, sowie mit dem Urbilde und den Geschichtmusterbilde eines Gebrauchthumes der sich in den Menschheitbund erweiternden und veredelnden Freimaurerbrüderschaft, gründlich und vollständig zu würdigen, und so auch diejenige Würdigung, welche ich in einer besondern Abhandlung beifügen werde, in eigner genauer Kenntniß der Urkunden selbst zu beurtheilen.
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Die bisjetzt bekannte älteste Gestalt des bei dem Gebrauchthume der neuenglischen Großloge zum Grunde liegenden Lehrlingfragstükkes findet sich, wie schon früher (S. 15) erwähnet worden, in einer sehr seltnen Schrift, welche betitelt ist:
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"The Grand Mystery of the Freemasons discover'd. Wherein are the several Questions put to them at their Meetings and Installations. As also, Their Oath, Health, Signs, and Points, to know each other by etc. The second edition. To which are annexed two Letters to a Friend; the First concerning the Society of Free-Masons, the second giving an Account of the Most Ancient Society of Gormogons, in its Original, Institution, Excellency and Design: Its Rules and Orders, and the Manner of its Introduction into Great Britain. With an entire Collection of all that has been made Publick on that Occasion. Together with the supposed Reason of their Excluding the Free-Masons, without they previously undergo the Form of Degradation, etc., London, printed for A. Moore, near St. Paul's 1725. [Pr. 1 S.]" (20 Pages in Folio.) |
Das ist: "Das große Geheimniß der Freimaurer entdeckt, worin sich die unterschiedenen Fragen befinden, welche an Dieselben bei ihren Zusammenkünften und Installirungen gethan werden. Nebst ihrem Eide, Gesundheiten, Zeichen und Punkten, woran sie einander erkennen usw. Die zweite Ausgabe. Beigefügt sind zwei Briefe an einen Freund; =27= der erste, die Gesellschaft der Freimaurer betreffend; der andere giebt einen Bericht über die sehr alte Gesellschaft der Gormogons, nach ihrem Ursprung, Einrichtung, Vortrefllichkeit und Zwekke: deren Regeln und Verordnungen, und die Art ihrer Einführung in Großbritanien. Mit einer vollständigen Sammlung alles Dessen, was hierüber im Druck erschienen ist. Nebst dem vermuthlichen Grunde, den sie haben, daß sie die Freimaurer ausschließen, wenn sie nicht zuvor der förmlichen Degradation sich unterziehen usw. London, gedruckt für A. Moore, an der St. Paul's Kirche. 1725. [Preis 1 Sch.]" In Folio. (6 Seiten über das Geheimniß der Freimaurer, und von S. 7 - 20 die erwähnten Briefe, nebst einem Postscript.) |
Ich lernte diese Schrift durch meinen verehrungwürdigen Freund Moßdorf kennen, der sie in der hiesigen königlichen Bibliothek im Sommer 1808 gefunden hatte. Sie ist, wie auch Br. Moßdorf sogleich bemerkte, eine sehr fein angelegte, aber sehr derbe, Spottschrift auf das damals mit Macht gegen die noch übrigen alten Logen in London, und überhaupt in England und Schottland, anwachsende, im Jahr 1717 gestiftete, Londoner Großmeisterthum. Nach sorgfältiger Prüfung habe ich mir über diese merkwürdige Schrift folgende Ansicht gebildet. — Sie ist von einem der alten Maurerei, sowie sie nach der Yorker Constitution und nach dem alten Yorker Gebrauchthume (Rituale) geübt wurde, eifrig anhangenden, alten Maurer geschrieben, der wahrscheinlich ein wirklicher Baukünstler und nicht ohne Gelehrsamkeit war; der die Maurerei nur als eine eigenliche Anstalt für Baukünstler schätzte, welche nur Wissenschaft und Kunst liebenden Nichtmaurern den Zutritt gestatte; dabei aber ein protestantischer Rechtgläubiger, der ebenso sehr das Pabstthum, als die bloße reine Vernunftreligion, mißbilligte. Die alte Maurerei mochte er nur so kennen, wie er sie ausüben gesehen, ohne sie wissenschaftlich und geschichtlich genau erforscht zu haben; die Einrichtungen aber, Verhältnisse und Absichten des neu gestifteten Großmeisterthums scheinen ihm ziemlich genau bekannt gewesen zu sein. — Er wollte wahrscheinlich von dem Gebrauchthume der alten Maurerei Nichts durch den Druck bekannt machen, weil er diese werth hielt. In den beiden angehängten Briefen wird durchgehens von der alten Maurerei, als von einer sehr alten und ehrwürdigen Gesellschaft, mit der größten Achtung gesprochen. — Ich mußte Dieß vorausschikken, um =28= über das, dieses Werk eröfnende, Fragstück deutlich werden zu können.
Dieß Fragstück nun trägt in Ansehung seiner Hauptbestandtheile, und als Ganzes betrachtet, unverkennbar die Spuren eines hohen Alterthumes an sich, so daß es, dem Wesenlichen nach, sein Entstehen aus dem ältesten Yorker Gebrauchthume, wohl schon im zwölften oder dreizehnten Jahrhunderte, genommen haben möchte. Im ältesten Gebrauchthume, sowie es in unserer zweiten Kunsturkunde sich ausspricht, und in der Yorker Constitution, ist von der Kirche und von kirchlichen Lehren, als solchen, niemals die Rede; hier dagegen sind alle Lehren der ältesten Maurerei, außer der Bruderschaft, der Treue und Verschwiegenheit [Fraternity, Fidelity and Taciturnity], welche brüderliche Liebe, Hülfe und Treue, (brotherly Love, Relief and Truth,) wie im neuesten Gebrauchthume des NE. Großmeieterthums, bedeuten, verschwunden, und haben der Kirche und ihren Satzungen Platz gemacht. Die drei großen Lichter sind bloß durch die drei Fenster nach Osten, Süden und Westen angedeutet; Jachin und Boaz bedeuten die Stärke und Beständigkeit der Kirche zu allen Zeiten; und drei kostbare Kleinode, ein Quaderstein, ein Diamant und ein Winkelmaaß, bedeuten "die drei Personen, Vater, Sohn und Geist." Ferner hat der Herausgeber, wie ich vermuthe, als ein Maurer alten Systems, Alles aus diesem Fragstükke weggelassen, was mit den Formen seiner alten Maurerei völlig übereinstimmte; also z. B. alle, ihm selbst geltende, Erkennzeichen und Worte. Es kann daher sehr wohl sein, daß er bei Herausgabe seiner Schrift eine vollständige Abschrift des alten zunftmäßigen Aufnahmefragstükkes vor sich hatte, aber dieselbe nach den erwähnten Rücksichten verstümmelte; indem er nur Das mittheilen wollte, was darin bloß zunftmäßig, oder hierarchisch-papistisch ist, und was von dem Gebrauchthume der alten York-Mauerei abweicht, oder doch in selbiger nicht mehr in Gebrauch ist, wie z. B. die alte Eidformel, und die vielen, gewiß echten, Erkennzeichen. Daher erscheint dieß Fragstück nur als Bruchstück; — an einer Stelle ist Dieß sogar durch hingesetzte Strichelchen angedeutet. Ich vermuthe übrigens, daß es aus dem Urkundenthume Einer der vier Logen sein mag, welche sich im J. 1717 zur Stiftung des Großmeisterthumes vereinigten; und die Vergleichung mit Prichard's zergliederter Maurerei, =29= sowie mit Browne's Master-Key, beweist wenigstens soviel, daß es, als erster Keim, dem neugestifteten Großmeisterthume bei der Bildung des Gebrauchthumes (Rituales) desselben zum Grunde gelegt worden sei, ob ich gleich vermuthe, daß dasselbe bereits im Jahr 1717 wesenlich umgestaltet angenommen worden sein mag; indem damals sowohl die Klugheit, als auch die kirchlich-religiöse überzeugung der Männer, welche auf die Einrichtung der Verfassung and der Gebräuche des neuzustiftenden Großmeisterthumes den meisten Einfluß gehabt zu haben scheinen, nehmlich Wren's, Desaguliers und Anderson's, gefordert haben wird, aus dem Gebrauchthume Alles wegzulassen, was auf die Wiederherstellung der catholischen Kirche und Kirchengewalt in England Bezug hatte; wie denn auch damals schon das politische Vorhaben, den Prätendenten wiederherzustellen, als allzu gefährlich und dabei als allzu unwahrscheinlich, wenigstens von der Mehrzahl der Brüder, und als Zweck der ganzen Brüderschaft, aufgegeben worden zu sein scheint. — Vielleicht wußte der Herausgeber dieser Spottschrift von dieser Umgestaltung Nichts; vielleicht benutzt er auch nur die Herausgabe desjenigen Gebrauchthumes, welches das NE. Großmeisterthum bei dem im Jahr 1717 angenommenen zum Grunde gelegt hatte, um dasselbe öffentlich als Freund des Prätendenten und Verfechter des Catholicismus verdächtig darzustellen. Auch ist nicht zu übersehen, daß sich in diesem Fragstükke Spuren nicht nur des aus politischen Gründen gestifteten Gesellen- und Meister grades, sondern des sogenannten Schottischen Grades, ja vielleicht sogar der von der NE. Großloge schon im J. 1778 öffentlich getriebnen und autorisirten, und seit dem Jahre 1813 unter einem unstatthaften Vorwande innerhalb das Ganze der drei freimanrerischen Grade aufgenommenen,*) sogenannten höheren Royal Arch-Maurerei,**) finden. Und so gewinnt diese Schrift für die Geschichte dieses Großmeisterthumes eine große Wichtigkeit. Hier aber benutze ich sie bloß, soweit sie zum richtigen Verstehen und Würdigen des ältesten, echten Gebrauchthumes, vorzüglich der ältesten Lehrlingslection, Dienliches enthält. Diese Wichtigkeit ist immer …
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*) S. das Sachverzeichniß unter Royal Arch.
**) Im Free-Masons Almanac vom Jahr 1777 und 1778, den ersten unter der Autorität der Großen Loge erschienenen Jahrgängen, sind 9 Royal Arch-Kapitel-Tage, (in jeden Monate, außer den Sommermonaten, einer,) angezeigt.
… Diese Wichtigkeit ist immer noch bedeutend, wenn das Fragstück gleich durch Papismus, =30= gemeinen Zunftgeist, politische Schwärmerei, und durch den Herausgeber selbst, sehr verstümmelt und entstellt worden ist. Denn viele Äusserungen der hierarchischen and politischen unmaurerischen Bestrebungen, und des Zunftgeistes, finden sich hier noch beibehalten, welche, weil sie in der Maurerei alten Systems schon nicht mehr üblich, vielleicht auch in viele Logen dieses Systemes, wo das alte echte Gehrauchthum sich erhalten hatte, niemals eingeführt worden waren, auch der Herausgeber im Jahr 1725, als für die ihm einzig als echt erkannte Maurerei alten Systemes unbedenklich, vielleicht gerade um den Maurern neuen Systemes dadurch in den Augen des Volkes zu schaden, abdrukken ließ. — Diese Urkunde klärt die Entstehung der drei großen Lichter auf, zeigt die Säulen Jachin und Boaz ungetrennt, giebt die fünf Punkte der Genossenschaft nicht als Theil des Meistergrades, liefert die echte älteste Eidformel, und viele ehrwürdige überbleibsale der alten allgemeinen Maurersprache, die aus dem Logengebrauche verschwunden sind, und enthält endlich viele andere für die alte Maurerei sehr wichtige Umstände, welche unsere Kenntniß derselben vervollständigen und berichtigen.*) Ich hatte schon früher, aus anderen geschichtlichen Gründen, die oben (S. 10 f.) angedeutete Überzeugung gefaßt, daß sich schon vom 10ten Jahrhundert an eine zweite Hauptrecension, sowie überhaupt ein zweites System von Maurerei, aus, neben und gegen das älteste reinchristliche, gegenpäbstliche, in York im Jahr 926 erneuerte Gebrauchthum gebildet habe; und daß vorzüglich die Benedictinermönche es waren, welche, sowie überhaupt die widerpäbstliche Kirche in Britannien, so auch die von ihr ausgegangne Maurerei, zu unterdrücken, und Baugesellschaften ihres Geistes an deren Stelle zu setzen suchten. Die Untersuchungen über das hier vorliegende Fragstück haben mich in dieser überzeugung bestärkt, und ihr einen Grund mehr gegeben. Ich hoffe, in Zukunft den Brüdern die Ergebnisse dieser meiner Forschungen umständlich mittheilen zu können, wenn ich noch Zeit finde, meine Darstellung der Geschichte der Freimaurerbrüderschaft zu vollenden, und den in dem Vorberichte =31= dieser Schrift enthaltenen Abriß einer Geschichte der Freimaurerbrüderschaft zu einem ausgeführten Bilde zu gestalten.
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*) Hiervon habe ich in den weiter unten folgenden zweiten Bemerkungen zu der zweiten Kunsturkunde an den gehörigen Orten ausführlicher geredet.
Wie viele dergleichen Schätze mögen noch in England, Schottland und Irland verborgen und ungenutzt liegen! Allein, umso weniger dürfen wir irgend eine sich uns bereits öfnende Geschichtquelle ungenutzt lassen. —
Die dieser Schrift beigefügten, auf vorstehendem Titel erwähnten, beiden satirischen Briefe gehören zwar nicht hieher zu der Erklärung und Erläuterung der altenglischen und der neuenglischen Lehrlinglection; allein, da sie gleichwohl viele sehr lehrreiche Andeutungen und geschichtliche Umstände enthalten, die zu weiteren Nachforschungen Anlaß geben können, so werde ich sie zu Ende der zweiten Abtheilung des zweiten Bandes mit abdrukken lassen, wenn ich dazu noch Raum behalte. Hier begnüge ich mich das Fragstück selbst mitzutheilen, und einige erklärende Bemerkungen hinzuzufügen. Mehre Erlaüterungen über wichtigere Puncte dieses Fragstükkes findet der Leser an schicklichen Stellen der weiter unten folgenden zweiten Bemerkungen zu der zweiten Kunsturkunde mitgetheilt.
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Entdeckung des großen Geheimnisses der Freimaurer.
Einleitung. Da sich dieses Schriftchen bei einem Freimaurer verwahrt gefunden hatte, welcher plötzlich gestorben war, so hielt man es für rathsam, dasselbe genau mit den Worten der Handschrift in Druck zu geben, damit endlich einmal das Publicum etwas Echtes über das große Geheimniß der Freimaurer erhalte. die Zeichen des Freimaurers*) mittheilen.
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Examination upon Entrance into the Lodge. 1) Peace be here.1) Answ. I hope there is. 2) Q. What a' Clock is it? A. It's going to Six, or going to Twelve.2) 3) Q. Are you very busy?3) A. No. 4) Q. Will you give or take? A. Both; or which you please. 5) Q. How go Squares?4) A. Straight. 6) Q. Are you rich, or Poor? A. Neither.5) 7) Q. Change me that?6) A. I will. 8) Q. In the Name of, etc.,7) are you a Mason? 8) 9) Q. What is a Mason? A. A Man begot of a Man, born of a Woman, Brother to a King.9) 10) Q. What is a Fellow? A. A Companion of a Prince.10) 11) Q. How shall I know you are a Free-Mason? A. By Signs, Tokens, and Points of my Entry.
1) This salute is reminiscent of the Christian: "Peace be with you!" These are probably words of the questioning Master; probably originally used inside the lodge, but afterwards also perhaps at the examination of the petitioner outside of the lodge. — Maybe it should only mean "silence here!" — Because before this moment those present spoke freely with each other, so the Master only had to enjoin silence. |
Prüfung bei'm Eintritt in die Loge. 1) Friede (Stille, Ruhe) sei hier (mit euch)!1) Antwort. Ich hoffe es (ist hier Friede). 2) Frage. Welch' Zeit ist's? A. Es geht auf Sechs oder auf Zwölf.2) 3) Fr. Seid Ihr sehr geschäftig (beschäftig)?3) A. Nein. 4) Fr. Wollt Ihr geben oder nehmen? A. Beides, oder Welches Ihr beliebt. 5) Fr. Wie geht's? 4) A. Recht gut (wie es sollte). 6) Fr. Seid Ihr arm oder reich? A. Keins von Beidem.5) 7) Fr. Wechselt mir Das!6) A. Recht gern. 8) Fr. Im Namen des, usw.,7) seid Ihr ein Maurer?8) 9) Fr. Was ist ein Maurer? A. Ein Mann, gezeugt von einem Manne, geboren von einem Weibe, Bruder eines Königs.9) 10) Fr. Was ist ein Gesell? A. Gefährte eines Fürsten.10) 11) Fr. Wie soll ich erkennen, daß Ihr ein Freimaurer seid? A. Durch Zeichen, Merkmale und Punkte meines Antritts.
1) Dieser Zuruf erinnert an das christliche: "Friede sei mit euch!" Dieß sind wahrscheinlich Worte des fragprüfenden Meisters; ursprünglich wohl in der Loge, hernach aber auch vielleicht bei der Fragprüfung außer der Loge gebräuchlich. — Vielleicht soll es auch nur heißen: "Stille hier!" — weil zuvor die Anwesenden frei miteinander sprachen, also der Meister erst Stille gebieten mußte. |
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12) Q. Which is the Point of your Entry? A. I Hear and Conceal, under the Penalty of having my Throat cut, or my Tongue pull'd out of my Head.11) 13) Q. Where was you made a Free-Mason? A In a just and perfect Lodge. 14) Q. How many make a Lodge? A. God and the Square, with Five or Seven right and perfect Masons,12) on the/highest Mountains, or the lowest Valleys in the World.13) (— —) 14) 15) Q. Why do Odds make a Lodge? A. Because all Odds are Mens Advantage.15) 16) Q. What Lodge are you of? A. The Lodge of St. John. △/✠16) 17) Q. How does it stand? A. Perfect East and West, as all Temples17) do. 18) Q. Where is the Mason's Point? A. At the East -Window,18) waiting at the Rising of the Sun, to set his Men at Work.19)
11) It may be that the threat of punishment was common in many building Lodges even before the 17th century, as an exaggerated guild expression, just like in Germany the saying goes: "I will rather let my throat (head) be cut, etc." Only after one took up political Projects would one be serious about these threats; and then they even had in themselves the semblance of constitutional law. (See Vol. I, Sect. 1, page 158, n. 44!) |
12) Fr. Welches ist der Punkt Eüres Antritts? A. Ich höre und verberge ihn bei Strafe, daß mir mein Hals abgeschnitten, oder meine Zunge aus dem Haupte gerissen werde,11) 13) Fr. Wo wurdet Ihr zu einem Freimaurer gemacht? A. In einer gerechten und vollkommnen Loge. 14) Fr. Wie Viele machen eine Loge? A. Gott und das Winkelmaaß, mit Fünf oder Sieben echten und vollkommnen Maurern,12) auf den höchsten Bergen oder in den tiefsten Thälern in der Welt.13) (— —) 14) 15) Fr. Warum machen ungerade Zahlen eine Loge? A. Weil alle ungerade Zahlen den Menschen glückbringend sind.15) 16) Fr. Von welcher Loge seid Ihr? A. Von der Loge St. Johannis. △/✠16) 17) Fr. Wie steht sie? A. Genau von Osten nach Westen; wie alle Tempel17) stehen. 18) Fr. Wo ist des Maurers (Stand-)Punkt? A. Am östlichen Fenster,18) wo er den Aufgang der Sonne erwartet, um seine Leute an die Arbeit zustellen.19)
11) Es kann sein, daß die Androhung dieser Strafe, als ein übertriebener Zunftausdruck, schon vor dem 17ten Jahrhunderte in vielen Baulogen üblich war, sowie auch in Deutschland das Sprichwort geht: "ich will mir eher den Hals (Kopf) abschneiden lassen usw." Allein, da man politische Projecte aufnahm, wurde aus diesen Androhungen Ernst; und sie hatten sogar alsdann den Schein des Staatsrechtes für sich. (S. B. I, Abth. 1, S. 158, n. 44!) |
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19) Q. Where is the Warden's Point? A. At the West -Window, waiting the Setting of the Sun, to dismiss the Entred Apprentices. 20) Q. Who rules and governs the Lodge, and is Master of it? A. Irah, ) 21) Q. How is it govern'd? A. Of Square and Rule.21) 22) Q. Have you the Key of the Lodge? A. Yes , I have. 23) Q. What is its Virtue? A. To open and shut, and shut and open. 24) Q. Where do you keep it? A. In an Ivory Box, between my Tongue and my Teeth, or within my Heart, where all my Secrets are kept. 25) Q. Have you the Chain to the Key? A. Yes, I have. 26) Q. How long is it? A. As long as from my Tongue to my Heart.22) 27) Q. How many precious Jewels? A. Three; a square Asher, a Diamond, and a Square. 28) Q. How many Lights? A. Three; a Right East, South, and West.23) 29) Q. What do they represent? A. The three Persons, Father, Son, and Holy Ghost.24) 30) Q. How many Pillars? =40= A. Two; Jachin and Boaz. 25) 31) Q. What do they represent? A. A Strength and Stability of the Church in all Ages.
20) This answer makes sense only if by Irah is meant a person. The meanings: fear, namely, fear of God, |
19) Fr. Wo ist des Aufsehers (Stand-) Punkt? A. Am westlichen Fenster, wo er den Untergang der Sonne erwartet, um dieLehrlinge zu entlassen. 20) Fr. Wer ordnet und regiert die Loge, und ist Meister derselben? A. Irah, ) 21) Fr. Wie wird sie regiert? A. Nach Winkelmaaß und Lineal (Regel).21) 22) Fr. Habt Ihr den Schlüssel zur Loge? A. Ja, ich habe ihn. 23) Fr. Wozu dient er? A. Zu öfnen und zu schließcn, zu schließen und zu öfnen. 24) Fr. Wo verwahrt Ihr ihn? A. In einer elfenbeinernen Büchse, zwischen meiner Zunge und meinen Zähnen, oder in meinem Herzen, wo alle meine Geheimnisse vorwahrt werden. 25) Fr. Habt Ihr auch die Kette zu diesem Schlüssel? A. Ja, ich habe sie. 26) Fr. Wie lang ist sie? A. So lang, als es von meiner Zunge zu meinem Herzen ist.22) 27) Fr. Wie viele kostbare Kleinode? A. Drei; ein winkelrechter Bruchstein, ein Diamant und ein Winkelmaaß. 28) Fr. Wie viele Lichter? A. Drei; geradein Ost, Süd und West.23) 29) Fr. Was stellen sie vor? A. Die drei Personen, Vater, Sohn, und heiligen Geist.24) 30) Fr. Wie viele Pfeiler? =41= A. Zwei; Jachin und Boaz.25) 31) Fr. Was stellen sie vor? A. Eine Stärke (Macht) und Bestandheit (das feste Bestehen) der Kirche zu allen Zeiten.
20) Diese Antwort erhält erst Sinn, wenn man unter Irah eine Person versteht. Die Bedeutungen: Furcht, nehmlich Furcht Gottes, |
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32) Q. How many Angles in St. John's Lodge? A. Four, bordering on Squares. △/✠26) 33) Q. How is the Meridian found out?27) A. When the Sun leaves the South, and breaks in at the West-End of the Lodge. 34) Q. In what Part of the Temple was the Lodge kept? In Salomon's Porch, at the West-End of the Temple, where the two Pillars were set up.28) 35) Q. How many Steps belong to a right Mason?29) A. Three. 36) Q. Give me the Solution? A. I wilh — — — The Right Worshipful, =42= Worshipful Masters, and Worshipful Fellows, of the Right .Worshipful Lodge from whence I came, great you well.
26) Bro. Houseal does not know the △ [triangle] as one with the ⊏⊐ [rectangle] equally valid emblem for: Lodge. Without a doubt, however, it has been commonly used as such, at least in Germany. Even in the teaching of Pythagoras, the triangle and the quadrilateral are ingeniously mixed up. (See Vo. I, Sect. 1, p. 310, note *) and the further comments to the 87th Question of the second Craft document!) Although Bro. Houseal has heard speak of the Y, as of an old custom, he has however found it in use nowhere. In the Book of Constitution of the Loge Archimedes in Altenburg (p. 129) it is said, that the "Square and Compasses," and a God eye at the centre as well, are ritualistically fully displayed on the seals, portals, leather Aprons, etc. of the existing Guilds of stone masons, carpenters, and other trades otherwise related to the Building Corporations. The Eye of Providence is explicitly portrayed on the frontispiece of JB., under No. 30, and Masonry as under its immediate protection. (See the Subject Index, Vol. I, Sect. 1, p. 243, under "Auge" =41= "Bordering on squares," "intersecting at right angle," suggests that this cross ✠ should be formed by four corners put together with the Square. |
32) Fr.. Wieviele Winkel in der St. Johannis-Loge? A. Vier, die im rechten Winkel zusammenstoßen. △/✠ 26) 33) Fr.. Wie wird die Mittaglinie (der Meridian) gefunden? 27) A. Wenn die Sonne den Süden, verläßt und in das Westende der Loge einbricht. 34) Fr.. In welchem Theile des Tempels wurde die Loge gehalten? A. In Salomon's Halle, am Westende des Tempels, wo die zwei Pfeiler errichtet waren.28) 35) Fr.. Wieviele Stufen gehören zu einem echten Maurer? 29) A. Drei. 36) Fr.. Gebt mir die Lösung! A. Ich will es thun. — — — der sehr ehrwürdige, =43= die ehrwürdigen Meister und die ehrwürdigen Genoseen der sehr ehrwürdigen Loge, woher ich komme, grüßen Euch schön.
26) Br Houseal kennt △ nicht als ein mit ⊏⊐ gleichgeltendes Emblem für: Loge. Es ist aber ohne Zweifel sonst auch dafür gebraucht worden, wenigstens in Deutschland. Schon in der Lehre des Pythagoras wird das Dreieck und das Viereck sinnreich verwechselt. (S. B. I, Abth. 1, S. 310 N. *) und die weiteren Bemerkungen zur 87ten Fr. der zweiten Kunsturkunde!) Vom Y hat zwar Br. Houseal, als von einem alten Gebrauche, reden gehört, aber diesen nirgends mehr in Ausübung gefunden. Im Const. B. der Loge Archimedes in Altenburg (S. 129) wird erzählt, daß man an den Siegeln, Schlössern, Schurzfellen usw. der jetzigen Zunftmaurer, Zimmerlente, und anderer sonst zu den Baucorporationen gehörigen Gewerke, "Winkelmaaß und Zirkel" völlig ritualmäßig abgebildet finde, auch wohl ein Auge Gottes mitteninne. Auf dem Titelkupfer von JB. wird ausdrücklich unter No. 30 das Auge der Vorsehung, und die Maurerei als unter dem unmittelbaren Schutze derselben vorgestellt. (S. B. I, Abth. 1, S. 243, und das Sachverzeichniß unter Auge!) =41= "Bordering on squares," "rechtwinklich zusammenstoßend," deutet darauf hin, daß dieses Kreuz durch vier mit den Ekken zusammengestellte Winkelmaaße gebildet werden soll. |
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37) Q. Give me the Jerusalem Word?30) A. Giblin.31) 38) Q. Give me the Universal Word? A. Boaz.32) 39) Q. Right Brother of Ours, your Name? A. N. or M. Response. Welcome, Brother M. or N. to our Society.33) 40) Q. How many particular Points pertain to a A. Three; Fraternity, Fidelity, and Taciturnity.34) 41) Q. What do they represent? A. Brotberly Love, Relief, and Truth, among all Right Masons; [for which all Masons were ordain'd at the Building of the Tower of Babel,35) and at the Temple of Jerusalem].36) 42) Q. How many proper Points? A. Five; Foot to Foot, Knee to Knee, Hand to Hand, Heart to Heart and Ear to Ear.37) =44= 43) Q. Whence is an Arch deriv'd?38) A. From Architecture. 44) Q. How many Orders in Architecture? A. Five: the Tuscan, Dorick, Ionick, Corinthian, and Composit.39) 45) Q. What do they answer? A. They answer to the Base, Perpendicular, Diameter, Circumference and Square. 46) Q. What is the Right Word, or Right Point of a Mason? A. Adieu. 41)
30) In Browne, obviously, Jerusalem means a very different place, probably London. Such being the case, everything fits: the Temple is built without metal and hammer, and where yet in the end, is put together in Jerusalem. (S. Browne Q. 49!) |
37) Fr. Gebt mir das Jerusalem- Wort!30) A. Giblin.31) 38) Fr. Gebet mir das allgemeine Wort! A. Boaz.32) 39) Fr. Echter Bruder von den Unsrigen, Euer Name? A. N. oder M. Respons. Willkommen, Bruder M oder N, bei unserer Gesellschaft!33) 40) Fr. Wieviele besondere Punkte gehören zu einem A. Drei; Bruderschaft, Treue (Getreulichkeit) und Verschwiegenheit.34) 41) Fr. Was stellen sie vor? A. Bruderliebe, Hülfe und Wahrhaftigkeit, unter allen echten Maurern; [weswegen alle Maurer an den Bau des Thurms zu Babel35) und des Tempels, zu Jerusalem gerufen wurden].34) 42) Fr. Wieviel eigenliche Punkte? A. Fünf; Fuß an Fuß, Knie an Knie, Hand an Hand, Herz an Herz und Ohr an Ohr.37) =45= 43) Fr. Woher entspringt ein Gewölbe?38) A. Aus der Baukunst. 44) Fr. Wieviele Ordnungen in der Baukunst? A. Fünf: die Toscanische, Dorische, Ionische, Corinthische und Composita.39) 45) Fr. Wem müssen sie genau entsprechen? A. Sie müssen entsprechen der Grundlinie, der lothrechten Linie, dem Durchmesser, dem Umfange und dem Winkelmaaße (rechten Winkel). 46) Fr. Welches ist das rechte Wort oder der rechte Punkt A. Adieu!41)
30) Jerusalem bedeutet im Browne offenbar einen ganz andern Ort, wahrscheinlich London. Daher das Tempelbauen ohne Metall und Hammerschlag, und wo doch am Ende, in Jerusalem zusammengesetzt, Alles paßte. (S. Browne Fr. 49 !) |
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The Free-Mason's Oath.42) You must serve God according to the best of your Knowledge and Institution, and be a true Liege Man to the King, and help and assist any Brother as far as your Ability will allow: By the Contents of the Sacred Writ you will perform this Oath. So help you God. A Free-Mason's Health. Here's a Health to our Society and to every faithful Brother that keeps his Oath of Secrecy.43) As we are =46= sworn to love each other,44) the World no Order knows like this our Noble and Antient Fraternity: Let them wonder at the Mystery. Here, Brother, I drink to thee. Signs to know a True Mason.45) 1) To put off the Hat with two Fingers and a Thumb.46) 2) To strike with the Right-Hand, on the Inside of the Little-Finger of the Left three Times, as if hewing.47) 3) By making a Square, viz. by setting your Heels together, and the Toes of both Feet straight, at a Distance, or by any other Way of Triangle. 4) To take Hand in Hand, with Left and Right Thumb close, and touch each Wrist three Times with the Fore-Finger each Pulse.48) 5) You must Whisper, saying thus, the Masters and Fellows of the Worshipful Company49) from whence I came, greet you all well. 6) Stroke two of your Fore-Fingers over jour Eye-Lids three Times.51) 7) Turn a Glass or any other Thing that is hollow; downwards, after you have drank out of it. 8) Ask how you do; and your Brothers drink to each other. 9) Ask what Lodge they were made Free-Masons at.52) N.B. In the Third of King Henry VI. an Act of Parliament was pass'd, "Whereby it was made Felony, to cause Masons to confederate themselves in Chapiters and Assemblies. The Punishment is Imprisonment of Body, and to make Fine and Ransom at the King's Will."53)
42) I consider this form of oath to be old and genuine. The Master pronounced it, and the Candidate, who often could not write and read, =45= with his hand on the Gospel then probably just said the words, "so help me God and His holy Gospel!" (See my treatise on the newer Mason's oath in the further comments on the second Craft document!) The main reasons why I consider this formula for genuine are the following, l) In the earliest times the forms of oath in England were very simple. 2) The secrecy in the fraternity emerged only in the 17th century, and necessitated gruesome penalties only due to un-Masonic purposes. — (Compare the comment on the 11th question above!) 3) This form of oath is better and more fitting, than the one contained in JB. and in K. Because it is to commit by a solemn oath according to reason to the laws of the fraternity and to the exercise of its regulations, to loyalty to the king and to the brethren, as only or especially to confidentiality in regard to trade secrets and practices. |
Des Freimaurers Eid.42) Ihr müßt Gott Eurer besten Einsicht und Unterweisung gemäß dienen, dem Könige treu anhangen, und jedem Bruder helfen und beistehen, soweit es Eure Kräfte gestatten. Auf den Inhalt der heiligen Schrift werdet Ihr diesen Eid ablegen. So helfe Euch Gott! Des Freimaurers Gesundheit. Auf das Wohl unserer Gesellschaft und jedes treuen Bruders, der seinen Eid der Verschwiegenheit 43) hält. =47= Da wir darauf verschworen sind, Einer den Andern zu lieben,44) so kennt die Welt keinen Orden, der dieser unsrer edlen und alten Brüderschaft gleich kommt. laßt sie über das Geheimniß sich wundern! Hier, Bruder, ich trinke dir zu! Zeichen, einen echten Maurer zu erkennen.45) 1) Man nimmt den Hut mit zwei Fingern und mit dem Daumen ab.46) 2) Man schlägt mit der rechten Hand an die Innenseite des kleinen Fingers der linken dreimal, als wenn man hauete. 47) 3) Man beschreibt einen rechten Winkel, indem man die Hakken zusammensetzt, und die Zehen beider Füße auswärts, in einiger Entfernung, oder durch eine andere Art von Triangel. 4) Man faßt sich Hand in Hand, indem man den rechten und linken Daumen fest anschließt, und jedes Handgelenk dreimal mit dem Vorderfinger an jedem Pulse berührt. 48) 5) Man muß wispern, und so sagen: "die Meister und Genossen der ehrwürdigen Gesellschaft (Compagnie), 49) von welcher ich komme, grüßen Euch Alle schön." 6) Man streicht mit seinen Vorderfingern dreimal über seine eignen Augenlieder.51) 7) Man wendet ein Glas, oder ein anderes hohles Ding, nach unten um, nachdem man daraus getrunken hat. 8) Man fragt: wie befinder Ihr Euch? Worauf die Brüder einander zutrinken. 9) Man fragt, in welcher Loge sie zu Freimaurern gemacht worden sind. 52) NB. Im dritten Regierungjahr K. Heinrich's des VI. wurde eine Parliamentsachte erlassen, "wodurch es für ein schweres Verbrechen erklärt wurde, wenn man Ursache wäre, daß sich die Maurer in Capitel und Versammlungen zusammenrotteten. Die Starfe ist Verhaftung, und eine Geldbuße und Lösegeld nach des Königs Willkühr."53)
42) Diese Eidformel halte ich für alt und echt. Der Meister sprach sie vor, und der Aufnahmling, der oft nicht schreiben =45= und lesen konnte, sagte dann, seine Hand auf das Evangeliumbuch gelegt, wahrscheinlich nur die Worte: "so helfe mir Gott, und sein heiliges Evangelium!" (Siehe in den weiteren Bemerkungen zu der zweiten Kunsturkunde meine Abhandlung über den neueren Maurereid !) Die Hauptgründe, weßhalb ich diese Formel für echt halte, sind folgende, l) In den ältesten Zeiten waren die Schwurformeln in England höchst einfach. 2) Die Geheimnißkrämerei in der Brüderschaft entstand erst im 17ten Jahrhundert, und erforderte erst dann, wegen unmaurerischer Zwekke, graunvolle Strafen. — (Vergleiche obige Bemerkung zur 11ten Frage!) 3) Diese Eidformel ist besser und passender, als die in JB. und K. stehende. Denn es ist vernunftgemäßer, zu den Gesetzen der Brüderschaft und zu Ausübung ihrer Vorschriften, zu Treue gegen den König und die Brüder, feierlich, durch einen Eid zu verpflichten, als bloß oder vorzüglich zu Geheimhaltung von Kunstfertigkeiten und Gebräuchen. |
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Vorerinnerung.
Sehr verwandt in Veranlassung und Ausführung ist mit dem im vorhergehenden Abschnitte mitgetheilten Grand Mystery etc. Prichard's zergliederte Maurerei, die ich schon so oft im Vorigen erwähnt habe. (Siehe B. I, Abth. l, S. 117, 119, 128; und hier S. 15!) Ich erhielt die vierte Originalausgabe dieser sehr merkwürdigen Schrift aus der Bibliothek des verehrungwürdigen Bruders Nicolai in Berlin mitgetheilt. Ihr vollständiger Titel ist:
"Masonry dissected: being a Universal and Genuine Description of all its Branches from the Original to this Present Time. As it is deliver'd in the Constituted Regular Lodges, both in City and Country, According to the Several Degrees of Admission. Giving an Impartial Account of their Regular Proceeding in Initiating their New Members in the whole Three Degrees of Masonry. Viz. I. Enter'd 'Prentice, II. Fellow Craft, III. Master. To which is added, the Autbor's Vindication of himself. The Fourth Edition. By Samuel Prichard, late Member of a Constituted Lodge, London: Printed for J. Wilford, at the Three Flower-de Luces behind the Chapter-house near St. Paul's. 1731. (Price 6 d.)" — 30 Seiten und außerdem noch auf 2 Seiten eine Logenliste, in 8vo. — Das ist: "Die zergliederte Maurerei, oder eine allgemeine und echte Beschreibung aller ihrer Zweige von ihrem Ursprünge bis auf gegenwärtige Zeiten, sowie sie in den constituirten regelmäßigen Logen, beides in der Hauptstadt und im Lande, nach den verschiednen Graden der Aufnahme ertheilt wird; enthaltend eine unparteiische Darstellung ihres regelmäßigen =51= Verfahrens bei der Einweihung ihrer nenen Brüder in alle drei Grade der Maurerei, nehmlich I. den Lehrling, II. den Gesellen, III. den Meister; nebst des Verfassers Selbstrechtfertigung. Vierte Ausgabe. Von Samuel Prichard, ehedem Mitgliede einer constituirten Loge. London, gedruckt für J. Wilford, in den drei Schwertellilien, hinter dem Capitelhause, an der St. Paul'skirche. 1731." *)
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*) Diese Schrift hat viele Auflagen erlebt. So ist z. B. die 21te nachgedruckt zu finden hinter dem Buche: "Les Jésuites chassés de la Maçonnerie, et leur poignard brisé par les Maçons;" (Londres, 1788; in 8vo.) S. 5-37; mit einer Einleitung von 2 Seiten und den S. 39-54 angehängten "Notes et Preuves" des Herausgebers, Nicol. de Bonneville; sowie am Schlüsse der deutschen Übersetzung jenes Buches, unter dem Titel: "Die Schottische Maurerey" usw. (Leipzig, bei G. J. Göschen, 1788, in 8vo.) Th. 2, S. 187-216; mit den übersetzten "Anmerkungen und Belegen" auf S. 181-186 und auf S. 217-236, denen der Übersetzer noch eigene beigefügt hat. Hierzu gehört die einzeln erschienene deutsche Übersetzung der zergliederten Freymaurerey usw. (Frankfurt und Leipzig, 1788.) 79 S. in 8vo, on welchen S. 33-68 die "Vertheidigung der Freymaurerey" usw. und die übrigen das "Schreiben des Br. Euclides" usw. enthalten. Im J. 1738 ist eine Schrift unter dem Titel erschienen: Masonry farther dissected, London; welche mir noch nicht zu Gesichte gekommen ist.
Auch diese Schrift ist wider das NE. Großmeisteirthum von einem, in dessen Plane ziemlich eingedrungenen, mißvergnügten Bruder geschrieben. Prichard legte im J. 1730 vor dem Friedenrichter R. Hopkins einen körperlichen Eid ab, daß seine Schrift das wahre Gebrauchthum (Ritual) des NE. Großmeisterthums enthalte. Vielleicht hat er zu der alten Loge gehört, welche, wie er in seiner Selbstverteidigung sagt, eine neue Constitution bezahlen sollte; vielleicht war er auch, wie der Vorbericht anzudeuten scheint, wegen einer nicht bezahlten Logenabgabe voreilig ausgestoßen worden; weßhalb auch der Friedenrichter Hopkins seine Anzeige und eidliche Versicherung annehmen mußte. Die verschiedenen Maurer, die, wie er in der Selbstvertheidigung erwähnt, ihn zu der Herausgabe des NE. Gebrauchthumes aufforderten, scheinen alte Maurer gewesen zu sein, welche vielleicht hofften, es werde dadurch die Anmaßung der NE. Großloge zunichte gemacht, wohl gar das NE. Großmeisterthum gesprengt werden. Prichard scheint das NE. Gebrauchthum so genau haben abdrukken lassen, wie er dasselbe in der Loge, deren Mitglied er war, gebräuchlich vorfand. =52=
— Wann eigenlich die von der ersten, vorhin mitgetheilten, Gestalt des NE. Gebrauchthumes abweichenden Veränderungen dieses von Prichard bekannt gemachten Gebrauchthumes beschlossen und angenommen worden sind, und ob dieselben von allen den vier im J. 1717 zu diesem Großmeisterthume sich vereinigenden Londoner Logen gleichförmig eingeführt wurden, Dieß läßt sich in Mangel actenmäßiger Nachrichten zwar nicht erweisen: es ist mir aber aus andern Umständen sehr wahrscheinlich, daß die meisten Änderungen dieser Art bereits im J. 1717 angeordnet wurden. Ich erinnere den Leser zuförderst an das Zeugniß, welches der Verfasser der Schrift: the three distinct Knocks, woraus ich in der ersten Abtheilung des ersten Bandes einen Auszug gegeben habe, dieser Prichard'schen Schrift ertheilt. Zuerst sagt Dieser ( s. a. a. O. S. 226): daß er als Nichtmaurer dieselbe im J. 1740 gelesen habe, in der Meinung, "Das sei das ganze Ding; aber Das war nicht an dem; aber es war genug, um in eine Loge zugelassen zu werden." Dieses ist einstimmig mit obiger Vermuthung; denn im J. 1740 konnte die NE. Großloge schon mancherlei Änderungen und Zusätze gemacht haben. Weiter sagt der Verfasser der three distinct Knocks (s. hier S. 228): "man hat schon ein Buch, welches im J. 1700" (soll wohl heißen: 1730) erschien; und ich glaube, Das war die ganze Maurerei, die damals in Gebrauch war; aber es ist nicht die Hälfte der jetzt gebräuchlichen, ob es gleich unter Allem, was vor meinem Buche über diesen Gegenstand geschrieben worden, der Sache am nächsten kommt." — Dieses ist wirklich in Hinsicht des NE. Rituales wahr. Endlich fügt Ebenderselbe noch hinzu: "wohl sind viele Bücher über Maurerei geschrieben worden, aber meist, um die Aufmerksamkeit der Leser von vorgenanntem Buche" (Prichard's) "abzuziehen; denn ich habe alle gelesen, welche diese 20 Jahre herausgekommen sind, und fand nirgends Etwas von der Maurerei, als in vorgenanntem Buche." Also: the Grand Mystery scheint dieser Verfasser nicht gekannt, oder nicht gewürdigt zu haben!
Diese Schrift muß Aufsehen gemacht, Eingang gefunden, und dem Großmeisterthume nicht geringe Besorgnisse erregt haben; weil dasselbe für gerathen fand, sie in einer, wahrscheinlich von Anderson verfaßten, Vertheidigungschrift, und in einem der letzteren beigefügten Briefe =53= des Bruders Euclid, (wahrscheinlich Desaguliers,) förmlich zu widerlegen, und diese Widerlegung der Ausgabe ihres Constitutionenbuches vom J. 1738 beidrukken zu lassen. Aus dieser sehr mislungenen, Widerlegung und Vertheidigung, welche ich in der zweiten Abtheilung des zweiten Bandes dieses Werkes mit werde abdrukken lassen, sieht der Kenner nur zu gut, daß Prichard die Wahrheit gesagt hatte, und daß der Vertheidiger Dieß nicht leugnen kann, indem er nur behauptet, daß das Mitgetheilte nicht Alles, nicht das Ganze, mithin unvollständig sei, und zwar mit Recht, weil sich das Großmeisterthum von dieser Zeit an bis zum Jahr 1738, wo diese Vertheidigungschrift erschien, Mühe gegeben hatte, sein Ritual bedeutend zu vermehren, damit es dem Prichard'schen unähnlich werden möchte; Welches auch nun, da viele alte Brüder, die im J. 1717 lebten, und sich damals den Änderungen widersetzten, gestorben waren, auch das Großmeisterthum bereits eine große Ausbreitung und Ansehen gewonnen hatte, viel leichter geschehen konnte; zumal da auch die äußeren Umstände, die damals vielleicht Manches beizubehalten geboten, jetzt sich sehr abgeändert hatten. — Auch ist bekannt, daß viele Logen, welche vom NE. Großmeisterthume constituirt sind, nach Prichard's zergliederter Maurerei arbeiten, daß noch bis zu der im Jahr 1813 beschloßnen Abänderung (s. B. I, Abth, 1, S. 121 *)) u. hier S. 3!) das Ritual der Großen Loge im Wesenlichen damit übereinstimmte, wie Browne's Master Key anweist, und daß, dadurch gewarnt, die Großloge seitdem, bis 1813, ihren Logen ihre Gesetze, Geschichte, und ihr Ritual nicht in die Hände giebt;*) Welches indeß auch als ein Beweis ihrer Duldung angesehen werde könnte, nach welcher sie jeder zu ihr haltenden Loge, nach =54= einem beliebigen Gebrauchthume und nach beliebigen besonderen Logengesetzen zu arbeiten, gestattet, wenn sie nur mit demselben in Hinsicht der allgemeinen großmeisterlichen Gesetze und Einrichtungen übereinstimmt und ihr Constitutionenbuch als gültig anerkennt. Auch dieß Prichard'sche Werk erklärt Manches im ältesten Gebrauchthume, sowie dasselbe noch in unsrer zweiten Kunsturkunde enthalten ist; ich habe es daher mit der zweiten Urkunde und mit dem vorhin aus der Schrift: The Grand Mystery of Freemasons discover'd etc. mitgetheilten, ingleichen mit dem folgenden Browne'schen Gebrauchthume, sorgfältig verglichen, und besonders bei den hiernach folgenden zweiten Bemerkungen zu der zweiten Kunsturkunde überall benutzt.
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*) "Die geschichtlichen Beweise dieser Behauptungen sind in meinen Händen; ich lasse sie hier bloß weg, um nicht zu weitläufig zu sein. Nur einen! Als Heinrich von Marschall, Erbmarschall von Thüringen, als neuenglischer Provinzialgroßmeister des obersächsischen Kreises, die hiesige Loge (Archimedes zu den 3 Reißbretern) constituirt hatte, schickte er ihr zwar, auf vielfältiges Bitten, und nachdem er schon zum Templer-Systeme getreten war, endlich ein Ritual, aber, wohl zu merken, genau nur das Prichard'sche, zu. Man muß also annehmen, er ließ es aus Prichard geradezu abschreiben, und Dieses umso mehr, als die Minerva in Leipzig gar kein Ritual erhalten konnte. Die hiesigen Stifter setzten Marschall so lange zu, bis er ein Ritual schafte, und er schafte, was er konnte." — Worte des Bruders Schneider, die ich mit seiner Erlaubniß anführe.
Merkwerth ist die älteste französische Übersetzung dieser Prichard'schen Schrift, welche im Jahr 1738 unter folgendem Titel erschienen ist: "La reception mysterieuse des membres de la celebre Société des Franc-Maçons, contenant une Relation generale et sincere de leurs ceremonies. Par Samuel Prichard, ci-devant Membre d' une Chambre de la même Confrérie. Traduite de l' Anglois, éclaircie par des Remarques critiques. Suivie de quelques autres Pièces curieuses relatives àla Grande Bretagne, avec des Observations Historiques et Géographiques; à Londres, par la Compagnie des Libraires MDCCXXXIII." (In 12mo; die Übersetzung der Prichard'schen Schritt. 86 SS.) dann folgt: Recit historique accompagné de réflexions sur les événements et revolutions arrivez en Angleterre, S. 5- 50; hierauf: Recit historique des faits étrangers relatifs à Angleterre, S. 51-104; dann folgt: Portrait de Pierre le Grand, S. 105-123. Auf der letzten Seite steht: ce present Livre se vend à Liege, chez Jacques Jacob Libraire. — Man findet in diesem Buche eine getreue Übersetzung der Prichard'schen Schrift und mehre für die Geschichte der Freimaurerbrüderschaft, und deren äußere Verhältnisse, lehrreiche Umstände. Ich werde daraus einige Bemerkungen zu dem Prichard'schen Texte mittheilen.
Wer dieses von Prichard mitgetheilte Gebrauchthum in dem geschichtlichen Zusammenhange betrachten kann, worin es hier in der Zusammenstellung mit unserer zweiten Kunsturkunde, und mit der aus GM. abgedruckten ältesten Gestalt des NE. Lehrlingfragstükkes, sowie mit der in Browne's Master-Key enthaltenen dritten Gestalt, =55= und durch meine Erläuterungen, erscheint, der wird es selbst einsehen, daß die künstliche und erzwungene Auslegung des Prichard'schen Fragstükkes, wonach Bonneville (in der vorhin S. 51 *) erwähnten Schrift) dasselbe auf die Jesuitengesellschaft deutet, im Allgemeinen gänzlich grundlos ist; wenn gleich nicht aller Einfluß der Jesuiten auf die Maurerbrüderschaft in England seit der Reformation und dem Unglükke der Stuart'schen Königfamilie abgeleugnet werden kann, sowenig, als in Frankreich zu Anfange der Ausbreitung der Freimaurerbrüderschaft in diesem Lande.
Noch erinnere ich daran, daß die beiden sich entgegenstehenden Hauptzweige des Gebrauchthumes der Brüderschaft in England, welche ich in der Vorerinnerung zu dem NE. Lehrlingfragstükke im Wesenlichen geschildert habe (s. S. 4 - 13!), auch zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten in ein gemischtes Gebrauchthum vereinigt worden sind. Dieses könnte schon aus allgemeinen Gründen als sehr wahrscheinlich vermuthet werden, und ist durch mehre Abfassungen der Lehrfragstükke erwiesen. Auch das Essinger Ritual enthält mehre einzelne Stellen und eine ganze Reihe von Lehrfragen, die wörtlich mit Prichard übereinstimmen (s. B.I, Abth. 1, S. 321 f.!). Dahin gehört auch, nach einer vor mehren Jahren mir zur Ansicht gekommenen Abschrift zu urtheilen, das Ritual einer mit No. 63 bezeichneten irländischen Loge.
Endlich bemerke ich noch, daß ein mit Absicht verfälschtes Ritual, welches Bonneville in der vorhin erwähnten Schrift englisch und deutsch mittheilt, ganz nach dem Prichard'schen, als nach seiner Grundlage, nachgebildet ist. Ein Ungenannter hat selbiges in the complete Magazine, 1764, abdrukken lassen, um die Brüderschaft gegen die Beschuldigung des kirchlichen Indifferentismus, welche vorzüglich die schottländische Synode der Brüderschaft machte, (s. B. II, Abth. 1, S. 301 f.!) zu vertheidigen, indem er die Lehrfragstükke so umgestaltet (parodirt) hat, daß der Nichtunterrichtete glauben kann, die Freimaurerbrüderschaft sei zu Aufrechthaltung des orthodoxen Kirchenthumes gestiftet. Es ist immer noch so vieles Echte, Zunft-mäßige stehen geblieben, daß der unkundige Leser dieses Ritual für echt anzunehmen verleitet wird. — Vielleicht ist dieses Ritual eins von denen, welche der Verfasser der three distinct Knocks bei seinen zuvor erwähnten Bemerkungen über Prichard (s. zuvor S. 52!) im Sinne hatte.
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[Translator's NOTE: The English text in red has been transcribed from the book word for word.]
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*) Copy. It is, namely, a copy of the Lectures given here from the original kept at a lodge. |
[Reprinted from Prichard's Book: Masonry dissected.]Samuel Prichard maketh Oath, That the Copy hereunto annexed is a True and Genuine Copy.*) in every Particular. Jur' 13 Die Oct.
[Übersetzung der Prichard'schen Schrift:
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To the Rt. Worshipful and Honourable
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Der ehrwürdigen and ehrbaren Brüderschaft
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Masonry DissectedThe original Institution of Masonry consisteth on the Foundation of the Liberal Arts and Sciences; but more =58= especially on the Fifth, viz. Geometry. For at the Building of the Tower of Babel, the Art and Mystery of Masonry was first introduc'd, and from thence handed down by Euclid, a worthy and excellent Mathematician of the Egyptians, and he communicated it to Hiram,*) the Master-Mason concern'd in the Building of Solomon's Temple in Jerusalem, where was an excellent and curious Mason that was the chief under their Grand-Master Hiram, whose Name was Mannon Grecus, who taught the Art of Masonry to one Carolos Marcil in France, who was afterwards elected King of France,**) and from thence was brought into England***) in the Time of King Athelstone, who order'd an Assembly to be held once every Year at York, which was the first Introduction of it into England, and Masons were made in the Manner following. Tunc unus ex Senioribus teneat Librum, ut illi vel ille ponant vel ponat Manus supra Librum; tum Praecepta debeant legi. i. e. Whilst one of the Seniors holdeth the Book,****) that he or they put their Hands upon the Book, whilst the Master ought to read the Laws or Charges. Which Charges were,†) That they should be true to one another without Exception, and should be obliged to relieve their Brothers and Fellows Necessities, or put them to labour and reward them accordingly.††) → =60=
*) Hiram is called only Master and Master-Mason in Prichard and in the old Constitutions, both in that of York, as in that printed in the Gentleman's Magazine of 1815; and by Prichard even in the Master's Catechism; only in Browne is called the Grandmaster. ["At the building of King Solomon's Temple there were but three Grand-Masters, namely Solomon, King of Israel, Hiram, King of Tyre, and Hiram Abiff. (Browne's Master-Key, p. 70, in the Master's Catechism.) In the second Craft document, Question 71, if indeed this passage is genuine, these three personages are simply called Grand Masons (three Grand Masons). See what I have said about this in the Further Comments to the second Craft document regarding Question 71! In the Book of Constitutions of the English Moderns, particularly in the Entick's edition, (of 1756, pp. 16 - 25) it is very solemnly talked of these three Grandmasters. **) See on this the remark **) at p. 10), and the Subject Index, under Martell! =59= ***) Actually Freemasonry in England was then, as the York Constitution informs us, only partly restored, and brought in statutory connection with the state power through a new Constitution. It is therefore false, when Prichard claims that this was the first introduction of Masonry in England. ****) In the Gospel book, which is prominently called "the Book." See about the Oath in the Second Remarks to the second Craft document! †) This obligation coincides exactly with that from GM. imparted earlier at page 44; as well as with that of York and with the Constitution borrowed from the Encyclopaedia; and also with that which Preston quotes in his Illustrations about the ancient obligation. — (See my historical treatise on the Masonic oath in the Further Comments to the second Craft document!) ††) The above short note about the origin and the =60= true purpose of the Masonic fraternity is a faithful summary from a Constitution-document, which must have the very same nature of that at the end this Section from the Gentleman's Magazine for June 1813. — The distortion of the name: Mimus Graecus into Mannon Grecus, and of Carl Martell into Carl Marcil may not be any more strange than that of Pythagoras into Peter Gower and that of Phoenicians into Venetians found in the first Craft document. In the mentioned document from the Gentleman's Magazine stands, according to the English pronunciation, Maymus Grecus for Mimus Graecus. In the Book of Constitutions of 1738 Anderson is more detailed on this; as it is demonstrated by the passages I have quoted from it at the proper places of the "York Constitution." But in these latter Days Masonry is not composed of Artificers, [Operative Masons] as it was in its primaeval State, when some few Catechetical Questions were necessary to declare a Man sufficiently qualified for an Operative Mason. The Terms of Free and Accepted Masonry (as it now is) has not been heard of till within these few Years;*) no Constituted Lodges or Quarterly Communications were heard of till 1691,**) when Lords and Dukes, Lawyers and Shopkeepers, and other inferior Tradesmen, Porters not excepted, were admitted into this Mystery or no Mystery; the first sort being introduc'd at a very great Expence, the second =62= sort at a moderate Rate, and the latter for the Expence of six or seven Shillings, for which they receive that Badge of Honour, which (as they term it**) is more ancient and more honourable than is the Star and Garter, which Antiquity is accounted, according to the Rules of Masonry, ***) as delivered by their Tradition, ever since Adam, which I shall leave the candid Reader to determine.
*) Prichard does not deny the fact that there were free and accepted Masons even earlier; but only not in the sense used by the Grandmastership of the English Moderns, by whose principles the free and accepted Masons are meant in contrast to the working Masons, the Operative Masons. (See Browne, Q. 176!) In the Master's catechism Prichard even mentions a special mark to distinguish the accepted Masons from the operative Masons, when these are mentioned together with the former; mark which I have cited in relation to this fact in the Further Comments to Q. 44 of the second Craft document. — The change of the linguistic usage, which Prichard has in mind here, actually only occurred since J. 1717, when the Grand Lodge of the English Moderns began to call its members free and accepted Masons in contrast to the operative Masons, (who back in 1410 had formed a registered Corporation under the name of Freemasons of England, recognized by the State); because even in earlier time the Masons, the actual Fellows and Fellow-Crafts working under their master, an operative Mason, had carried the name of Free-Masons, on account of which some of them felt compelled to incorporate themselves [with that designation], and legally retain it, — and simply called accepted Masons those who as building owners, patrons, and friends of the fraternity were admitted into it [into their society], according to a general existent custom among many =61= other brotherhoods of the Middle Ages. I would refer here first and foremost to the brief account of the history of the fraternity in my Foreword to the whole work; then to the treatise on this, placed at the introduction to the Further Comments to the second Craft document; and then to Vol. II, Sect. 1, pp. 346 - 354, and to the Subject Index under the above words; and finally to the excerpts from Dermott's Ahiman Rezon of 1813, imparted here in Vol. II, Sect. 2. — The United Lodge instituted in 1815, incidentally, has also retained the designation: free and accepted Masons; because it calls itself the United Grand Lodge of antient free and accepted Masons of England; the term: antient [old, ancient], because in 1813 it had united into the mentioned United Lodge, the Grand Lodge of the antient Masons of London Instituted in the year 1736 with the Grand Lodge of the so-called modern Masons instituted in the year 1717. (See Constitutions of the antient fraternity of free and accepted Masons, Part II, London 1815, p. 16.!) **) The Prince William of Orange came to England with fleet and army in the year 1688, was made king in the year 1689, and ruled until 1702. This king was very sensible about the lodges and meetings of Freemasons; in 1694 the old obligations and statutes of the Freemasons were collected by his command, and written down in of the style the York Constitution is written; in J. 1695 he was himself privately initiated into Masonry, approved the election Sir Christopher Wren's as Grand Master, graced the lodges with his royal confirmation (sanction), in Particular one in Hampton Court, in which His Majesty during the construction of the new portion of this palace is said to have frequently presided. (See Preston's Illustrations, 1812, p. 207!) So also tells the Book of Constitutions of the Grand Lodge of the English Moderns of 1738 and in the more modern issues of it. — There can, therefore, be no doubt that what Prichard tells here took place around the year 1691. *) These porters must have been particularly important consideringthe houses, where the secret meetings were held. **) So it is really said of in the second oldest Craft document, Fri 51; and, with still several more additions, by Browne, Q. 98. According to Dermott's assurance (in the Ahiman Rezon of 1813), some of the younger brethren of the Grand Lodge of the English Moderns, at the solemn assembly held in 1717 for the foundation of the Grand Lodge of the Moderns, wanted to see the lambskins (aprons) abolished; but the older brethren did not want to give it up. (See my comment on Browne's Q. 98!) ***) By "the rules of masonry" Prichard probably understands [means] the laws and institutions contained in the ancient constitution and in the ancient ritual. From the Accepted Masons sprang the Real****) Masons, from both sprang the Gormogons†) whose Grand-Master the Volgi [Oecumenical Volgi] deduces his Original from the Chinese, whose Writings, if to be credited, maintains the Hypotheses of the Pre-Adamites, and consequently must be more antique than Masonry. The most free and open Society is that of the Grand Kaihebar,††)which consists of a select Company of Responsible People, whose chief Discourse is concerning Trade and Business, and promoting mutual Friendship without Compulsion or Restriction. But if after the Admission into the Secrets of Masonry, any new Brother should dislike their Proceedings, and reflect upon himself for being so easily cajoled out of his Money, declines the Fraternity or secludes himself upon the Account of the Quarterly Expences of the Lodge and Quarterly Communications, not with standing he has been legally admitted into a Constituted and Regular Lodge, shall be denied the Privilege (as a Visiting Brother) of Knowing the Mystery for which he =64= has already paid, which is a manifest Contradiction according to the Institution of Masonry itself, as will evidently appear by the following Treatise.
****) This is true insofar as the towns-based guilds, among others the guild of the Freemasons of England incorporated in London in the year 1410, really emerged from the hitherto free and enfranchised corporations of builders, which, as free and accepted Masons in the old sense since the Romans times, =63= and in more definite form since they received their Constitution at York in the year 926, had performed all important buildings in England. (See the History of the Masonic Fraternity in the foreword to this whole work!) †) Prichard seems to have really believed in the existence of this Gormogon society; although in the book below: The Grand Mystery etc., probably are meant only the York Masons. ††) Kay is a royal title among the Persians. Or is it perhaps to be called the Key Bearer? †††) On this account Prichard must have been really offended; and according to his views, he could hold himself relieved from the oath, since he considered himself cheated.
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Die zergliederte MaurereiDie ursprüngliche Stiftung der Freimaurerei gründet sich auf das erste Entstehen der freien Künste und Wissenschaften, =59= besonders aber der fünften, nehmlich der Geometrie. Denn bei dem Baue des Thurms zu Babel wurde die Kunst und das Geheimniß der Maurerei zuerst ringeführt und von da durch Euclid, einen würdigen und vortrefflichen Mathematiker der Egypter, fortgepflanzt; und Dieser theilte es Hiram mit, dem Meister-Maurer,*) der bei dem Baue des Salomon'schen Tempels in Jerusalem geschäftig war; woselbst sich ein vortrefflicher und sinnreicher Maurer fand, der der erste unter dem Großmeister Hiram war; sein Name war Mannon Grecus. Dieser lehrte die Kunst der Maurerei einem gewissen Karl Marcil in Frankreich, der hernach auch zum König von Frankreich erwählt wurde;**) und von da wurde die Maurerei nach England gebracht ***) zur Zeit des Königs Athelstan, welcher eine jährlich in York zu haltende Versammlung anordnete; und Dieß war ihre erste Einführung in England; und die Maurer wurden auf folgende Art gemacht. Tunc unus ex Senioribus teneat Librum, tat illi vel ille ponant vel ponat Manus supra Librum; tum Praecepta debeant legi. Das ist: "Dann halte Einer der Aeltesten das Buch,****) damit derselbe oder dieselben die Hände auf dieß Buch legen; während Deß die Gesetze oder Pflichten gelesen werden sollen." Diese Pflichten waren : †) daß sie einander treu sein sollten ohne Ausnahme; und sie sollten verpflichtet sein, ihren Brüdern und Genossen in Nöthen aufzuhelfen, oder ihnen Arbeit zu verschaffen, und sie angemessen zu bezahlen.††) → =61=
*) Hiram heißt bei Prichard und in den alten Constitutionen, sowohl in der Yorker, als in der in the Gentleman's Magazine von 1815 abgedruckten, bloß Master und Master-Mason; so auch noch bei Prichard in dem Meisterfragstükke; allein bei Browne heißt er Grandmaster. "At the building of King Solomon's Temple there were but three Grand-Masters, namely Solomon, King of Israel, Hiram, King of Tyre, and Hiram Abiff. — Am Bau des Tempels des Königes Salomo waren bloß drei Großmeister, namenlich Salomo, König von Israel, Hiram, König von Tyrus, und Hiram Abiff." (Browne's Master-Key, p. 70 in dem Meisterfragstükke.) In der zweiten Kunsturkunde, Fr. 71, werden diese Drei, wenn anders diese Stelle echt ist, bloß drei Großmaurer (three Grand Masons) genannt. Siehe in den weiteren Bemerkungen zu der zweiten Kunsturkunde, Was ich hierüber zu Fr. 71 gesagt habe! Auch im NE. Constitutionenbuche, besonders in Entick's Ausgabe, (v. J. 1756, S. 16 - 25) wird sehr feierlich von diesen drei Großmeistern geredet. **) Siehe hierzu die Bemerkung S. 10 **), und das Sachverzeichniß unter Martell! =59= ***) Eigenlich wurde damals, wie die Yorker Constitution lehrt, Maurerei in England bloß zum Theil wiederhergestellt, und mit der Staatgewalt durch eine neue Constitution in gesetzliche Verbindung gebracht. Es ist daher falsch, wenn Prichard behauptet, Dieses sei die erste Einführung der Maurerei in England. ****) Auf das Evangeliumbuch, welches vorzugweise das Buch heißt. S. die zweiten Bemerkungen zu der zweiten Kunsturkunde über den Eid! †) Diese Verpflichtung stimmt genau überein mit der vorhin S. 44 aus GM. mitgetheilten; sowie mit der Yorker und der aus der Encyclopädia entlehnten Constitution; ebenso auch mit Dem, was Preston in seinen Illustr. über die alte Verpflichtung anführt. — (Siehe meine geschichtliche Abhandlung über den Freimaurer-Eid in den weiteren Bemerkungen zu der zweiten Kunsturkunde!) ††) Die vorstehende kurze Nachricht über den Ursprung und die =60= eigenliche Absicht der Freimaurerbrüderschaft ist ein getreuer Auszug aus einer Constitution-Urkunde, welche der zu Ende dieser Abtheilung aus the Gentleman's Magazine, for June 1813, sehr ähnlich gelautet haben muß. — Die Entstellung der Namen: Mimus Graecus, in Mannon Grecus, und Carl Martell in Carl Marcil darf sowenig befremden, als die des Pythagoras in Peter Gower und der Phönizier in Venetians in der ersten Kunsturkunde. In der erwähnten Urkunde aus the Gentl. Magaz. steht, der englischen Aussprache gemäß, Maymus Grecus für Mimus Graecus. Anderson ist in dem Constitutionenbuche vom J. 1738 hierüber ausführlicher; wie die Stellen zeigen, welche ich daraus bei der Yorker Constitution gehörigen Ortes angeführt habe. Aber in diesen letzten Tagen bestehet die Maurerei nicht ans Künstlern; wie Dieß in ihrem uralten Zustande der Fall war, als einige wenige catechetische Fragen nothwendig waren, um einen zum Werkmaurer genug geschickten Mann zu erkennen zu geben. Der Ausdruck: freie und angenommene Maurerei, (wie sie jetzt ist,) ist nur erst seit den letzten wenigen Jahren*) gehört worden. Nichts wurde von constituirten Logen oder vierteljährigen Zusammenkünften gehört vor dem Jahr 1691,**) als Lords und Herzöge, Advocaten und Kaufleute, und andere geringere Handelsleute, selbst =63= Pförtner nicht ausgenommen,*) in dieß Geheimniß oder Nichtgeheimniß aufgenommen wurden. Die erste Klasse wird um einen sehr hohen Preiß eingeführt, die 2weite Klasse um ein Mäßiges, und die Letzten brauchen nur 6 oder 7 Schillinge zu erlegen, wofür sie jenes Zeichen der Ehre erhalten, welches (wie sie sich ausdrukken,**)) älter ist und ehrenvoller, als Stern und Hosenband, dessen Alterthum, nach den Regeln der Maurerei,***) sowie diese in ihrer Überlieferung enthalten sind, sogar von Adam an gerechnet wird; Welches ich dem geneigten Leser zur Entscheidung überlasse.
*) Prichard leugnet dadurch nicht, daß es schon früher free and accepted Masons gegeben; nur nicht im Sinns des NE. Großmeisterthumes, nach dessen Grundsätzen die freien und angenommenen Maurer den Werkmaurern, Operative Masons, entgegengesetzt werden. (Siehe Browne, Fr. 176!) Prichard erwähnt selbst im Meisterfragstükke ein besonderes Zeichen, die accepted Masons von working Masons, wenn sie mit Ersteren zusammen sind, zu unterscheiden; welches Zeichen ich zu der Fr. 44 der zweiten Kunsturkunde, in den weiteren Bemerkungen zu selbiger, angeführt habe. — Die Veränderung des Sprachgebrauches, welche Prichard hier im Sinne hat, erfolgte eigenlich erst seit dem J. 1717, wo die NE. Großloge anfing, ihre Mitglieder free and accepted Masons, im Gegensatze der operative Masons, (welche seit dem Jahre 1410 eine eingeschriebne, vom Staate anerkannte Corporation, unter dem Namen der Freemasons of England, der Freimaurer von England, bildeten,) zu nennen; da früherhin eben die arbeitenden Masonen, die eigenlichen Fellows und Fellow-Crafts, unter ihrem Meister, einem operative Mason, den Namen: Free-Masons, geführt hatten, welchen sie ebendaher, als ein Theil derselben im J. 1410 sich genöthigt sah, sich incorporiren zu lassen, mit Recht beibehielten, — und bloß Diejenigen angenommene Maurer, accepted Masons, nannten, welche als Bauherren, Schutzherren, und Freunde der Brüderschaft, gemäß einem im Mittealter =61= bei mehren andern Brüderschaften allgemein gewesenen Gebrauche, in selbige aufgenommen worden waren. Ich verweise hier zuförderst auf die kurze Darstellung der Geschichte der Brüderschaft in meinem Vorberichte zum ganzen Werke; dann auf die eingangs der weiteren Bemerkungen zu der zweiten Kunsturkunde befindliche Abhandlung hierüber; ferner auf B. II, Abth. 1, S. 346-354, und auf das Sachverzeichniß unter obigen Worten; sowie endlich auf die B. II, Abth. 2 mitzutheilenden Auszüge aus Dermott's Ahiman Rezon, v. J. 1813. — Den Namen: free and accepted Masons, hat übrigens auch die im J. 1815 gestiftete Gesammtloge beibehalten; denn sie nennt sich the united Grand Lodge of antient free and accepted Masons of England, die vereinigte Großloge der alten freien und angennommenen Maurer von England; wo der Titel: antient, alte, altformige, dazu gekommen ist, weil sich die im J. 1736 gestiftete Großloge der antient Masons von London mit der im J. 1717 gestifteten Großloge der sogenannten modern Masons in die erwähnte Gesammtloge im J. 1813 vereint hat. (S. Constitutions of the antient fraternity of free and accepted Masons, Part II; London 1815; p. 16!) **) Der Prinz Wilhelm von Oranien kam mit Flotte und Armee im J. 1688 nach England, wurde als König eingesetzt im J. 1689, und regierte bis 1702. Dieser König war auf die Logen und Zusammenkünfte der Freimaurer sehr merksam; im J. 1694 wurden auf seinen Befehl die alten Pflichten und Satzungen der Freimaurer gesammelt, und in der Gestalt niedergeschrieben, wie sie der Yorker Constitution beigeschrieben stehen; im J. 1695 wurde er selbst privatim in die Maurerei eingeweihet, billigte die Wahl Sir Christopher Wren's zum Großmeister, beehrte die Logen mit seiner königlichen Bestätigung (sanction), insonderheit eine in Hamptoncourt, in welcher Seine Majestät während des Baues des neuen Theiles dieses Palastes öfters den Vorsitz geführt haben soll. (S. Preston's Illustr., 1812, p. 207!) So erzählt auch das Const. Buch der NE.Großloge vom J, 1738 und in den neuern Ausgaben. — Es kann daher wohl sein, daß ungefähr um das Jahr 1691 Das geschehen ist, was Prichard hier erzählt. *) Diese Pförtner mußten besonders in Hinsicht der Häuser, wo die geheimen Versammlungen gehalten wurden, wichtig sein. **) So heißt es wirklich in der zweiten ältesten Kunsturkunde, Fr. 51; und mit noch mehren Zusätzen bei Browne Fr. 98. Nach Dermott's Versicherung (im Ahiman Rezon vom J. 1813), wollten, auf einer bei Stiftung der NE. Großloge im Jahre 1717 gehaltnen feierlichen Versammlung, die jüngeren Brüder der NE. Großloge die Schurzfelle (aprons) abgeschafft wissen; aber die älteren gaben es nicht zu. (Siehe meine Bemerkung zu Browne's Fr. 98!) ***) Prichard versteht wahrscheinlich unter the rules of masonry die in der alten Constitution und in dem alten Gebrauchthume enthaltnen Gesetze und Einrichtungen. Von den angenommenen Maurern entstanden die wirklichen****) Maurer, und von Beiden die Gormogons†) deren Großmeister, ein gewisser Volgi, seinen Ursprung von den Chinesen ableitet, deren Schriften, wenn man es glauben darf, die Annahme von Vor-Adamites behaupten, folglich älter sein müßten, als die Maurerei. Die freiste und offenste Gesellschaft ist die des Groß-Kaihebar††) welche aus einer auserlesenen Gesellschaft verantwortlicher Leute besteht, deren Unterredungen hauptsächlich Handlung und Geschäfte betrifft, und wechselseitige Freundschaft befördert ohne Zwang oder Einschränkung. Wenn aber nach der Zulassung zu den Geheimnissen der Manrerei irgend ein neuer Bruder an ihrem Verfahren Mißfallen tragen, und es übel bemerken sollte, wie man ihn mit guter Manier um sein Geld gebracht; wenn er folglich die Brüderschaft ablehnen, oder sich von den vierteljährigen Ausgaben der Loge, und von den vierteljährigen Zusammenkünften, ausschließen wollte, ob er gleich gesetzlich in eine constituirte und regelmaßige Loge aufgenommen worden; so soll ihm das Privilegium, (als ein besuchender Bruder,) um das Zunftgeheimniß zu wissen, verweigert werden, welches er doch bereits bezahlt hat.†††) =65= Dieß nun ist ein offenbarer Widerspruch, selbst nach der Einrichtung der Maurerei; wie sich Dieß durch die folgende Abhandlung augenscheinlich darthun wird.
****) Dieses ist insofern wahr, als die in den Städten ansässigen Zünfte, unter andern die zu London im J. 1410 incorporirte Zunft der Freemasons of England, wirklich aus den bis dahin freien und befreiheiteten Corporationen der Bauleute hervorgingen, welche als free and accepted Masons im alten Sinne von der Römer =63= Zeiten an, und in bestimmterer Form seit sie zu York ihre Constitution im J. 926 erhielten, alle bedeutende Bauwerke in England aufgeführt hatten. (Siehe die Geschichte der Freimaurerbrüderschaft im Vorberichte dieses ganzen Werkes!) †) Prichard scheint also wirklich an das Dasein dieser Gormogon gesellschaft geglaubt zu haben; obgleich darunter wahrscheinlich in der Schrift: The Grand Mystery etc., bloß die York Masons verstanden werden. ††) Kay ist ein königlicher Titel bei den Persern. Oder soll es vielleicht Schlüsselträger heißen? †††) Auf diese Art muß wohl Prichard beleidigt worden sein; und seinen Ansichten zufolge konnte er sich des Eides entbunden halten, indem er sich als Betrogenen betrachtete.
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Enter'd 'Prentice's Degree.*)1) Quest. From whence came you? Answ. From the Holy Lodge of St. John's. 2) Q. What Recommendations brought you from thence? A. The Recommendations which I brought from the Right Worshipful Brothers and Fellows of the Right Worshipful and Holy Lodge of St. John's,**) from whence I came, and Greet you thrice heartily well. 3) Q. What do you come here to do? A. Not to do my own proper Will, 4) Q. Are you a Mason? A. I am so taken and accepted to be amongst Brothers and Fellows. 5) Q. How shall I know that you are a Mason? A. By Signs and Tokens and perfect Points of my Entrance. 6) Q. What are Signs? A. All Squares, Angles and Perpendiculars. 7) Q. What are Tokens? A. Certain Regular and Brotherly Gripes. 8) Exam. Give me the Points of your Entrance. Resp. Give me the first, and I'll give you the second. 9) Exam. I Hail it. Resp. I Conceal it.
*) Prichard gives only the questions and answers, without the reasons for it. From this we cannot conclude that there was not a special formula, which either did not fall into his hands, or he did not want to impart. To me the latter case is probable, because he actually mentioned some reasons, for example at Q. 32, 35. **) St. John's means either: both the (two) St. Johns; or it refers to a place or a building, or even to a religious order dedicated to St. John's. (St. John's place, order, church, college, cathedral.) Compare Browne's. Q. II and Q. 165 - 170. Perhaps is even merely to understand as of St. John's Corporation, of the Corporation of the Holy John. Lawrie in his History of Freemasonry, calls the three so-called St. John's Degree "the ancient order of St. John." See more in the Remark to the Second Craft Document! ***) Even the English rhymes are as clumsy as these German ones. 10) Exam. What do you Conceal? Resp. All Secrets and Secrecy of Masons and Masonry, unless to a True and Lawful Brother after due Examination, or in a just and worshipful Lodge of Brothers and Fellows well met. 11) Q. Where was you made a Mason? A. . In a Just and Perfect Lodge. 12) Q. What makes a Just and Perfect Lodge? A. Seven or more. 13) Q. What do they consist of? A. One Master, two Wardens, two Fellow-Craft and two Enter'd 'Prentices. 14) Q. What makes a Lodge? A. Five 15) Q. What to they consist of? A. One Master, two Wardens, one Fellow-Craft, one Enter'd 'Prentice. 16) Q. Who brought you to the Lodge? A. An Enter'd 'Prentice.*) 17) Q. How did he bring you? A. Neither naked nor cloathed, bare-foot nor shod, deprived of all Metal and in a right moving Posture.**)
*) Maybe it is meant the Outer Guard (tyler). **) It is very strange that no blindfolding and not restoration of light occur in Prichard. I have read somewhere that the Grand Lodge of the English Moderns has for some time introduced [into the lodge for the Initiation] the candidates without the blindfold, but afterwards has returned to the old custom. GM. also contains no preparation ritual; but since the latter =67= document is a mere fragment so, admittedly, no negative conclusion can be drawn from it. 18) Q. How got you Admittance? A. By three great Knocks. 19) Q. Who receiv'd you? A. A Junior Warden, 20) Q. How did he dispose of yon? A. He carried me up to the North-East Part of the Lodge, and brought me back again tho the West and deliver'd me to the Senior Warden. 21) Q. What did the Senior Warden do with you? A. He presented me, and shew'd me how to walk up (by three Steps) to the Master. 22) Q. What did the Master do with you? A. He made me a Mason. 23) Q. How did he make you a Mason? A. With my bare-bended Knee and Body within the Square,*) the Compass extended to my naked Left Breast, my naked Right Hand on the Holy Bible; there I took the Obligation (or Oath)**) of a Mason.
*) One can relate this to the right angle formed by the Candidate with his feet, (See Sect. 1, p. 156 and p. 312, 16th line from bottom!) or to the fact that he stands within the symbolical representation of the Square of the Lodge. Compare Browne Q. 84! **) One can quite clearly see that these words are a later addition, and originally there just stood Obligation. 24) Q. Can you repeat that Obligation. A. I'll do my Endeavour. (Which is as follows.) 25) Q. What Form is the Lodge? A. A long Square. 26) Q. How long? A. From East to West. 27) Q. How broad? A. From North to South. 28) Q. How high? A. Inches, Feets and Yards***) innumerable, as high as the Heavens. 29) Q. How deep? A. To tbe Centre of the Earth.
***) A Yard is three feet long, and one which is commonly used for measuring the length of textiles. 30) Q. Where does the Lodge stand? A. Upon Holy Ground, or the highest Hill or lowest Vale, or in the Vale of Jehosaphat,*) or any other secret Place. 31) Q. How is it situated? A. Due East and West. 32) Q. Why so? A. Because all Churches and Chappels are or ought to be so. 33) Q. What supports a Lodge? A. Three great Pillars. 34) Q. What are they called? A. Wisdom, Strength and Beauty. 35) Q. Why so? A. Wisdom to contrive, Strength to support, and Beauty to adorn. 36) Q. What Covering have you to the Lodge? A. A clouded Canopy of divers Colours (or the Clouds). 37) Q. Have you any Furniture in your Lodge? A. Yes. 38) Q. What is it? A. Mosaick Pavement, Blazing Star**) and Indented Tarsel. 39) Q. What are they? A. Mosaick Pavement, the Ground Floor of the Lodge, Blazing Star the Centre, and Indented Tarsel the Border round about it. 40) Q. What is the other Furniture of a Lodge? A. Bible, Compass and Square. 41) Q. Who do they properly belong to?***) A. Bible to God, Compass to the Master, and Square to the Fellow-Craft. 42) Q. Have you any Jewels in the Lodge? A. Yes.
*) See here for the additional passages indicated in the Subject Index under Jehoshaphat! This valley must, incidentally, be a very desirable image to those of the tribe of a dethroned king, wanting to help set him up again [the Stuart family], because of the resultant referred appellation of human violence against God's power. Since it is not mentioned in GM., so perhaps it has only come into this text towards the end of the 17th century. **) A Comet is also called a blazing star. ***) In this attribution of the great symbols to the three greater lights =71= lay perhaps an external instigation, in order to set and interpret them differently, and in so doing, departing from the main symbols of the ancient traditional ritualism. Assuming this deviation had not already been made by the papal-hegemony-minded monks deliberately many centuries earlier. 43) Q. How many? A. Six. Three Moveable, and three Immoveable. 44) Q. What are the Moveable Jewel? A. Square, Level and Plumb-Rule. 45) Q. What are their Uses? A. Square to lay down True and Right Lines, Level to try all Horizontals, and the Plumb-Rule to try all Uprights. 46) Q. What are the Immoveable Jewels? A. Trasel Board, Rough Ashler, and Broach'd Thurnel.*) 47) Q. What are their Uses? A. Trasel Board lor the Master to draw his Designs upon, Rough Ashlerfor the Fellow-Craft to try their Jewels upon, and the Broach'd Thurnel for the Enter'd 'Prentice to learn to work upon. 48) Q. Have you any Lights in your Lodge? A. Three. 49) Q. What do they represent? A. Sun, Moon and Master-Mason. N.B. These Lights are three large Candles placed on high Candlesticks. 50) Q. Why so? A. Sun to rule the Day, Moon the Night, and Master-Mason his Lodge. 51) Q. Have you any fix'd Lights**) in your Lodge? A. Yes. 52) Q. How many? A. Three. N.B. These fix'd Lights are Three Windows, suppos'd (tho' vainly) to be in every Room where a Lodge is held, but more properly the four Cardinal Points***) according to the antique Rules of Masonry. 53) Q. How are they situated? A. East, South and West. 54) Q. What are their Uses? A. To light the Men to, at and from their Work.
*) See in Browne the differing 161th and 162nd questions and answers! **) It is curious that here are given three candles, and also three fixed lights or windows. See on this my remarks to Browne's 91st question! ***) Probably here are meant the four quarters of the world, as upon which the lodge stands. 55) Q. Why are there no Lights in the North? A. Because the Sun darts no Rays from thence. 56) Q. Where stands your Master? A. In the East. 57) Q. Why so? A. As the Sun rises in the East and opens the Day, so the Master stands in the East [with his Right Hand upon his Left-Breast being a Sign,*) and the Square about his Neck] to open the Lodge and to set his Men at Work. 58) Q. Where stands your Wardens? A. In the West. 59) Q. What's their Business? A. As the Sun sets in the West to close the Day, so the Wardens stand in the West [with their Right Hands upon their Left Breasts being a Sign, and the Level and Plumb-Rule about their Necks] to close the Lodge, and dismiss the Men from Labour, paying their Wages. 60) Q. Where stands the Senior Enter'd 'Prentice?**) A. In the South. 61) Q. What is his Business? A. To hear and receive Instructions***) and welcome strange Brothers. 62) Q. Where stands the Junior Enter'd 'Prentice? A. In the North. 63) Q. What is his Business? A. To keep off all Cowans and Eves-droppers. 64) Q. If a Cowan (or Listner) is catch'd, how is he to be A. To be plac'd under the Eves of the Houses (in rainy Weather) till the Water runs in at his Shoulders and out at his Shoos.****)
*) This has been used afterwards as the sign of the Fellow-craft degree. Here it is of a more beautiful significance, pointing to the love and righteousness of the lodge's ruling Master. In the Fellow-craft degree is made by everyone, and interpreted as the threatened punishment for betraying political secrets. **) Questions and answers 60 to 63 all have the intrinsic character of a high antiquity; because they refer to institutions [practices] which were very useful and appropriate according to the nature of the Builders Corporations [Guilds], and to the work to be carried out and kept secret within it [Lodge]. See what I will remind about this in the explanation of the three great lights in the Second Comments to the Second Craft Document! ***) Actually, here the talk is not so much about instructions about the art, but rather about certain orders from the Master, which he must give; as it will becomes clear from the accompanying commands, when strangers are to be received. ****) On Questions 63 and 64. Nothing is so weird in the ancient customs of Masons, that it did not have its natural explanation. There were no windows at the north side; therefore one could best listen and see through any cracks. But the apprentices also stood there; such an order could probably be given to them as well. 65) Q. What are the Secrets of a Mason?*) A. Signs, Tokens and many Words. 66) Q. Where do yon keep those Secrets? A. Under my Left Breast. 67) Q. Have you any Key to those Secrets? A. Yes. 68) Q. Where do yon keep it? A. In a Bone Box that neither opens nor shuts but with Ivory Keys. 69) Q. Does it hang or does it lie? A. It hangs. 70) Q. What does it hang by? A. A Tow-Line 9 Inches or a Span. 71) Q. What Metal is it of? A. No manner of Metal at all; but a Tongue of good Report is as good behind a Brother's Back as before his Face. N.B. The Key is the Tongue, the Bone Box the Teeth, the Tow-Line the Roof of the Month. 72) Q. How many Principles**) are there in Masonry? A. Four. 73) Q. What are they? A. Point, Line, Superficies and Solid. 74) Q. Explain them. A. Point the Centre (round which the Master cannot err***)), Line Length without Breadth, Superficiel Length and Breadth, Solid comprehends the whole. 75) Q. How many Principle-Signs?****) A. Four. 76) Q. What are they? A. Guttural, Pectoral, Manual and Pedestal,†)
*) In this passage lies the open admission that at the time where this question and answer was drafted, what was to be concealed consisted only in the signs, Marks and a few words, therefore not in a secret doctrine of the Craft. Also, this question and answer derives from the times before the political plan was adopted, was specifically deviated from by lodges that belonged to that branch the fraternity, which neglected the ancient Craft doctrine pronounced the first Craft document, and from the ancient, true Ritual. Compare the foreword to the Apprentice Catechism of the English Moderns, especially p. 10 ff.! **) What here are called principles, are in Browne just points. (See Browne, Q. 171 - 175!) But instead are found expounded in Browne, and not placed here, the three great principles of Masonry: brotherly Love, Help and Fidelity. ***) Cannot err; because, when the center is determined, and the Compasses are precisely opened, then the other leg of the compasses automatically describes the resulting equally precise circumference. See on this my further comments to Browne's question 174! ****) Therefore there were probably many other, less important sign. See the final note (52) to the previous document! †) That is: Throat, Breast, Hand, and Foot signs. 77) Q. Explain them. A. Guttural the Throat, Pectoral the Breast, Manual the Hand, Pedestal the Feet. 78) Q. What do you learn by being a Gentleman-Mason?*) A. Secresy, Morality and Goodfellowship. 79) Q. What do you learn by being an Operative Mason? A. Hue, Square, Mould-stone, lay a Level and raise a Perpendicular. 80) Q. Have you seen your Master to-day? A. Yes. 81) Q. How was he Cloathed? A. In a Yellow Jacket and Blue Pair of Breeches. N.B. The Yellow Jacket is the Compasses, and the Blue Breeches the Steel Points.**) 82) Q. How long do you serve your Master? A. From Monday Morning to Saturday Night. 83) Q. How do you serve him? A. With Chalk, Charcoal and Earthen Pan. 84) Q. What do they denote? A. Freedom, Fervency and Zeal.***) 85) Exam. Give me the Enter'd 'Prentice's Sign. Resp. Extending the Four Fingers of the Right Hand and drawing of them cross his Throat, is the Sign, and demands a Token. N.B. A Token is by joining the Ball of the Thnmb of the Right Hand upon the first Knuckle of the Forefinger of the Brother Right Hand that demands a Word. 86) Q. Give me the Word. A. I'll letter it with You. 87) Exam. BOAZ [N.B. The Exam. says B. Resp. O, Resp. JACHIN. [N.B. Boaz and Jachin were two Pillars in Solomon's Porch. 1 Kings, chap. VII. ver. 21.]
*) I do not find this expression anywhere, except here in Prichard. But it is very credible that it has been used for quite some time since 1650. Later, one has said instead, as I see from Browne's questions 176 to178, only free and accepted masons. **) This playful comparison is quite in the childlike spirit of the actual guild catechism, of which several other crafts expression are also found; and is insofar without doubt genuine, as viewed coming from actual construction lodges. ***) I really wish I knew the origin of this teaching sign; but I have not found it yet. See Browne's explanation about it, according to his question 184t! 88) Q. How old are you? A. Under Seven. [Denoting he has not pass'd Master.] 89) Q. What's the Day for? A. To See in. 90) Q. What's the Night for? A. To Hear. 91) Q. How blows the Wind? A. Due East and West. 92) Q. What's a Clock? A. High Twelve. The End of the Enter'd 'Prentice's Part. |
Grad des angetretnen Lehrlings.*)1) Frage. Woher kommt Ihr? Antwort. Von der heiligen Loge des heiligen Johannes. 2) Fr. Welche Empfehlung brachtet Ihr vonda mit? A. Die Empfehlungen, die ich von den sehr ehrwürdigen Brüdern und Genossen der sehr ehrwürdigen und heiligen Loge des heiligen Johannes**) mitbringe, woher ich komme; sie grüßen (ich gruße) Euch dreimal von Herzen auf's schönste. 3) Fr. Was kommt Ihr hier zu thun? A. Nicht zu thun den eignen Willen, 4) Fr. Seid Ihr ein Maurer? A. Ich bin auf- und angenommen worden, es zu sein unter Brüdern und Genossen. 5) Fr. . Wie soll ich erkennen, dafs Ihr ein Maurer seid? A. Durch Zeichen und Merkmale, and vollkommene Punkte meines Antritts. 6) Fr. Was sind Zeichen? A. Alle Vierekke, Winkel, und senkrechte Linien. 7) Fr. Was sind Merkmale? A. Gewisse regelmäßige und brüderliche Griffe. 8) Der Prüfende Gebet mir die Punkte Eures Antritts! Der Antw. Gebet mir den ersten, so will ich Euch den andern geben. 9) Prüf. Ich hehle es. A. Ich verberge es.
*) Prichard giebt nur die Fragen und Antworten, ohne die Gründe. Daraus können wir nicht schließen, daß man nicht darüber auch ein besonderes Formular hatte, welches ihm entweder nicht in die Hände fiel, oder er nicht mittheilen wollte. Dieß Letztere ist mir wahrscheinlich, weil er wirklich einige Gründe anführt, z. B. bei Fr. 32, 35. **) St. John's bedeutet entweder: der (beiden) heiligen Johannes; oder es bezieht sich auf einen Ort oder ein Gebäude, oder auch einen religiösen Orden, der dem heiligen Johannes gewidmet, ist. (St John's place, order, church, colledge, cathedral.) Vergleiche Br's. Fr. II, und Fr. 165-170. Vielleicht ist auch bloß of St. John's Corporation, =65= von der Corporation des heil. Johannes, zu verstehen. Lawrie nennt in seiner Geschichte der Freimaurerei die drei sogenannten Johannisgrade "den alten Orden des heiligen Johannes." S. weiter unten in den Bemerk zu der zweiten Kunsturkunde! ***) Ebenso unbehülflich, als diese deutschen, sind auch die englischen Knittelreime. 10) Prüf. Was verberget Ihr? A. Alle Heimlichkeiten (Geheimnisse) und geheimes Wesen der Maurer und Maurerei, außer an einen treuen und gesetzmaßigen Bruder, nach gehöriger Prüfung, oder in einer gerechten und ehrwürdigen Loge von wohlvereinigten Brüdern und Genossen. 11) Fr. Wo wurdet Ihr zum Maurer gemacht? A. In einer gerechten und vollkommnen Loge. 12) Fr. Was macht eine gerechte und vollkommne Loge? A. Sieben oder mehr. 13) Fr. Woraus bestehen sie? A. Aus einem Meister, zwei Aufsehern, zwei Gesellen, und zwei angetretnen Lehrlingen. 14) Fr. Was macht eine Loge? A. Fünf. 15) Fr. Woraus bestehen sie? A. Aus einem Meister, zwei Aufsehern, einem Gesellen und einem angetretnen Lehrlinge. 16) Fr. Wer brachte Euch zu der Loge? A. Ein angetretner Lehrling.*) 17) Fr. Wie brachte er Euch? A. Weder nackt noch bekleidet, weder barfuß noch beschuhet, alles Metalls beraubt, in einer geraden beweglichen Stellung.**)
*) Vielleicht ist der Ziegeldelker (tyler) gemeint. **) Es ist sehr merkwürdig, daß im Prichard kein Verbinden der Augen und kein Ertheilen des Lichts vorkommt. Ich habe irgendwo gelesen, daß die NE. große Loge einige Zeit lang die Candidaten ungeblendet eingeführt hat, hernach aber wieder zu dem alten Gebrauche zurückgekehrt ist. Auch GM. enthält gar keine Vorbereitunggebrauche; allein da diese letztere =67= Urkunde ein bloßes Bruchstück ist, so läßt sich daraus allerdings kein verneinender Schluß ziehen. 18) Fr. Wie erlangtet Ihr Einlaß? A. Durch drei große Schläge. 19) Fr. Wer empfing Euch? A. Ein jüngerer Aufseher. 20) Fr. Was nahm Dieser mit Euch vor? A. Er leitete mich hinauf zum nordöstlichen Theile der Loge, brachte mich dann zurück nach Westen und übergab mich dem älteren Aufseher. 21) Fr. Was nahm der ältere Aufseher mit Euch vor? A. Er stellte mich dem Meister dar, und zeigte mir, wie ich (mit drei Schritten) zu ihm hinaufgehen sollte. 22) Fr. Was nahm der Meister mit Euch vor? A. Er machte mich zum Maurer. 23) Fr. Wie machte er Euch zum Maurer? A. Mit meinem entblößten und gebogenen Knie, meinen Leib im Winkelmaaß (im Quadrate, innerhalb des Vierekkes),*) den Zirkel an meine linke nackte Brust, meine entblößte rechte Hand auf der heiligen Bibel: allda legte ich die Verpflichtung (oder den Eid)**) eines Maurers ab.
*) Man kann Dieses auf den rechten Winkel beziehen, den der Aufnahmling mit den Füßen bildet, (Siehe Abth. 1, S. 156 u. S. 312, Z. 16 v. u.!) oder auch darauf, daß er innerhalb des die Loge sinnbildlich darstellenden Vierekke steht. Vergl. Br. Fr. 84! **) Man sieht es diesen Worten gar deutlich an, daß sie ein späteres Einschiebsal sind, und ursprünglich bloß Obligation dastand. 24) Fr. Könnt Ihr diese Verpflichtung hersagen? A. Ich will es versuchen. (Sie lautet, wie folget.) 25) Fr. Welche Form ist die Loge? A. Ein langes Viereck. 26) Fr. Wie lang? A. Von Osten nach Westen. 27) Fr. Wie breit? A. Von Norden nach Süden. 28) Fr. Wie hoch? A. Unzählige Zolle, Fuße und Yards,***) so hoch als der Himmel. 29) Fr. Wie tief? A. Bis an den Mittelpunkt der Erde.
***) Ein Yard ist drei Fuß lang, und ein bei dem Abmessen der Schnittwaaren gebräuchliches Längemaaß. 30) Fr. Wo stehet die Loge? A. Auf heiligem Grunde, entweder auf dem höchsten Hügel, oder in dem tiefsten Thale, oder im Thale Josaphat,*) oder sonst an einem andern geheimen Orte. 31) Fr. Wie ist sie gelegen? A. Genau von Osten nach Westen. 32) Fr. Warum so? A. Weil alle Kirchen und Kapellen so gelegen sind, oder sein sollten. 33) Fr. Was unterstützt eine Loge? A. Drei große Pfeiler. 34) Fr. Wie werden sie genannt? A. Weisheit, Stärke und Schönheit. 35) Fr. Warum so? A. Weisheit, zu entwerfen; Stärke, zu unterstützen (tragen); Schönheit, zu zieren. 36) Fr. Welche Bedekkung habt Ihr für die Loge? A. Einen wolkigen Baldachin von verschiedenen Farben (oder die Wolken). 37) Fr. Habt Ihr einige Geräthschaft (Auszierung, Verzierung) A. Ja. 38) Fr. Worin bestehen sie? A. Mosaisches (musivisches) Pflaster, der flammende**) Stern und die zakkigte Einfassung. 39) Fr. Was sind diese? A. Das Mosaische Pflaster ist der Fußboden der Loge, der flammende Stern ihr Mittelpunkt, und die zakkigte Einfassung der Rand rings um dieselbe. 40) Fr. Welches sind die übrigen Gerätschaften (Auszierungen, A. Eine Bibel, ein Zirkel und ein Winkelmaaß. 41) Fr. Wem gehören sie eigentümlich (vorzüglich)?***) A. Eine Bibel Gott, der Zirkel dem Meister, und das Winkelmaaß dem Gesellen. 42) Fr. Habt Ihr auch einige Kleinode in Eurer Loge? A. Ja.
*) Siehe hierüber das Weitere in den im Sachverzeichnisse unter Josaphat angezeigten Stellen! Dieses Thal mußte übrigens, wegen der dadurch bezeichneten Appellation von Menschengewalt an Gottes Gewalt, Denen, die einem entthronten Königstamme wieder aufhelfen wollten, ein sehr erwünschtes Bild sein. Da es in GM. nicht erwähnt wird, so ist es vielleicht erst zu Ende des 17ten Jahrhunderts dazu gekommen. **) A blazing star heißt auch ein Komet. ***) In dieser Beilegung der größeren Zeichen der drei großen =71= Lichter lag vielleicht eine äußere Veranlassung, dieselben anders zu stellen und auszudeuten, und so in dem Hauptsymbole von dem altüberlieferten Gebrauchthume abzuweichen. Wo nicht etwa diese Abweichung schon viele Jahrhunderte früher von den pabstherrschaftlich gesinnten Mönchen mit Absicht gemacht worden ist. 43) Fr. Wie viele? A. Sechs; drei bewegliche und drei unbewegliche. 44) Fr. Welches sind die beweglichen Kleinode? A. Winkelmaaß, das Richtscheit (Wasserwage) und Bleiwage. 45) Fr. Wozu werden sie gebraucht? A. Das Winkelmaaß, um richtige und gerade Linien zu ziehen; die Wasserwage, um alle wasserrechte Linien zu prüfen, und die Bleiwage, um alle lothrechte Linien zu prüfen. 46) Fr. Welches sind die Unbeweglichen Kleinode? A. Das Zeichnenbret, der Rauhhobel und die Drehbank.*) 47) Fr. Welches ist ihr Gebrauch? A. Ein Zeichnenbret für den Meister, um seine Zeichnungen darauf zu machen; der Rauhhobel für die gesellen, um ihre Kleinode darauf zu prüfen, und eine Drehbank für den Lehrling, daß er darauf arbeiten lerne. 48) Fr. Habt Ihr auch einige Lichter in Eurer Loge? A. Ja; drei. 49) Fr. Was stellen sie vor? A. Sonne, Mond und den Meister-Maurer. N.B. Diese Lichter sind drei starke Kerzen, die auf hohen Leuchtern stehen. 50) Fr. Warum so? A. Die Sonne, um den Tag, der Mond, um die Nacht, und der Meister-Maurer, um seine Loge zu regieren. 51) Fr. Habt Ihr einige festgemachte Lichter**) in Eurer Loge? A. Ja. 52) Fr. Wie viele? A. Drei. N.B. Diese festgemachten Lichter sind drei Fenster; weil man voraussetzt, (wiewohl ohne Grund,) daß sie sich in jedem Zimmer finden, wo eine Loge gehalten wird; eigenlich aber sind es die vier Hauptekken***) nach den alten Regeln der Maurerei. 53) Fr. Wie sind sie gelegen? A. In Osten, Süden und Westen. 54) Fr. Welches ist ihr Gebrauch? A. Den Männern zu, bei, und von der Arbeit zu leuchten.
*) Siehe im Browne die 161 und 162te abweichenden Fragen und Antworten! **) Es ist merkwürdig, daß hier drei Kerzen, und außerdem noch drei feste Lichter oder Fenster, vorkommen. Siehe hierüber meine Bemerkungen zu Browne's 91ter Frage! =73= ***) Wahrscheinlich sind hier die vier Weltgegenden gemeint, welchen gemäß die Loge stand. 55) Fr. Warum sind keine Lichter in Norden? A. Weil die Sonne vonda keine Stralen wirft. 56) Fr. Wo steht Euer Meister? A. In Osten. 57) Fr. Warum so? A. Sowie die Sonne aufgeht in Osten, und den Tag eröfnet, so steht der Meister in Osten, (mit seiner rechten Hand auf seiner linken Brust, Welches ein Zeichen ist,*) und das Winkelmaaß um seinen Hals,) um die Loge zu eröfnen, und seine Leute an die Arbeit zu stellen. 58) Fr. Wo stehen Eure Aufseher? A. In Westen. 59) Fr. Was ist ihr Geschäft? A. Sowie die Sonne in Westen untergeht, und den Tag beschließt, so stehen die Aufseher in Westen, (mit ihren rechten Händen auf ihrer linken Brust, Welche ein Zeichen ist, und die Wasserwage und die Bleiwage um ihren Nakken,) um die Loge zu schließen, und die Männer von der Arbeit zu entlassen und ihnen ihren Lohn zu bezahlen. 60) Fr. Wo steht der älteste angetretne Lehrling?**) A. In Süden. 61) Fr. Was ist dessen Geschäft? A. Zu hören und Unterricht zu empfangen,***) und fremde Brüder zu bewillkommnen. 62) Fr. Wo steht der jüngste angetretne Lehrling? A. In Norden 63) Fr. Was ist sein Geschäft? A. Alle Pfuscher und Traufentropfer (Abendschleicher) draußen zu halten. 64) Fr. Wenn ein Pfuscher (oder Horcher) gefangen worden ist, A. Er ist unter die Traufen des Hauses (bei regnigem Wetter) zu stellen, bis das Wasser an seinen Schultern hinein und herausläuft, und auch aus seinen Schuhen herausläuft.****)
*) Dieß hat man späterhin zum Gesellengradzeichen gestempelt. Hier ist es von schöner Bedeutung, deutet auf die Liebe und Rechtschaffenheit des die Loge haltenden Meisters. Im Gesellengrade wird es von Allen gemacht, und auf die angedrohte Strafe des Verraths politischer Geheimnisse gedeutet. **) Die 60te - 63te Fragen und Antworten haben alle innere Zeichen eines hohen Alterthumes; denn sie beziehen sich auf Einrichtungen, welche nach der Beschaffenheit der Baulogen, und der darin zu verrichtenden und zu verheimlichenden Arbeit, sehr zweckmäßig waren. Man sehe, Was ich hierüber bei der Erklärung der drei großen Lichter in den zweiten Bemerkungen zu der zweiten Kunsturkunde erinnern werde! ***) Nehmlich es ist hier nicht sowohl von Kunstunterricht die =75= Rede, als von bestimmten Aufträgen vom Meister, die er besorgen mußte; wie aus dem beigefügten Auftrage erhellet, die Fremden zu bewillkommnen. ****) Zu Fr. 63 u. 64. Nichts ist so sonderbar in den alten Maurergebräuchen, daß es nicht seine natürliche Erklärung hätte. An der Nordseite waren keine Fenster; da konnte man also am besten lauschen und durch Klunsen sehen wollen. Da standen aber auch die Lehrlinge; diesen konnte also wohl ein solcher Auftrag gegeben werden. 65) Fr. Was sind die Geheimnisse (das geheime Wesen ) eines A. Zeichen, Merkmale, und einige (mehre) Worte. 66) Fr. Wo bewahrt Ihr diese Geheimnisse (diese geheimen A. Unter meiner linken Brust. 67) Fr. Habt Ihr einen Schlüssel zu diesen Geheimnissen? A. Ja. 68) Fr. Wo verwahret Ihr ihn? A. In einer beinernen (knöchernen) Büchse, die nur mit elfenbeinernen Schlüsseln zu öfnen und zu verschließen ist. 69) Fr. Hangt oder liegt er? A. Er hangt. 70) Fr. Woran hangt er? A. An einer Tauleine von neun Zollen oder von einer Spanne. 71) Fr. Von was für Metall ist er? A. Gar von keinem Metall; sondern eine Zunge von gutem Rufe ist ebenso gut hinter eines Bruders Rükken, als vor seinem Angesichte. NB. Der Schlüssel ist die Zunge, die beinerne Büchse die Zähne, die Tauleine der Gaumen seines Mundes. 72) Fr. Wie viele Grundsätze (Principien)**) sind in der A. Vier. 73) Fr. Was sind sie? A. Punkt, Linie, Oberfläche und Körper. 74) Fr. Erkläret sie! A. Der Punkt ist das Centrum (um welches rings herum der Meister nicht irren kann ;***)) die Linie ist eine Länge ohne Breite; Oberfläche ist Länge und Breite; der Körper begreift das Ganze. 75) Fr. Wie viele Hauptzeichen?****) A. Vier. 76) Fr. Was sind sie? A. Guttural, Pectoral, Manual, Pedestal.†)
*) In dieser Stelle liegt das offne Geständniß, daß zu der Zeit, wo diese Frage und Antwort entworfen wurde, das zu Verheimlichende bloß in Zeichen, Merkmalen und einigen Worten, also nicht in einer geheimen Bundlehre, bestand. Es rührt also diese Frage und Antwort aus den Zeiten her, ehe der politische Plan angenommen wurde, und zwar von Logen, die zu demjenigen Zweige der Brüderschaft gehörten, welcher die alte, in der ersten Kunsturkunde ausgesprochene Bundlehre vernachlässigte, und von dem alten, echten Gebrauchthum abgewichen war. Vergleiche die Vorerinnerung zu dem NE. Lehrlingfragstükke, vorzüglich S. 10 ff.! **) Was hier Principien heißen, das sind bei Browne bloß Punkte. (Siehe Br. Fr. 171-175!) Dafür sind aber im Browne die hier nicht befindlichen drei großen Grundsätze (Principien) der Maurerei aufgestellt: brüderliche Liebe, Hülfe und Treue. =77= ***) Nicht irren kann; weil, wenn der Mittelpunkt bestimmt, und der Zirkel bestimmt eröfnet ist, dann die andere Spitze den dadurch gleichfalls bestimmten Umfang vonselbst beschreibt. Siehe meine weiteren Bemerkungen hierüber zu Browne's 174ter Frage! ****) Also gab es auch wohl viele andere, weniger wichtige, Zeichen. Siehe die Schlussanmerkung (52) zur vorigen Urkunde! †) Das ist: Kehl-, Brust-, Hand-, und Fußzeichen. 77) Fr. Erkläret sie! A. Guttural (bedeutet) die Kehle; Pectoral die Brust; Manual die Hand; Pedestal den Fuß. 78) Fr. Was lernet Ihr dadurch, daß Ihr ein Herr-Maurer A. Verschwiegenheit, Sittlichkeit und gute Gesellschaft (Geselligkeit, gesellschaftliches Zusammhalten). 79) Fr. Was lernet Ihr dadurch, daß Ihr ein Werkmaurer seid? A. Hauen, rechtwinklich machen, Steine formen, eins wasserrechte Linie legen, und eine senkrechte aufrichten. 80) Fr. Habt Ihr Euren Meister heute gesehen? A. Ja. 81) Fr. Wie war er gekleidet? A. In einer gelben Juppe und einem Paar blaue Hosen. NB. Die gelbe Juppe ist der Zirkel und das Paar blauer Hosen die Stahlspitzen.**) 82) Fr. Wie lange dient Ihr Eurem Meister? A. Von Montags früh bis zum Sonnabende nachts. 83) Fr. Wie dient Ihr ihm? A. Mit Kreide, Holzkohlen und irdener Pfanne. 84) Fr. Was bedeuten sie? A. Freiheit, Wärme (Inbrunst) und Eifer.***) 85) Der Prüfende Gebt mir des angetretnen Lehrlings Zeichen! Der Antw. Die vier Finger der rechten Hand ausstrekken, und dieselben querüber an der Kehle vorbeiziehen ist das Zeichen, und fordert ein Merkmal. NB. Ein Merkmal ist, wenn man den Ballen des Daumens der rechten Hand auf das erste Gelenk des Vorderfingers der rechten Hand des Bruders legt, Dieß fordert ein Wort. 86) Fr. Gebt mir das Wort! A. Ich will es mit Euch buchstabenweis hersagen. 87) Der Prüf. BOAZ (NB. der Prüf. sagt B, der Antwortende Der Antw. JACHIN. (NB. Boaz und Jachin waren zwei Pfeiler in König Salomon's Halle; 1 Könige, Kap. 7, Vers 21.)
*) Diesen Ausdruck finde ich, außer hier bei Prichard, nirgends. Allein es ist sehr glaublich, daß man sich desselben wirklich schon von 1650 an eine Zeitlang bedient hat. Späterhin hat man, wie ich aus Browne's 176-178ter Frage sehe, dafür wieder bloß freie und angenommene Maurer gesagt. **) Dieser spielende Vergleich ist ganz im kindlichen Geiste der eigenlichen Zunftfragstükke, deren auch mehre anderer Handwerke sich finden; und ist ohne Zweifel insofern echt, als er sich aus wirklichen Baulogen herschreibt. =79= ***) Ich wünschte wohl, den Ursprung dieses Lehrzeichens zu wissen; allein ich habe ihn bisher nicht aufgefunden. Siehe Browne's Erklärung darüber, nach dessen 184ter Frage! 88) Fr. Wie alt seid Ihr? A. Unter sieben. (Dieß bedeutet, daß er noch nicht Meister geworden ist.) 89) Fr. Wofür ist der Tag? A. Um darin zu sehen. 90) Fr. Wofür ist die Nacht? A. Um zu hören. 91) Fr. Wiebläßt der Wind? A. Genau von Ost nach West. 92) Fr. Welch' Zeit ist's? A. Genau Zwölf. Ende von des angetretnen Lehrlings Theile. |
The Author's Vindication of himself*)
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Des Verfassers Selbrechtfertigung gegen*) den
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[TRANSLATOR'S NOTE: The Tempelherren are the Knights Templar and, in this context, you may want to read also about the Illuminati]
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